Der Westdeutsche Rundfunk sendet seit Sonntag, 23. September um 8 Uhr ununterbrochen 24 Stunden und sieben Tage lang einen Livestream aus dem Funkhaus in Köln: Bei der „längsten Live-Talkshow“ der Welt wird über Themen aus Politik, Kultur, Sport und Unterhaltung gesprochen, mehrheitlich für die jüngere Generation aufbereitet.

 

Marc Schlömer, Fußballkommentator der ARD Sportschau, lud jetzt zu einer Gesprächsrunde über die „schönste Nebensache der Welt“, Fußball ein. Neben Michael Strohmaier und Max Fritsching, die den Fußball-Podcast „FUMS&GRÄTSCH“ produzieren, war auch Tyron Hartmann, Spieler des Handball-Zweitligisten TSV Bayer Dormagen zu Gast. Als Leistungssportler, der keinen Fußball spielt, kennt der 19-Jährige das Problem, über das viele Sportarten in Deutschland klagen. Erst kommt das runde Leder, dann kommt lange nichts. „Für mich wird zuviel Fußball im Fernsehen gezeigt. Dort wird bis in die untersten Ligen übertragen, stattdessen muss man eine Junioren-EM im Handball, bei der auch zwei unserer Spieler teilgenommen haben, per Livestream im Internet verfolgen“, stellte der Linksaußen mit Wehmut fest. Doch Hartmann weiß gleichzeitig, dass der Handball es jetzt selbst in der Hand hat. „Im Januar 2019 steigt die Weltmeisterschaft in Deutschland und Dänemark und es liegt dann an uns, die Hallen voll zu kriegen.“

 

Die Teams in der 2. Handball-Bundesliga kämpfen um jeden Zuschauer, nur selten sind 2000 Besucher in der Halle. Und dann wäre da auch noch der finanzielle Aspekt. Ein Besuch eines Handballspiels scheint weitaus erschwinglicher zu sein, als ein Stadionbesuch in der Fußball-Bundesliga. Noch weiter auseinander liegen die Gehälter der Aktiven auf dem Feld. Jeder Handballer träumt davon, später von seinem Sport leben zu können, das weiß auch Hartmann. Er selbst absolviert parallel zum Sport eine Ausbildung zum Bürokaufmann als Teil der „Sportlerklasse“ bei der Bayer AG, um schon früh ein zweites Standbein neben dem Handball zu haben. Denn auch wenn er eines Tages den Sprung in die 1. Bundesliga schaffen sollte – ein Fußballer-Gehalt gibt es auch dort nicht.

 

Zur kompletten Talkrunde (Tyron Hartmann ab der 30. Minute)


Die Mannschaft hat gekämpft. Doch angesichts der Personalprobleme konnte der TSV Bayer Dormagen nur im ersten Drittel mithalten. Dann baute der HSC Coburg 2000 die Führung aus, lag bereits zur Pause klar mit 20:13 vorne und ist jetzt als einziger Klub der 2. Handball-Bundesliga ungeschlagen und Tabellenführer. "Das 37:21 fällt etwas zu hoch aus", sagte TSV-Trainer Ulli Kriebel nach den 60 Minuten in der Coburger HUK-Arena. "Aber ob es nachher 10, 12 oder 16 Tore Differenz sind, ist sicher nicht so entscheidend. Wichtig ist der kommende Freitag, wenn wir im Sportcenter auf den TV Großwallstadt treffen." Das Duell der Aufsteiger wird am 28. September um 19.30 Uhr angepfiffen. Tickets gibt es im Vorverkauf im Tabakshop an der Kölner Straße 64 oder online.

Die Liste der Ausfälle ist noch länger geworden beim TSV. Kurzfristig mussten darauf zwei weitere Spieler eingetragen werden, nachdem sich die im Spiel gegen Wilhelmshaven erlittenen Verletzungen von Eloy Morante Maldonado und Nuno Rebelo als schwerwiegender herausstellten. Der Junioren-Nationalspieler wird wegen eines Außenbandrisses mindestens vier Wochen pausieren müssen, der Portugiese braucht wegen einer Schulterverletzung sechs bis acht Wochen bis zur Rückkehr auf dem Spielfeld. In Coburg standen deshalb mit Lukas Stutzke, Benjamin Richter und dem noch von einer Erkältung geplagten Ian Hüter gerade mal drei klassische Rückraumspieler zur Verfügung. Und wenn dann noch beide HSC-Keeper Jan Kulhanek und Konstantin Poltrum ständig mit Top-Paraden aufwarten, dann ist ein solches Spiel nicht zu gewinnen.

