Fast immer lag der TSV Bayer Dormagen in Hagen vorne. "Ein Unentschieden wäre vielleicht gerecht gewesen", sagte selbst VfL-Coach Niels Pfannenschmidt. Doch nach 60 umkämpften Minuten durfte die Eintracht dank des 33:32-Erfolges am Freitagabend sogar beide Punkte behalten. Für die enttäuschten Dormagener blieb die Erkenntnis, dass sie erneut ein gutes Spiel gemacht hatten. In den entscheidenden Phasen des Spiels wollte aber der Ball nicht vorbei am langen Schlussmann Tobias Mahncke.

Begleitet von über 100 Fans legte der TSV in der ersten Hälfte immer mindestens einen Treffer vor. Von Beginn an überzeugte die Offensive: Patrick Hüter holte sich nach dem Pfostentreffer von Lukas Stutzke den Ball und erzielte den ersten Treffer der Partie. Der Ausbau der Führung war aber zunächst nicht möglich, weil die Abwehr nicht an die Kompaktheit der letzten Wochen anschließen konnte. So glich Hagen regelmäßig aus. Der Ausfall von Heider Thomas im Defensivverbund machte das Verteidigen gegen Shooter wie Jan-Lars Gaubatz und Tim Stefan nicht einfacher. Bei Thomas meldeten sich neuerliche Leistenbeschwerden, TSV-Trainer Dusko Bilanovic wollte kein Risiko eingehen und schonte ihn.

Für den ersten Zwei-Tore-Vorsprung sorgte Rechtsaußen Tim Wieling, der zunächst sicher von der Siebenmeterlinie traf und anschließend trotz Behinderung von Daniel Mestrum auf 9:7 erhöhte. Durch platzierte Würfe von Lukas Stutzke und Benni Richter blieb der TSV auf der Siegerstraße und dann der gemeinschaftliche Jubel über einen besonderen Treffer: Nach einem Pass von Richter flog Wieling durch die Luft und machte mit seinem 200. Saisontor das 17:15 zwei Minuten vor der Halbzeitpause. Für den 19:17-Vorsprung vor dem Gang in die Kabine war Eloy Morante Maldonado mit zwei Treffern verantwortlich.

Auch nach dem Seitenwechsel dominierte der TSV, der sich sogar für kurze Zeit einen Vier-Tore-Vorsprung verschaffen konnte: Ian Hüter schloss einen Gegenstoß zum 25:21 in der 41. Minute ab. Doch Eintracht Hagen kam wieder auf und verunsicherte die Dormagener Offensive mit einer 5:1-Variante: Sören Kress versuchte die Kreise von Benni Richter zu stören. Und weil er auch torgefährlich war hieß es nach dem Doppelschlag von Kress plötzlich 28:28 neun Minuten vor dem Abpfiff. Der stark spielende Lukas Stutzke brachte seine Mannschaft noch zweimal in Führung, doch weitere Einschläge insbesondere von beiden Außenpositionen verhinderte der nach der Pause eingewechselte Tobias Mahncke. Der 2,02 Meter lange Torhüter war nach einem Unfall eigentlich nur für den Notfall vorgesehen. Der aber war wohl eingetreten, da der letzte Heimsieg im November 2018 notiert wurde.

Hagens erste Führung erzielte Tim Brand zum 31:30 in der 56. Minute. Benni Richter konnte zwar noch einmal ausgleichen, doch Dragan Tubic und Jan-Lars Gaubatz erhöhten auf 33:31. Carl Löfströms Tor sieben Sekunden vor dem Ende stellte lediglich den Endstand her. "Tobias Mahncke hat sechs oder sieben hundertprozentige Chancen abgewehrt", anerkannte Dusko Bilanovic die Leistung des Torwarts und stellte fest, dass "wir in der ersten Hälfte zu viele Gegentreffer kassiert haben." Das lag aus seiner Sicht nicht zuletzt an der Zurückhaltung der eigenen Defensive. Das soll sich im nächsten Heimspiel nach der Länderspielpause wieder ändern: Gegner an Gründonnerstag, 18. April, ist der HSV Hamburg.

