Nach den Niederlagen von Hagen und Saarlouis hätte der TSV Bayer Dormagen mit einem Erfolg über Bad Schwartau weiterhin eine kleine Chance auf den Klassenerhalt gehabt. Doch die 19:21 (13:9)-Niederlage am Samstag Abend beendet alle Spekulationen: Der TSV ist am Samstag um 20.30 Uhr abgestiegen. In den beiden ausstehenden Spielen am Freitag, 27. Mai, um 20 Uhr in Hamm und am Samstag, 4. Juni, ab 19 Uhr im TSV Sportcenter gegen Friesenheim will der TSV sich mit ordentlichen Leistungen aus der 2. Handball-Bundesliga verabschieden.

Nach einem mühsamen Beginn mit lediglich einem Treffer von Sergio Muggli in zehn Minuten sorgte der flinke Schweizer auch für die Tore Nummer zwei und drei und glich zum 3:3 in der 12. Minute aus. Zuvor hatte der lange Bad Schwartauer Schlussmann Dennis Klockmann vor allem Linksaußen Pascal Noll mit starken Paraden entnervt. Und Alexander Feld ließ den Biss vermissen, der ihn zuletzt noch gegen Erlangen ausgezeichnet hatte. Mit Spannung verfolgten die 1097 Zuschauer in dieser Phase immerhin die Würfe auf´s leere Gästetor, nachdem Bad Schwartaus Trainer Torge Greve bei Strafzeiten regelmäßig den sechsten Feldspieler brachte: Erst verfehlte Noll knapp, dann landete der Weitwurf von Jo Gerrit Genz am Pfosten.

Mit der Einwechslung von Max Jäger für Sven Bartmann kam plötzlich Stimmung auf. Denn der künftige Korschenbroicher Torwart wehrte mehrere Bälle spektakulär ab und ermöglichte damit auch erfolgreiche Konter. Aus dem 5:6 machten die Dormagener innerhalb von zehn Minuten die 10:6-Führung, an der sich der nach Bad Schwartau wechselnde Sebastian Damm mit zwei Treffern beteiligte. Den Vier-Tore-Vorsprung hielt der TSV bis zur Pause (13:9). Doch das "weiter so" hatten die Spieler nach dem Seitenwechsel nicht mehr im Ohr. Es schloss sich eine unerklärlich schwache Leistung gegen keineswegs überzeugende Gäste an. Bereits in der 38. Minute hieß es 14:14 und nach einer Dreiviertelstunde lagen die Norddeutschen mit 18:16 vorne. Dank der drei Treffer von Genz kam beim 19:19 in der 55. Minute noch einmal Hoffnung auf, doch Thees Glabisch und Jan Schult verabschiedeten den TSV aus der 2. Handball-Bundesliga.

"Ich bin ziemlich angefressen", stellte Interimscoach Tobias Plaz später nach dem müden Auftritt in den zweiten 30 Minuten fest. "Ein Sieg wäre unter diesen Umständen auch nicht verdient gewesen." Plaz: "So bitter ein Abstieg ist, wir werfen jetzt den Blick nach vorne. Wir haben in der nächsten Saison eine gute Mannschaft, die in der 3. Liga an den Start geht."  

Statistik
TSV Bayer Dormagen – VfL Bad Schwartau 19:21 (13:9)
Dormagen: Bartmann, Jäger (17.-47.); Bettin, Muggli (5), Genz (5), Eisenkrätzer, Doetsch (1), Kübler (2), Damm (2), Noll, P. Hüter, B. Marquardt, Feld (4/3).
Bad Schwartau: Klockmann, Mallwitz (bei einem 7m); Glabisch (2), Milde (1), Franke (1), Akermann, Ranke (3), Waschul (1), Schult (7), Pankofer (3), Wischniewski (2/1), Schlichting, Metzner (1).
Schiedsrichter: Dedens/Geckert.
Zuschauer: 1097.
Zeitstrafen: 2:10 Minuten.
Siebenmeter: 3/5:1/1 (Klockmann hält gegen Feld und Damm).


