Die Wiesel gewannen auch das dritte Auswärtsspiel der Rückrunde und konnten auf der Rückreise vom Bodensee den Hochschwarzwald-Klassiker Tannenzäpfle genießen: In Konstanz setzte sich die nur mit 14 Spielern angereiste Mannschaft von Dusko Bilanovic mit 25:20 (12:11) durch und kletterte in der Tabelle der 2. Handball-Bundesliga auf Rang 5. Mit neun Treffern war Benni Richter erfolgreichster Werfer der Partie, Sven Bartmann triumphierte im Torwartduell. Weiter geht es für den TSV Bayer Dormagen am kommenden Freitag, 16. April, mit dem Heimspiel gegen den EHV Aue.

Die Liste der nicht einsatzfähigen Spieler war in den letzten Tagen immer länger geworden. Nach den Ausfällen von Martin Juzbasic, Joshua Reuland, Lucas Rehfus und Fynn Johannmeyer mussten auch die beiden Rückraumspieler Alexander Senden (Infekt) und Andre Meuser passen. Der lange Linkshänder hatte sich im Spiel gegen Hüttenberg das Innenband im linken Knie gezerrt und muss noch ein paar Tage pausieren. Der scheinbare Nachteil relativierte sich, da die HSG Konstanz überraschend auf ihren erfolgreichsten Schützen Tom Wolf und auch auf Tim Jud verzichten mussten.

Die Diskussion über die personelle Situation stellte Dusko Bilanovic freilich hinten an: „Wir haben einen breiten Kader und ich bin fest davon überzeugt, dass die Spieler, die in Konstanz dabei sind, ihr Bestes geben werden“, verbreitete der Dormagener Coach vor dem Anpfiff Zuversicht. Als es nach der Abtastphase noch nicht ganz so gut lief und die Gastgeber in der Schänzle-Sporthalle mit 6:3 vorne lagen, nahm er eine Auszeit und erinnerte seine Auswahl an die Absprachen. Prompt war die Aufmerksamkeit wieder da und in der 22. Minute gelang Linus Skroblien die erste Führung (9:8) nach dem 1:0 durch Ante Grbavac. Noch einmal glich Matthias Hild aus, ehe die Gäste ihren Vorsprung bis zum Schlusspfiff nicht mehr abgaben. Das lag insbesondere an der leidenschaftlich kämpfenden Abwehr, die sich zur Aufgabe gemacht hatte, vor allem den im Hinspiel so starken Kreisläufer Markus Dangers nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Weil zudem Sven Bartmann einige „Hundertprozentige“ abwehrte, kam die HSG über 20 Tore nicht hinaus - Minusrekord in dieser Spielzeit.

Der TSV hielt die Zahl der technischen Fehler in Grenzen und wartete lange auf die beste Wurfgelegenheit. Bei den Abschlüssen überzeugte Benni Richter, der neben vier erfolgreichen Würfen von der Siebenmeterlinie auch fünfmal platziert abschloss. Wichtig für den Verlauf des Spiels: Ante Grbavac hat seine Torgefahr wiedergefunden und reckte sechsmal seine Faust in die Höhe. Ian Hüter zählte ebenfalls zu den Top-Werfern und sorgte nach dem Seitenwechsel mit zwei Treffern für die erste Drei-Tore-Führung (14:11). Mit einem erneuten Doppelpack machte er letztlich auch alles klar, nachdem der für Michael Haßferter eingewechselte Schlussmann Maximilian Wolf mit mehreren Paraden noch einmal Hoffnung aufkommen ließ: Ian Hüter erzielte die Treffer 23 und 24 und beendete die letzten Zweifel am Spielausgang.