VfL Eintracht Hagen - TSV Bayer Dormagen 33:32 (17:19)
Hagen: Dresrüsse, Mahncke (ab 31.); Brand (3), Kress (5), Dell (1), Tubic (3), Pröhl (4), König (n.e.), Bergner (n.e.), Waldhof (3), Gaubatz (8/1), Bornemann, Mestrum (3), Stefan (3), Toromanovic (n.e.).
Dormagen: Bartmann, Broy (18.-30.); Reuland, Pyszora, Eggert (n.e.), Thomas, Löfström (3), I. Hüter (2), Köster (n.e.), Rebelo (n.e.), Richter (6), P. Hüter (1), Morante Maldonado (3), Stutzke (8), Eberlein (n.e.), Wieling (9/5).
Schiedsrichter: Otto / Piper.
Zuschauer: 823.
Zeitstrafen: 8:0 Minuten.
Siebenmeter: 1/1:5/6 (Mahncke hält gegen Wieling).
Spielfilm: 0:1, 7:7 (12.), 7:9 (14.), 11:11, 11:13, 15:16, 17:19 - 17:20, 21:23 (36.), 21:25 (41.), 23:25, 25:26 (47.), 26:28, 28:28, 29:30, 31:30 (56.), 31:31, 33:31 (60.), 33:32.


Eine weitere tolle Nachricht: Am Tag vor dem bedeutenden Spiel in Hagen hat Ian Hüter seinen Vertrag beim Handball-Zweitligisten TSV Bayer Dormagen um zwei Jahre bis 2021 verlängert. "Ich freue mich, weiterhin ein Teil der Wiesel-Familie zu sein", sagt der 21-jährige US-Nationalspieler, der den Handballsport in der 2. Liga gut mit dem im Wintersemester beginnenden Studium "International Business" verbinden kann. Handball-Geschäftsführer Björn Barthel strahlt ebenfalls: "Ian wurde beim TSV seit der D-Jugend ausgebildet und ist damit ein klassisches Eigengewächs. Wir sind sehr froh, dass er seine eindrucksvolle sportliche Karriere hier bei uns fortsetzt und damit auch ein Zeichen setzt." Und der TSV-Kapitän ist ebenfalls begeistert: "Natürlich spiele ich sehr gerne mit meinem Bruder zusammen", betont Patrick Hüter.

Nach den herausragenden Spielen gegen Klubs aus der ersten Tabellenhälfte und den ersten Befreiungsschlägen aus der Abstiegsregion will TSV-Trainer Dusko Bilanovic mit seinem Team gerne die Serie gegen eine Mannschaft fortsetzen, die hinter dem TSV in der Tabelle liegt. Schon aus einem speziellen Grund: "Wir wollen Revanche nehmen für die höchste Heimniederlage dieser Saison", die mit 27:36 heftig ausfiel. Bilanovic: "Auch wenn es vermutlich kein besonders schönes Spiel sein wird, hoffen wir natürlich wieder auf die Unterstützung von möglichst vielen Fans, die uns auch gegen die letzten Gegner den Rücken gestärkt haben."

Der 29. Spiel­tag wird bis auf das Spiel Hamburg gegen Wilhelmshaven (15. April) kom­plett an diesem Frei­tag ausgetragen. Das liegt an den EM-Qua­li­fi­ka­ti­ons­spielen des Na­tio­nal­teams gegen Polen. Ein positiver Ausgang in Hagen bringt natürlich weiteren Schub für die nächste wichtige Partie an Gründonnerstag, 18. April, gegen den HSV Hamburg. "Dormagen hat einen guten Lauf, spielt frech, fröhlich, frei drauf los und gewinnt", hat Hagens Coach Niels Pfannenschmidt beobachtet. Der TSV kann nach den Erfolgen gegen Emsdetten, Essen und Lübeck mit breiter Brust zur Krollmann Arena in die Stadionstraße Hagen fahren. Allerdings muss die Abwehr wieder eine solche Mauer wie in den letzten Spielen bilden. "Das ist entscheidend für den Erfolg", weiß Bilanovic. Dass Hagen seit Mitte November 2018 auf einen Punktgewinn in eigener Halle wartet, setzt die Eintracht weiter unter Druck. "Aber wir müssen uns auf unser Spiel konzentrieren", sagt der TSV-Trainer. Zur Verfügung stehen alle Spieler, die am letzten Samstag mit 31:23 Lübeck geschlagen haben. Das Spiel wird um 20 Uhr von den Schiedsrichtern Jannik Otto und Raphael Piper angepfiffen.

