Sie konnten sich wie die moralischen Sieger fühlen: Der TSV Bayer Dormagen setzte dem Favoriten HBW Balingen-Weilstetten im Pokalspiel der 2. Runde enorm zu und hielt die Partie bis kurz vor Schluss offen. Letztlich gewann der Erstligist 28:25 (12:14) - das auf der Anzeigetafel stehende 29:25 wurde später von den Schiedsrichtern korrigiert. "Das war ein glückliches Ende für uns", sagte selbst Gäste-Trainer Markus Gaugisch. Er hatte den TSV beim Meisterschaftsspiel in Neuhausen beobachtet und kam zu dem Fazit: "Dormagen hat inzwischen eine absolut positive Entwicklung genommen. Die Jungens spielen einen klasse Handball."

Dormagens Coach Jörg Bohrmann hatte sich kurzfristig für eine Überraschungsdefensive mit doppelter Manndeckung entschieden: "Ich dachte, nach der langen Reise sind die verspätet eingetroffenen Balinger noch müde." So kümmerte sich Pascal Noll um den zuletzt herausragenden Franzosen Olivier Nyokas, Peter Strosack um Nationalspieler Martin Strobel. Die doppelte Manndeckung hatte Erfolg, auch weil nach Balinger Fehlern der Dormagener Angriff verblüffend frei zu Torerfolgen kam. Dabei zeichneten sich vor allem Shooter Max Bettin und Alexander Kübler am Kreis aus. Und weil Max Jäger im TSV-Tor mit mehreren Glanztaten aufwartete, führten die Gastgeber nach ihrem 7:0-Lauf bis zur 16. Minute sogar mit fünf Treffern (9:4). Zur Pause stand es 14:12 für Dormagen vor 447 Zuschauern.

Auch nach dem Wechsel ein ähnlicher Verlauf: Der Zweitligist baute die Führung wieder bis auf 18:14 in der 35. Minute aus. Damit wollte sich vor allem Christoph Theuerkauf nicht zufrieden geben, der die Wende mit mehreren Einzelaktionen herbeiführte. Erstmals nach der Pause ging Balingen in der 42. Minute mit 20:19 in Führung. Wer jetzt aber dachte, die Partie würde völlig kippen, der hatte nicht mit dem leidenschaftlichen Kampf der Rheinländer gerechnet. Der TSV blieb dran auch dank der Paraden von Sven Bartmann und machte die Begegnung weiter spannend - selbst in doppelter Unterzahl traf Rechtsaußen Peter Strosack per Kempa-Trick. Die Spannung hielt bis in die Schlussphase an. Die Vorentscheidung dann in der 58. Minute: Radivoje Ristanovic lenkte den Strafwurf von Robin Doetsch an den Pfosten, auf der anderen Seite war Bartmann zwar am von Theuerkauf geworfenen Siebenmeter dran, doch der Ball rutschte über die Torlinie zum 28:25 für die glücklichen Balinger.

"Ich bin sehr zufrieden mit dem Spiel meiner Mannschaft", erklärte Jörg Bohrmann. Sorgenfalten bereitet ihm allerdings mit Blick auf das Spiel am Samstag in Emsdetten die Handgelenksverletzung von Dennis Marquardt. Ob der Kapitän beim punktgleichen Rivalen ab 19 Uhr in der Emshalle Emsdetten, Friederichstraße, spielen kann, ist fraglich. Tickets für das Auswärtsspiel gibt es auch in der City-Buchhandlung Dormagen, Kölner Straße 58.

TSV Bayer Dormagen - HBW Balingen-Weilstetten 25:28 (14:12)
Dormagen: Bartmann, Jäger; Bettin (6), Feindt, Genz (2), Plaz (1), Simon (3), Eisenkrätzer, Doetsch (1/1), Kübler (5), Noll, Strosack (6), Hüter (1), Marquardt.
Balingen: Ristanovic, Ketelaer; König (4), Foth, Nyokas (3), Wilke (2/2), Hausmann (3), Vasilakis, W. Strobel (1), Theuerkauf (7/3), M. Strobel (4), Djozic, Ilitsch (1), Ruß (3). Schiedsrichter: Hörath/Hofmann (Zirndorf/Münchberg)
Zuschauer: 447
Zeitstrafen: 8:6 Minuten
Siebenmeter: 3/1:7/5
Spielfilm: 2:4 (7.), 9:4 (16.), 12:8 (23.), 12:11, 14:12 - 18:14 (35.), 19:20 (42.), 23:23 (50.), 25:26 (55.), 25:28.