HSG-Trainer Daniel Eblen war durchaus zufrieden mit seiner Defensive, litt aber unter dem „Chancenwucher“: „Vor dem Tor haben wir die Dinger dermaßen liegen lassen, das habe ich selten gesehen. Wenn man zehn Freie nicht macht, wird man in dieser Liga kein Spiel gewinnen.“ Ein positives Fazit zog hingegen Dusko Bilanovic: „Am Anfang hatten wir leichte Probleme mit der offensiven Deckung von Konstanz. Das haben wir dann aber gut gelöst. Nach der schwierigen personellen Situation hat das Team in Konstanz Charakter gezeigt.“

HSG Konstanz - TSV Bayer Dormagen 20:25 (11:12)
Konstanz: Hassferter (4 Paraden), M. Wolf (ab 44., 4 P.); Stotz, Schlaich (2), Czako (3), Jaeger (1), Hild (4), Dangers (1), Krüger, Maier-Hasselmann, Beckmann (1), Braun (4/1), Jud, Volz (1), Schramm (3), Knezevic.
Dormagen: Bartmann (11 Paraden), Simonsen; Wilhelm, Seesing (1), Richter (9/4), Iliopoulos (1), I. Hüter (5), Reimer, Skroblien (1), Noll, P. Hüter, Sterba, Grbavac (6), Mast (2).
Schiedsrichter: Kolb / Kauth.
Zuschauer: -
Zeitstrafen: 2:2 Minuten.
Siebenmeter: 1/1:4/5 Richter scheitert an Wolf).
Spielfilm: 3:3 (8.), 6:3 (13.), 7:6, 8:6 (18.), 8:9 (22.), 10:12, 11:12 - 11:14 (35.), 18:19, 18:21 (47.), 19:24 (56.), 20:25.


Blickt man nur auf die Ergebnisse, wäre die Sache klar: Dormagen gewann beim TuS N-Lübbecke mit 27:19, drei Tage später ging die HSG Konstanz an gleicher Stelle mit 23:37 unter. Doch die Ergebnisse von gestern spielen keine Rolle mehr, wenn Konstanz heute auf die Wiesel trifft. Denn das Team vom Bodensee hat immerhin 13 der bisherigen 15 Punkte in der heimischen Schänzle-Halle geholt. Und vor allem dort will die Mannschaft von Daniel Eblen die Zähler verbuchen, die für den Klassenerhalt notwendig sind. „Die Heimspiele gewinnen und auswärts überraschen“, sagt Kapitän Tom Wolf, der in der nächsten Saison vielleicht in der 1. Bundesliga spielt: Der Ex-Korschenbroicher wechselt zum TuS N-Lübbecke. Konstanz liegt aktuell auf Rang17 und damit einem Abstiegsplatz.

Schneller als erwartet erreichte gestern der Bus mit dem TSV-Team Konstanz. „Wir kamen gut durch“, sagte Trainer Dusko Bilanovic. Er erinnert sich gerne an das Hinspiel, das seine Auswahl nach einem 7:1-Start mit 31:25 gewann. Die Partie hätte bei besserer Chancenverwertung sogar noch deutlicher ausfallen können. Nicht in den Griff bekamen die Wiesel im November Kreisläufer Markus Dangers, der mit neun Treffern bester Werfer war. „Das wollen wir heute in der Abwehr besser machen“, kündigt Bilanovic an. Er weiß, dass „Konstanz gerade in der heimischen Halle bis zum Schluss fightet. Das ist die wesentliche Stärke der HSG.“ Was man dagegen machen kann: „Wir müssen ebenfalls 60 Minuten lang kämpfen.“

Wenn die Schiedsrichter Markus Kauth und Andre Kolb (Taufkirchen / Augsburg) das Spiel des 27. Spieltags um 20 Uhr anpfeifen, dann sind auch die Dormagener Spieler gefordert, die sonst nicht in der Startformation stehen. Bilanovic: „Joshua Reuland wird am Montag am Knie operiert, weitere Spieler sind angeschlagen. Doch wir haben einen breiten Kader mit Spielern, die ihre Fähigkeiten in der 2. Liga längst unter Beweis gestellt haben.“ Das Spiel wird live auf Sportdeutschland.tv übertragen und kann kostenlos verfolgt werden.

