Der TSV Bayer Dormagen muss sich nach einem neuen Nachwuchs-Koordinator und Trainer der A-Jugend umsehen: Jamal Naji (33), der soeben mit den Jungwieseln den Einzug in die neu geschaffene Meisterrunde der Jugend-Bundesliga schaffte, wird ab der kommenden Saison 2020/21 Trainer des aktuellen Tabellenführers der 2. Handball-Bundesliga TuSEM Essen. Jaron Siewert (25) verlässt den Ruhrpott-Club in Richtung Füchse Berlin und wird dort ab 1. Juli jüngster Coach eines Erstligisten. Bei der Suche nach einem Nachfolger setzte Essen wiederum auf einen jungen Mann: A-Lizenz-Inhaber Jamal Naji ist bestens vernetzt und gilt deutschlandweit als ambitionierter Vertreter des modernen Handballs.

"Natürlich hätten wir Jamal Naji gerne behalten", sagt Dormagens Handball-Geschäftsführer Björn Barthel. "Seine Verpflichtung macht aber auch deutlich, dass am Dormagener Höhenberg Spieler bestens von ausgezeichneten Trainern ausgebildet werden. Darauf sind wir stolz." Für Naji ist das Engagement bei einem potenziellen Erstligisten eine große Chance. Doch bis zum Wechsel nach Essen gibt es für ihn eine klare Priorität: "Auf die Dormagener A-Jugend kommen in der stark besetzten Meisterrundengruppe II spannende Zeiten zu. Mein Fokus liegt in den nächsten Monaten zu hundert Prozent auf den Spielen gegen Mannschaften wie Flensburg, Magdeburg, Rhein Neckar Löwen oder Leipzig und wir werden wiederum versuchen, ins DM-Viertelfinale einzuziehen."

Daten Jamal Naji
- geboren am 3. Juni 1986 in Bad Honnef
- Studium Politikwissenschaften und Geschichte an der Uni Bonn
- Abschluss Bachelor und Master
- Stammverein: HSG Siebengebirge, spielte (Rückraum Mitte), trainierte dort und war auch Nachwuchskoordinator
- Spieler bis 3. Liga bei Niederpleis, Römerwall, Mülheim-Kärlich
- seine Laufbahn als Spieler auf höherem Niveau endete früh aufgrund einer schweren Verletzung
- drei Jahre Trainer der U17 beim VfL Gummersbach
- seit 1. Juni 2017 Nachwuchskoordinator und Trainer des Jugend-Bundesligisten TSV Bayer Dormagen


Dank eines hervorragenden Endspurts gewann der TSV Bayer Dormagen das äußerst spannende sechste Heimspiel der 2. Handball-Bundesliga mit 27:24 (11:12) gegen den HC Elbflorenz. Die Gastgeber verteidigten damit den neunten Tabellenplatz vor dem nächsten Heimgegner Bietigheim (30. November) und Aue, die beide wie der TSV 12:12-Punkte aufweisen. Am kommenden Samstag, 23. November, reist die Mannschaft von Dusko Bilanovic zum TV Hüttenberg.

Dem TSV gelang ein guter Start in die zunächst tempo- und torarme Begegnung: Andre Meuser erzielte in der 10. Minute das 3:1 für die Gastgeber. Doch die erste wie anschließend auch die zweite Zwei-Tore-Führung hatte nur kurzen Bestand. Erneut stellten Dresdens beste Werfer Marc Pechstein und Nils Gugisch den Gleichstand her. Es folgte eine Phase, in der dreimal die Gäste vorlegten - ehe Joshua Reuland seine Topform mit drei Treffern in Folge unter Beweis stellte und der TSV wieder knapp mit 10:9 vorne lag. Mit dem 12:11-Vorsprung ging allerdings Elbflorenz in die Kabine, weil Pechstein kurz vor dem Pausenpfiff durch die Dormagener Abwehr spazieren durfte.