Dabei zeigten die Gäste mit ihrer offensiven Deckung zunächst keinen Respekt vor dem erklärten Favoriten. Sehenswerte Treffer von Lukas Stutzke, Joshua Reuland, Carl Löfström und Patrick Hüter hielten den TSV im Rennen. Selbst von der ersten Vier-Tore-Führung (11:7) ließen die Dormagener sich nicht beeindrucken und kamen wieder bis auf 11:9 und 12:10 heran. Dann aber legte Coburg mit der Einwechslung des wieder genesenen Spielmachers Tobias Varvne richtig los. Weil sich gegen die auch körperlich überlegenen Gastgeber die technischen Fehler häuften, konnte der HSC sein Tempospiel aufziehen und für die Vorentscheidung schon bis zur Pause sorgen. Während Coach Jan Gorr im weiteren Verlauf der Begegnung munter durchwechseln konnte, blickte sein Kollege Ulli Kriebel auf die ausgedünnte Bank. Spieler der A-Jugend konnten nicht mitgenommen werden, weil die am Samstag in Burgdorf (erfolgreich mit 38:35) im Einsatz waren. Vorsorglich war Co-Trainer Peer Pütz in den Spielbericht eingetragen worden, weil auch Joshua Reuland noch mit den Folgen einer Erkältung kämpfte. Doch der Linksaußen hielt durch und erzielte fünf Treffer.

HSC Coburg 2000 - TSV Bayer Dormagen 37:21 (20:13)
Coburg: Kulhanek (7 Paraden), Poltrum (10 Paraden); Timm (1), Zetterman (4), Prakapenia (2), Jaeger (5), Neuhold (8), Hagelin, Wucherpfennig (3), Sproß (1), Weber (3), Billek (5/1), Knauer (4), Varvne (1).
Dormagen: Broy (1 Parade), Rózsavölgyi (9 Paraden); Stutzke (3), I. Hüter, Richter (6/3), Reuland (5), Pyszora (1), Wieling (3/2), P. Hüter (2), Jagieniak, Löfström (1), Pütz (n.e.).
Schiedsrichter: Hurst / Krag.
Zuschauer: 1852 in der HUK-Coburg Arena
Zeitstrafen: 4:6 Minuten.
Siebenmeter: 1/1:5/6 (Poltrum hält gegen Wieling).
Spielfilm: 1:2 (5.), 4:3 (7.), 5:5 (9.), 7:6 (12.), 10:7 (15.), 11:9, 14:10 (22.), 19:12 (28.), 20:13 - 22:13 (34.), 22:15, 25:15 (39.), 29:16 (44.), 29:19 (49.), 33:19 (54.), 37:21.


Nach zwei Siegen könnte der TSV Bayer Dormagen die nächste Aufgabe mit Zuversicht angehen. Doch das erfolgreiche Spiel gegen Wilhelmshaven hat Spuren hinterlassen: Eloy Morante Maldonado und Nuno Rebelo drohen auszufallen, womit der Rückraum weiter geschwächt wäre. Denn Daniel Eggert und Heider Thomas stehen nach wie vor nicht zur Verfügung. Kommt noch die Erkältungswelle hinzu, von der mehrere Spieler betroffen sind. "Da müssen wir durch", sagt Trainer Ulli Kriebel. "Um in Coburg etwas mitzunehmen müsste allerdings selbst in Bestbesetzung alles hundertprozentig passen." Die Partie beim Spitzenreiter der 2. Handball-Bundesliga HSC 2000 Coburg wird an diesem Samstag, 22. September, um 19.30 Uhr in der HUK-Arena von den Schiedsrichtern Julian Fedke und Nils Wienrich angepfiffen.