Daten zu Ian Hüter
Geburtstag: 22. Oktober 1997
Geboren in Neuss
Familienstand: ledig
Größe: 1,96 m
Gewicht: 90 kg
Spielposition: Allrounder
Beim TSV seit 2008
Hobbies: Freunde treffen, Tennis, Golf, Basketball


Was für ein begeisterndes Spiel.1358 Zuschauer erlebten im TSV Bayer Sportcenter eine großartig funktionierende Dormagener Mannschaft, die erneut einem Tabellenfünften der 2. Handball-Bundesliga keine Chance gab. Der Unterschied zur Partie in Essen: Gegen den VfL Lübeck-Schwartau glänzte der TSV von Beginn an und musste erst gar keinen Rückstand aufholen. "Das war großes Kino" lobte TSV-Trainer Dusko Bilanovic nach dem 31:23-Erfolg am Samstagabend. Mit jetzt 24 Punkten kletterte sein Team auf Platz 13. Doch von Entwarnung kann keine Rede sein. Schließlich geht es weiter eng zu in der Abstiegsregion. Da erhält die kommende Begegnung am kommenden Freitag, 5. April, ab 20 Uhr bei Eintracht Hagen eine besondere Bedeutung. Wie schon in Essen freuen die Dormagener Spieler sich auf die Unterstützung von möglichst vielen Fans. Tickets
 

Die deutliche Niederlage wollte Gerrit Claasen keineswegs auf den Ausfall von sechs Spielern schieben. "Ein Sieg wäre auch mit den verbliebenen 13 Spielern möglich gewesen. Aber wir konnten heute einfach nicht umsetzen was wir uns vorgenommen hatten", sagte Lübecks Interimscoach nach den 60 relativ einseitigen Minuten und der ständigen Dormagener Führung ab der ersten Minute. Schon früh hatte der TSV den Gästen die Zähne gezogen - Lübecks Shooter Jan Schult erzielte lediglich ein Tor. Und der mit neun Treffern im Hinspiel überragende Antonio Metzner leistete sich eine Fülle von Fehlern. Gegen eine solch starke Mannschaft wie Lübeck kann man freilich nur bestehen, wenn man seine Aufgaben erfüllt. Und das machten die Dormagener Spieler mit einer großen Spielfreude und einer erneut bärenstarken Abwehr. Der bestens aufeinander abgestimmte Innenblock nahm Torwart Sven Bartmann oft die Arbeit ab.

Vom Feinsten war die Zusammenarbeit zwischen Rückraum und Kreis. Carl Löfström und Patrick Hüter nutzten die meisten Anspiele und gaben Lübecks Torhütern nur wenige Möglichkeiten sich auszuzeichnen. Der lange Dennis Klockmann, im Hinspiel Garant für Lübecks 31:27-Erfolg, konnte lediglich zwei Bälle abwehren und machte nach 21 Minuten Platz für Marino Mallwitz. Aber auch der konnte die 16:11-Pausenführung der Gastgeber nicht verhindern. Der Vorsprung zur Halbzeit hätte sogar noch höher ausfallen können, nachdem der TSV von 13:9 auf 16:9 davongezogen war. Sei´s drum. Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich nichts am Spielverlauf. Die torgefährlichen Ian Hüter und Benni Richter machten weiterhin durch Traumanspiele auf sich aufmerksam. Und Lukas Stutzke sorgte in der 48. Minute für den Zehn-Tore-Vorsprung (26:16). Eine kurze Phase der Unaufmerksamkeit ermöglichte den Gästen drei Tore in Folge. Aber ernsthafte Sorgen musste sich kein TSV-Fan machen. Der TSV brachte die Partie sicher nach Hause und konnte auch noch etwas für´s Torverhältnis tun.

TSV Bayer Dormagen - VfL Lübeck-Schwartau 31:23 (16:11)
Dormagen: Bartmann (5 Paraden), Broy (n.e.); Reuland (4), Pyszora (1), Eggert (n.e.), Thomas (1), Löfström (5), I. Hüter (4), Köster (n.e.), Rebelo, Richter (4), P. Hüter (2), Jagieniak (n.e.), Morante Maldonado, Stutzke (5), Wieling (5/4).
Lübeck: Klockmann (2 Paraden), Mallwitz (ab 21., 4 Paraden); Glabisch (4/1), Ottsen (4), Hansen (3), Ranke, Schult (1), Köhler (2), Schrader, Kretschmer (3), Möller (n.e.), Bruhn (3), Metzner (3).
Schiedsrichter: Hörath / Hofmann.
Zuschauer: 1358.
Zeitstrafen: 8:8 Minuten.
Siebenmeter: 4/4:1/1.
Spielfilm: 3:0 (4.), 5:4, 11:6 (21.), 16:9 (29.), 16:11 - 17:11, 21:14 (37.), 26:16 (48.), 26:19, 28:19, 31:23.


