Glück im Unglück hatte Dormagens Zweitliga-Torwart Max Jäger beim Training an diesem Dienstag. Die Verletzung des 25-Jährigen stellte sich heute als Bluterguss hinter der Kniescheibe heraus. Jäger wird etwa zwei Wochen ausfallen. Vorsorglich reagierte der TSV Bayer Dormagen: "Matthias Broy steht der Mannschaft dank des Zweifachspielrechts ab sofort zur Verfügung", erklärt Handball-Geschäftsführer Björn Barthel. "Ich danke besonders Klaus Schuppert von den OSC Löwen Duisburg für die schnelle und reibungslose Unterstützung." Die Spielgenehmigung seitens der Handball-Bundesliga wurde heute Nachmittag erteilt.

Drittligist Duisburg bleibt weiterhin der Erstverein und entscheidet letztlich auch über die Einsätze des bald 23-jährigen Schlussmannes. Matthias Broy wechselte 2013 von Dormagen nach Duisburg.


Das Training lief natürlich auch ohne den Chefcoach weiter: Jörg Bohrmann musste eine Woche lang an einer Trainer-Fortbildung teilnehmen und stieß erst an diesem Montag wieder zur Mannschaft. Die trifft am Mittwoch, 5. November, auf den VfL Bad Schwartau. Das Schiedsrichtergespann Mücke/Titze pfeift die Partie gegen den Tabellensechsten der 2. Handball-Bundesliga um 19.30 Uhr im TSV Sportcenter an. Der Vorverkauf ist noch möglich in der City-Buchhandlung, Kölner Straße 58. Die Abendkassen öffnen um 18 Uhr. Jocky Krapp, Chef der Dormagener Bürgerstiftung und großer Handballfan, wird im Eingangsbereich des Sportcenters an einem Stand den neuen Kalender der Bürgerstiftung vorstellen und verkaufen.

Während Bohrmann unter anderem zusammen mit Dormagens A-Jugend-Trainer Ulli Kriebel beim Lehrgang büffelte, leiteten Walter Haase und Joachim Kurth das Training. "Wir können ja froh sein, dass solch qualifizierte Übungsleiter zur Verfügung stehen", sagt Bohrmann. Die Mannschaft studierte auch ein Video der Gäste. Dabei standen die besten Schützen der Norddeutschen im Mittelpunkt: Die Rückraumwerfer Jan Schult (45 Tore) und Toni Podpolinski (40) sind gemeinsam für ein Drittel der bisherigen 271 Schwartauer Treffer verantwortlich und zählen zu den Top-Shootern der 2. Bundesliga. Ihre Schussqualitäten testeten die Dormagener übrigens auch an anderer Stelle: In einer Paintball-Halle wurden die kleinen Farbkugeln gezielt abgeschossen - mit einem Ergebnis, das nicht zuletzt Routinier Tobias Plaz erfreute: "Alt setzte sich auch dort gegen Jung durch."

Nach dem eher unglücklichen Pokalaus gegen Balingen und der trotz 37 Toren nicht zu vermeidenden Niederlage in Emsdetten will der TSV gegen Bad Schwartau an die gegen Coburg gezeigte Leistung anknüpfen. "Wir werden alles versuchen, um zu punkten", betont Jörg Bohrmann. Ob der angeschlagene Dennis Marquardt dabei helfen kann, wird auch vom Verlauf des Abschlusstrainings am Dienstag abhängen.


Er stand zwar auf dem Spielbericht, doch der Kapitän konnte in Emsdetten aufgrund seiner Handgelenksverletzung nicht spielen. „Dennis Marquardt hat an allen Ecken und Enden gefehlt“, sagte Trainer Jörg Bohrmann nach der Partie mit Torrekord: 80 Treffer wurden in dieser Saison in der 2. Handball-Bundesliga noch nicht registriert. Und 37 Tore hatten die Dormagener auch noch nicht erzielt. Trotz der guten Angriffsleistung reichte es am Samstag Abend in der Emshalle nicht: Der TV Emsdetten gewann 43:37 (24:21) gegen den TSV Bayer Dormagen.

