Nach dem fünften Auswärtssieg am Freitag in Rostock wollte der TSV Bayer Dormagen auch den fünften Heimerfolg feiern. Doch im Nachholspiel gegen den TV Großwallstadt lief die Mannschaft von Matthias Flohr ihren eigenen Ansprüchen hinterher und verlor mit 30:33 (14:16). „Wir hatten Redebedarf in der Kabine. Die Enttäuschung ist riesig“, stellte Flohr später fest. „Wir werden jetzt maximal regenerieren und versuchen, den Kopf frei zu kriegen.“ Am Samstag geht es bereits weiter mit dem Spiel beim Dessau-Roßlauer HV.

Vielleicht spielte auch mal wieder der Stau eine Rolle: Die Gäste kamen auf der A3 nicht so voran, wie sie sich das vorgestellt hatten. Doch auf dem Spielfeld war den Spielern von der Verspätung nichts anzumerken. „Das geht meistens in die ein oder andere Richtung. Entweder kommt man gut in die Partie oder verpasst den Anfang“, betonte TVG-Geschäftsführer Michael Spatz und erntete Zustimmung bei Matti Flohr. Diesmal waren die Mainfranken von Beginn an präsent und führten in der 13. Minute erstmals mit drei Treffern (7:4).

Der TSV hielt dagegen, glich erst zum 10:10 und dann zum 12:12 aus. Doch auch nach dem 18:18 in der 35. Minute nahmen die Wiesel nicht den Schwung mit, um die Partie zu drehen. Großwallstadt kam immer wieder zu relativ einfachen Toren - vor allem durch Frieder Bandlow, den die Dormagener Deckung nicht in den Griff bekam. „Der TVG hat hervorragende Einzelspieler, die heute gezeigt haben, wie gut sie mit dem Kreis kooperieren können und wie stark sie im 1:1 sind“, lobte Flohr. Gleichzeitig vermisste er bei seinem Team die Leidenschaft und die Emotionen: „Aufgrund der personellen Situation konnten wir zuletzt nur in Kleingruppen trainieren. Da passen viele Abläufe nicht, doch die Abstimmungsprobleme kann man durch Engagement ausmerzen, das gehört einfach zum Handball dazu.“

Michael Spatz und sein Coach Slava Lochmann waren indes zufrieden mit der Aggressivität ihrer Abwehr und der starken Leistung von Torwart Petros Boukovinas. „Aber jeder hat seinen Beitrag zum Sieg beigesteuert.“ Beim TSV stimmten über weite Strecken die Leistungen der Schlussmänner: Martin Juzbasic verhinderte einen höheren Rückstand zur Pause, Christian Simonsen wehrte unter anderem einen Strafwurf ab. Beide Außen Joshua Reuland und Jan Reimer überzeugten mit jeweils sieben Treffern.

TSV Bayer Dormagen – TV Großwallstadt 30:33 (14:16)
Dormagen:
Juzbasic (8 Paraden), Simonsen (41.-55., 4 Paraden); Boehnert (n.e.), Reuland (7/3), Meuser (3), Senden (3), M. Schmidt (n.e.), Zurga (n.e.), Rehfus (2), I. Hüter (1), Reimer (7/1), Grgic (n.e.), P. Hüter (1), Sterba (3), J. Schmidt, Steinhaus (3).
Großwallstadt: Boukovinas, Pysarevskyi (n.e.), Ohm (n.e.); Klenk (1), Babarskas, Eisenträger (2/1), Bandlow (13/4), Schauer, Strakeljahn (2), Redkyn (2), Wullenweber (1), Corak (3), Stark (1), Munzinger (1), Kammlodt (7), Schalles.
Schiedsrichter: Heine / Standke.
Zuschauer: 801.
Zeitstrafen: 4:12 Minuten.
Siebenmeter: 4/5:5/6 (Reuland scheitert an Boukovinas – Simonsen hält gegen Reuland).
Spielfilm: 3:2, 3:5, 4:7 (13.), 7:10 (17.), 10:10 (19.), 12:12, 12:15, 14:16 – 18:18 (35.), 18:22 (39.), 20:22, 20:25 (43.), 24:29, 26:29, 28:32 (57.), 30:33.