"Natürlich ist die Tabellenführung eine tolle Momentaufnahme für unser Team, mehr dann aber auch nicht", beschreibt HSC-Coach Jan Gorr die Situation vor dem fünften Saisonspiel. "Dormagen verfügt schon immer über eine gut ausgebildete Mannschaft. Das ist auch in diesem Jahr nicht anders. Deswegen wird der Neuling nicht einfach zu spielen sein. Wir müssen Dormagen gegenüber auch den nötigen Respekt an den Tag legen, um unsere Serie auszubauen." Gorr hofft auf die Rückkehr seines schwedischen Rückraumspielers Tobias Varvne, der wegen einer Adduktorenverletzung zuletzt ausfiel. Eine interessante Personalie: Coburgs junger Linksaußen Felix Sproß ist der Sohn des ehemaligen Dormagener Spielers Joachim Sproß. Als der den TSV 1994 verließ, waren freilich mehrere Spieler der aktuellen Dormagener Mannschaft noch gar nicht geboren...

Mal sehen, welchen Einfluss die neue Hymne hat, die am Samstag erstmals in der Halle präsentiert wird: „Unsere Freunde“ wurde von den beiden bekannten Künstlern André Streckenbach und Alexander Köhler komponiert und getextet. Zumindest mit einer Refrainzeile kann sich auch der TSV identifizieren: „Ein Herz, ein Ball, ein Ziel.“


Auf den Sieg in Hüttenberg folgte am Samstagabend der erste Heimerfolg des TSV Bayer Dormagen vor 1086 Zuschauern im TSV Bayer Sportcenter. Das Team von Ulli Kriebel setzte sich in einer temporeichen und fairen Begegnung verdient mit 25:22 (13:13) gegen den Wilhelmshavener HV durch und weist nach dem vierten Spieltag 4:4-Punkte auf. Eine tolle Geste der Spieler: Nach der ersten "Humba" in dieser Saison zogen sie durch die Zuschauerränge und bedankten sich persönlich bei den Fans für die Unterstützung.

Die Vorzeichen waren nicht gerade erfreulich: Wegen muskulärer Probleme sollte Benni Richter nur bedingt zum Einsatz kommen. Und auch Linksaußen Joshua Reuland konnte wegen einer Wadenverletzung nicht die ganze Woche trainieren. Doch das TSV-Team hat auch schon die Rückschläge seit Saisonbeginn mit zahlreichen Ausfällen weggesteckt. Der souveräne Start mit den Toren von Ian Hüter und Eloy Morante Maldonado zum 2:0 und dem ersten verwandelten Siebenmeter von Tim Wieling zum 3:1 brachte gleichwohl noch nicht die erhoffte Sicherheit. Es schlichen sich mehrere Fehler ein, nach denen Wilhelmshaven erst zum 3:3 ausglich und dann auch die Dormagener 6:3-Führung wettmachte. Einmal lag kurz danach der WHV nach einem Doppelpack von Duncan Postel sogar mit 9:8 vorne. Doch die flexible 3:2:1-Deckung war gut vorbereitet auf die Torgaranten der Norddeutschen René Drechsler und Tobias Schwolow, die es nur auf jeweils zwei Feldtreffer brachten. Letztlich fehlten Wilhelmshaven diese Tore: "Mit 14 technischen Fehlern und 19 Fehlwürfen kann man nicht gewinnen", meinte Coach Christian Köhrmann.

