Beim TuS Ferndorf konnte der TSV Bayer Dormagen am 2. Weihnachtsfeiertag nicht an die im Spiel gegen Nordhorn gezeigte Leistung anknüpfen und verlor das letzte Spiel des Jahres mit 22:25. Letztlich brachten die Gastgeber vor 810 Zuschauern ihren 14:8-Pausenvorsprung über die Zeit, auch weil die Wiesel gleich vier Siebenmeter vergaben. Die TSV-Spieler gehen jetzt mit Heimtrainingsplänen in die EM-Pause und treffen sich wieder am 17. Januar. Dann beginnt die Vorbereitung auf die Rückrunde der 2. Handball-Bundesliga, in der auch noch die Nachholspiele gegen Ludwigshafen und Eisenach anstehen.

„Mein Comeback habe ich mir auch etwas anders vorgestellt“, sagte Joshua Reuland, der neun Monate nach seinem Kreuzbandriss in der 35. Spielminute eingewechselt wurde. Der Linksaußen erhielt keine Gelegenheit zum Abschluss, schuftete aber intensiv in der Abwehr. In der ersten Hälfte sah er eine Dormagener Offensive, die gegen die Verteidigung des Tabellenletzten wenig ausrichten konnte. Und dann war da auch noch Schlussmann Lucas Puhl, der sich als Meister seines Fachs erwies.

Als Sören Steinhaus nach dem Seitenwechsel das Spielfeld betreten durfte, kam wieder mehr Leben ins Dormagener Angriffsspiel. Eine Veränderung war auch im rechten Rückraum notwendig, als der bereits viermal erfolgreiche Andre Meuser in der 37. Minute die Rote Karte sah: Nachdem Julian Schneider den Linkshänder energisch festhielt, versuchte Meuser sich zu befreien - eine Aktion, die von den Schiedsrichtern offenbar als Revanchefoul bewertet wurde. Jedenfalls durfte der längste Dormagener nicht mehr weiterspielen, Schneider musste für zwei Minuten auf die Bank. Jan Reimer rückte jetzt auf die rechte Außenbahn, Jakub Sterba machte Druck aus dem rechten Rückraum.

Da Martin Juzbasic auch in der zweiten Hälfte nicht wie gewohnt ins Spiel kam, löste ihn Christian Simonsen ab der 44. Minute ein zweites Mal ab. Mit Erfolg: Der 21-Jährige wehrte acht Bälle ab und traf zudem zum 23:19 ins verwaiste Ferndorfer Tor. Da waren noch zehn Minuten zu spielen, in denen die Gäste immer näherkamen und mehrfach beste Möglichkeiten hatten, nach dem 24:22 noch näher an die Siegerländer heranzukommen. Doch nun trumpfte Kai-Bastian Rottschäfer auf, wehrte gleich drei Strafwürfe ab und wurde zu Ferndorfs gefeiertem Helden.

„Ich habe in der ersten Hälfte eine Mannschaft ohne Emotionen gesehen“, kritisierte TSV-Coach Dusko Bilanovic, lobte aber die kämpferische Aufholjagd seines Teams in der zweiten Halbzeit. Die zweite Zeitstrafe gegen Aron Seesing bereits in der 19. Minute habe weh getan. „Wir haben zwei Punkte geholt, mehr aber auch nicht“, machte Ferndorfs Trainer Robert Andersson darauf aufmerksam, dass „wir unbedingt gewinnen mussten, um in der Rückrunde eine Chance zu haben.“

TuS Ferndorf - TSV Bayer Dormagen 25:22 (14:8)
Ferndorf: Puhl (8 Paraden), Rottschäfer (4 P.); Strakeljahn, L. Schneider (4), Persson (1), M. Michel (3), Voss-Fels (7), L. Michel, Siegler (3), J. Schneider (2), Rüdiger (1), Koloper, Ten Velde (4/1), Diebel, Duvancic.
Dormagen: Juzbasic (1 Parade), Simonsen (1 Tor, 8 Paraden); Dasburg, Reuland, Meuser (4), Köster, Biernacki (1), Reimer (3/2), Richter (1/1), Zurga, P. Hüter (5), Sterba (2), Grbavac (1), Seesing, Steinhaus (4), Mast.
Schiedsrichter: Hörath / Hofmann.
Zuschauer: 810.
Zeitstrafen: 14:10 Minuten.
Siebenmeter: 1/2:3/7 (Ten Velde wirft an die Latte - Reimer, Grbavac und Richter scheitern an Rottschäfer, Reimer wirft daneben).
Spielfilm: 3:1, 3:3 (9.), 9:5 (21.), 11:6, 12:8 (28.), 14:8 - 17:13, 19:14 (40.), 24:19 (51.), 24:22 (55.), 25:22.


