Für die Gäste aus Coburg war es der erste Auswärtserfolg, für den TSV Bayer Dormagen vor 1327 Zuschauern im TSV Bayer Sportcenter die erste Heimniederlage. Deshalb freute sich HSC-Trainer Jan Gorr beim "Talk danach" über das 36:29, Dusko Bilanovic hingegen war natürlich enttäuscht - auch wegen der 13 technischen Fehler seines Teams: "Dann kannst du gegen eine solche Spitzenmannschaft nicht gewinnen." Die Aufgabe der nächsten Woche: "Wir wollen uns am kommenden Freitag in Krefeld die Punkte zurückholen", kündigt Bilanovic an.

Die Niederlage in dieser Deutlichkeit war nach den ersten 20 Minuten nicht abzusehen. Mit einem 5:0-Lauf hatte der TSV den 1:2-Rückstand in die 6:2-Führung gedreht - auch weil Coburg Probleme mit der Zielgenauigkeit hatte. So setzte Andreas Schröder den Ball gleich zweimal hoch über den Dormagener Kasten. Doch echt beeindruckt von der guten Verfassung der Hausherren schien der HSC nicht. Die Mannschaft war gut vorbereitet, fiel auch auf Benni Richters Ballklautrick nicht herein und holte Tor um Tor auf. Schlussmann Konstantin Poltrum hatte daran mit seinen Paraden gehörigen Anteil. Was dem TSV gar nicht gefiel: Kreisläufer Carl Löfström wurde clever abgeschirmt. Das zuletzt so erfolgreiche Spiel über den Kreis kam nicht in Gang, funktionierte aber bei den Gästen, die immer wieder ein Loch in der nicht immer stabilen TSV-Abwehr fanden.

Plötzlich lag Coburg in der 22. Minute mit 11:9 vorne. Andre Meuser stellte zwar mit zwei präzisen Würfen innerhalb von 40 Sekunden das 11:11 her. Doch das war der letzte Gleichstand der Partie. Unterstützt durch zwei unglückliche Aktionen der Hausherren verschaffte der HSC sich über 15:12 mit 17:13 einen Vier-Tore-Vorsprung zur Pause. "Wir wollten nach dem Seitenwechsel Coburg unter Druck setzen", lautete die erklärte Absicht nach einem eher kurzen Aufenthalt in der Dormagener Kabine - was die Gäste aber gar nicht erst zuließen. Die vier Treffer innerhalb von knapp drei Minuten nach dem Wiederanpfiff sorgten für die frühe Vorentscheidung. Zwar bäumte der TSV sich noch einmal auf und kam bis auf 24:28 heran als noch zehn Minuten zu spielen waren. Doch um noch näher herankommen zu können, hätte eine umstrittene Situation auch schon mal für die Gastgeber entschieden werden müssen. Das passierte aber nicht - ebenso wenig wie ein Nachlassen von Tobias Varvne, der mit zehn Treffern dem Spiel seinen Stempel aufdrückte.

Ein dickes Lob richtete Dusko Bilanovic nach der Partie an Ian Hüter und Carl Löfström: "Beide waren angeschlagen, haben aber auf die Zähne gebissen." Walter Haase vom sportlichen Kompetenzteam fand klare Worte nach der Niederlage: "Es ist bei einer solch jungen Mannschaft ganz normal, dass es mal nicht so läuft wie erhofft. Die Erkenntnisse aus diesem Spiel sind wichtig für die nächsten Aufgaben." Eine schöne Geste von Kapitän Patrick Hüter unabhängig vom Ergebnis: Er übergab einen Umschlag an Handball-Abteilungsleiter Jocky Krapp: "Das ist eine Spende aus der Mannschaftskasse für ein konkretes Jugendprojekt. Schließlich ist der Nachwuchs unsere Zukunft."

