Der Spielmonat April mit vier Partien gegen die direkten Tabellennachbarn begann für den TSV Bayer Dormagen verheißungsvoll. An Gründonnerstag gewann die Mannschaft von Jörg Bohrmann das West-Derby gegen Essen mit 30:25 (16:8) und rückte damit in der Tabelle der 2. Handball-Bundesliga bis auf einen Punkt an den TUSEM heran. Vor 1709 Zuschauern waren Alexander Kübler (7) und Robin Doetsch (6) die erfolgreichsten TSV-Schützen. 6/3 Tore für Essen erzielte der ehemalige Dormagener Michael Hegemann.

Aufatmen schon vor der Partie: Die am Knie verletzten Max Bettin und Sebastian Damm konnten spielen dank "einer großartigen Arbeit unserer medizinischen Abteilung", lobte Jörg Bohrmann das Team des Therapiezentrums Dormagen. Und auch zur Pause konnte der TSV optimistisch sein: Denn immer wenn die Bayer-Werfer in dieser Saison 16 Tore in der ersten Hälfte erzielten - wie in Henstedt-Ulzburg, gegen Hildesheim und Neuhausen - wurden die Spiele auch gewonnen. Da Essen in der 22. Minute lediglich den achten und letzten Treffer vor dem Halbzeitpfiff verbuchte, ging der TSV mit dem höchsten Vorsprung aller bisherigen Saisonbegegnungen in die Kabine. Vorangegangen war eine herausragende Abwehrarbeit, bei der sich neben den beweglichen Kollegen im Innenblock insbesondere Dennis Marquardt und Jonathan Eisenkrätzer auszeichneten. Und dahinter gab Torwart Sven Bartmann (14 Paraden) wie schon so oft in dieser Saison die nötige Sicherheit. Vorne suchten immer wieder die Rückraumspieler Marijan Basic, Bettin und Marquardt Kreisläufer Alex Kübler, der ständig der Essener Defensive entwischen konnte. Kurz vor der Pause sorgte vor allem der schnelle Rechtsaußen Robin Doetsch mit einem sauberen Hattrick für den vorentscheidenden Vorsprung.

Überraschend schnell kehrten die TSV-Spieler nach einer kurzen Ansprache zurück auf´s Spielfeld. Zu oft kamen in der Vergangenheit die in Rückstand liegenden Gegner direkt nach dem Seitenwechsel heran oder drehten sogar das Spiel. Bohrmann wollte deshalb mit der Maßnahme den Spielfluss wach halten. "Das habe ich früher mit den Jugendmannschaften meistens gemacht", sagte der Coach und sah, wie sein Team in der Folgezeit nahtlos an die erste Halbzeit anknüpfte und sogar bis auf 27:15 in der 47. Minute davonzog. "Sie gingen mutig nach vorne", gefiel Bohrmann nicht zuletzt die zweite und dritte Welle. Dann aber machte sich der Kräfteverschleiß bemerkbar, zahlreiche Fehler führten zu Gegenstößen, die zumeist von Peter Hornyak und Lasse Seidel verwandelt wurden. "Dank der einfachen Tore konnten wir das Ergebnis in Grenzen halten", war TUSEM-Coach Mark Dragunski froh, dass "wir nicht unter die Räder gekommen sind." Der Dormagener Vorsprung schmolz nach dem Essener 6:0-Lauf innerhalb von fünf Minuten. "Eine solche Phase gefällt natürlich keinem Trainer", sagte Bohrmann. Ernsthafte Sorgen über den Verlust der beiden Punkte brauchte sich aber kein TSV-Fan zu machen. Eine Premiere gab es dann auch noch: Fredrik Genz, der Bruder von Jo Gerrit, rückte ins Tor, da Max Jäger beim Training so unglücklich vom Ball getroffen wurde, dass sein Trommelfell Löcher aufweist und er zurzeit nicht spielfähig ist.