Vier Tage nach dem wichtigen Auswärtssieg in Rostock findet das noch ausstehende Hinrundenspiel zwischen dem TSV Bayer Dormagen und dem TV Großwallstadt statt. Die Partie sollte ursprünglich Anfang Dezember ausgetragen werden. Doch aufgrund der vielen erkrankten Dormagener Spieler musste sie im Benehmen mit dem TV Großwallstadt und der Liga verlegt werden. Nun also empfängt der TSV den Altmeister am Dienstag, 7. Februar, um 19.30 Uhr im TSV Bayer Sportcenter. Das Spiel des offiziell 14. Spieltages leiten die Schiedsrichter Steven Heine und Sascha Standke (Wendeburg / Ronnenberg). Zum Ticket Online-Shop

Stark verändert ging der TV Großwallstadt in die neue Saison. Fünf Abgängen stehen acht Neuzugänge gegenüber – plus einem international erfolgreichen Handballer als Coach und damit Nachfolger von Maik Handschke, der nach der „Rettung“ des Altmeisters zurück nach Luxemburg ging: Igor Vori hätte die Mannschaft gecoacht, wenn das Spiel wie geplant im Dezember stattgefunden hätte. Doch Anfang des Jahres kam alles anders: Der TV Großwallstadt gab die Freistellung von Trainer Igor Vori bekannt. Der 42-jährige Kroate war auf den Verein zugekommen und bat aus privaten Gründen um seine sofortige Entbindung von seinem Amt. Die TVG-Geschäftsführung entsprach dieser Bitte.

Nachfolger ist Vyacheslav (Slava) Lochmann (46). Der gebürtige Ukrainer spielte von 2004 bis 2007 im linken Rückraum für den TVG. Lochmann, der im März 2022 mit seiner Familie aus der Ukraine in seine „2. Heimat“ Großwallstadt flüchtete, hat am Untermain wieder Fuß in der Handballwelt gefasst. Seit Oktober 2022 fungiert er als Jugendkoordinator der TVG Junioren Akademie und Trainer der A-Jugendmannschaft des Vereins. Zudem ist er aktuell Chefcoach der ukrainischen Handball-Nationalteams, das während des Krieges Spiele in Deutschland austrägt.

Zwei Shooter verließen den Verein: Der Grieche Savvas Savvas wechselte ebenso in die Bundesliga zum ASV Hamm-Westfalen wie Tom Jansen zum VfL Gummersbach. Dafür kam mit Adrian Kammlodt aus Aue und Finn Wullenweber aus Hamburg namhafter Ersatz: Beide Halblinken zählen aktuell zu den erfolgreichsten Werfern ihres neuen Klubs. Großwallstadt holte 8:2-Punkte aus den ersten fünf Saisonspielen und siegte dabei überraschend auch in Nordhorn und gegen Lübbecke. Doch die Erfolgsserie hielt nicht an: Mit 17:19-Zählern stehen die Gäste nach 18 Spielen auf Tabellenrang 14 und damit zwei Plätze hinter dem TSV. beide Mannschaften haben ein nahezu identisches Torverhältnis. Im ersten Pflichtspiel des Jahres verlor Lochmann mit seiner Auswahl bei Schlusslicht Würzburg mit .27:32.

„Ja, wir haben diese Partie in unsere Analyse einfließen lassen“, sagt Matthias Flohr. „Aber wir wissen auch, dass dieses Spiel kein Maßstab ist. Großwallstadt wird in Dormagen versuchen, etwas gutzumachen“, erwartet der Dormagener Trainer am Dienstag eine andere Mannschaft. „Wir sind vorbereitet und wollen sie gar nicht erst ins Spiel kommen lassen.“ Dabei ist allen klar, dass ein Nachlassen wie in der zweiten Hälfte in Rostock nicht sein darf: „Wenn der Spielfluss micht mehr aufrechterhalten wird und die Abwehr sich nicht mehr ausreichend bewegt, dann wird das in der 2. Liga knallhart bestraft.“ Trotz der Schienbeinverletzung ist Sören Steinhaus spielfähig, aber eine Schonung ist ratsam, zumal am Samstag das nächste Spiel in Dessau ansteht. Die Youngster Jan Schmidt und Florian Boehnert stehen wieder im Aufgebot.


