Das schwedische Sportunternehmen Salming unterstützt ab sofort die Handballer des TSV Bayer Dormagen. Neben modernen Handballschuhen wurden die Spieler auch mit bequemen Freizeitschuhen für diese Saison ausgestattet. Im TSV Bayer Sportcenter wird das Unternehmen, das 1991 vom schwedischen Eishockeyspieler Börje Salming gegründet wurde, unter anderem bei allen Heimspielen auf der Werbebande vertreten sein. „Wir freuen uns, dass unsere Spieler qualitativ hochwertiges Schuhwerk für diese schwere Saison gestellt bekommen“, sagt Björn Barthel, Handball-Geschäftsführer des TSV. Auch Alexander Kluge, Geschäftsführer Salming Deutschland GmbH, freut sich auf die Zusammenarbeit: „Der TSV Bayer Dormagen ist ein dynamischer und besonders sympathischer Verein, der ausgezeichnet zu unserer Marken-Philosophie passt.“


Fünf Mal hatte der ehemalige Dormagener Daniel Wernig bereits von der Siebenmeterlinie und im Nachwurf getroffen. Doch 17 Sekunden vor dem Abpfiff wehrte Gergö Rózsavölgyi Wernigs Strafwurf ab und die Freude beim TSV kannte kaum Grenzen. Die Zeit lief runter, Hüttenberg kam nicht mehr an den Ball. Es folgte der Jubel der Dormagener Mannschaft und der Fans über den ersten Sieg in der Saison 2018/19. Der fiel mit 30:29 (14:13) zwar äußerst knapp aus, wurde aber auch von den Gastgebern als völlig verdient anerkannt. In der nach drei Spielen sicher noch nicht aussagekräftigen Tabelle kletterte der TSV Bayer Dormagen vom 20. auf den 15. Platz - ein Rang, der nach 38 Spielen und dem Saisonende den Klassenerhalt bedeuten würde. Am kommenden Samstag, 15. September, geht es ab 19.30 Uhr im TSV Bayer Sportcenter darum, den Auswärtssieg zu bestätigen. Gegner ist der Wilhelmshavener HV. Zu den Ticketinfos

"Die Mannschaft hat den Plan zu hundert Prozent befolgt", freute sich TSV-Trainer Ulli Kriebel über den disziplinierten Auftritt seines Teams und die stark verbesserte Chancenverwertung. Klar, dass der Aufsteiger bei einem Bundesliga-Absteiger auch kritische Phasen zu überstehen hatte. Kriebel: "Als Hüttenberg auch dank der massiven Unterstützung von den Rängen noch mal aufkam, wurde mein junges Team etwas nervös, behielt aber doch die nötige Ruhe." Emir Kurtagic vermisste hingegen den klaren Kopf bei seiner Auswahl: "Wir haben die gleichen Fehler wie in Nordhorn gemacht", stellte der Hüttenberger Coach fest und kritisierte vor allem seine Abwehr: "Die verliert jeden Zweikampf und wir hatten keine ausreichende Torwartleistung."

Anders der TSV, der schon in der ersten Hälfte fast immer einen Treffer vorlegte und mit Rózsavölgyi einen von Beginn an starken Schlussmann hatte. Doch die Möglichkeit, sich weiter abzusetzen, wollte zunächst nicht gelingen. Auch nicht unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff, als Hüttenbergs Torwart Fabian Schomburg den Strafwurf von Tim Wieling abwehrte. Rechtsaußen Wieling, einmal mehr bester Schütze des Spiels, sorgte dann aber nach dem Seitenwechsel für die erste Zwei-Tore-Führung. Der TVH blieb bis zum 17:18 dran, hatte freilich gegen den folgenden 4:0-Lauf der Dormagener auch nach einer Auszeit nichts entgegenzusetzen. In dieser Phase glänzte der TSV mit traumhaften Kombinationen und sehenswerten Anspielen - so passte Lukas Stutzke genial an den Kreis zu Patrick Hüter, Nuno Rebelo servierte Tim Wieling den Ball per Rückhandanspiel. Weil die 3:2:1-Abwehr mit dem vorne immens beweglichen Ian Hüter ihren Auftrag jetzt ebenfalls hervorragend erfüllte, hieß es innerhalb von vier Minuten 23:18 für den Aufsteiger.

