"Heute haben wir Big-Points geholt", strahlte Dusko Bilanovic nach dem 39:33 (19:15)-Erfolg in der Essener Halle "Am Hallo" am Freitagabend. Vorher hatte der Trainer des TSV Bayer Dormagen in der Gäste-Kurve vor über 100 begeisterten Dormagener Anhängern den Takt angegeben. Eindrucksvoll nahm der TSV Revanche für die 34:35-Heimniederlage beim bisherigen Tabellenfünften der 2. Handball-Bundesliga. "Doch das ist erst der Anfang", kündigte Bilanovic den 60-minütigen Kampf im Spiel gegen Lübeck-Schwartau am kommenden Samstag, 30. März, ab 19.30 Uhr im TSV Bayer Sportcenter an. "Wenn nicht jetzt, wann dann?" hofft der 47-Jährige auf eine breite Unterstützung der heimischen Fans. Tickets

Michael Hegemann, Ex-Spieler von Dormagen und Essen und jetzt Co-Trainer beim TUSEM, ließ keine Zweifel aufkommen: "Ein klar verdienter Dormagener Sieg. Der TSV besaß die bessere Abwehr und den besseren Torwart." Die Anfangsphase allerdings bestimmten die Gastgeber, die nach zehn Minuten gegen das noch nicht ganz sortierte TSV-Team mit 7:3 vorne lagen. Bilanovic nahm die Auszeit und brachte Carl Löfström. "Nicht zuletzt dank seiner Kraft konnte er den körperlich starken Dennis Szczesny weitestgehend ausschalten", lobte der Coach den Schweden, der sich vor den Augen seines Vaters auch immer wieder vorne am Kreis hervorragend in Szene setzte. Rechtsaußen Tim Wieling schloss nahtlos an seine Superleistung gegen Emsdetten an und brachte den TSV mit drei Treffern in Folge wieder heran. Er erzielte auch den 8:8-Ausgleich, ehe Joshua Reuland mit einem Traumtor für die erste Gäste-Führung zum 10:9 sorgte: Torwart Sven Bartmann hatte den Ball exakt dem in den Kreis fliegenden Linksaußen zugespielt - ein Kempa-Tor der Extraklasse.

Essen konnte zunächst noch einen höheren Rückstand verhindern und hatte auch Glück, als der Wurf von Lucas Firnhaber abgefälscht wurde und unhaltbar für Bartmann zum 15:17 im Kasten landete. Doch der platziert werfende Lukas Stutzke und Heider Thomas mit seinem Treffer zum 15:19 umittelbar vor dem Pausenpfiff waren verantwortlich für den noch erfreulicheren Gang der TSV-Auswahl in die Kabine. Direkt nach dem Wiederanpfiff schraubten die Dormagener den Vorsprung auf 16:22, auch weil Ian Hüter seine Durchschlagskraft als Rechtshänder im rechten Rückraum untermauerte. Leichte Sorgenfalten kamen noch einmal auf, als die Essener mit drei schnellen Toren bis auf 23:26 herankamen. Doch Löfström, Stutzke/zweimal und Ian Hüter beendeten die Hoffnungen der TUSEM-Fans auf eine Wende. Zwar versuchte Essen mit der offensiveren Abwehr noch einmal alles, doch in die freien Räume lief Reuland und wurde von seinen Anspielern gefunden. Der letzte große Aufreger in der bislang torreichsten Begegnung beider Klubs: Tim Zechel sah in der 50. Minute die Rote Karte nach einem Ellbogen-Foul gegen Ian Hüter.

Essens Trainer Jaron Siewert war die Enttäuschung nach einer von seiner Mannschaft nicht schlechten aber auch nicht ausreichenden Leistung anzusehen: "Zehn Minuten lang waren wir gut und haben dann den Faden verloren. Wir haben zu viele Zweikämpfe verloren und zu viele Tore im Rückzug kassiert. Letztlich hat uns der TSV mit unseren eigenen Mitteln Tempo, starke Abwehr und 1:1-Verhalten geschlagen." Für Dusko Bilanovic stand schon vor dem Anpfiff fest: "Wenn wir wieder eine starke Abwehr stellen, dann können wir hier etwas holen." Und nach dem Abpfiff war er stolz: "Es war eine tolle Teamleistung, jeder Spieler hat seinen Anteil an dem Erfolg." Um den guten Lauf nicht zu gefährden wechselte Bilanovic kaum. Dass der längere Einsatz auch mehr Kraft kostet, war den Spielern nur bedingt anzumerken: "Dafür trainieren wir ja bis zu acht Mal in der Woche", betonte Ian Hüter.