Im nächsten Spiel hat der TSV erneut Heimrecht: Gegner ist am Samstag, 11. April, ab 19 Uhr Schlusslicht Eintracht Baunatal. Jörg Bohrmann: "Das wird eins der schwierigsten Spiele in nächster Zeit, denn jeder erwartet von uns einen Sieg. Doch Baunatal spielt nach den Querelen der Vergangenheit befreit auf und macht es allen Mannschaften schwer." Die Dormagener Spieler können in Ruhe Ostern feiern, sie erhielten eine Trainingspause - auch weil etliche Spieler angeschlagen sind. Bohrmann: "Anschließend werden wir uns hochkonzentriert auf Baunatal vorbereiten."

TSV Bayer Dormagen - TUSEM Essen 30:25 (16:8)
Dormagen: Bartmann, F. Genz; Bettin (5/1), J.G. Genz (2), Plaz, Eisenkrätzer, Poklar, Doetsch (6), Kübler (7), Damm, Noll (3), Marquardt (2), Arnaud (1), Basic (4/1).
Essen: Donderis Vegas, Bliß; Ellwanger (2), Schlüter, Keller, Hegemann (6/3), Seidel (5/2), Lindt (1), Hornyak (5), Szczesny (2), Ridder (1), Trodler (2), Mürköster (1).
Schiedsrichter: Thöne/Zupanovic (Berlin).
Zuschauer: 1709.
Zeitstrafen: 10:8 Minuten.
Siebenmeter: 2/3:5/6 (Basic wirft an die Latte - Seidel an den Pfosten).
Spielfilm: 4:2 (7.), 4:4 (10.), 7:4 (12.), 10:6 (18.), 10:8 (22.), 16:8 - 24:14 (42.), 27:15 (47.), 27:21 (53.), 29:23 (58.), 30:25.


Das Spiel an Gründonnerstag ist ein echter Kracher. Denn es ist das einzige klassische Lokal-Derby für den TSV Bayer Dormagen. Und die Erinnerung an viele legendäre Spiele zwischen den Klubs in der 1. und 2. Liga ist noch wach. Aktuell geht es für Gastgeber Dormagen und TUSEM Essen um den Klassenerhalt, wobei der TUSEM im Augenblick die Nase knapp vorne hat. Die Partie des 31. Spieltags wird am 2. April um 19.30 Uhr von den Berliner Schiedsrichtern Martin Thöne und Marijo Zupanovic im TSV Sportcenter angepfiffen. Tickets gibt es im Vorverkauf in der City-Buchhandlung, Kölner Straße 58 oder auch online. Die Abendkassen öffnen am Donnerstag um 18 Uhr.

Während Essen vier Unentschieden in dieser Spielzeit aufweist, gab es für den TSV nur eine Punkteteilung: Beim Hinspiel trennten sich die beiden Teams 22:22. Aus Sicht der Dormagener war es am 11.11.2014 nach der Zwei-Tore-Führung in der Schlussphase eher ein verlorener Punkt, als Simon Keller 32 Sekunden vor dem Abpfiff den Endstand herstellte. Die Ausgangsposition hat sich für das Rückspiel verändert: Als sich die Essener Marcus Bouali und Pasqual Tovornik fast gleichzeitig einen Kreuzbandriss zuzogen, mussten sie handeln und waren froh, dass Hannes Lindt wieder zur Verfügung stand. Der Linkshänder, der auch schon das Dormagener Trikot getragen hat, kehrte zurück vom Erstligisten SG BBM Bietigheim, wo er nicht mehr zur Stammbesetzung zählte. Außerdem ist der ehemalige TSV-Akteur Dennis Szczesny wieder fit und zählt mit Routinier Michael Hegemann zum wurfstarken Rückraum der Essener.

Der 38-Jährige Hegemann belegt mit 165/31 Toren den achten Rang in der Torschützenliste der 2. Bundesliga und liegt damit drei Plätze vor dem besten TSV-Werfer Max Bettin (158/34). Dessen Einsatz ist allerdings genau wie der von Sebastian Damm unwahrscheinlich: Die Knie der Beiden wurden gestern in der Kölner MediaPark Klinik vom Dormagener Arzt und Ex-Spieler Peter Sieberger intensiv in Augenschein genommen. "Betti" und "Basti" hatten Glück im Unglück, die Verletzungen führen zu keinem sehr langen Ausfall. Es gab aber ein striktes Trainingsverbot bis Mittwoch. "Ich gehe derzeit nicht davon aus, dass sie gegen Essen dabei sind", sagt Trainer Jörg Bohrmann.