Nachholspiele gegen Ferndorf stehen fest
Der TuS Ferndorf und der TSV Bayer Dormagen haben sich auf die beiden Termine ihrer mehrfach verlegten Saisonspiele verständigt: In Dormagen stehen die beiden Mannschaften sich am Mittwoch, 21. April, gegenüber. Das Auswärtsspiel beim TV Großwallstadt findet deswegen einen Tag später als vorgesehen am Samstag, 24. April, statt. Zum Vergleich in Ferndorf kommt es kurz vor dem Saisonende am Mittwoch, 23. Juni. Alle Spiele beginnen um 19.30 Uhr.


Die meisten Spiele der beiden Klubs enden knapp, aber in der Regel mit einem Dormagener Sieg. Doch wie der TSV die ewige Verliererserie am Mittwoch beim TuS N-Lübbecke beendete, so sorgte der TV Hüttenberg am Samstagabend für eine angekündigte Überraschung im TSV Bayer Sportcenter. Das Team von Johannes Wohlrab setzte sich am 26. Spieltag der 2. Handball-Bundesliga mit 28:24 (15:14) durch und feierte den vierten Auswärtssieg in dieser Saison. Die Dormagener verbuchten die dritte Heimniederlage, verbleiben aber auf dem sechsten Tabellenplatz. Weiter geht es am kommenden Freitag, 9. April, mit dem Gastspiel bei der HSG Konstanz.

Die Wiesel liefen mit dem Trikot von Joshua Reuland ein und schickten damit einen Gruß an den verletzten Linksaußen, der nach seinem gerissenen Kreuzband in dieser Saison nicht mehr zur Verfügung steht. Doch die erhofften zwei Punkte konnten sie Reuland nicht widmen. Dafür fehlten an Ostersamstag die Qualitäten, die noch am Mittwoch zum klaren Auswärtssieg beim Tabellendritten TuS N-Lübbecke beigetragen hatten. Schon zu Beginn leistete der TSV sich zwei Fehler, die von den Hessen mit zwei erfolgreichen Gegenstößen von Ian Weber und Hendrik Schreiber beantwortet wurden. Darauf reagierten die Wiesel noch überzeugend mit zwei Treffern von Andre Meuser, einem von Alexander Senden und dem ersten von drei Strafwürfen, die Benni Richter einmal mehr sicher verwandelte.

uf Dormagens 5:3-Führung antwortete Gäste-Coach Johannes Wohlrab sofort mit der Auszeit und erinnerte seine Spieler an den ausgegebenen Plan. Tatsächlich gelang es anschließend den Gastgebern gegen die ungemein bewegliche und kompakt stehende Hüttenberger Abwehr nicht, sich weiter abzusetzen. Im Gegenteil: Erst traf Tobias Hahn glücklich von der Siebenmeterlinie - Sven Bartmann war dran, der Ball ging aber dennoch rein. Dann führte der Doppelschlag des wendigen Ian Weber zur neuerlichen TVH-Führung (6:7). Mit seinen Treffern Nr. 4 und 5 hielt der präzise abschließende Andre Meuser sein Team im Rennen. Doch nach dem letzten Wurf blieb der lange Linkshänder verletzt liegen. Er hatte einen Schlag gegen das Innenband bekommen, erklärte später Dusko Bilanovic, und musste behandelt werden. Der Comebackversuch in der zweiten Hälfte wurde wieder abgebrochen, um „kein Risiko gegen diese offensive Hüttenberger Deckung einzugehen.“

So fehlte den Hausherren eine Menge Durchschlagskraft, da der ebenfalls angeschlagene Alexander Senden nur mit angezogener Handbremse spielen konnte. Doch in dieser Phase des Spiels gab es auch Lichtblicke: Linus Skroblien trug mit seinen drei Treffern innerhalb von fünf Minuten entscheidend dazu bei, dass der TSV die Führung wieder zurückerobern konnte. Da auch Aron Seesing und Tim Mast trafen, lag der TSV mit 12:10 und 13:11 vorne. Hüttenberg zeigte sich aber wenig beeindruckt und führte wieder nach drei Treffern in Folge. Beim 13:14 war auch Glück im Spiel: Den Abpraller nach dem Lattenknaller von Ante Grbavac nutzte Johannes Klein zum schnellen Konter. Zur Pause hieß es 14:15.