Der TSV legte wiederum auf 12:10 vor, musste aber mit dem 13:13 in die Kabine gehen, nachdem Yannick-Marcos Pust den letzten Treffer der ersten Hälfte erzielte. Der flinke Rechtsaußen war es auch, der die Gäste kurz nach dem Seitenwechsel zum zweiten Mal in Führung brachte. Es folgte der dritte und letzte Vorsprung für die Norddeutschen. Nach dem 18:18 in der 38. Minute bauten Patrick Hüter, Tim Wieling und Ian Hüter den Spielstand bis auf 21:18 nach einer Dreiviertelstunde aus. Daran hatte auch Gergö Rózsavölgyi großen Anteil. Er wehrte von Außen und aus dem Rückraum geworfene Bälle ebenso wie einen Siebenmeter von Schwolow ab. Weil Joshua Reuland seine Konterqualitäten unter Beweis stellte, Tim Wieling sein bereits 29. Saisontor machte und Nuno Rebelo auch mit seinem vierten Wurf erfolgreich war brannte nichts mehr an - zumal die Gäste sich wohl schon mit der Niederlage abgefunden hatten. "Es war ein Sieg des Teams", sagte Ulli Kriebel beim "Talk danach". So war es auch nicht weiter schlimm, dass Lukas Stutzke vorne einen eher unglücklichen Tag erwischt hatte. Denn die Rückraumkollegen Ian Hüter und Nuno Rebelo trafen und zeichneten sich mit ihrer hundertprozentigen Torausbeute aus.

Weiter geht es am kommenden Samstag, 22. September, um 19.30 Uhr mit der Auswärtsparte beim HSC Coburg.

Statistik
TSV Bayer Dormagen - Wilhelmshavener HV 25:22 (13:13)
Dormagen: Rózsavölgyi (12 Paraden), Broy (bei zwei 7m); Morante Maldonado (3), Reuland (4), Pyszora (n.e.), Rebelo (4), Stutzke, Wieling (8/5), Richter, I. Hüter (4), P. Hüter (2), Löfström, Jagieniak (n.e.), Braun (n.e.).
Wilhelmshaven: Doden (8 Paraden), Lüpke (ab 54. und bei einem 7m, 2 Paraden); Ten Velde (3), Maas (n.e.), Lehmann (n.e.), Kalafut, Postel (5), Schauer, Köhler, Kozul, Schwolow (8/6), Andrejew (n.e.), Drechsler (2), Pust (4).
Schiedsrichter: Heine / Standke.
Zuschauer: 1086.
Zeitstrafen: 4:4 Minuten.
Siebenmeter: 5/6:6/8 (Wieling wirft über das Tor - Rózsavölgyi hält zweimal gegen Schwolow).
Spielfilm: 3:3 (9.), 6:3 (14.), 6:6 (17.), 7:6, 8:9 (21.), 12:10 (26.), 12:12, 13:13 - 14:15, 16:15, 18:18 (38.), 21:18 (45.), 22:20 (51.), 24:20 (53.), 25:21 (57.), 25:22.


Nach dem Sieg beim TV Hüttenberg strebt der TSV Bayer Dormagen gegen den Wilhelmshavener HV den ersten Heimsieg in der 2. Handball-Bundesliga an. "Wir wollen natürlich nachlegen und auch vor heimischem Publikum punkten", sagt TSV-Trainer Ulli Kriebel. Das zweite Heimspiel pfeifen die Schiedsrichter Steven Heine und Sascha Standke am Samstag, 15. September, um 19.30 Uhr im TSV Bayer Sportcenter an. Tickets gibt es im günstigeren Vorverkauf im Tabakshop an der Kölner Straße, Ecke Nettergasse und online. Die Abendkassen öffnen um 18.30 Uhr.

Der WHV verlor am Dienstag das verlegte Gastspiel in Lübbecke mit 28:36 und hatte schon zur Pause beim 13:21 kaum noch eine Chance. Coach Christian Köhrmann reagierte und schonte fortan einige der Leistungsträger für den zweiten Auftritt in dieser Woche in Dormagen. "Da traf plötzlich Lukas Kalafut, der vorher nicht im Angriff spielte", sah Ulli Kriebel einen platziert werfenden Halblinken als Alternative zu Tobias Schwolow. "Wir kennen die Stärken der Norddeutschen und sind darauf eingestellt", kündigt der Dormagener Trainer eine Fortsetzung der konzentrierten Leistung von Hüttenberg an. Da wurde es zwar in der Schlussphase eng, "aber die Mannschaft hat an sich geglaubt", betont Kriebel. Aus dem siegreichen Team stehen alle Spieler zur Verfgung. Hinter dem Einsatz von Heider Thomas steht noch ein Fragezeichen. Daniel Eggert muss auf jeden Fall weiter pausieren.