Ein Sieg zum richtigen Zeitpunkt: Der TSV Bayer Dormagen setzte sich am Vortag des Heiligen Abends mit 23:19 (9:10) gegen den Tabellendritten der 2. Handball-Bundesliga durch und schickte im letzten Heimspiel des Jahres ein klares Zeichen an die Konkurrenz. Die HSG Nordhorn-Lingen hatte zuvor erst ein Meisterschaftsspiel in Dormagen verloren - im Mai 2001 mit 23:28. Dank einer herausragenden Quote war Jan Reimer der erfolgreichste Werfer der Partie. Der Rechtsaußen ist mit jetzt 41/28 Treffern der drittbeste Wiesel-Schütze.

Das Finale des Jahres findet am 2. Weihnachtstag beim TuS Ferndorf in der Sporthalle Stählerwiese, Am Park in Kreuztal statt. „Wir können mit viel Selbstvertrauen nach Ferndorf fahren und wollen unserem Ziel wieder ein bisschen näherkommen“, sagte Reimer, der am 29. Dezember 21 Jahre alt wird.

Die bewegliche 3:2:1-Deckung der Gäste konnte die TSV-Angreifer zunächst nicht stoppen. Andre Meuser, Jan Reimer von der Siebenmeterlinie und Ante Grbavac sorgten für die 3:0-Führung nach sechs Minuten - auch weil Martin Juzbasic gegen Markus Stegefelt parierte und der Wurf von Georg Pöhle an die Latte knallte. Doch mit zunehmender Spielzeit machten sich die Dormagener Probleme gegen den speziellen Nordhorner Riegel bemerkbar, die technischen Fehler summierten sich auf sieben in der ersten Hälfte. Mit drei Treffern in Folge gelang dem Bundesligaabsteiger in der 24. Minute die erste Zwei-Tore-Führung (9:7), von der die Wiesel sich aber nicht beeindrucken ließen. Zumal sie sich auf ihre hart aber fair agierende Defensive verlassen konnten, gegen die kein einziger Strafwurf ausgesprochen wurde. Benni Richter und Ante Grbavac glichen aus, die Pausenführung 10:9 erzielte Nordhorns Kreisläufer Nils Torbrügge.

Am Ergebnisverlauf änderte sich noch nichts, die Niedersachsen lagen bis zur 40. Minute vorne. Dann kippte die Partie zugunsten der Gastgeber, weil vor allem die pfeilschnellen Sören Steinhaus und Oliver Dasburg mit ihren Durchbrüchen Nordhorns Deckung vor neue Aufgaben stellten. Weil die Lösungsversuche nicht ausreichten, setzte der TSV sich innerhalb von vier Minuten auf 19:15 ab. Der sorgenvolle Blick galt jetzt Martin Juzbasic, der nach einer Abwehr gegen den blass bleibenden Robert Weber in seinem Torkreis liegen blieb. „Ich hatte gegen den Boden geschlagen und verspürte einen stechenden Schmerz“, erklärte der 33-Jährige später. Er konnte nach einer kurzen Pause weitermachen.

Nicht aber Luca de Boer, der in der 52. Minute die Rote Karte sah. Was genau passiert war, konnten die 762 Zuschauer kaum wahrnehmen. Auf jeden Fall spürte Andre Meuser eine fremde Hand im Gesicht und kam zu Fall. Ob es aber die Hand von de Boer war, scheint eher zweifelhaft. Wie dem auch sei, spielentscheidend war das vorzeitige Ausscheiden nicht. Zu souverän verteidigte der TSV die Führung, an der auch die immer offensiver werdende Nordhorner Verteidigung nicht mehr rütteln konnte. Den Schlusspunkt unter ein bemerkenswertes Spiel setzte Jan Reimer mit Tor Nr. 9.

