Als Carl Löfström mit seinem achten Treffer 19 Sekunden vor dem Abpfiff das 27:25 für den TSV Bayer Dormagen erzielte, stand der vierte Sieg in Folge gegen den TV Emsdetten fest. Das letzte Tor von Sören Kress kam zu spät für eine mögliche Punkteteilung. Die 1077 Zuschauer im TSV Bayer Sportcenter sahen eine nach taktischen Gesichtspunkten ausgerichtete Begegnung, die vor allem von ihrer Spannung lebte. Neben Löfström war insbesondere TSV-Schlussmann Janis Boieck der Matchwinner mit zehn Paraden in der zweiten Hälfte - und einem Tor.

Nach zuletzt drei Niederlagen wollte der immer noch durch mehrere Ausfälle gebeutelte TSV gegen die Münsterländer doppelt punkten, um weiterhin der ersten Tabellenhälfte der 2. Handball-Bundesliga anzugehören. Zumindest etwas aufatmen konnte Trainer Dusko Bilanovic, da Jakub Sterba wieder dabei war und auch Andre Meuser immerhin für mehrere Phasen aufs Spielfeld zurückkehrte. Der lange Linkshänder trug mit seinem Einsatz dazu bei, dass Allrounder Ian Hüter notwendige Pausen einlegen durfte. Hinter der Bank mussten aber nach wie vor Julian Köster, Eloy Morante Maldonado, Heider Thomas und Jan Reimer Platz nehmen.

Aaron Ziercke, der in der Vorwoche Daniel Kubes als Trainer abgelöst hatte, wollte mit seiner umgebauten Mannschaft an den Auftaktcoup gegen den ASV Hamm anschließen. Zunächst konzentrierte sich Neuzugang Aivis Jurdzs auf seine Rolle als Ballverteiler und überließ dem im rechten Rückraum spielenden Rechtshänder Sven Weßeling die Aufgabe des Schützen. Mit seinem dritten Treffer sorgte Weßeling für das 5:5 nach zehn Minuten. Als der TSV sich auf die Spielweise eingestellt hatte, präsentierte Jurdzs sein Wurfrepertoire und sorgte mit einem Doppelpack für Emsdettens erste Zwei-Tore-Führung (11:9). Mit ebenfalls zwei Toren gelang dem immer wieder am Kreis gesuchten Carl Löfström der erneute Ausgleich. Doch weiterhin legte der Tabellenvorletzte vor und verschaffte sich mit dem 15:13-Vorsprung zur Pause einen gute Ausgangsposition.

Die allerdings hatte nach dem Seitenwechsel nur einen kurzen Bestand: Die TSV-Fans jubelten über die Tore von Ante Grbavac und Benni Richter. Und die zunehmende Begeisterung galt Janis Boieck, der Sven Bartmann im Dormagener Tor abgelöst hatte. Boieck wartete mit einer Fülle von Glanzparaden auf und war mit einem platzierten Wurf ins leere TVE-Tor für die erste Führung in der zweiten Spielhälfte verantwortlich (17:16). Da sich aber auch sein Gegenüber Konstantin Madert mehrfach bestens auszeichnen konnte, blieb es eng. Bis hin zum 25:25 in der 58. Minute ging kein Team mit mehr als einem Treffer in Führung. Dann aber machte der TSV sich auf in Richtung Saisonsieg Nr. 12: Den nach einem Foul an Löfström fälligen Strafwurf netzte Richter sicher zum 26:25 ein. Anschließend wehrte Boieck den Wurf von Sören Kress ab, der TSV lief den nächsten Angriff. Doch die Schiedsrichter pfiffen Schritte gegen Ian Hüter. Der wiederum war kurz drauf hellwach, ahnte den Passweg von Weßeling zu Jurdzs, fing den Ball ab und spielte ab auf den mitgelaufenen Löfström. Der ließ Madert keine Chance und löste den Siegesjubel aus.