Zwei Spieler, die ehemals das Trikot des TSV Bayer Dormagen trugen, sollen beim Wilhelmshavener HV mit dazu beitragen das Ziel Klassenerhalt zu erreichen: Mittelmann Janik Köhler (bald 30) und Kreisläufer Daniel Andrejew, der im November 20 Jahre alt wird und einige Zeit in der Dormagener A-Jugend spielte. Mit dem knappen, aber ungefährdeten 35:34-Erfolg gegen die Rhein Vikings war der WHV in die Saison gestartet. Es folgte das 29:29 gegen Aue und nun die Niederlage beim TuS N-Lübbecke. Die besten Schützen bisher waren Tobias Schwolow und Linkshänder René Drechsler, der seine schwere Knieverletzung überwunden hat. Der einstige Top-Torjäger der 2. Liga soll nach den Vorstellungen des Klubs wieder eine tragende Rolle im Spiel des WHV übernehmen. Verzichten müssen die Jadestädter derzeit auf Rechtsaußen Evgeny Vorontsov, der sich im ersten Vorbereitungsspiel gegen den OHV Aurich das Schlüsselbein brach. Die letzten Vergleiche (Zweitliga-Saison 2015/16) gewann der WHV: Vor fast genau drei Jahren mit 26:24 in Dormagen und mit 23:20 das Rückspiel in Wilhelmshaven.

Erschienen ist heute das Handball-Magazin Wiesel Inside mit aktuellen Informationen rund um den Handballstandort Dormagen.


Das schwedische Sportunternehmen Salming unterstützt ab sofort die Handballer des TSV Bayer Dormagen. Neben modernen Handballschuhen wurden die Spieler auch mit bequemen Freizeitschuhen für diese Saison ausgestattet. Im TSV Bayer Sportcenter wird das Unternehmen, das 1991 vom schwedischen Eishockeyspieler Börje Salming gegründet wurde, unter anderem bei allen Heimspielen auf der Werbebande vertreten sein. „Wir freuen uns, dass unsere Spieler qualitativ hochwertiges Schuhwerk für diese schwere Saison gestellt bekommen“, sagt Björn Barthel, Handball-Geschäftsführer des TSV. Auch Alexander Kluge, Geschäftsführer Salming Deutschland GmbH, freut sich auf die Zusammenarbeit: „Der TSV Bayer Dormagen ist ein dynamischer und besonders sympathischer Verein, der ausgezeichnet zu unserer Marken-Philosophie passt.“


Fünf Mal hatte der ehemalige Dormagener Daniel Wernig bereits von der Siebenmeterlinie und im Nachwurf getroffen. Doch 17 Sekunden vor dem Abpfiff wehrte Gergö Rózsavölgyi Wernigs Strafwurf ab und die Freude beim TSV kannte kaum Grenzen. Die Zeit lief runter, Hüttenberg kam nicht mehr an den Ball. Es folgte der Jubel der Dormagener Mannschaft und der Fans über den ersten Sieg in der Saison 2018/19. Der fiel mit 30:29 (14:13) zwar äußerst knapp aus, wurde aber auch von den Gastgebern als völlig verdient anerkannt. In der nach drei Spielen sicher noch nicht aussagekräftigen Tabelle kletterte der TSV Bayer Dormagen vom 20. auf den 15. Platz - ein Rang, der nach 38 Spielen und dem Saisonende den Klassenerhalt bedeuten würde. Am kommenden Samstag, 15. September, geht es ab 19.30 Uhr im TSV Bayer Sportcenter darum, den Auswärtssieg zu bestätigen. Gegner ist der Wilhelmshavener HV. Zu den Ticketinfos

"Die Mannschaft hat den Plan zu hundert Prozent befolgt", freute sich TSV-Trainer Ulli Kriebel über den disziplinierten Auftritt seines Teams und die stark verbesserte Chancenverwertung. Klar, dass der Aufsteiger bei einem Bundesliga-Absteiger auch kritische Phasen zu überstehen hatte. Kriebel: "Als Hüttenberg auch dank der massiven Unterstützung von den Rängen noch mal aufkam, wurde mein junges Team etwas nervös, behielt aber doch die nötige Ruhe." Emir Kurtagic vermisste hingegen den klaren Kopf bei seiner Auswahl: "Wir haben die gleichen Fehler wie in Nordhorn gemacht", stellte der Hüttenberger Coach fest und kritisierte vor allem seine Abwehr: "Die verliert jeden Zweikampf und wir hatten keine ausreichende Torwartleistung."