Im vorletzten Heimspiel der Saison erwartet der TSV Bayer Dormagen den VfL Bad Schwartau. "Eine Mannschaft, die uns liegt", sagt Kreisläufer Alexander Kübler im aktuellen Tribünentalk. "Wir haben schon das Hinspiel gewonnen." Anfang Dezember setzte sich der TSV mit 24:22 in Lübeck durch. Für die Gäste geht es an diesem Samstag, 21. Mai, nur noch ums Prestige. Sie stehen auf Platz 13, sind mit 32 Punkten längst gesichert und werden auch in der nächsten Saison in der 2. Handball-Bundesliga spielen. Ob sie dann erneut auf den TSV treffen, ist mehr als fraglich. Denn realistischerweise "planen wir für die 3. Liga", sagt Handball-Geschäftsführer Björn Barthel. Theoretisch ist zwar immer noch alles drin, doch aus eigener Kraft ist der Klassenerhalt nicht zu schaffen. Selbst wenn der TSV alle drei noch ausstehenden Spiele gewinnt müsste die Konkurrenz sich schon einige Ausrutscher leisten.

Umso mehr hoffen die Spieler des TSV Bayer Dormagen, dass sie gegen Bad Schwartau und im "Finale" gegen Friesenheim am 4. Juni noch einmal kräftige Unterstützung durch die Fans bekommen. "Auch wenn wir in der Tabelle unten stehen, so haben wir doch viele überzeugende Spiele und attraktiven Handball im TSV Sportcenter gezeigt", betont Interimscoach Tobias Plaz und verspricht: "Wir werden auch bis zur letzten Sekunde kämpfen." Ein besonderes Spiel ist die Begegnung sicher für Linksaußen Sebastian Damm, der in der nächsten Saison das Trikot des VfL Bad Schwartau tragen wird.

Am "Spieltag des Ehrenamts" begrüßt der TSV viele Ehrenamtler, die in Kooperation mit der Stadt Dormagen zum Spiel eingeladen sind. Sie haben auch die Gelegenheit, unmittelbar nach dem Handballspiel das DFB-Pokalfinale zwischen dem BVB Dortmund und Bayern München auf der Großleinwand und auf Monitoren im Sportcenter zu verfolgen. Das Gespann Ronny Dedens und Nico Geckert pfeift das 19. Heimspiel der Saison 2015/16 um 19 Uhr im TSV Sportcenter an. Tickets gibt es in der City-Buchhandlung und online. Die Abendkassen öffnen um 18 Uhr.


"Ich bin ganz happy, dass ich hier bleiben darf", freut sich Alexander Kübler auf weitere zwei Jahre im Trikot des TSV Bayer Dormagen. "Denn ich habe immer gesagt, dass ich mich hier unfassbar wohl fühle. Sonst wären bestimmt die Jahre eins bis fünf in Dormagen nicht zustande gekommen", begründet der Kreisläufer die Vertragsverlängerung bis 2018. In vier Wochen endet Küblers Studium mit dem Abschluss Master of Engineering. Noch ist der 26-Jährige auf der Suche nach einem Arbeitsplatz in der Region Rheinland ab dem 1. August. Ebenfalls bis 2018 unterschrieb Jan Hüfken beim TSV. Der 18-jährige Linksaußen spielt in der A-Jugend eine starke Saison und war in der Bundesliga Staffel West der drittbeste Torschütze mit 129/42 Treffern. Gerne würde er am Samstag mit der TSV-Auswahl das Halbfinal-Rückspiel in Magdeburg gewinnen und ins Endspiel um die deutsche Meisterschaft einziehen.

"Damit steht die Mannschaft der Saison 2016/17 weitestgehend", schließt Handball-Geschäftsführer Björn Barthel eine Erweiterung aber nicht aus. "Ich freue mich sehr, dass wir zu diesem Zeitpunkt bereits einen Kader mit jungen und erfahrenen Spielern aufzeigen können."

Das künftige Team des TSV Bayer Dormagen
Tor: Sven Bartmann, Fredrik Genz
Linksaußen: Pascal Noll, Gertjan Bongaerts, Jan Hüfken
Rückraum links: Max Bettin, Jonathan Eisenkrätzer, Ian Hüter, Lukas Stutzke
Rückraum mitte: Alexander Koke, Dennis Marquardt, Julian Mumme, Eloy Maldonado Morante
Rückraum rechts: Kevin-Christopher Brüren
Rechtsaußen: Robin Doetsch, Frederik Spinner
Kreisläufer: Alexander Kübler, Patrick Hüter, Daniel Andrejew