Selbstbewusst begannen die Gäste vor 1800 Zuschauern. Bohrmann brachte Peter Strosack als Ballverteiler, der schon nach 30 Sekunden aus dem Rückraum traf. Max Bettin erhöhte auf 2:0, blieb aber kurz drauf zum ersten Mal liegen: Emsdettens Abwehr ging Dormagens Shooter immer wieder direkt an. "Betti" musste am Fuß, an der Schulter und später am Kopf behandelt werden. Doch er biss auf die Zähne und war mit insgesamt elf Toren - darunter fünf sicher verwandelten Siebenmetern - erneut der erfolgreichste Werfer des Spiels. Der gesamte TSV-Angriff präsentierte sich in den 60 Minuten weitgehend in guter Verfassung, immer wieder auch mit gelungenen Anspielen an den Kreis. Doch die geschwächte Abwehr blieb hinter ihren Möglichkeiten zurück. "Die Deckung hat keinen richtigen Zugriff bekommen und die Lösungen nicht gesucht", stellte der Trainer fest, ohne seine Spieler kritisieren zu wollen: "Emsdetten verfügt nun mal über eine starke Mannschaft, die gegen uns komplett antreten konnte." Da die Torwarte auf beiden Seiten zunächst nicht richtig ins Spiel kamen, waren schon zur Halbzeit (24:21 für Emsdetten) fast so viele Tore gefallen wie im gesamten Sonntagsspiel der beiden nächsten TSV-Gegner Essen und Bad Schwartau (25:25).

Die erstmals in der 8. Minute übernommene Führung gaben die Gastgeber derweil nicht mehr ab. Erstmals in der 36. Minute lag der TVE nach zwei Kontern in Folge technischer Fehler der Dormagener mit sechs Treffern vorne (29:23). Doch von einer Vorentscheidung konnte noch niemand in der Emshalle sprechen, denn der TSV näherte sich wieder bis auf drei Tore und hatte sogar Chancen, es noch spannender zu machen. Die Hoffnung schwand allerdings, als Kreisläufer Andre Kropp in doppelter Unterzahl auf 37:33 (49.) erhöhte. Das muntere Torewerfen ging weiter, die zwei Punkte gab Emsdetten aber nicht mehr aus der Hand.

TV Emsdetten – TSV Bayer Dormagen 43:37 (24:21)
Emsdetten: Nippes, Babin; Terhaer, Lokkebo (6), Krämer, Sluijters (4), Höhn, Rivesjoe, Brevik (10), Adams (6), Kropp (8), Runnarsson, Arnason (9/3), Gretarsson.
Dormagen: Bartmann, Jäger; Bettin (11/5), Genz (3), Plaz (4), Simon (6), Eisenkrätzer (2), Doetsch (2), Kübler (6), Noll, Strosack (2), Hüter (1), Marquardt.

Schiedsrichter: Grobe/Kinzel.
Zeitstrafen: 16:6 Minuten (Rote Karte gegen Arnarson nach dritter Zeitstrafe, 56.)
Siebenmeter:  3/4:5/6 (Bartmann hält gegen Arnarson – Doetsch scheitert an Nippes).
Spielfilm: 4:5 (7.), 10:8 (11.), 17:14 (22.), 23:19, 24:21 – 26:21, 31:25 (37.), 33:30 (41.), 38:33 (50.), 39:36 (54.), 41:37, 43:37.


Sie konnten sich wie die moralischen Sieger fühlen: Der TSV Bayer Dormagen setzte dem Favoriten HBW Balingen-Weilstetten im Pokalspiel der 2. Runde enorm zu und hielt die Partie bis kurz vor Schluss offen. Letztlich gewann der Erstligist 28:25 (12:14) - das auf der Anzeigetafel stehende 29:25 wurde später von den Schiedsrichtern korrigiert. "Das war ein glückliches Ende für uns", sagte selbst Gäste-Trainer Markus Gaugisch. Er hatte den TSV beim Meisterschaftsspiel in Neuhausen beobachtet und kam zu dem Fazit: "Dormagen hat inzwischen eine absolut positive Entwicklung genommen. Die Jungens spielen einen klasse Handball."