Anders der TSV, der schon in der ersten Hälfte fast immer einen Treffer vorlegte und mit Rózsavölgyi einen von Beginn an starken Schlussmann hatte. Doch die Möglichkeit, sich weiter abzusetzen, wollte zunächst nicht gelingen. Auch nicht unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff, als Hüttenbergs Torwart Fabian Schomburg den Strafwurf von Tim Wieling abwehrte. Rechtsaußen Wieling, einmal mehr bester Schütze des Spiels, sorgte dann aber nach dem Seitenwechsel für die erste Zwei-Tore-Führung. Der TVH blieb bis zum 17:18 dran, hatte freilich gegen den folgenden 4:0-Lauf der Dormagener auch nach einer Auszeit nichts entgegenzusetzen. In dieser Phase glänzte der TSV mit traumhaften Kombinationen und sehenswerten Anspielen - so passte Lukas Stutzke genial an den Kreis zu Patrick Hüter, Nuno Rebelo servierte Tim Wieling den Ball per Rückhandanspiel. Weil die 3:2:1-Abwehr mit dem vorne immens beweglichen Ian Hüter ihren Auftrag jetzt ebenfalls hervorragend erfüllte, hieß es innerhalb von vier Minuten 23:18 für den Aufsteiger.

Die Führung wäre sogar noch komfortabler ausgefallen, wenn Benni Richter einen Strafwurf statt über das Tor und Eloy Morante Maldonado den Weitwurf ins leere Hüttenberger Tor statt gegen den Pfosten ins Netz gesetzt hätten. So kam wieder Hoffnung beim TVH auf, als ihr bester Schütze Ragnar Johannsson zwei Mal Rózsavölgyi überwand. Doch der TSV zog erneut bis auf fünf Treffer davon, weil Stutzke traf und der von der Hessen-Abwehr kaum zu stoppende Nuno Rebelo einen von Carl Löfström eingeleiteten Gegenstoß clever abschloss. Es sollte aber doch noch Spannung aufkommen, nicht zuletzt wegen einer kurzen Dormagener Pechsträhne: Erst wurde der schon auf der Anzeigetafel notierte Treffer von Patrick Hüter von den Schiedsrichtern nicht anerkannt. Es gab hingegen einen Siebenmeter, mit dem Wieling an Nikolai Weber scheiterte. Davon motiviert zeichnete sich Weber mit drei weiteren starken Paraden aus und trug mit zur Aufholjagd der Gastgeber bei. Erst sorgte Linksaußen Christian Rompf für das 28:28, dann war es der Halbrechte Markus Stegefelt, der die erneute TSV-Führung durch Wieling zum 29:29 ausglich. Die Spannung erreichte ihren Höhepunkt nach Lukas Stutzkes 30:29: Beim Zurücklaufen behinderte Tim Wieling eher unglücklich einen Hüttenberger - da die Aktion 20 Sekunden vor Schluss geschah, entschieden die Schiedsrichter auf die nach den Regeln mögliche Höchststrafe: Rot gegen Wieling und Siebenmeter. Doch Rózsavölgyi wehrte ab und der TSV durfte feiern.     

