Am Ende fehlten dem TSV Bayer Dormagen zwei Tore am vorzeitigen Aufstieg in die 2. Handball-Bundesliga. Nach 60 aufregenden Minuten jubelten die Anhänger des Longericher SC am Freitagabend in Köln-Chorweiler über den 28:27-Erfolg im Lokalderby. Der aufmunternde Applaus der vielen Dormagener Fans war sicher auch mit der Hoffnung verbunden, dass die zwei noch für das Zweitliga-Comeback benötigten Punkte beim ATSV Habenhausen am nächsten Samstag oder im letzten Heimspiel am 5. Mai gegen die Reserve des VfL Gummersbach geholt werden. Theoretisch kann es freilich an diesem Wochenende doch schon nach oben gehen: Sollte an diesem Samstag Leichlingen bei der SG Schalksmühle-Halver verlieren und Krefeld morgen in Aurich nur einen Punkt mitnehmen, dann wäre der TSV vom zweiten Platz in der 3. Liga West nicht mehr zu verdrängen.

Die Rechnung der Gastgeber ging auf: Benjamin Richter und mitunter auch Matthias Peters nahmen Lukas Stutzke in Sonderbewachung. So litt nicht nur der Dormagener Spielfluss, vom abgeschirmten Junioren-Nationalspieler ging letztlich nicht die gewohnte Torgefahr aus. Da mit Eloy Morante Maldonado ein weiterer Kreativkopf verletzungsbedingt pausieren musste und Ian Hüter nicht an seine in den letzten Spielen gezeigte Topform anschließen konnte, lagen die Gäste lediglich in der Anfangsphase zweimal vorne - weil auch Nils Thorben Schmidt mit einer tollen Leistung das Torwartduell mit 15 Paraden klar für sich verbuchte. Auch bei Würfen von der Siebenmeterlinie zeichnete sich Schmidt aus: Lediglich die Hälfte der zehn erhaltenen Strafwürfe konnten die TSV-Schützen verwerten. Ein glückliches Händchen hatte der LSC zudem beim Wechsel des Schlussmannes: Christopher Beutner wehrte den Wurf von KC Brüren ab.

Vor allem die beiden künftigen Dormagener Benjamin Richter und Joshua Reuland beteiligten sich in der ersten Hälfte am kontinuierlichen Ausbau des Longericher Vorsprungs, der beim Pausengang fünf Tore (15:10) betrug. Damit nicht genug: Kurz nach dem Seitenwechsel sorgte Matthias Peters für das 19:12 und damit die höchste Führung im Spiel. Entschieden war die Partie damit noch nicht, denn mit zunehmender Spielzeit schwanden die Kräfte beim LSC. Der TSV kam auf und konnte sich dafür auch bei zwei Spielern bedanken, die ansonsten nicht zum Stammpersonal gehören: Der vor einem Monat 18 Jahre alt gewordene A-Jugendliche Julian Köster übernahm Verantwortung. Und Co-Trainer Peer Pütz stellte seine Fähigkeiten als Linksaußen unter Beweis. Doch auch die Treffer der Beiden reichten nicht, um etwas Zählbares mit nach Hause zu nehmen: Nach der Aufholjagd bis hin zum 21:21 verpasste der TSV nämlich die mögliche Führung. Tim Wieling schaffte zwar zwei weitere Male den Ausgleich, Longerich aber kämpfte sich ins Spiel zurück und brachte den Vorsprung über die Zeit.

Benni Richter und Joshua Reuland freuten sich natürlich mit ihrer Mannschaft über den Erfolg, sind aber gleichzeitig zuversichtlich, dass die künftigen Mitspieler den Aufstieg schaffen. Doch auch Spiele in Habenhausen und gegen Gummersbach II sind keine Selbstläufer, warnt Ulli Kriebel: "Die größte Gefahr liegt darin, dass wir uns jetzt zu sicher fühlen und schon zum Aufstieg gratulieren." Dass es nicht so lief wie erhofft hatte für den Trainer des TSV Bayer Dormagen einen nachvollziehbaren Grund: "Das war sicher auch eine Sache des Kopfes. Schließlich hatten wir alle erst wenige Stunden vor dem Spiel die Nachricht bekommen, dass wir heute aufsteigen können. Jedenfalls haben wir selten zuvor so viele Chancen liegen gelassen wie heute. Da profitierte Longerich von unserem in der ersten Halbzeit nicht guten Rückzugsverhalten."  