„Janis hat heute ein hammergutes Spiel gezeigt“, lobte Dusko Bilanovic seinen Torwart und darüber hinaus Carl Löfström und Benni Richter, „der das Spiel gesteuert hat.“ Einen „tollen Kampf“ bescheinigte der Trainer seiner gesamten Auswahl und war froh über diesen „Arbeitssieg“. Aaron Ziercke stellte fest, dass „sich keiner über ein Unentschieden beschwert hätte. Am Ende war Dormagen cleverer.“

Gegensätzlicher kann es kaum kommen: Am kommenden Freitag, 6. März, spielt der TSV beim Tabellenführer HSC 2000 Coburg. Im Sportcenter geht es am Samstag, 14. März, weiter mit der Partie gegen Schlusslicht HSG Krefeld.

TSV Bayer Dormagen - TV Emsdetten 27:26 (13:15)
Dormagen: Bartmann (4 Paraden), Boieck (ab 31., 10 Paraden, 1 Tor); Reuland (3/2), Görgen, Meuser (1), Richter (6/3), Löfström (8), I. Hüter (2), P. Hüter, Braun (n.e.), Sterba (2), Grbavac (4), Mircic (n.e.).
Emsdetten: Madert (10 Paraden), Paske (bei 2 7m); Weischer (n.e.), Kress (4), Terhaer, Toom (n.e.), Kolk (n.e.), Schliedermann (2), Dräger (4), Urban, Damm (1), Holzner (5/2), Weßeling (3), Jurdzs (7), Schalles.
Schiedsrichter: Linker / Schmidt.
Zuschauer: 1077.
Zeitstrafen: 4:10 Minuten.
Siebenmeter: 5/6:2/3 (Madert hält gegen Reuland - Holzner wirft an den Pfosten).
Spielfilm: 1:2, 5:3, 6:6, 8:9 (19.), 9:11, 12:12, 12:14, 13:14, 13:15 - 15:15, 17:16, 19:18 (40.), 19:20, 20:21 (48.), 23:24, 25:24 (56.), 25:25, 27:25 (60.), 27:26.

 


Gerade auch in schwierigen Zeiten hofft der TSV Bayer Dormagen auf die Unterstützung durch möglichst viele Fans: „Aufgrund von Verletzungen stehen uns nicht alle Spieler zur Verfügung. Deshalb brauchen wir umso mehr Hilfe von der Tribüne“, sagt Trainer Dusko Bilanovic vor der Partie gegen den TV Emsdetten. Das elfte Heimspiel in der 2. Handball-Bundesliga pfeifen die Schiedsrichter Frederic Schmidt und Sascha Linker (Recklinghausen / Bochum) am Freitag, 28. Februar, um 19.30 Uhr im TSV Bayer Sportcenter an. Tickets gibt es im Tabakshop an der Kölner Straße 64 und online. Die Abendkassen öffnen um 18.30 Uhr.

Zweitliga-Dino Emsdetten versucht gerade, den Schalter umzulegen und den drohenden Abstieg zu verhindern. In der letzten Woche wurde Trainer Daniel Kubes beurlaubt, der seit 2014 Verantwortung bei den Münsterländern trug. Nachfolger ist mit dem früheren deutschen Nationalspieler Aaron Ziercke ein alter Bekannter: Der 48-Jährige coachte bis zum Frühjahr 2019 den TuS N-Lübbecke, war zuvor in Rostock und Minden tätig. Mit seinem neuen Klub feierte Ziercke, in Personalunion auch lettischer Nationalcoach, am letzten Samstag den 31:27-Erfolg gegen den ASV Hamm-Westfalen. Ein neuer Spieler setzte dabei die Akzente: Emsdetten hatte noch mal auf dem Transfermarkt zugeschlagen und einen Wechsel im halblinken Rückraum vorgenommen: Der Niederländer Jorn Smits hat den Verein verlassen, auf der Position spielt nun Aivis Jurdzs. Der 36-jährige lettische Nationalspieler, der für Hannover und Leipzig in der 1. Liga spielte, stellte seine Wurfqualitäten mit zehn Treffern gegen Hamm unter Beweis. Zuvor hatte er bei der 24:26-Niederlage in Ferndorf vier Tore erzielt. Ein neues Gesicht auch auf der rechten Angriffsseite: Der 122-fache slowakische Nationalspieler Tomas Urban (30) „wird uns mit seiner Erfahrung im Abstiegskampf helfen“, betonte TVE-Geschäftsführerin Heike Schürkötter. Der Linkshänder kann im Rückraum und auf Rechtsaußen spielen.