Der bei der Stadtverwaltung beschäftigte Jonathan Eisenkrätzer hat derweil einen kurzen Videoclip unter dem Motto "Wir sind Dormagen – für eine gemeinsame Stadt" erstellt. Das Video wird vor Spielbeginn im Sportcenter gezeigt. "Der Film soll zu einem künftig noch besseren Miteinander von Menschen jeglicher Herkunft in Dormagen beitragen. Ziel ist, dass wir uns alle gemeinsam als Dormagener fühlen können – unabhängig davon, woher wir oder unsere Familien auch stammen", erklärt Bürgermeister Erik Lierenfeld, der auch noch einmal im Tribünentalk zum Besuch des Handballspiels aufruft.


Das Wochenende verlief nicht gerade glücklich für den TSV Bayer Dormagen. Die Konkurrenten um Abstiegsplatz 17, Essen und Henstedt-Ulzburg, gewannen ihre Spiele. Der TSV hingegen kassierte in der Lübecker Hansehalle eine bittere 17:26-Niederlage. Und unklar ist Schwere der Knieverletzung, die einen Einsatz von Max Bettin gar nicht erst zuließ. Der Shooter hatte sich die Verletzung im Abschlusstraining am Freitag zugezogen. Trainer Jörg Bohrmann war nach den 60 Minuten herb enttäuscht: „Mit einer solchen Leistung haben wir in der 2. Liga nichts zu suchen. Ich erwarte eine Reaktion nicht erst beim Spiel gegen Essen am Donnerstag sondern bereits im Training am Montag.“

Als die Gastgeber nach gerade mal sechs Minuten mit 5:1 vorne lagen, legte Bohrmann zum ersten Mal die Grüne Karte auf den Tisch. In der Auszeit appellierte er noch einmal an die Mannschaft und veranlasste leichte Umstellungen in der Deckung. Die stand anschließend sicherer und sorgte für Verunsicherung im Angriffsspiel der Norddeutschen. „In dieser Phase war Dormagen gleichwertig“, erklärte später VfL-Coach Torge Greve. Der TSV kam dank der spielerischen Cleverness zu sehenswerten Treffern durch Alexander Kübler und Sebastian Damm. Mit Marijan Basic kam zudem Leben in die TSV-Offensive – allerdings wirkte der Neuzugang in seinem ersten „richtigen“ Spiel zunächst auch übermotiviert. Nach einem Foul von Henning Quade an ihm sparte er nicht mit Kritik und musste daraufhin wegen Meckerns ebenfalls auf die Bank. Kurz nach seiner Rückkehr kassierte er die zweite Zeitstrafe, diesmal kannte aber außer den Schiedsrichtern niemand den genauen Grund. Die Abläufe bescherten Basic freilich ständige Buhrufe der Zuschauer – mit denen er  souverän umging und mit einer guten Leistung antwortete. Bohrmann: „Marijan war sehr motiviert. Da muss man seine Emotion auch verzeihen, er wollte schließlich seine Qualitäten zeigen.“  

Dormagens immer besser funktionierende Abwehrblock wurde erst einmal gesprengt, als Bad Schwartaus Maciej Judycki ins Spiel kam und sich gleich mit einem üblen Stürmerfoul gegen Jonny Eisenkrätzer einführte. Dessen Lippe wurde von Physio Nico Bobrowski notdürftig geflickt und musste nach der Partie genäht werden. Gleichwohl verteidigte der TSV weiterhin ordentlich und kam durch zwei von Basic herausgeholte und von Nejc Poklar verwandelte Strafwürfe bis auf 10:9 heran. Sogar der Ausgleich lag in der Luft. Aber die entsprechenden Chancen wurden nicht genutzt, auch weil Dennis Klockmann, der mit 2,10 Meter längste Torwart der Liga, zu häufig die Finger an den Ball bekam. Sven Bartmann brauchte sich indes nicht hinter ihm verstecken. Der Dormagener Torwart machte immer wieder gute Einwurfmöglichkeiten der Bad Schwartauer zunichte. Die 12:9-Führung der Gastgeber zur Halbzeit konnte er aber auch nicht verhindern. Nach dem Seitenwechsel hatte der TSV Anwurf, machte aber nichts draus und hatte auch noch Pech: Poklars Siebenmeter landete am Pfosten. Danach setzte Bad Schwartau sich vorentscheidend innerhalb von vier Minuten bis auf 16:9 ab und zog auf 20:11 in der 43. Minute davon. Die sich anbahnende zweistellige Niederlage verhinderte der TSV dank der Ausbeute von Marijan Basic: Hätte nicht Bastien Arnaud einen Ball ins Bad Schwartauer Tor gesetzt, wäre Basic der einzige Dormagener Torschütze der zweiten Halbzeit gewesen.