Longericher SC - TSV Bayer Dormagen 28:27 (15:10)
Longerich:
Schmidt (15 Paraden), Beutner (bei einem 7m, 1 P.); Peters (3), Thöne (1), Wilhelm (2), Reuland (5), Richter (7/3), Mestrum (4), Schlösser (4), Wolf (2), Böing (n.e.), Dahlke.
Dormagen: Bartmann (4 Paraden), Boieck (ab 35., 3 P.); Pütz (2), Eggert (1), Köster (2), I. Hüter (2), Kübler (2), Pyszora (n.e.), P. Hüter (1), Brüren (4/2), Jagieniak (1), Stutzke (3), Hartmann (n.e.), Wieling (9/3).
Schiedsrichter: Hellbusch / Jansen.
Zuschauer: 500.
Zeitstrafen: 10:6 Minuten.
Siebenmeter: 3/3:5/10 (Brüren wirft an den Pfosten und scheitert an Schmidt und Beutner, Schmidt hält zweimal gegen Wieling).
Spielfilm: 4:5 (13.), 8:5 (17.), 10:6 (22.), 10:8, 12:8, 15:10 - 17:11, 19:12,  21:15 (41.), 21:21 (48.), 23:23, 26:25, 28:26, 28:27.


Überraschende Wende: Der TSV Bayer Dormagen kann heute bereits in die 2. Bundesliga aufsteigen! Dies geht aus einer Mitteilung hervor, die soeben von der DKB Handball-Bundesliga herausgegeben wurde: "Aus den 3. Ligen haben TuS Ferndorf, TV Großwallstadt, HSV Hamburg und TSV Bayer Dormagen einen Lizenzantrag für die 2. Bundesliga gestellt, so dass die Durchführung einer Qualifikation nicht erforderlich ist", heißt es in der Erklärung. Der TSV Altenholz und die SG Nussloch haben demnach ihre Anträge zurückgezogen. Die Chance von Nussloch auf den zweiten Platz im Süden war eh nur noch theoretischer Natur. Altenholz hingegen steht als Tabellenzweiter im Norden fest. "Die HBL hat uns in Kenntnis gesetzt, dass eine Lizenz nicht erteilt werden wird. Wir akzeptieren das", teilen die Norddeutschen auf ihrer Homepage mit. Und: "Wir werden 2018/19 wieder in der 3. Liga angreifen und unsere Hausaufgaben machen, so dass bei einem sportlichen Erfolg die wirtschaftlichen Grundlagen für eine Lizenz reichen. Die Relegationsspiele machen von daher keinen Sinn."

Konkret sieht es also so aus: Mit einem Sieg heute Abend gegen den Longericher SC in der Sporthalle an der Merianstraße in Köln-Chorweiler würde der TSV sich sportlich an dem Ort für die 2. Bundesliga qualifizieren, wo er 1987 erstmals in die 1. Bundesliga aufgestiegen ist. Die Lizenzanträge der vier Aufsteiger aus den 3. Ligen müssen freilich noch geprüft werden. Handball-Geschäftsführer Björn Barthel geht davon aus, dass der TSV wie alle Clubs der 1. und 2. Handball-Bundesliga die beantragte Lizenz zur Teilnahme am Spielbetrieb erhalten wird.

TSV-Coach Ulli Kriebel teilte allen Spielern per What´s app-Gruppe die aktuelle Situation mit und sieht darin eine "zusätzliche Motivation für das Spiel heute Abend." Grundsätzlich benötigt der TSV zwei Punkte aus den drei noch anstehenden Spielen beim Longericher SC, in Habenhausen und Gummersbach II am letzten Spieltag der Meisterschaftsrunde.