Die Vertragsverlängerung kommt zum richtigen Zeitpunkt vor der Partie gegen den VfL Lübeck-Schwartau: Carl Löfström, der am kommenden Donnerstag 27 Jahre alt wird, hat seinen Vertrag beim TSV Bayer Dormagen um zwei weitere Jahre bis 2021 verlängert. "Zusammen mit dem Team kann ich mich weiterentwickeln und sicher auch der Mannschaft helfen", sagt der im schwedischen Göteborg geborene Kreisläufer. "Das ist ein tolles Zeichen für uns alle und auch die Fans", freut sich Dusko Bilanovic. "Denn Carl ist sowohl in der Abwehr als auch in der Offensive eine feste Größe." Der TSV-Trainer ist zudem davon überzeugt, dass der VfL Lübeck-Schwartau zum richtigen Zeitpunkt an den Rhein kommt: "Wir haben zuletzt viel Selbstvertrauen gewonnen und gezeigt, zu was die Mannschaft auch gegen Mannschaften aus der ersten Tabellenhälfte in der Lage ist. Die Partie des 28. Spieltages der 2. Handball-Bundesliga wird am Samstag, 30. März, um 19.30 Uhr im TSV Bayer Sportcenter von den Schiedsrichtern Thomas Hörath und Timo Hofmann aus Nürnberg angepfiffen. Tickets gibt es im Tabakshop an der Kölner Straße 64 und online. Sollte es dem ein oder anderen zu laut werden: TSV-Partner OTON Die Hörakustiker verteilt am Samstag Gehörschutz.

Fünf Treffer erzielte Carl Löfström beim Hinspiel in Lübeck. Doch die 27:31-Niederlage konnte auch er nicht verhindern. Dabei kam der TSV zehn Minuten vor Schluss bis auf einen Treffer heran, konnte sich aber nach der Aufholjagd nicht belohnen. Am Samstag will der TSV von Beginn an die Regie übernehmen. "Schließlich ist es unsere Absicht, gerade in der heimischen Halle eine Macht zu werden", sieht Bilanovic, dass "wir da schon auf einem sehr guten Weg sind." Dass die Gäste bisher lediglich 637 Treffer kassierten und damit in der Abwehrbilanz an der Spitze aller 20 Mannschaften stehen, lässt den Dormagener Coach eher kalt: "Natürlich ist das eine gute Mannschaft, die mit Dennis Klockmann über einen starken Schlussmann verfügt und vorne auch aus dem Rückraum gefährlich ist, aber wir müssen auf uns schauen und unser Spiel machen - mit einer starken Abwehr und einem schnellen Spiel nach vorne."

Der Trainerwechsel kam beim VfL eher überraschend. Torge Greve hatte bereits die Option gezogen und seinen Vertrag zum Ende der Saison gekündigt. Da kam vor wenigen Wochen der vorzeitige Ruf vom VfL Gummersbach. Und die Verantwortlichen der Norddeutschen wollten Greve den Weg in die Handball-Bundesliga nicht verbauen. Sie verabschiedeten ihn und entschieden sich für eine Interimslösung bis zum Ende der Saison: Der bisherige Co-Trainer Gerrit Claasen sowie Torwarttrainer Jörg Engelhardt übernahmen gemeinsam die Funktion des Cheftrainers. Zum Trainerteam zählen auch weiterhin Athletiktrainer Uwe Wilts und Fitnesstrainer Klaus Ullrich. "Beide haben eng mit Torge Greve zusammengearbeitet und kennen die Mannschaft sehr gut", erklärte VfL-Geschäftsführer Michael Friedrichs. Ab dem 1. Juli wird der ehemalige polnische Nationalspieler und -trainer Piotr Przybecki die Verantwortung übernehmen.

