Der EHV Aue nahm am Freitagabend Revanche für die 25:35-Niederlage im Hinspiel und setzte sich in der Erzgebirgshalle Lößnitz mit 32:29 gegen den TSV Bayer Dormagen durch. Zur Pause stand es exakt wie im August im Sportcenter 14:14. Doch nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein vollständig anderes Spiel. Schnell setzten die Gastgeber sich bis auf 18:14 ab, ehe Benni Richter in der 38. Minute den ersten TSV-Treffer in der zweiten Hälfte erzielte. Der Vorsprung reichte den Gastgebern vor 1932 Zuschauern, um den TSV bis zum Schlusspfiff auf Distanz zu halten. "Ich bin trotz der Niederlage stolz auf meine Mannschaft, die sich in dieser Saison hervorragend entwickelt hat", sagte TSV-Coach Dusko Bilanovic. "Die Spieler brauchen jetzt die Pause." Nach der Europameisterschaft startet der TSV als Tabellensechster der 2. Handball-Bundesliga am Sonntag, 2. Februar, um 17 Uhr gegen den Handball Sport Verein Hamburg ins neue Jahr.

"Fünf Mal war ich hier und habe noch nie zwei Punkte mitgenommen", stellte TSV-Kapitän Patrick Hüter fest, nachdem er zum Gäste-Spieler der Partie gekürt worden war. Nach der ersten Halbzeit wäre es zumindest ein Punkt gewesen. Da lagen die Rheinländer zumeist vorne - in der ersten Viertelstunde fast immer durch Joshua Reuland, der für fünf der sechs Treffer verantwortlich war. Es hätten sogar zwei mehr sein können. Doch Aues Schlussmann Erik Töpfer entschärfte gleich zwei Strafwürfe des zuletzt so sicheren Vollstreckers. So kam die Zeit von Benni Richter, der zwei Siebenmeter hintereinander zur Dormagener Zwei-Tore-Führung (9:7) verwandelte. Dann machte ein EHV-Spieler auf sich aufmerksam, der in den vergangenen Spielen eher im Schatten der wurfstarken Rückraum-Kollegen stand: Der lettische Nationalspieler Austris Tuminskis drehte die Parte mit einem sauberen Hattrick zum 11:10. Den Pausenstand 14:14 stellte Carl Löfström her.

In Unterzahl musste der TSV nach der Strafe gegen Patrick Hüter kurz vor dem Pausenpfiff das Spiel wieder aufnehmen. Und das gelang weniger gut. Nun war es der Rückraumlinke Benas Petreikis, der mit drei Toren innerhalb von knapp acht Minuten besonders auf sich aufmerksam machte. Da auch Kevin Roch exakt ins zwischenzeitlich verwaiste TSV-Tor zielte und der erfolgreichste Werfer der Partie Bengt Bornhorn traf, wuchs Aues Vorsprung kontinuierlich an. Denn vorne ließen jetzt die Dormagener gute Chancen aus oder erhöhten die Zahl der technischen Fehler. Bitter war, dass der Aufsetzer des freistehenden Löfström an den Pfosten knallte und auch Julian Kösters Wurf nur knapp das Gehäuse verfehlte. Der nächste Wurf von Eloy Morante Maldonado landete zwar im Netz, doch die Schiedsrichter hatten zuvor bereits auf Freiwurf für Aue entscheiden. Weil Morante trotzdem abgeschlossen hatte, musste er für zwei Minuten auf die Bank - auf der schon Hüter nach seiner zweiten Zeitstrafe saß.

Mit diesem Handicap kam der TSV durchaus zurecht. Und als die Mannschaft wieder vollzählig war verkürzte Ante Grbavac auf 19:16. Doch um den elften Saisonsieg zu feiern hätte nun in der Erzgebirgshalle alles klappen müssen. Das war aber nicht der Fall. Die heimstarken Auer nutzten vor zahlreichen eingeladenen prominenten Ex-DDR-Nationalspielern jeden Fehler der Gäste eiskalt aus und sorgten für eine mehrfache Sechs-Tore-Führung. "Es war sicher mitentscheidend, dass wir Dormagen nach der Pause eine Viertelstunde lang auf drei Tore halten konnten", betonte EHV-Coach Stephan Swat. Dass es letztlich nur ein Sieg mit drei Toren Vorsprung wurde lag am TSV, der seine insgesamt sehr positive Torbilanz nicht in Gefahr bringen wollte. Der starke Kampfgeist mit zwei Treffern von Patrick Hüter in der Schlussminute ließ ein Spiel hinter sich, das nicht das beste aus Dormagener Sicht war. Aber auch das ist zu verzeihen: "Unser junges Team spielt eine glänzende Saison. Da kann es nicht zuletzt nach diesen Reisestrapazen in der Weihnachtswoche dazu kommen, dass es einmal nicht so gut läuft", räumte Walter Haase vom sportlichen Kompetenzteam ein.

EHV Aue - TSV Bayer Dormagen 32:29 (14:14)
Aue: Töpfer (1 Tor, 12 Paraden), Rasimas (bei einem 7m), Musil (n.e.); De Santis (2), Schröder, Roch (4), Ebert (3), Bornhorn (9/5), Petreikis (3), Roth (1), Brykner (2), Slachta, Kammlodt (1), Paraschiv, Tuminskis (5), Faith (1).
Dormagen: Bartmann (7 Paraden), Boieck (ab 43., 3 Paraden); Reuland (8/1), Köster, Meuser (2), Richter (6/4), Löfström (2), Thomas, Rebelo, Noll, P. Hüter (4), Morante Maldonado (1), Sterba (3), Grbavac (3).
Schiedsrichter: Fratczak / Ribeiro.
Zuschauer: 1932 in der Erzgebirgshalle Lößnitz.
Zeitstrafen: 8:12 Minuten.
Siebenmeter: 5/5:5/7 (Töpfer hält zweimal gegen Reuland).
Spielfilm: 2:3, 4:3 (9.), 4:5, 7:9 (21.), 8:10, 11:10 (25.), 11:12, 13:12, 14:14 - 18:14, 18:15, 23:17, 25:21 (50.), 29:23, 30:26, 32:29.


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