"Wir freuen uns auf den Erstligisten und wollen das Spiel genießen", sagt TSV-Trainer Jörg Bohrmann. Dass die Gäste aus Balingen-Weilstetten in der 2. Runde des DHB-Pokals favorisiert sind, ist kein Geheimnis. "Es wäre natürlich eine Sensation, wenn wir am Mittwoch gewinnen", sagt Kreisläufer Alexander Kübler im aktuellen Tribünentalk. Aber der Pokal lebt ja nun mal auch von Überraschungen. Das Gespann Thomas Hörath und Timo Hofmann pfeift die Begegnung am 22. Oktober um 19.30 Uhr im TSV Sportcenter an. Die Abendkassen öffnen um 18 Uhr.

Nach der ersten Heimniederlage in der laufenden Saison gegen Bundesliga-Tabellenführer Rhein-Neckar-Löwen (27:32) haben die "Gallier von der Alb" in der Meisterschaftsrunde eine fast vierwöchige Pause vor sich. Noch aber wartet die Pokalhürde Dormagen auf den alten Bekannten aus Balingen. Die Duelle zwischen beiden Klubs waren in der Vergangenheit zumeist eng. In den bisherigen acht Pflichtspielen gewannen Dormagen und Balingen jeweils vier Mal. Doch derzeit stehen sich die Mannschaften nicht gerade auf Augenhöhe gegenüber. Immerhin sorgte Balingen mit Siegen gegen Kiel und Hamburg für Furore. Mit jetzt 11:11-Punkten steht HBW auf dem sechsten Tabellenplatz.

Für die Dormagener ist klar: "Wir haben gegen Balingen nichts zu verlieren", betont Kapitän Dennis Marquardt. HBW-Trainer Markus Gaugisch weiß denn auch, dass "wir Dormagen nicht unterschätzen dürfen." Auch wenn die Gäste verletzungsbedingt nicht ihren kompletten Kader zur Verfügung haben, so verfügen sie doch über namhafte Spieler wie Kreisläufer Christoph Theuerkauf oder den soeben von Bundestrainer Dagur Sigurdsson für die EM-Qualifikationsspiele gegen Finnland und Österreich nominierten Rückraumspieler Martin Strobel. Als Goalgetter präsentierte sich letzten Mittwoch der Franzose Olivier Nyokas, der gegen die Rhein-Neckar Löwen trotz Manndeckung mit elf Treffern glänzte. Eventuell kommt Fabian Böhm wieder zum Einsatz. Der vor drei Jahren für Dormagen spielende Rückraumlinke hatte sich Ende September einen Fingerbruch zugezogen und musste deshalb zuletzt pausieren.


Begeisterung im Sportcenter: Der TSV Bayer Dormagen gewann am Samstag Abend mit 33:29 (17:15) gegen Mitaufsteiger HSC 2000 Coburg nach einer vor allem in der ersten Halbzeit überragenden Leistung. Erfolgreichster Werfer war Max Bettin in seinem bisher besten Spiel für den TSV: Beide Coburger Torhüter waren chancenlos gegen die variablen und platzierten Würfe des 20-Jährigen, der sich 12 Mal in die Torschützenliste eintrug. Bezeichnend, dass Bettin den ersten und den letzten Dormagener Treffer erzielte. Einmal mehr überzeugte Sven Bartmann im Tor der Gastgeber, die vor allem aus dem Rückraum und vom Kreis gefährlich waren. In Folge des dritten Saisonsieges verließ der TSV einen Abstiegsrang.