Die zweite Hälfte begann wie die erste: Das Auftakttor zum 12:12 stammte von Andre Meuser. Anschließend brachte Carl Löfström den TSV nach der schönsten Kombination des gesamten Spiels mit 13:12 in Führung. Dann aber machten sich die Sorgenfalten auf der TSV-Bank und der mit 953 Zuschauern besetzten Tribüne breit: Mit dem 4:0-Lauf setzte Dresden sich bis auf 16:13 ab. Bilanovic setzte ein Zeichen und brachte nun Janis Boieck für den in der ersten Hälfte guten Sven Bartmann. Boieck wehrte auch gleich den Wurf von Michal Kasal ab, konnte aber auch nicht verhindern, dass die Gäste nach einer Dreiviertelstunde immer noch mit 18:15 vorne lagen.

Der TSV hatte sich fest vorgenommen, trotz der nach wie vor schwierigen personellen Situation die Punkte 11 und 12 zu holen. So legte das Team noch mal zu: Mit voller Konzentration gelang innerhalb von knapp zwei Minuten der 18:18-Ausgleich: Erst nahm Ante Grbavac genau Maß, direkt im Anschluss pokerte Benni Richter mal wieder richtig: Er klaute den Ball, als Kasal bei seinem Passversuch nicht mit dem plötzlich aufs Feld laufenden Dormagener gerechnet hatte. Und dann traf erneut Joshua Reuland. Kurios: Nach einer harmlosen Rangelei am Kreis zwischen Patrick Hüter und Jonas Thümmler mussten beide Spieler das Feld verlassen. Für den Dresdner war es aber schon die dritte Zeitstrafe und er durfte sich die letzten 13 Minuten von der Tribüne aus ansehen.

Zweimal noch gingen seine Mannschaftskollegen in Führung, dann aber übernahm der TSV die Regie: Löfström holte sich in der eigenen Abwehr den Ball und schloss seinen Konter mit dem 21:20 ab. Zweimal noch glichen die Gäste aus. Dann sorgten Reuland und der nach seiner Verletzungspause zurückgekehrte Nuno Rebelo für Dormagens erste Zwei-Tore-Führung in der zweiten Hälfte. Von der erholte sich der HC nicht mehr, auch wenn Henning Quade den Anschluss zum 25:24 erzielte. Es sollte Dresdens letztes Tor sein. Für die endgültige Entscheidung war Eloy Morante Maldonado zuständig, bevor Löfström den Endstand herstellte.

"Wir haben unseren 18:15-Vorsprung zu leicht hergeschenkt", ärgerte sich Dresdens Coach Rico Göde auch über ausgelassene Chancen. Dormagens Dusko Bilanovic war erleichtert: "Das waren heute zwei sehr wichtige Punkte. Ein großes Lob für meine Mannschaft, die auch in Unterzahl sehr stark gearbeitet und gekämpft hat." Besonders würdigte der Trainer die Leistungen von Joshua Reuland und Carl Löfström sowie von Andre Meuser: "Er hat heute vor allem in der Abwehr einen richtig guten Job gemacht." Die Bank war diesmal wieder etwas voller als noch zuletzt in Konstanz. Mit dabei waren auch Jan Reimer und Ali Kinanah, die kurz zuvor noch mit der 2. Mannschaft das Oberligaspiel in Opladen bestritten und dort 24:18 gewannen. "Auch wenn ich gegen Dresden nicht eingesetzt wurde, so war es für mich eine schöne Erfahrung", freute sich Allrounder Kinanah über die Nominierung von Bilanovic.

TSV Bayer Dormagen - HC Elbflorenz 27:24 (11:12)
Dormagen: Boieck (ab 40., 5 Paraden), Bartmann (6 Paraden); Reuland (8/4), Kinanah (n.e.), Meuser (4), Richter (2). Löfström (7), Reimer, Rebelo (2), P. Hüter, Braun (n.e.), Morante Maldonado (1), Sterba, Grbavac (3).
Elbflorenz: Huhnstock (12 Paraden, 1 Tor), Göres (bei einem 7m); Pulay (1), Dierberg (1), Gugisch (5), Buschmann, Dumcius (1), Jungemann (1), Hoffmann (n.e.), Greß (1), Vanco (4), Quade (1), Kasal (1), Thümmler (1), Pechstein (6/2).
Schiedsrichter: Linker/Schmidt.
Zuschauer: 953.
Zeitstrafen:12:10 Minuten (Rote Karte Thümmler, 46. nach dritter Zeitstrafe).
Siebenmeter: 4/4:2/3 (Bartmann hält gegen Dierberg).
Spielfilm: 3:1 (10.), 3:3 (11.), 5:3 (16.), 6:7 (20.), 10:9 (26.), 10:11, 11:11, 11:12 - 13:16 (40.), 18:18 (47.), 21:20 (52.), 25:24, 27:24.