Nordhorns Trainer Daniel Kubes kam erst gar nicht zum „Talk danach“. Warum nicht, begründete Georg Pöhle, der sich bereiterklärte, ein Statement abzugeben: „Die Stimmung in der Kabine war nicht ganz so gut. Der Trainer ist frustriert, hat so viele Sachen im Kopf und sitzt bereits im Bus.“ Die Niederlage tue weh, auch weil „unsere offensive Deckung Dormagen nicht lag. Allerdings haben wir zu wenig aus unseren Chancen gemacht und scheiterten vorne zu oft. Da waren wir zu hektisch und es kamen ein paar technische Fehler hinzu.“ Für TSV-Coach Dusko Bilanovic war klar: „Wahnsinn, was unsere Abwehr heute gespielt hat. Sören Steinhaus und Oliver Dasburg haben in der zweiten Hälfte richtig Randale gemacht und sind immer wieder mutig in Nordhorns Deckung gegangen. Und Jan Reimer hat von außen alles getroffen. Nach der Pause ging die Mannschaft sehr konzentriert zur Sache und machte nur noch zwei technische Fehler.“

TSV Bayer Dormagen – HSG Nordhorn-Lingen 23:19 (9:10)
Dormagen:
Juzbasic (11 Paraden), Simonsen (n.e.); Dasburg (1), Reuland (n.e.), Meuser (4), Biernacki (1), Reimer (9/4), Richter (3), Zurga, P. Hüter, Sterba, Grbavac (2), Seesing (1), Mast, Steinhaus (2), Eugler.
Nordhorn: Ravensbergen (8 Paraden), Maier (50.-57.); Speckmann (n.e.), Torbrügge (3), Weber (1), Mickal (3), Stegefelt (2), Patzel (1), Fontaine, de Boer (1), Visser, Possehl (6), Wasielewski (1), Pöhle (1), Kalafut (n.e.).
Schiedsrichter: Hillebrand / Umbescheidt.
Zuschauer: 762.
Zeitstrafen: 6:8 Minuten.
Siebenmeter: 4/5:0 (Ravensbergen hält gegen Reimer, der den Nachwurf verwandelt.)
Spielfilm: 3:0, 3:1 (6.), 3:3 (12.), 4:3 (18.), 7:6 (21.), 7:9 (24.), 9:9 (29.), 9:10 - 9:11, 12:12 (37.), 13:14 (39.), 16:14 (47.), 16:15, 19:15 (54.), 21:16 (56.), 21:18, 23:19.

 


Die erfreulichste Nachricht zuerst: Der wegen seines beim Spiel in Nettelstedt Ende März erlittenen Kreuzbandrisses am längsten ausgefallene Spieler Joshua Reuland ist wieder einsatzfähig. „Doch wir werden nichts überstürzen“, sagt TSV-Trainer Dusko Bilanovic. „Vielleicht bekommt er am Donnerstag gegen Nordhorn erste kurze Einsatzzeiten.“ Die Rückkehr des Linksaußen ist auf jeden Fall ein äußerst positives Signal vor dem letzten Heimspiel des Jahres am 23. Dezember. Die Schiedsrichter Christopher Hillebrand und Stefan Umbescheidt (Kaiserau) pfeifen die Partie des 18. Spieltags um 19.30 Uhr im TSV Bayer Sportcenter an. Tickets gibt es online, die Abendkasse öffnet um 18.30 Uhr. Wer nicht zum Spiel zweier Handball-Traditionsklubs kommen kann: Sportdeutschland.tv überträgt live.

Nicht nur wer dort zuschaut soll eine klare Botschaft wahrnehmen: Am Tag vor Heiligabend hat der TSV das Motto „blau-weiße Weihnachten“ ausgegeben - alle Fans möchten bitte in den Vereinsfarben in die Halle kommen. Außerdem besteht am Schlusstag der Verlosungssaktion zu Gunsten der Flutopfer im Ahrtal die Möglichkeit, interessante Preise zu gewinnen. Beim Talk danach werden die Gewinner eines unterschriebenen Banners aus der letzten Saison, eines Matchworntrikots von Andre Meuser (auch unterzeichnet) und von zwei VIP-Karten für ein Spiel nach Wahl in der Rückrunde gezogen.