Die Führung wäre sogar noch komfortabler ausgefallen, wenn Benni Richter einen Strafwurf statt über das Tor und Eloy Morante Maldonado den Weitwurf ins leere Hüttenberger Tor statt gegen den Pfosten ins Netz gesetzt hätten. So kam wieder Hoffnung beim TVH auf, als ihr bester Schütze Ragnar Johannsson zwei Mal Rózsavölgyi überwand. Doch der TSV zog erneut bis auf fünf Treffer davon, weil Stutzke traf und der von der Hessen-Abwehr kaum zu stoppende Nuno Rebelo einen von Carl Löfström eingeleiteten Gegenstoß clever abschloss. Es sollte aber doch noch Spannung aufkommen, nicht zuletzt wegen einer kurzen Dormagener Pechsträhne: Erst wurde der schon auf der Anzeigetafel notierte Treffer von Patrick Hüter von den Schiedsrichtern nicht anerkannt. Es gab hingegen einen Siebenmeter, mit dem Wieling an Nikolai Weber scheiterte. Davon motiviert zeichnete sich Weber mit drei weiteren starken Paraden aus und trug mit zur Aufholjagd der Gastgeber bei. Erst sorgte Linksaußen Christian Rompf für das 28:28, dann war es der Halbrechte Markus Stegefelt, der die erneute TSV-Führung durch Wieling zum 29:29 ausglich. Die Spannung erreichte ihren Höhepunkt nach Lukas Stutzkes 30:29: Beim Zurücklaufen behinderte Tim Wieling eher unglücklich einen Hüttenberger - da die Aktion 20 Sekunden vor Schluss geschah, entschieden die Schiedsrichter auf die nach den Regeln mögliche Höchststrafe: Rot gegen Wieling und Siebenmeter. Doch Rózsavölgyi wehrte ab und der TSV durfte feiern.     

 

TV Hüttenberg - TSV Bayer Dormagen 29:30 (13:14)
Hüttenberg: Weber (8 Paraden), Schomburg, Bohne (n.e.); Sklenak (3), Lambrecht (1), Wernig (5/4), Werth (1), Rompf (5), Zörb, Fernandes (3), Johannsson (6), Stegefelt (2), Zintel (3), Mubenzem, Hahn, Klein.
Dormagen: Rózsavölgyi (9 Paraden), Broy (bei einem 7m); Morante Maldonado (3), Reuland (2), Pyszora (1), Rebelo (2), Stutzke (6), Wieling (9/2), Richter (4/2), I. Hüter (1), P. Hüter (2), Löfström, Jagieniak (n.e.), Braun (n.e.).
Schiedsrichter: Fratczak/Ribeiro.
Zuschauer: 1280 in der Sporthalle Gießen-Ost.
Zeitstrafen: 10:10 Minuten.
Siebenmeter: 4/6:4/7 (Rózsavölgyi hält zwei Würfe von Wernig - Wieling scheitert an Schomburg und Weber, Richter wirft über das Tor).
Spielfilm: 4:5 (8.), 6:5, 7:8, 9:8, 12:13, 13:14 - 13:15 (32.), 17:18 (36.), 17:22 (40.), 20:23 (44.), 21:24, 21:26 (49.), 24:26 (52.), 24:27, 26:27, 26:28, 28:28 (57.), 28:29, 29:29, 29:30.