„Liga 2 war und ist das erklärte Ziel in Dormagen und auch der eigene Anspruch, von daher wäre ein Aufstieg folgerichtig und wünschenswert für die Neuzugänge aus unserem Club,“ sagt Longerichs Teammanager Jens Warncke vor dem Derby an diesem Freitag, 20. April, in der Köln-Chorweiler Halle an der Merianstraße. Damit spricht er die beiden LSC-Akteure Benjamin Richter und Joshua Reuland an, die künftig das Trikot des TSV Bayer Dormagen tragen werden. Und er ist zuversichtlich: „Gegen den neuen Verein werden die Beiden sicher besonders motiviert sein.“ Was auch Dormagens Trainer Ulli Kriebel vermutet: „Natürlich wollen die Spieler sich auch in diesem Derby beweisen.“ Mit sieben Treffern war Richter schon der erfolgreichste LSC-Werfer im Hinspiel, das der TSV 29:20 gewann. Das Schiedsrichtergespann Lucas Hellbusch und Darnel Jansen aus Darmstadt wird die Partie um 20 Uhr anpfeifen. Gespielt wird in einer vollen Hütte. Es gibt nur noch ein kleines Kontingent an verbliebenen Restkarten, teilt der Verein mit.

Drei Spieler werden dem TSV auf jeden Fall fehlen: Eloy Morante Maldonado muss in den drei ausstehenden Spielen wegen seiner gegen Volmetal erlittenen Muskelverletzung im Oberschenkel pausieren. Ob er im wahrscheinlichen Relegationsspiel am Samstag, 12. Mai, eingesetzt werden kann, wird der Heilungsprozess zeigen. Nuno Carvalhais (Rücken) und Jan Hüfken (Knie und Fuß) müssen auch auf der Tribüne Platz nehmen. „Solche Duelle haben für alle immer eine spezielle Bedeutung. Wir freuen uns auf das Spiel“, betont Kriebel. „Natürlich wären wir lieber komplett, aber das können wir uns ja nicht aussuchen.“

Der LSC hat schon lange nicht mehr daheim verloren. Die letzte Niederlage kassierte die Mannschaft Anfang Februar beim 21:26 gegen Aufsteiger Ferndorf. Die zwei Punkte will der TSV mitnehmen, um damit Klarheit zu haben. Als Tabellenzweiter wäre die Mannschaft für die Aufstiegsrelegation qualifiziert. Der Gegner kann am Wochenende ebenfalls feststehen: Sollte Nußloch verlieren oder lediglich einen Punkt gegen die Rhein-Neckar Löwen II holen, würde aus dem Süden keine Mannschaft aufsteigen. Als West-Zweiter würde der TSV dann am 12. Mai um 19 Uhr im TSV Bayer Sportcenter auf den Nord-Zweiten TSV Altenholz treffen.


Nach dem zweithöchsten Saisonsieg freute der TSV Bayer Dormagen sich am Freitagabend auch über das Ergebnis auf der anderen Rheinseite: Da Leichlingen gegen Ferndorf verlor (28:30), benötigt der TSV jetzt nur noch zwei Punkte aus den ausstehenden drei Spielen, um sich als Tabellenzweiter der 3. Liga West für die Aufstiegsrelegation zu qualifizieren. Dass Trainer Ulli Kriebel aber nach dem 37:21 gegen die "Taler" Sorgenfalten nicht verdecken konnte lag an einer Oberschenkelverletzung, die sich Eloy Morante Maldonado nach seinem fünften Treffer ohne Fremdverschulden zugezogen hatte.