TUSEM Essen - TSV Bayer Dormagen 33:39 (15:19)
Essen: Bliß (5 Paraden), Mangold; Beyer (8/1), Ellwanger (2), Witzke (2), Akakpo (2), Szczesny (5), Ridder (3), Müller (3), Firnhaber (3), Seidel, Klingler (2), Skroblien (3/3), Ingenpass (n.e.), Zechel.
Dormagen: Bartmann (8 Paraden), Broy (bei einem 7m); Reuland (5), Pyszora, Eggert (n.e.), Heider (2), Löfström (5), I. Hüter (5), Köster (n.e.), Rebelo (n.e.), Richter, P. Hüter, Morante Maldonado (1), Stutzke (7), Eberlein (n.e.), Wieling (14/6).
Schiedsrichter: Kern / Kuschel.
Zuschauer: 1092.
Zeitstrafen: 6:10 Minuten (Rot gegen Zechel, 50.)
Siebenmeter: 4/5:6/7 (Bartmann hält gegen Beyer - Wieling scheitert an Bliss).
Spielfilm: 3:1 (5.), 7:3 (10.), 8:8 (16.), 9:10 (20.), 11:10, 12:14 (25.), 15:19 - 15:21, 17:23 (35.), 20:26 (40.), 23:26 (42.), 23:30 (46.), 26:33 (50.), 29:37 (56.), 33:39.


Das Hinspiel in der 2. Handball-Bundesliga war torreich und umkämpft: TUSEM Essen siegte Anfang Oktober mit 35:34 im TSV Bayer Sportcenter. An diesem Freitag, 22. März, steigt das Rückspiel in der ähnlich gebauten Halle "Am Hallo" in Essen an der Ernestinenstraße 57. Die Schiedsrichter Thomas Kern und Thorsten Kuschel (Bellheim / Haßloch) pfeifen die Begegnung des 27. Spieltages um 19.30 Uhr an. Wer in Essen nicht dabei sein kann, das Spiel aber verfolgen möchte: Zur Live-Übertragung

"Wir haben uns am letzten Samstag gegen den zweitbesten Angriff der 2. Handball-Bundesliga behauptet. Warum soll es nach dem Sieg gegen Emsdetten nicht auch erfolgreich gegen die stärkste Offensive laufen", fragt TSV-Trainer Dusko Bilanovic vor dem Duell gegen den langjährigen Rivalen. "Ein solches Derby hat nun mal seine eigenen Gesetze. Da muss am Ende nicht unbedingt die Mannschaft, die den Heimvorteil hat, vorne liegen. Essen steht sicher viel besser in der Tabelle als wir, aber ich glaube, es wird wieder knapp. Wenn wir nach den 60 Minuten ein Tor mehr erzielt haben als der TUSEM, dann ist mir die Anzahl der Tore eher egal", wird Bilanovic im Essener Hallenheft zitiert.

Der Spieltag begann bereits am gestrigen Mittwoch mit einem Ergebnis gegen den Trend der Vorwoche: Hüttenberg gewann 26:22 in Großwallstadt und verhinderte damit, dass die Mainfranken in der Tabelle am TSV vorbeiziehen. So könnte es weitergehen, idealerweise auch mit zwei Punkten für die Dormagener. Zwar gewann der aktuelle Tabellenfünfte fünf der sechs Spiele im Jahr 2019. Doch im letzten TUSEM-Heimspiel stand Schlusslicht Rhein-Vikings vor einer Sensation und verlor nach einer dramatischen Schlussphase lediglich mit 22:24. Und in der letzten Woche kassierte Essen die höchste Saison-Niederlage beim 25:36 gegen die HSG Nordhorn-Lingen. "Natürlich müssen wir vor allem auf uns schauen und weiter daran arbeiten, hinten kompakt zu stehen", betont Dusko Bilanovic, der sich über den vollständigen Trainingsbesuch (bis auf Janis Boieck) freute: "Endlich konnten alle Spieler zusammen trainieren."