Warum man als Aufsteiger gleich zu Saisonbeginn gegen zwei Bundesliga-Absteiger antreten muss erschließt sich nicht so ganz. Die vermutliche Antwort eines Liga-Verantwortlichen auf die Frage wird sein: Jeder Gegner in der "weltbesten 2. Bundesliga" ist stark. So also reist der TSV Bayer Dormagen an diesem Samstag nach Gießen zu einem starken Absteiger, der allerdings in den ersten beiden Spielen nur bedingt überzeugen konnte. In der Sporthalle Gießen-Ost am Karl-Reuter-Weg 3 trägt der TV Hüttenberg derzeit seine Heimspiele aus. Die Schiedsrichter Pawel Fratczak und Paulo Ribeiro pfeifen die Partie um 18 Uhr an. Wer nicht vor Ort dabei ist kann das Spiel per Livestream erleben.

Den Saisonauftakt hatte sich der TV Hüttenberg sicher auch etwas anders vorgestellt. Das Heimspiel gegen Aue endete 23:23, in Nordhorn verlor das Team von Emir Kurtagic deutlich mit 27:34. "Hüttenberg ist Favorit, steht aber nach den ersten beiden Spielen deutlich mehr unter Druck als wir", sagt Dormagens Handball-Geschäftsführer Björn Barthel. Genau diese Ausgangsposition könnte dem TSV am Samstag entgegenkommen. "Vielleicht können wir den Moment nutzen", hofft TSV-Coach Ulli Kriebel vor allem auf eine bessere Chancenverwertung als in Aue. Dort wurden einfach zu viele beste Möglichkeiten ausgelassen. Kriebel: "Für uns ist das Spiel der nächste Schritt um aus den bisherigen Fehlern zu lernen."

"Wer denkt, dass es gegen Dormagen einfach werden wird, der täuscht sich. Die Jungs spielen einen sehr unangenehmen Handball, kämpfen bis zum Umfallen und haben als Aufsteiger nichts zu verlieren. Sie treten als echtes Team auf und haben Spieler im Kader, die flink auf den Beinen sind", lobt Kurtagic im "Gießener Anzeiger" den Aufsteiger.

Nachdem Lukas Stutzke im Erzgebirge vor allem in der Abwehr zum Einsatz kam, dürfte er jetzt auch verstärkt Spielanteile in der Offensive bekommen, der Wurfarm spielt wieder mit. Und Ian Hüter ist auch wieder dabei, nachdem er die US-Auswahl bei zwei Qualifikationsspielen gegen Kanada zu den Panamerikanischen Spielen 2019 in Lima (Peru) führte. "Die Wahl zum Kapitän war eine große Ehre für mich", betont der 20-Jährige, der umsetzte, was der schwedische Trainer Robert Hedin von ihm erwartete: "Ich sollte vor allem Verantwortung auf dem Spielfeld übernehmen." Das hat er beim 36:24-Erfolg in Auburn und beim 27:27 im Rückspiel am Mittwoch in Montreal eindrucksvoll gemacht. Ian Hüter: "Ich bin sehr glücklich, an diesem Event teilgenommen zu haben und hoffe, den Sport, den wir alle so lieben, auch in den USA verbreiten zu können, um in Zukunft große Erfolge zu erzielen."


Über weite Strecken der ersten Auswärtspartie war der TSV Bayer Dormagen in der Erzgebirgshalle Lößnitz auf Augenhöhe mit dem EHV Aue. In der 40. Minute hatte das Team von Ulli Kriebel sogar einen Drei-Tore-Rückstand aufgeholt und zum 21:21 ausgeglichen. Sieben Minuten später führte der EHV lediglich mit 24:23. Doch dann erzielten die Gastgeber drei Treffer in Folge und ließen ein erneutes Aufbäumen der Rheinländer nicht zu. Nach den 60 Minuten hieß es 32:27 (16:15) für den Zweitliga-Traditionsklub, der sich insbesondere bei Erik und Eric bedanken konnte: Erik Töpfer wehrte die Hälfte aller Bälle ab, die auf seinen Kasten kamen. Und Eric Meinhardt war an seinem 33. Geburtstag der erfolgreichste Werfer mit zehn Treffern, davon sieben von der Siebenmeterlinie.