War die Dormagener Deckung in der Vorwoche beim Gastspiel in Menden bis zur Pause allzu nachlässig, so zeigte sie im vorletzten Heimspiel der Meisterschaftssaison von Beginn an eine konzentrierte Einstellung. Zwar fand zunächst vor allem Thomas Kersebaum die wenigen Lücken. Und vorne ließen die Gastgeber vor 938 Zuschauern gute Chancen aus. So blieb der TuS eine Viertelstunde lang im Rennen - ehe sich bereits die Vorentscheidung anbahnte. Erst zog der TSV auf 11:6 davon, dann auf 15:8. Weil Torwart Sven Bartmann an seine seit der Rückkehr starke Form anschließen und sich sämtliche Feldspieler bis auf Alexander Kübler in die Torschützenliste eintragen konnten gab es schon zur Halbzeit (19:9) keine Zweifel am 12. Heimsieg dieser Spielzeit.

Nach dem Seitenwechsel zogen die Dormagener keineswegs die Handbremse an sondern hielten ihr Tempo aufrecht. "Sie haben unsere Fehler gnadenlos bestraft", stellte Volmetals Trainerduo Tim Schneider und Jan Stuhldreher fest. "Da kippen wir mental", war Schneider auch mit dem Rückzugsverhalten seiner Spieler nicht mehr zufrieden. Der TSV setzte die Torjagd fort und näherte sich der 40er-Grenze. Dabei zeichnete sich erneut Rechtsaußen Tim Wieling als erfolgreichster Werfer aus und fackelte bei seinen acht platzierten Würfen nicht lange. Am Ende wechselte Kriebel durch, so dass auch Linkshänder Nico Pyszora auf sich aufmerksam machen konnte und Janis Boieck nach längerer verletzungsbedingter Pause sein Können im Kasten demonstrierte.

Eloy Morante Maldonado stellte seine Qualitäten auch als Linksaußen unter Beweis. Doch als er sich so richtig eingeworfen hatte kam die Muskelverletzung. "Nachdem er erst seit kurzem wieder spielen konnte ist das natürlich ein schwerer Schlag für ihn und für die ganze Mannschaft", sah Ulli Kriebel. Konkrete Untersuchungen stehen noch an, mit einer mehrwöchigen Pause ist zu rechnen. So wird der Junioren-Nationalspieler am kommenden Freitag beim Longericher SC fehlen. Ebenso wie Nuno Carvalhais, der schon gegen Volmetal wegen Rückenbeschwerden auf der Tribüne saß. Gegen Longerich will der TSV vorzeitig den zweiten Platz klar machen, "auch wenn das natürlich nicht einfach wird", sagt Kriebel. Fast hätte er seinen Co-Trainer Peer Pütz noch auf den linken Flügel gestellt. Vorsichtshalber stand er jedenfalls im Spielbericht. Doch angesichts des klaren Resultats durfte Pütz auf der Bank sitzen bleiben.

TSV Bayer Dormagen - TuS Volmetal 37:21 (19:9)
Dormagen:
Bartmann (12 Paraden), Boieck (ab 49., 4 P.); Eggert (4), I. Hüter (4), Kübler, P. Hüter (4), Pyszora (2), Brüren (4), Jagieniak (1), Morante Maldonado (5), Stutzke (5), Wieling (8/4).
Volmetal: Treude (4 Paraden), Quick (22.-30. und ab 45., 3 P.); Kersebaum (3), Kowalski, Schlierkamp, Brüggemann, Dominik Domaschk (1), Dennis Domaschk (1), Polakovs (4/4), Herzog (1), Heidemann, Dommermuth (2), Eckervogt (6), Romanov (3).
Schiedsrichter: Hallmann / Lieker.
Zuschauer: 938.
Zeitstrafen: 2:6 Minuten.
Siebenmeter: 4/4:4/7 (Bartmann hält gegen Kowalski, Polakovs scheitert an Boieck und wirft über das Tor).
Spielfilm: 3:2 (8.), 6:3 (10.), 7:5 (12.), 11:6 (18.), 15:8 (24.), 19:9 - 22:9, 25:12, 31:16 (46.), 37:21.


