Aufgrund des überraschend starken Autobahnverkehrs mit zahlreichen Staus kamen die Wiesel später als erwartet an der Merkur Arena in Lübbecke an. Doch umso intensiver drückten sie auf dem Spielfeld aufs Gas. Von Beginn an präsent lag der TSV Bayer Dormagen am Mittwochabend schon zur Pause beim Tabellendritten TuS N-Lübbecke deutlich mit 15:8 vorne und ließ auch in der zweiten Hälfte nicht locker. Mit 27:19 feierte die Mannschaft von Dusko Bilanovic den sechsten Auswärtssieg und auch eine Revanche für die bittere 25:36-Niederlage vor einem Jahr an gleicher Stelle. Und eine weitere kleine Überraschung: Im ersten Duell der Brüder Skroblien behauptete sich der Neu-Dormagener Linus gegen den Torschützenkönig der 2. Handball-Bundesliga Tom. Voller Zufriedenheit war Bilanovic großzügig und gab seinen Spielern für heute trainingsfrei. Aber nur unter der Bedingung, dass sie nach dem Spiel in der Halle vernünftig auslaufen.

Die Zahl spricht für sich: Nur 19 Tore erzielte der TuS N-Lübbecke – so wenige wie noch nie in der laufenden Saison. In den zehn Heimspielen zuvor verzeichnete der TuS einen Schnitt von 29,5 Treffern. Das bestätigt die vorbildliche Leistung der Dormagener Abwehr, die von den Gastgebern nur schwer zu überwinden war. Was durchkam, landete aber längst nicht im TSV-Kasten. Denn da präsentierte sich Sven Bartmann in Bestform, wehrte 12 Bälle ab - darunter zwei Siebenmeter von Tom Skroblien. Weil die Nettelstedter schon in der Anfangsphase viele Fehler produzierten, konnte der TSV den Vorsprung kontinuierlich ausbauen und führte 4:0 nach acht Minuten durch den ersten Treffer des mit sechs Toren erfolgreichsten Spielers Alex Senden. Erst in der 10. Minute erzielte Dominik Ebner den ersten TuS-Treffer.

Danach ein Schock für den TSV: Joshua Reuland, der zweitbeste Saison-Torschütze, zog sich nach seinem erfolgreichen Abschluss zum 5:1 in der 11. Minute eine schwere Knieverletzung zu, die wohl zu einer längeren Pause führen wird. Das Knie eines Gegenspielers stieß nach Reulands Landung mit dem des Linksaußen zusammen, der sofort liegen blieb und starke Schmerzen verspürte. Nach einer kurzen Behandlung auf dem Spielfeld halfen Benni Richter und Jakub Sterba ihrem Mitspieler dabei, das Spielfeld zu verlassen. Ein MRT wird jetzt Aufschlüsse über die Schwere der Verletzung bringen.

Auf den Spielverlauf hatte Reulands Ausfall zum Glück keine Auswirkungen: Tim Mast führte sich gleich mit einem Gegenstoß zum 7:2 gut ein. Zwar sorgten der jetzt zweimal treffende Roman Becvar und Lutz Heiny für neue Hoffnung bei den Ostwestfalen, doch näher als bis auf die vier Tore (5:9) kamen sie nicht heran - auch weil Bartmann gegen den frei werfenden Leos Petrovsky parierte. Ab dem 12:8 in der 24. Minute machten die Rheinländer hinten völlig dicht und kamen durch Ian Hüter, Aron Seesing und Andre Meuser zur deutlichen 15:8-Pausenführung.

Das vermutete Aufbäumen der Hausherren blieb nach dem Seitenwechsel aus. Im Gegenteil: Patrick Hüter und Andre Meuser erhöhten zum beruhigenden 17:8, dem auch Nettelstedts 5:1-Lauf bis zur 50. Minute nichts anhaben konnte. Benni Richter beendete mit seinem dritten verwandelten Siebenmeter alle aufkeimenden Hoffnungen beim TuS. Vier Treffer hintereinander, darunter zwei Würfe ins verwaiste Tor, stellten das Kräfteverhältnis an diesem Abend wieder her. „Das war eine großartige Leistung, alle haben von der ersten bis zur letzten Sekunde um jeden Millimeter gekämpft. Die Jungs standen in der Abwehr bombastisch und spielten vorne mit viel Geduld. Das war sicher unsere beste Leistung in dieser Saison gegen diesen starken Gegner.“ Ein dickes Lob gab es auch vom Gegner: „Ich will gar nicht nach Entschuldigungen suchen, Dormagen war heute einfach die bessere Mannschaft. Gefühlt hatte der TSV immer einen oder zwei Spieler mehr auf dem Spielfeld. Gegen diese Intensität konnten wir nicht standhalten“, sagte TuS-Coach Emir Kurtagic.