Dormagens Coach Jörg Bohrmann hatte sich kurzfristig für eine Überraschungsdefensive mit doppelter Manndeckung entschieden: "Ich dachte, nach der langen Reise sind die verspätet eingetroffenen Balinger noch müde." So kümmerte sich Pascal Noll um den zuletzt herausragenden Franzosen Olivier Nyokas, Peter Strosack um Nationalspieler Martin Strobel. Die doppelte Manndeckung hatte Erfolg, auch weil nach Balinger Fehlern der Dormagener Angriff verblüffend frei zu Torerfolgen kam. Dabei zeichneten sich vor allem Shooter Max Bettin und Alexander Kübler am Kreis aus. Und weil Max Jäger im TSV-Tor mit mehreren Glanztaten aufwartete, führten die Gastgeber nach ihrem 7:0-Lauf bis zur 16. Minute sogar mit fünf Treffern (9:4). Zur Pause stand es 14:12 für Dormagen vor 447 Zuschauern.

Auch nach dem Wechsel ein ähnlicher Verlauf: Der Zweitligist baute die Führung wieder bis auf 18:14 in der 35. Minute aus. Damit wollte sich vor allem Christoph Theuerkauf nicht zufrieden geben, der die Wende mit mehreren Einzelaktionen herbeiführte. Erstmals nach der Pause ging Balingen in der 42. Minute mit 20:19 in Führung. Wer jetzt aber dachte, die Partie würde völlig kippen, der hatte nicht mit dem leidenschaftlichen Kampf der Rheinländer gerechnet. Der TSV blieb dran auch dank der Paraden von Sven Bartmann und machte die Begegnung weiter spannend - selbst in doppelter Unterzahl traf Rechtsaußen Peter Strosack per Kempa-Trick. Die Spannung hielt bis in die Schlussphase an. Die Vorentscheidung dann in der 58. Minute: Radivoje Ristanovic lenkte den Strafwurf von Robin Doetsch an den Pfosten, auf der anderen Seite war Bartmann zwar am von Theuerkauf geworfenen Siebenmeter dran, doch der Ball rutschte über die Torlinie zum 28:25 für die glücklichen Balinger.

"Ich bin sehr zufrieden mit dem Spiel meiner Mannschaft", erklärte Jörg Bohrmann. Sorgenfalten bereitet ihm allerdings mit Blick auf das Spiel am Samstag in Emsdetten die Handgelenksverletzung von Dennis Marquardt. Ob der Kapitän beim punktgleichen Rivalen ab 19 Uhr in der Emshalle Emsdetten, Friederichstraße, spielen kann, ist fraglich. Tickets für das Auswärtsspiel gibt es auch in der City-Buchhandlung Dormagen, Kölner Straße 58.

TSV Bayer Dormagen - HBW Balingen-Weilstetten 25:28 (14:12)
Dormagen: Bartmann, Jäger; Bettin (6), Feindt, Genz (2), Plaz (1), Simon (3), Eisenkrätzer, Doetsch (1/1), Kübler (5), Noll, Strosack (6), Hüter (1), Marquardt.
Balingen: Ristanovic, Ketelaer; König (4), Foth, Nyokas (3), Wilke (2/2), Hausmann (3), Vasilakis, W. Strobel (1), Theuerkauf (7/3), M. Strobel (4), Djozic, Ilitsch (1), Ruß (3). Schiedsrichter: Hörath/Hofmann (Zirndorf/Münchberg)
Zuschauer: 447
Zeitstrafen: 8:6 Minuten
Siebenmeter: 3/1:7/5
Spielfilm: 2:4 (7.), 9:4 (16.), 12:8 (23.), 12:11, 14:12 - 18:14 (35.), 19:20 (42.), 23:23 (50.), 25:26 (55.), 25:28.


"Wir freuen uns auf den Erstligisten und wollen das Spiel genießen", sagt TSV-Trainer Jörg Bohrmann. Dass die Gäste aus Balingen-Weilstetten in der 2. Runde des DHB-Pokals favorisiert sind, ist kein Geheimnis. "Es wäre natürlich eine Sensation, wenn wir am Mittwoch gewinnen", sagt Kreisläufer Alexander Kübler im aktuellen Tribünentalk. Aber der Pokal lebt ja nun mal auch von Überraschungen. Das Gespann Thomas Hörath und Timo Hofmann pfeift die Begegnung am 22. Oktober um 19.30 Uhr im TSV Sportcenter an. Die Abendkassen öffnen um 18 Uhr.