Im Hinspiel feierte der TSV den ersten Auswärtssieg der Saison 2019/20. Die Mannschaft drehte die Partie nach einem zweimaligen Vier-Tore-Rückstand in der letzten Viertelstunde und gewann mit 30:27 (11:12). Bester Dormagener Werfer war mit sechs Treffern Eloy Morante Maldonado. Am Freitag wird der Mittelmann ebenso wie Linksaußen Pascal Noll und Heider Thomas verletzungsbedingt fehlen. Jakub Sterba macht Fortschritte und wird vermutlich dabei sein. Auch Julian Köster und Andre Meuser würden gerne spielen. Das letzte Wort dazu kommt vom Arzt.

„Die gesunden Spieler haben Karneval gut überstanden und fleißig trainiert“, stellt Dusko Bilanovic fest und kündigt an: „Wir erwarten Emsdetten mit Respekt, werden aber den Kampf annehmen und die Punkte hier behalten.“ Das soll mit einer ähnlich starken Abwehr wie gegen Rimpar gelingen. „Nur vorne müssen wir uns dann schlauer anstellen.“


Die Zeichen standen schon vor der Partie des 22. Spieltages nicht gut: Der TSV Bayer Dormagen musste am Samstagabend ohne sechs Stammspieler beim besser platzierten TuS N-Lübbecke antreten. Der kannte kein Pardon, gewann mit 36:25 (18:13) und behält den Anschluss zu den Aufstiegsplätzen. Der TSV rutschte auf Tabellenrang 9 mit dem ausgeglichenen Punktekonto 22:22. Nächster Heimgegner ist der TV Emsdetten am kommenden Freitag, 28. Februar, um 19.30 Uhr. Tickets gibt es unter anderem im Tabakshop an der Kölner Straße 64 und online.

„Nettelstedt nutzte unseren dünnen Kader aus“, sah TSV-Trainer Dusko Bilanovic mit Blick auf die schwierige personelle Situation. Nach Pascal Noll, Andre Meuser und Heider Thomas musste auch Eloy Morante Maldonado (Kniebeschwerden) passen. Julian Köster brachte vom DHB-Lehrgang Fußprobleme mit, die einen Einsatz nicht zuließen. Und Jakub Sterba konnte wegen der Schmerzen am Sprunggelenk nicht auflaufen. Mit Moritz Görgen stand immerhin auf Rechtsaußen eine gute Alternative zur Verfügung. TuS-Trainer Emir Kurtagic: „Wir wussten, dass Dormagen aus personellen Gründen nicht viel wechseln konnte. Und dass wir auch daher als klarer Favorit hier heute Abend ins Rennen gegen würden. Aber gerade solche Spiele können dann sehr gefährlich werden.“ Am Anfang war das tatsächlich der Fall. Der TSV spielte gut mit, ließ sich auch vom 1:4-Rückstand nicht irritieren und ging in der 9. Minute zum zweiten Mal in Führung (6:5). Bis zum 10:9 nach einer Viertelstunde blieben die Rheinländer dran.

Doch dann schlichen sich mehrere Fehler ins Dormagener Spiel ein. Nettelstedt profitierte auch von falschen Entscheidungen der Gäste und setzte sich bis auf 14:9 ab. Nur einmal konnte der TSV noch bis auf drei Tore verkürzen - beim 15:12 in der 25. Minute. Die Vorentscheidung bahnte sich bereits bald nach dem Seitenwechsel an: Den Pausenvorsprung 18:13 bauten die Westfalen bis zur 37. Minute auf 22:13 aus. Anschließend wehrte der TSV sich gegen die zweistellige Niederlage, die aber letztlich doch nicht verhindert werden konnte. Das 36:25 ist zugleich die höchste Niederlage der Saison.

Mit Fynn Johannmeyer und Tim Mast hatte Dusko Bilanovic auch zwei A-Jugendliche mit nach Lübbecke genommen. „Bei diesem Spielverlauf hätte ich den Beiden mit einem Einsatz keinen Gefallen getan, wenn schon gestandene Spieler Probleme gegen die individuell starken Nettelstedter haben“, betonte der Trainer. „Ich gehe davon aus, dass Fynn und Tim auch so wichtige Erfahrungen sammeln konnten.“