Der TSV Bayer Dormagen gewann am Freitagabend das letzte Hinrunden-Auswärtsspiel der 2. Handball-Bundesliga nach einer hochspannenden Schlussphase mit 24:22 (15:9) beim HC Empor Rostock. Erfolgreichster Werfer der Partie war Lucas Rehfus mit sieben Treffern. Heute hat die Mannschaft frei, am Sonntag startet die kurze Vorbereitung auf die Nachholpartie gegen den TV Großwallstadt, die am Dienstag, 7. Februar, um 19.30 Uhr im TSV Bayer Sportcenter ausgetragen wird. Zum Online-Ticketshop

In der StadtHalle Rostock hatten die Dormagener Anwurf, doch der erste Angriff führte nicht zum Erfolg: Die Aktion von dem zeitweise wieder im rechten Rückraum agierenden Jakub Sterba wurde von den Schiedsrichtern als Stürmerfoul gewertet. Im Gegenzug erzielte Philipp Asmussen das 1:0 für die Hansestädter. Diese Führung sollte allerdings die einzige für Rostock in den 60 Minuten bleiben. Die TSV-Defensive präsentierte sich vor allem in der ersten Hälfte in starker Verfassung und ließ bis zum Pausenpfiff lediglich neun HCE-Tore zu. Da lag die Mannschaft von Matthias Flohr mit 15:9 vorne, auch dank der Rückraumtreffer von Lucas Rehfus und Sören Steinhaus. Mehrfach ließen die Beiden sich Zeit bis zum letztmöglichen Wurf nach dem angezeigten Zeitspiel und setzten den Ball unhaltbar für die Rostocker Schlussmänner in die Maschen. Zwischen der 12. und 24. Minute profitierte der TSV aber auch von der Fehlerfülle der Gastgeber, die in dieser Phase kaum zu einem Wurf auf das von Christian Simonsen gehütete Tor kamen. Erfreulich: An alter Wirkungsstätte feierte der Ex-Rostocker Andre Meuser sein Comeback und traf zum 15:9.

Der deutliche Vorsprung stimmte zuversichtlich, doch der Tabellenvorletzte hatte sich noch nicht aufgegeben. Die Rostocker Abwehr harmonierte nun besser mit Torwart Robert Wetzel, der Angriff nutzte seine Chancen konsequenter. Das galt indes nicht für die Dormagener Offensive, deren Fehlerquote in der zweiten Spielhälfte erheblich anstieg. So schmolz die Führung zusammen, bereits in der 43. Minute war Empor bis auf einen Treffer herangekommen (15:16). Doch weil der zur Pause eingewechselte Martin Juzbasic mit herausragenden Paraden aufwartete, konnten die Wiesel die erste Aufholjagd abwehren. Sören Steinhaus, Jan Reimer im gelungenen Zusammenspiel mit Jakub Sterba und Ian Hüter sorgten für die erneut deutliche 19:15-Führung in der 48. Minute.

Die zwei Punkte waren aber immer noch nicht eingetütet, zumal Patrick Hüter nach seiner Roten Karte in der 55. Minute der Defensive nicht mehr helfen konnte. Mit einem Doppelschlag ließ Rechtsaußen Janos Steidtmann Hoffnung bei den Rostocker Zuschauern aufkommen, in der 57. Minute hieß es 21:21. Wer freilich fast immer führt, der hat den Sieg auch verdient. Cool erzielte Reimer das 22:21, anschließend fuhr Juzbasic sein rechtes Bein blitzschnell aus und lenkte den Ball um den Pfosten. Ian Hüter, schon häufiger der Mann für das entscheidende Tor, traf 30 Sekunden vor Schluss zum 23.21. Rostock reagierte mit der letzten Auszeit, nach der Marc Pechstein den späten Anschlusstreffer markierte. Der TSV behielt gegen die offensive Deckung die Nerven, der Ball kam zum freistehenden Jan-Christian Schmidt, der den Endstand herstellte.