"Gerecht" endete das Spiel gegen den Tabellenführer und als Aufsteiger feststehenden HC Erlangen sicher nicht. Nach grandiosen ersten 30 Minuten verteidigte der TSV Bayer Dormagen die Führung bis zur 56. Minute. Dann aber "hatten wir auch ein bisschen Glück" gestand Erlangens Trainer Robert Andersson ein. Und er meinte damit einen gewissen Bonus für "die Mannschaft die oben steht". Die Gäste nutzten dies in der Schlussphase eiskalt aus und fuhren mit dem 32:30 (12:17)-Erfolg im Gepäck nach Hause ins Frankenland. Für TSV-Teamchef Tobias Plaz blieb die Erkenntnis: "Wir hatten den Spitzenreiter am Rande einer Niederlage."

"Das war eine fast perfekte erste Hälfte", war Tobias Plaz von der Leistung seiner Mannschaft zumindest bis zur Pause angetan. "Da lief nahezu alles zusammen." Robert Andersson, der erstmals nach seiner Zeit als Spieler von 1992 bis 1995 wieder in Dormagen weilte, konnte diese Feststellung nur bestätigen: "Der TSV war in der ersten Halbzeit total überlegen." Im Spielverlauf drückte sich das so aus: Vier Mal glichen die Gäste aus, mussten aber ständig einem Rückstand hinterher laufen. Nach einer Viertelstunde explodierten die Dormagener, die von 8:8 auf 16:10 in der 26. Minute davon zogen. Das war vor allem ein Verdienst von Alex Feld, der gut von Sergio Muggli gestellt wurde und fünf Tore in Folge erzielte. Und auch die Defensive stand hervorragend - Jonny Eisenkrätzer verdiente sich Szenenapplaus für seinen Hechter nach dem Ball, Sven Bartmann parierte einen Strafwurf von Martin Stranovsky. Vielleicht hätte er aber in dieser Phase auf das Risiko zweier weiter Anspielversuche verzichten sollen, die von Erlangen abgefangen wurden. 

Nach der Kabinenschelte steigerten sich die erklärten Favoriten aus Erlangen gegen die allerdings nie aufsteckenden Gastgeber. In der hektischen Anfangsphase der zweiten Halbzeit (Plaz: "Da wurden wir ein wenig überrollt") kam der HCE schnell bis auf 20:18 heran und glich nach einer Dreiviertelstunde aus. Doch der TSV ließ sich keineswegs irritieren und machte weiter sein Spiel. Nur die Bälle passten nicht mehr so genau in den gegnerischen Kasten - auch weil Mario Huhnstock stärker wurde. Der Rückraum konnte sich jetzt nicht mehr wie zuvor entfalten, da Feld und Jo Gerrit Genz enger gedeckt wurden. Es sprangen aber andere in die Bresche: Pascal Noll traf in Unterzahl, Muggli spielte die Erlanger Deckung gekonnt aus.

Es wurde immer spannender als Erlangens Kreisläufer Jonas Thümmler zum 27:27 ausglich. Mit einem Doppelschlag von Genz und Alex Kübler innerhalb von 15 Sekunden erhöhte der TSV wieder auf 29:27. Doch Oliver Hess sorgte mit den Treffern 28 und 29 für den erneuten Gleichstand. Die letzte Dormagener Führung markierte Genz. Es folgte eine umstrittene Zeitstrafe gegen Feld und das 30:30 durch den verwandelten Siebenmeter von Stranovsky. Den Auswärtserfolg besiegelten Nikolai Link und Oliver Hess. "Wir bereiten uns mit der gleichen Intensität auf das nächste Spiel vor", kündigte Tobias Plaz nach der unglücklichen Niederlage an. Gegner am Samstag, 21. Mai, um 19 Uhr wiederum im TSV Sportcenter ist der VfL Bad Schwartau. 