Mehrfach ging der TSV in der ersten Hälfte in Führung und hatte auch Gelegenheiten, mit mehr als einem Tor vorne zu liegen. Doch es waren vor allem die einfachen Fehler und die damit verbundenen Ballverluste, die positivere Zwischenergebnisse verhinderten. "Zudem haben wir zu viele Chancen liegen gelassen. So kann man nichts Zählbares aus Aue mit nach Hause nehmen", lautete das Fazit von Trainer Ulli Kriebel. Dabei stand zunächst die Abwehr ordentlich und konnte sich auf Schlussmann Gergö Rózsavölgyi verlassen, der einen frühen Kopftreffer gut wegsteckte. Mitte der ersten Hälfte feierte Lukas Stutzke sein Comeback nach verletzungsbedingter Pause mit einem seiner markanten Würfe aus dem Rückraum. Dort hielt er sich aber nur gelegentlich auf: "Wir wussten, dass er in der Abwehr klar kommt. Doch er sollte seinen Wurfarm nicht zu stark belasten", begründete Kriebel Stutzkes Abwehr-Angriff-Wechsel.

Mit einem Remis in die Kabine zu gehen war den Dormagenern nicht vergönnt. Tim Wieling scheiterte in der letzten Sekunde der ersten Hälfte mit seinem Strafwurf an Erik Töpfer. So lag Aue zur Pause mit 16:15 vorne und baute den Vorsprung bis auf drei Treffer aus. Auch die doppelte Unterzahl nach Zeitstrafen gegen Ladislav Brykner und Kevin Lux verkraftete das Team aus dem Erzgebirge. Doch als TSV-Kreisläufer Carl Löfström nach einem eher harmlosen Foul zwei Minuten absitzen musste, startete der TSV in Unterzahl die schnelle Aufholjagd: Eloy Morante Maldonado, Lukas Stutzke und Joshua Reuland sorgten innerhalb von zweieinhalb Minuten für das 21:21. Benni Richter glich danach per Siebenmeter erneut aus und erzielte den 24:23-Anschluss nach einer gelungenen 1:1-Aktion. Dann aber machte sich auch bemerkbar, dass Aue über die breitere Bank verfügte. Und als Keeper Töpfer mit drei weiteren tollen Paraden gegen Nuno Rebelo, Morante und Richter auftrumpfte, war die Partie entschieden.

Nach seinem unglücklichen Spiel gegen Nettelstedt war Linksaußen Reuland in Aue bester TSV-Werfer mit sechs Toren. "Wir wissen, was wir an Josh haben. Er lässt sich nicht nach einem solchen Spiel aus dem Tritt bringen", sagte Kriebel. Reuland spielte durch, da Tyron Hartmann nach seinem Meniskusanriss einige Wochen ausfallen wird. Für alle Fälle war der A-Jugendliche Nick Braun mit ins Erzgebirge gefahren. Daniel Eggert und Heider Thomas mussten aufgrund ihrer Leistenprobleme weiterhin pausieren. Nach einem Bänderriss im Daumen fällt Torwart Janis Boieck bis zu drei Monate aus.

Am kommenden Samstag muss der TSV erneut reisen: Und zwar nach Gießen, wo der TV Hüttenberg sein Heimspiel am 8. September ab 18 Uhr austrägt.

EHV Aue - TSV Bayer Dormagen 32:27 (16:15)
Aue: Musil (1.-18., 5 Paraden), Töpfer (ab 18., 16 Paraden), Rasimas (n.e.); Meinhardt (10/7), Roch (3), Ebert, Bornhorn (2), Petreikis (6/1), Dumcius (2), Brykner (1), Faith (3), Neuteboom, Schauer, Lux, Paraschiv (1), Tuminskis (4).
Dormagen: Rózsavölgyi (1.-50., 11 Paraden), Broy (ab 50., 2 Paraden); Reuland (6), Braun (n.e.), Pyszora (n.e.), Löfström (3), Rebelo (2), Richter (4/1), P. Hüter, Jagieniak, Morante Maldonado (5), Stutzke (3), Wieling (4/1).
Schiedsrichter: Jan und Manuel Lier.
Zuschauer: 1200.
Zeitstrafen: 8:8 Minuten.
Siebenmeter: 8/9:2/4 (Broy hält gegen Meinhardt - Wieling und Richter scheitern an Töpfer).
Spielfilm: 3:2, 3:4 (7.), 6:5, 6:7 (13.), 11:10, 12:13, 15:15, 16:15 - 19:16 (34.),21:18, 21:21 (39.), 24:23, 27:23 (50.), 30:25 (58.), 32:27.