Nach der ersten Heimniederlage in der laufenden Saison gegen Bundesliga-Tabellenführer Rhein-Neckar-Löwen (27:32) haben die "Gallier von der Alb" in der Meisterschaftsrunde eine fast vierwöchige Pause vor sich. Noch aber wartet die Pokalhürde Dormagen auf den alten Bekannten aus Balingen. Die Duelle zwischen beiden Klubs waren in der Vergangenheit zumeist eng. In den bisherigen acht Pflichtspielen gewannen Dormagen und Balingen jeweils vier Mal. Doch derzeit stehen sich die Mannschaften nicht gerade auf Augenhöhe gegenüber. Immerhin sorgte Balingen mit Siegen gegen Kiel und Hamburg für Furore. Mit jetzt 11:11-Punkten steht HBW auf dem sechsten Tabellenplatz.

Für die Dormagener ist klar: "Wir haben gegen Balingen nichts zu verlieren", betont Kapitän Dennis Marquardt. HBW-Trainer Markus Gaugisch weiß denn auch, dass "wir Dormagen nicht unterschätzen dürfen." Auch wenn die Gäste verletzungsbedingt nicht ihren kompletten Kader zur Verfügung haben, so verfügen sie doch über namhafte Spieler wie Kreisläufer Christoph Theuerkauf oder den soeben von Bundestrainer Dagur Sigurdsson für die EM-Qualifikationsspiele gegen Finnland und Österreich nominierten Rückraumspieler Martin Strobel. Als Goalgetter präsentierte sich letzten Mittwoch der Franzose Olivier Nyokas, der gegen die Rhein-Neckar Löwen trotz Manndeckung mit elf Treffern glänzte. Eventuell kommt Fabian Böhm wieder zum Einsatz. Der vor drei Jahren für Dormagen spielende Rückraumlinke hatte sich Ende September einen Fingerbruch zugezogen und musste deshalb zuletzt pausieren.


Begeisterung im Sportcenter: Der TSV Bayer Dormagen gewann am Samstag Abend mit 33:29 (17:15) gegen Mitaufsteiger HSC 2000 Coburg nach einer vor allem in der ersten Halbzeit überragenden Leistung. Erfolgreichster Werfer war Max Bettin in seinem bisher besten Spiel für den TSV: Beide Coburger Torhüter waren chancenlos gegen die variablen und platzierten Würfe des 20-Jährigen, der sich 12 Mal in die Torschützenliste eintrug. Bezeichnend, dass Bettin den ersten und den letzten Dormagener Treffer erzielte. Einmal mehr überzeugte Sven Bartmann im Tor der Gastgeber, die vor allem aus dem Rückraum und vom Kreis gefährlich waren. In Folge des dritten Saisonsieges verließ der TSV einen Abstiegsrang.

Coburgs 3:1-Führung hielt nicht lange - nach elf Minuten lag der TSV erstmals mit zwei Toren vorne, nach 18 Minuten mit drei. Doch der HSC blieb dank Matthias Gerlich und Florian Billek im Spiel und schaffte vier Minuten vor Ende der ersten Hälfte den 13:13-Ausgleich. Weil Tobias Plaz direkt nach seiner Einwechslung vor Elan sprühte und zweimal vor dem Pausenpfiff traf gingen die Dormagener mit dem 17:15-Vorsprung in die Kabine. Das hervorragende Handballspiel zeichnete sich auch in der Folgezeit durch sehenswerte Spielzüge und die Dramatik aus, die der TSV mit drei Toren in Unterzahl bereicherte. Obwohl sich die Fehlerzahl bei den Gästen erhöhte blieb der zuvor erst einmal auswärts geschlagene HSC 2000 dran. Ein Knackpunkt in der 47. Minute: Robin Doetsch bleibt der Ball beim Ausführen des Strafwurfs quasi kleben und Krechel hat keine Mühe, den Ball zu fangen. Im Gegenzug wirft Gerlich an den Pfosten, kurz drauf trifft Jo Gerrit Genz per Siebenmeter zum 25:23. Bartmann hält anschließend den dritten Strafwurf, auf den sofort ein weiterer folgt. Billeks Verwandlung sollte aber der letzte Anschlusstreffer sein. Danach erhöhten Patrick Hüter, Genz und Dennis Marquardt auf das weitgehend beruhigende 28:24 in der 53. Minute.

