Kein Sieger und lauter jubelnde Menschen im ausverkauften Nordhorner Euregium: Der TSV Bayer Dormagen beseitigte mit dem 22:22 am Samstagabend die allerletzten Zweifel am Klassenerhalt. Gastgeber HSG Nordhorn-Lingen konnte nach dem Superlauf und 18:0-Punkten in Folge mit dem Remis leben, stand doch der Aufstieg in die 1. Bundesliga seit letzter Woche fest. Dusko Bilanovic hatte eine Ahnung, wer dieses auch sportlich großartige Handballfest vor 3500 Zuschauern eingefädelt haben könnte: "Der Handballgott hat zugehört." Schließlich hatte der TSV-Trainer vor der Partie genau einen solchen Ausgang erhofft.

Da die unmittelbare Dormagener Konkurrenz gewann, war die erste Auswärtspunkteteilung in dieser Saison Gold wert. Ansonsten hätte die Theorie-Debatte auch noch bis zum letzten Spieltag gegen die Rhein Vikings am Samstag, 8. Juni, ab 18 Uhr im TSV Bayer Sportcenter angehalten. Nun aber steht auch der fünfte Absteiger fest: Der 33:25-Erfolg in Rimpar konnte den Gang des Wilhelmshavener HV in die 3. Liga nicht verhindern. Und noch eine Entscheidung: Statt in den Norden muss der TSV in der Spielzeit 2019/20 an den Bodensee fahren - Konstanz setzte sich im Duell gegen Rostock durch und ist nach Eisenach und Krefeld der dritte Aufsteiger.

"Das gibt es auch nur beim Handball", sagte Nordhorns Coach Heiner Bültmann nach den unterhaltsamen 60 Minuten: "Es geht im Prinzip um nichts mehr, aber beide Mannschaften liefern bei subtropischen Temperaturen ein hervorragendes Spiel." Schon zu Beginn beeindruckte der TSV Gegner und Zuschauer mit einem doppelten Kempa von Benni Richter zu Tim Wieling und dem erfolgreich abschließenden Ian Hüter. Das folgende Blindanspiel von Richter zu Carl Löfström war alleine schon das Eintrittsgeld wert. Bemerkenswert, wie der TSV Mitte der ersten Hälfte dank Löfström und zweimal Julian Köster aus dem 5:6-Rückstand das 8:6 machte und bis zum Pausenpfiff nicht zuletzt aufgrund großartiger Paraden von Sven Bartmann immer vorlegte.

Auch nach dem Seitenwechsel hielten die Gäste die Begegnung offen. Allerdings schien sich das Blatt gegen den mehrere Minuten glücklosen TSV zu wenden: Nordhorn verschaffte sich Luft und führte in der 46. Minute erstmals mit 19:15. Die Dormagener waren aber wenig beeindruckt und kamen durch den zweimal clever frei gespielten Löfström sowie Ian Hüter und den gut aufgelegten Joshua Reuland zum erneuten Ausgleich. Für die letzte Nordhorner Führung war Shooter Georg Pöhle verantwortlich, der zweitbeste Schütze der 2. Handball-Bundesliga. Schon früh stellte Youngster Julian Köster mit Beginn der 59. Spielminute den Endstand her, den Sven Bartmann mit zwei herausragenden Paraden festhielt - erst gegen Pöhle, anschließend gegen Julian Possehl. Es waren noch 15 Sekunden zu spielen, da legte Bilanovic die Grüne Karte auf den Tisch. Die wichtigste Botschaft in der Auszeit nach den Erfahrungen kürzlich verspielter Punkte: Den Ball bloß nicht aus der Hand geben. Das machte Julian Köster geschickt, der sich in die Mauer begab und einen Freiwurf herausholte. Damit war das Spiel gelaufen, die TSV-Spieler lagen sich in den Armen. "Ich bin super stolz, zufrieden und freue mich darüber, dass die Mannschaft bei vier Toren Rückstand einen kühlen Kopf bewahrt hat", freute sich Bilanovic riesig über die gelungene "Mission Klassenerhalt". Am kommenden Samstag darf richtig gefeiert werden.

 

HSG Nordhorn-Lingen - TSV Bayer Dormagen 22:22 (10:11)
Nordhorn: Ravensbergen (4 Paraden), Buhrmester (ab 31., 7 Paraden); Heiny, Leenders (1), Mickal (3/1), Miedema (2), Terwolbeck (2), de Boer, Zare (n.e.), Wiese, Smit (2), Seidel (2), van Lengerich (n.e.), Possehl (2), Pöhle (8/1).
Dormagen: Bartmann (14 Paraden), Broy (n.e.); Reuland (3), Pyszora (n.e.), Thomas (1), Löfström (4), I. Hüter (4), Köster (4), Rebelo, Richter, P. Hüter (2), Braun (n.e.), Jagieniak (n.e.), Morante Maldonado (1), Wieling (3/2).
Schiedsrichter: Kilp / Maier.
Zuschauer: 3500 (ausverkauft).
Zeitstrafen: 6:10 Minuten.
Siebenmeter: 1/1:2/3 (Wieling scheitert an Buhrmester).
Spielfilm: 2:3 (7.), 5:4, 6:8 (20.), 8:8, 10:11 - 14:12 (36.), 16:15 (42.), 19:15 (46.), 19:19 (52.), 22:21, 22:22.


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