TSV Bayer Dormagen - HC Erlangen 30:32 (17:12)
Dormagen: Bartmann, Jäger (ab 50.); Bettin (n.e.), Muggli (2), Genz (7), Eisenkrätzer (1), Doetsch, Kübler (6), Damm, Noll (2), P. Hüter, B. Marquardt (1), Feld (11/4).
Erlangen: Huhnstock, Stochl (21.-32.); Theilinger (5), J. Link (3), Herbst (1), Nienhaus, Hess (4), Djozic (n.e.), Bissel (2), Rahmel, Stranovsky (5/3), Rivesjoe (1), Link (7), Thümmler (4).
Schiedsrichter: Buttke/Clausing.
Zuschauer: 945.
Zeitstrafen: 8:4 Minuten (Feld/zweimal, Genz, Marquardt - Hess , Rivesjoe).
Siebenmeter: 4/4:3/4 (Bartmann hält gegen Stranovsky).
Spielfilm: 4:4, 7:5 (12.), 8:8 (14.), 11:8 (18.), 14:9 (21.), 16:10 (26.), 17:12 - 20:15 (32.), 20:18 (38.), 22:18, 23:19 (42.), 23:23 (46.), 26:24, 27:27, 29:27 (54.), 29:29, 30:29 (56.), 30:32.


Noch drei Heimspiele gegen Erlangen, Bad Schwartau und Friesenheim sowie die Partie in Hamm - theoretisch ist für den TSV Bayer Dormagen der Klassenerhalt weiterhin möglich. Doch dann müsste auch am Samstag am Spieltag des Hit-Marktes etwas Zählbares her gegen die führende Mannschaft der Liga. Gegner ist ausgerechnet der HC Erlangen, der den Wiederaufstieg bereits geschafft, lediglich sieben Punkte abgegeben und mit 1032 Toren den effektivsten Angriff der 2. Handball-Bundesliga stellt. "Wir haben schon in Erlangen gut mitgehalten", erinnert Dormagens Teamverantwortlicher Tobias Plaz an das Hinspiel. Ende November hatte der TSV nach einer tollen Aufholjagd nur knapp mit 25:28 in Erlangen verloren. "Wir sind enttäuscht und müssen uns ein wenig schämen für was wir heute teilweise gezeigt haben", sagte damals der schwedische HC-Trainer Robert Andersson.

Mit zusammen 459 Toren ist der Rückraum der Gäste das Maß aller Zweitliga-Dinge: Der abwehrstarke Rückraumlinke Nikolai Link, jüngst von Bundestrainer Dagur Sigurdsson für das Länderspiel gegen Dänemark nominiert, ist mit 161 Treffern der erfolgreichste Werfer. Gefolgt von Mittespieler Martin Stranovsky (153/57) und dem Halbrechten Nicolai Theilinger (145). Zum Team gehören zudem solch namhafte Spieler wie Torwart Jan Stochl, Kreisläufer-Routinier Sebastian Preiß oder auch der tschechische Nationalspieler Pavel Horak - der allerdings nach einem im Oktober letzten Jahres erlittenen Kreuzbandriss in der Saison kaum eine Rolle spielen konnte. Preiß wird am Samstag nicht mit an den Rhein fahren. Er hat sich einer Untersuchung seiner Schulterprobleme unterzogen und muss rund 12 Tage pausieren.

Vor über 20 Jahren trug Robert Andersson (46) das Trikot des TSV Bayer und erlebte die Phase der internationalen Erfolge mit. Jetzt kommt er zum ersten Mal nach seinem Abschied 1995 wieder nach Dormagen und hat keineswegs vor, Gastgeschenke mitzubringen. Wie er der Neuss-Grevenbroicher Zeitung sagte, "wollen wir die letzten fünf Spiele seriös und vernünftig" über die Bühne bringen. Der Vorsprung vor dem Zweitplatzierten GWD Minden dürfte mit sechs Punkten freilich groß genug sein, um nach dem feststehenden Aufstieg auch die Meisterschaft der 2. Liga feiern zu können.

"Natürlich sind wir Außenseiter, aber wir werden 60 Minuten kämpfen", kündigt Tobias Plaz an. "Die Mannschaft wird alles versuchen, um mit einem erfolgreichen Abschneiden in die Schlussphase der Saison zu gehen. Zuversicht zeigt auch Sergio Muggli im aktuellen Tribünentalk. Die Begegnung wird am Samstag, 7. Mai, um 19 Uhr von den Spielleitern Hendrik Buttke und Marc Clausing (beide TuS Lemförde) angepfiffen. Tickets gibt es bis Samstag Nachmittag in der City-Buchhandlung an der Kölner Straße 58, online und an der Abendkasse, die um 18 Uhr öffnet.


