Nach den Vertragsverlängerungen von Ian Hüter, Carl Löfström und Benni Richter informiert Handball-Zweitligist TSV Bayer Dormagen über den nach der laufenden Spielzeit anstehenden Wechsel von Tim Wieling: Nach zwei Jahren am Rhein will der Rechtsaußen seine Chance wahrnehmen und wird in der Saison 2019/20 in der 1. Bundesliga spielen.

"Wir haben viele Gespräche geführt und mit der Unterstützung von Sponsoren ein Modell aufgezeigt, mit dem wir Tim Wieling weiter an uns binden können", sagt Dormagens Handball-Geschäftsführer Björn Barthel. "Tim hat auch deutlich gemacht, dass er gerne in Dormagen geblieben wäre, weil es ihm hier sehr gut gefällt." Der ´Aufstieg` in die 1. Bundesliga und die damit verbundene Chance, noch stärker auf sich aufmerksam machen zu können, waren letztlich entscheidend für den Schritt des 22-Jährigen, der im Juli 2017 aus Minden nach Dormagen kam.

Björn Barthel: "Es ist schade, dass Tim Wieling unser Angebot nicht angenommen hat und schon mit Beginn der neuen Saison in die 1. Bundesliga wechseln will. Wir haben aber Verständnis für seine Entscheidung und wünschen ihm an neuer Wirkungsstätte viel Erfolg. Er wird in den ausstehenden neun Spielen mit seinem bekannten Engagement alles versuchen, um mit dem TSV Bayer Dormagen den Klassenerhalt zu schaffen."


Die Mittelrhein-Klubs TSV Bayer Dormagen und VfL Gummersbach nutzten die Länderspielpause am gestrigen Mittwochabend zu einem Trainingsspiel in der Gummersbacher Schwalbe Arena. Nach 60 Minuten setzte sich der Erstligist mit 36:33 (17:18) durch. Beide Teams traten mit einem deutlich verjüngten Kader an. Beim TSV fehlten neben den Hüter-Brüdern Ian und Patrick (US-Nationalteam) auch die Junioren-Nationalspieler Eloy Morante Maldonado und Lukas Stutzke (DHB-Lehrgang). Bei Gummersbach erhielten Fynn Herzig und Luis Vilgrattner erhöhte Spielzeiten.

 

Angeführt vom gut aufgelegten Julian Köster startete der TSV von Anfang an mit Tempo in die Partie. Schnelle Abschlüsse und Würfe aus dem Rückraum waren Trainingsinhalte, die Trainer Dusko Bilanovic von seinen Schützlingen erwartete. Die agressive Deckung gegen den Erstligisten stand sicher, nur gegen die kraftvollen Würfe von Florian Baumgärtner, dem längsten Spieler auf dem Feld, waren Mittelblock und auch Torhüter machtlos. Gummersbach lief zwischen der 5. und 57. Minute stets einem Rückstand hinterher, ehe Wiesel-Coach Bilanovic in der Schlussphase weiteren Nachwuchsathleten zu Spielzeiten verhalf. Die Trainer Torge Greve wie auch Dusko Bilanovic zeigten sich zufrieden mit einem Training unter Wettkampfbedingungen, auch weil alle Spieler verletzungsfrei blieben. Erfolgreichste Werfer waren Benjamin Richter (TSV) und Florian Baumgärtner (VfL) mit jeweils acht Treffern.

 

Torschützen Dormagen: Reuland (3), Pyszora (1), Eggert (3), Löfström (5), Köster (3), Rebelo (4), Richter (8/2), Jagieniak (1), Wieling (5/1).

Gummersbach: Baumgärtner (8), Pouya (5), Herzig (5), Sommer (4/4), Vilgrattner (4), Schröter (3), Busch (3), Preuss (2), Becker (1), Bialowas (1).

Junioren-Länderspiele live zu sehen
Am Freitag und Samstag stehen für die deutsche U21-Nationalmannschaft mit Lukas Stutzke und Eloy Morante Maldonado die beiden nächsten Testspiele auf dem Weg zur WM im Sommer in Spanien an. In Minden-Dankersen und Halle/Westfalen (Vorspiel der A-Mannschaft) geht es gegen Tschechien. Das erste Spiel ist am Freitag um 19 Uhr in der Sporthalle Dankersen an der Olafstraße in Minden. Am Samstag steht um 11 Uhr der zweite Vergleich in Halle/Westfalen an. Beide Spiele werden von Handball Deutschland TV live übertragen.