 


Nach einem spannendem Spiel mit häufig wechselnden Führungen gewann der TSV Bayer Dormagen das sechste Heimspiel der 2. Handball-Bundesliga mit 27:24 (11:12) gegen HC Elbflorenz. Die Entscheidung fiel erst in den letzten beiden Minuten: Nachdem Henning Quade den 25:24-Anschluss für Dresden erzielt hatte, trafen Eloy Morante Maldonado und Carl Löfström für die von 953 Zuschauern gefeierten Gastgeber. Mit seinen Paraden hatte auch der in der 40. Minute für Sven Bartmann eingewechselte Janis Boieck wesentlichen Anteil am Erfolg gegen die zuvor punktgleichen Klubs. Bester Werfer war Joshua Reuland mit acht Treffern. Der Linksaußen behielt auch bei vier Strafwürfen die Nerven.

TSV Bayer Dormagen - HC Elbflorenz 27:24 (11:12)
Dormagen: Boieck (ab 40., 5 Paraden), Bartmann (6 Paraden); Reuland (8/4), Kinanah (n.e.), Meuser (4), Richter (2). Löfström (7), Reimer, Rebelo (2), P. Hüter, Braun (n.e.), Morante Maldonado (1), Sterba, Grbavac (3).
Elbflorenz: Huhnstock (13 Paraden, 1 Tor), Göres (bei einem 7m); Pulay (1), Dierberg (1), Gugisch (5), Buschmann, Dumcius (1), Jungemann (1), Hoffmann (n.e.), Greß (1), Vanco (4), Quade (1), Kasal (1), Thümmler (1), Pechstein (6/2).
Schiedsrichter: Linker/Schmidt.
Zuschauer: 953.
Zeitstrafen:12:10 Minuten (Rote Karte Thümmler, 46. nach dritter Zeitstrafe).
Siebenmeter: 4/4:2/3 (Bartmann hält gegen Dierberg).
Spielfilm: 3:1 (9.), 3:3 (11.), 5:3 (16.), 6:7 (20.), 10:9 (26.), 10:11, 11:11, 11:12 - 13:16 (40.), 18:18 (47.), 21:20 (52.), 25:24, 27:24.

Weitere Informationen folgen.


Die für den Klassenverbleib notwendigen Punkte holte sich der HC Elbflorenz in der vergangenen Saison nicht zuletzt in Dormagen. Deshalb sagt TSV-Coach Dusko Bilanovic auch: "Wir haben mit Dresden noch eine Rechnung offen." Denn die Partie im Mai verlor der TSV mit 24:25 - nachdem die Dormagener das Auswärtsspiel in Dresden ebenso knapp mit 24:23 gewonnen hatten. An diesem Samstag, 16. November, stehen sich beide Klubs im TSV Bayer Sportcenter gegenüber. Die Schiedsrichter Frederic Linker und Sascha Schmidt (Herne) pfeifen die Partie des 12. Spieltages um 19.30 Uhr an. Tickets gibt es im Tabakshop an der Kölner Straße 64 und online.

Fast hätten die Gäste aus Sachsen in der Tabelle der 2. Handball-Bundesliga vor dem TSV gestanden. Denn gegen N-Lübbecke lag Dresden in der Vorwoche nahezu 59 Minuten in Führung, musste sich dann aber mit dem 28:28 begnügen. So haben beide Mannschaften 10:12-Punkte, der TSV als Neunter verfügt aber über die deutlich bessere Tordifferenz (+17 gegenüber -16) und hat weiterhin einen einstelligen Tabellenplatz inne. Auswärts zeigte Dresden bereits seine Stärke, holte etwa beide Punkte in Lübeck und in Krefeld. In der eigenen Halle nahm der HC Elbflorenz Spitzenreiter TUSEM Essen beim 33:33 einen Zähler ab.