20 Minuten lang hielt der TSV Bayer Dormagen in Aue gut mit. In den letzten zehn Minuten der ersten Hälfte aber "haben wir vorne nicht getroffen und hatten hinten keinen richtigen Anpack", sagte Interimscoach Tobias Plaz. Die Folge: Aus dem 10:9 für Aue wurde das 17:10 bis zur Halbzeit, weil nur noch der später zum "Player of the match" ausgezeichnete Alexander Kübler traf. Nach diesem hohen Rückstand ließen die Gäste die Hoffnung auf einen Erfolg in der Kabine: "Wir haben nach der Pause gar nicht mehr ins Spiel gefunden und zu viele Fehler gemacht", stellte Plaz fest. Nach dem 27:14 in der 47. Minute bäumte sich die Mannschaft noch mal auf und wollte die zweistellige Niederlage verhindern. Doch das gelang nicht, Aue feierte den 33:22-Erfolg und die Verteidigung von Tabellenplatz 5 in der 2. Handball-Bundesliga. Den Grund für den deutlichen Erfolg fasste Aues isländischer Trainer Runar Sigtryggsson in den einen Satz: "Wir haben 60 Minuten gut gespielt."

Neben Alex Kübler zeichnete sich Jo Gerrit Genz aus, der mit acht Treffern erfolgreichster Werfer der Partie war. "Wir werden den Kopf nicht in den Sand stecken und uns in der kommenden Woche intensiv auf den nächsten Gegner vorbereiten", kündigte Tobias Plaz an. Am Samstag, 7. Mai, 19 Uhr, kommt der Spitzenreiter und bereits als Aufsteiger feststehende HC Erlangen ins TSV Sportcenter.

EHV Aue - TSV Bayer Dormagen 33:22 (17:10)
Aue: Petursson, Töpfer; Schäfer (2), Meinhardt (3), Bornhorn (2), Brykner (4), Mägi (6), A. Sigtryggsson (4), Faith (5), Gunnarsson (4), Remke, Duschek, Paraschiv (3).
Dormagen: Jäger, Bartmann; Bettin (1), Muggli, Genz (8), Eisenkrätzer (2), Doetsch (1), Kübler (4), Damm, Noll (1), P. Hüter, B. Marquardt (1), Feld (4/4).
Schiedsrichter: Borchardt/Grude.
Zuschauer: 1200.
Zeistrafen: 10:6 Minuten.
Siebenmeter: 3/3:4/4.
Spielfilm: 4:4 (12.), 6:6 (15.), 10:9 (20.), 17:10 - 23:13, 27:14 (47.), 31:21, 33:22.


Die Reise ins Erzgebirge zählt zu den weitesten Fahrten für den TSV Bayer Dormagen. Nach rund 530 Kilometern steigen Spieler und Betreuer am heutigen Freitag aus dem Bus, wenn sie die Erzgebirgshalle in Lößnitz erreicht haben. Dort wartet eine einmal mehr schwere Aufgabe auf die Mannschaft des Teamverantwortlichen Tobias Plaz. Der EHV Aue hat nämlich noch ein spezielles Saisonziel und strebt den fünften Platz in der 2. Handball-Bundesliga an. "Wenn wir schon insgesamt über 1000 Kilometer fahren, dann werden wir auch alles versuchen, um etwas Zählbares aus Aue mitzunehmen", sagt Plaz. Er machte sich mit der Auswahl auf die Reise nach Aue, die zuletzt nur knapp mit 28:30 gegen Minden verlor.

Aue hat in der heimischen Halle lediglich fünf Punkte abgegeben und dabei nur gegen die Teams aus Erlangen (25:29) und Friesenheim (24:26) verloren. Gegen Bietigheim gab es ein 25:25. Die Bilanz der Dormagener Auswärtsspiele in Aue sieht gar nicht so schlecht aus, allerdings stammen die letzten beiden Siege aus dem Jahr 2007. In der Saison 2014/15 gewann der EHV den Vergleich mit 24:20. Kreisläufer Kevin Roch, der beim 22:19-Erfolg im Hinspiel zwei Tore erzielte, verletzte sich am Wochenende an der Schulter und wird heute nicht spielen können - genauso wie die Langzeitverletzten Adam Mazur, Sigtryggur Dadi Runarsson und Radek Musil. Über den Einsatz von Erik Töpfer und Bengt Bornhorn will Aues Trainer Runar Sigtryggsson kurz vor dem Spiel entscheiden.