Die Partie blieb offen und damit auch spannend. Und die Live-Übertragung auf Sportdeutschland.tv zeigte den Fans auch beeindruckende Tore. So der Klasse-Treffer von Patrick Hüter und das Rückhandtor von Tim Mast zum 17:17. Bis zum 20:20 legten immer die Gäste vor, mit zwei Treffern in Folge erhöhte Robin Hübscher auf 20:22. Der TSV bäumte sich auf: Richter, Mast und Ian Hüter sorgten für die erneute Wende zum 23:22. Doch technische Fehler, misslungene Abschlüsse und der zweimal stark parierende Nikolai Weber beendeten die Dormagener Hoffnung auf zwei weitere Punkte in dieser Woche. Hüttenberg bejubelte den 28:24-Auswärtssieg, der nach Ansicht beider Trainer und der versammelten Handballexperten „verdient“ war. „Wir haben alles gegeben, was in uns steckt“, sagte Johannes Wohlrab. Und Dusko Bilanovic musste eingestehen: „Hüttenberg war teilweise präsenter als wir.“

TSV Bayer Dormagen - TV Hüttenberg 24:28 (14:15)
Dormagen: Bartmann (8 Paraden), Simonsen (38.-50., 2 Paraden); Seesing (1), Senden (3), Meuser (5), Wilhelm, Richter (3/3), Iliopoulos (1), I. Hüter (4), Reimer (n.e.), Skroblien (3), Noll (n.e.), P. Hüter (1), Sterba, Grbavac, Mast (3), Trainer: Bilanovic.
Hüttenberg: N. Weber (8 Paraden), Plaue (bei einem 7m); Fuß (2), Kneer (1), Theiß, Fujita (n.e.), I. Weber (6), Rompf (1), Lindenstruth (1), Reichl (5), Mubenzem, Hübscher (4), Hahn (3/2), Klein (1), Jockel (n.e.), Schreiber (4), Trainer: Wohlrab.
Schiedsrichter: Dinges / Schmack.
Zuschauer: -
Zeitstrafen: 4:6 Minuten.
Siebenmeter: 3/3:2/2.
Spielfilm: 1:0, 1:3, 5:3, 6:4, 6:7, 9:10, 12:10, 13:11, 13:14, 14:15 - 18:18, 20:20, 20:22, 23:22, 23:23, 23:26, 24:28.


Auch wenn Coach Dusko Bilanovic seinen Spielern nach dem starken Auftritt in Lübbecke für Gründonnerstag trainingsfrei gegeben hatte, so mussten doch alle im TSV Bayer Sportcenter zum obligatorischen Coronatest zwei Tage vor dem nächsten Spiel erscheinen. Sämtliche Ergebnisse waren negativ, jetzt hoffen die Wiesel auf einen positiven Verlauf des Heimspiels gegen den TV Hüttenberg. Doch auch wenn die Hessen in der langen Geschichte beider Klubs kaum ein Erfolgserlebnis gegen Dormagen verbuchen konnten und zuletzt das Hinspiel 30:34 verloren, so wird die Statistik niemand überbewerten: „Wir können uns gegen keine Mannschaft Nachlässigkeiten leisten, denn der Blick auf die Ergebnisse der Spiele am Mittwoch zeigt doch einmal mehr, dass in dieser Liga jeder jeden schlagen kann“, betont Bilanovic. Das Spiel des Sechsten gegen den Vierzehnten der Tabelle pfeifen die Schiedsrichter Tobias Schmack und Philipp Dinges (Stutensee / Stuttgart) um 19.30 Uhr an.