Große Gefahr geht besonders von der rechten Dresdner Seite aus: Rechtsaußen Nils Gugisch ist mit 45 Treffern der bislang erfolgreichste Werfer der Gäste, der aus Aue gekommene Linkshänder Mindaugas Dumcius brachte es auch schon auf 36 Tore. Aber auch der linke Rückraum weist Qualitäten aus. So ist Sebastian Greß mit 39 Toren der bisher zweitbeste HC-Schütze. Mit der Verpflichtung von Kreisläufer Jonas Thümmler vom Erstligisten Erlangen ist Elbflorenz am Kreis flexibler geworden und ermöglicht Trainer Rico Göde, öfter mit zwei Kreisläufern zu spielen. Zwei Rückraumlinke sind gefühlte Neuzugänge: Marc Pechstein konnte in der letzten Spielzeit aufgrund von Fußproblemen kaum spielen. Und der im Winter verpflichtete Michal Kasal fiel wegen einer Ellenbogenverletzung lange aus.

Die Verletztenliste der Dormagener ist zum Glück nicht länger geworden. Doch von einer echten Entspannung kann auch keine Rede sein. Fortschritte macht der operierte Ringfinger von Ian Hüter. Dusko Bilanovic war jetzt mit Hüter in Dormagens Römer Therme und weiß: "Im Wasser besteht eine größere Chance der Heilung." Jan Reimer ist wieder einsatzfähig und soll direkt nach dem Spiel der 2. TSV-Mannschaft in Opladen zum Sportcenter kommen - gemeinsam mit Ali Kinanah. Der Allrounder war schon in der Vorbereitung gelegentlich dabei. "Er hat gut trainiert und kann uns vielleicht helfen", sagt Bilanovic. Er hofft darauf, dass wieder viele Fans den Weg ins Sportcenter finden und die Mannschaft unterstützen: "Was die Tribüne ausmachen kann, haben wir letzte Woche in Konstanz erlebt. Ohne diese Rückendeckung hätte die HSG nicht die beiden Punkte geholt. Und wir wissen ja längst, zu was unsere Fans in der Lage sind."

Es gibt am Samstag wieder den "Lattenkracher" in der Halbzeitpause: Vor dem Spiel werden von den Spielern drei T-Shirts auf die Zuschauerränge geworfen. Wer sie fängt, darf aufs Tor werfen und gewinnt einen Preis, wenn die Latte getroffen wird. Der geplante Verkauf der beliebten Adventskalender der Bürgerstiftung Dormagen kann hingegen doch nicht stattfinden: Aufgrund der großen Nachfrage sind aktuell die Kalender vergriffen.


Zwei Heimspiele trägt der TSV Bayer Dormagen noch in diesem Monat im TSV Bayer Sportcenter aus: Am Samstag, 16. November, gegen den HC Elbflorenz 2006. 14 Tage später am 30. November, ebenfalls um 19.30 Uhr gegen Bundesliga-Absteiger SG BBM Bietigheim mit Ex-Nationalspieler Mimi Kraus. Neben den sportlichen Highlights können die Fans sich auf interessante Angebote freuen. So wird die Bürgerstiftung Dormagen kommenden Samstag beim Spiel gegen Dresden mit einem Stand vertreten sein, an dem die beliebten Adventskalender verkauft werden. Besitzer der Adventskalender haben im Dezember wieder die Chance, wertvolle Preise zu gewinnen.

Den im Spiel gegen Gummersbach gestarteten Lattenkracher gibt es auch gegen Dresden: Nach dem Einlaufen werden von den Spielern drei T-Shirts ins Publikum geworfen. Wer eins der Hemden fängt, darf in der Halbzeitpause auf den Kasten werfen und muss um zu gewinnen die Latte treffen.

Am 30. November lädt der TSV zum „Tag des Kinderhandballs“ ein. Dazu hat der TSV ein spezielles Gewinnspiel initiiert: Alle interessierten Kindermannschaften können selbst gestaltete kreative Videos einsenden oder auf der eigenen Homepage hochladen. TSV-Marketingleiterin Jil Falkenstein: „In dem Video zeigt ihr uns, warum ihr die Gewinner seid. Wir wollen damit gezielt den Kinderhandball unterstützen. Alle teilnehmenden Mannschaften bekommen freien Eintritt, so wie an diesem Tag alle Kids bis 14 Jahre.“ Zu gewinnen gibt es als Hauptpreis ein Training mit den Spielern der Zweitliga-Mannschaft. Weitere Preise sind eine Hallenführung und der Einlauf mit den Wieseln sowie ein Satz Trainingsshirts.