 

TV Hüttenberg - TSV Bayer Dormagen 29:30 (13:14)
Hüttenberg: Weber (8 Paraden), Schomburg, Bohne (n.e.); Sklenak (3), Lambrecht (1), Wernig (5/4), Werth (1), Rompf (5), Zörb, Fernandes (3), Johannsson (6), Stegefelt (2), Zintel (3), Mubenzem, Hahn, Klein.
Dormagen: Rózsavölgyi (9 Paraden), Broy (bei einem 7m); Morante Maldonado (3), Reuland (2), Pyszora (1), Rebelo (2), Stutzke (6), Wieling (9/2), Richter (4/2), I. Hüter (1), P. Hüter (2), Löfström, Jagieniak (n.e.), Braun (n.e.).
Schiedsrichter: Fratczak/Ribeiro.
Zuschauer: 1280 in der Sporthalle Gießen-Ost.
Zeitstrafen: 10:10 Minuten.
Siebenmeter: 4/6:4/7 (Rózsavölgyi hält zwei Würfe von Wernig - Wieling scheitert an Schomburg und Weber, Richter wirft über das Tor).
Spielfilm: 4:5 (8.), 6:5, 7:8, 9:8, 12:13, 13:14 - 13:15 (32.), 17:18 (36.), 17:22 (40.), 20:23 (44.), 21:24, 21:26 (49.), 24:26 (52.), 24:27, 26:27, 26:28, 28:28 (57.), 28:29, 29:29, 29:30.


Warum man als Aufsteiger gleich zu Saisonbeginn gegen zwei Bundesliga-Absteiger antreten muss erschließt sich nicht so ganz. Die vermutliche Antwort eines Liga-Verantwortlichen auf die Frage wird sein: Jeder Gegner in der "weltbesten 2. Bundesliga" ist stark. So also reist der TSV Bayer Dormagen an diesem Samstag nach Gießen zu einem starken Absteiger, der allerdings in den ersten beiden Spielen nur bedingt überzeugen konnte. In der Sporthalle Gießen-Ost am Karl-Reuter-Weg 3 trägt der TV Hüttenberg derzeit seine Heimspiele aus. Die Schiedsrichter Pawel Fratczak und Paulo Ribeiro pfeifen die Partie um 18 Uhr an. Wer nicht vor Ort dabei ist kann das Spiel per Livestream erleben.

Den Saisonauftakt hatte sich der TV Hüttenberg sicher auch etwas anders vorgestellt. Das Heimspiel gegen Aue endete 23:23, in Nordhorn verlor das Team von Emir Kurtagic deutlich mit 27:34. "Hüttenberg ist Favorit, steht aber nach den ersten beiden Spielen deutlich mehr unter Druck als wir", sagt Dormagens Handball-Geschäftsführer Björn Barthel. Genau diese Ausgangsposition könnte dem TSV am Samstag entgegenkommen. "Vielleicht können wir den Moment nutzen", hofft TSV-Coach Ulli Kriebel vor allem auf eine bessere Chancenverwertung als in Aue. Dort wurden einfach zu viele beste Möglichkeiten ausgelassen. Kriebel: "Für uns ist das Spiel der nächste Schritt um aus den bisherigen Fehlern zu lernen."

"Wer denkt, dass es gegen Dormagen einfach werden wird, der täuscht sich. Die Jungs spielen einen sehr unangenehmen Handball, kämpfen bis zum Umfallen und haben als Aufsteiger nichts zu verlieren. Sie treten als echtes Team auf und haben Spieler im Kader, die flink auf den Beinen sind", lobt Kurtagic im "Gießener Anzeiger" den Aufsteiger.

Nachdem Lukas Stutzke im Erzgebirge vor allem in der Abwehr zum Einsatz kam, dürfte er jetzt auch verstärkt Spielanteile in der Offensive bekommen, der Wurfarm spielt wieder mit. Und Ian Hüter ist auch wieder dabei, nachdem er die US-Auswahl bei zwei Qualifikationsspielen gegen Kanada zu den Panamerikanischen Spielen 2019 in Lima (Peru) führte. "Die Wahl zum Kapitän war eine große Ehre für mich", betont der 20-Jährige, der umsetzte, was der schwedische Trainer Robert Hedin von ihm erwartete: "Ich sollte vor allem Verantwortung auf dem Spielfeld übernehmen." Das hat er beim 36:24-Erfolg in Auburn und beim 27:27 im Rückspiel am Mittwoch in Montreal eindrucksvoll gemacht. Ian Hüter: "Ich bin sehr glücklich, an diesem Event teilgenommen zu haben und hoffe, den Sport, den wir alle so lieben, auch in den USA verbreiten zu können, um in Zukunft große Erfolge zu erzielen."



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