Mit rund 530 Kilometern wartet die zweitweiteste Reise gleich am ersten Auswärtsspieltag der 2. Handball-Bundesliga auf den TSV Bayer Dormagen: Am Samstag schon macht sich das Team von Ulli Kriebel auf den Weg Richtung Aue, um nicht die gesamte Strecke am Spieltag zurücklegen zu müssen. Der Anpfiff der Schiedsrichter Jan und Manuel Lier erfolgt am Sonntag, 2. September, um 17 Uhr in der Erzgebirgshalle Lößnitz. Da alle Zweitligaspiele im Internet auf Sportdeutschland.tv übertragen werden, können interessierte TSV-Fans auch per Live-Stream dabei sein. In der Dormagener Gaststätte Haus Bismarck an der Friedrich-Ebert-Straße ist die Partie auf einer Großleinwand zu sehen.

Beide Vereine haben eine sportliche Gemeinsamkeit - erklärtes Ziel von Aue und Dormagen ist der Klassenerhalt. Dafür sammelte der Traditionsklub aus dem Erzgebirge zum Auftakt bereits den ersten Punkt beim Bundesliga-Absteiger TV Hüttenberg. Zehn Sekunden vor dem Ende trat Eric Meinhardt zum Siebenmeter an und traf zum 23:23-Endstand. "Wir dürfen diesen Punkt natürlich nicht überbewerten. Das war die Kür, jetzt folgt die Pflicht. Gegen Dormagen wollen wir zwei Punkte einfahren", wird Manager Rüdiger Jurke in der Chemnitzer Morgenpost zitiert. Neben Routinier Meinhardt, der am Sonntag seinen 33. Geburtstag feiert, zählte der Älteste zu den Punktsiegern: Torwart Radek Musil wird im November 45 Jahre alt und ist weiterhin in Topform. In Hüttenberg trug seine 50-Prozent-Quote bis zur Pause mit zur 12:9-Führung bei.

Eine Änderung wird es auf dem Spielbericht aus Dormagener Sicht auf jeden Fall geben: Waren dort gegen TuS N-Lübbecke mit Gergö Rózsavölgyi, Matthias Broy und Janis Boieck gleich drei Schlussmänner eingetragen, so muss der jüngste TSV-Torwart passen. Boieck fällt schlimmstenfalls bis zu 12 Wochen nach einem Bänderriss im linken Daumen aus. Passiert war die Verletzung im Training vor dem ersten Spiel, gut getapt konnte der Junioren-Nationaltorhüter aber Rózsavölgyi noch in der ersten Hälfte ablösen. Doch eine weitergehende Untersuchung machte deutlich, dass der 20-Jährige um eine Operation am Freitag in einer Frechener Spezialklinik nicht herumkommt. Die Hoffnung ist groß, dass Lukas Stutzke, Heider Thomas und Daniel Eggert am Sonntag nicht nur auf der Bank sitzen. Aber Risiken will Trainer Ulli Kriebel nicht eingehen: "Sie spielen natürlich nur, wenn die ärztliche Abteilung grünes Licht gibt." Im internationalen Einsatz ist derweil Ian Hüter: Der Rückraumspieler spielt mit der US-Auswahl am Sonntag in Auburn und am Mittwoch in Montreal gegen Kanada um die Qualifikation für die Panamerikanischen Spiele 2019 in Lima (Peru).