Auch wenn das letzte offizielle Spiel zwischen dem TSV und Nordhorn bereits zweieinhalb Jahre zurückliegt, so standen sich beide Teams zu Begegnungen in der Saisonvorbereitung gegenüber. So zuletzt im August in Nordhorn, als sich der Erstligaabsteiger in Bestbesetzung mit 31:21 durchsetzte. Inzwischen sind einige Monate vergangen, in denen die HSG Nordhorn-Lingen sich eher ihrem Saisonziel genähert hat als der TSV. In der Erfolgsbilanz stehen Siege in Hagen, Essen oder auch Dresden - nach drei Niederlagen, aber sechs Siegen in Gastspielen liegen die Niedersachsen in der Auswärtstabelle der 2. Handball-Bundesliga auf dem zweiten Platz hinter Eintracht Hagen. Als Dritter in der Gesamttabelle weist Nordhorn 24:10-Punkte auf und liegt damit in der unmittelbaren Nähe eines Aufstiegsplatzes.

Die personellen Veränderungen hielten sich bei den Niedersachsen nach dem Abstieg in Grenzen. Den Klub verließen Levin Zare, Toon Leenders – der aber für den Notfall immer noch bereitsteht – sowie Philipp Vorlicek, sicher ein herber Verlust: Der Linkshänder hat seine Möglichkeiten auch beim Gastspiel mit seinem neuen Verein Eintracht Hagen in Dormagen angedeutet. Nachfolger im rechten Rückraum ist Johannes Wasielewski, der wie Trainer Daniel Kubes zuvor beim TV Emsdetten aktiv war. Pech für den 24-Jährigen: Er musste wegen eines Mittelfußbruchs operiert werden und konnte nur bedingt auf sich aufmerksam machen. Mit Julian Possehl verfügt die HSG zudem über einen wurfstarken Linkshänder, der mit zehn Treffern entscheidenden Anteil am 29:26-Erfolg gegen Dessau am letzten Sonntag hatte. Ein bekanntes Gesicht auf Rechtsaußen: Robert Weber ist auch im Alter von 36 Jahren aktuell Nordhorns erfolgreichster Schütze mit 90/39 Treffern.


Kurz vor Schluss lag der TSV Bayer Dormagen in der Erzgebirgshalle Lößnitz mit zwei Toren vorne. Doch der EHV Aue schaffte noch den Ausgleich zum 28:28 (15:12) – was die Leistung der Rheinländer zwei Tage nach der Niederlage in Dresden nicht schmälert: Die Wiesel nahmen den ersten Auswärtspunkt in dieser Saison und den ersten Zähler seit 14 Jahren aus dem Erzgebirge mit nach Hause. Vor neun Monaten unterlagen sie an gleicher Stelle mit 28:29.

Es waren die kleinen Anspielfehler, die dem TSV das Leben in der ersten Hälfte und kurz nach dem Wiederbeginn schwermachten. Zu oft profitierte Aue von diesen Nachlässigkeiten und ging immer wieder in Führung, ohne sich aber wirklich absetzen zu können. Dagegen sprach der leidenschaftliche Einsatz der gesamten Auswahl. Andre Meuser hatte seine Torgefährlichkeit wiedergewonnen, Jakub Sterba zeigte sich reaktionsschnell. Nach dem 13:12 durch den Rechtsaußen verpassten die Gäste eine bessere Ausgangsposition vor dem Gang in die Kabine. Aue traf noch zweimal und Schlussmann Erik Töpfer verhinderte den Anschlusstreffer nach einer sehenswerten Kombination der Dormagener Offensive.

Aus dem Ballbesitz machte der TSV nach dem Wiederanpfiff erst mal nichts, kassierte aber drei Tore bis zum 18:12 für Aue in der 37. Minute. Dusko Bilanovic griff zur grünen Karte und registrierte, dass die Führung der Gastgeber nicht weiter anwuchs. Im Gegenteil: Der zusammen mit Oliver Dasburg nachgereiste Sören Steinhaus traf doppelt und fing dabei auch einen Ball in der Abwehr ab, den er nach einem lockeren Sprint im gegnerischen Tor ablegte. Aues Vorsprung schmolz, die Nervosität machte sich durch die steigende Fehlerzahl bemerkbar. Umso aufgeweckter wirkten die Gäste - bei seiner Premiere auf dem Feld überzeugte auch der ausgeliehene Opladener Dasburg, der kurz nach seiner Einwechslung einen Strafwurf herausholte. Den verwandelte Jan Reimer, wie zwei weitere, sicher.