Individuelle Caps und Mützen
Die Handballer des TSV Bayer Dormagen bieten ab sofort individuelle Caps und Mützen an. Mit Hilfe des Kölner Startups RUBDE können Fans ihre eigenen Designs erstellen und somit kreativ werden. Bei RUBDE ist der Kreativität keine Grenze gesetzt. Die Aufstecker oder auch „Patches“ genannt, sind per Knopf befestigt und können frei ausgetauscht werden. So bekommen TSV-Fans eine Kopfbedeckung mit mehreren Designs.


Der TSV Bayer Dormagen setzte sich auch im Rückspiel der 2. Handball-Bundesliga gegen den TV Emsdetten durch. Die Mannschaft von Dusko Bilanovic jubelte über den 35:31-Erfolg nach einer zwischenzeitlichen 11-Tore-Führung. In der Tabelle liegt der TSV weiter auf dem ersten Nichtabstiegsplatz 15. Das nächste Auswärtsspiel ist ein klassisches Derby bei TUSEM Essen am kommenden Freitag, 22. März, 19.30 Uhr in der Sporthalle Am Hallo. Wer dabei sein will: Tickets-Online

Eine Viertelstunde lang erlebten die 1036 Zuschauer im TSV Bayer Sportcenter eine relativ ausgeglichene Begegnung mit leichten Vorteilen für den TSV. Bilanovic brachte Linksaußen Joshua Reuland von Beginn an auf seiner angestammten Position. So konnte sich Allrounder Ian Hüter als Rechtshänder im rechten Rückraum entfalten und machte seine Sache ausgezeichnet. Konzentriert und mit klugen Anspielen auch von Benni Richter an den wendigen Patrick Hüter legte immer der TSV vor, wobei sich besonders Rechtsaußen Tim Wieling an der Torjagd beteiligte. Mitte der ersten Hälfte setzte der gerade eingewechselte Eloy Morante Maldonado Akzente und sorgte mit den Treffern 10, 11 und 12 für die erste Dormagener Drei-Tore-Führung. Weil Sven Bartmann mit starken Paraden aufwartete und die Abwehr mehrfach Würfe blockte oder abfing, wurde das TSV-Team von den begeisterten Zuschauern mit Beifall nach der 22:16-Führung in die Pause entlassen.

Der phantastische Sturmlauf unmittelbar nach dem Seitenwechsel ließ die Klatschpappen noch lauter werden. Innerhalb von knapp vier Minuten schraubte der TSV den Vorsprung auf 26:16. Gäste-Trainer Daniel Kubes nahm die Auszeit, doch danach setzte Lukas Stutzke noch einen drauf und erzielte damit die höchste Führung der Partie. Bis zur 43. Minute (30:20) lagen zehn Treffer zwischen beiden Mannschaften. Doch beim Handball ist bekanntlich selbst in solchen Situationen nicht immer alles entschieden. "Plötzlich treffen wir nicht mehr und leisten uns mehrere technische Fehler", wunderte sich Dusko Bilanovic beim Trainer-Talk über die Dauer der ungewollten "Auszeit". Nach fast acht Minuten und sechs Gäste-Toren in Folge endete die Flaute. Sicher auch, weil beim TV Emsdetten neben Holzner nur noch der talentierte Yannick Terhaer an mehr glaubte. Als Stutzke in der 51. Minute zum 31:26 einnetzte und der weitestgehend ausgeschaltete Shooter Janko Bozovic wegen Ballwegwerfens für zwei Minuten auf die Bank musste, machte Wieling das 32:26 und bald danach mit seinem 15. Tor - dem sechsten verwandelten Siebenmeter - das 33:27. Das letzte kleine Aufbäumen von Emsdetten kam zu spät. "Wir haben es nicht geschafft, die richtige Aggressivität zu erzeugen und gehen gnadenlos unter", konnte TVE-Coach seine Enttäuschung nicht verbergen.

Für einen gab es noch ein Ständchen: Julian Köster durfte in der Schlussminute aufs Feld und nahm den Gruß zum 19. Geburtstag erfreut entgegen. Dass Tim Wieling seine Aufgabe exakt erfüllt hatte, erfuhren die Fans später von Dusko Bilanovic: "Ihr werdet es jetzt nicht glauben, aber ich habe Tim vor dem Spiel gesagt: Du wirfst heute 15 Tore..."