Über die Schwere der Aufgabe ist sich das ganze Dormagener Team bewusst: "Aue gehört der 2. Liga seit 24 Jahren an und zeichnete sich immer durch seine Heimstärke aus. Aber wir werden alles versuchen, um etwas Zählbares aus dem Erzgebirge mit nach Hause zu nehmen", erklärt Trainer Ulli Kriebel.


Ein starkes Auftaktspiel mit Tempo und vielen sehenswerten Aktionen - das Ergebnis erfreute freilich nur die Gäste aus Lübbecke: Der Topfavorit der 2. Handball-Bundesliga setzte sich am Freitag Abend im TSV Bayer Sportcenter mit 29:21 (15:10) gegen den TSV Bayer Dormagen durch. Nach dem Spielverlauf fiel die Niederlage etwas zu hoch aus - doch es hätte alles passen müssen, um sie verhindern zu können. Das war aber schon wegen der verletzungsbedingten Ausfälle von Lukas Stutzke, Heider Thomas und Daniel Eggert nicht der Fall.

Der TSV hielt die Partie 20 Minuten lang völlig offen. Da erzielte der quirlige Neuzugang Nuno Rebelo seinen fünften Treffer zum 9:10. Der Portugiese rief in der ersten Hälfte sein ganzes Können ab, traf von ganz rechts, aus dem Rückraum und schloss auch einen Konter erfolgreich ab. Nach dem Anschlusstor hatte Joshua Reuland die Gelegenheit zum erneuten Ausgleich. Doch der Linksaußen erwischte einen unglücklichen Spielabend, Gästekeeper Joel Birlehm hatte sich auf ihn bestens eingestellt und brachte den Ex-Longericher schier zur Verzweiflung. Die konsequentere Chancenverwertung verschaffte den Nettelstedtern den ersten Vier-Tore-Vorsprung und die 15:10-Pausenführung.

Der TSV bäumte sich in Hälfte Zwei noch einmal auf und hatte beste Möglichkeiten, mehr als bis auf drei Tore heranzukommen. Doch wieder war es der später von beiden Trainern zum Matchwinner erklärte Birlehm, der gegen Reuland und Eloy Morante Maldonado rettete. Und wenn es denn so läuft, dann kommt auch noch Pech dazu: Ein Wurf von Shooter Dener Jaanimaa wird unhaltbar für den insgesamt gut parierenden Janis Boieck abgefälscht - der nächste Dormagener Angriff endet mit einem Pfostenknaller von Nuno Rebelo. Mit drei Toren in Folge setzte sich Nettelstedt bis zur 50. Minute von 18:22 bis auf 18:25 ab. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war klar, dass der TSV beide Punkte abgeben musste. Ab der 48. Minute fehlte auch noch Abwehrchef Patrick Hüter, der nach drei Zeitstrafen - die ersten beiden waren eher strittig - die Rote Karte sah.

Gästetrainer Aaron Ziercke sprach nach der Partie von einem "typischen Auftaktspiel". Sein Team habe etwas Zeit gebraucht, um ins Spiel zu finden und konnte sich letztlich vor allem dank der Leistung von Joel Birlehm schon zur Pause etwas absetzen. Der Ex-Nationalspieler lobte auch den TSV: "Die Mannschaft hat den Ball gut laufen lassen." In der ersten Hälfte habe seine Auswahl gut mitgespielt, betonte TSV-Coach Ulli Kriebel. "Leider haben wir zu viele Chancen nicht genutzt, um das Spiel länger eng zu halten. Nach der Pause sind wir noch mal volles Risiko gegangen und haben auch mit der Abwehrvariante 3:2:1 den TuS ein wenig verwirren können."

Am Sonntag, 2. September, wartet um 17 Uhr das erste Auswärtsspiel beim EHV Aue im Erzgebirge auf den TSV.