Die nächste Aufgabe für den TSV steht bereits Ostersamstag an. Gegner im TSV Bayer Sportcenter ist dann ab 19.30 Uhr der TV Hüttenberg.

TuS N-Lübbecke – TSV Bayer Dormagen 19:27 (8:15)
Lübbecke: Rezar (8 Paraden), Kowalski (ab 54.); Becvar (2), Heiny (4), Baumgärtner (1), Ebner (1), Bagaric, Strosack (2), Mundus (1), Spohn, Nissen, Speckmann (5), Petrovsky (3), T. Skroblien.
Dormagen: Bartmann (12 Paraden), Simonsen (ab 56.); Reuland (2), Seesing (1), Senden (6), Meuser (5), Richter (4), Iliopoulos (1), I. Hüter (3), Reimer, L. Skroblien (1) P. Hüter (1), Sterba (2), Grbavac, Mast (1), Wilhelm.
Schiedsrichter: Fratczak / Ribeiro.
Zuschauer: -
Zeitstrafen: 10:4 Minuten.
Siebenmeter: 0/2:3/3 (Bartmann hält zweimal gegen Tom Skroblien).
Spielfilm: 0:4 (8.), 2:8 (16.), 6:10 (21.), 8:15 – 8:17 (36.), 12:20 (43.), 16:21, 17:24 (54.), 19:27.


Nach der unfreiwilligen Pause aufgrund der Corona-Fälle beim TuS Ferndorf steht der Partie des TSV Bayer Dormagen am heutigen Mittwochabend beim TuS N-Lübbecke nichts im Weg. Die Schiedsrichter Pawel Fratczak und Paulo Ribeiro (Geldern / Diepholz) pfeifen das Spiel der 2. Handball-Bundesliga in der Merkur Arena in Lübbecke um 19.30 Uhr an. „Klar, im Heimspiel ist Nettelstedt Favorit. Aber wir fahren sicher nicht chancenlos dorthin“, sagt TSV-Trainer Dusko Bilanovic. Nicht verpassen: Fans verfolgen das Spiel live auf Sportdeutschland.tv.

Die Gastgeber müssen einige Zeit auf Johannes Jepsen verzichten. Der Torwart hatte sich beim Warm-Up zur letzten Partie gegen die SG BBM Bietigheim verletzt. Nach erfolgter Untersuchung diagnostizierte Mannschaftsarzt Dr. Michael Dickob am Montag einen Abriss des Außenmeniskus im rechten Knie. Bei der heutigen Partie wird Nachwuchsmann Peter Kowalski in den TuS-Kader nachrücken. Ansonsten steht mit Aljosa Rezar ein 38-jähriger Routinier zwischen den Pfosten, der mit seinen elf Paraden im Hinspiel wesentlichen Anteil am 25:25 hatte.

Von den letzten vier Auswärtsfahrten kehrte der TSV wenig erfreut aus dem Wiehengebirge zurück: Vor einem Jahr kassierten die Wiesel mit 25:36 eine deftige Niederlage. Und davor schenkte der TuS den Rheinländern dreimal hintereinander 33 Tore ein und behielt die Punkte. Doch der Blick in die Vergangenheit bringt keine Erkenntnisse für die heutige Begegnung. „Immerhin hat Bietigheim vor einer Woche in Lübbecke ein 27:27 geholt...“ macht Bilanovic deutlich. Ohne Zweifel steht der TuS stärker unter Druck, denn aufgrund des Remis rutschten sie in der Tabelle der 2. Handball-Bundesliga wieder auf Nichtaufstiegsplatz 3 hinter Gummersbach zurück. Den Frust über den Punktverlust ließen sie im direkten Rückspiel nur vier Tage später gegen Bietigheim wieder raus und gewannen dort mit 29:24.