TSV Bayer Dormagen - TV Emsdetten 35:31 (22:16)
Dormagen: Bartmann (15 Paraden), Broy (29.-30.und bei einem 7m); Reuland (4), Pyszora (1), Eggert (n.e.), Thomas, Löfström, I. Hüter (3), Köster, Rebelo (n.e.), Richter (1), P. Hüter (3), Morante Maldonado (3), Stutzke (5), Wieling (15/6).
Emsdetten: Madert (6 Paraden), Ferjan (20.-30.); Krings (1), Terhaer (3), Hübner (n.e.), Toom (n.e.), Kolk (1), Dräger (4), Holzner (12/3), Smits (5), Weßeling (2), Kropp (1), Bozovic (2).
Schiedsrichter: Köppl / Regner.
Zuschauer: 1036.
Zeitstrafen: 4:10 Minuten.
Siebenmeter: 6/6:3/3.
Spielfilm: 2:2, 5:3, 10:9 (15.), 13:9 (18.), 15:12, 17:12 (25.), 20:14, 22:16 - 26:16 (35.), 30:20 (43.), 30:26 (51.), 33:27 (53.), 33:30 (57.), 35:30, 35:31.


Die Fans des TSV Bayer Dormagen können sich auf einen interessanten Vergleich an diesem Samstag freuen: Im TSV Bayer Sportcenter geht es am 16. März gegen den TV Emsdetten - der aktuell Fünfzehnte erwartet den Tabellenelften der 2. Handball-Bundesliga. Im Hinspiel dominierte der TSV überraschend deutlich und ließ Emsdetten beim 37:29-Auswärtssieg keine Chance. So viele Tore erzielten die Dormagener in dieser Saison in keiner anderen Halle. Die Schiedsrichter Julian Köppl und Denis Regner (Darmstadt / Nieder-Olm) pfeifen die Partie um 19.30 Uhr an. Tickets gibt es im Tabak-Shop an der Kölner Straße 64, online und an den Tageskassen, die um 18.30 Uhr öffnen.

Emsdetten gilt als "Zweitliga-Dino" nach dem Aufstieg 1985. 2013 schaffte der TV den Aufstieg in die 1. Bundesliga, stieg aber ein Jahr später wieder ab. Das Saisonziel in der laufenden Saison heißt "einstelliger Tabellenplatz". Nach dem 25. Spieltag besitzt der Klub sechs Punkte Vorsprung auf den TSV. An den Rhein kommen die nördlichen Münsterländer mit der Empfehlung des 31:28-Heimsieges gegen Aue und dem Punktgewinn beim 31:31 in Lübbecke. Interessant: Blickt man nur auf die Heimtabelle, rangieren beide Klubs auf einem Abstiegsplatz. Spricht das nun am Samstag eher für die Gäste? "Ich hoffe nicht", sagt TSV-Trainer Dusko Bilanovic. "Zuletzt haben wir gegen drei Mannschaften gespielt, die nach zuvor durchwachsenen Spielen gegen uns besonders etwas zeigen mussten. Vielleicht ist es ja gut für uns, wenn wir jetzt auf einen Gegner mit einem guten Lauf treffen."

Die Torbilanz der Gäste ist ungewöhnlich: Mit 726 Treffern erzielte Emsdetten die zweitmeisten Tore hinter TUSEM Essen. Gleichzeitig kassierte das Team von Daniel Kubes aber auch die meisten Gegentore (754) aller 20 Zweitligisten. Das Trainingsziel der Woche lautete demnach beim TSV: Die Stärke in der Abwehr wiedergewinnen und vorne Druck entwickeln. Wichtig wird es wie im Hinspiel sein, die Pässe von Merten Krings an den Kreis zu unterbinden und damit den mit 34 Jahren ältesten Spieler André Kropp gar nicht erst werfen zu lassen. Bilanovic: "Natürlich kennen wir auch die Stärken von Jorn Smits im linken und von Janko Bozovic im rechten Rückraum." Die Beiden waren Anfang Oktober 2018 mit 15 Toren für mehr als Hälfte aller TVE-Treffer verantwortlich.

Die Grippe und Magen-Darm-Welle macht sich derweil beim TSV schon seit der Vorwoche bemerkbar. "Im Training waren wir in den letzten Tagen leider nicht immer vollzählig", stellt Dusko Bilanovic fest. Doch er sagt auch deutlich: "Wir werden gegen Emsdetten bis zum Schlusspfiff alles geben. Denn wir wollen die beiden Punkte."