TSV Bayer Dormagen - TuS N-Lübbecke 21:29 (10:15)
Dormagen: Rózsavölgyi (1.-20., 2 Paraden), Boieck (ab 21., 7 P.), Broy (n.e.); Reuland (1), Hartmann, Pyszora, Thomas (n.e.), Löfström, I. Hüter, Rebelo (5), Richter (4), P. Hüter (2), Jagieniak, Morante Maldonado (1), Stutzke (n.e.), Wieling (8/5).
Lübbecke: Birlehm (14 Paraden), Tatai (bei zwei 7m); Genz (1), Walczak (1), Gierak (2), Bagaric (1), Strosack (4), Rakovic (n.e.), Spohn (2), Jaanimaa (4), Schade, Orlowski (8/4), Speckmann (5), Hövels (1).
Schiedsrichter: Christian und Fabian vom Dorff.
Zuschauer: 1217.
Zeitstrafen: 8:8 Minuten.
Siebenmeter: 5/6:4/4 (Wieling wirft an den Pfosten).
Spielfilm: 1:0, 3:5, 6:6, 6:8 (15.), 8:8 (18.), 9:13 (26.), 10:15 - 12:17, 14:17 (38.), 15:20, 17:20 (41.), 17:22, 18:24 (48.), 19:27, 21:29.


Jetzt geht´s los in der "weltbesten 2. Handball-Liga": Für den TSV Bayer Dormagen beginnt die Saison 2018/19 gleich mit einem Knaller: Zu Gast im TSV Bayer Sportcenter ist am Freitag, 24. August, Bundesliga-Absteiger TuS N-Lübbecke, der ein klares Ziel verfolgt. "Wir wollen den direkten Wiederaufstieg erreichen und nehmen die Rolle des Favoriten an", unterstreicht Trainer Aaron Ziercke vor dem Start in die neue Spielzeit. Auch Dormagens Coach Ulli Kriebel traut den Gästen den Aufstieg zu: "Nettelstedt ist wohl kaum schwächer besetzt als in der letzten Saison. Auf diesen Auftakt freuen wir uns deshalb besonders, denn da haben wir nichts zu verlieren."

Die Schiedsrichter Christian und Fabian vom Dorff pfeifen die Partie um 19.30 Uhr an. Tickets gibt es im Vorverkauf weiterhin im Tabak-Shop, Kölner Straße 64 / Ecke Nettergasse und online - die Abendkassen öffnen am Freitag um 18.30 Uhr. Die preisgünstigste Eintrittsmöglichkeit und Platzwahl nach Wunsch bietet die Dauerkarte, die in der Geschäftsstelle der TSV Bayer Dormagen Handball GmbH am Höhenberg 40 erhältlich ist. Dort kann auch die WieselCard mit interessanten Angeboten diverser Unternehmen erworben werden.

Am Freitag gibt es auch ein Wiedersehen mit zwei Ex-Dormagenern: Die beiden Linkshänder Jo Gerritt Genz und Peter Strosack ("Das ist ein ganz besonderes Spiel für mich") sollen mit zur erneuten Erstklassigkeit des TuS N-Lübbecke beitragen. Während der Rückraumrechte Genz den TSV bereits 2016 in Richtung Lübbecke verlassen hatte, kam Rechtsaußen Strosack jetzt aus Leipzig, nachdem dort sein Vertrag nicht verlängert wurde. Beim DHB-Pokalturnier am letzten Wochenende musste Lübbecke gegen Gastgeber Emsdetten in die Verlängerung gehen und gewann durch ein Tor von Peter Strosack drei Sekunden vor Schluss mit 35:34. Strosack war mit acht Treffern auch der erfolgreichste Schütze. Daneben trugen sich vor allem der Halbrechte Dener Jaanimaa (7) und der Halblinke Marian Orlowski (7/2) in die Torschützenliste ein. Im Finale des Turniers hatte der TuS N-Lübbecke keine Chance gegen die Füchse Berlin, die mit 33:26 gewannen. Neben Strosack und Orlowski verpflichtete der TuS vor der Saison den polnischen Kreisläufer Patryk Walczak und den Ex-Balinger Valentin Spohn (Rückraum links). Aus der eigenen Jugend kommt Torwart Mats Grzesinski, der allerdings das starke Gespann Peter Tatai und Joel Birlehm vor sich hat.