Die Videos können per Mail an info@handball-dormagen.de gesendet werden. Es geht auch einfach mit dem Hochladen bei Facebook und dem Markieren von @handballdormagen. Natürlich kann auch ein USB-Stick an die TSV-Geschäftsstelle geschickt oder persönlich abgegeben werden: TSV Bayer Dormagen, Höhenberg 40, 41539 Dormagen. Wir freuen uns auf eure Ideen!


Die Hiobsbotschaften nach den bereits bekannten Ausfällen von Ian Hüter, Pascal Noll, Heider Thomas und Nuno Rebelo nahmen kaum ein Ende. Am Donnerstag gesellte sich Jan Reimer im Spiel der TSV-Reserve zu den Verletzten. Und eine Erkrankung führte zur Pause für Julian Köster: Er hatte zwar die Reise nach Konstanz angetreten, doch spätestens beim Kaffee am Samstag vier Stunden vor Spielbeginn war klar, dass der Rückraumlinke aufgrund des schlimmer werdenden grippalen Infektes in Konstanz nicht auflaufen kann. So standen TSV-Trainer Dusko Bilanovic lediglich neun Feldspieler zur Verfügung. Und als Kapitän Patrick Hüter in der 42. Minute nach einer Abwehraktion die völlig übertriebene Rote Karte sah, waren es nur noch acht. Die allerdings kämpften bis zum Umfallen.

Das reichte am Samstagabend aber auch nicht zu einem Teilerfolg. Spätestens als Tom Wolf in der 59. Minute den Siebenmeter zum 30:27 verwandelte, war die Partie entschieden. Der Tabellenvorletzte HSG Konstanz gewann mit 31:28 (16:15). Der TSV hofft, das er am kommenden Samstag wieder ein größeres Aufgebot gegen den HC Elbflorenz 2006 zur Verfügung hat. Das Spiel gegen den Tabellennachbarn aus Dresden beginnt um 19.30 Uhr im TSV Bayer Sportcenter. Tickets gibt es im Vorverkauf im Tabakshop an der Kölner Straße 64 und online.

Während der TSV in der Anfangsphase leichte Probleme mit dem Spielgerät hatte, brachte Konstanz seine Fans mit drei sicher abgeschlossenen Angriffen schnell mit 3:0 in Stimmung. Doch von dem Rückstand ließ der TSV sich nicht beeindrucken, Ante Grbavac erzielte in der 4. Minute den ersten Treffer für die Gäste in der mit 1150 Zuschauern besetzten Schänzle-Halle. In der Folgezeit entwickelte sich eine Partie auf Augenhöhe - die Gäste schafften den Anschluss und glichen erstmals nach einer Viertelstunde aus: Der überraschende Pass von Benni Richter auf Carl Löfström führte zum 7:7 durch den Kreisläufer. Um selber in Führung gehen zu können, hätten die Dormagener freilich ihre Abwehr dichter machen müssen. Zu oft spielte Konstanz die Außen auf beiden Seiten frei, die den TSV-Torhütern nur selten eine echte Abwehrchance ließen. Dass der Aufsteiger lediglich mit der 16:15-Führung in die Kabine gehen konnte, war letztlich Janis Boieck zu verdanken. Tom Wolf kam mit seinem direkten Freiwurf an der Dormagener Mauer vorbei, nicht aber am Schlussmann.

Daniel Eblen hatte dann wohl das richtige Händchen: Er wechselte den ordentlich haltenden Michael Haßferter aus und brachte nach dem Seitenwechsel Maximilian Wolf. Der bewährte sich sofort und wehrte den Strafwurf von Joshua Reuland, der zuvor schon zwei Siebenmeter verwandelt hatte. Das erneute Remis sollte aber doch gelingen: Ante Grbavac traf jetzt von der Linie, Eloy Morante Maldonado ließ das 17:17 folgen. Die Begegnung blieb spannend, der TSV glich bis zum 22:22 immer wieder aus, versäumte aber, einmal selbst in Führung zu gehen. Und dann kam das Aus für Patrick Hüter. Selbst die Konstanzer Kommentatoren sprachen von einer Fehlentscheidung nach Hüters Abwehraktion gegen Fynn Beckmann, die von den Schiedsrichtern mit Rot bewertet wurde.