Daten zu Carl Löfström
Geboren: 4. April 1992 in Göteborg (Schweden)
Größe: 1,90 m
Gewicht: 105 kg
Spielposition: Kreisläufer
Bisherige Vereine: Västra Frölunda IF, Önnereds HK, BK Heid, HK Aranäs, Ystads IF
Beim TSV seit 1. Juli 2018
Hobbies: Kaffee trinken, Computer spielen, Freunde treffen, Krafttraining


"Heute haben wir Big-Points geholt", strahlte Dusko Bilanovic nach dem 39:33 (19:15)-Erfolg in der Essener Halle "Am Hallo" am Freitagabend. Vorher hatte der Trainer des TSV Bayer Dormagen in der Gäste-Kurve vor über 100 begeisterten Dormagener Anhängern den Takt angegeben. Eindrucksvoll nahm der TSV Revanche für die 34:35-Heimniederlage beim bisherigen Tabellenfünften der 2. Handball-Bundesliga. "Doch das ist erst der Anfang", kündigte Bilanovic den 60-minütigen Kampf im Spiel gegen Lübeck-Schwartau am kommenden Samstag, 30. März, ab 19.30 Uhr im TSV Bayer Sportcenter an. "Wenn nicht jetzt, wann dann?" hofft der 47-Jährige auf eine breite Unterstützung der heimischen Fans. Tickets

Michael Hegemann, Ex-Spieler von Dormagen und Essen und jetzt Co-Trainer beim TUSEM, ließ keine Zweifel aufkommen: "Ein klar verdienter Dormagener Sieg. Der TSV besaß die bessere Abwehr und den besseren Torwart." Die Anfangsphase allerdings bestimmten die Gastgeber, die nach zehn Minuten gegen das noch nicht ganz sortierte TSV-Team mit 7:3 vorne lagen. Bilanovic nahm die Auszeit und brachte Carl Löfström. "Nicht zuletzt dank seiner Kraft konnte er den körperlich starken Dennis Szczesny weitestgehend ausschalten", lobte der Coach den Schweden, der sich vor den Augen seines Vaters auch immer wieder vorne am Kreis hervorragend in Szene setzte. Rechtsaußen Tim Wieling schloss nahtlos an seine Superleistung gegen Emsdetten an und brachte den TSV mit drei Treffern in Folge wieder heran. Er erzielte auch den 8:8-Ausgleich, ehe Joshua Reuland mit einem Traumtor für die erste Gäste-Führung zum 10:9 sorgte: Torwart Sven Bartmann hatte den Ball exakt dem in den Kreis fliegenden Linksaußen zugespielt - ein Kempa-Tor der Extraklasse.

Essen konnte zunächst noch einen höheren Rückstand verhindern und hatte auch Glück, als der Wurf von Lucas Firnhaber abgefälscht wurde und unhaltbar für Bartmann zum 15:17 im Kasten landete. Doch der platziert werfende Lukas Stutzke und Heider Thomas mit seinem Treffer zum 15:19 umittelbar vor dem Pausenpfiff waren verantwortlich für den noch erfreulicheren Gang der TSV-Auswahl in die Kabine. Direkt nach dem Wiederanpfiff schraubten die Dormagener den Vorsprung auf 16:22, auch weil Ian Hüter seine Durchschlagskraft als Rechtshänder im rechten Rückraum untermauerte. Leichte Sorgenfalten kamen noch einmal auf, als die Essener mit drei schnellen Toren bis auf 23:26 herankamen. Doch Löfström, Stutzke/zweimal und Ian Hüter beendeten die Hoffnungen der TUSEM-Fans auf eine Wende. Zwar versuchte Essen mit der offensiveren Abwehr noch einmal alles, doch in die freien Räume lief Reuland und wurde von seinen Anspielern gefunden. Der letzte große Aufreger in der bislang torreichsten Begegnung beider Klubs: Tim Zechel sah in der 50. Minute die Rote Karte nach einem Ellbogen-Foul gegen Ian Hüter.

Essens Trainer Jaron Siewert war die Enttäuschung nach einer von seiner Mannschaft nicht schlechten aber auch nicht ausreichenden Leistung anzusehen: "Zehn Minuten lang waren wir gut und haben dann den Faden verloren. Wir haben zu viele Zweikämpfe verloren und zu viele Tore im Rückzug kassiert. Letztlich hat uns der TSV mit unseren eigenen Mitteln Tempo, starke Abwehr und 1:1-Verhalten geschlagen." Für Dusko Bilanovic stand schon vor dem Anpfiff fest: "Wenn wir wieder eine starke Abwehr stellen, dann können wir hier etwas holen." Und nach dem Abpfiff war er stolz: "Es war eine tolle Teamleistung, jeder Spieler hat seinen Anteil an dem Erfolg." Um den guten Lauf nicht zu gefährden wechselte Bilanovic kaum. Dass der längere Einsatz auch mehr Kraft kostet, war den Spielern nur bedingt anzumerken: "Dafür trainieren wir ja bis zu acht Mal in der Woche", betonte Ian Hüter.