Auch Benjamin "Benni" Richter hat jetzt seinen Vertrag bis 2021 verlängert: Der Spielmacher des Handball-Zweitligisten TSV Bayer Dormagen fühlt sich "hier sehr wohl" und ist auch optimistisch mit Blick auf den Saisonausgang: "Wir werden in den ausstehenden neun Spielen die Punkte holen, die wir zum Klassenerhalt benötigen." Benni Richter kam im letzten Jahr aus Longerich und war schnell im TSV-Team integriert. Mit 95 Toren, davon 29 Siebenmetern, ist er der drittbeste Dormagener Schütze in der laufenden Spielzeit.

Sein Master-Studium in Köln kann der 27-Jährige ideal mit dem Sport verbinden. Richter strebt das Lehramt am Berufskolleg mit den Schwerpunkten Wirtschaftswissenschaften und Sport an. "Ich bin sehr froh, dass die Gespräche auch mit Benni zum Erfolg geführt haben und damit einer der Eckpfeiler der Mannschaft verlängert hat", betont Björn Barthel, Geschäftsführer der TSV Bayer Dormagen Handball GmbH. 

 

Daten zu Benjamin Richter

Geburtstag: 28. August 1991
Geboren in Detmold
Familienstand: ledig
Beruf: Student
Größe: 1,95 m
Gewicht: 85 kg
Spielposition: Rückraum Mitte
Bisherige Vereine: TG Lage, TSG Altenhagen-Heepen, Longericher SC
Beim TSV seit 1. Juli 2018
Hobbies: Ski/Snowboard fahren, Reisen, Tennis, soziale Projekte

Matthias Broy wechselt nach der Saison
Torwart Matthias Broy wird den TSV verlassen: Der 27-Jährige schließt sich dem künftigen Drittligisten Rhein Vikings an. Verabschiedet wird der Schlussmann natürlich erst nach Saisonende. Björn Barthel: "Mattes wird bis dahin weiterhin vollen Einsatz für den Klassenverbleib zeigen."   


Fast immer lag der TSV Bayer Dormagen in Hagen vorne. "Ein Unentschieden wäre vielleicht gerecht gewesen", sagte selbst VfL-Coach Niels Pfannenschmidt. Doch nach 60 umkämpften Minuten durfte die Eintracht dank des 33:32-Erfolges am Freitagabend sogar beide Punkte behalten. Für die enttäuschten Dormagener blieb die Erkenntnis, dass sie erneut ein gutes Spiel gemacht hatten. In den entscheidenden Phasen des Spiels wollte aber der Ball nicht vorbei am langen Schlussmann Tobias Mahncke.

Begleitet von über 100 Fans legte der TSV in der ersten Hälfte immer mindestens einen Treffer vor. Von Beginn an überzeugte die Offensive: Patrick Hüter holte sich nach dem Pfostentreffer von Lukas Stutzke den Ball und erzielte den ersten Treffer der Partie. Der Ausbau der Führung war aber zunächst nicht möglich, weil die Abwehr nicht an die Kompaktheit der letzten Wochen anschließen konnte. So glich Hagen regelmäßig aus. Der Ausfall von Heider Thomas im Defensivverbund machte das Verteidigen gegen Shooter wie Jan-Lars Gaubatz und Tim Stefan nicht einfacher. Bei Thomas meldeten sich neuerliche Leistenbeschwerden, TSV-Trainer Dusko Bilanovic wollte kein Risiko eingehen und schonte ihn.

Für den ersten Zwei-Tore-Vorsprung sorgte Rechtsaußen Tim Wieling, der zunächst sicher von der Siebenmeterlinie traf und anschließend trotz Behinderung von Daniel Mestrum auf 9:7 erhöhte. Durch platzierte Würfe von Lukas Stutzke und Benni Richter blieb der TSV auf der Siegerstraße und dann der gemeinschaftliche Jubel über einen besonderen Treffer: Nach einem Pass von Richter flog Wieling durch die Luft und machte mit seinem 200. Saisontor das 17:15 zwei Minuten vor der Halbzeitpause. Für den 19:17-Vorsprung vor dem Gang in die Kabine war Eloy Morante Maldonado mit zwei Treffern verantwortlich.