TSV Bayer Dormagen - HSC 2000 Coburg 29:36 (13:17)
Dormagen: Bartmann (5 Paraden), Halfmann (35.-53., 2 P.); Reuland (1), Köster (3), Meuser (2), Richter (2), Löfström (3), I. Hüter (1), Thomas, Rebelo, Noll (4), P. Hüter, Braun (n.e.), Morante Maldonado (5), Sterba (4), Grbavac (4/2).
Coburg: Poltrum (12 Paraden), Kulhanek (n.e.); Preller (n.e.), Jaeger (5), Wucherpfennig (1), Sproß (1), Weber (1), Billek (6/1), Timm (3), Mustafic (n.e.), Zetterman (5), Lilienfelds (n.e.), Varvne (10), Schröder (2), Neuhold (2).
Schiedsrichter: Fratczak / Ribeiro.
Zuschauer: 1327.
Zeitstrafen: 10:6 Minuten.
Siebenmeter: 2/4:1/1 (Richter scheitert zweimal an Poltrum).
Spielfilm: 1:2, 6:2 (9.), 8:9 (20.), 9:9, 9:11, 11:11, 11:14 (25.), 12:16, 13:17 - 13:21 (34.), 15:24, 18:27 (42.), 24:28 (50.), 25:32 (54.), 28:34, 29:36.


Drei Heimspiele - drei Siege. Die weiße Weste möchte der TSV Bayer Dormagen am Freitag, 4. Oktober, gerne behalten. "Klar, Coburg ist eine Spitzenmannschaft und will versuchen, den ersten Auswärtspunkt zu holen. Aber wir werden uns wehren, denn zwei Mal lassen wir uns in unserer Festung nicht von Coburg schlagen", sagt TSV-Trainer Dusko Bilanovic nach der 21:27-Niederlage am 1. März. Die Schiedsrichter Pawel Fratczak und Paulo Ribeiro (Geldern / Diepholz) pfeifen die Partie zwischen dem Vierten und dem Fünften der 2. Handball-Bundesliga (2. HBL) um 19.30 Uhr im TSV Bayer Sportcenter an. Tickets gibt es im Tabak-Shop an der Kölner Straße 64 und online. Die Abendkassen öffnen um 18.30 Uhr.

Nach dem 30:27-Auswärtssieg in Emsdetten erlebte die Dormagener Mannschaft eine ganz spezielle sportliche Abwechslung: Die Spieler und Trainer weilten auf dem FunFußball-Gelände des Alpenparks an der Neusser Skihalle, hatten Spaß bei der "aktiven Regeneration" und freuten sich über die "sehr gelungene Trainingseinheit und das anschließende Essen im Restaurant der Skihalle", wie Linksaußen Pascal Noll die Meinung aller zusammenfasst. Ergebnisse nach der Überwindung der 14 Hindernisse gab es natürlich auch: Carl Löfström, Nuno Rebelo, Jan Reimer und Jakub Sterba dürfen das nächste Kabinenfest ausrichten. Der Jahreszeit entsprechend sind ein paar Spieler erkältet, so hat es Ante Grbavac erwischt. "Letzte Woche war es Eloy, der hat zwei Tage alles auskuriert und spielte in Emsdetten hervorragend", setzt Bilanovic auf eine ähnliche Reaktion beim Rückraumlinken wie bei Morante Maldonado.

Der HSC 2000 Coburg zeigt ein leicht verändertes Gesicht, die Zahl der Abgänge übersteigt die der Zugänge. Nachdem die Mannschaft im letzten Jahr ihr Saisonziel Aufstieg nicht umsetzen konnte, wurde die Zielsetzung leicht geändert in "eine ambitionierte Platzierung im vorderen Bereich". Da stehen die Oberfranken mit ihrem 41-jährigen Trainer Jan Gorr aktuell nach ihren bereits vier Heimsiegen und zwei Auswärtsniederlagen in Aue (25:33) und Hüttenberg (22:23). Noch nicht wieder mitspielen kann Linkshänder Jakob Knauer, der eine Schulterverletzung vermutlich bis Dezember auskurieren muss. Da traf es sich gut, dass Girts Lilienfelds, der eigentlich kürzer treten wollte, wieder eingesprungen ist. Erfolgreichster Werfer ist Rechtsaußen Florian Billek, der mit 47 Treffern den zweiten Platz in der Torschützenliste der 2. HBL belegt.


