Die Hiobsbotschaften nach den bereits bekannten Ausfällen von Ian Hüter, Pascal Noll, Heider Thomas und Nuno Rebelo nahmen kaum ein Ende. Am Donnerstag gesellte sich Jan Reimer im Spiel der TSV-Reserve zu den Verletzten. Und eine Erkrankung führte zur Pause für Julian Köster: Er hatte zwar die Reise nach Konstanz angetreten, doch spätestens beim Kaffee am Samstag vier Stunden vor Spielbeginn war klar, dass der Rückraumlinke aufgrund des schlimmer werdenden grippalen Infektes in Konstanz nicht auflaufen kann. So standen TSV-Trainer Dusko Bilanovic lediglich neun Feldspieler zur Verfügung. Und als Kapitän Patrick Hüter in der 42. Minute nach einer Abwehraktion die völlig übertriebene Rote Karte sah, waren es nur noch acht. Die allerdings kämpften bis zum Umfallen.

Das reichte am Samstagabend aber auch nicht zu einem Teilerfolg. Spätestens als Tom Wolf in der 59. Minute den Siebenmeter zum 30:27 verwandelte, war die Partie entschieden. Der Tabellenvorletzte HSG Konstanz gewann mit 31:28 (16:15). Der TSV hofft, das er am kommenden Samstag wieder ein größeres Aufgebot gegen den HC Elbflorenz 2006 zur Verfügung hat. Das Spiel gegen den Tabellennachbarn aus Dresden beginnt um 19.30 Uhr im TSV Bayer Sportcenter. Tickets gibt es im Vorverkauf im Tabakshop an der Kölner Straße 64 und online.

Während der TSV in der Anfangsphase leichte Probleme mit dem Spielgerät hatte, brachte Konstanz seine Fans mit drei sicher abgeschlossenen Angriffen schnell mit 3:0 in Stimmung. Doch von dem Rückstand ließ der TSV sich nicht beeindrucken, Ante Grbavac erzielte in der 4. Minute den ersten Treffer für die Gäste in der mit 1150 Zuschauern besetzten Schänzle-Halle. In der Folgezeit entwickelte sich eine Partie auf Augenhöhe - die Gäste schafften den Anschluss und glichen erstmals nach einer Viertelstunde aus: Der überraschende Pass von Benni Richter auf Carl Löfström führte zum 7:7 durch den Kreisläufer. Um selber in Führung gehen zu können, hätten die Dormagener freilich ihre Abwehr dichter machen müssen. Zu oft spielte Konstanz die Außen auf beiden Seiten frei, die den TSV-Torhütern nur selten eine echte Abwehrchance ließen. Dass der Aufsteiger lediglich mit der 16:15-Führung in die Kabine gehen konnte, war letztlich Janis Boieck zu verdanken. Tom Wolf kam mit seinem direkten Freiwurf an der Dormagener Mauer vorbei, nicht aber am Schlussmann.

Daniel Eblen hatte dann wohl das richtige Händchen: Er wechselte den ordentlich haltenden Michael Haßferter aus und brachte nach dem Seitenwechsel Maximilian Wolf. Der bewährte sich sofort und wehrte den Strafwurf von Joshua Reuland, der zuvor schon zwei Siebenmeter verwandelt hatte. Das erneute Remis sollte aber doch gelingen: Ante Grbavac traf jetzt von der Linie, Eloy Morante Maldonado ließ das 17:17 folgen. Die Begegnung blieb spannend, der TSV glich bis zum 22:22 immer wieder aus, versäumte aber, einmal selbst in Führung zu gehen. Und dann kam das Aus für Patrick Hüter. Selbst die Konstanzer Kommentatoren sprachen von einer Fehlentscheidung nach Hüters Abwehraktion gegen Fynn Beckmann, die von den Schiedsrichtern mit Rot bewertet wurde.

Trotz des zusätzlichen Handicaps ließen die Rheinländer nicht locker und kamen wieder auf, als Konstanz sich in der 49. Minute bis auf 26:23 abgesetzt hatte. Nach drei Treffern in Folge von Morante wurde die Partie immer spannender. Doch dann war es ausgerechnet Morante, der die klare Chance zum 27:27 nicht im HSG-Kasten unterbrachte. Wolf parierte erst gegen ihn und anschließend gegen Jakub Sterba. Als Sven Bartmann den von Fabian Maier-Hasselmann geworfenen Siebenmeter meisterte, kam wieder Hoffnung im Dormagener Lager auf. Doch nun war es Ante Grbavac, der an Wolf scheiterte. Auf der anderen Seite blieb Bartmann das Glück versagt: Er war dran am Wurf von Maier-Hasselmann, doch der Ball drehte sich noch rein ins Dormagener Tor. Das 29:26 durch Paul Kaletsch war schon die Vorentscheidung - ehe Tom Wolf den Deckel drauf machte.

"Hut ab, wie unser dünner Kader gekämpft und immer wieder versucht hat, das Spiel umzudrehen. Natürlich wussten wir, dass es nicht leicht sein wird in Konstanz zu gewinnen, aber mit nur neun Feldspielern war es natürlich noch schwieriger", sagte Dusko Bilanovic nach den 60 Minuten. "Wir haben sicher davon profitiert, dass Dormagen nicht vollzählig war", meinte sein Kollege Daniel Eblen. "Es gab heute viele Situationen, in denen wir das Publikum gebraucht haben. Es fühlt sich natürlich besser an, wenn man etwas schlechter gespielt hat und gewinnt, als wenn man gut war und nichts holt."

HSG Konstanz - TSV Bayer Dormagen 31:28 (16:15)
Konstanz: M. Wolf (ab 31., 10 Paraden), Haßferter (6 Paraden), Tölke (n.e.); Stotz, Schleich (3), Czako (n.e.), Hild (2), T. Wolf (6/1), Wiederstein (5), Kaletsch (1), Krüger (1), Maier-Hasselmann (5/1), Beckmann, Jud (2), Keupp (n.e.), Wendel (6).
Dormagen: Bartmann (4 Paraden), Boieck (24.-47., 4 Paraden), Dahmen (n.e.); Reuland (5/2), Meuser (4), Richter, Löfström (6), P. Hüter, Braun (n.e.), Morante Maldonado (7), Sterba (2), Grbavac (4/1).
Schiedsrichter: Hellbusch / Jansen.
Zuschauer: 1150.
Zeitstrafen: 6:10 Minuten.
Siebenmeter: 2/3:3/4 (Bartmann hält gegen Maier-Hasselmann - Reuland scheitert an Wolf).
Spielfilm: 3:0, 5:2 (7.), 7:7 (15.), 11:10, 13:11, 16:15 - 17:17, 21:21 (39.), 24:23, 26:23 (49.), 27:26, 29:27, 30:27, 31:28.


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