Auch nach dem Seitenwechsel dominierte der TSV, der sich sogar für kurze Zeit einen Vier-Tore-Vorsprung verschaffen konnte: Ian Hüter schloss einen Gegenstoß zum 25:21 in der 41. Minute ab. Doch Eintracht Hagen kam wieder auf und verunsicherte die Dormagener Offensive mit einer 5:1-Variante: Sören Kress versuchte die Kreise von Benni Richter zu stören. Und weil er auch torgefährlich war hieß es nach dem Doppelschlag von Kress plötzlich 28:28 neun Minuten vor dem Abpfiff. Der stark spielende Lukas Stutzke brachte seine Mannschaft noch zweimal in Führung, doch weitere Einschläge insbesondere von beiden Außenpositionen verhinderte der nach der Pause eingewechselte Tobias Mahncke. Der 2,02 Meter lange Torhüter war nach einem Unfall eigentlich nur für den Notfall vorgesehen. Der aber war wohl eingetreten, da der letzte Heimsieg im November 2018 notiert wurde.

Hagens erste Führung erzielte Tim Brand zum 31:30 in der 56. Minute. Benni Richter konnte zwar noch einmal ausgleichen, doch Dragan Tubic und Jan-Lars Gaubatz erhöhten auf 33:31. Carl Löfströms Tor sieben Sekunden vor dem Ende stellte lediglich den Endstand her. "Tobias Mahncke hat sechs oder sieben hundertprozentige Chancen abgewehrt", anerkannte Dusko Bilanovic die Leistung des Torwarts und stellte fest, dass "wir in der ersten Hälfte zu viele Gegentreffer kassiert haben." Das lag aus seiner Sicht nicht zuletzt an der Zurückhaltung der eigenen Defensive. Das soll sich im nächsten Heimspiel nach der Länderspielpause wieder ändern: Gegner an Gründonnerstag, 18. April, ist der HSV Hamburg.

VfL Eintracht Hagen - TSV Bayer Dormagen 33:32 (17:19)
Hagen: Dresrüsse, Mahncke (ab 31.); Brand (3), Kress (5), Dell (1), Tubic (3), Pröhl (4), König (n.e.), Bergner (n.e.), Waldhof (3), Gaubatz (8/1), Bornemann, Mestrum (3), Stefan (3), Toromanovic (n.e.).
Dormagen: Bartmann, Broy (18.-30.); Reuland, Pyszora, Eggert (n.e.), Thomas, Löfström (3), I. Hüter (2), Köster (n.e.), Rebelo (n.e.), Richter (6), P. Hüter (1), Morante Maldonado (3), Stutzke (8), Eberlein (n.e.), Wieling (9/5).
Schiedsrichter: Otto / Piper.
Zuschauer: 823.
Zeitstrafen: 8:0 Minuten.
Siebenmeter: 1/1:5/6 (Mahncke hält gegen Wieling).
Spielfilm: 0:1, 7:7 (12.), 7:9 (14.), 11:11, 11:13, 15:16, 17:19 - 17:20, 21:23 (36.), 21:25 (41.), 23:25, 25:26 (47.), 26:28, 28:28, 29:30, 31:30 (56.), 31:31, 33:31 (60.), 33:32.


Eine weitere tolle Nachricht: Am Tag vor dem bedeutenden Spiel in Hagen hat Ian Hüter seinen Vertrag beim Handball-Zweitligisten TSV Bayer Dormagen um zwei Jahre bis 2021 verlängert. "Ich freue mich, weiterhin ein Teil der Wiesel-Familie zu sein", sagt der 21-jährige US-Nationalspieler, der den Handballsport in der 2. Liga gut mit dem im Wintersemester beginnenden Studium "International Business" verbinden kann. Handball-Geschäftsführer Björn Barthel strahlt ebenfalls: "Ian wurde beim TSV seit der D-Jugend ausgebildet und ist damit ein klassisches Eigengewächs. Wir sind sehr froh, dass er seine eindrucksvolle sportliche Karriere hier bei uns fortsetzt und damit auch ein Zeichen setzt." Und der TSV-Kapitän ist ebenfalls begeistert: "Natürlich spiele ich sehr gerne mit meinem Bruder zusammen", betont Patrick Hüter.