TuS N-Lübbecke - TSV Bayer Dormagen 36:25 (18:13)
N-Lübbecke: Tatai (10 Paraden), Jepsen ( 1 P.); Becvar (2), Genz (3), Walczak (2), Bechtloff, Ebner (2), Gierak, Bagaric (2), Strosack (5/1), Mundus, Spohn (7), Schade (2), Orlowski (6), Speckmann (5).
Dormagen: Bartmann (4 Paraden), Boieck ( 1 P.); Johannmeyer, Reuland (7/6), Görgen (3), Richter (6/2), Löfström (2), I. Hüter (4), Mast, P. Hüter (2), Braun, Sterba, Grbavac (1), Mircic.
Schiedsrichter: Bona / Frank.
Zuschauer: 1517.
Siebenmeter: 1/1:8/10 (Tatai hält gegen Reuland und Richter).
Zeitstrafen: 10:4 Minuten.
Spielfilm: 0:1, 4:1 (5.), 5:6 (9.), 8:6, 10:9 (15.), 14:9 (19.), 15:12, 18:12 (28.), 18:13 - 22:13 (37.), 27:18 (46.), 36:25.


Karneval ist erst nach dem Spiel in Lübbecke ein Thema für die Spieler des TSV Bayer Dormagen. „Am Rosenmontag haben sie frei“, macht TSV-Coach Dusko Bilanovic deutlich, dass die volle Konzentration der Begegnung an diesem Samstag, 22. Februar, in der Merkur Arena gegen den TuS N-Lübbecke gilt. Die jungen Schiedsrichter Malte Frank und Leonard Bona (Remscheid / Radevormwald) pfeifen die Partie des 22. Spieltages der 2. Handball-Bundesliga um 19 Uhr an.

Vom deutlichen Hinspielerfolg (31:24) will Dusko Bilanovic sich nicht blenden lassen: „Nettelstedt ist klarer Favorit“, sagt der 48-Jährige vor dem Abschlusstraining am Freitag. Grund für die Einschätzung ist nicht zuletzt die personelle Situation. Denn nach wie vor fallen Andre Meuser und Pascal Noll aus. Heider Thomas ist zwar wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen, doch ob er beim Handball-Traditionsverein zum Einsatz kommen kann ist fraglich. Da weitere Spieler angeschlagen sind kann es sein, dass zwei A-Jugendliche am Samstag um 13.45 Uhr mit dem Bus Richtung Lübbecke fahren. „Auch wenn wir eher Außenseiter sind, so werden alle, die dabei sind, 60 Minuten kämpfen und alles versuchen um zu punkten“, erklärt Bilanovic. Wer nicht in der Halle sein kann, kann die Partie auf Sportdeutschland live verfolgen.

Für die Gastgeber ist das Hinspiel nach eigener Aussage nicht erledigt. Coach Emir Kurtagic: „Wir haben noch mal die Partie aus dem September genauer untersucht und analysiert, was da zum Misserfolg geführt hat - 18 Fehlwürfe und 12 technische Fehler.“ Die Niederlage soll korrigiert werden, auch wenn Kurtagic nicht von Revanche sprechen will. Aber das Resultat vom September habe „beim Team für zusätzliche Motivation sorgen können.“ Der TuS wird nahezu komplett antreten. Lukasz Gierak (Rückenprobleme) hat bereits wieder mittrainiert, die Duelle Mann gegen Mann aber bis Mittwochmittag noch vermeiden müssen.

Nach dem Fehlstart zu Saisonbeginn haben die Ostwestfalen sich inzwischen im ersten Drittel der Tabelle etabliert und wollen sogar die baldige Rückkehr in Liga 1 nicht ausschließen: „Selbstverständlich werden wir auch einen Lizenzierungsantrag für die 1. Liga stellen. Es wäre fatal, das nicht zu tun,“ stellte Geschäftsführer Torsten Appel in einem Interview mit dem Westfalen-Blatt fest. Schließlich bleibt es spannend in der 2. Liga. Nach drei Siegen in Folge, darunter dem 26:21 gegen Tabellenführer Coburg, hat der TuS N-Lübbecke nur noch drei Punkte Rückstand auf den Zweiten ASV Hamm-Westfalen. Für Dormagens Handball-Geschäftsführer Björn Barthel kam der TuS-Sieg gegen Coburg übrigens kaum überraschend: „Wir alle wissen, wie ausgeglichen es - vor allem in diesem Jahr - in der Liga zugeht“, wird er in Nettelstedts Hallenheft zitiert.