Nachdem Ante Grbavac durch Aues Deckung spazierte und weiter zum 22:20 verkürzte, ließ der TSV sich auch von einem geahndeten Wechselfehler nicht aus der Ruhe bringen. Das lag nicht zuletzt an Torwart Christian Simonsen, der in wichtigen Phasen parierte. Und vorne präsentierte sich Sören Steinhaus vier Tage nach seinem 18. Geburtstag in Bestform. Nach seinen drei Toren in Folge hieß es in der 51. Minute 23:23. Der EHV ging zwar erneut in Führung, jetzt waren es Jan Reimer und Aron Seesing, die zum 25:25 ausglichen. Das glückliche 26:25 war zugleich der letzte Vorsprung für die Sachsen: Der von Adrian Kammlodt geworfene Ball traf Patrick Hüter und wurde dadurch unhaltbar für Simonsen.

Andre Meuser mit seinem siebten Treffer, Jan Reimer per Siebenmeter auch gegen Aues zweiten Keeper Pascal Bochmann und Oliver Dasburg mit seinem Premierentor – der TSV konnte sich dank des 28:26 vorzeitig darüber freuen, dass die zweite Niederlage im Rahmen der Ost-Tour verhindert wurde. Aue wehrte sich allerdings gegen die Abgabe beider Punkte. Erst sorgte Kammlodt für den Anschluss, dann scheiterte Aron Seesing an Erik Töpfer. Der letzte Angriff führte wiederum über die rechte Seite, Maximilian Lux krönte seine Leistung mit dem Ausgleich zum 28:28 vier Sekunden vor Schluss.

„Die Jungs haben sehr gut gekämpft und nie aufgegeben. Schade, dass sie sich heute nicht mit dem zweiten Punkt belohnt haben“, lobte Dusko Bilanovic seine Auswahl. „Aber es ist toll, dass wir etwas Zählbares von diesem Vier-Punkte-Spiel mit nach Hause nehmen können.“ Eine besondere Anerkennung galt dem jüngsten Spieler: „Sören Steinhaus hat neuen Schwung ins Spiel gebracht.“

Das letzte Heimspiel des Jahres wollen die Wiesel auf jeden Fall erfolgreich abschließen: Am Donnerstag, 23. Dezember, geht es ab 19.30 Uhr gegen die HSG Nordhorn-Lingen. Es soll ein Handballfest in blau-weiß werden, hofft der TSV auf möglichst viele Gäste, die in den Vereinsfarben ins TSV Bayer Sportcenter kommen.

EHV Aue – TSV Bayer Dormagen 28:28 (15:12)
Aue:
Töpfer (11 Paraden), Bochmann (bei einem 7m); Roch, Ebert, Bornhorn (5/1), Egilsnes, Lux (6), Schneider (1), Bombelka, Dutschke, Slachta (2), Schauer, Kammlodt (5), Paraschiv (5), Halfdansson (3), Ribeiro (1).
Dormagen: Juzbasic (4 Paraden), Simonsen (6 Paraden), Klama; Dasburg (1), Meuser (7), Biernacki, Reimer (3/3), Richter (1), Zurga (1), P. Hüter (1), Sterba (4), Grbavac (3), Seesing (2), Steinhaus (5), Köster.
Schiedsrichter: Biehler / Dietz.
Zuschauer: -
Zeitstrafen: 4:8 Minuten.
Siebenmeter: 1/2:3/4 (Bornhorn wirft an den Pfosten – Grbavac scheitert an Töpfer).
Spielfilm: 2:3, 5:3 (9.), 9:9 (16.), 12:11, 15:12 – 18:12 (37.), 19:16 (41.), 22:21 (49.), 23:23 (51.), 25:23, 26:25, 26:28, 28:28.


Mit einem Sieg in Aue besteht heute die Chance für den TSV Bayer Dormagen, die ungewöhnliche Woche mit drei Spielen in sechs Tagen ausgeglichen zu gestalten. Gleichzeitig würde der TSV den Klub aus dem Erzgebirge vom 18. Platz verdrängen und seine Auswärtsbilanz ein wenig aufbessern, nachdem alle bisherigen sieben Gastspiele verloren wurden. Die Schiedsrichter Tobias Biehler und Fabian Dietz (Offenburg / Ohlsbach) pfeifen die Begegnung in der leeren Erzgebirgshalle Lößnitz um 17 Uhr an. Die Live-Übertragung auf Sportdeutschland.tv beginnt bereits um 16.30 Uhr.