Nach den herausragenden Spielen gegen Klubs aus der ersten Tabellenhälfte und den ersten Befreiungsschlägen aus der Abstiegsregion will TSV-Trainer Dusko Bilanovic mit seinem Team gerne die Serie gegen eine Mannschaft fortsetzen, die hinter dem TSV in der Tabelle liegt. Schon aus einem speziellen Grund: "Wir wollen Revanche nehmen für die höchste Heimniederlage dieser Saison", die mit 27:36 heftig ausfiel. Bilanovic: "Auch wenn es vermutlich kein besonders schönes Spiel sein wird, hoffen wir natürlich wieder auf die Unterstützung von möglichst vielen Fans, die uns auch gegen die letzten Gegner den Rücken gestärkt haben."

Der 29. Spiel­tag wird bis auf das Spiel Hamburg gegen Wilhelmshaven (15. April) kom­plett an diesem Frei­tag ausgetragen. Das liegt an den EM-Qua­li­fi­ka­ti­ons­spielen des Na­tio­nal­teams gegen Polen. Ein positiver Ausgang in Hagen bringt natürlich weiteren Schub für die nächste wichtige Partie an Gründonnerstag, 18. April, gegen den HSV Hamburg. "Dormagen hat einen guten Lauf, spielt frech, fröhlich, frei drauf los und gewinnt", hat Hagens Coach Niels Pfannenschmidt beobachtet. Der TSV kann nach den Erfolgen gegen Emsdetten, Essen und Lübeck mit breiter Brust zur Krollmann Arena in die Stadionstraße Hagen fahren. Allerdings muss die Abwehr wieder eine solche Mauer wie in den letzten Spielen bilden. "Das ist entscheidend für den Erfolg", weiß Bilanovic. Dass Hagen seit Mitte November 2018 auf einen Punktgewinn in eigener Halle wartet, setzt die Eintracht weiter unter Druck. "Aber wir müssen uns auf unser Spiel konzentrieren", sagt der TSV-Trainer. Zur Verfügung stehen alle Spieler, die am letzten Samstag mit 31:23 Lübeck geschlagen haben. Das Spiel wird um 20 Uhr von den Schiedsrichtern Jannik Otto und Raphael Piper angepfiffen.

Daten zu Ian Hüter
Geburtstag: 22. Oktober 1997
Geboren in Neuss
Familienstand: ledig
Größe: 1,96 m
Gewicht: 90 kg
Spielposition: Allrounder
Beim TSV seit 2008
Hobbies: Freunde treffen, Tennis, Golf, Basketball


Was für ein begeisterndes Spiel.1358 Zuschauer erlebten im TSV Bayer Sportcenter eine großartig funktionierende Dormagener Mannschaft, die erneut einem Tabellenfünften der 2. Handball-Bundesliga keine Chance gab. Der Unterschied zur Partie in Essen: Gegen den VfL Lübeck-Schwartau glänzte der TSV von Beginn an und musste erst gar keinen Rückstand aufholen. "Das war großes Kino" lobte TSV-Trainer Dusko Bilanovic nach dem 31:23-Erfolg am Samstagabend. Mit jetzt 24 Punkten kletterte sein Team auf Platz 13. Doch von Entwarnung kann keine Rede sein. Schließlich geht es weiter eng zu in der Abstiegsregion. Da erhält die kommende Begegnung am kommenden Freitag, 5. April, ab 20 Uhr bei Eintracht Hagen eine besondere Bedeutung. Wie schon in Essen freuen die Dormagener Spieler sich auf die Unterstützung von möglichst vielen Fans. Tickets
 

Die deutliche Niederlage wollte Gerrit Claasen keineswegs auf den Ausfall von sechs Spielern schieben. "Ein Sieg wäre auch mit den verbliebenen 13 Spielern möglich gewesen. Aber wir konnten heute einfach nicht umsetzen was wir uns vorgenommen hatten", sagte Lübecks Interimscoach nach den 60 relativ einseitigen Minuten und der ständigen Dormagener Führung ab der ersten Minute. Schon früh hatte der TSV den Gästen die Zähne gezogen - Lübecks Shooter Jan Schult erzielte lediglich ein Tor. Und der mit neun Treffern im Hinspiel überragende Antonio Metzner leistete sich eine Fülle von Fehlern. Gegen eine solch starke Mannschaft wie Lübeck kann man freilich nur bestehen, wenn man seine Aufgaben erfüllt. Und das machten die Dormagener Spieler mit einer großen Spielfreude und einer erneut bärenstarken Abwehr. Der bestens aufeinander abgestimmte Innenblock nahm Torwart Sven Bartmann oft die Arbeit ab.