Österreicher sammelte erste Erfahrung im Nationalteam

Handball-Zweitligist TSV Bayer Dormagen hat den Österreicher Antonio Juric vom Erstligisten HC Linz AG verpflichtet. Der Kreisläufer gehört zum erweiterten Kader der Nationalmannschaft Österreichs und wurde im Future-Team gezielt gefördert. Teamchef Ales Pajovic hatte den 22-Jährigen jüngst zu zwei EM-Vorbereitungscamps eingeladen. Juric kommt zur neuen Saison und unterschrieb einen Vertrag für drei Jahre. Derzeit absolviert er eine Ausbildung zum Speditionskaufmann. In Linz spielte er zusammen mit dem im letzten Jahr zum TSV gewechselten Shooter Ante Grbavac.

„Antonio Juric hat uns beim Probetraining überzeugt. Wir freuen uns sehr, dass wir mit ihm einen körperlich präsenten Typ für die Kreisläuferposition verpflichten konnten. Er hat enorm viel Potenzial und passt hervorragend in unser Team,“ sagt Dormagens Handball-Geschäftsführer Björn Barthel. Der erste Kontakt mit dem TSV überzeugte Juric sofort: „Ich war bei meinem Aufenthalt in Dormagen und beim Probetraining sehr zufrieden und überglücklich über die Art und Weise, wie ich von den Spielern aufgenommen wurde. Und ich habe festgestellt, dass in Dormagen professionell gearbeitet wird.“ Der junge Österreicher macht auch deutlich: „Ich bin ehrgeizig und möchte mich immer weiterentwickeln. Da ist in Deutschland sicher die Konkurrenz größer. Aber man muss wissen, wo man steht.“

Daten zu Antonio Juric
Geb.: 24. November 1997 in Linz (Österreich)
Größe: 1,99 m
Gewicht: 115 kg
Spielposition: Kreisläufer
Beruf: Auszubildender
Bisherige Vereine: ASKÖ HC Neue Heimat, HC Linz AG (seit 2015)


Wie schon in der letzten Woche in Eisenach lag der TSV auch am Samstagabend gegen Rimpar nach zehn Minuten mit 4:0 vorne. Am Ende aber feierte wiederum der Gegner den Sieg. Die Gäste aus der Nähe von Würzburg zeigten das, was sie können: Vorne Tempo verschleppen, hinten zumachen und sich auf Torwart Max Brustmann verlassen. Nach dem 23:24 im Hinspiel verlor der TSV auch gestern und musste die dritte Heimniederlage der Saison einstecken: In den 60 Minuten fielen beim 20:21 (9:7) im TSV Bayer Sportcenter die bislang wenigsten Tore in der gesamten Spielzeit 2019/20.

Es fing so gut an: Ante Grbavac nahm zweimal genau Maß, Jakub Sterba klaute den Ball und traf sicher - ebenso wie anschließend Carl Löfström. Weil Sven Bartmann gegen Julian Sauer und anschließend gegen Benedikt Brielmeier glänzend parierte hieß es nach zehn Minuten 4:0 für die Gastgeber vor 1034 Zuschauern. Das 5:0 verpasste Joshua Reuland unglücklich: Sein Strafwurf knallte von der Latte auf die Torlinie, aber eben nicht ins Tor. Bis dahin hatte Max Brustmann in Rimpars Tor nicht den Hauch einer Chance. Doch plötzlich hielten die Dormagener Werfer sich nicht mehr an den Plan, den schon im Hinspiel so starken Keeper mit hohen Würfen zu überwinden. Die Bälle kamen jetzt eher unten an, wo der 37-jährige Brustmann sie gerne erwartet.

Zwar führte der TSV zur Pause mit 9:7, verpasste aber, sich deutlicher abzusetzen. Das sollte sich schon bald nach dem Seitenwechsel bemerkbar machen: Erst warf Steffen Kaufmann ins leere Tor nach dem missglückten Dormagener Versuch, mit dem siebten Feldspieler Rimpars Mauer zu überlisten. Dann sorgte Lukas Siegler in der 33. Minute für den ersten Ausgleich zum 9:9. Und es sollte nicht mehr lange dauern, bis Benjamin Herth die Unterfranken erstmals mit 13:12 in Führung brachte. Die Spannung blieb, nachdem der TSV noch einmal beim 15:14 in der 42. Minute vorne lag und in der 50. Minute durch einen sehenswerten Hammer von Ante Grbavac zum 17:17 ausgleichen konnte.