Der TSV feierte natürlich den fünften Auswärtssieg. Matti Flohr sortierte den Erfolg aber richtig ein: „Wir haben uns das Leben selber schwergemacht. Die zwei Punkte nehmen wir gerne mit, wissen aber, dass wir uns schon am Dienstag gegen Großwallstadt im Angriff steigern müssen.“ Der Kräfteverschleiß war auch der Taktik geschuldet, das Spiel gegen die ansonsten kompakte Abwehr mit viel Tempo zu beginnen. Flohr: „Wir sind oft beim 1:1 nicht in die Tiefe gegangen, haben uns zu oft festgerannt.“ Ein Sonderlob richtete der Coach an Lucas Rehfus. Und die Youngster Jan Schmidt und Florian Boehnert bedankten sich mit guten Leistungen für die längeren Spielanteile. „Jetzt müssen wir die Wunden lecken, mehrere Spieler sind angeschlagen“, hofft Flohr, dass alle am Dienstag einsatzfähig sind. Besonders hat es Sören Steinhaus erwischt: Nach seiner Handverletzung klagt der Rückraumspieler nun auch über Beschwerden am Schienbein.

HC Empor Rostock - TSV Bayer Dormagen 22:24 (9:15)
Rostock: Wetzel (7 Paraden), L. Mehler; Wilhelm (2), Sveinsson (1), Steidtmann (7/4), Ottsen (2), D. Mehler, Völzke (1), Witte (1), Asmussen (2), Jesper Schmidt (1), Schütze, Pechstein (5), Lößner, Schnurpe, E. Reimer.
Dormagen: Simonsen (3 Paraden), Juzbasic (ab 31., 8 P.); Boehnert, Reuland (3/2), Meuser (1), Senden, Max Schmidt, Zurga, Rehfus (7), I. Hüter (2), Reimer (3), P. Hüter (2), Sterba (1), Jan-Christian Schmidt (1), Steinhaus (4).
Schiedsrichter: Hillebrand / Umbescheidt.
Zuschauer: 1500.
Zeitstrafen: 6:10 Minuten.
Siebenmeter: 4/4:2/2.
Spielfilm: 1:0, 2:4 (6.), 3:6 (10.), 6:7 (12.), 6:12 (24.), 9:15 - 11:16 (38.), 15:16 (43.), 15:19 (48.), 19:20 (52.), 19:21, 21:21 (57.), 21:23 (60.), 22:24.


Das erste Spiel der Rückrunde hat der TSV Bayer Dormagen schon bestritten, doch die Partie gegen HC Motor Zaporozhye war vorgezogen vom 21. Spieltag der 2. Handball-Bundesliga. Die Hinrunde ist noch nicht abgeschlossen. Die Mannschaft von Matthias Flohr befindet sich aktuell auf der Busfahrt zum Hotelaufenthalt in Schwerin, um morgen in der StadtHalle Rostock das letzte Auswärtssspiel beim HC Empor auszutragen. Am Freitag, 3. Februar, erfolgt der Anpfiff der Schiedsrichter Christopher Hillebrand und Stefan Umbescheidt (Bönen / Bergkamen) um 19 Uhr. Anschließend steht immer noch ein Spiel der Hinrunde an - die Anfang Dezember kurzfristig verlegte Begegnung mit dem TV Großwallstadt. Sie findet statt am Dienstag, 7. Februar, ab 19.30 Uhr im TSV Bayer Sportcenter. Zum Ticket-Online-Shop