TUSEM Essen - TSV Bayer Dormagen 33:39 (15:19)
Essen: Bliß (5 Paraden), Mangold; Beyer (8/1), Ellwanger (2), Witzke (2), Akakpo (2), Szczesny (5), Ridder (3), Müller (3), Firnhaber (3), Seidel, Klingler (2), Skroblien (3/3), Ingenpass (n.e.), Zechel.
Dormagen: Bartmann (8 Paraden), Broy (bei einem 7m); Reuland (5), Pyszora, Eggert (n.e.), Thomas (2), Löfström (5), I. Hüter (5), Köster (n.e.), Rebelo (n.e.), Richter, P. Hüter, Morante Maldonado (1), Stutzke (7), Eberlein (n.e.), Wieling (14/6).
Schiedsrichter: Kern / Kuschel.
Zuschauer: 1902.
Zeitstrafen: 6:10 Minuten (Rot gegen Zechel, 50.)
Siebenmeter: 4/5:6/7 (Bartmann hält gegen Beyer - Wieling scheitert an Bliss).
Spielfilm: 3:1 (5.), 7:3 (10.), 8:8 (16.), 9:10 (20.), 11:10, 12:14 (25.), 15:19 - 15:21, 17:23 (35.), 20:26 (40.), 23:26 (42.), 23:30 (46.), 26:33 (50.), 29:37 (56.), 33:39.


Das Hinspiel in der 2. Handball-Bundesliga war torreich und umkämpft: TUSEM Essen siegte Anfang Oktober mit 35:34 im TSV Bayer Sportcenter. An diesem Freitag, 22. März, steigt das Rückspiel in der ähnlich gebauten Halle "Am Hallo" in Essen an der Ernestinenstraße 57. Die Schiedsrichter Thomas Kern und Thorsten Kuschel (Bellheim / Haßloch) pfeifen die Begegnung des 27. Spieltages um 19.30 Uhr an. Wer in Essen nicht dabei sein kann, das Spiel aber verfolgen möchte: Zur Live-Übertragung

"Wir haben uns am letzten Samstag gegen den zweitbesten Angriff der 2. Handball-Bundesliga behauptet. Warum soll es nach dem Sieg gegen Emsdetten nicht auch erfolgreich gegen die stärkste Offensive laufen", fragt TSV-Trainer Dusko Bilanovic vor dem Duell gegen den langjährigen Rivalen. "Ein solches Derby hat nun mal seine eigenen Gesetze. Da muss am Ende nicht unbedingt die Mannschaft, die den Heimvorteil hat, vorne liegen. Essen steht sicher viel besser in der Tabelle als wir, aber ich glaube, es wird wieder knapp. Wenn wir nach den 60 Minuten ein Tor mehr erzielt haben als der TUSEM, dann ist mir die Anzahl der Tore eher egal", wird Bilanovic im Essener Hallenheft zitiert.

Der Spieltag begann bereits am gestrigen Mittwoch mit einem Ergebnis gegen den Trend der Vorwoche: Hüttenberg gewann 26:22 in Großwallstadt und verhinderte damit, dass die Mainfranken in der Tabelle am TSV vorbeiziehen. So könnte es weitergehen, idealerweise auch mit zwei Punkten für die Dormagener. Zwar gewann der aktuelle Tabellenfünfte fünf der sechs Spiele im Jahr 2019. Doch im letzten TUSEM-Heimspiel stand Schlusslicht Rhein-Vikings vor einer Sensation und verlor nach einer dramatischen Schlussphase lediglich mit 22:24. Und in der letzten Woche kassierte Essen die höchste Saison-Niederlage beim 25:36 gegen die HSG Nordhorn-Lingen. "Natürlich müssen wir vor allem auf uns schauen und weiter daran arbeiten, hinten kompakt zu stehen", betont Dusko Bilanovic, der sich über den vollständigen Trainingsbesuch (bis auf Janis Boieck) freute: "Endlich konnten alle Spieler zusammen trainieren."