Auf die Fans, die heute auf Sportdeutschland.tv eine Viertelstunde vor Spielbeginn live dabei sind, wartet ein Oster-Special: Vor, während und nach dem Spiel werden bunte Eier eingeblendet. Wer die richtige Anzahl mitteilt, gewinnt auf jeden Fall einen Wiesel-Flaschenöffner. Darüber hinaus werden unter denen, die richtig mitgezählt haben, drei Gutscheine im Wert von 25, 15 und 10 Euro verlost. Die Fans schicken ihre Antworten über direct messages auf Instagram oder Facebook an den TSV Bayer Dormagen oder per E-Mail an orga@handball-dormagen.de.

Gegenüber dem Hinspiel gibt es auf Dormagener Seite eine wesentliche Veränderung: Joshua Reuland, der im November sieben Tore zum Erfolg beim TV Hüttenberg beigetragen hatte, fällt nicht nur heute aus - er wird in dieser Saison nicht mehr zum Einsatz kommen können. Die genaue Untersuchung mittels MRT in der Kölner Media Park Klinik bestätigte den Verdacht: Der Linksaußen erlitt in Lübbecke in der 11. Minute einen Riss des vorderen Kreuzbandes im linken Knie, nachdem er gerade seinen zweiten Treffer erzielt hatte. Als er nach seinem hohen Sprung auf dem Spielfeld landete, krachte sein Knie mit dem unglücklich ausgefahrenen Knie eines Gegenspielers zusammen. Die notwendige Operation findet am 12. April statt. #comebackstronger, Josh!

Veränderungen bei den Hessen aus anderen Gründen: Zwei Wochen nach der Niederlage gegen den TSV trennten sich die Wege des Klubs und von Coach Frederick Griesbach. Der bisherige Co-Trainer Johannes Wohlrab (34) übernahm und unterschrieb bis 2022. Unter Wohlrab holten die Hessen 14 der bisherigen 17 Punkte. Vor dem 29:24-Sieg gegen Eisenach am Mittwoch wurden allerdings die letzten vier Spiele in Lübeck (22:25), Bietigheim (26:35) und Dresden (22:26) sowie das Heimspiel gegen Gummersbach (23:24) verloren. Ein weiterer Unterschied zum Hinspiel: Routinier und Ex-Nationalspieler Stefan Kneer war damals noch nicht fit.


Aufgrund des überraschend starken Autobahnverkehrs mit zahlreichen Staus kamen die Wiesel später als erwartet an der Merkur Arena in Lübbecke an. Doch umso intensiver drückten sie auf dem Spielfeld aufs Gas. Von Beginn an präsent lag der TSV Bayer Dormagen am Mittwochabend schon zur Pause beim Tabellendritten TuS N-Lübbecke deutlich mit 15:8 vorne und ließ auch in der zweiten Hälfte nicht locker. Mit 27:19 feierte die Mannschaft von Dusko Bilanovic den sechsten Auswärtssieg und auch eine Revanche für die bittere 25:36-Niederlage vor einem Jahr an gleicher Stelle. Und eine weitere kleine Überraschung: Im ersten Duell der Brüder Skroblien behauptete sich der Neu-Dormagener Linus gegen den Torschützenkönig der 2. Handball-Bundesliga Tom. Voller Zufriedenheit war Bilanovic großzügig und gab seinen Spielern für heute trainingsfrei. Aber nur unter der Bedingung, dass sie nach dem Spiel in der Halle vernünftig auslaufen.

Die Zahl spricht für sich: Nur 19 Tore erzielte der TuS N-Lübbecke – so wenige wie noch nie in der laufenden Saison. In den zehn Heimspielen zuvor verzeichnete der TuS einen Schnitt von 29,5 Treffern. Das bestätigt die vorbildliche Leistung der Dormagener Abwehr, die von den Gastgebern nur schwer zu überwinden war. Was durchkam, landete aber längst nicht im TSV-Kasten. Denn da präsentierte sich Sven Bartmann in Bestform, wehrte 12 Bälle ab - darunter zwei Siebenmeter von Tom Skroblien. Weil die Nettelstedter schon in der Anfangsphase viele Fehler produzierten, konnte der TSV den Vorsprung kontinuierlich ausbauen und führte 4:0 nach acht Minuten durch den ersten Treffer des mit sechs Toren erfolgreichsten Spielers Alex Senden. Erst in der 10. Minute erzielte Dominik Ebner den ersten TuS-Treffer.