Der Blick auf die Bilanz der Klubs fällt für den TSV nicht ganz so erfreulich aus. Zwar gewannen die Wiesel die beiden letzten Heimspiele im April 2021 (28:26) und im August 2019 (35:25), zwei Punkte brachten die Dormagener aber zuletzt vor 14 Jahren aus Aue mit. In dieser Saison verlor der EHV vier Spiele gegen Essen, Rimpar, Eienach und zuletzt Hagen (31:32). Für die Gastgeber sind an der Seitenlinie weiterhin die Co-Trainer Michael Hilbig und Kirsten Weber verantwortlich. Chefcoach Stephan Swat geht es nach seiner langwierigen Corona-Erkrankung den Umständen entsprechend besser, doch er leidet weiterhin unter Langzeitfolgen. Swat: "Bei den Spielen sitze ich noch nicht auf der Bank; dafür reicht es noch nicht. Ich beobachte den Trainingsbetrieb unter der Woche und übernehme zusätzlich einige Aufgaben im organisatorischen Bereich, die in der Geschäftsstelle anfallen", sagt der 44-Jährige in einem Interview mit Handball World. Sein Appell: "Ich wünsche mir die Einsicht von allen, dass das Impfen hilft - es hilft mehr als es schadet."

Beide Mannschaften spielten in der letzten Saison in der 2. Handball-Bundesliga eine ganz andere Rolle mit den Plätzen 5 (Aue) und 7. Klar, dass sie so schnell wie möglich die Abstiegszone verlassen wollen. Der TSV verfügt heute wieder über eine breitere Bank: Sören Steinhaus und der für drei Wochen ausgeliehene Oliver Dasburg stießen gestern zur Mannschaft. Sie konnten aufgrund von schulischen Verpflichtungen gegen Dresden nicht dabei sein.


Eine Halbzeit lang war der TSV Bayer Dormagen in der Ballsport Arena Dresden auf dem Weg zu den ersten beiden Auswärtspunkten in dieser Saison. Frisch aus der Kabine zurück lief aber auf dem Spielfeld nicht mehr viel zusammen - lediglich ein Treffer in 18 Minuten. Damit war die Partie natürlich entschieden. Denn die keineswegs überragenden Gastgeber hatten mit ihrem 13:1-Lauf das Nachholspiel des 7. Spieltags nicht nur gedreht, sondern waren uneinholbar davongezogen. Zwei Auszeiten von Dusko Bilanovic innerhalb von sieben Minuten konnten daran nichts ändern. Immerhin: Die Wiesel verdienten sich Anerkennung für die Anstrengungen in den letzten zehn Minuten, die den Endstand 26:23 deutlich freundlicher ausdrücken.

Ein ruhiger und disziplinierter Spielaufbau der Rheinländer bestimmte die erste Hälfte. Zudem präsentierte sich die Abwehr in guter Verfassung. Wenn doch noch ein Dresdner durchkam, scheiterte er oft an Martin Juzbasic, der sich mit zehn Paraden auszeichnete. Im Kasten gegenüber stand freilich auch ein starker Rückhalt: Max Mohs verhinderte einen höheren Rückstand seiner Auswahl und hatte außerdem gehörigen Anteil am Ausbau der Führung nach dem Seitenwechsel.

Was immer auch zu der Dormagener Torflaute führte – wenn es denn mal nicht wie erhofft läuft, kommt das Pech dazu. So warf Jan Reimer seinen zweiten Siebenmeter an den Pfosten; der vor dem Seitenwechsel treffsichere Ante Grbavac setzte einen Heber aufs statt ins Tor oder auch ein klares Dresdner Stürmerfoul, das nicht geahndet wurde und zum 17:12 führte. Erfreulicher waren der von Christian Simonsen gegen Nils Kretschmer gehaltene Strafwurf sowie weitere gelungene Aktionen des jungen Schlussmannes nach seiner Einwechslung in der 47. Minute. „Den am Ende knappen Ausgang haben wir ihm zu verdanken“, lobte Dusko Bilanovic. Und der schönste Treffer des Spiels geht ohne Zweifel auf das Konto von Jakub Sterba, der in den Kreis sprang und das Kempa-Anspiel des erneut überzeugenden Benjamin Richter per Rückhand verwandelte.

„Das Spiel müssen wir schnell abhaken“, sagt Trainer Dusko Bilanovic. Schließlich gilt die ganze Konzentration dem zweiten Teil der Sachsen-Reise: Am Samstag, 18. Dezember, heißt der Gastgeber EHV Aue. Sollte der TSV in der Erzgebirgshalle Lößnitz gewinnen, würde er mit dem unmittelbaren Tabellennachbarn die Plätze tauschen und auf Rang 18 vorrücken.