Aus dem Pokalturnier in Göttingen nahm TSV-Coach Ulli Kriebel weitere wichtige Erkenntnisse mit nach Hause: "Die Mannschaft hat gegen einen großen Gegner Kiel ordentlich dagegen gehalten. Natürlich sind wir auch am Freitag Außenseiter, aber wir werden uns nicht verstecken." Ob die zuletzt angeschlagenen Lukas Stutzke, Daniel Eggert und Heider Thomas gegen den TuS N-Lübbecke dabei sind wird sich erst am Freitag Abend zeigen.


Das Pokalturnier in der Göttinger Sparkassen-Arena verlief gut für den TSV Bayer Dormagen. Nach dem klaren Erfolg gegen den Northeimer HC durfte das Team von Ulli Kriebel gegen den THW Kiel spielen und nutzte die Stunde gegen den Topfavoriten als wichtige Lerneinheit vor dem Meisterschaftsstart: Am kommenden Freitag, 24. August, um 19.30 Uhr trifft der TSV im TSV Bayer Sportcenter auf den TuS N-Lübbecke.

Natürlich waren schon vor dem Anpfiff gegen Kiel die Karten klar verteilt: Die Zebras hatten beim Aufgalopp gegen TUSEM Essen ihre Klasse mit dem 39:23-Sieg am Samstag bereits unter Beweis gestellt. THW-Coach Alfred Gislason machte danach deutlich, dass er mit seiner Auswahl nicht nur das Göttinger Finale gewinnen sondern auch ins Final Four des Pokalwettbewerbs einziehen will. Angesichts des Kieler Weltklasse-Aufgebots musste sich der TSV keinen Illusionen hingeben: "Für uns ist dieses Spiel eine Belohnung für unsere bisherige Leistung. Es ist für uns alle eine Riesensache gegen eine solch herausragende Mannschaft zu spielen", sagte Trainer Ulli Kriebel.

Anfangs etwas nervös luden die Dormagener die beiden Kieler Lukas Nilsson und Hendrik Pekeler zu zwei schnellen Treffern in der ersten Minute ein. Als dann aber Joshua Reuland aus dem Rückraum gegen Nationaltorhüter Andreas Wolff traf und das Anspiel an den Kreis zu Patrick Hüter klappte wuchs das Selbstvertrauen in den Reihen der Rheinländer. Und für gelungene Aktionen gab es immer wieder anerkennenden Beifall der 1700 Zuschauer. Gleichwohl baute der Rekordmeister seinen Vorsprung kontinuierlich aus und führte in der 22. Minute nach einem Treffer von Steffen Weinhold erstmals mit zehn Toren (19:9). Zur Pause lag der THW mit 24:13 vorne. Nicht nachlassen und weiter dagegen halten war Kriebels Aufforderung in der Kabine, die auch befolgt wurde. "Phasenweise haben wir mutig mitgespielt", war das Fazit des Trainers, nachdem die 27:44-Niederlage vergleichbar mit der von Essen am Vortag ausgefallen war. Die Leistung von Rechtsaußen Nico Pyszora gefiel Kriebel besonders: "Er hat seine Chancen gegen Andreas Wolff clever genutzt."

THW Kiel - TSV Bayer Dormagen 44:27 (24:13)
Kiel: N. Landin (n.e.), Wolff; Duvnjak (2), Reinkind (5), M. Landin (2/1), Firnhaber (3), Weinhold (3), Dissinger (1), Wiencek (1), Ekberg (7/3), Rahmel (4), Dahmke (3), Zarabec, Vujin, Pekeler (7), Nilsson (6).

Dormagen: Rózsavölgyi (ab 1.), Boieck (ab 15.), Broy (ab 39.); Wieling (3/1), Morante Maldonado (1), I. Hüter (3), Jagieniak, Reuland (3), Rebelo (5), Hartmann (1), Löfström (4), P. Hüter (1), Richter (2), Pyszora (4).
Zuschauer: 1700.
Schiedsrichter: Heine / Standke.



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