Der Handball-Traditionsverein verhinderte nach dem Wiederaufstieg in der letzten Saison den Abstieg mit Rang 15. In dieser Spielzeit ist der Klassenerhalt erneut das große Ziel. Mit bislang erst drei Siegen ist der Befreuungsschlag allerdings mit bislang acht Pluspunkten trotz Trainerwechsel noch nicht gelungen. Das Team rangiert auf dem vorletzten Tabellenplatz vor den Wölfen Würzburg. Im Oktober trennte sich der HC Empor von Chefcoach Till Wiechers nach sechs Niederlagen in sieben Saisonspielen, um mit der Freistellung einen Impuls zu setzen. Die Betreuung des Teams übernahm übergangsweise Jugendkoordinator Tristan Staat, der eine A-Lizenz besitzt. Der 32-Jährige wird unterstützt von Co-Trainer Florian Zemlin (32). Im November lief es durchaus ordentlich mit Siegen gegen Bietigheim (33:29) und Großwallstadt (29:24). Doch im Dezember blieb es bei zwei Remis in Konstanz und am 2. Weihnachtstag gegen Lübeck-Schwartau. Die Lübecker waren auch jüngster Testpartner am 28. Januar: Das Spiel endete wiederum mit einem Unentschieden (29:29).

Die US-Nationalspieler Ian und Patrick Hüter wurden gegen Motor Zaporozhye nach der gerade erst erfolgten WM-Rückkehr von Matthias Flohr geschont. In Rostock gehören die Beiden aber wieder zum Kader. Damit geht der TSV mit zwei Brüderpaaren in die Partie. Denn auch die A-Jugendlichen Jan-Christian und Max Schmidt sind wieder mit dabei, ebenso wie Youngster Florian Boehnert. Die Zahl der Verletzten und Erkrankten hat sich inzwischen verringert. Auch Sören Steinhaus konnte die Reise nach Rostock antreten, seine Handverletzung lässt wohl den Einsatz zu. Passen musste allerdings Mislav Grgic, der noch kein grünes Licht vom Arzt erhalten hat. „Zwei Punkte in Rostock können wir gut gebrauchen“, sagt Flohr. „Wir werden alles versuchen, um sie mit nach Hause zu bringen.“


Der HC Motor Zaporozhye erzielte wie im Hinspiel 28 Tore – die zum Auftakt der Rückrunde im vorgezogenen Spiel der 2. Handball-Bundesliga zum Sieg und zur Revanche für die 28:33-Niederlage im August reichten. Während die Gäste inzwischen in der Liga angekommen sind und zuletzt auch mit einem Sieg in Coburg aufwarteten, stand Matthias Flohr vor erheblichen personellen Problemen und musste erneut experimentieren. Das tat er am Samstagabend mit einem teilweise kompletten Einsatz der A-Jugend (bis auf die Torhüter). „Die Jungs haben das gegen eine Mannschaft mit internationalem Niveau richtig klasse gemacht“, lobte der TSV-Trainer die Leistung der Youngster, die sich kurz zuvor noch in der Meisterrunde der Jugendbundesliga mit 37:30 gegen den HC Erlangen durchgesetzt hatten. Für die Youngster gab es dank ihres couragierten Einsatzes immer wieder Szenenapplaus.

Die meisten der im alten Jahr verletzten Dormagener Spieler waren noch nicht spielfähig. Hinzu kamen weitere Ausfälle: Kreisläufer Aron Seesing hat sich im Test gegen Nordhorn einen Daumen gebrochen, Alex Senden klagte über muskuläre Probleme. Leichte Blessuren brachten Ian und Patrick Hüter von ihrem WM-Einsatz für die USA in Schweden mit nach Hause und sollten geschont werden.

Während die TSV-Abwehr ihre Aufgaben ordentlich erfüllte, blieb die Offensive hinter ihren Möglichkeiten zurück. Das deutete sich schon zu Beginn an: Der erste Dormagener Torjubel erfolgte erst in der 8. Minute nach dem gelungenen Abschluss von Lucas Rehfus. Bis dahin war schon einiges passiert: Die Auswahl aus der Ukraine hatte bereits zweimal getroffen und einen Spieler eingebüßt - Dmytro Horiha traf Jakub Sterba unglücklich am Kopf und sah dafür in der 6. Minute die Rote Karte. Der Ausfall schmerzte, aber das breit aufgestellte Motor-Team konnte ihn verkraften. Vor allem aufgrund der überragenden Leistung von Ihor Turchenko, der die Fäden zog und dank seiner zehn Tore nun auch die Führung der Torschützenliste der 2. Bundesliga übernommen hat.