Die Firma Peter Hartmann Tiefbau GmbH ist neuer Sponsor der Handballer des TSV Bayer Dormagen. "Wir haben die Mannschaft schon seit einiger Zeit auf dem Spielfeld gesehen und wollen sie auf ihrem Weg nach oben unterstützen", sagt Markus Rohm, der vor einem Jahr die Nachfolge von Geschäftsführer Peter Hartmann angetreten hat. "Wir freuen uns sehr, dass uns dieses Traditionsunternehmen begleitet und mit einer Bande sowie einer Anzeige im Handball-Magazin Wiesel Inside auf sich aufmerksam macht", erklärt Björn Barthel, Geschäftsführer der TSV Bayer Dormagen Handball GmbH.

Im Jahr 1943 wurde die Firma Peter Hartmann senior als Fuhrunternehmen mit dem Schwerpunkt Güternahverkehr gegründet. 1960 wandelte sich die Firma in ein Tiefbauunternehmen, das der Geschäftsinhaber mit seiner Frau und drei Mitarbeitern betrieb. Am 1. Oktober 1980 wurde das Unternehmen umfirmiert in "Peter Hartmann Tiefbau GmbH". Nach dem Tod von Peter Hartmann senior im Jahr 1984 übernahm Peter Hartmann junior die Leitung der Firma, in der er bereits seit 1960 mitarbeitete. Zu den bis dahin ausgeführten Erd- und Abbrucharbeiten kamen die Gewerke Kanalbau und Straßenbau sowie eine Spezialisierung von Erdarbeiten für Versorgungsunternehmen hinzu.

Von 1960 bis heute hat sich das Familienunternehmen zu einem mittelständischen Unternehmen mit annähernd 40 Mitarbeitern entwickelt, in dem auch selbst ausgebildet wird. Seit 2008 ist nunmehr die dritte Generation mit dem Sohn von Peter Hartmann in den Betrieb eingestiegen. Peter Daniel Hartmann hat nach seiner Ausbildung zum Straßenbauer bereits im Jahre 2013 seinen Straßenbaumeister bei der Handwerkskammer in Köln bestanden. Rohm führt mit dem bisherigen Team sowie dem modernen Fuhr- und Maschinenpark alle Arbeiten im Bereich Tief-, Kanal- und Straßenbau weiterhin aus.


Der erste Auswärtssieg wurde gebührend mit den Fans und der Humba in der Ems-Halle gefeiert: Der TSV Bayer Dormagen drehte die Partie nach einem zweimaligen Vier-Tore-Rückstand in der letzten Viertelstunde und verbuchte nach dem 30:27 (11:12)-Erfolg beim TV Emsdetten die Punkte sieben und acht in der noch jungen Saison. In der Tabelle der 2. Handball-Bundesliga kletterte das Team von Dusko Bilanovic auf Rang 4. Gegner am kommenden Freitag, 4. Oktober, ab 19.30 Uhr ist der punktgleiche Tabellennachbar HSC 2000 Coburg. Tickets gibt es im Tabak-Shop, Kölner Straße 64 und online.

Dusko Bilanovic durfte am Sonntag viele Hände schütteln und Gespräche führen, schließlich trug er vier Jahre das Trikot des TV Emsdetten. Dass ihm nach den aufregenden 60 Minuten die Stimme ein wenig abhanden gekommen war, hatte freilich mehr mit der Lautstärke in der Halle zu tun. "Das ist hier eine ganz besondere Atmosphäre. Da muss man schon mal lauter werden, um die Spieler zu erreichen", sagte der 48-Jährige. Er hatte erwartet, dass die Gastgeber nach den jüngsten Niederlagen "bis zum Umfallen kämpfen werden." Das machten sie, konnten aber zunächst nicht verhindern, dass der TSV immer wieder in Führung ging. Zum letzten Mal war es Kreisläufer Carl Löfström, der sechs Minuten vor der Pause zum 10:9 einnetzte. Emsdetten kam besser ins Spiel, gegen die platzierten Würfe aus dem Rückraum von Sven Weßeling, Johannes Wasiliewski und Sören Kress hatte Sven Bartmann keine Chance. Pascal Noll machte den letzten Treffer vor der Halbzeit und begrenzte Emsdettens Vorsprung auf 12:11.

Nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel in den ersten zehn Minuten auf Augenhöhe. Auch weil Benni Richter nervenstark von der Siebenmeterlinie traf. Doch nach dem 15:15 schlichen sich ein paar Fehler ins TSV-Spiel ein - und insgesamt vier Mal in dieser Partie nahmen Latte und Pfosten Emsdettens Torwart Konstantin Madert die Arbeit ab. Plötzlich hieß es nach 41 Minuten 19:15 für den TVE. Der TSV bäumte sich auf, kam bis auf zwei Tore heran - und musste einen erneuten Vier-Tore-Rückstand (22:18) hinnehmen. Aber auch davon waren die Gäste nicht wirklich beeindruckt. Und sollte einer der im Fanbus mitgereisten Anhänger kurzfristig den Glauben an den Sieg in fremder Halle aufgegeben haben, so sah nach nur drei Minuten alles wieder anders aus: Angetrieben von Eloy Morante Maldonado dauerte es gerade mal diese 180 Sekunden, in denen der TSV zum 22:22 ausglich. Und zwei folgende Treffer von Jakub Sterba und Ian Hüter beendeten Dormagens 6:0-Lauf bis hin zum 24:22-Vorsprung. Zweimal noch gelang dem TV der Anschlusstreffer, doch weder Madert noch der in den letzten fünf Minuten ins Tor rückende Maurice Paske bekamen danach die Finger an Morantes exakte Abschlüsse. Und hinten entnervte die Defensive Emsdettens Angreifer. Spätestens als Ian Hüter das 28:24 erzielte konnte die Vorbereitung für die kleine Zwei-Punkte-Feier beginnen.

"Wir haben früh rotiert, um für die entscheidende Phase gerüstet zu sein", wusste Bilanovic, dass seine Jungs das Tempo noch einmal anziehen konnten. Der Trainer sprach von einer geschlossenen Mannschaftsleistung und bedankte sich mit einem Sonderlob bei Morante und Sterba. Sein Kollege Daniel Kubes war dagegen sichtlich enttäuscht: "Das ist heute sehr bitter. Die Spieler haben alles investiert, sind aber nach der 45. Minute eingeknickt. Das war nicht unser Tag."

TV Emsdetten - TSV Bayer Dormagen 27:30 (12:11)
Emsdetten: Madert (8 Paraden), Paske (ab 54., 1 P.), Lücke (n.e.); Weischer (n.e.), Kress (3), Terhaer (6), Toom (1), Kolk (n.e.), Schliedermann (1), Wasielewski (6), Dräger (2), Damm (n.e.), Holzner (6/4), Weßeling (2).
Dormagen: Bartmann (9 Paraden), Halfmann (bei einem 7m); Reuland, Köster (1), Meuser (2), Richter (4/4), Löfström (5), I. Hüter (3), Thomas, Rebelo (n.e.), Noll (2), P. Hüter, Morante Maldonado (6), Sterba (4), Grbavac (3).
Schiedsrichter: Friedel / Hartmann.
Zuschauer: 1618.
Zeitstrafen: 14:14 Minuten.
Siebenmeter: 4/4:4/4.
Spielfilm: 3:3 (8.), 4:6 (13.), 7:6, 7:8, 9:10, 12:10 (28.), 12:11 - 13:11, 15:15, 19:15 (41.), 20:18, 22:18, 22:24 (53.), 24:25, 24:28, 27:30.


Zum dritten Mal muss der TSV Bayer Dormagen sein Auswärtsspiel an einem Sonntag um 17 Uhr austragen. Nach zwei knappen Niederlagen in Hamburg und in Würzburg gegen Mannschaften aus dem direkten Tabellenumfeld tritt das Team von Dusko Bilanovic an diesem Sonntag beim Vorletzten TV Emsdetten an. Eine Platzierung, die nicht nur den Dino der 2. Handball-Bundesliga überrascht. "Emsdetten hat auch zuletzt in Hamm nicht schlecht gespielt", sagt Bilanovic, der bei den Emsländern noch in guter Erinnerung ist: Von 2004 bis 2008 trug er als Spieler das Trikot des TVE. Das Spiel leiten die Schiedsrichter Fabian Friedel und Rick Hermann, die aus Aue anreisen.