Danach ein Schock für den TSV: Joshua Reuland, der zweitbeste Saison-Torschütze, zog sich nach seinem erfolgreichen Abschluss zum 5:1 in der 11. Minute eine schwere Knieverletzung zu, die wohl zu einer längeren Pause führen wird. Das Knie eines Gegenspielers stieß nach Reulands Landung mit dem des Linksaußen zusammen, der sofort liegen blieb und starke Schmerzen verspürte. Nach einer kurzen Behandlung auf dem Spielfeld halfen Benni Richter und Jakub Sterba ihrem Mitspieler dabei, das Spielfeld zu verlassen. Ein MRT wird jetzt Aufschlüsse über die Schwere der Verletzung bringen.

Auf den Spielverlauf hatte Reulands Ausfall zum Glück keine Auswirkungen: Tim Mast führte sich gleich mit einem Gegenstoß zum 7:2 gut ein. Zwar sorgten der jetzt zweimal treffende Roman Becvar und Lutz Heiny für neue Hoffnung bei den Ostwestfalen, doch näher als bis auf die vier Tore (5:9) kamen sie nicht heran - auch weil Bartmann gegen den frei werfenden Leos Petrovsky parierte. Ab dem 12:8 in der 24. Minute machten die Rheinländer hinten völlig dicht und kamen durch Ian Hüter, Aron Seesing und Andre Meuser zur deutlichen 15:8-Pausenführung.

Das vermutete Aufbäumen der Hausherren blieb nach dem Seitenwechsel aus. Im Gegenteil: Patrick Hüter und Andre Meuser erhöhten zum beruhigenden 17:8, dem auch Nettelstedts 5:1-Lauf bis zur 50. Minute nichts anhaben konnte. Benni Richter beendete mit seinem dritten verwandelten Siebenmeter alle aufkeimenden Hoffnungen beim TuS. Vier Treffer hintereinander, darunter zwei Würfe ins verwaiste Tor, stellten das Kräfteverhältnis an diesem Abend wieder her. „Das war eine großartige Leistung, alle haben von der ersten bis zur letzten Sekunde um jeden Millimeter gekämpft. Die Jungs standen in der Abwehr bombastisch und spielten vorne mit viel Geduld. Das war sicher unsere beste Leistung in dieser Saison gegen diesen starken Gegner.“ Ein dickes Lob gab es auch vom Gegner: „Ich will gar nicht nach Entschuldigungen suchen, Dormagen war heute einfach die bessere Mannschaft. Gefühlt hatte der TSV immer einen oder zwei Spieler mehr auf dem Spielfeld. Gegen diese Intensität konnten wir nicht standhalten“, sagte TuS-Coach Emir Kurtagic.

Die nächste Aufgabe für den TSV steht bereits Ostersamstag an. Gegner im TSV Bayer Sportcenter ist dann ab 19.30 Uhr der TV Hüttenberg.

TuS N-Lübbecke – TSV Bayer Dormagen 19:27 (8:15)
Lübbecke: Rezar (8 Paraden), Kowalski (ab 54.); Becvar (2), Heiny (4), Baumgärtner (1), Ebner (1), Bagaric, Strosack (2), Mundus (1), Spohn, Nissen, Speckmann (5), Petrovsky (3), T. Skroblien.
Dormagen: Bartmann (12 Paraden), Simonsen (ab 56.); Reuland (2), Seesing (1), Senden (6), Meuser (5), Richter (4), Iliopoulos (1), I. Hüter (3), Reimer, L. Skroblien (1) P. Hüter (1), Sterba (2), Grbavac, Mast (1), Wilhelm.
Schiedsrichter: Fratczak / Ribeiro.
Zuschauer: -
Zeitstrafen: 10:4 Minuten.
Siebenmeter: 0/2:3/3 (Bartmann hält zweimal gegen Tom Skroblien).
Spielfilm: 0:4 (8.), 2:8 (16.), 6:10 (21.), 8:15 – 8:17 (36.), 12:20 (43.), 16:21, 17:24 (54.), 19:27.