Im vorletzten Heimspiel der Meisterschaftssaison 2017/18 trifft der TSV Bayer Dormagen an diesem Freitag, 13. April, auf den TuS Volmetal. Die Partie am Spieltag des Autohauses Gottfried Schultz wird im TSV Bayer Sportcenter um 20 Uhr von den Schiedsrichtern Matthias Hallmann und Lars Lieker (Wuppertal) angepfiffen. Tickets gibt es weiterhin im Tabakshop an der Kö, Ecke Nettergasse oder auch online.

Erneut trifft der TSV auf eine Mannschaft, die gegen den Abstieg kämpft. Volmetal steht aktuell auf Platz 12, punktgleich mit der SG Menden. Auf Relegationsplatz 14 befindet sich Lemgo mit zwei Zählern Rückstand hinter den beiden Klubs. Um noch einmal neue Impulse z setzen wechselten die Gäste vor drei Wochen ihre Übungsleiter aus: Der bisherige Trainer Michael Wolf und sein Assistent Dirk Maruska wurden nach der 25:28-Niederlage beim VfL Gummersbach II von Jan Stuhldreher, bisher dritter Mann im Trainerstab, sowie Tim Schneider, Sportlicher Leiter und Coach der Landesliga-Reserve, abgelöst. „Wir hoffen, dass durch diese Maßnahme noch einmal ein Ruck durch die Mannschaft geht“, begründete Volmetals Handball-Chef Andre Blümel den Trainerwechsel. „Der Schritt ist uns nicht leicht gefallen, denn wir haben Michael Wolf und Dirk Maruska viel zu verdanken. Im vergangenen Jahr haben wir mit ihnen den Klassenerhalt geschafft und dann eine gute Hinrunde 2017/18 gespielt. Aber zuletzt wirkte die Mannschaft verunsichert.“ Es könne natürlich sein, dass der Trainerwechsel dem Team noch einmal einen Impuls gibt. „Er kann die Mannschaft aber auch noch weiter verunsichern. Ob diese Maßnahme am Ende ein Fluch oder Segen ist, wird sich zeigen“, reagierte Wolf.

Unter dem neuen Trainerduo wurde bisher erst das Heimspiel gegen Krefeld in der Vorwoche ausgetragen. Unglücklich verlor der TuS mit 24:25. Tim Schneider sagte später: "Die Enttäuschung überwiegt, wir hätten einen Punkt verdient gehabt." Trotz der Niederlage blicken die "Taler" optimistisch in die Zukunft, "weil die Mannschaft sich heute nie aufgegeben hat." Genau davon geht Dormagens Coach Ulli Kriebel auch aus: "Die werden bis zum Umfallen kämpfen. Den Kampf müssen wir annehmen und gegenüber unserem Spiel in Menden versuchen, schon von Beginn an sicher in der Abwehr zu stehen." Linksaußen Jan Hüfken wird erneut fehlen. Nach seiner Knie- und Fußverletzung steigt er aber in Kürze wieder ins Training ein.

Sven Bartmann verlängert beim TSV
Vor dem Spiel gegen Volmetal hat Torwart Sven Bartmann (30) seinen Vertrag beim TSV um ein weiteres Jahr verlängert. "Ich fühle mich weiterhin sehr wohl in Dormagen und kann Handball und meinen Hauptjob sehr gut kombinieren", betont der Industriemechaniker. Bartmann: "Die Zuschauer, die Halle und natürlich die Mannschaft sind mir sehr ans Herz gewachsen. Ich habe mit der Mannschaft in der Zukunft noch viel vor und mein großes Ziel ist es, in Dormagen noch einmal 2. Liga zu spielen. Ich bin sehr positiv gestimmt und glaube, dass wir das auch schaffen. Außerdem bin ich den Verantwortlichen des TSV sehr dankbar, dass sie mir die Zeit gegeben haben, meine Verletzung über einen solch langen Zeitraum auszukurieren." Handball-Geschäftsführer Björn Barthel ist froh, dass "Barti" weitermacht: "Seine Erfahrung kann die Mannschaft natürlich gut gebrauchen. Mir war klar, dass er nach seiner Verletzung wiederkommt und deshalb hat er auch alle Zeit bekommen, um vollständig fit zu werden."