Im dritten Anlauf soll es auswärts am Sonntag gelingen: "Wir möchten etwas Zählbares aus der Ems-Halle mitbringen", kündigt Bilanovic an und weiß, dass dies nur mit voller Konzentration gelingen kann: "Beim HSV und gegen Rimpar haben wir viel zu viele Chancen liegen gelassen. Das darf sich nicht wiederholen." Emsdetten konnte bislang erst ein Erfolgserlebnis verbuchen - beim Schlusslicht Krefeld mit 25:18. In dem Spiel gegen den Aufsteiger erzielten die Westfalen auch ihre bisher meisten Treffer in einem Spiel. Beide Heimspiele gegen N-Lübbecke (19:26) und Ferndorf (22:23) wurden verloren.

Ob der TSV mit allen Spielern antreten kann, die zuletzt klar gegen Nettelstedt gewonnen haben, ist noch nicht klar. Eloy Morante Maldonado klagt über eine Erkältung, Ian Hüter über einen Pferdekuss, der Spuren hinterlassen hat. Emsdetten muss auf den schon länger verletzten Rückraumlinken Jorn Smits verzichten. Auch Kreisläufer Jan Mojzis steht nicht zur Verfügung, nachdem er sich in Hamm einen Fingerbruch zugezogen hat. Linksaußen Dirk Holzner, mit 7/3 Treffern zuletzt erfolgreichster Werfer, wird seine muskulären Probleme am Sonntag vermutlich überwunden haben. Trainer Daniel Kubes: "Verletzungen gehören zum Handball. Ich sehe es als Test für uns, wie meine Mannschaft mit dieser Situation umgeht."

Dormagens Handball-Geschäftsführer Björn Barthel freut sich darüber, dass sich ein Bus nach Emsdetten mit rund 20 Fans aufmacht: "Damit werden noch mehr TSV-Anhänger unser Team unterstützen." Auch für das Auswärtsspiel in Ferndorf am 19. Oktober hat die Fanbeauftragte Heike Schlösser eine Fanfahrt organisiert. Eine verbindliche Anmeldung muss bis zum 15. Oktober erfolgen. Weitere Informationen

Die Ergebnisse der Freitagspiele
TuSEM Essen - HSG Konstanz 32:21
VfL Lübeck-Schwartau - SG BBM Bietigheim 29:22


Nach zwei Zehn-Tore-Siegen gegen Aue und Eisenach ließ der TSV Bayer Dormagen am Samstagabend auch dem TuS N-Lübbecke keine Chance. Vor 1051 Zuschauern gewann das Team von Dusko Bilanovic mit 31:24 (16:12) und setzte sich an die Spitze der Heimtabelle der 2. Handball-Bundesliga. Der Coach gab anschließend nach und genehmigte seinen Spielern den trainingsfreien Dienstag. Aber nur unter der Voraussetzung, dass am kommenden Sonntag, 29. September, ab 17 Uhr in Emsdetten die ersten Auswärtspunkte geholt werden...

Der Unterschied zu den bisherigen Heimerfolgen: Diesmal dauerte es lediglich eine Viertelstunde bis der TSV sich absetzen konnte. Nach einem gewaltigen Hammer von Ante Grbavac in seinem bisher besten Spiel nutzten die Gastgeber die Überzahl nach einer Zeitstrafe gegen Marian Orlowski und zogen von 6:6 auf 9:6 davon. Zweimal war Carl Löfström mit einem cleveren Heber und einem Abschluss trotz Behinderung daran beteiligt. Zudem nahm Ian Hüter genau Maß und traf ins leere Nettelstedter Tor. Der Ex-Dormagener Peter Strosack verkürzte zwar noch mal auf 9:7, doch näher kamen die Ostwestfalen nicht mehr heran. Auch weil ausgerechnet der Rechtsaußen einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte: "Das war nicht der Peter so wie wir ihn kennen", sagte später TuS-Trainer Emir Kurtagic. "Er hatte sich heute wohl zu viel vorgenommen." Wegen Meckerns bekam Strosack später eine Zeitstrafe - und nachdem er einen Siebenmeter hoch über das Tor setzte, konnte er sich ein leichtes Schmunzeln nicht verkneifen.