Bester Werfer einmal mehr: Linksaußen Tom Skroblien erzielte in Bietigheim neun Treffer und führt die Torschützenliste der 2. HBL mit 144 Toren an. Das heutige Spiel ist auch für den bald 28-Jährigen ein Novum: Er steht seinem Bruder Linus gegenüber, der seit Februar das Wiesel-Trikot trägt. „Wir haben noch nie zusammen oder gegeneinander gespielt und auch früher bei Post Schwerin haben wir zu unterschiedlichen Zeiten trainiert, weil Tom ja älter ist als ich“, erinnert sich der 23-jährige Linus Skroblien, der regelmäßig mit seinem Bruder telefoniert. „Aber über die Taktik wird natürlich nichts verraten.“


Der TSV Bayer Dormagen hat den polnischen Rückraumspieler (RM/RL) Patryk Biernacki ab Sommer 2021 verpflichtet. Der 25-Jährige spielt noch bis Ende der laufenden Saison für den polnischen Erstligisten Sandra SPA Pogoń Szczecin und hat in Dormagen einen Vertrag bis 2023 unterschrieben. Die Dormagener Verantwortlichen haben den wurfstarken Spieler längere Zeit beobachtet. „Bei einem Kennenlerntraining in Dormagen hat sich unser Eindruck verfestigt“, sagt Dormagens Handball-Geschäftsführer Björn Barthel. „Patryk Biernacki passt in unseren Kader.“

Das sieht TSV-Coach Dusko Bilanovic ähnlich: „Patryk erweitert sogar unsere Möglichkeiten, da er ein anderer Spielertyp ist. Wir werden versuchen, ihn ab Juli schnellstmöglich in die Mannschaft zu integrieren." Das sportliche Kompetenzteam lobt die „besondere Qualität“, die Biernacki ins Spiel bringt. „Er geht in die Nahtstellen, ist dabei selber torgefährlich, kann aber auch den Kreis bedienen“, bewertet Joachim Kurth den „kompletten Spieler“, der auch in der Abwehr überzeugt. „Ich freue mich auf die 2. Bundesliga und auf die neuen Herausforderungen, die mich in Dormagen erwarten“, erklärt Patryk Biernacki.

Daten Patryk Biernacki
Geboren: 5. Februar 1996 in Pabianice (Nähe Lodz, Polen)
Gewicht: 108 kg
Größe: 194 cm
Beruf: Handballspieler, Sportlehrer, Jugendhandball-Trainer
Bisherige Klubs: Sandra SPA Pogoń Szczecin, HSV Insel Usedom, ChKS Lodz
Hobbies: Sport, Automobile, Kochen, Musik


Dusko Bilanovic wird mindestens bis 2023 Trainer des TSV Bayer Dormagen bleiben. Der Handball-Zweitligist hat jetzt den Vertrag mit dem 49-Jährigen vorzeitig verlängert. „Wir sind sehr zufrieden mit ihm“, fasst Handball-Geschäftsführer Björn Barthel die Entscheidung zusammen: „Die Ergebnisse stimmen und besonders erfreulich: Unter Dusko haben sich viele Spieler kontinuierlich weiterentwickelt.“

„Ich freue mich, dass gerade in diesen schwierigen Corona-Zeiten die Möglichkeit besteht, länger zu planen“, sagt Bilanovic, der seit Januar 2019 als Coach in Dormagen tätig ist. In dieser Zeit hat er mit seinem Team zunächst den Abstieg verhindert, in der abgebrochenen Saison 2019/20 mit Rang 10 mehr als den anvisierten 12. Platz erreicht und ist aktuell Tabellensechster. Bilanovic: „Wir sind gemeinsam auf einem guten Weg und haben vor, eines Tages auch mal wieder oben anzuklopfen.“ Dazu passen die Vertragsverlängerungen des Kern-Teams von all den Spielern, die „an unser Projekt glauben.“ Für den ehemaligen Topspieler stimmt es einfach in Dormagen: „Ich fühle mich hier sehr wohl.“

Das sportliche Kompetenzteam, das die Wiesel mit fachmännischem Rat und Tat begleitet, ist sich bei der Beurteilung des Trainers einig: „Dusko macht eine gute Vorbereitung, die Spieler gehen immer fit in die Saison“, erklärt Walter Haase. „Bei den Spielen ist er auf der Höhe des Geschehens, sodass wir das Gefühl haben, der Coach gibt alles.“ Und was mancher als hart empfindet, aber letztlich ebenfalls für die Qualität des Trainers spreche: „Er arbeitet in jeder Beziehung konsequent und macht wenig Kompromisse.“ Dazu gehöre die intensive Beobachtung auch der vielen Nachwuchsspieler in den Reihen des TSV Bayer. Haase: „Es gehört sicher zu seinem Erfolgsrezept, dass er vor allem auf die Leistungsträger setzt. Dabei hat Dusko Bilanovic keine Ängste, auch sehr junge Spieler zu bringen, die er schrittweise an die Aufgaben heranführt.“ Aus vielen Gesprächen mit ihm weiß Walter Haase als einer der bedeutenden Handball-Kenner: „Dusko arbeitet gerne hier - mit großer Begeisterung. Und die kann er mit seiner grundsätzlich positiven Herangehensweise auf alle Beteiligten übertragen.“