Trotz des zusätzlichen Handicaps ließen die Rheinländer nicht locker und kamen wieder auf, als Konstanz sich in der 49. Minute bis auf 26:23 abgesetzt hatte. Nach drei Treffern in Folge von Morante wurde die Partie immer spannender. Doch dann war es ausgerechnet Morante, der die klare Chance zum 27:27 nicht im HSG-Kasten unterbrachte. Wolf parierte erst gegen ihn und anschließend gegen Jakub Sterba. Als Sven Bartmann den von Fabian Maier-Hasselmann geworfenen Siebenmeter meisterte, kam wieder Hoffnung im Dormagener Lager auf. Doch nun war es Ante Grbavac, der an Wolf scheiterte. Auf der anderen Seite blieb Bartmann das Glück versagt: Er war dran am Wurf von Maier-Hasselmann, doch der Ball drehte sich noch rein ins Dormagener Tor. Das 29:26 durch Paul Kaletsch war schon die Vorentscheidung - ehe Tom Wolf den Deckel drauf machte.

"Hut ab, wie unser dünner Kader gekämpft und immer wieder versucht hat, das Spiel umzudrehen. Natürlich wussten wir, dass es nicht leicht sein wird in Konstanz zu gewinnen, aber mit nur neun Feldspielern war es natürlich noch schwieriger", sagte Dusko Bilanovic nach den 60 Minuten. "Wir haben sicher davon profitiert, dass Dormagen nicht vollzählig war", meinte sein Kollege Daniel Eblen. "Es gab heute viele Situationen, in denen wir das Publikum gebraucht haben. Es fühlt sich natürlich besser an, wenn man etwas schlechter gespielt hat und gewinnt, als wenn man gut war und nichts holt."

HSG Konstanz - TSV Bayer Dormagen 31:28 (16:15)
Konstanz: M. Wolf (ab 31., 10 Paraden), Haßferter (6 Paraden), Tölke (n.e.); Stotz, Schleich (3), Czako (n.e.), Hild (2), T. Wolf (6/1), Wiederstein (5), Kaletsch (1), Krüger (1), Maier-Hasselmann (5/1), Beckmann, Jud (2), Keupp (n.e.), Wendel (6).
Dormagen: Bartmann (4 Paraden), Boieck (24.-47., 4 Paraden), Dahmen (n.e.); Reuland (5/2), Meuser (4), Richter, Löfström (6), P. Hüter, Braun (n.e.), Morante Maldonado (7), Sterba (2), Grbavac (4/1).
Schiedsrichter: Hellbusch / Jansen.
Zuschauer: 1150.
Zeitstrafen: 6:10 Minuten.
Siebenmeter: 2/3:3/4 (Bartmann hält gegen Maier-Hasselmann - Reuland scheitert an Wolf).
Spielfilm: 3:0, 5:2 (7.), 7:7 (15.), 11:10, 13:11, 16:15 - 17:17, 21:21 (39.), 24:23, 26:23 (49.), 27:26, 29:27, 30:27, 31:28.


Eine weitere Hiobsbotschaft nach den bereits bekannten Ausfällen von Ian Hüter, Pascal Noll, Heider Thomas und Nuno Rebelo: Julian Köster hatte zwar die Reise nach Konstanz angetreten, doch spätestens beim Kaffee am Samstag vier Stunden vor Spielbeginn war klar, dass er aufgrund seiner schlimmer werdenden Erkältung nicht mitspielen kann. So standen TSV-Trainer Dusko Bilanovic lediglich neun Feldspieler zur Verfügung. Und als Kapitän Patrick Hüter in der 42. Minute nach einer eher unglücklichen Aktion die übertriebene Rote Karte sah, waren es nur noch acht. Die allerdings kämpften bis zum Umfallen. Das reichte am Samstagabend aber auch nicht zu einem Teilerfolg. Spätestens als Tom Wolf in der 59. Minute den Siebenmeter zum 30:27 verwandelte, war die Partie entschieden. Konstanz gewann mit 31:28.