Einmal mehr ein Gewinner im Kasten: Noch eine Nummer stärker als sein Gegenüber Peter Tatai war Sven Bartmann mit seinen teilweise spektakulären Paraden. Und als Passgeber bewährte er sich auch wieder: Das traumhafte Anspiel nutzte Jakub Sterba kurz vor der Pause zum 16:11. Der Rechtsaußen kann sich übrigens nach einer aktuellen Mitteilung des Handballverbandes Tschechiens berechtigte Hoffnungen auf die EM-Teilnahme im Januar 2020 machen.

Grbavac und Sterba erzielten die ersten beiden Treffer nach dem Seitenwechsel und verursachten damit Kurtagics frühe Auszeit nach 3:07 Minuten. Doch auch die einminütige Besprechung änderte nichts am Spielverlauf. Nun nahm Benni Richter Verantwortung von der Siebenmeterlinie, Ian Hüter fing einen Ball ab und netzte den Gegenstoß ein, Patrick Hüter traf sogar per Rückhand. Beim Stande von 24:16 in der 43. Minute griff Kurtagic erneut zur grünen Auszeitkarte, um das Debakel zu verhindern. Tatsächlich konnte seine Mannschaft den Trend und damit die zweistellige Niederlage stoppen. Dormagens Vorsprung schmolz allerdings nur bis auf vier Tore zusammen. Das lag nicht zuletzt an Interimstorwart Hendrik Halfmann, der erst den Strafwurf und dann den Nachwurf von Orlowski abwehrte, Strosack über das Tor werfen und dann auch noch Valentin Spohn scheitern ließ.

So durften die Fans jubeln und Dusko Bilanovic musste die natürlich nicht ernst gemeinte Frage beantworten, warum der Sieg denn diesmal nicht zweistellig ausfiel. Angesichts der Nettelstedter Ansprüche ist Dormagens 31:24-Erfolg schon mehr als erstaunlich, bestätigt aber auch, was Bilanovic immer wieder betont: "Wir können hier im Sportcenter jedes Spiel gewinnen." Emir Kurtagic suchte erst gar nicht nach Entschuldigungen und stellte fest: "Der TSV zeigte Leidenschaft und war klar besser." Gegen den TuS N-Lübbecke hatte der TSV in der letzten Spielzeit beide Spiele verloren - wie auch gegen den nächsten Heimgegner Coburg am Freitag, 4. Oktober. Diese Bilanz soll sich ebenfalls ändern. Der Vorverkauf läuft - und jetzt wurde der für das Mittelrhein-Derby gegen Gummersbach am Donnerstag, 31. Oktober, gestartet.

TSV Bayer Dormagen - TuS N-Lübbecke 31:24 (16:12)
Dormagen: Bartmann (10 Paraden), Halfmann (3 P.); Reuland, Köster, Meuser (2), Richter (3/2), Löfström (3), I. Hüter (3), Reimer, Thomas, Rebelo (1), Noll (1), P. Hüter (4), Morante Maldonado (2), Sterba (2), Grbavac (10/2).
N-Lübbecke: Tatai (10 Paraden), Jepsen (1 P.), Grzesinski; Genz (1), Walczak (1), Bechtloff (2), Ebner (4), Gierak (1), Bagaric (1), Strosack (4), Mundus, Spohn (3), Schade, Orlowski (6/4), Speckmann (1).
Schiedsrichter: Kauth / Kolb.
Zuschauer: 1051.
Zeitstrafen: 6:8 Minuten.
Siebenmeter: 3/4:4/7 (Tatai hält gegen Grbavac - Orlowski und Spohn scheitern an Halfmann, Strosack wirft über das Tor).
Spielfilm: 2:3, 6:6 (15.), 9:6 (18.), 12:8, 16:11, 16:12 - 18:12 (33.), 21:14 (37.), 24:16 (42.), 25:19, 25:21, 27:23 (55.), 31:24.


