Das zweite Unentschieden der Saison feierten die Gastgeber wie einen Sieg. Schließlich fiel der letzte Treffer der Wiesel elf Sekunden vor Schluss – genau Maß genommen hatte der älteste Feldspieler der Partie: Knapp ein halbes Jahr nach seiner Verabschiedung trug der kurzfristig vom Longericher SC ausgeliehene Benjamin „Benni“ Richter wieder das TSV-Trikot und hatte gewichtigen Anteil am 25:25 (14:15) zum Anfang der Härtewoche mit noch zwei Auswärtsspielen in Sachsen gegen den HC Elbflorenz Dresden am Donnerstag und EHV Aue am Samstag. „Benni hat so gespielt als wäre er niemals weg gewesen“, lobte TSV-Coach Dusko Bilanovic den 30-Jährigen.

Zu Beginn des Derbys drehte der TSV auf und lag nach acht Minuten mit 5:1 vorne. Die Absprachen funktionierten, die vorhandenen Lücken in Essens Defensive entdeckten Andre Meuser und Ante Grbavac, die entweder erfolgreich abschlossen oder Patrick Hüter am Kreis fanden. „Wir wollten Dormagen mit unserer 5:1-Defensive überraschen“, hatte TuSEM-Trainer Jamal Naji Ex-Wiesel Eloy Morante Maldonado als Störer eingesetzt. „Die breiten Kreuzungen haben wir aber zunächst nicht so gut verteidigt und etwas umgestellt“, begründete Naji das kontinuierliche Aufholen. „Nach der Auszeit verteidigte Essen noch aggressiver und wir hatten Mühe, in Fahrt zu kommen“, erklärte Bilanovic.

Im Essener Angriff war es vor allem der wendige Justin Müller, der die TSV-Abwehr vor Probleme stellte und immer wieder Strafwürfe herausholte. Die nutzte der regelmäßig von der Bank kommende Noah Beyer, um als erfolgreichster Werfer in die Geschichte des Duells einzugehen. Nur einmal scheiterte er am wieder genesenen Christian Simonsen, nahm aber den Abpraller auf und traf erst zum 9:8-Anschluss und dann auch zum 10:10 in der 20. Minute. In der Schlussphase der ersten Hälfte ging Essen erstmals in Führung und lag auch zur Pause mit 15:14 vorne, weil der eingewechselte Torwart Lukas Diedrich mit einer starken Reaktion den Wurf von Grbavac abwehrte.

Nach dem Seitenwechsel baute der Bundesliga-Absteiger den Vorsprung innerhalb von drei Minuten bis auf 18:14 aus. Bilanovic: „Wir haben die zweite Halbzeit schlecht eröffnet, fanden dann aber unsere Konzentration wieder.“ Justin Müller war jetzt gut aufgehoben bei Aron Seesing. Und auch die gefährlichen Anspiele an den Kreis bekam der TSV in den Griff – wobei manch freier Wurf von Martin Juzbasic entschärft wurde, der dafür ein Kompliment von Naji erhielt: „In jeder wichtigen Phase des Spiels hält er unglaubliche Bälle. Juzbasic ist ein sehr guter Torwart, das müssen wir neidlos anerkennen.“

Das Spiel war jetzt völlig offen. Der TSV schaffte in der 41. Minute den 20:20-Ausgleich, Essen antwortete mit zwei Treffern - ebenso der TSV, der die anschließende Unterzahl gut überstand und durch das Tor von Jaka Zurga 23:22 vorne lag. Danach erzielte Andre Meuser mit seinem Treffer Nummer 6 das 24:23. In der doppelten Überzahl vergaben die Wiesel aber die Möglichkeit, auf 25:23 zu erhöhen. So scheiterte Jakub Sterba unglücklich bei seinem Heber-Versuch an Lukas Diedrich. Prompt verwandelte Noah Beyer zum 24:24, Tim Rozman sorgte für Essens letzte Führung – bevor Benni Richter beherzt Richtung oberer rechter Winkel zielte. Der letzte Angriff der Gäste endete mit einem Stürmerfoul von Morante. „Wir befinden uns in einer nicht so prickelnden Situation. Da sind wir natürlich mit dem einen Punkt zufrieden“, zog TSV-Kapitän Patrick Hüter ein positives Fazit nach dem spielerisch und kämpferisch überzeugenden Derby.

TSV Bayer Dormagen – TuSEM Essen 25:25 (14:15)
Dormagen:
Juzbasic (10 Paraden), Simonsen (bei drei 7m, 1 P.), Klama (n.e.); Dasburg (n.e.), Meuser (6), Köster (n.e.), Eugler, Biernacki, Reimer (2/2), Richter (3), Zurga (2), P. Hüter (5), Sterba (1), Grbavac (5), Seesing (1), Steinhaus (n.e.).
Essen: Bliß (3 Paraden), Diedrich (9 P.); Beyer (8/7), Ellwanger, Glatthard (n.e.), Rozman (2), Dangers, Becher (6), Ignatow (2), Szczesny, Müller (2), Firnhaber (1), Seidel, Morante Maldonado (1), Klingler (3).
Schiedsrichter: Kern / Kuschel.
Zuschauer: 944.
Zeitstrafen: 8:6 Minuten.
Siebenmeter: 2/2:7/8 (Simonsen hält gegen Beyer, der im Nachwurf erfolgreich ist).
Spielfilm: 5:1 (8), 6:5 (12.), 8:6, 10:8 (18.), 10:10 (20.), 13:12, 13:14, 14:14, 14:15 – 14:18 (33.), 17:20, 20:20 (41.), 20:22 (45.), 23:22 (50.), 24:23, 24:25, 25:25.


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