HC Elbflorenz Dresden – TSV Bayer Dormagen 26:23 (10:12)
Dresden:
Mohs (14 Paraden), Huhnstock; Zobel (2), Emanuel (2), Dierberg (2/1), Buschmann, Dumcius (5), Kretschmer (6/2), Jungemann (1), Stavast (2), Greß (1), Vanco (2), Klepp (1), Schulz, Quade (2), Neuhold.
Dormagen: Juzbasic (10 Paraden), Simonsen (ab 48., 6 Paraden), Klama; Meuser (1), Biernacki (1), Reimer (1/1), Richter (4), Zurga (1), P. Hüter, Sterba (3), Grbavac (6/1), Seesing (3), Köster (3).
Schiedsrichter: Heinz-Hebisch / Lenhardt.
Zuschauer: -
Zeitstrafen: 2:4 Minuten.
Siebenmeter: 3/4:2/3 (Simonsen hält gegen Kretschmer – Reimer wirft an den Pfosten).
Spielfilm: 2:1, 3:4, 4:6, 8:7, 8:9, 9:12, 10:12 – 17:12, 17:13, 22:13, 23:19, 24:21, 25:21, 26:23.

 


Die drei Spiele des TSV Bayer Dormagen gegen Eisenach, die Eulen Ludwigshafen und gegen den HC Elbflorenz mussten aufgrund von Coronafällen der Gegner verlegt werden. Während die Begegnungen mit Eisenach und Ludwigshafen erst im nächsten Jahr stattfinden, wird heute die Partie in Dresden ausgetragen. Katharina Heinz-Hebisch und Sonja Lenhardt (Neuhausen/Stuttgart) pfeifen die Begegnung des 7. Spieltags um 16 Uhr in der Ballsport Arena Dresden an. Die frühe Anwurfzeit hat entscheidend damit zu tun, dass die Dormagener am Samstag ein weiteres Spiel in Sachsen bestreiten: Am 18. Dezember spielt das Team von Dusko Bilanovic in Aue. Da ist jede Stunde Regeneration wichtig.

"Wir freuen uns auf die Spiele und machen uns mit Motivation und Ehrgeiz an die sicher nicht leichte Aufgabe", sagt Kapitän Patrick Hüter. Das Ziel: "Wir wollen so viele Punkte sammeln wie es geht." Dresden ist aktuell in der Tabelle der 2. Handball-Bundesliga nicht sehr weit entfernt vom TSV (Rang 19, 6:20-Punkte) und liegt auf dem 13. Platz (13:15-Punkte). Interessant: Alle sechs Niederlagen endeten sehr knapp, der höchste Misserfolg war das 25:28 in Hüttenberg. Erfolgreichste Werfer sind Spielmacher Sebastian Greß (79) und Rechtsaußen Lukas Wucherpfennig (74/31).

Das Spiel wird live auf Sportdeutschland.tv übertragen. Die sächsische Coronaschutz-Verordnung lässt derzeit keine Zuschauer zu.


Das zweite Unentschieden der Saison feierten die Gastgeber wie einen Sieg. Schließlich fiel der letzte Treffer der Wiesel elf Sekunden vor Schluss – genau Maß genommen hatte der älteste Feldspieler der Partie: Knapp ein halbes Jahr nach seiner Verabschiedung trug der kurzfristig vom Longericher SC ausgeliehene Benjamin „Benni“ Richter wieder das TSV-Trikot und hatte gewichtigen Anteil am 25:25 (14:15) zum Anfang der Härtewoche mit noch zwei Auswärtsspielen in Sachsen gegen den HC Elbflorenz Dresden am Donnerstag und EHV Aue am Samstag. „Benni hat so gespielt als wäre er niemals weg gewesen“, lobte TSV-Coach Dusko Bilanovic den 30-Jährigen.

Zu Beginn des Derbys drehte der TSV auf und lag nach acht Minuten mit 5:1 vorne. Die Absprachen funktionierten, die vorhandenen Lücken in Essens Defensive entdeckten Andre Meuser und Ante Grbavac, die entweder erfolgreich abschlossen oder Patrick Hüter am Kreis fanden. „Wir wollten Dormagen mit unserer 5:1-Defensive überraschen“, hatte TuSEM-Trainer Jamal Naji Ex-Wiesel Eloy Morante Maldonado als Störer eingesetzt. „Die breiten Kreuzungen haben wir aber zunächst nicht so gut verteidigt und etwas umgestellt“, begründete Naji das kontinuierliche Aufholen. „Nach der Auszeit verteidigte Essen noch aggressiver und wir hatten Mühe, in Fahrt zu kommen“, erklärte Bilanovic.