In den ersten beiden Heimspielen hatte es der TSV Bayer Dormagen mit den Teams aus Aue und Eisenach zu tun. Beide haben eher nicht vor, am Ende der Saison in der 2. Handball-Bundesliga auf einem der beiden Aufstiegsplätze zu stehen. Das sieht mit den Gästen aus Lübbecke schon etwas anders aus. Der Traditionsklub würde gerne wieder erstklassig spielen, doch nach dem Scheitern der Aufstiegspläne in der letzten Spielzeit wurden die konkreten Ziele etwas tiefer gehangen: "Oben mitspielen" will der Klub, der im letzten Jahr beide Spiele gegen den TSV gewann. Das soll sich nach dem Willen von TSV-Coach Dusko Bilanovic am kommenden Samstag, 21. September, allerdings nicht wiederholen: "Ich bleibe dabei: Wir sind in unserer Festung TSV Bayer Sportcenter in der Lage, jedes Spiel zu gewinnen." Dabei hofft das Dormagener Team auf noch mehr Zuschauer als in den ersten beiden Spielen. Bilanovic: "Das haben die Jungs auch verdient." Tickets gibt es im Tabakshop an der Kölner Straße 64 und online. Die Abendkassen werden am Samstag um 18.30 Uhr geöffnet.

Damit die Zuschauer keine Harzreste mit nach Hause nehmen, gab es am Mittwoch eine konzertierte Aktion aller Klebernutzer der Sporthalle. Dank der intensiven Reinigung strahlt das Sportcenter wieder. Strahlen würden nach der Partie gegen Nettelstedt gerne auch die Spieler, die sich aufgrund der vielen ausgelassenen Chancen selber um das erste Auswärts-Erfolgserlebnis in Würzburg gebracht hatten. Doch sie wissen auch, dass sie gegen diesen Gegner aus Ostwestfalen schon früher Vollgas geben müssen als erst im letzten Drittel der Partie. "Das Wurftraining haben wir in dieser Woche natürlich intensiviert", schmunzelt Bilanovic. "Schließlich verfügt Nettelstedt mit Peter Tatai auch über einen sehr starken Torwart."

Ansonsten beklagt der TuS den wahrscheinlichen Ausfall von Aufbauspieler Roman Becvar. Der aus Dresden gekommene Tscheche, soeben zum zweiten Mal Vater geworden, hat sich beim Training den Daumen der rechten Wurfhand ausgekugelt und musste im Krankenhaus behandelt werden. "In Abhängigkeit des Heilungsverlaufs kann eine Prognose über die definitive Ausfallzeit noch nicht abgegeben werden", heißt es in einer Erklärung des Vereins. Auch Positionskollege Lukasz Gierak (Rippenprellung) sowie Torwart Johannes Jepsen (Bänderriss) können vermutlich am Samstag noch nicht spielen. "Wir werden am Samstag sehen, wer auf dem Feld steht", weiß Dusko Bilanovic, dass der TuS N-Lübbecke über genügend spielstarke Alternativen verfügt. Der beste Schütze in den bisherigen vier Spielen ist der Rückraumlinke Valentin Spohn. In guter Verfassung präsentierten sich zuletzt die beiden Ex-Dormagener Linkshänder Jo Gerrit Genz und Peter Strosack.

Beim TSV sind bis auf Torwart Janis Boieck alle Spieler einsatzfähig. Sven Bartmann zeigte freilich auch gegen Rimpar wieder eine starke Leistung und ist mit 45 abgewehrten Bällen in der Torhüterbilanz Zweiter hinter Coburgs Jan Kulhanek (52). Eloy Morante Maldonado spürte nach seinem gelungenen Comeback keine Schmerzen mehr im Arm und ist am Samstag dabei.


Ähnlich gut wie schon in Hamburg hielt der TSV Bayer Dormagen auch im zweiten Auswärtsspiel der 2. Handball-Bundesliga bei der DJK Rimpar mit. Doch einer stand immer wieder im Weg: Torwart Max Brustmann, mit 36 Jahren ältester Spieler auf dem Feld, vernagelte seinen Kasten und wehrte allein bis zur Pause 12 Bälle ab. Klar, dass TSV-Coach Dusko Bilanovic mit der Chancenverwertung nicht zufrieden sein konnte: "Wir waren bei vielen Abschlüssen einfach nicht schlau genug." Obwohl der TSV den 2:5-Rückstand innerhalb von vier Minuten in die 6:5-Führung drehte, konnten die Gastgeber in der Würzburger s.Oliver Arena vor 1810 Zuschauern mit dem 12:9-Vorsprung in die Kabine gehen. Dafür sorgten in der Schlussphase der ersten Hälfte die Außen Dominik Schömig und Julian Sauer - der seinem am Morgen gestorbenen Großvater insgesamt sechs Tore widmete.

