Es waren gerade mal 20 Minuten gespielt, da lag der TSV Bayer Dormagen in der Lübbecker Merkur Arena mit 6:13 zurück. Doch das dezimierte Gäste-Team gab sich keineswegs geschlagen und wehrte sich mit einer kampfstarken Leistung gegen die drohende Niederlage beim Tabellenvierten der 2. Handball-Bundesliga. Im Gegensatz zum Hinspiel (21:29) reichte die Aufholjagd nicht nur bis zu einer gewissen Annäherung sondern nach einer Dreiviertelstunde sogar zum 25:25. "Dann haben wir die letzten Körner zusammengekratzt", sagte Nettelstedts erleichterter Trainer Aaron Ziercke nach dem 33:29-Erfolg. Dank des Aufbäumens durfte aber auch der TSV Komplimente mit nach Hause nehmen. Der mit Blick auf die Ergebnisse eher ungewöhnliche Rückrundenauftakt erfreute die Dormagener freilich nicht. Denn Großwallstadt und Dessau setzten sich aufgrund des besseren Torverhältnisses vor die Rheinländer, die bis zum Neustart der Liga auf Abstiegsplatz 17 rangieren. Weiter geht es nach der WM-Pause mit den beiden Heimspielen am 9. und 15. Februar gegen Aue und Hüttenberg.

TSV-Coach Ulli Kriebel und seine Spieler waren mit dem Vorsatz nach Ostwestfalen gereist, das "Unmögliche möglich zu machen". Der verletzungsbedingt stark reduzierte Kader machte das Vorhaben nicht gerade einfacher: Neben den Langzeitverletzten Heider Thomas und Tyron Hartmann konnten weiterhin Joshua Reuland und Patrick Hüter nicht eingesetzt werden. Daniel Eggert musste wegen eines Muskelfaserrisses pausieren, Eloy Morante Maldonado wegen der zwei gerissenen Bänder im Sprunggelenk - das MRT wartet an diesem Freitag auf ihn. Last but not least blieb der erkrankte Carl Löfström draußen. Gerade die platzierten Abschlüsse des schwedischen Kreisläufers fehlten dem TSV in Lübbecke.

"Wir hatten in der Anfangsphase zu großen Respekt", beschrieb Kriebel den Auftakt vor 1510 Zuschauern, darunter auch circa 50 Dormagener Fans. "Zu früh kamen mehrfach die Abschlüsse über den Rückraum, so haben wir den TuS zum Tempospiel eingeladen." Für die ersten drei Gegentreffer waren zwei Ex-Dormagener verantwortlich: Jo Gerrit Genz und Peter Strosack. Weil Schlussmann Joel Birlehm schon von Beginn an sein Können unter Beweis stellte brauchte der TSV fünf Minuten, um durch Nuno Rebelo zum ersten Treffer zu kommen. Lukas Stutzke und Benni Richter per Siebenmeter ließen den ersten Ausgleich folgen. Doch die Fehlabschlüsse häuften sich und brachten den Gastgebern immer wieder die freien Wurfchancen, gegen die auch Sven Bartmann machtlos war. Mit einem passgenauen Anspiel von Ian Hüter erzielte Richter in der 17. Minute den 9:6-Anschluss. Es folgten drei bittere Minuten mit vier Einschlägen in Folge.

Warum der Vorsprung wieder schmolz? "Wir haben zu früh einen Gang rausgenommen und gewechselt", begründete Aaron Ziercke das bald wieder offene Spiel auf Augenhöhe. Auf Dormagener Seite führte eine Veränderung zu deutlich besserer Ausbeute: Nick Braun löste Benni Richter auf Linksaußen ab, der nun den Spielaufbau organisierte. An der Aufholjagd beteiligte sich dann auch Brauns A-Jugend-Kollege Julian Köster zum 15:12. Den letzten Treffer für die Gäste vor der Pause (17:13) machte Rechtsaußen Tim Wieling nach einem Traumanspiel von Richter. Nach dem Seitenwechsel hielt sich zunächst der Abstand, dann aber brachte die Rote Karte gegen den Nettelstedter Abwehrspezialisten Patryk Walczak neue Bewegung ins Spiel. Sein Foul legte Ian Hüter erst einmal flach, zum Glück konnte er weitermachen. Gegen die löchriger wirkende TuS-Abwehr witterte der TSV die Sensation. Nach 45 Minuten sorgte Benni Richter für den zweiten Ausgleich des Spiels. Doch bei diesem 25:25 sollte es bleiben. "Wir haben leider zweimal die Führung verpasst und so das Momentum ganz in unserer Hand zu haben", betonte Ulli Kriebel. So setzten die Gastgeber sich wieder ab. Das lag vor allem an Birlehm, und wenn der Torwart nicht mehr an den Ball kam, halfen direkt hintereinander Latte und Pfosten. Als Janis Boieck den Strafwurf von Jens Bechtloff abwehrte, kam kurz noch einmal Hoffnung auf, die allerdings durch die Treffer von Genz und Jan-Eric Speckmann wieder einschlief. "Nach dem Ausgleich haben wir ganz schön gezittert", wusste Jo Gerrit Genz auch warum: Immerhin hatte Aaron Ziercke für den Fall einer Niederlage ein Straftraining angekündigt.
     
TuS N-Lübbecke - TSV Bayer Dormagen 33:29 (17:13)
Lübbecke: Birlehm (15 Paraden), Tatai (bei drei 7m, 1 P.); Genz (5), Walczak, Bechtloff (1/1), Gierak (6/1), Strosack (3), Rakovic (2), Spohn (5), Jaanimaa (2), Schade (3), Speckmann (5), Hövels (1).
Dormagen: Bartmann (3 Paraden), Boieck (ab 23., 8 P.); Eberlein (n.e.), Pyszora, I. Hüter (3), Krefting (n.e.), Köster (1), Rebelo (4), Richter (6/3), Braun (3), Jagieniak (2), Stutzke (4), Wieling (6/1).
Schiedsrichter: Friedel / Herrmann (Aue).
Zuschauer: 1510 in der Merkur Arena Lübbecke.
Zeitstrafen: 6:6 Minuten (Rote Karte gegen Walczak nach grobem Foul gegen Hüter, 38.).
Siebenmeter: 2/3:4/6 (Boieck hält gegen Bechtloff - Wieling scheitert an Birlehm, Richter an Tatai).
Spielfilm: 3:0, 3:3, 5:4, 7:4 (13.), 9:5 (15.), 9:6, 13:6 (20.), 13:8, 14:8, 14:9, 15:9 (24.), 15:13 (27.), 17:13 - 17:14, 19:14, 20:15, 20:17, 22:20 (40.), 24:21, 24:23 (44.), 25:25 (45.), 27:25, 27:26, 30:26 (55.), 33:29.


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