Im Essener Angriff war es vor allem der wendige Justin Müller, der die TSV-Abwehr vor Probleme stellte und immer wieder Strafwürfe herausholte. Die nutzte der regelmäßig von der Bank kommende Noah Beyer, um als erfolgreichster Werfer in die Geschichte des Duells einzugehen. Nur einmal scheiterte er am wieder genesenen Christian Simonsen, nahm aber den Abpraller auf und traf erst zum 9:8-Anschluss und dann auch zum 10:10 in der 20. Minute. In der Schlussphase der ersten Hälfte ging Essen erstmals in Führung und lag auch zur Pause mit 15:14 vorne, weil der eingewechselte Torwart Lukas Diedrich mit einer starken Reaktion den Wurf von Grbavac abwehrte.

Nach dem Seitenwechsel baute der Bundesliga-Absteiger den Vorsprung innerhalb von drei Minuten bis auf 18:14 aus. Bilanovic: „Wir haben die zweite Halbzeit schlecht eröffnet, fanden dann aber unsere Konzentration wieder.“ Justin Müller war jetzt gut aufgehoben bei Aron Seesing. Und auch die gefährlichen Anspiele an den Kreis bekam der TSV in den Griff – wobei manch freier Wurf von Martin Juzbasic entschärft wurde, der dafür ein Kompliment von Naji erhielt: „In jeder wichtigen Phase des Spiels hält er unglaubliche Bälle. Juzbasic ist ein sehr guter Torwart, das müssen wir neidlos anerkennen.“

Das Spiel war jetzt völlig offen. Der TSV schaffte in der 41. Minute den 20:20-Ausgleich, Essen antwortete mit zwei Treffern - ebenso der TSV, der die anschließende Unterzahl gut überstand und durch das Tor von Jaka Zurga 23:22 vorne lag. Danach erzielte Andre Meuser mit seinem Treffer Nummer 6 das 24:23. In der doppelten Überzahl vergaben die Wiesel aber die Möglichkeit, auf 25:23 zu erhöhen. So scheiterte Jakub Sterba unglücklich bei seinem Heber-Versuch an Lukas Diedrich. Prompt verwandelte Noah Beyer zum 24:24, Tim Rozman sorgte für Essens letzte Führung – bevor Benni Richter beherzt Richtung oberer rechter Winkel zielte. Der letzte Angriff der Gäste endete mit einem Stürmerfoul von Morante. „Wir befinden uns in einer nicht so prickelnden Situation. Da sind wir natürlich mit dem einen Punkt zufrieden“, zog TSV-Kapitän Patrick Hüter ein positives Fazit nach dem spielerisch und kämpferisch überzeugenden Derby.

TSV Bayer Dormagen – TuSEM Essen 25:25 (14:15)
Dormagen:
Juzbasic (10 Paraden), Simonsen (bei drei 7m, 1 P.), Klama (n.e.); Dasburg (n.e.), Meuser (6), Köster (n.e.), Eugler, Biernacki, Reimer (2/2), Richter (3), Zurga (2), P. Hüter (5), Sterba (1), Grbavac (5), Seesing (1), Steinhaus (n.e.).
Essen: Bliß (3 Paraden), Diedrich (9 P.); Beyer (8/7), Ellwanger, Glatthard (n.e.), Rozman (2), Dangers, Becher (6), Ignatow (2), Szczesny, Müller (2), Firnhaber (1), Seidel, Morante Maldonado (1), Klingler (3).
Schiedsrichter: Kern / Kuschel.
Zuschauer: 944.
Zeitstrafen: 8:6 Minuten.
Siebenmeter: 2/2:7/8 (Simonsen hält gegen Beyer, der im Nachwurf erfolgreich ist).
Spielfilm: 5:1 (8), 6:5 (12.), 8:6, 10:8 (18.), 10:10 (20.), 13:12, 13:14, 14:14, 14:15 – 14:18 (33.), 17:20, 20:20 (41.), 20:22 (45.), 23:22 (50.), 24:23, 24:25, 25:25.


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