Vom Feinsten war die Zusammenarbeit zwischen Rückraum und Kreis. Carl Löfström und Patrick Hüter nutzten die meisten Anspiele und gaben Lübecks Torhütern nur wenige Möglichkeiten sich auszuzeichnen. Der lange Dennis Klockmann, im Hinspiel Garant für Lübecks 31:27-Erfolg, konnte lediglich zwei Bälle abwehren und machte nach 21 Minuten Platz für Marino Mallwitz. Aber auch der konnte die 16:11-Pausenführung der Gastgeber nicht verhindern. Der Vorsprung zur Halbzeit hätte sogar noch höher ausfallen können, nachdem der TSV von 13:9 auf 16:9 davongezogen war. Sei´s drum. Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich nichts am Spielverlauf. Die torgefährlichen Ian Hüter und Benni Richter machten weiterhin durch Traumanspiele auf sich aufmerksam. Und Lukas Stutzke sorgte in der 48. Minute für den Zehn-Tore-Vorsprung (26:16). Eine kurze Phase der Unaufmerksamkeit ermöglichte den Gästen drei Tore in Folge. Aber ernsthafte Sorgen musste sich kein TSV-Fan machen. Der TSV brachte die Partie sicher nach Hause und konnte auch noch etwas für´s Torverhältnis tun.

TSV Bayer Dormagen - VfL Lübeck-Schwartau 31:23 (16:11)
Dormagen: Bartmann (5 Paraden), Broy (n.e.); Reuland (4), Pyszora (1), Eggert (n.e.), Thomas (1), Löfström (5), I. Hüter (4), Köster (n.e.), Rebelo, Richter (4), P. Hüter (2), Jagieniak (n.e.), Morante Maldonado, Stutzke (5), Wieling (5/4).
Lübeck: Klockmann (2 Paraden), Mallwitz (ab 21., 4 Paraden); Glabisch (4/1), Ottsen (4), Hansen (3), Ranke, Schult (1), Köhler (2), Schrader, Kretschmer (3), Möller (n.e.), Bruhn (3), Metzner (3).
Schiedsrichter: Hörath / Hofmann.
Zuschauer: 1358.
Zeitstrafen: 8:8 Minuten.
Siebenmeter: 4/4:1/1.
Spielfilm: 3:0 (4.), 5:4, 11:6 (21.), 16:9 (29.), 16:11 - 17:11, 21:14 (37.), 26:16 (48.), 26:19, 28:19, 31:23.


Die Vertragsverlängerung kommt zum richtigen Zeitpunkt vor der Partie gegen den VfL Lübeck-Schwartau: Carl Löfström, der am kommenden Donnerstag 27 Jahre alt wird, hat seinen Vertrag beim TSV Bayer Dormagen um zwei weitere Jahre bis 2021 verlängert. "Zusammen mit dem Team kann ich mich weiterentwickeln und sicher auch der Mannschaft helfen", sagt der im schwedischen Göteborg geborene Kreisläufer. "Das ist ein tolles Zeichen für uns alle und auch die Fans", freut sich Dusko Bilanovic. "Denn Carl ist sowohl in der Abwehr als auch in der Offensive eine feste Größe." Der TSV-Trainer ist zudem davon überzeugt, dass der VfL Lübeck-Schwartau zum richtigen Zeitpunkt an den Rhein kommt: "Wir haben zuletzt viel Selbstvertrauen gewonnen und gezeigt, zu was die Mannschaft auch gegen Mannschaften aus der ersten Tabellenhälfte in der Lage ist. Die Partie des 28. Spieltages der 2. Handball-Bundesliga wird am Samstag, 30. März, um 19.30 Uhr im TSV Bayer Sportcenter von den Schiedsrichtern Thomas Hörath und Timo Hofmann aus Nürnberg angepfiffen. Tickets gibt es im Tabakshop an der Kölner Straße 64 und online. Sollte es dem ein oder anderen zu laut werden: TSV-Partner OTON Die Hörakustiker verteilt am Samstag Gehörschutz.