Coburgs 3:1-Führung hielt nicht lange - nach elf Minuten lag der TSV erstmals mit zwei Toren vorne, nach 18 Minuten mit drei. Doch der HSC blieb dank Matthias Gerlich und Florian Billek im Spiel und schaffte vier Minuten vor Ende der ersten Hälfte den 13:13-Ausgleich. Weil Tobias Plaz direkt nach seiner Einwechslung vor Elan sprühte und zweimal vor dem Pausenpfiff traf gingen die Dormagener mit dem 17:15-Vorsprung in die Kabine. Das hervorragende Handballspiel zeichnete sich auch in der Folgezeit durch sehenswerte Spielzüge und die Dramatik aus, die der TSV mit drei Toren in Unterzahl bereicherte. Obwohl sich die Fehlerzahl bei den Gästen erhöhte blieb der zuvor erst einmal auswärts geschlagene HSC 2000 dran. Ein Knackpunkt in der 47. Minute: Robin Doetsch bleibt der Ball beim Ausführen des Strafwurfs quasi kleben und Krechel hat keine Mühe, den Ball zu fangen. Im Gegenzug wirft Gerlich an den Pfosten, kurz drauf trifft Jo Gerrit Genz per Siebenmeter zum 25:23. Bartmann hält anschließend den dritten Strafwurf, auf den sofort ein weiterer folgt. Billeks Verwandlung sollte aber der letzte Anschlusstreffer sein. Danach erhöhten Patrick Hüter, Genz und Dennis Marquardt auf das weitgehend beruhigende 28:24 in der 53. Minute.

Coburgs Trainer Jan Gorr gratulierte zum verdienten Erfolg und machte deutlich, dass seine Mannschaft mitunter überbewertet werde: "Wir müssen erst noch reinkommen in die 2. Liga." Sein Dormagener Kollege Jörg Bohrmann war glücklich: "Wir hatten uns vorgenommen, besser für die Halben zu spielen. Und das ist gelungen. Durch die verpassten Chancen von der rechten Außenseite haben wir uns Mitte der zweiten Hälfte das Leben selber schwer gemacht. Das Spiel hätten wir zu dem Zeitpunkt besser beherrschen müssen."

In der kommenden Woche stehen zwei Spiele auf dem Programm: Gegner in der 2. Pokalrunde am Mittwoch, 22. Oktober, ab 19.30 Uhr im TSV Sportcenter ist HBW Balingen-Weilstetten. "Auch diese Begegnung trägt zur Weiterentwicklung der Mannschaft bei", sagt Bohrmann. "Wir wollen das Spiel gegen den Erstligisten genießen." Am Samstag, 25. Oktober, reisen die Dormagener zum TV Emsdetten, der wie der TSV 6:12-Punkte aufweist.  

TSV Bayer Dormagen - HSC 2000 Coburg 33:29 (17:15)
Dormagen: Bartmann (10 Paraden), Jäger; Bettin (12), Genz (5/1), Plaz (3), Simon (2), Eisenkrätzer, Rudloff, Doetsch (2/1), Kübler (3), Noll, Strosack, Hüter (2), Marquardt (4).
Coburg: Krechel (11 Paraden), Martinsen (1 P.); Göhl (2), Andersson, Kelm (3), Gerlich (8/2), Kirchner, Vitek (4), Riha, Coßbau (2), Billek (10/1), Riehn, Seitle.
Schiedsrichter: Hurst/Krag.
Zuschauer: 1072.
Zeitstrafen: 8:4 Minuten.
Siebenmeter: 3/2:7/3 (Doetsch scheitert an Krechel - Bartmann hält gegen Göhl, Andersson und Gerlich, Göhl wirft an die Latte).
Spielfilm: 1:3 (5.), 6:4 (11.), 10:7 (18.), 10:9, 13:13 (26.), 17:15 - 19:19 (38.), 22:22 (44.), 25:24 (49.), 28:24 (51.), 30:28 (56.), 33:29.


Mit einer fulminanten Aufholjagd machte der TSV Bayer Dormagen zuletzt dem ungeschlagenen Tabellenführer der 2. Handball-Liga das Siegen im TSV Sportcenter schwer. Gegen den HSC 2000 Coburg soll es am Samstag, 18. Oktober, ab 19 Uhr gar nicht erst zu einem deutlichen Rückstand wie gegen Leipzig kommen. "Wir werden alles versuchen, um es Coburg so schwer wie möglich zu machen", kündigt Kapitän Dennis Marquardt im aktuellen Tribünentalk an. Der Vorverkauf ist noch bis Samstag Nachmittag in der City-Buchhandlung möglich. Die Abendkassen im Sportcenter öffnen um 17.30 Uhr.