Nach dem 25. Spieltag sind die abstiegsgefährdeten Mannschaften noch näher zusammengerückt. Mit einem Erfolg beim TV Großwallstadt hätte der TSV Bayer Dormagen sich etwas absetzen können, doch in der Untermainhalle Elsenfeld konnten die Gäste lediglich in den ersten beiden Minuten zweimal in Führung gehen. "Die Mannschaft hat gut gekämpft, aber unsere Abwehr stand heute nicht ausreichend kompakt", konnte TSV-Trainer Dusko Bilanovic seine Enttäuschung nach der 28:33-Niederlage nicht verbergen.

Das Spiel begann aus Dormagener Sicht durchaus hoffnungsvoll: Tim Wieling scheiterte zwar beim ersten Wurf von der Siebenmeterlinie an Großwallstadts Torwart Jan Steffen Redwitz. Doch der Rechtsaußen holte sich den Abpraller und traf zum 1:0. Auf den folgenden Ausgleich durch Tom Spieß reagierte Lukas Stutzke mit einem platzierten Wurf in den Winkel. Nach den beiden Gäste-Treffern jubelten in den nächsten zehn Minuten aber nur noch die Anhänger des TVG. Denn in dieser Phase setzte Großwallstadt sich bis auf 8:2 ab - den Ausbau des Vorsprungs konnte auch der für Sven Bartmann eingewechselte Matthias Broy nicht verhindern.

Dann kam der TSV wieder besser ins Spiel. Stutzke traf dreimal in Folge, Benni Richter übernahm Verantwortung und Wieling sorgte für den 11:8-Anschluss. Doch näher als bis auf drei Tore kamen die Gäste nicht heran. Durch die zweite nur schwer nachvollziehbare Zeitstrafe gegen Heider Thomas war nun die Defensive gehandicapt, da der längste TSV-Spieler lange draußen blieb, um keine Rote Karte zu riskieren. Vor 1192 Zuschauern, darunter ein kleiner aber lautstarker Dormagener Anhang, lagen die Gastgeber in der 25. Minute mit 16:11 vorne. Während Großwallstadt keine weiteren Treffer in der ersten Hälfte erzielen konnte, verbesserte der TSV die Ausgangsposition kurz vor der Pause: Erst traf Carl Löfström, 13 Sekunden später klaute Richter raffiniert den Ball und stellte den Halbzeitstand her.

Neue Hoffnung nach dem Seitenwechsel: Erst erzielte Lukas Stutzke sein sechstes Tor, dann wehrte Mattes Broy gegen den frei werfenden Michael Spatz ab. Doch der TVG profitierte wiederum von Fehlern der Gäste und setzt sich wieder bis auf 22:16 in der 40. Minute ab. Da bei Stutzke nach seiner schweren Erkältung in der Woche die Kräfte schwanden und Eloy Morante Maldonado nach einer beim Junioren-Lehrgang erlittenen Gesichtsverletzung auch noch zu Beginn der Partie in Elsenfeld einen unzureichend geahndeten Schlag ins Gesicht bekommen hatte, brachte Bilanovic Julian Köster, der am kommenden Samstag 19 Jahre alt wird. Und der Youngster schlug bestens ein mit zwei Treffern und klugen Anspielen. Plötzlich war der TSV nach dem 25:23 in der 50. Minute durch den besten Spieler Benni Richter wieder dran.

Das letzte Aufbäumen endete allerdings jäh nach dem glücklichen siebten Treffer des besten Großwallstädter Feldspielers Mario Stark und einer vergebenen Großchance des ansonsten treffsicheren Carl Löfström. Fünf Minuten vor dem Abpfiff war die Partie beim Stande von 29:23 entschieden. "Wir müssen die Zusammenarbeit zwischen Abwehr und Torwart verbessern", kündigte Dusko Bilanovic vor dem nächsten Heimspiel gegen den TV Emsdetten am kommenden Samstag, 16. März, um 19.30 Uhr im TSV Bayer Sportcenter an.

