Auf diese Humba im TSV Bayer Sportcenter mussten die Wiesel fast zwei Monate warten: Christian Simonsen, von Hallensprecher Oliver Fenkl zum „Man of the match“ ausgerufen, ergriff das Mikrofon und ließ die Freude über den zweiten Heimsieg mit heiserer Stimme raus: „Jeder hat heute alles auf der Platte gelassen, ich auch meine Stimme“, schmunzelte später der 22-jährige Torwart nach 15 Paraden und zwei Treffern ins gegnerische Tor. Von Beginn an führten die Gastgeber am Freitagabend gegen den VfL Eintracht Hagen, zur Pause bereits mit 16:9. Nach dem Seitenwechsel schmolz zwar zunächst der Vorsprung, doch der TSV machte aus der Last des Gewinnen-Müssens das erfrischende Gewinnen-Wollen und feierte den ersten Sieg gegen Eintracht Hagen in der 2. Bundesliga. 30:24 hieß es nach 60 Minuten für die Auswahl von Matthias Flohr, der „sehr, sehr froh“ war über die „irre Leidenschaft und tolle Emotion in der Abwehr, die wir nach vorne ins Angriffsspiel getragen haben.“ Weiter geht es für den TSV am Sonntag, 20. November, mit dem Gastspiel beim HC Elbflorenz in Dresden.

Alexander Senden beendete das ungewöhnliche Fehler-Festival auf beiden Seiten in der 4. Minute mit dem ersten Treffer der Partie. Der nervöse Beginn wandelte sich dann zu einem munteren Handballspiel, das bis zum 8:7 in der 20. Minute offen war. Dann aber explodierte der TSV und zog innerhalb von fünf Minuten auf 13:7 davon. Hagens sichtlich genervter Coach Stefan Neff („Unser Problem war die erste Halbzeit, da waren wir grottenschlecht“) nahm die Auszeit. In der Schlussphase der ersten Hälfte kam es aber zu keiner weiteren Annäherung an den TSV, der dank des komfortablen 16:9-Vorsprungs zufrieden in die Kabine gehen konnte. Was nicht für Florian Träger galt, der den Pausenstand herstellte, dann aber von Jakub Sterba und Aron Seesing zum Seitenaus getragen werden musste. Nach ersten Einschätzungen ist die Verletzung des Linkshänders nicht gar so arg. „Er hat sich vermutlich einen Zeh ausgekugelt. Wir müssen aber die Untersuchung am Montag abwarten“, betonte Matthias Flohr.

Nach dem Wiederanpfiff erhöhte der konsequent spielende Joshua Reuland auf 17:9. Es schien so, als könnte nichts mehr anbrennen. Doch Philipp Vorlicek deutete mit drei Treffern in Folge an, dass er und seine Mitspieler sich mit der Niederlage noch nicht abgefunden hatten. „Der Gegner wirft alles rein, wenn er nichts mehr zu verlieren hat“, kam für Christian Simonsen das Aufbäumen nicht unerwartet. Bis auf 21:18 kam die Eintracht heran, um anschließend in Unterzahl nach der zweiten Zeitstrafe gegen Tilman Pröhl drei Treffer zu kassieren: Erst traf der hellwache Jakub Sterba, dann jubelte Simonsen über seine beiden erfolgreichen Würfe in Hagens verwaisten Kasten. „Das passiert, weil wir vorne unvorbereitet aufs Tor werfen“, kritisierte Neff.

Wieder vollständig kam die Eintracht dank eines 4:0-Laufs bis auf 24:22 heran. „In der zweiten Halbzeit gab es extreme Wellen“, bilanzierte Matti Flohr. „Hagen bestrafte unsere Fehler eiskalt. Aber ich muss meiner Mannschaft ein Riesenkompliment machen, alle haben den Kopf bewahrt.“ Der wieder gesunde Alex Senden unterstrich seine Top-Leistung mit weiteren zwei Toren, Ian Hüter ließ Maurice Paske im Gäste-Tor keine Abwehrchance und Sören Steinhaus machte das Ergebnis mit Tor Nummer 30 doppelt rund: Alle eingesetzten Dormagener Spieler erzielten mindestens einen Treffer.

TSV Bayer Dormagen – VfL Eintracht Hagen 30:24 (16:9)
Dormagen:
Simonsen (15 Paraden, 2 Tore), Juzbasic (n.e.); Reuland (7/4), Meuser (2), Senden (4), Zurga (n.e.), Rehfus (n.e.), I. Hüter (5), Reimer (1), Grgic (2), P. Hüter (1), Traeger (1), Sterba (2), Seesing (2), Steinhaus (1).
Hagen: Mahncke (5 Paraden), Paske (ab 26., 5 P.); Bürgin (4), Norouzinezhad (1), Pröhl, Schmidt, Renninger, Kister (n.e.), Voss-Fels, Vorlicek (9), Spohn (4), Gaubatz, Stefan (1), Toromanovic (1), Jukic, Busch (4/1).
Schiedsrichter: Hellbusch / Jansen.
Zuschauer: 778.
Zeitstrafen: 10:4 Minuten.
Siebenmeter: 4/4:1/1.
Spielfilm: 1:0, 7:4, 8:7 (20.), 13:7, 15:8, 16:9 – 17:9, 19:12, 19:14, 20:14, 20:16, 24:18 (49.), 24:22 (54.), 26:22, 29:23, 30:24.

 


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