Fünf Treffer erzielte Carl Löfström beim Hinspiel in Lübeck. Doch die 27:31-Niederlage konnte auch er nicht verhindern. Dabei kam der TSV zehn Minuten vor Schluss bis auf einen Treffer heran, konnte sich aber nach der Aufholjagd nicht belohnen. Am Samstag will der TSV von Beginn an die Regie übernehmen. "Schließlich ist es unsere Absicht, gerade in der heimischen Halle eine Macht zu werden", sieht Bilanovic, dass "wir da schon auf einem sehr guten Weg sind." Dass die Gäste bisher lediglich 637 Treffer kassierten und damit in der Abwehrbilanz an der Spitze aller 20 Mannschaften stehen, lässt den Dormagener Coach eher kalt: "Natürlich ist das eine gute Mannschaft, die mit Dennis Klockmann über einen starken Schlussmann verfügt und vorne auch aus dem Rückraum gefährlich ist, aber wir müssen auf uns schauen und unser Spiel machen - mit einer starken Abwehr und einem schnellen Spiel nach vorne."

Der Trainerwechsel kam beim VfL eher überraschend. Torge Greve hatte bereits die Option gezogen und seinen Vertrag zum Ende der Saison gekündigt. Da kam vor wenigen Wochen der vorzeitige Ruf vom VfL Gummersbach. Und die Verantwortlichen der Norddeutschen wollten Greve den Weg in die Handball-Bundesliga nicht verbauen. Sie verabschiedeten ihn und entschieden sich für eine Interimslösung bis zum Ende der Saison: Der bisherige Co-Trainer Gerrit Claasen sowie Torwarttrainer Jörg Engelhardt übernahmen gemeinsam die Funktion des Cheftrainers. Zum Trainerteam zählen auch weiterhin Athletiktrainer Uwe Wilts und Fitnesstrainer Klaus Ullrich. "Beide haben eng mit Torge Greve zusammengearbeitet und kennen die Mannschaft sehr gut", erklärte VfL-Geschäftsführer Michael Friedrichs. Ab dem 1. Juli wird der ehemalige polnische Nationalspieler und -trainer Piotr Przybecki die Verantwortung übernehmen.

Daten zu Carl Löfström
Geboren: 4. April 1992 in Göteborg (Schweden)
Größe: 1,90 m
Gewicht: 105 kg
Spielposition: Kreisläufer
Bisherige Vereine: Västra Frölunda IF, Önnereds HK, BK Heid, HK Aranäs, Ystads IF
Beim TSV seit 1. Juli 2018
Hobbies: Kaffee trinken, Computer spielen, Freunde treffen, Krafttraining


"Heute haben wir Big-Points geholt", strahlte Dusko Bilanovic nach dem 39:33 (19:15)-Erfolg in der Essener Halle "Am Hallo" am Freitagabend. Vorher hatte der Trainer des TSV Bayer Dormagen in der Gäste-Kurve vor über 100 begeisterten Dormagener Anhängern den Takt angegeben. Eindrucksvoll nahm der TSV Revanche für die 34:35-Heimniederlage beim bisherigen Tabellenfünften der 2. Handball-Bundesliga. "Doch das ist erst der Anfang", kündigte Bilanovic den 60-minütigen Kampf im Spiel gegen Lübeck-Schwartau am kommenden Samstag, 30. März, ab 19.30 Uhr im TSV Bayer Sportcenter an. "Wenn nicht jetzt, wann dann?" hofft der 47-Jährige auf eine breite Unterstützung der heimischen Fans. Tickets

Michael Hegemann, Ex-Spieler von Dormagen und Essen und jetzt Co-Trainer beim TUSEM, ließ keine Zweifel aufkommen: "Ein klar verdienter Dormagener Sieg. Der TSV besaß die bessere Abwehr und den besseren Torwart." Die Anfangsphase allerdings bestimmten die Gastgeber, die nach zehn Minuten gegen das noch nicht ganz sortierte TSV-Team mit 7:3 vorne lagen. Bilanovic nahm die Auszeit und brachte Carl Löfström. "Nicht zuletzt dank seiner Kraft konnte er den körperlich starken Dennis Szczesny weitestgehend ausschalten", lobte der Coach den Schweden, der sich vor den Augen seines Vaters auch immer wieder vorne am Kreis hervorragend in Szene setzte. Rechtsaußen Tim Wieling schloss nahtlos an seine Superleistung gegen Emsdetten an und brachte den TSV mit drei Treffern in Folge wieder heran. Er erzielte auch den 8:8-Ausgleich, ehe Joshua Reuland mit einem Traumtor für die erste Gäste-Führung zum 10:9 sorgte: Torwart Sven Bartmann hatte den Ball exakt dem in den Kreis fliegenden Linksaußen zugespielt - ein Kempa-Tor der Extraklasse.