Rimpar reagierte prompt und gab den neuerlichen Vorsprung nicht mehr aus der Hand. Dabei hatte der TSV durchaus gute Chancen, um zumindest einen Punkt zu behalten - auch weil Sven Bartmann mit einer Siebenmeterparade und einer weiteren Großtat gegen Benjamin Herth aufwarten konnte. Schade, dass der Wurf des freigespielten Carl Löfström von der Latte gestoppt wurde. Und rund 25 Sekunden hatten die Dormagener Zeit für den letzten Angriff. Der konnte aber nicht vollendet werden, weil Julian Sauer den Weg des Passes von Ian Hüter erahnte und den Ball sicherte. Ein "Riesenkompliment" schickte Ceven Klatt an sein Team für die "Einsatzbereitschaft in diesem ganz schwierigen Spiel." Dormagens Trainer Dusko Bilanovic war zwar mit seiner Abwehr zufrieden, nicht aber mit seiner Offensive: "Mit 21 Fehlwürfen kann man ein solches Spiel nicht gewinnen. Auch unser Überzahlspiel war nicht gut."

In der Tabelle der 2. Handball-Bundesliga tauschte der TSV den Platz mit Rimpar und ist jetzt Achter. Nächster Auswärtsgegner ist der TuS N-Lübbecke am kommenden Samstag, 22. Februar, 19.30 Uhr.

TSV Bayer Dormagen - DJK Rimpar Wölfe 20:21 (9:7)
Dormagen: Bartmann (11 Paraden), Boieck (n.e.); Reuland (2/1), Köster, Görgen (n.e.), Richter (6/3), Löfström (2), I. Hüter (4), P. Hüter, Braun (n.e.), Morante Maldonado, Sterba (1), Grbavac (5).
Rimpar: Brustmann (14 Paraden), Wieser (bei einem 7m); Schömig (1), Böhm, Karle (n.e.), Gempp (1), Schmidt, Kaufmann (2), Siegler (2), Schulz, Backs (n.e.), Brielmeier (5), Herth (4/1), Sauer (6).
Schiedsrichter: Dinges / Schmack.
Zuschauer: 1034.
Zeitstrafen: 8:12 Minuten.
Siebenmeter: 4/5:1/3 (Reuland wirft an den Posten - Bartmann hält gegen Schmidt und Herth).
Spielfilm: 4:0 (10.), 4:1 (11.), 7:3 (19.), 8:5 (23.), 9:6, 9:7 - 9:9 (33.), 12:11 (37.), 12:13 (39.), 15:14 (42.), 15:17 (47.), 17:17 (50.), 18:20 (53.), 19:20, 19:21, 20:21.


Punktgleich belegen der TSV Bayer Dormagen und die DJK Rimpar Wölfe die Plätze 7 und 8 der 2. Handball-Bundesliga. „Wir wollen auch nach dem 21. Spieltag vor Rimpar stehen“, sagt TSV-Coach Dusko Bilanovic. Mit anderen Worten: „Wir wollen Revanche nehmen für die knappe 23:24-Niederlage in Würzburg.“ Das zehnte Heimspiel pfeifen die Schiedsrichter Tobias Schmack und Philipp Dinges (Stutensee / Linkenheim-Hochstetten) an diesem Samstag, 15. Februar, um 19.30 Uhr im TSV Bayer Sportcenter an. Zuvor findet ab 16 Uhr das erste Spiel der Meister-Rückrunde in der Jugend-Bundesliga statt: Die Dormagener A-Jugend erwartet die SG Pforzheim-Eutingen.

Ceven Klatt kommt in die Nähe seiner früheren Wirkungsstätte: Der 36-jährige Trainer des Klubs aus der Marktgemeinde Rimpar in direkter Nähe von Würzburg coachte ehemals die inzwischen insolventen Rhein Vikings. Bei der DJK Rimpar löste er im letzten Jahr Dr. Matthias Obinger ab. Das war aber auch schon der einzige bedeutende Wechsel bei den Gästen, die bis auf den Abgang von Max Bauer unverändert in die neue Spielzeit gingen. Das Hinspiel verlor der TSV nach einer dramatischen Schlussphase: Rimpar führte bereits mit 24:21, doch Eloy Morante Maldonado und Benni Richter machten es mit ihren Treffern zum 24:23 noch einmal spannend. An dem Spielstand änderte sich aber nichts mehr.