"Coburg ist kein klassischer Aufsteiger", sagen Marquardt und Jörg Bohrmann. Der Trainer zählt die Gäste nach wie vor zu den stärksten Mannschaften der 2. Bundesliga: "Coburg hat das Potenzial, um am Ende mit vorne zu stehen." Interessanterweise spielt die Mannschaft von Jan Gorr bislang auswärts erfolgreicher: Drei Erfolgen in Hüttenberg, Essen und Emsdetten steht lediglich die knappe 30:33-Niederlage in Leipzig gegenüber. Nach der 24:25-Heimniederlage gegen Bad Schwartau am letzten Wochenende rangiert Coburg auf dem achten Tabellenplatz. "Die Mannschaft ist auf allen Positionen doppelt stark besetzt", betont Bohrmann.

Nach der unnötigen Niederlage in Aue rutschte der TSV auf den 18. Rang und damit einen Abstiegsplatz. "Wir arbeiten unermüdlich und werden auch wieder Erfolge haben", sagt der Trainer, der auf eine gute Trainingswoche zurückblickt. Bis auf den erst wieder im November einsatzfähigen Sebastian Damm sind am Samstag alle Spieler dabei.


Bis zur Pause hatte der TSV Bayer Dormagen das Spiel beim EHV Aue vor 1150 Zuschauern gut im Griff und führte mit 10:7. Doch die Gastgeber drehten die Begegnung direkt nach dem Seitenwechsel innerhalb von vier Minuten und feierten letztlich mit 24:20 den vierten Saisonsieg. Enttäuscht stiegen die Dormagener nach der Rückfahrt aus dem Erzgebirge in der Nacht um 3.30 Uhr aus dem Bus - auch weil sie ihrem heute 46 Jahre alt werdenden Trainer Jörg Bohrmann kein Geburtstagsgeschenk machen konnten.

Bohrmann: "Wir haben bis zur Pause gut gespielt, vor allem die Abwehr war sehr stark." Lediglich sieben Gegentreffer ließ Torwart Sven Bartmann in den ersten 30 Minuten zu und wurde für diese Leistung später zusammen mit Aues Bjarki Mar Gunnarsson als Spieler der Partie ausgezeichnet. Verdient war die Drei-Tore-Führung nach 30 Minuten allemal. Doch obwohl Bohrmann in der Kabine intensiv vor Leichtsinn warnte, machte seine Auswahl "genau die Fehler die nicht passieren dürfen." In der zweiten Hälfte waren gerade mal drei Minuten und 41 Sekunden gespielt, da hatten die zu Gegenstößen eingeladenen Auer fünf Treffer erzielt und lagen 12:10 vorne. Die Gäste kämpften sich zwar wieder bis zum 13:13 und durch den dritten verwandelten Strafwurf von Robin Doetsch bis auf 15:14 in der 43. Minute heran, doch dann setzte sich Aue vorentscheidend bis auf 19:14 in der 51. Minute ab. Eine Viertelstunde lang konnte der TSV überhaupt nicht aus dem Feld treffen. Vor dem Spiel hatte Aue kurzfristig auf Verletztenprobleme reagiert und mit Hördur Sigthorsson einen weiteren Isländer und neuen Abwehrspieler bis Saisonende verpflichtet.

"Schon wieder ein Spiel, das wir wegschenken. Aue war nicht schlecht, aber ohne die zehn Minuten Blackout wäre sicher mehr für uns drin gewesen", zog Jörg Bohrmann ein eher ernüchterndes Fazit. In den letzten sechseinhalb Minuten musste der TSV auf Dennis Marquardt verzichten, der nach seiner dritten Zeitstrafe die Rote Karte sah. Über die Berechtigung aller drei Zeitstrafen konnte man indes geteilter Ansicht sein.

Nächster Gegner ist am kommenden Samstag, 18. Oktober, 19 Uhr, der HSC 2000 Coburg. Der Mitaufsteiger liegt nach der 24:25-Heimniederlage gegen Bad Schwartau auf dem 8. Tabellenplatz. 