Individuelle Caps und Mützen
Die Handballer des TSV Bayer Dormagen bieten ab sofort individuelle Caps und Mützen an. Mit Hilfe des Kölner Startups RUBDE können Fans ihre eigenen Designs erstellen und somit kreativ werden. Bei RUBDE ist der Kreativität keine Grenze gesetzt. Die Aufstecker oder auch „Patches“ genannt, sind per Knopf befestigt und können frei ausgetauscht werden. So bekommen TSV-Fans eine Kopfbedeckung mit mehreren Designs.


Der TSV Bayer Dormagen setzte sich auch im Rückspiel der 2. Handball-Bundesliga gegen den TV Emsdetten durch. Die Mannschaft von Dusko Bilanovic jubelte über den 35:31-Erfolg nach einer zwischenzeitlichen 11-Tore-Führung. In der Tabelle liegt der TSV weiter auf dem ersten Nichtabstiegsplatz 15. Das nächste Auswärtsspiel ist ein klassisches Derby bei TUSEM Essen am kommenden Freitag, 22. März, 19.30 Uhr in der Sporthalle Am Hallo. Wer dabei sein will: Tickets-Online

Eine Viertelstunde lang erlebten die 1036 Zuschauer im TSV Bayer Sportcenter eine relativ ausgeglichene Begegnung mit leichten Vorteilen für den TSV. Bilanovic brachte Linksaußen Joshua Reuland von Beginn an auf seiner angestammten Position. So konnte sich Allrounder Ian Hüter als Rechtshänder im rechten Rückraum entfalten und machte seine Sache ausgezeichnet. Konzentriert und mit klugen Anspielen auch von Benni Richter an den wendigen Patrick Hüter legte immer der TSV vor, wobei sich besonders Rechtsaußen Tim Wieling an der Torjagd beteiligte. Mitte der ersten Hälfte setzte der gerade eingewechselte Eloy Morante Maldonado Akzente und sorgte mit den Treffern 10, 11 und 12 für die erste Dormagener Drei-Tore-Führung. Weil Sven Bartmann mit starken Paraden aufwartete und die Abwehr mehrfach Würfe blockte oder abfing, wurde das TSV-Team von den begeisterten Zuschauern mit Beifall nach der 22:16-Führung in die Pause entlassen.

Der phantastische Sturmlauf unmittelbar nach dem Seitenwechsel ließ die Klatschpappen noch lauter werden. Innerhalb von knapp vier Minuten schraubte der TSV den Vorsprung auf 26:16. Gäste-Trainer Daniel Kubes nahm die Auszeit, doch danach setzte Lukas Stutzke noch einen drauf und erzielte damit die höchste Führung der Partie. Bis zur 43. Minute (30:20) lagen zehn Treffer zwischen beiden Mannschaften. Doch beim Handball ist bekanntlich selbst in solchen Situationen nicht immer alles entschieden. "Plötzlich treffen wir nicht mehr und leisten uns mehrere technische Fehler", wunderte sich Dusko Bilanovic beim Trainer-Talk über die Dauer der ungewollten "Auszeit". Nach fast acht Minuten und sechs Gäste-Toren in Folge endete die Flaute. Sicher auch, weil beim TV Emsdetten neben Holzner nur noch der talentierte Yannick Terhaer an mehr glaubte. Als Stutzke in der 51. Minute zum 31:26 einnetzte und der weitestgehend ausgeschaltete Shooter Janko Bozovic wegen Ballwegwerfens für zwei Minuten auf die Bank musste, machte Wieling das 32:26 und bald danach mit seinem 15. Tor - dem sechsten verwandelten Siebenmeter - das 33:27. Das letzte kleine Aufbäumen von Emsdetten kam zu spät. "Wir haben es nicht geschafft, die richtige Aggressivität zu erzeugen und gehen gnadenlos unter", konnte TVE-Coach seine Enttäuschung nicht verbergen.

Für einen gab es noch ein Ständchen: Julian Köster durfte in der Schlussminute aufs Feld und nahm den Gruß zum 19. Geburtstag erfreut entgegen. Dass Tim Wieling seine Aufgabe exakt erfüllt hatte, erfuhren die Fans später von Dusko Bilanovic: "Ihr werdet es jetzt nicht glauben, aber ich habe Tim vor dem Spiel gesagt: Du wirfst heute 15 Tore..."