TV Großwallstadt - TSV Bayer Dormagen 33:28 (16:13)
Dormagen: Bartmann, Broy; Reuland (4), Pyszora (n.e.), Eggert (1), Thomas, Löfström (5), I. Hüter, Köster (2), Richter (8/3), P. Hüter, Jagieniak (n.e.), Morante Maldonado, Stutzke (6), Wieling (2).
Großwallstadt: Redwitz, Kugis (n.e.); Spatz (7/6), Engels, Eisenträger (4), Blank (1), Erifopoulos (n.e.), Schnellbacher (n.e.), Urban (2), Corak (3), Stark (7), T. Spieß (2), Keck (n.e.), Winkler (3), L. Spieß (4), Göpfert.
Schiedsrichter: Fratczak / Ribeiro.
Zuschauer: 1192.
Zeitstrafen: 6:8 Minuten (Rot nach 3. Zeitstrafe gegen Thomas, 58.)
Siebenmeter: 6/6:3/5 (Wieling scheitert an Redwitz und verwandelt den Nachwurf, zudem wirft er an die Latte).
Spielfilm: 1:2, 8:2 (13.), 10:4, 11:8 (20.), 16:11 (25.), 16:13 - 16:14, 19:16, 22:16 (40.), 23:20, 25:23 (50.), 29:23 (55.), 33:28.


Die Saison 2018/19 geht langsam ins letzte Drittel. Da haben gerade die direkten Vergleiche der abstiegsbedrohten Mannschaften besondere Bedeutung. Dies gilt auch für das Duell in der Untermainhalle Elsenfeld am Samstag, 9. März, um 19.30 Uhr zwischen den beiden Aufsteigern TV Großwallstadt (18. der Tabelle) und TSV Bayer Dormagen (15.). Schiedsrichter der Begegnung sind Pawel Fratczak und Paulo Ribeiro (Kamp-Lintfort / Diepholz).

Das Hinspiel kannte keinen Gewinner, denn die Partie im Sportcenter endete 32:32. Als Punktsieger konnte sich freilich der TSV fühlen, da die Gastgeber fast immer zurücklagen, kurz vor Schluss sogar mit 29:32. Doch eine außerordentliche Kraftanstrengung brachte den Ausgleich, für den Lukas Stutzke zwei Sekunden vor dem Abpfiff verantwortlich war. Interessant: Auch die aktuell führenden Torschützen der 2. Handball-Bundesliga erzielten gleich viele Tore: Großwallstadts rechter Flügelspieler Michael Spatz verwandelte alle neun Siebenmeter und machte zwei weitere Treffer. Elf Mal traf auch Dormagens Rechtsaußen Tim Wieling - er setzte ebenfalls sämtliche (fünf) Siebenmeter ins Netz, hinzu kamen sechs Feldtore.

TSV-Trainer Dusko Bilanovic würde gerne zwei Zähler aus Elsenfeld mitbringen: "Wir haben zuletzt 35 Minuten den Tabellenzweiten Coburg vor allem aufgrund unserer tollen Deckung dominiert. Wenn es jetzt auch vorne noch besser läuft, dann haben wir eine Chance." Tatsächlich sind 91 Treffer in den vier Spielen seit dem Neustart deutlich ausbaufähig. Holte der TSV aber in diesem Jahr bereits drei Punkte, so steht hier beim TV Großwallstadt eine Null. Dabei brachte die Mannschaft von Florian Bauer das Kunststück fertig, in allen vier Spielen zur Pause zu führen oder einen Gleichstand zu haben, um dann doch noch gegen Hamm, Rimpar, Dessau und Nordhorn zu verlieren.

Der Druck bei den Gastgebern ist aufgrund der jüngsten Nullnummern natürlich groß. Dann zählen auch die Komplimente nicht viel, die der frühere sechsfache Meister für seine Spielweise erhielt. "Die nutzen uns nichts, wenn am Ende keine Punkte herausspringen", sagt Bauer. Worte, die man in Dormagen auch schon öfters vernommen hat. Auch wenn beim TVG noch Fragezeichen hinter den Einsätzen von Marcel Engels und Arturs Kugis wegen Knieproblemen stehen, dürften Beide wohl am Samstag dabei sein. Komplett bis auf den Langzeitverletzten Janis Boieck reist der TSV Richtung Großwallstadt. Eloy Morante Maldonado kam heil vom Lehrgang der Junioren-Nationalmannschaft zurück.