Coburgs Trainer Jan Gorr gratulierte zum verdienten Erfolg und machte deutlich, dass seine Mannschaft mitunter überbewertet werde: "Wir müssen erst noch reinkommen in die 2. Liga." Sein Dormagener Kollege Jörg Bohrmann war glücklich: "Wir hatten uns vorgenommen, besser für die Halben zu spielen. Und das ist gelungen. Durch die verpassten Chancen von der rechten Außenseite haben wir uns Mitte der zweiten Hälfte das Leben selber schwer gemacht. Das Spiel hätten wir zu dem Zeitpunkt besser beherrschen müssen."

In der kommenden Woche stehen zwei Spiele auf dem Programm: Gegner in der 2. Pokalrunde am Mittwoch, 22. Oktober, ab 19.30 Uhr im TSV Sportcenter ist HBW Balingen-Weilstetten. "Auch diese Begegnung trägt zur Weiterentwicklung der Mannschaft bei", sagt Bohrmann. "Wir wollen das Spiel gegen den Erstligisten genießen." Am Samstag, 25. Oktober, reisen die Dormagener zum TV Emsdetten, der wie der TSV 6:12-Punkte aufweist.  

TSV Bayer Dormagen - HSC 2000 Coburg 33:29 (17:15)
Dormagen: Bartmann (10 Paraden), Jäger; Bettin (12), Genz (5/1), Plaz (3), Simon (2), Eisenkrätzer, Rudloff, Doetsch (2/1), Kübler (3), Noll, Strosack, Hüter (2), Marquardt (4).
Coburg: Krechel (11 Paraden), Martinsen (1 P.); Göhl (2), Andersson, Kelm (3), Gerlich (8/2), Kirchner, Vitek (4), Riha, Coßbau (2), Billek (10/1), Riehn, Seitle.
Schiedsrichter: Hurst/Krag.
Zuschauer: 1072.
Zeitstrafen: 8:4 Minuten.
Siebenmeter: 3/2:7/3 (Doetsch scheitert an Krechel - Bartmann hält gegen Göhl, Andersson und Gerlich, Göhl wirft an die Latte).
Spielfilm: 1:3 (5.), 6:4 (11.), 10:7 (18.), 10:9, 13:13 (26.), 17:15 - 19:19 (38.), 22:22 (44.), 25:24 (49.), 28:24 (51.), 30:28 (56.), 33:29.


Mit einer fulminanten Aufholjagd machte der TSV Bayer Dormagen zuletzt dem ungeschlagenen Tabellenführer der 2. Handball-Liga das Siegen im TSV Sportcenter schwer. Gegen den HSC 2000 Coburg soll es am Samstag, 18. Oktober, ab 19 Uhr gar nicht erst zu einem deutlichen Rückstand wie gegen Leipzig kommen. "Wir werden alles versuchen, um es Coburg so schwer wie möglich zu machen", kündigt Kapitän Dennis Marquardt im aktuellen Tribünentalk an. Der Vorverkauf ist noch bis Samstag Nachmittag in der City-Buchhandlung möglich. Die Abendkassen im Sportcenter öffnen um 17.30 Uhr.

"Coburg ist kein klassischer Aufsteiger", sagen Marquardt und Jörg Bohrmann. Der Trainer zählt die Gäste nach wie vor zu den stärksten Mannschaften der 2. Bundesliga: "Coburg hat das Potenzial, um am Ende mit vorne zu stehen." Interessanterweise spielt die Mannschaft von Jan Gorr bislang auswärts erfolgreicher: Drei Erfolgen in Hüttenberg, Essen und Emsdetten steht lediglich die knappe 30:33-Niederlage in Leipzig gegenüber. Nach der 24:25-Heimniederlage gegen Bad Schwartau am letzten Wochenende rangiert Coburg auf dem achten Tabellenplatz. "Die Mannschaft ist auf allen Positionen doppelt stark besetzt", betont Bohrmann.