Die Gäste lagen ständig vorne und bauten ihren Vorsprung nach dem Seitenwechsel weiter aus. Nach 45 Minuten führten sie mit 23:13 erstmals zweistellig. Gegen eine solch hohe Niederlage stemmten sich die Wiesel aber in der Schlussphase energisch. Sie ließen in den letzten acht Minuten nur noch einen Treffer der Gäste zu und konnten so den Misserfolg in Grenzen halten. Da die Punkte aber vor dem letzten Spieltag aus der Tabelle herausgerechnet werden, demonstrierten beide Mannschaften nach dem Schlusspfiff den freundschaftlichen Charakter der Begegnung, indem sie sich zu einem gemeinsamen Foto zusammenstellten.

Weil der TSV mithilfe der Bürgerstiftung und der Stadtverwaltung in Dormagen lebende Flüchtlinge aus der Ukraine zum Spiel eingeladen hatte, erlebte der HC Motor so etwas wie ein Heimspiel im TSV Bayer Sportcenter. Gäste-Coach Gintaras Savukynas bedankte sich denn auch für die große Unterstützung: „Bei unseren Auswärtsspielen sind meistens mehr Zuschauer aus der Ukraine in der Halle als bei unseren Heimspielen in Düsseldorf.“

Für den TSV geht es weiter mit dem Gastspiel bei HC Empor Rostock am kommenden Freitag, 3. Februar. Ob Sören Steinhaus dabei sein kann, ist noch unklar. Er fiel erneut auf seine eh schon schmerzende linke Hand, die jetzt näher untersucht werden muss. Das im Dezember ausgefallene Heimspiel gegen den TV Großwallstadt wird am Dienstag, 7. Februar, nachgeholt. Zum Ticket-Shop

TSV Bayer Dormagen – HC Motor Zaporozhye 22:28 (10:14)
Dormagen: Juzbasic (22.-49., 4 Paraden), Simonsen (1 Tor, 2 P.); Kasper (2), Reuland (3/2), Kremp (1), M. Schmidt (1), Boehnert (2), Rehfus (5), Reimer, Pauli (1), Emmerich (1), Sterba (1), J. Schmidt (2), Steinhaus (2), Ostrowski, Trainer: Flohr.
Zaporozhye: Komok (bis 30., 4 Paraden), Chudinov (31.-53., 5 P.), Budko (ab 53., 2 P.); Kubatko (5), Blyzniuk, Scherbina (2), A. Kasai, Denysov (1), Turchenko (10/4), Molina, Kravchenko (2), Tomashevskyi (4), Horovyi, Onufriienko (1), Horiha (1), O. Kasai (2), Trainer: Savukynas.
Schiedsrichter: Kern / Kuschel.
Zuschauer: 788.
Zeitstrafen: 2:10 Minuten.
Siebenmeter: 2/2:4/4.
Spielfilm: 0:2 (8.), 3:7 (16.), 7:9 (21.), 10:14 – 10:16 (35.), 13:23 (45.), 17:27 (53.), 22:28.


So wie der TSV Bayer Dormagen und HC Motor Zaporozhye die Zweitligasaison 2022/23 eröffneten - in Düsseldorf gewann der TSV Ende August mit 33:28 - so ist das Spiel an diesem Samstag, 28. Januar, auch der Auftakt der Rückrunde. Das Spiel wurde vorgezogen, da die Gäste auch noch an einem europäischen Pokalwettbewerb teilnehmen. Die Schiedsrichter Thomas Kern und Thorsten Kuschel (Bellheim / Kandel) pfeifen die Begegnung im TSV Bayer Sportcenter um 19.30 Uhr an. Die Abendkasse öffnet um 18.30 Uhr, Tickets gibt es weiterhin im Online-Shop.

Die Verletzungsmisere hat den TSV auch ins neue Jahr begleitet. Beim Auftaktspiel gegen Motor fehlen weiterhin eine Reihe von Spielern. Nun fällt auch noch Aron Seesing für rund sechs Wochen aus. Der Kreisläufer hat sich beim Testspiel gegen Nordhorn den Daumen gebrochen. Im engen Kontakt mit Nachwuchscoach Martin Berger sucht Trainer Matthias Flohr nach Lösungen, die auch Fragen der Belastungssteuerung berücksichtigen. Schließlich stehen sich kurz vor dem Zweitligaspiel ab 16 Uhr in der Meisterrunde der Jugendbundesliga der Nachwuchs des TSV Bayer und HC Erlangen gegenüber - und von den jungen Spielern wird wieder der ein und andere benötigt.