Alexander Senden hat seinen ursprünglich bis 2022 laufenden Vertrag beim Handball-Zweitligisten TSV Bayer Dormagen um ein weiteres Jahr verlängert. „Er hat sich schnell integriert und ist ein fester Bestandteil der Mannschaft“, sagt Dormagens Handball-Geschäftsführer Björn Barthel. „Da haben wir gemeinsam ein Zeichen gesetzt und den Vertrag entsprechend angepasst.“

„Ich fühle mich pudelwohl in der Mannschaft und im gesamten Vereinsumfeld“, drückt der Rückraumlinke seine Zufriedenheit aus. „Von Anfang an konnte ich mir vorstellen längerfristig beim TSV zu bleiben. Hier stimmt das Gesamtpaket aus Entwicklungschancen, einer tollen Truppe, hoffentlich auch bald wieder den TSV Fans und der Nähe zu meiner Heimat. Dazu kommt, dass ich das Gefühl habe das Vertrauen vom Trainer zu bekommen“, betont der 25-Jährige, der in dieser Saison bislang 55 Tore für den TSV erzielte.

Daten zu Alexander Senden
Geboren am 21. Oktober 1995 in Düren-Birkesdorf
Beruf: Student
Größe: 1,94 m
Gewicht: 100 kg
Spielposition: Rückraum links
Bisherige Vereine: Düren 99, Weidener TV, Birkesdorfer TV, TV „Jahn“ Wahn, Leichlinger TV
Beim TSV seit: 2020

Spiel in Ferndorf fällt am Samstag aus
Am kommenden Samstag, 27. März, haben Alexander Senden und die Mannschaft des TSV Bayer Dormagen spielfrei: Das beim TuS Ferndorf vorgesehene Spiel musste verlegt werden. Nachdem der TuS Ferndorf vor über zwei Wochen neun Corona-Fälle gemeldet hatte sind die Testungen mittlerweile bei allen Betroffenen, die überwiegend auch mit Symptomen zu kämpfen hatten, negativ verlaufen. Dennoch sieht das Konzept des DOSB bei Sportlern mit Symptomen vor, dass ein Einstieg in den Sport nur nach vorangegangener medizinischer Untersuchung erfolgen darf. Diese Untersuchungen, die in besonderem Maße der Lunge, sowie dem Herz-Kreislauf-System gelten, sollten frühestens circa 14 Tage nach Abklingen der Symptome stattfinden, sodass die Rückkehr der infizierten Spieler noch etwas dauern kann, erklärt der TuS. „Wir wollen aber ganz deutlich machen, dass für den TuS Ferndorf und auch für die Handball-Bundesliga die Gesundheit der Spieler und Betroffenen oberstes Gebot ist und alle mit diesem Thema daher sehr verantwortungsbewusst umgehen.“

Dieser Aussage schließt der TSV sich natürlich an und wünscht allen Betroffenen einen guten Wiedereinstieg in den Spielbetrieb.


Diese Trikotaktion ist ein wirkliches Novum: Unter dem Motto „Einzeln sind wir Spieler, zusammen ein Verein!“ haben alle Wiesel-Fans die Möglichkeit, mit ihrem Namen sämtliche Spieler durch die komplette Saison 2021/2022 zu begleiten. Und das nicht nur zu Hause, sondern auch bei den Gastspielen. „So wird auch jedes Auswärtsspiel zum Heimspiel“, sagt Jil Falkenstein, Marketingleiterin des Handball-Zweitligisten TSV Bayer Dormagen. Und: „Seid hautnah dabei, mehr TSV geht nicht.“ Die Namen werden in das Design der offiziellen Saisontrikots 2021/2022 (Heim- und Auswärtstrikot), die von den Spielern in allen Partien getragen werden, eingearbeitet.

Im Online-Fanshop (https://shop.handball-dormagen.de) kann ab sofort zum Preis von 49,99 (circa 1,50 Euro pro Spiel) der Name gebucht werden, der mit bis zu 30 Zeichen auf dem Trikot erscheinen soll. Das Saisontrikot wird zu einem späteren Zeitpunkt im Online Shop verfügbar sein. Alle Erwerber des Namensrechts erhalten einen Rabattcode für die mögliche Individualisierung. Wer sich seinen Namen auf dem Trikot sichert, kann anschließend das Trikot inklusive Individualisierung für 55 statt 63 Euro kaufen.