Merkwürdige Parallelen: Wie in Coburg erzielte der TSV auch am Freitagabend im TSV Bayer Sportcenter 13 Tore zur Halbzeit und 21 bis zum Schlusspfiff. Doch im Hinspiel lagen die Dormagener zur Pause bereits mit 13:20 hinten. Gestern führten sie gegen die Oberfranken nach 30 Minuten mit 13:11, verpassten aber die Sensation. Am Ende jubelten die Gäste über den 27:21-Erfolg (Hinspiel 37:21) und die Verteidigung des zweiten Tabellenplatzes in der 2. Handball-Bundesliga. Der TSV belegt vor den restlichen Begegnungen des 24. Spieltages weiterhin Rang 14. Am kommenden Samstag kommt es zu einem Traditionsduell: Die Mannschaft von Dusko Bilanovic muss am 9. März zum TV Großwallstadt reisen.

Vor 1208 zu großen Teilen kostümierten Zuschauern zeigte der TSV eine äußerst starke erste Hälfte. An der wendigen Abwehr bissen die Gäste sich die Zähne aus, vorne nahm zunächst Lukas Stutzke genau Maß. Tim Wieling, Benni Richter und erneut Stutzke erhöhten auf 4:1, ehe der exakte Pass von Sven Bartmann Eloy Morante Maldonado erreichte und der mit dem 5:1 in der 8. Minute Coburgs Trainer Jan Gorr zur ersten Auszeit zwang. Doch sein Team wirkte weiterhin unsicher und leistete sich den nächsten technischen Fehler. Patrick Hüter reagierte mit einem gelungenen Heber zum 6:1. Die Gastgeber ließen nicht locker und sorgten vor allem durch Wieling für die Sechs-Tore-Führung zum 11:5 in der 19. Minute. Hätte Tobias Varvne in dieser Phase nicht präzise abgeschlossen wäre der Dormagener Vorsprung noch deutlicher ausgefallen.

Dass die Schiedsrichter auf einen Mini-Schritt von Carl Löfström beim Anwurf mit einem Freiwurf für die Gäste reagierten, führte nicht nur auf der Tribüne zum Unverständnis. Ebenso wie eine umstrittene Zeitstrafe gegen Heider Thomas und ein Zeitspiel gegen Richter, der sich gerade am Kreis durchtanken wollte. Prompt schlichen sich jetzt Abspielfehler beim TSV ein, die Coburg zu erfolgreichen Kontern einluden und den Dormagener Vorsprung zur Pause auf 13:11 schrumpfen ließen. Nach dem Seitenwechsel machte Anton Prakapenia den Anschlusstreffer. Doch der TSV hielt dagegen, insbesondere durch den bestens aufgelegten Morante wenige Tage nach seinem 21. Geburtstag. Dank Wielings Dreher zum 17:14 lag der TSV in der 37. Minute wieder mit drei Treffern vorne. Doch plötzlich war die Luft raus: "Der Angriff war jetzt ein Totalausfall", stellte Coach Dusko Bilanovic später fest. Tatsächlich dauerte es zehn Minuten bis zum nächsten Tor - da aber hatte Coburg insbesondere durch Florian Billek das Ergebnis hin zum 17:20 gedreht. "Wir haben über die Deckung zurück ins Spiel gefunden", betonte Gorr.

Die Verunsicherung beim TSV wurde nicht geringer, als Lukas Stutzke nach seiner dritten Zeitstrafe in der 51. Minute die Rote Karte sah, Konstantin Poltrum einen Siebenmeter von Tim Wieling abwehrte und ein Wechselfehler Coburg die erneute Überzahl bescherte. Das Spiel war entschieden und ermöglichte so ein besonderes Fair-Play: Als die Schiedsrichter Eloy Morante wegen eines vermeintlichen Schlags ins Gesicht von Jakob Knauer mit zwei Minuten bestraften, wartete der bald 20-Jährige mit der Erklärung auf, dass nur die Brust getroffen wurde - und die Referees nahmen ihre Entscheidung zurück. Knauers Antwort auf dem Spielfeld folgte mit den Toren Nummer 24 und 25...