EHV Aue - TSV Bayer Dormagen 24:20 (7:10)
Aue: Musil, Petursson; Meinhardt (3/1), Schäfer (2), Roch (3), Sommer (7/2), A. Sigtryggsson (2), Faith (3), Mazur (3), Paraschiv, Keller, Gunnarsson, Runarsson (1), Sigthorsson.
Dormagen: Bartmann, Jäger; Simon (4), Plaz, Marquardt, Eisenkrätzer, Doetsch (3/3), Kübler (1), Strosack (3), Rudloff, Hüter, Noll (1), Genz (6), Bettin (2).
Schiedsrichter: Dedens/Geckert.
Zuschauer: 1150.
Zeitstrafen: 10:12 Minuten.
Siebenmeter: 3/5:3/3 (Bartmann hält zweimal gegen Meinhardt).
Spielfilm: 3:2 (7.), 3:5 (12.), 4:7 (22.), 6:7, 7:10 - 12:10 (34.), 12:12, 15:14 (43.), 19:14 (51.), 19:16 (52.), 24:20.


Gut sieben Stunden haben die Dormagener für die Reise nach Aue eingeplant. "Klar, das schlaucht. Aber wir haben einen schönen Bus und können uns während der Fahrt gut bewegen", sagt Linkshänder Tobias Plaz, der mit dem TSV Bayer Dormagen am Samstag Morgen um 7.30 Uhr ins Erzgebirge startet. Das vierte Auswärtsspiel beim EHV Aue wird um 17 Uhr in der Erzgebirgshalle Lößnitz angepfiffen.

Der EHV Aue steht aktuell in der 2. Handball-Bundesliga auf Tabellenrang 11 und damit sechs Plätze vor dem TSV. Allerdings liegen lediglich zwei Punkte Differenz zwischen beiden Vereinen. Nach der 19:28-Niederlage beim VfL Bad Schwartau steht der Handball-Traditionsverein in der Lößnitzer Erzgebirgshalle unter einem gewissen Erfolgsdruck. Trainer Runar Sigtryggsson war mit der Leistung seines Teams am letzten Wochenende nicht zufrieden. Er kritisierte die unzureichende Abwehrarbeit und die unkonzentrierte Einstellung des Angriffs mit zu vielen einfachen Fehlern. Vor der heimischen Kulisse soll das am Samstag wieder besser laufen. Immerhin haben die Sachsen zwei der bisherigen drei Heimspiele gewonnen (27:26 gegen Hüttenberg und 27:22 gegen Emsdetten) und das Derby gegen Leipzig nur knapp mit 28:29 verloren. Im Team steht mit Arni Thor Sigtryggsson, dem Bruder des Trainers, ein ehemaliger Dormagener. "Arni ist spielintelligent und kann wie Aues gesamte Mannschaft einen schnellen Ball spielen", weiß Tobias Plaz. Auch wenn der Isländer nach Oberschenkelverletzung und Viruserkrankung noch nicht wieder ganz fit ist, so wird er doch zumindest für einige Zeit seinem Team zur Verfügung stehen.

"Wir fahren nicht sieben Stunden um uns dann in Aue kampflos zu ergeben", hatte TSV-Trainer Jörg Bohrmann schon nach der Partie gegen Leipzig am letzten Samstag angekündigt. Er hofft, dass "wir unser Niveau über 60 Minuten halten und nicht erst gut spielen, wenn wir deutlich im Rückstand liegen." Die zuletzt verletzten Jonathan Eisenkrätzer und Pascal Noll reisen mit nach Aue. Damit bestehen auch wieder mehr Wechselmöglichkeiten. Punkten würde der TSV gerne in Aue, denn dann könnte auch Jörg Bohrmann bei der Rückfahrt um Mitternacht seinen 46. Geburtstag erfreut erleben.


Was für eine Stimmung in der zweiten Hälfte. Die 1016 Zuschauer erlebten nach einem klaren Rückstand eine begeisternde Dormagener Aufholjagd, die erst kurz vor Schluss endete. Mit vier Treffern in Folge kam Leipzig doch noch zum deutlichen 35:28-Erfolg, der den Verlauf der Partie nur bedingt ausdrückt.