Kapitän Patrick Hüter spricht für die gesamte Mannschaft: „Das ist ein geniales Angebot: Wir Spieler freuen uns riesig darauf, regelmäßig mit der direkten Verbundenheit von ganz vielen Fans das Spielfeld zu betreten und die Unterstützung zu spüren.“


Nach den 60 Minuten waren sich die Beteiligten einig: Der 27:24 (12:11)-Erfolg von Zweitliga-Tabellenführer Handball Sport Verein Hamburg geht unter dem Strich in Ordnung. Letztlich leistete sich der TSV Bayer Dormagen ein paar Fehler zu viel. Unglücklich für die Gastgeber: Es waren noch keine fünf Minuten gespielt, als Alexander Senden die Rote Karte sah. Eine Bestrafung, über die man unterschiedlicher Meinung sein durfte. Weiter geht es für den TSV - wahrscheinlich - am kommenden Samstag, 27. März, mit dem Spiel beim TuS Ferndorf. Das ist ein Novum. Denn das Rückspiel findet vor dem Hinspiel statt, das erneut verschoben werden musste.

Nachdem die Wiesel jeweils einen Punkt im Sportcenter gegen Nettelstedt und Gummersbach erkämpft und gegen Lübeck gewonnen hatten, wollte der TSV auch gegen die letzte vor ihr liegende Mannschaft etwas Zählbares holen. Andererseits kamen die Hamburger mit der Empfehlung von 14 nicht verlorenen Spielen an den Rhein. Ihnen kam entgegen, dass Alex Senden schon nach 4:45 Minuten das Spielfeld verlassen musste. Dabei konnte er nichts dafür, dass seine Hand am Kopf von Philipp Bauer landete. Denn der flinke Hamburger Rückraumspieler flog noch schneller Richtung Kreis, weil er dorthin gestoßen wurde und Kontakt mit Sendens Hand aufnahm. „Das hat uns weh getan“, sagte TSV-Coach Dusko Bilanovic. „Mit Alex hätten wir vorne mehr Druck machen können.“

Auch so blieb es eine intensive Partie auf Augenhöhe mit einem spannenden Doppelduell: Zweimal hintereinander trat Niklas Weller an die Siebenmeterlinie, zweimal war Christian Simonsen im TSV-Tor nicht zu überwinden. So erhielt Patrick Hüter die Chance, in der 22. Minute akrobatisch zum 8:8 auszugleichen. Sven Bartmann legte noch eins drauf und reagierte wie schon gegen Bietigheim blitzschnell mit dem Wurf ins leere Tor zum 9:8. Schade, dass der Abschluss von Lucas Rehfus an den Pfosten knallte und Jens Vortmann eine gute Einwurfchance von Patrick Hüter zunichtemachte. Konsequenter nutzten die Hamburger ihre Einwurfchancen zur 12:10-Führung kurz vor dem Pausenpfiff. Bevor es in die Kabinen ging, verkürzte Benni Richter und stellte damit wiederum seine Treffsicherheit von der Siebenmeterlinie unter Beweis.

Wie die erste endete, begann auch die zweite Halbzeit: Benni Richter traf per Strafwurf und glich anschließend auch zum 13:13 aus, nachdem Leif Tissier im zweiten Anlauf glücklich an den Ball kam und Vollstreckte. Dieses Unentschieden war aber auch das letzte der Partie: Die Hamburger gingen mit zwei, drei und schließlich vier Toren in Führung (24:20, 55. Minute). Zwar wehrte der TSV sich vehement, schöpfte nach einem Doppelschlag von Ian Hüter und dem Premieretor von Linus Skroblien noch einmal Hoffnung. „Sie haben um jeden Millimeter gekämpft“, lobte Bilanovic. Aber die Gäste ließen nichts mehr anbrennen und machten ihren Trainer „super zufrieden.“ Zwar habe sein Team nicht alles so gelöst wie vorgenommen, „aber wir wussten, dass es sehr schwer wird, immerhin hatten wir bisher in der 2. Liga noch nicht in Dormagen gewonnen“, sagte Torsten Jansen.

