In dieser Partie war alles drin: Carl Löfström bringt den TSV 66 Sekunden vor dem Ende mit 28:27 in Führung. Doch erst gleicht Oliver Milde aus, dann trifft Stefan Lex in der letzten Sekunde zum 29:28. "Ein glücklicher Sieg", gab Hamms Trainer Kay Rothenpieler später zu. "Das Unentschieden wäre gerecht gewesen." Sein Dormagener Kollege Dusko Bilanovic war natürlich enttäuscht: "Das ist bitter. Ich hoffe, uns fehlt der eine Punkt in der Endabrechnung nicht." Woran es nichts zu deuteln gibt: Gegen den Tabellennachbarn Elbflorenz Dresden am kommenden Samstag, 11. Mai, um 19.30 Uhr um TSV Bayer Sportcenter kann der TSV sich keine Niederlage erlauben.

Mit einem schmalen Aufgebot war der TSV zum Tabellenvierten nach Hamm gereist: Neben Heider Thomas fehlte auch Rechtsaußen Tim Wieling, der schon im Training über Magen-Darm-Probleme klagte. Doch unter dem Motto "Wir haben nach der Pleite gegen Ferndorf etwas gutzumachen" zeigten die Gäste eine couragierte Leistung gegen den Favoriten, bei dem sich Kreisläufer Jan Brosch wegen Schulterproblemen abgemeldet hatte. Auch von der nach 18 Minuten auf 9:5 angewachsenen Hammer Führung ließ der TSV sich nicht beeindrucken und kam wieder auf - auch weil der auf Rechtsaußen gerückte Nuno Rebelo nicht zu stoppen war und seine selbst eroberten Bälle im gegnerischen Kasten versenkte. Lukas Stutzke glich mit seinem Wurf ins leere Tor zum 11:11 aus und kurz drauf in der 28. Minute sorgte Eloy Morante Maldonado für die Dormagener 12:11-Führung, die anschließend Joshua Reuland mit dem 13:12 bestätigte. Der TSV hätte zumindest mit einem Remis in die Kabine gehen können. Das verhinderten aber der zuvor mehrfach am überragenden Sven Bartmann gescheiterte ASV-Kapitän Jakob Schwabe mit dem Ausgleich und Fabian Huesmann per Siebenmeter, als schon die Pausensirene ertönt war.

Am Spielverlauf änderte sich auch nach dem Seitenwechsel nicht viel. Der TSV ließ den Rückstand nicht zu groß werden und war beim 19:18 von Morante wieder dran. Nach der anschließenden Balleroberung lag der Ausgleich in der Luft, doch der beim Gegner landende unglückliche Rückpass von Carl Löfström bescherte Hamm zunächst das 20:18. Es folgte durch den Treffer von Torwart Oliver Krechel ins leere TSV-Tor auch der neuerliche Drei-Tore-Vorsprung. Innerhalb von drei Minuten war es dann Nuno Rebelo, der mit einem astreinen Hattrick das 22:22 herstellte. Tor Nummer 22 war der schönste Treffer der Partie nach einem exzellenten Zuspiel von Sven Bartmann.

Weil Lars Gudat erst das 24:22 erzielte und direkt danach den Ball dem TSV abnehmen konnte, war plötzlich die mit 1890 Zuschauern gefüllte Halle wieder zu hören. Doch auch die lautstarke Stimmung brachte Dormagen nicht aus der Bahn. Benni Richter behielt von der Siebenmeterlinie aus die Nerven und verwandelte gegen beide ASV-Schlussmänner eiskalt. In der 56. Minute besorgte er das 26:26, Ian Hüter brachte den TSV zur Begeisterung der engagierten Dormagener Fans sogar mit 27:26 in Führung und leitete die an Dramatik kaum zu überbietende finale Phase ein. Das 27:27 durch Sören Südmeier hatte nur kurzen Bestand, weil der am Kreis wartende Carl Löfström den letzten Dormagener Treffer erzielte. Der reichte allerdings nicht zum Punkterfolg aus, weil die Rheinländer nach Hamms Ausgleich den letzten Angriff aus der Hand gaben. Der mögliche Freiwurf nach einer Aktion gegen Stutzke hätte dem ASV nicht mehr die Gelegenheit zum Konter gegeben. Doch die Schiedsrichter ließen das Spiel laufen.

Dusko Bilanovic wollte in seiner Analyse nicht nur auf die Schlussphase eingehen: "12 technische Fehler in 60 Minuten sind einfach zu viel. Lange Zeit ist unser Matchplan aufgegangen, wir konnten Hamm unter Druck setzen. Und die Spieler haben sehr gut gekämpft." Der Dank des Trainers galt den mitgereisten Fans und er hofft, dass gerade auch nach der gezeigten Leistung der Mannschaft die Unterstützung gegen Dresden am kommenden Samstag da ist, "schließlich haben wir ja gerade in der heimischen Halle etwas gutzumachen."

ASV Hamm-Westfalen - TSV Bayer Dormagen 29:28 (14:13)
Hamm: Krechel (1 Tor, 8 Paraden), Storbeck (bei zwei 7m); Blohme, Huesmann (5/3), Milde (4), Fuchs (1), Sohmann (1), Schwabe (2), Lex (3), Südmeier (5), Gudat (3), Pretzewofsky (n.e.), Papadopoulos (3), von Boenigk (1).
Dormagen: Bartmann (13 Paraden), Broy (n.e.); Reuland (3), Pyszora, Eggert, Löfström (3), I. Hüter (3), Rebelo (5), Richter (6/5), P. Hüter (1), Morante Maldonado (3), Stutzke (4).
Schiedsrichter: Hörath / Hofmann.
Zuschauer 1890.
Zeitstrafen: 6:6 Minuten.
Siebenmeter: 3/3:5/5.
Spielfilm: 1:2, 5:2, 6:5, 9:5 (18.), 11:8 (24.), 11:12 (28.), 12:13, 14:13 - 19:16 (36.), 19:18, 22:19 (43.), 22:22 (46.), 25:23, 25:25 (54.), 26:27 (58.), 27:28, 29:28.


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