HSG Konstanz - TSV Bayer Dormagen 31:28 (16:15)
Konstanz: M. Wolf, Tölke, Haßferter; Stotz, Schleich (3), Czako, Hild (2), T. Wolf (6/1), Wiederstein (5), Kaletsch (1), Krüger (1), Maier-Hasselmann (5/1), Beckmann, Jud (2), Keupp, Wendel (6).
Dormagen: Bartmann, Boieck (24.-47.), Dahmen (n.e.); Reuland (5/2), Meuser (4), Richter, Löfström (6), P. Hüter, Braun, Morante Maldonado (7), Sterba (2), Grbavac (4/1).
Schiedsrichter: Hellbusch / Jansen.
Zuschauer: 1115.
Zeitstrafen: 6:10 Minuten.
Siebenmeter: 2/3:3/4 (Bartmann hält gegen Maier-Hasselmann - Reuland scheitert an Wolf).
Spielfilm: 3:0, 5:2 (7.), 7:7 (15.), 11:10, 13:11, 16:15 - 17:17, 21:21 (39.), 24:23, 26:23 (49.), 27:26, 29:27, 30:27, 31:28.

Weitere Informationen folgen.


Freitag Mittag ist Abfahrt am Dormagener Höhenberg. Der Bus macht sich nach dem Abschlusstraining auf zum Aufsteiger HSG Konstanz, der zuletzt auswärts mit dem Punktgewinn (23:23) bei TuS N-Lübbecke überraschte. Bevor die Mannschaft des TSV Bayer Dormagen die größte Stadt am Bodensee erreicht, gibt es einen längeren Stop im Schwarzwald: Übernachtet wird in Bad Dürrheim, am Samstag geht es am späten Nachmittag weiter. Um 20 Uhr pfeifen die Schiedsrichter Darnel Jansen und Lucas Hellbusch (Darmstadt) die Partie des 11. Spieltages der 2. Handball-Bundesliga in der direkt am Wasser gelegenen Schänzle-Halle an. Sportdeutschland überträgt wieder live.

Der Gastgeber ist aus TSV-Sicht eher ein Unbekannter. Doch die Heimstärke der HSG hat sich natürlich herumgesprochen. Das Team von Daniel Eblen (45) hat Hamm einen Punkt abgeknöpft sowie die Spiele gegen Lübeck und Aue gewonnen. In der letzten Woche war nach der 23:21-Führung der erste Auswärtssieg in Greifweite, doch Lübbecke rettete etwas glücklich den einen Punkt. Die Mannschaft verfügt über Kontinuität: Ein Großteil des Kaders, der beim zweiten Aufstieg 2016 dabei war, gehört dem Club weiterhin an. Das erste Mal gelang Konstanz 2001 der Einzug in die damalige 2. Liga Süd.

Die Anwesenheit in dieser Trainingswoche war beim TSV überschaubar: Heider Thomas, Ian Hüter, Pascal Noll und Nuno Rebelo sind weiterhin verletzt. Kapitän Patrick Hüter musste aufgrund von Klausuren das Trainingsengagement etwas reduzieren. "Und der Wetterwechsel führte bei einigen Spielern zu Erkältungen", sagt Dusko Bilanovic. Der Trainer betont: "Konstanz ist in der Liga angekommen und zeichnet sich durch seine Heimstärke aus. Wir wissen, was uns erwartet und wollen etwas Zählbares aus Konstanz mitnehmen." Gerne hätte die Mannschaft am Samstag Vormittag noch eine Trainingseinheit eingelegt. Doch trotz intensiver Versuche konnte Geschäftsführer Björn Barthel keine Halle bekommen: "Sie werden insbsondere wegen der Benutzung von Harz an Externe nicht vermietet."

Einer ist gar nicht mehr dabei: Torwart Hendrik Halfmann wurde beim letzten Heimspiel nach seinen knapp zwei Monaten als Vertretung für den verletzten Torwart Janis Boieck verabschiedet. Barthel: "Wir wünschen ihm alles Gute und hoffen, dass er bald wieder die Chance hat, im Kasten eines Clubs zu stehen."



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