Als Spieler hat Jörg Bohrmann nie in Bad Schwartau verloren. „Jetzt hat es mich als Trainer getroffen.“ Mit der Leistung seiner Mannschaft war er in keinster Weise zufrieden: „Die Niederlage fiel vielleicht noch zu niedrig aus. In den entscheidenden Phasen haben wir die Bälle weggeworfen. Und ich habe kein Verständnis dafür, dass der ein oder andere Spieler aufgibt und nicht mehr nachsetzt.“ Dass die Partie in der ersten Hälfte wieder offen wurde, lag für Torge Greve daran, dass „wir nach der 5:1-Führung übersteuert haben. In der zweiten Hälfte wollten wir das Tempo beibehalten, aber den Kopf mitnehmen. Das hat geklappt.“ Der Bad Schwartauer Trainer freute sich vor allem über die Treffer dank erster und zweiter Welle.

Für den TSV beginnt die wohl entscheidende Phase im Kampf um den Klassenerhalt mit der Partie gegen TUSEM Essen an Gründonnerstag, 2. April. Das Spiel gegen den West-Rivalen beginnt um 19.30 Uhr im TSV Sportcenter. Ob Max Bettin dann mitspielen kann, wird die eingehende Untersuchung des Knies am Montag zeigen.
 
VfL Bad Schwartau – TSV Bayer Dormagen 26:17 (12:9)
Bad Schwartau: Klockmann, Noel; Glabisch (3), Franke (4), Schwarz, Podpolinski (5), Waschul, Schult (1), Pankofer (6/4), Tretow, Claasen (1), Quade (4), Judycki (2).
Dormagen: Bartmann, Jäger; Genz (1), Eisenkrätzer (1), Poklar (2/2), Doetsch, Kübler (2), Damm (2), Noll, Hüter, Marquardt, Arnaud (1), Basic (8/3).
Schiedsrichter: Chung /Otto.
Zuschauer: 1619.
Zeitstrafen: 10:10 Minuten.
Siebenmeter: 4/4:5/6 (Poklar wirft an den Pfosten).
Spielfilm: 5:1 (6.), 7:5 (14.), 9:6, 10:7, 10:9, 12:9 – 16:9 (35.), 20:11  (43.), 23:12, 26:17.


Im Bus können die Spieler des TSV Bayer Dormagen in der Nacht zum Sonntag ihre Uhren auf Sommerzeit vorstellen. Schließlich wird es nach der längsten noch ausstehenden Auswärtstour bei der Rückkehr schon beinahe hell. Die Mannschaft von Jörg Bohrmann spielt an diesem Samstag beim aktuellen Tabellenzehnten VfL Bad Schwartau. Die Partie wird um 19 Uhr in der Lübecker Hansehalle angepfiffen. Um 10 Uhr morgens beginnt die rund 500 Kilometer weite Fahrt.