Nach der unfreiwilligen Pause aufgrund der Corona-Fälle beim TuS Ferndorf steht der Partie des TSV Bayer Dormagen am heutigen Mittwochabend beim TuS N-Lübbecke nichts im Weg. Die Schiedsrichter Pawel Fratczak und Paulo Ribeiro (Geldern / Diepholz) pfeifen das Spiel der 2. Handball-Bundesliga in der Merkur Arena in Lübbecke um 19.30 Uhr an. „Klar, im Heimspiel ist Nettelstedt Favorit. Aber wir fahren sicher nicht chancenlos dorthin“, sagt TSV-Trainer Dusko Bilanovic. Nicht verpassen: Fans verfolgen das Spiel live auf Sportdeutschland.tv.

Die Gastgeber müssen einige Zeit auf Johannes Jepsen verzichten. Der Torwart hatte sich beim Warm-Up zur letzten Partie gegen die SG BBM Bietigheim verletzt. Nach erfolgter Untersuchung diagnostizierte Mannschaftsarzt Dr. Michael Dickob am Montag einen Abriss des Außenmeniskus im rechten Knie. Bei der heutigen Partie wird Nachwuchsmann Peter Kowalski in den TuS-Kader nachrücken. Ansonsten steht mit Aljosa Rezar ein 38-jähriger Routinier zwischen den Pfosten, der mit seinen elf Paraden im Hinspiel wesentlichen Anteil am 25:25 hatte.

Von den letzten vier Auswärtsfahrten kehrte der TSV wenig erfreut aus dem Wiehengebirge zurück: Vor einem Jahr kassierten die Wiesel mit 25:36 eine deftige Niederlage. Und davor schenkte der TuS den Rheinländern dreimal hintereinander 33 Tore ein und behielt die Punkte. Doch der Blick in die Vergangenheit bringt keine Erkenntnisse für die heutige Begegnung. „Immerhin hat Bietigheim vor einer Woche in Lübbecke ein 27:27 geholt...“ macht Bilanovic deutlich. Ohne Zweifel steht der TuS stärker unter Druck, denn aufgrund des Remis rutschten sie in der Tabelle der 2. Handball-Bundesliga wieder auf Nichtaufstiegsplatz 3 hinter Gummersbach zurück. Den Frust über den Punktverlust ließen sie im direkten Rückspiel nur vier Tage später gegen Bietigheim wieder raus und gewannen dort mit 29:24.

Bester Werfer einmal mehr: Linksaußen Tom Skroblien erzielte in Bietigheim neun Treffer und führt die Torschützenliste der 2. HBL mit 144 Toren an. Das heutige Spiel ist auch für den bald 28-Jährigen ein Novum: Er steht seinem Bruder Linus gegenüber, der seit Februar das Wiesel-Trikot trägt. „Wir haben noch nie zusammen oder gegeneinander gespielt und auch früher bei Post Schwerin haben wir zu unterschiedlichen Zeiten trainiert, weil Tom ja älter ist als ich“, erinnert sich der 23-jährige Linus Skroblien, der regelmäßig mit seinem Bruder telefoniert. „Aber über die Taktik wird natürlich nichts verraten.“


Der TSV Bayer Dormagen hat den polnischen Rückraumspieler (RM/RL) Patryk Biernacki ab Sommer 2021 verpflichtet. Der 25-Jährige spielt noch bis Ende der laufenden Saison für den polnischen Erstligisten Sandra SPA Pogoń Szczecin und hat in Dormagen einen Vertrag bis 2023 unterschrieben. Die Dormagener Verantwortlichen haben den wurfstarken Spieler längere Zeit beobachtet. „Bei einem Kennenlerntraining in Dormagen hat sich unser Eindruck verfestigt“, sagt Dormagens Handball-Geschäftsführer Björn Barthel. „Patryk Biernacki passt in unseren Kader.“