„Bei uns stimmte in der ersten Halbzeit das Gesamtpaket“, sagte Leipzigs Trainer Christian Prokop nach 21 Treffern aus 30 Angriffen. Da war es vor allem Philipp Weber, der immer wieder mit seinen platzierten und wuchtigen Würfen erfolgreich war. In der Kabine kritisierte der „sehr angefressene“ TSV-Coach Jörg Bohrmann „das ängstliche Abwehrspiel“ seines Teams: „Leipzig hat eine enorme Schussqualität, die dürfen wir nicht aus sechs oder sieben Metern werfen lassen.“ Die Ansage war klar: „Wir können uns doch hier nicht vorführen lassen.“ Das wollten die Gastgeber tatsächlich nicht und gingen mit einer neuen Einstellung auf´s Feld. Auch vom Zehn-Tore-Rückstand kurz nach dem Wiederanpfiff ließen sie sich nicht aus der Ruhe bringen und machten mit einem 7:1-Lauf die Partie wieder spannend.

Angeführt vom glänzend aufgelegten Linkshänder Jo Gerrit Genz, mit einer kämpferisch starken Abwehr und dem immer besser werdenden Torwart Sven Bartmann näherte der TSV sich bis auf drei Tore. „Da kamen wir in die Bredouille, die Angst vor der Blamage war da. Unser Überzahlspiel war viel zu behäbig“, registrierte Christian Prokop insgesamt ein „sehr lehrreiches Spiel“. Wer weiß was passiert wäre, wenn Genz das 29:31 erzielt hätte. „Er hat eine herausragende Partie gezeigt und wer, wenn nicht er, durfte sich den Wurf nehmen“, betonte Bohrmann. Der Ball ging knapp am Kasten vorbei und die Leipziger schafften mit vier schnellen Treffern doch noch einen deutlichen Sieg. Bohrmann: „Das hat mir nicht gefallen. Nach einem solchen Verlauf müssen wir nicht mit sieben Toren verlieren, wenn wir unsere Angriffe am Ende besser ausspielen.“

Am kommenden Samstag reist der TSV nach Aue. „Wir fahren nicht sieben Stunden nach Aue, um dort nichts zu holen“, verspricht Jörg Bohrmann.

TSV Bayer Dormagen – SC DHfK Leipzig 28:35 (13:21)
Dormagen: Bartmann (11 Paraden), Jäger (2 P.); Bettin (5), Genz (9/1), Plaz (1), Simon (1), Rudloff, Doetsch (8/4), Kübler (2), Backes, Strosack, Hüter, Marquardt (2).
Leipzig: Tovas (5 P.), Storbeck (7 P.); Semper (3), Emanuel (2), Streitenberger (1), Krzikalla (7), Pöter (2/1), Oehlrich (1), Greß (3), Boese, Roscheck (3), Weber (11/4), Milosevic (1), Pechstein (1).
Schiedsrichter: Fratczak/Ribeiro.
Zuschauer: 1016.
Zeitstrafen: 10:10 Minuten.
Siebenmeter: 5/6:5/8 (Storbeck hält gegen Doetsch – Bartmann hält gegen Pöter, Weber wirft zweimal an den Pfosten).
Spielfilm: 4:6 (12.), 4:8 (13.), 8:13 (20.), 8:16 (23.), 12:19, 13:21 – 14:24 (35.), 22:25 (47.), 27:30 (55.), 28:35.


Das 3. Wiesel-Magazin ist da. Die Besucher des Spiels gegen Leipzig an diesem Samstag, 4. Oktober, erhalten "Wiesel Inside" im TSV Sportcenter. Zudem liegt das 40 Seiten starke Magazin in vielen Dormagener Geschäften und Unternehmen aus. Es bietet reichlich Lesestoff. So einen Text über die Handball-Familie Karbach und die Brüder Genz, die in absehbarer Zeit gerne zusammen in der 1. Mannschaft des TSV Bayer Dormagen spielen möchten. Das Magazin informiert über die Handballspiele im Oktober und Themen aus der Handball-Basis des Vereins.

Über die Seite Medien kann "Wiesel Inside" auch online gelesen oder heruntergeladen werden.



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