Der TSV kam immer näher, die Überraschung war möglich. Aber um tatsächlich gegen GWD Minden gewinnen zu können, dafür muss alles stimmen und man benötigt Spielleiter, die zumindest gleiche Sachverhalte gleich bewerten. So aber blieben die Dormagener punktlos am Wochenende – doch keineswegs ohne Hoffnung. Denn in der Tabelle hat sich nichts Wesentliches geändert. Und verloren wurde nach einer kämpferischen Leistung nicht gegen irgendwen sondern gegen den Tabellenzweiten der 2. Handball-Bundesliga. Jeweils in der Anfangsphase beider Hälften setzten die Gäste sich ab, zehrten von dem Vorsprung und fuhren mit einem letztlich glanzlosen 30:28-Sieg nach Hause.

„Wir sind nicht gut reingekommen ins Spiel“, betonte Dormagens Teamchef Tobias Plaz nach den 60 Minuten. Ein solcher Doppelspieltag ist aber auch nicht einfach wegzustecken: Während Minden am Freitag daheim gegen Rostock spielen konnte, stiegen die Spieler des TSV nach der Partie in Neuhausen erst am frühen Samstag Morgen aus dem Bus. Eine wesentliche Rolle spielte aber auch der Respekt vor Mindens Abwehrwand, der zum 2:8-Rückstand nach knapp einer Viertelstunde führte. Die Hälfte der GWD-Treffer hatte Linksaußen Charlie Sjöstrand erzielt. Der hohe Rückstand entmutigte die Gastgeber vor 1164 Zuschauern freilich keineswegs. Sie kamen innerhalb von viereinhalb Minuten von 5:11 auf 10:12 heran und gingen nach dem 11:14 zur Pause nicht ohne Hoffnung in die Kabine.

Dann aber wiederholten sich die aus der ersten Halbzeit bekannten Abläufe. Jetzt liefen die Abschlüsse zumeist über Rechtsaußen Aleksandar Svitlica sowie Rückraumshooter Dalibor Doder. Minden zog bis auf 24:17 nach einer Dreiviertelstunde davon und sah wie der klare Sieger aus. Aber Alexander Feld, der nach einer Oberschenkelverletzung besser ins Spiel kommende Jo Gerrit Genz sowie der erneut erfolgreichste Werfer Pascal Noll sorgten für neue Spannung im TSV Sportcenter. Mehrfach kam der TSV bis auf zwei Tore heran und setzte Minden arg unter Druck. Doch die Westfalen ließen nichts mehr anbrennen und brachten ihren knappen Vorsprung über die Zeit. „Mit der Motivation und Inspiration war ich zufrieden, nicht so sehr mit unserer spielerischen Qualität“, stellte Mindens Trainer Frank Carsten fest. Tobias Plaz lobte die kämpferische Einstellung seines Teams, am Ende „hat sicher auch etwas Glück gefehlt.“

Der TSV Bayer Dormagen spielt am kommenden Freitag, 29. April, ab 19 Uhr beim EHV Aue. Das nächste Heimspiel findet am kommenden Samstag, 7. Mai, um 19 Uhr gegen Spitzenreiter HC Erlangen statt.    

TSV Bayer Dormagen – GWD Minden  28:30 (11:14)
Dormagen:
Bartmann, Jäger (n.e.); Bettin (4), Muggli, Genz (5), Eisenkrätzer (1), Doetsch (2), Kübler (3), Damm (n.e.), Noll (8), P. Hüter (n.e.), B. Marquardt (1), Feld (4/1).
Minden: Eijlers, Sonne-Hansen (42.-51.); Schäpsmeier (2), Kozlina (1), Sjöstrand (5), Rambo (1), Korte (1/1), Südmeier (2), Torbrügge (1), Larsson (4), Jernemyr, Svitlica (7), Doder (6).
Schiedsrichter: Fratczak/Ribeiro.
Zuschauer: 1164.
Zeitstrafen: 4:6 Minuten.
Siebenmeter:  1/1:1/3 (Sjöstrand daneben, Bartmann hält gegen Svitlica).
Spielfilm: 1:2, 2:8 (13.), 5:9 (20.), 9:11 (26.), 11:14 – 13:16, 17:24 (45.), 24:26 (55.), 27:29, 28:30.


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