Am gemeinhin "Hansehölle" genannten Spielort mussten die Gastgeber in dieser Saison schon diverse Punkte abgeben. Bad Schwartau verlor gegen die vor dem VfL platzierten Klubs aus Eisenach, Hamm und Leipzig, aber auch gegen Henstedt-Ulzburg. Schlusslicht Baunatal schrammte bei der 24:25-Niederlage knapp am Punktgewinn vorbei, den wiederum TUSEM Essen in der Vorwoche beim 26:26 verbuchte. Dass es nicht immer so erfolgreich für die Norddeutschen lief, hatte vielleicht auch mit der längeren Verletzung von Torwart Dennis Klockmann zu tun, der längst wieder fit ist: "Er zählt nach meiner Meinung zu den besten Torhütern der Liga", sagt Jörg Bohrmann. Der TSV-Coach ist über Essens Punktgewinn in der Hansehalle auch nicht gerade erfreut: "Jetzt wird Bad Schwartau sich gegen uns besonders reinhängen. Eine ähnliche Situation hatten wir ja schon öfter in dieser Saison." Doch Bangemachen gilt nicht: "Alle können befreit aufspielen, in Bad Schwartau erwartet man nicht unbedingt einen Zähler." In den April-Spielen aber schon. Dann geht es dreimal im TSV Sportcenter gegen die unmittelbare Konkurrenz Essen (Gründonnerstag, 2. April), Baunatal (11. April) und Rostock (25. April) und am 18. April nach Saarlouis. 

Wieder zurück im Team nach ausgeheilter Verletzung ist Linksaußen Pascal Noll. Ob Patrick Hüter gegen Bad Schwartau dabei ist, wird aufgrund einer Erkrankung des Kreisläufers wohl erst am Samstag Morgen feststehen. Nach zwei Kurzeinsätzen in Coburg und gegen Emsdetten könnte Neuzugang Marijan Basic vielleicht am Samstag länger spielen. Der Maschinenbauingenieur hat übrigens in dieser Woche seine Arbeit in der Werkstatt von TSV-Partner GIS im Chempark aufgenommen.


Zweimal führten die Dormagener in der ersten Hälfte mit drei Toren. Doch mit vier Treffern innerhalb von drei Minuten drehten die Gäste auch dank einer robusten Abwehrleistung noch vor der Pause die Partie. Am Ende hieß es 31:25 für den TV Emsdetten. „45 Minuten lang war ich mit dem Einsatz meiner Mannschaft zufrieden, da haben wir den Kampf angenommen“, bilanzierte TSV-Coach Jörg Bohrmann. Doch gegen einen solchen Gegner kann man nur mit dem vollen Einsatz über 60 Minuten bestehen: „Emsdetten hatte in der Hinrunde Probleme, gehört aber sicherlich zu den besten Teams der Liga“, betonte Bohrmann. „Das war unser stabilstes Spiel in diesem Jahr“, meinte Emsdettens Trainer Daniel Kubes und dachte dabei vor allem an die zweite Hälfte. Im Verlaufe der Partie hatten die Hünen im Team des Bundesliga-Absteigers den Dormagenern den Schneid abgekauft.

In der ersten Halbzeit schloss der TSV nahtlos an die vor einer Woche gezeigte Leistung gegen Aue an. Alexander Kübler mit den ersten beiden Treffern, Robin Doetsch mit einem sehenswerten Wurf und Nejc Poklar ließen die heimischen Fans jubeln. Hinzu kam die starke Leistung von Sven Bartmann, der in der 7. Minute einen Strafwurf abwehrte. Aus dem 4:4 machte der TSV das 7:4 - und hätte sogar noch deutlicher führen können. Doch Emsdettens Torwart Nils Babin entnervte vor allem Rechtsaußen Doetsch mit drei spektakulären Paraden. Die Gäste kamen wieder näher, lagen aber nach einem Treffer von Kübler und einem gekonnten Heber von Sebastian Damm erneut mit drei Toren zurück. Das 12:10 durch den überragenden Shooter Max Bettin in der 23. Minute ließ den TSV weiter hoffen. Doch leichte Fehler und Unaufmerksamkeiten in der Defensive führten zum Wendepunkt: Emsdetten führte plötzlich 14:12 und ging auch mit dem knappen 15:14-Vorsprung in die Kabine.