Noch intensiver als im Hinspiel deuteten die Sauerland Wölfe der SG Menden ihre Bissigkeit an: Sie führten gegen den TSV Bayer Dormagen mehrmals mit bis zu sechs Toren. Erst in der zweiten Halbzeit kamen die Gäste auf Touren und nahmen mit dem klaren 34:27-Erfolg beide Punkte doch mit nach Dormagen.

So schnell hat Ulli Kriebel in dieser Saison noch keine Auszeit genommen: Nach drei Minuten und 31 Sekunden legte der Trainer des TSV Bayer Dormagen die grüne Karte auf den Zeitnehmertisch - Dominik Flor hatte kurz zuvor das 5:1 für die SG Menden Sauerland Wölfe erzielt. Doch am Spielverlauf änderte die kleine Unterbrechung erst einmal nichts. Im Gegenteil: Die Sauerländer bejubelten zwei weitere Treffer und feierten ihren 43-jährigen Schlussmann Matthias Kohl, der für seine grandiose Leistung später zum Spieler des Abends erklärt wurde. Für Dormagens Torwart Matthias Broy war es hingegen nicht einfach, sich auszuzeichnen. Denn viel zu oft kamen Mendens Schützen frei zum Wurf und nutzten ihre Chancen zumeist auch eiskalt. Mit zwei Großtaten gegen Flor und Marcel Vogler verhinderte Broy aber das 9:4 in der 8. Minute. Vor allem durch den erneut starken Lukas Stutzke holten die Gäste jetzt langsam auf. Für den ersten Gleichstand der Begegnung zum 14:14 sorgte Rechtsaußen Tim Wieling in der 21. Minute, nachdem Alexander Kübler zuvor den Ball clever abgefangen hatte.

Mit vier Treffern in Folge, darunter dem 17:14 durch Marius Schrage in Unterzahl, verschafften die Gastgeber sich aber erneut einen Vorsprung, der noch auf 20:15 anwachsen sollte. Nach Kriebels zweiter Auszeit in der ersten Hälfte wurde der Rückstand bis zur Pause nicht mehr größer. Wieling und Stutzke verkürzten bis zum Abpfiff auf 20:17. Ein bemerkenswertes Ergebnis, denn 20 Tore kassierte der TSV erstmals in dieser Saison in den ersten 30 Minuten. Nach dem Seitenwechsel wuchs die TSV-Defensive freilich wieder zusammen und war nur noch schwer zu überwinden. Zwar stellte Menden den Tabellenzweiten mit dem 23:17-Vorsprung erneut vor eine Herausforderung. Doch nun stimmte die Zusammenarbeit zwischen der Abwehr und Torwart Sven Bartmann, der in der zweiten Halbzeit nur noch sieben Mal den Ball aus dem Netz holen musste. Und vorne lief es zunehmend ebenfalls besser. Gegen die schnellen Gegenstöße vor allem über Wieling und die energischen Durchbrüche von Ian Hüter hatte Menden nicht mehr viel entgegenzusetzen.

"Wir haben uns in der Abwehr schwer getan. Die Mannschaft hat aber bewiesen, dass sie mit einer solchen Situation umgehen kann und sie hat in den kritischen Phasen die Ruhe behalten", fand Ulli Kriebel lobende Worte für seine Auswahl. Sein Kollege Sascha Simec hatte gedacht, dass "wir nach dem 23:17 den Flow behalten können. Doch dann hat der TSV zu seinem Niveau gefunden und so knallhart bis zum Schlusspfiff zu Ende gespielt."

Das vorletzte Heimspiel der Meisterschaftsrunde trägt der TSV am kommenden Freitag, 13. April, gegen den TuS Volmetal aus. Der Spieltag des Autohauses Gottfried Schultz wird um 20 Uhr im TSV Bayer Sportcenter angepfiffen.