Das sieht TSV-Coach Dusko Bilanovic ähnlich: „Patryk erweitert sogar unsere Möglichkeiten, da er ein anderer Spielertyp ist. Wir werden versuchen, ihn ab Juli schnellstmöglich in die Mannschaft zu integrieren." Das sportliche Kompetenzteam lobt die „besondere Qualität“, die Biernacki ins Spiel bringt. „Er geht in die Nahtstellen, ist dabei selber torgefährlich, kann aber auch den Kreis bedienen“, bewertet Joachim Kurth den „kompletten Spieler“, der auch in der Abwehr überzeugt. „Ich freue mich auf die 2. Bundesliga und auf die neuen Herausforderungen, die mich in Dormagen erwarten“, erklärt Patryk Biernacki.

Daten Patryk Biernacki
Geboren: 5. Februar 1996 in Pabianice (Nähe Lodz, Polen)
Gewicht: 108 kg
Größe: 194 cm
Beruf: Handballspieler, Sportlehrer, Jugendhandball-Trainer
Bisherige Klubs: Sandra SPA Pogoń Szczecin, HSV Insel Usedom, ChKS Lodz
Hobbies: Sport, Automobile, Kochen, Musik


Dusko Bilanovic wird mindestens bis 2023 Trainer des TSV Bayer Dormagen bleiben. Der Handball-Zweitligist hat jetzt den Vertrag mit dem 49-Jährigen vorzeitig verlängert. „Wir sind sehr zufrieden mit ihm“, fasst Handball-Geschäftsführer Björn Barthel die Entscheidung zusammen: „Die Ergebnisse stimmen und besonders erfreulich: Unter Dusko haben sich viele Spieler kontinuierlich weiterentwickelt.“

„Ich freue mich, dass gerade in diesen schwierigen Corona-Zeiten die Möglichkeit besteht, länger zu planen“, sagt Bilanovic, der seit Januar 2019 als Coach in Dormagen tätig ist. In dieser Zeit hat er mit seinem Team zunächst den Abstieg verhindert, in der abgebrochenen Saison 2019/20 mit Rang 10 mehr als den anvisierten 12. Platz erreicht und ist aktuell Tabellensechster. Bilanovic: „Wir sind gemeinsam auf einem guten Weg und haben vor, eines Tages auch mal wieder oben anzuklopfen.“ Dazu passen die Vertragsverlängerungen des Kern-Teams von all den Spielern, die „an unser Projekt glauben.“ Für den ehemaligen Topspieler stimmt es einfach in Dormagen: „Ich fühle mich hier sehr wohl.“

Das sportliche Kompetenzteam, das die Wiesel mit fachmännischem Rat und Tat begleitet, ist sich bei der Beurteilung des Trainers einig: „Dusko macht eine gute Vorbereitung, die Spieler gehen immer fit in die Saison“, erklärt Walter Haase. „Bei den Spielen ist er auf der Höhe des Geschehens, sodass wir das Gefühl haben, der Coach gibt alles.“ Und was mancher als hart empfindet, aber letztlich ebenfalls für die Qualität des Trainers spreche: „Er arbeitet in jeder Beziehung konsequent und macht wenig Kompromisse.“ Dazu gehöre die intensive Beobachtung auch der vielen Nachwuchsspieler in den Reihen des TSV Bayer. Haase: „Es gehört sicher zu seinem Erfolgsrezept, dass er vor allem auf die Leistungsträger setzt. Dabei hat Dusko Bilanovic keine Ängste, auch sehr junge Spieler zu bringen, die er schrittweise an die Aufgaben heranführt.“ Aus vielen Gesprächen mit ihm weiß Walter Haase als einer der bedeutenden Handball-Kenner: „Dusko arbeitet gerne hier - mit großer Begeisterung. Und die kann er mit seiner grundsätzlich positiven Herangehensweise auf alle Beteiligten übertragen.“


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