Nach dem Seitenwechsel schafften Bettin und Kübler den Ausgleich zum 16:16. Weil Emsdettens Rechtsaußen Iso Sluijters einen Sahnetag erwischt hatte und mehrfach aus eigentlich unmöglichem Winkel traf, Johan Koch einen Konter erfolgreich abschloss als der Pfiff der Schiedsrichter nach einem klaren Foul gegen Bettin ausgeblieben war und auch noch der wurfgewaltige Ernir Arnarson einen Treffer erzielte, führte Emsdetten aber wieder mit 19:16. Auch von diesem Rückstand erholte sich der TSV, kam durch Tore von Jonny Eisenkrätzer und Alex Kübler wieder ran. Das wiederholte sich anschließenden nach der Vier-Tore-Führung von Emsdetten. Doch der verwandelte Strafwurf von Bettin zum 20:22 in der 45. Minute sollte auch das letzte ernsthafte Aufbäumen sein. Mit vier Treffern in Folge setzte sich der TVE vorentscheidend auf 26:20 ab und ließ nichts mehr anbrennen. Echte Dormagener Torgefahr ging jetzt nur noch von Max Bettin aus. Den von Zuschauern geäußerten Wunsch nach einem Einsatz von Bastien Arnaud konterte Jörg Bohrmann übrigens mit einer Erklärung beim Trainertalk: „Bastien ist derzeit nicht so fit wie ich mir das vorstelle. Und drei Spieler kann ich nicht regelmäßig auswechseln. Er muss weiter an sich arbeiten.“

Am kommenden Samstag reist der TSV in den Norden zum VfL Bad Schwartau. Das nächste Heimspiel findet Gründonnerstag, 2. April, um 19.30 Uhr im TSV Sportcenter statt. Gegner ist dann Tabellennachbar TUSEM Essen.

TSV Bayer Dormagen – TV Emsdetten 25:31 (14:15)
Dormagen: Bartmann, Jäger; Bettin (11/4), Genz (1), Plaz, Eisenkrätzer (1), Poklar (1), Doetsch (1), Kübler (7), Damm (3), Hüter, Marquardt, Basic, Arnaud.
Emsdetten: Babin, Nippes; Lokkebo, Sluijters (8), Wesseling, Rivesjoe (5), Brevik (3), Adams, Kropp (1), Runnarsson (7/2), Arnason (4), Gretarsson, Koch (3).
Schiedsrichter: Köppl / Regner.
Zuschauer: 1244.
Zeitstrafen: 8:8 Minuten.
Siebenmeter: 4/6:2/4 (Babin hält gegen Poklar, Bettin an den Pfosten – Bartmann hält gegen Rivesjoe, Jäger gegen Runnarsson).
Spielfilm: 2:1, 2:3, 7:4 (13.), 8:7, 10:7 (20.), 12:10, 12:14 (27.), 13:15, 14:15 – 18:19 (37.), 18:22 (42.), 20:22 (45.), 20:26 (51.), 22:30, 25:31.

Patrick Hüter und Max Jäger verlängern
Patrick Hüter wird auch in den nächsten beiden Jahren das Trikot des TSV Bayer Dormagen tragen. Der Kreisläufer verlängerte jetzt seinen Vertrag - ebenso wie Max Jäger. Der Torwart unterschrieb beim TSV für ein weiteres Jahr. Handball-Geschäftsführer Björn Barthel ist zufrieden: „Da die meisten Spieler Verträge über die laufende Saison hinaus haben, wird die Mannschaft weitestgehend zusammen bleiben.“


"Plötzlich sind wir wieder in alte Muster verfallen", sagt Jörg Bohrmann nach der 21:29-Niederlage in Coburg. "Aber wenn wir uns solche Blackouts wie nach 20 Minuten und in der Mitte der 2. Halbzeit leisten, dann können wir Spiele gegen solch heimstarke Mannschaften wie Coburg nicht gewinnen." Der Trainer des TSV Bayer Dormagen hofft, dass seine Spieler an diesem Samstag an den Verlauf des mit 26:16 gewonnenen Heimspiels gegen Aue anknüpfen können: "Wenn wir so diszipliniert wie in der letzten Woche spielen, dann haben wir auch gegen den TV Emsdetten eine Chance." Die Partie gegen den Bundesliga-Absteiger wird an diesem Samstag um 19 Uhr im TSV Sportcenter vom Gespann Julian Köppl und Denis Regner (Bingen) angepfiffen. Die Abendkassen öffnen um 17.30 Uhr.