Dass Ende der Corona-Pandemie macht sich nicht zuletzt im Sportcenter bemerkbar: Die Schutzmaßnahmen im Eingangsbereich wurden abgebaut, der Blick aufs Spielfeld ist so wieder vom Umfeld des Thekenbereichs aus möglich. Eine spezielle Neuerung erwartet die Trainer: Ab dem 1. Februar kommt auch in der 2. Liga der Buzzer zwingend zum Einsatz, um eine Auszeit anzuzeigen. Die bisherige grüne Karte ist dann nicht mehr notwendig. Da das Spiel vorverlegt wurde, will der TSV den Geräuschmacher am Samstag schon mal freiwillig testen.

Geflüchtete Ukrainer sind zum Spiel eingeladen
Vom „Exil am Rhein“ sind es 2000 Kilometer bis in die Ukraine, doch der Schrecken ist für die ganze Welt und natürlich unseren heutigen Gegner ganz nah. Aufgrund des vom russischen Präsidentin Putin ausgelösten völkerrechtswidrigen Angriffskriegs bangen die Handballspieler des ukrainischen Meisters um Familienmitglieder und Freunde in der Heimat. Das Team des HC Motor Zaporozhye hat in Düsseldorf eine Übergangsheimat gefunden, denn die Handball-Familie steht zusammen. Die HBL ermöglichte die Eingliederung in die 2. Liga, nachdem die Bereitschaft des HC erkennbar war, trotz Verlust etlicher herausragender Spieler weiter Handball spielen zu wollen. Die Spiele werden in der Tabelle berücksichtigt, zum Saisonende allerdings wieder herausgerechnet. Hauptsponsor des Klubs ist Motor, ein Produzent von Flugzeug- und Hubschraubermotoren.

Der HC Motor wurde seit 2013 regelmäßig ukrainischer Meister, war auch in der Champions League dabei und erreichte dort dreimal das Achtelfinale. Aktuell spielt das Team in Gruppe D der European League, in der sich unter anderem die Füchse Berlin befinden. Nach vier Niederlagen feierte Motor im Dezember die ersten Erfolge gegen Aguas Santas Milaneza mit dem 26:26 in Portugal und dem 30:24-Erfolg in Düsseldorf. Auch in der 2. Liga läuft es inzwischen deutlich besser. Die Mannschaft kommt mit der Empfehlung eines 27:27 in Großwallstadt und des 30:23-Erfolges in Coburg nach Dormagen. Einer der überragenden Spieler ist Ihor Turchenko, der nach 17 Spielen mit 116/25 Treffern auf dem zweiten Platz der Torschützenliste der 2. HBL steht.

Zum Spiel gegen den HC Motor hat der TSV zusammen mit der Bürgerstiftung und der Stadt Dormagen die in Dormagen lebenden Menschen aus der Ukraine zum Besuch der Begegnung ins Sportcenter eingeladen. Stand heute geht der TSV aufgrund der Rückmeldungen davon aus, dass rund 180 geflüchtete Frauen und Männer beim Spiel dabei sind. In den Unterkünften in Horrem und Zons leben derzeit noch rund 220 Personen aus der Ukraine. Über 500 wurden privat aufgenommen - eine starke Hilfsbereitschaft! Informationen zu Möglichkeiten der Unterstützung: www.dormagen.de/ukraine


Die Handball-Bundesliga GmbH zeichnet im Jahr 2023 die Leistungszentren von 27 Proficlubs aus der LIQUI MOLY HBL und 2. HBL für ihre hochwertige Nachwuchsarbeit aus. Insgesamt elf Clubs erhalten das Jugendzertifikat 2023 sogar mit Stern für herausragende Qualität im Bereich der Nachwuchsarbeit. Dazu gehört auch der TSV Bayer Dormagen. „Als Verein können wir sehr stolz sein, bereits das zweite Jahr in Folge die Auszeichnung des Jugendzertifikats mit Stern erhalten zu haben. Diese Auszeichnung ist Beleg für die hervorragende und kontinuierliche Arbeit, die in den letzten Jahren am Standort Dormagen geleistet wurde und bestätigt den eingeschlagenen Weg der strukturellen Weiterentwicklung“, erklärt Dennis Horn, Nachwuchskoordinator des TSV Bayer Dormagen.

