Gäste-Trainer Daniel Kubes brachte es auf den Punkt: „Dormagen war stark engagiert und besaß den unbedingten Siegeswillen – das machte heute den Unterschied aus.“ Und Dormagens Handball-Geschäftsführer Björn Barthel drückte aus, was das letzte Spiel des Jahres bestimmte: „Emotionen ausgelebt und übertragen. Diese Leidenschaft konnte man selbst auf der Tribüne spüren.“ Mit 29:25 (15:11) gewann der TSV Bayer Dormagen völlig verdient gegen die HSG Nordhorn-Lingen und feierte den achten Saisonsieg. Während etliche Spieler in den nächsten Wochen international im Einsatz sind und wie Ian und Patrick Hüter an der WM teilnehmen, können die anderen entweder ausruhen oder ihre Verletzungen auskurieren. TSV-Coach Matti Flohr lädt zum ersten Teamtraining im neuen Jahr am 9. Januar ein. Das nächste Spiel findet am Samstag, 28. Januar, ab 19.30 Uhr im TSV Bayer Sportcenter statt. Gegner ist dann das ukrainische Team HC Motor Zaporozhye.

Ohne Neun mussten die Wiesel ins Spiel gegen den Tabellensechsten der 2. Handball-Bundesliga gehen. Die Hälfte des Dormagener Kaders stand aufgrund von Verletzungen oder Erkrankungen nicht zur Verfügung. Aus der Not machte Flohr eine Tugend: Mit den 17-jährigen Zwillingen Jan und Max Schmidt sowie Luis Pauli (18) standen drei A-Jugendliche im Aufgebot, die ihre Aufgaben mit Bravour erfüllten. Weitere Youngster hätte Flohr gebracht, doch auch aus dem Jugendbereich war niemand mehr einsatzfähig. Daniel Stein aus der 2. Mannschaft löste kurz vor Schluss Rechtsaußen Jakub Sterba ab, der eins seiner besten Spiele im TSV-Trikot machte und seine Qualitäten von der Siebenmeterlinie in Abwesenheit der üblichen Werfer Jan Reimer und Joshua Reuland unter Beweis stellte. Mit zehn Treffern war der Tscheche erfolgreichster Werfer der Partie.

Schon zu Beginn drückte Sterba dem Spiel seinen Stempel auf: Viermal hintereinander brachte er sein Team per Strafwurf in Führung. Nach einem vermeintlichen Stürmerfoul von Ian Hüter legte Nordhorn einmalig zum 5:4 vor. Julian Possehl konnte zum 6:6 nach einer Viertelstunde ausgleichen, dann aber passierte das, was Flohr später beim „Talk danach“ so ausdrückte: „Ich bin restlos begeistert von dem, was die Mannschaft heute auf die Platte brachte.“ Sein Team legte auch den letzten Respekt vor dem großen Namen Nordhorn ab, machte kaum technische Fehler und schloss immer wieder sehr platziert ab. Als Torschützen aus dem Rückraum glänzten insbesondere Sören Steinhaus (8) und Alexander Senden (6), die zusammen mit Ian Hüter auch für gelungene Anspiele sorgten. Dass am Ende „nur“ ein Tor von Ian Hüter auf dem Spielbericht stand, lag auch daran, dass dem US-Nationalspieler mehrfach der Vorteil abgepfiffen wurde.

Der TSV verteidigte die Führung auch dank etlicher starken Paraden von Martin Juzbasic, der zwar fünf Tore von Samuel Lindberg kassierte, aber auch viermal gegen den Rechtsaußen abwehrte. Bis zur Pause holten die Gastgeber den 15:11-Vorsprung heraus, nach dem Seitenwechsel erhöhten sie sogar auf 18:12 und 20:14. Tor Nummer 20 steuerte Luis Pauli bei, der im ersten Versuch noch am niederländischen Nationaltorwart Bart Ravensbergen gescheitert war und den zweiten Ball in die kurze Ecke setzte.

Als Alexander Senden nach seiner dritten Zeitstrafe in der 44. Minute auf der Tribüne Platz nehmen musste, rückte die Dormagener Mannschaft weiter zusammen und reagierte auch bestens auf die neuen Herausforderungen: Daniel Kubes stellte seine Abwehr um auf 3:2:1 mit dem weit vorgezogenen Markus Stegefelt. „Das hat uns Probleme bereitet, die wir aber mit dem zweiten Kreisläufer gut gelöst haben“, stellte Flohr fest. Auch Nordhorns Manndeckung in den letzten Minuten konnte dem Spiel keine Wende geben, weil der TSV den Ball gekonnt laufen ließ und zumeist nur auf Kosten eines Freiwurfs zu stoppen war. Letztlich war es Jakub Sterba, der seine Leistung mit dem letzten Treffer zum 29:25 krönte und anschließend die Humba anstimmen durfte.

TSV Bayer Dormagen – HSG Nordhorn-Lingen 29:25 (15:11)
Dormagen:
Juzbasic (8 Paraden), Simonsen (ab 40., 1 P.), Broy (n.e.); Stein, Senden (6), M. Schmidt, Zurga (1), I. Hüter (1), Pauli (1), P. Hüter (1), Sterba (10/7), J. Schmidt, Seesing (1), Steinhaus (8).
Nordhorn: Buhrmester (bis 25. und bei 2 7m, 3 Paraden), Ravensbergen (ab 25. und bei 2 7m, 7 P.); Lindberg (5), Marschall (4), Stegefelt, Fernandez (4/3), Terwolbeck, de Boer (2), Seidel (n.e.), Simovic, Possehl (2), Wasielewski (1), Pöhle (7), Kalafut.
Schiedsrichter: Christian und David Hannes.
Zuschauer: 849.
Zeitstrafen: 14:8 Minuten (Senden/dreimal, Seesing/dreimal, P. Hüter – Simovic/dreimal, Pöhle).
Siebenmeter: 7/8:3/3 (Ravensbergen hält gegen Sterba).
Spielfilm: 2:1, 4:5 (13.), 8:6, 10:7, 12:8 (22.), 13:11, 15:11 – 18:12, 20:17 (40.), 22:18, 24:19 (48.), 26:22, 28:23, 28:25 (58.), 29:25.


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