Das relativ knappe Resultat hat viel mit der taktischen Einstellung der Gäste zu tun: „Ich war immer ein Freund einer starken Abwehr, und das habe ich auch mit nach Rimpar genommen,“ sagt Klatt im Interview mit der Neuß-Grevenbroicher Zeitung. Mit 482 Gegentreffern stellt die DJK die drittbeste Defensive der Liga hinter dem VfL Gummersbach und dem TuS N-Lübbecke (beide 469). Da die Mannschaft vorne häufig die Angriffe lange ausspielt, kommt sie auch nicht so oft zum Abschluss. Nach Krefeld (434) hat Rimpar mit 458 Toren die wenigsten Bälle ins gegnerische Netz geworfen. Exakt 120 Treffer mehr erzielte der TSV.

Verletzungsbedingt wird Rechtsaußen Philipp Meyer Rimpar weiterhin fehlen. Der Rückraumlinke Lukas Siegler konnte bei der 26:29-Heimniederlage gegen Gummersbach vor einer Woche nicht mitmachen. In Dormagen wird er aber vermutlich wieder dabei sein. Auf Dormagener Seite fällt Linkshänder Andre Meuser nach wie vor aus. Passen müssen auch Heider Thomas und Pascal Noll. Während Thomas nach einer Zerrung in der nächsten Woche ins Mannschaftstraining zurückkehrt, kommt Noll um eine Knöchel-OP nicht umhin.

Handball im Kostüm: Fässchen für Fans
In Dormagen beim Handball beginnen und anschließend weiter feiern: Der TSV freut sich über alle jecke Gruppen, die das Dormagener Team beim Heimspiel gegen die Unterfranken der DJK Rimpar Wölfe unterstützen. Und dafür gibt es auch eine kleine Belohnung: Die Gruppe mit dem verrücktesten Kostüm und die zahlenmäßig größte Gruppe erhalten in der Halbzeitpause einen Gutschein für ein Fässchen Bier. Die Fässchen werden von TSV-Partner Sünner Kölsch gesponsert. Teilnehmen an dem karnevalistischen Wettbewerb können Gruppen ab zehn Personen.


Torwart Martin Juzbasic gehört ab Juli zum Team des Handball-Zweitligisten TSV Bayer Dormagen. Der 31-Jährige kommt vom Drittligisten HSG Bieberau-Modau, der aktuell in der Staffel Mitte auf Tabellenplatz 6 liegt. Dort spielt er zusammen mit dem früheren Dormagener Halblinken Maximilian Bettin. Beim TSV unterschrieb der IT-Fachmann einen Zwei-Jahres-Vertrag.

Juzbasic begann als Zehnjähriger mit dem Handballtraining, spielte zunächst für Osijek und später für RK Nexe in der kroatischen Liga und auch international. Nach seinem Bachelor-Studium wechselte er zur HSG Groß-Bieberau. „Die 3. Liga ist cool“, sagt Juzbasic, der aber davon überzeugt ist, dass „ich mehr kann.“ Deshalb ist er froh, dass er seine Fähigkeiten ab der kommenden Saison beim TSV in der 2. Bundesliga beweisen kann. „Martin ist ein anderer Torwarttyp als Sven Bartmann. Wir sind sicher, dass sich beide hervorragend ergänzen und freuen uns auf ein starkes Torhüterduo“, betont Dormagens Handball-Geschäftsführer Björn Barthel.

Daten zu Martin Juzbasic
Geb.: 15. April 1988 in Slavonski Brod (Kroatien)
Größe: 1,93 m
Bisherige Vereine, u.a.: RK Osijek, RK Nexe, HSG Bieberau/Modau


Unterkategorien


sponsor startseite selectsponsor startseite sparkassesponsor startseite buergelsponsor startseite cityringsponsor startseite egnsponsor startseite brandenburgsponsor startseite therapiezentrumsponsor startseite evdsponsor startseite Orthopaediesponsor startseite ineos