Neben dem TSV sind es mit dem HC Empor Rostock und dem 1. VfL Potsdam zwei weitere Klubs aus der 2. HBL, denen das Jugendzertifikat mit Stern verliehen wurde. Mattes Rogowski, Leiter Sport und Lizenzierungsverfahren der Handball-Bundesliga GmbH: „Bei der WM sieht man, wie wichtig eine gute Jugendarbeit ist. Fast alle Spieler des aktuellen Kaders haben die Leistungszentren unserer Clubs durchlaufen. Genauso wie die nachrückenden Talente der Junioren-Nationalmannschaft.“

Ziel des bereits 2007 ins Leben gerufenen Gütesiegels ist die Sicherung der qualitativen und kontinuierlichen Fort- und Weiterentwicklung von Talenten in den Profivereinen. So werden durch HBL und Clubs für deutsche Nachwuchsspieler bestmögliche Voraussetzungen sichergestellt, unter denen sich junge Handballer zu Spitzenspielern und bestenfalls zu Nationalspielern entwickeln können. Die vorgeschriebenen Bedingungen wurden in enger Zusammenarbeit mit den Clubs entwickelt. Im Vergabeverfahren werden Kriterien geprüft, wie zum Beispiel ausgereifte Betreuungs- und Ausbildungskonzepte (Duale Karriere), Qualität des Trainerstabes sowie von Team und Training.

Die Vergabe erfolgt durch die Lizenzierungskommission der Handball-Bundesliga. Die Grundlage für die Entscheidungen bilden die Stellungnahmen des Zertifizierungsausschusses. In diesem sind neben Frank Bohmann (Geschäftsführer Handball-Bundesliga GmbH) seit diesem Jahr erstmalig auch Jochen Beppler (Chef Bundestrainer Nachwuchs, DHB) und Mattes Rogowski (Leiter Sport & Lizenzierungsverfahren, HBL GmbH) vertreten.


Peter Strosack feiert in der kommenden Saison ein Comeback am Rhein: Der Rechtsaußen wird einen Tag nach seinem 29. Geburtstag ab Juli 2023 wieder das Trikot des Handball-Zweitligisten TSV Bayer Dormagen tragen. Der in Lahr (Schwarzwald) geborene Linkshänder spielte bereits zweieinhalb Jahre von 2013 bis Ende 2015 für die Dormagener, bevor er in die 1. Bundesliga zum SC DHfK Leipzig wechselte. 2018 schloss er sich dem TuS N-Lübbecke an; bei den Westfalen trägt er die Kapitänsbinde.

„Wir freuen uns, dass Peter Strosack einen Vertrag bis 2025 bei uns unterschrieben hat“, sagt Dormagens Handball-Geschäftsführer Björn Barthel. „Wir konnten ein Gesamtpaket schnüren, das ihm neben dem Handball eine berufliche Perspektive im Athletik bzw. Rehabereich eröffnet. Sein entsprechender Bachelor-Abschluss macht den Weg der dualen Karriere und damit auch Peters Verpflichtung möglich.“

Die Nähe zu Köln und damit zum Wohnort seiner Freundin förderte sicher auch den Wechsel. Zudem war die Verbindung zwischen dem TSV und ihm nie abgerissen: „Seit meinem Abgang habe ich die Entwicklung des Vereins eng verfolgt und bin bis heute mit zahlreichen Mitspielern in engem Kontakt. Dementsprechend leicht fiel mir die Entscheidung. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit Matti Flohr und sehe großes Entwicklungspotenzial in der Mannschaft“, betont Peter Strosack.


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