SG Menden Sauerland Wölfe - TSV Bayer Dormagen 27:34 (20:17)
Menden:
Kohl (13 Paraden); Trost (1), Flor (6), Vogler (4/3), Jost, Heunemann (1), Loos, Schulte, Krechel (5), Vornholt (4), Thier (3), Schrage (1), Schöße (2).
Dormagen: Broy (4 Paraden), Bartmann (ab 17., 13 Paraden), Boieck (n.e.); Carvalhais (n.e.), Eggert (2), I. Hüter (5), Kübler (2), Pyszora (n.e.), P. Hüter (3), Brüren (2/1), Jagieniak, Morante Maldonado (3), Stutzke (8), Wieling (9).
Schiedsrichter: Fratczak / Ribeiro.
Zuschauer: 352.
Zeitstrafen: 6:4 Minuten.
Siebenmeter: 3/3:1/1.
Spielfilm: 7:1 (6.), 8:5 (9.), 9:7, 11:9, 13:10, 14:14 (21.), 18:14 (25.), 20:15, 20:17 - 23:17 (35.), 23:23 (39.), 24:23, 24:25 (43.), 26:25 (44.), 26:33 (56.), 27:34.


"Die Pause hat allen gut getan", erkannte Ulli Kriebel beim nachösterlichen Trainingsstart ein besonders motiviertes Team: "Wir haben Kräfte für den Endspurt gesammelt und gehen mit Zuversicht in die Schlussphase der Saison", betont der Coach des TSV Bayer Dormagen. An diesem Samstag, 7. April, reist die Mannschaft ins Sauerland zu den Wölfen der SG Menden. Die Partie wird um 19 Uhr in der Sporthalle Walramstraße von Schiedsrichtergespann Fratczak / Ribeiro angepfiffen.

Die Voraussetzungen sind klar: Für den TSV geht es um die Sicherung des zweiten Platzes, um an der möglichen Aufstiegsrelegation teilnehmen zu können. Die SG Menden indes benötigt Zählbares im Kampf um den Klassenerhalt. Nach fünf Niederlagen in Folge steht der Klub in der 3. Handball-Liga auf Platz 13. Mit Habenhausen und Korschenbroich dürften die Absteiger feststehen. Der 14. der Tabelle muss aber auch mit dem Abstieg rechnen, der höchstens in der Abstiegsrelegation vermieden werden kann. Und auf diesem Rang liegt aktuell Lemgo nur zwei Punkte hinter Menden. Punktegleichstand würde für Lemgo sprechen, denn die Ostwestfalen haben den direkten Vergleich gegen die Sauerländer gewonnen.

Dass jede gegen den Abstieg kämpfende Mannschaft besonders gefährlich ist, das macht Ulli Kriebel schon seit Wochen deutlich. Im Videostudium wurden die Stärken des Gegners jetzt noch einmal analysiert. "Wir müssen uns voll auf den Gegner konzentrieren. Schon im Hinspiel hat uns Menden alles abverlangt." Das erste Aufeinandertreffen war bis Mitte der zweiten Halbzeit offen, ehe der TSV davonzog und letztlich 35:26 gewann. Mendens sportliche Leiterin Birgit Völker-Albrecht stapelt jetzt eher tief: "Wir sind natürlich wieder ganz krasser Außenseiter." Und Trainer Sascha Simec hält den TSV für die "talentierteste Mannschaft der Liga". Personell können die Wölfe aufatmen: Der zuletzt wegen einer Leistenverletzung angeschlagene Spielmacher Marcel Vogler wird wohl dabei sein. Fehlen werden weiterhin die langzeitverletzten Torhüter, doch Nachrücker Matthias Kohl habe seine Sache "beispielsweise in Krefeld hervorragend gemacht", sagt Simec. Dort verlor die SG vor 14 Tagen lediglich mit 25:29.