Nach der unnötigen Niederlage in Aue rutschte der TSV auf den 18. Rang und damit einen Abstiegsplatz. "Wir arbeiten unermüdlich und werden auch wieder Erfolge haben", sagt der Trainer, der auf eine gute Trainingswoche zurückblickt. Bis auf den erst wieder im November einsatzfähigen Sebastian Damm sind am Samstag alle Spieler dabei.


Bis zur Pause hatte der TSV Bayer Dormagen das Spiel beim EHV Aue vor 1150 Zuschauern gut im Griff und führte mit 10:7. Doch die Gastgeber drehten die Begegnung direkt nach dem Seitenwechsel innerhalb von vier Minuten und feierten letztlich mit 24:20 den vierten Saisonsieg. Enttäuscht stiegen die Dormagener nach der Rückfahrt aus dem Erzgebirge in der Nacht um 3.30 Uhr aus dem Bus - auch weil sie ihrem heute 46 Jahre alt werdenden Trainer Jörg Bohrmann kein Geburtstagsgeschenk machen konnten.

Bohrmann: "Wir haben bis zur Pause gut gespielt, vor allem die Abwehr war sehr stark." Lediglich sieben Gegentreffer ließ Torwart Sven Bartmann in den ersten 30 Minuten zu und wurde für diese Leistung später zusammen mit Aues Bjarki Mar Gunnarsson als Spieler der Partie ausgezeichnet. Verdient war die Drei-Tore-Führung nach 30 Minuten allemal. Doch obwohl Bohrmann in der Kabine intensiv vor Leichtsinn warnte, machte seine Auswahl "genau die Fehler die nicht passieren dürfen." In der zweiten Hälfte waren gerade mal drei Minuten und 41 Sekunden gespielt, da hatten die zu Gegenstößen eingeladenen Auer fünf Treffer erzielt und lagen 12:10 vorne. Die Gäste kämpften sich zwar wieder bis zum 13:13 und durch den dritten verwandelten Strafwurf von Robin Doetsch bis auf 15:14 in der 43. Minute heran, doch dann setzte sich Aue vorentscheidend bis auf 19:14 in der 51. Minute ab. Eine Viertelstunde lang konnte der TSV überhaupt nicht aus dem Feld treffen. Vor dem Spiel hatte Aue kurzfristig auf Verletztenprobleme reagiert und mit Hördur Sigthorsson einen weiteren Isländer und neuen Abwehrspieler bis Saisonende verpflichtet.

"Schon wieder ein Spiel, das wir wegschenken. Aue war nicht schlecht, aber ohne die zehn Minuten Blackout wäre sicher mehr für uns drin gewesen", zog Jörg Bohrmann ein eher ernüchterndes Fazit. In den letzten sechseinhalb Minuten musste der TSV auf Dennis Marquardt verzichten, der nach seiner dritten Zeitstrafe die Rote Karte sah. Über die Berechtigung aller drei Zeitstrafen konnte man indes geteilter Ansicht sein.

Nächster Gegner ist am kommenden Samstag, 18. Oktober, 19 Uhr, der HSC 2000 Coburg. Der Mitaufsteiger liegt nach der 24:25-Heimniederlage gegen Bad Schwartau auf dem 8. Tabellenplatz. 

EHV Aue - TSV Bayer Dormagen 24:20 (7:10)
Aue: Musil, Petursson; Meinhardt (3/1), Schäfer (2), Roch (3), Sommer (7/2), A. Sigtryggsson (2), Faith (3), Mazur (3), Paraschiv, Keller, Gunnarsson, Runarsson (1), Sigthorsson.
Dormagen: Bartmann, Jäger; Simon (4), Plaz, Marquardt, Eisenkrätzer, Doetsch (3/3), Kübler (1), Strosack (3), Rudloff, Hüter, Noll (1), Genz (6), Bettin (2).
Schiedsrichter: Dedens/Geckert.
Zuschauer: 1150.
Zeitstrafen: 10:12 Minuten.
Siebenmeter: 3/5:3/3 (Bartmann hält zweimal gegen Meinhardt).
Spielfilm: 3:2 (7.), 3:5 (12.), 4:7 (22.), 6:7, 7:10 - 12:10 (34.), 12:12, 15:14 (43.), 19:14 (51.), 19:16 (52.), 24:20.



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