TSV Bayer Dormagen - Handball Sport Verein Hamburg 24:27 (11:12)
Dormagen: Bartmann (3 Paraden, 1 Tor), Simonsen (bei 4 7m, ab 40., 4 Paraden); Reuland (3), Seesing, Senden (1), Meuser (3), Richter (4/3), Iliopoulos (n.e.), I. Hüter (4), Reimer (1), Görgen (2), Noll (n.e.), P. Hüter (3), Rehfus, Grbavac (1), Skroblien (1).
Hamburg: Vortmann (6 Paraden), Maier (bei einem 7m und ab 50., 1 Parade); Schimmelbauer (4), Fick (n.e.), Tissier (5), Feit (n.e.), Hausmann (1), Weller (5/2), Ossenkopp, Axmann (5/4), Gertges (1), Bauer (2), Wullenweber (1), Bergemann (2), Kleineidam (1).
Schiedsrichter: Linker / Schmidt.
Zuschauer: -
Zeitstrafen: 6:8 Minuten.
Siebenmeter: 3/3:6/8 (Simonsen hält zweimal gegen Weller).
Spielfilm: 1:0, 1:3, 4:6 (15.), 9:8 (22.), 10:12 (29.), 11:12 - 14:16 (40.), 15:18 (44.), 18:20 (48.), 20:22 (53.), 20:24 (55.), 24:26 (59.), 24:27.


Das Spitzenspiel des 23. Spieltages steigt an diesem Freitag im TSV Bayer Sportcenter: Die Wiesel als Tabellenfünfte der 2. HBL begrüßen am 19. März um 19.30 Uhr Spitzenreiter Handball Sport Verein Hamburg. Dabei denken viele zurück an die herausragende Kulisse im Februar des letzten Jahres, als 2122 Zuschauer ein begeisterndes Spiel miterlebten, das mit dem 32:23-Erfolg des TSV Bayer endete. Als leidenschaftliche Unterstützer fehlen natürlich die Fans, „aber wir werden bis zum Ende fighten - auch für unsere treuen Anhänger, die das Spiel auf Sportdeutschland.tv verfolgen werden“, sagt TSV-Trainer Dusko Bilanovic und fügt an: „Ich erwarte auch ein sehr gutes Spiel.“ Das Spiel leiten die Schiedsrichter Frederic Linker und Sascha Schmidt (Recklinghausen / Bochum).

Waren die Hanseaten vor der Saison mit Blick auf die eigenen Absichten eher zurückhaltend, so wollen sie spätestens seit dem überzeugenden Sieg gegen den VfL Gummersbach und dem Ausbau der Tabellenführung das Comeback schaffen und bereits ab der kommenden Spielzeit wieder erstklassig sein. „Klar, wer in 14 Spielen hintereinander nur einen Punkt abgibt, der ist der erklärte Favorit. Andererseits enden alle Serien irgendwann“, schmunzelt Bilanovic. „Im Hinspiel waren wir eine Dreiviertelstunde auf Augenhöhe, in den letzten 15 Minuten lief es dann nicht ganz so wie erhofft.“ Die damals von Oktober in den Dezember verlegte Partie gewann Hamburg mit 32:26, nachdem der TSV noch in der 42. Minute mit 19:18 führte. „Das wollen wir diesmal besser machen“, erklärt der Dormagener Coach.

Im ersten Saisonvergleich war Jens Vortmann noch nicht dabei. Der Schlussmann, der vor 13 Jahren im Dormagener Kasten stand, kam im Februar vom Wilhelmshavener HV und hat beim HSVH einen Vertrag bis zum Saisonende unterschrieben. Seine Nachfolge tritt dann Nationaltorwart Johannes Bitter an. Vortmann (33) soll dem Tabellenführer zu mehr Konstanz im Tor verhelfen. „Wir waren in dieser Saison nicht vollends mit unserer Torhüterleistung zufrieden und hoffen, dass Jens die nächste Stellschraube ist, um uns noch ein bisschen besser zu machen“, sagte Trainer Torsten Jansen.

Mit Jakub Sterba und Fynn Johannmeyer stehen zwei Linkshänder am Freitag nicht zur Verfügung. Der beim Gastspiel in Aue erlittene Muskelfaserriss verhindert den Einsatz von Rechtsaußen Sterba. Der Halbrechte Johannmeyer fällt aufgrund eines Kniegelenktraumas mindestens vier Wochen aus; die Verletzung zog er sich jüngst im Training zu. Und ein kleiner Rückschritt im Heilungsprozess des Torwarts: Martin Juzbasic muss noch einmal am linken Mittelfinger operiert werden.


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