TSV Bayer Dormagen - TV Emsdetten 35:31 (22:16)
Dormagen: Bartmann (15 Paraden), Broy (29.-30.und bei einem 7m); Reuland (4), Pyszora (1), Eggert (n.e.), Thomas, Löfström, I. Hüter (3), Köster, Rebelo (n.e.), Richter (1), P. Hüter (3), Morante Maldonado (3), Stutzke (5), Wieling (15/6).
Emsdetten: Madert (6 Paraden), Ferjan (20.-30.); Krings (1), Terhaer (3), Hübner (n.e.), Toom (n.e.), Kolk (1), Dräger (4), Holzner (12/3), Smits (5), Weßeling (2), Kropp (1), Bozovic (2).
Schiedsrichter: Köppl / Regner.
Zuschauer: 1036.
Zeitstrafen: 4:10 Minuten.
Siebenmeter: 6/6:3/3.
Spielfilm: 2:2, 5:3, 10:9 (15.), 13:9 (18.), 15:12, 17:12 (25.), 20:14, 22:16 - 26:16 (35.), 30:20 (43.), 30:26 (51.), 33:27 (53.), 33:30 (57.), 35:30, 35:31.


Die Fans des TSV Bayer Dormagen können sich auf einen interessanten Vergleich an diesem Samstag freuen: Im TSV Bayer Sportcenter geht es am 16. März gegen den TV Emsdetten - der aktuell Fünfzehnte erwartet den Tabellenelften der 2. Handball-Bundesliga. Im Hinspiel dominierte der TSV überraschend deutlich und ließ Emsdetten beim 37:29-Auswärtssieg keine Chance. So viele Tore erzielten die Dormagener in dieser Saison in keiner anderen Halle. Die Schiedsrichter Julian Köppl und Denis Regner (Darmstadt / Nieder-Olm) pfeifen die Partie um 19.30 Uhr an. Tickets gibt es im Tabak-Shop an der Kölner Straße 64, online und an den Tageskassen, die um 18.30 Uhr öffnen.

Emsdetten gilt als "Zweitliga-Dino" nach dem Aufstieg 1985. 2013 schaffte der TV den Aufstieg in die 1. Bundesliga, stieg aber ein Jahr später wieder ab. Das Saisonziel in der laufenden Saison heißt "einstelliger Tabellenplatz". Nach dem 25. Spieltag besitzt der Klub sechs Punkte Vorsprung auf den TSV. An den Rhein kommen die nördlichen Münsterländer mit der Empfehlung des 31:28-Heimsieges gegen Aue und dem Punktgewinn beim 31:31 in Lübbecke. Interessant: Blickt man nur auf die Heimtabelle, rangieren beide Klubs auf einem Abstiegsplatz. Spricht das nun am Samstag eher für die Gäste? "Ich hoffe nicht", sagt TSV-Trainer Dusko Bilanovic. "Zuletzt haben wir gegen drei Mannschaften gespielt, die nach zuvor durchwachsenen Spielen gegen uns besonders etwas zeigen mussten. Vielleicht ist es ja gut für uns, wenn wir jetzt auf einen Gegner mit einem guten Lauf treffen."

Die Torbilanz der Gäste ist ungewöhnlich: Mit 726 Treffern erzielte Emsdetten die zweitmeisten Tore hinter TUSEM Essen. Gleichzeitig kassierte das Team von Daniel Kubes aber auch die meisten Gegentore (754) aller 20 Zweitligisten. Das Trainingsziel der Woche lautete demnach beim TSV: Die Stärke in der Abwehr wiedergewinnen und vorne Druck entwickeln. Wichtig wird es wie im Hinspiel sein, die Pässe von Merten Krings an den Kreis zu unterbinden und damit den mit 34 Jahren ältesten Spieler André Kropp gar nicht erst werfen zu lassen. Bilanovic: "Natürlich kennen wir auch die Stärken von Jorn Smits im linken und von Janko Bozovic im rechten Rückraum." Die Beiden waren Anfang Oktober 2018 mit 15 Toren für mehr als Hälfte aller TVE-Treffer verantwortlich.

Die Grippe und Magen-Darm-Welle macht sich derweil beim TSV schon seit der Vorwoche bemerkbar. "Im Training waren wir in den letzten Tagen leider nicht immer vollzählig", stellt Dusko Bilanovic fest. Doch er sagt auch deutlich: "Wir werden gegen Emsdetten bis zum Schlusspfiff alles geben. Denn wir wollen die beiden Punkte."



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