Pech für Carl Löfström direkt nach dem Wiederanpfiff: Der Kreisläufer scheiterte am Pfosten, anschließend erhöhte Rimpar auf 14:9. Den Vorsprung verwaltete die Mannschaft des früheren Neusser Trainers Ceven Klatt ordentlich, profitierte aber auch von mehreren technischen Fehlern der Gäste. In der 51. Minute erzielte der wuchtige Kreisläufer Michael Schulz das 21:17 und es schien, als sei die Partie entschieden. Doch der TSV kam erneut auf, weil Sven Bartmann mit mehreren herausragenden Paraden aufwartete und der nach seiner verletzungsbedingten Pause erstmals eingesetzte Eloy Morante Maldonado immer besser ins Spiel kam. Als Hendrik Halfmann in seiner ersten Aktion für den TSV den Strafwurf von Dominik Schömig abwehrte, kam weitere Hoffnung auch bei den mitgereisten Fans auf. Doch prompt scheiterte Ante Grbavac ebenfalls von der Siebenmeterlinie zum zweiten Mal an Brustmann.

Dramatik in der Schlussphase: Rimpar zieht durch zwei Treffer von Linksaußen Fin Backs auf 24:21 davon, doch Morante und Benni Richter machen es mit ihren Toren zum 24:23 noch einmal richtig spannend. Als Halfmann den Wurf von Patrick Schmidt abwehrt, nimmt Dusko Bilanovic die letzte Auszeit des Spiels. In den ausstehenden sechs Sekunden soll der letzte Angriff über Julian Köster laufen. Doch Rimpar fängt den Ball ab und feiert den letztlich glücklichen Erfolg. "Die Mannschaft hat nie aufgegeben, gekämpft und Charakter gezeigt", sagte Bilanovic nach den 60 Minuten.

Nach dem 4. Spieltag gibt es keine Mannschaft mehr ohne Punktverlust. Die führenden Teams aus Hamm und Essen haben allerdings noch nicht verloren. Der TSV führt dank des besten Torverhältnisses die Liste der Mannschaften an, die 4:4-Punkte aufweisen, und steht auf Platz 8. Das dritte Heimspiel der Saison findet am kommenden Samstag, 21. September, ab 19.30 Uhr im TSV Bayer Sportcenter gegen den Tabellensechsten TuS N-Lübbecke statt. Tickets gibt es im Tabakshop, Kölner Straße 64 und online.

DJK Rimpar Wölfe - TSV Bayer Dormagen 24:23 (12:9)
Rimpar: Brustmann (18 Paraden), Wieser (bei einem 7m); Schömig (3/1), Böhm, Karle, Gempp, Schmidt (4), Kaufmann, Siegler (2), Meyer, Schulz (4), Backs (2), Brielmeier (2), Herth (1), Sauer (6).
Dormagen: Bartmann (13 Paraden), Halfmann (bei einem 7m und ab 57., 2 P.); Reuland (5), Köster (1), Meuser, Richter (1/1), Löfström (2), I. Hüter (2), Thomas, Rebelo (1), Noll, P. Hüter, Morante Maldonado (3), Sterba (2), Grbavac (6/4).
Schiedsrichter: Linker / Schmidt.
Zuschauer: 1810.
Zeitstrafen: 8:8 Minuten.
Siebenmeter: 2/3:5/8 (Brustmann hält zweimal gegen Grbavac und gegen Richter - Schömig scheitert an Halfmann).
Spielfilm: 2:2, 5:2 (11.), 5:6 (15.), 8:7 (21.), 9:8, 12:9 - 14:9, 18:13, 19:16 (45.), 21:17, 22:20, 24:21, 24:23.



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