Fünf Mal hatte der ehemalige Dormagener Daniel Wernig bereits von der Siebenmeterlinie und im Nachwurf getroffen. Doch 17 Sekunden vor dem Abpfiff wehrte Gergö Rózsavölgyi Wernigs Strafwurf ab und die Freude beim TSV kannte kaum Grenzen. Die Zeit lief runter, Hüttenberg kam nicht mehr an den Ball. Es folgte der Jubel der Dormagener Mannschaft und der Fans über den ersten Sieg in der Saison 2018/19. Der fiel mit 30:29 (14:13) zwar äußerst knapp aus, wurde aber auch von den Gastgebern als völlig verdient anerkannt. In der nach drei Spielen sicher noch nicht aussagekräftigen Tabelle kletterte der TSV Bayer Dormagen vom 20. auf den 15. Platz - ein Rang, der nach 38 Spielen und dem Saisonende den Klassenerhalt bedeuten würde. Am kommenden Samstag, 15. September, geht es ab 19.30 Uhr im TSV Bayer Sportcenter darum, den Auswärtssieg zu bestätigen. Gegner ist der Wilhelmshavener HV. Zu den Ticketinfos

"Die Mannschaft hat den Plan zu hundert Prozent befolgt", freute sich TSV-Trainer Ulli Kriebel über den disziplinierten Auftritt seines Teams und die stark verbesserte Chancenverwertung. Klar, dass der Aufsteiger bei einem Bundesliga-Absteiger auch kritische Phasen zu überstehen hatte. Kriebel: "Als Hüttenberg auch dank der massiven Unterstützung von den Rängen noch mal aufkam, wurde mein junges Team etwas nervös, behielt aber doch die nötige Ruhe." Emir Kurtagic vermisste hingegen den klaren Kopf bei seiner Auswahl: "Wir haben die gleichen Fehler wie in Nordhorn gemacht", stellte der Hüttenberger Coach fest und kritisierte vor allem seine Abwehr: "Die verliert jeden Zweikampf und wir hatten keine ausreichende Torwartleistung."

Anders der TSV, der schon in der ersten Hälfte fast immer einen Treffer vorlegte und mit Rózsavölgyi einen von Beginn an starken Schlussmann hatte. Doch die Möglichkeit, sich weiter abzusetzen, wollte zunächst nicht gelingen. Auch nicht unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff, als Hüttenbergs Torwart Fabian Schomburg den Strafwurf von Tim Wieling abwehrte. Rechtsaußen Wieling, einmal mehr bester Schütze des Spiels, sorgte dann aber nach dem Seitenwechsel für die erste Zwei-Tore-Führung. Der TVH blieb bis zum 17:18 dran, hatte freilich gegen den folgenden 4:0-Lauf der Dormagener auch nach einer Auszeit nichts entgegenzusetzen. In dieser Phase glänzte der TSV mit traumhaften Kombinationen und sehenswerten Anspielen - so passte Lukas Stutzke genial an den Kreis zu Patrick Hüter, Nuno Rebelo servierte Tim Wieling den Ball per Rückhandanspiel. Weil die 3:2:1-Abwehr mit dem vorne immens beweglichen Ian Hüter ihren Auftrag jetzt ebenfalls hervorragend erfüllte, hieß es innerhalb von vier Minuten 23:18 für den Aufsteiger.

Die Führung wäre sogar noch komfortabler ausgefallen, wenn Benni Richter einen Strafwurf statt über das Tor und Eloy Morante Maldonado den Weitwurf ins leere Hüttenberger Tor statt gegen den Pfosten ins Netz gesetzt hätten. So kam wieder Hoffnung beim TVH auf, als ihr bester Schütze Ragnar Johannsson zwei Mal Rózsavölgyi überwand. Doch der TSV zog erneut bis auf fünf Treffer davon, weil Stutzke traf und der von der Hessen-Abwehr kaum zu stoppende Nuno Rebelo einen von Carl Löfström eingeleiteten Gegenstoß clever abschloss. Es sollte aber doch noch Spannung aufkommen, nicht zuletzt wegen einer kurzen Dormagener Pechsträhne: Erst wurde der schon auf der Anzeigetafel notierte Treffer von Patrick Hüter von den Schiedsrichtern nicht anerkannt. Es gab hingegen einen Siebenmeter, mit dem Wieling an Nikolai Weber scheiterte. Davon motiviert zeichnete sich Weber mit drei weiteren starken Paraden aus und trug mit zur Aufholjagd der Gastgeber bei. Erst sorgte Linksaußen Christian Rompf für das 28:28, dann war es der Halbrechte Markus Stegefelt, der die erneute TSV-Führung durch Wieling zum 29:29 ausglich. Die Spannung erreichte ihren Höhepunkt nach Lukas Stutzkes 30:29: Beim Zurücklaufen behinderte Tim Wieling eher unglücklich einen Hüttenberger - da die Aktion 20 Sekunden vor Schluss geschah, entschieden die Schiedsrichter auf die nach den Regeln mögliche Höchststrafe: Rot gegen Wieling und Siebenmeter. Doch Rózsavölgyi wehrte ab und der TSV durfte feiern.     

 

TV Hüttenberg - TSV Bayer Dormagen 29:30 (13:14)
Hüttenberg: Weber (8 Paraden), Schomburg, Bohne (n.e.); Sklenak (3), Lambrecht (1), Wernig (5/4), Werth (1), Rompf (5), Zörb, Fernandes (3), Johannsson (6), Stegefelt (2), Zintel (3), Mubenzem, Hahn, Klein.
Dormagen: Rózsavölgyi (9 Paraden), Broy (bei einem 7m); Morante Maldonado (3), Reuland (2), Pyszora (1), Rebelo (2), Stutzke (6), Wieling (9/2), Richter (4/2), I. Hüter (1), P. Hüter (2), Löfström, Jagieniak (n.e.), Braun (n.e.).
Schiedsrichter: Fratczak/Ribeiro.
Zuschauer: 1280 in der Sporthalle Gießen-Ost.
Zeitstrafen: 10:10 Minuten.
Siebenmeter: 4/6:4/7 (Rózsavölgyi hält zwei Würfe von Wernig - Wieling scheitert an Schomburg und Weber, Richter wirft über das Tor).
Spielfilm: 4:5 (8.), 6:5, 7:8, 9:8, 12:13, 13:14 - 13:15 (32.), 17:18 (36.), 17:22 (40.), 20:23 (44.), 21:24, 21:26 (49.), 24:26 (52.), 24:27, 26:27, 26:28, 28:28 (57.), 28:29, 29:29, 29:30.


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