Essen konnte zunächst noch einen höheren Rückstand verhindern und hatte auch Glück, als der Wurf von Lucas Firnhaber abgefälscht wurde und unhaltbar für Bartmann zum 15:17 im Kasten landete. Doch der platziert werfende Lukas Stutzke und Heider Thomas mit seinem Treffer zum 15:19 umittelbar vor dem Pausenpfiff waren verantwortlich für den noch erfreulicheren Gang der TSV-Auswahl in die Kabine. Direkt nach dem Wiederanpfiff schraubten die Dormagener den Vorsprung auf 16:22, auch weil Ian Hüter seine Durchschlagskraft als Rechtshänder im rechten Rückraum untermauerte. Leichte Sorgenfalten kamen noch einmal auf, als die Essener mit drei schnellen Toren bis auf 23:26 herankamen. Doch Löfström, Stutzke/zweimal und Ian Hüter beendeten die Hoffnungen der TUSEM-Fans auf eine Wende. Zwar versuchte Essen mit der offensiveren Abwehr noch einmal alles, doch in die freien Räume lief Reuland und wurde von seinen Anspielern gefunden. Der letzte große Aufreger in der bislang torreichsten Begegnung beider Klubs: Tim Zechel sah in der 50. Minute die Rote Karte nach einem Ellbogen-Foul gegen Ian Hüter.

Essens Trainer Jaron Siewert war die Enttäuschung nach einer von seiner Mannschaft nicht schlechten aber auch nicht ausreichenden Leistung anzusehen: "Zehn Minuten lang waren wir gut und haben dann den Faden verloren. Wir haben zu viele Zweikämpfe verloren und zu viele Tore im Rückzug kassiert. Letztlich hat uns der TSV mit unseren eigenen Mitteln Tempo, starke Abwehr und 1:1-Verhalten geschlagen." Für Dusko Bilanovic stand schon vor dem Anpfiff fest: "Wenn wir wieder eine starke Abwehr stellen, dann können wir hier etwas holen." Und nach dem Abpfiff war er stolz: "Es war eine tolle Teamleistung, jeder Spieler hat seinen Anteil an dem Erfolg." Um den guten Lauf nicht zu gefährden wechselte Bilanovic kaum. Dass der längere Einsatz auch mehr Kraft kostet, war den Spielern nur bedingt anzumerken: "Dafür trainieren wir ja bis zu acht Mal in der Woche", betonte Ian Hüter.

TUSEM Essen - TSV Bayer Dormagen 33:39 (15:19)
Essen: Bliß (5 Paraden), Mangold; Beyer (8/1), Ellwanger (2), Witzke (2), Akakpo (2), Szczesny (5), Ridder (3), Müller (3), Firnhaber (3), Seidel, Klingler (2), Skroblien (3/3), Ingenpass (n.e.), Zechel.
Dormagen: Bartmann (8 Paraden), Broy (bei einem 7m); Reuland (5), Pyszora, Eggert (n.e.), Thomas (2), Löfström (5), I. Hüter (5), Köster (n.e.), Rebelo (n.e.), Richter, P. Hüter, Morante Maldonado (1), Stutzke (7), Eberlein (n.e.), Wieling (14/6).
Schiedsrichter: Kern / Kuschel.
Zuschauer: 1902.
Zeitstrafen: 6:10 Minuten (Rot gegen Zechel, 50.)
Siebenmeter: 4/5:6/7 (Bartmann hält gegen Beyer - Wieling scheitert an Bliss).
Spielfilm: 3:1 (5.), 7:3 (10.), 8:8 (16.), 9:10 (20.), 11:10, 12:14 (25.), 15:19 - 15:21, 17:23 (35.), 20:26 (40.), 23:26 (42.), 23:30 (46.), 26:33 (50.), 29:37 (56.), 33:39.



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