TSV Bayer Dormagen - HSC 2000 Coburg 21:27 (13:11)
Dormagen: Bartmann (6 Paraden), Broy (bei einem 7m); Reuland, Pyszora (n.e.), Eggert, Thomas, Löfström (2), I. Hüter (1), Köster (n.e.), Rebelo (1), Richter (1), P. Hüter (1), Jagieniak (n.e.), Morante Maldonado (4), Stutzke (3), Wieling (8/5).
Coburg: Kulhanek (11 Paraden), Poltrum (bei 4 7m und ab 58., 2 Paraden); Hagelin, Jaeger (5), Wucherpfennig, Sproß, S. Weber (2), Prakapenia (3), Billek (8/4), Timm (1), Knauer (3), Zeterman, Varvne (4), P. Weber (1).
Schiedsrichter: Friedel / Herrmann.
Zuschauer: 1208.
Zeitstrafen: 10:2 Minuten.
Siebenmeter: 5/6:4/4 (Poltrum hält gegen Wieling).
Spielfilm: 6:1 (10.), 6:3, 11:6 (20.), 12:8, 12:10 (25.), 13:10, 13:11 - 13:12, 15:12, 17:14 (37.), 17:20 (45.), 18:20, 18:22, 19:25, 21:27.


Der Sohn des ehemaligen Dormagener Spielers Joachim Sproß rettete dem HSC 2000 Coburg am letzten Samstag einen Punkt: Linksaußen Felix Sproß traf dreimal in der Schlussphase gegen Aue und erzielte auch das entscheidende 26:25 fünf Sekunden vor Schluss. "Umso mehr ist der eine Punkt gegen Aue wert, den wir vor kurzem geholt haben", sagt TSV-Trainer Dusko Bilanovic. Das wenig berauschende Spiel in Wilhelmshaven ist vergessen, "wir haben es aufgearbeitet und uns seit Anfang der Woche ganz auf unser Heimspiel gegen Coburg am Freitag konzentriert." Die Partie des 24. Spieltages wird am Freitag, 1. März, um 19.30 Uhr von den Schiedsrichtern Fabian Friedel und Rick Herrmann aus Aue im TSV Bayer Sportcenter angepfiffen. Tickets gibt es im Tabakshop an der Kölner Straße 64, online und an den Abendkassen, die eine Stunde vor Spielbeginn öffnen. Übrigens: Wer kostümiert in der Halle erscheint, bekommt ein Freigetränk gratis.

Die Gäste haben vor der Saison einen "Coburger Weg" kreiert, der ein erfolgversprechendes Modell für die Zukunft sein soll. Mit einer Mischung aus "talentierten Akteuren und erfahrenen Korsettstangen" will der Club wieder in die 1. Liga einziehen. Dabei gingen die Verantwortlichen nicht unbedingt davon aus, dass dieses Ziel in dieser Saison umgesetzt werden kann. Trainer Jan Gorr: "Unser Ziel ist es, zu den sieben, acht Teams zu gehören, die sich um die vordersten Platzierungen streiten." Aktuell steht der Klub auf dem zweiten Aufstiegsplatz mit vier Punkten Rückstand auf Balingen und einem Punkt vor Nordhorn-Lingen. Vier der bisherigen fünf Niederlagen kassierte Coburg auswärts. Die beiden letzten Auswärtsspiele in Dresden (27:35) und Nordhorn (21:29) wurden verloren. "Wir haben derzeit eine gewisse Wackeligkeit im Spiel, besonders in der Abwehr", beobachtete Gorr.

Die Bilanz aus TSV-Sicht ist negativ: Vier der bisherigen sieben Spiele gegen Coburg wurden verloren, es gab zwei Siege und ein Remis. Die Niederlage im Hinspiel fiel mit 21:37 deftig aus und steht als höchster Misserfolg in der Saisonbilanz. Die Zahlen auf der Anzeigetafel sollen am Freitag natürlich anders aussehen: "Wir müssen und werden unsere in den ersten beiden Heimspielen des Jahres gezeigte Abwehrstärke wiederfinden", sagt Bilanovic. "In Wilhelmshaven war die Defensive viel zu lieb." Üblicherweise geht der Tabellenzweite gegen den Viertzehnten als Favorit aufs Spielfeld, doch "wir können frei aufspielen und haben unser tolles Publikum hinter uns", kündigt Bilanovic eine engagierte Leistung bis zum Abpfiff an. Seine einzige Sorge: "Die Grippewelle setzt immer noch mehreren Spielern zu."



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