Ein Spieler wird dem TSV am Samstag auf jeden Fall fehlen: Linksaußen Jan Hüfken kann wegen einer Knieverletzung nicht spielen, eine konkrete Untersuchung steht noch an. Damit haben die Gäste nach dem studienbedingten Abschied von Sebastian Linnemannstoens ein Flügelproblem. Kriebel: "Wir werden eine Lösung finden."


Wenige Monate vor der 26. Handball-Weltmeisterschaft, die in Deutschland stattfinden wird, eröffnet die DKB Handball-Bundesliga (HBL) mit dem Pixum Super Cup die 53. Saison. Das Match des amtierenden deutschen Meisters gegen den Pokalsieger 2018 wird am 22. August erstmals im ISS DOME in der Sportstadt Düsseldorf ausgetragen. Das Handball-Highlight, bei dem zahlreiche Stars des nationalen und internationalen Handballs auflaufen werden, begeistert die in der Region verankerten Vereine der 2. Handball-Bundesliga. Tabellenführer Bergischer HC, TUSEM Essen und der HC Rhein Vikings werben für den Pixum Super Cup in Düsseldorf. Der TSV Bayer Dormagen, Aufstiegskandidat für die 2. Handball-Bundesliga, komplettiert das Feld der derzeit unterstützenden Bundesligavereine, die mit den Initiatoren HBL, Sportstadt Düsseldorf und Hauptsponsor Pixum die Bundesliga-Saisoneröffnung als Initialzündung für mehr Spitzen- und Breitensporthandball in der Metropolregion nutzen wollen.

Beim Pixum Super Cup, vorerst für drei Jahre nach Düsseldorf vergeben, wird auch dem starken Bundesliga-Nachwuchs der Region eine besondere Rolle zukommen. So hat die DKB Handball-Bundesliga die vier A-Jugendteams des Bergischen HC, von TUSEM Essen, der Rhein Vikings und des TSV Bayer Dormagen offiziell eingeladen, um als Teil der Saisoneröffnung im ISS DOME ein Final Four-Turnier auszutragen. Die vier Vereine, die alle erheblich in die Nachwuchsarbeit investieren und zum Teil sogar das HBL-Jugendzertifikat für herausragende Nachwuchsarbeit verliehen bekommen haben, sagten bereits die Teilnahme ihrer A-Jugendteams zu.

„Für unsere Region ist der Pixum Super Cup ein großartiges Event und gleichzeitig eine tolle Werbung für die hiesigen Handballfans. Das vereins- und stadtübergreifende Konzept mit der Beteiligung weiterer Vereine zeigt, dass trotz aller Konkurrenz für die gemeinsame Sache Handball zusammengearbeitet wird. Für die A-Jugendlichen der beteiligten Teams wird es ein unvergesslicher Moment, ihr Vorbereitungsturnier im Vorfeld des Pixum Super Cups im ISS DOME austragen zu dürfen“, sagt Björn Barthel, Handball-Geschäftsführer des TSV Bayer Dormagen. „Wir sind für den Schulterschluss der Vereine zu Gunsten des Pixum Super Cups sehr dankbar und freuen uns über die große Begeisterung und Unterstützung, die uns von allen Beteiligten entgegengebracht wird. Das Final Four der A-Jugendteams schafft eine tolle Verbindung zwischen den Weltklasse-Handballern der DKB Handball-Bundesliga und dem Nachwuchs, der in ihre Fußstapfen treten möchte“, erklärt HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann.

Das Prestigeduell zwischen Meister und Pokalsieger gibt es seit 1994. Beim Debüt standen sich der THW Kiel und die SG Wallau-Massenheim gegenüber. Überraschungssieger der Premiere wurde die SG Wallau-Massenheim. Rekordmeister THW Kiel ist bis heute unangefochtener Rekordsieger des Super Cups. Bei 19 Teilnahmen sicherten sich die Zebras neunmal den ersten Titel der Saison. Bei der letzten Auflage, die die Saison 2017/18 eröffnete, mussten die Kieler sich als Pokalsieger allerdings dem Meister Rhein-Neckar Löwen im 7-Meter-Werfen geschlagen geben.


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