10:2-Punkte holte Emsdetten aus den letzten sechs Meisterschaftsspielen. "Natürlich ist das ein ganz schwieriges Spiel", sagt Jörg Bohrmann. "Emsdetten hat in diesem Jahr erst ein Spiel verloren und verfügt über eine sehr erfahrene Mannschaft. Doch das will nichts heißen. Wir haben gesehen, dass in dieser ausgeglichenen Liga jeder jeden schlagen kann. Und wenn wir hundert Prozent geben, dann holen wir uns die Punkte." Dabei kann man davon ausgehen, dass die Rekord-Torjagd des Hinspiels nicht wiederholt wird. Mit insgesamt 80 Treffern liegt das 43:37 für den TV Emsdetten in der Saisonbilanz aller Spiele immer noch ganz vorne.

"Wir wollen gegen Emsdetten wieder unsere bekannten Tugenden zeigen", setzt Kapitän Dennis Marquardt auf intensive 60 Minuten mit einer kämpferischen Einstellung bis zum Abpfiff. Dabei würde helfen, wenn Tobias Plaz und Alexander Kübler wieder mit dabei wären. "Mit den Beiden haben wir doch etwas mehr Erfahrung auf dem Spielfeld", kann Bohrmann allerdings noch keine Prognose über die Einsatzchancen abgeben. Marijan Basic wird sein erstes Heimspiel bestreiten können. "Das war in Coburg in den wenigen Minuten und mit zwei Treffern schon ganz okay. Aber man merkt ihm nach der langen Pause natürlich an, dass ihm noch die Spielpraxis fehlt."


Das Gastspiel in Coburg mitten in der Woche stand am Mittwochabend unter keinem guten Stern: Mit Kreisläufer Alexander Kübler und Linkshänder Tobias Plaz konnten gleich zwei Spieler die Reise aufgrund eines grippalen Infekts erst gar nicht antreten. Erstmals kam indes Neuzugang Marijan Basic zu zwei Kurzeinsätzen, in denen er zwei Treffer erzielte. Die konnten allerdings die 21:29-Niederlage des TSV Bayer Dormagen auch nicht verhindern. Da TUSEM Essen sein Heimspiel gegen die Rimpar Wölfe mit 25:24 gewann, tauschte der TSV wieder den Rang mit dem West-Rivalen und steht vor dem Heimspiel gegen Emsdetten am kommenden Samstag, 21. März, 19 Uhr, auf dem ersten Abstiegsplatz 17.

Lange Zeit hielten die Dormagener in der ersten Hälfte gut mit, Max Bettin machte in der 19. Minute sogar das 9:9. Doch Coburg reagierte, setzte sich mit drei Treffern in Folge ab und baute den Vorsprung bis auf 17:11 zur Halbzeit aus. Die über 2000 Zuschauer wurden allerdings unruhig als die Gäste bis zur 40. Minute auf 20:17 herankamen. Jetzt stand auch wieder die Dormagener Abwehr sicherer und erleichterte Sven Bartmann die Arbeit. Der 18. Treffer, der die Begegnung in dieser Phase vermutlich noch einmal richtig spannend gemacht hätte, wollte aber trotz mehrerer guter Chancen nicht fallen. Es dauerte sogar fast eine Viertelstunde bis zum nächsten TSV-Tor: Marijan Basic netzte erstmals für den TSV zum 18:25 ein. Torwart Bartmann verhinderte in der letzten Sekunde Coburgs 30. Treffer, als er den von Gerlich geworfenen Siebenmeter parierte.

HSC 2000 Coburg - TSV Bayer Dormagen 29:21 (17:11)
Coburg: Martinsen, Krechel; Göhl (1), Andersson (1), Kelm (4), Gerlich (6/5), Kirchner (2), Vitek (4), Riha, Coßbau, Billek (5), Riehn (4), Roth (2), Seitle.
Dormagen: Bartmann, Jäger; Bettin (4), Genz (3), Eisenkrätzer (1), Poklar (3/2), Doetsch (1), Damm (5), Bongaerts, Hüter (2), Marquardt, Arnaud, Bastien, Basic (2).

Schiedsrichter: Arndt/Kobilke.
Zuschauer: 2048.
Zeitstrafen: 4:4 Minuten.
Siebenmeter: 5/6:2/5 (Bartmann hält gegen Gerlich - Poklar (2) und Bettin scheitern an Krechel (2) und Martinsen).
Spielfilm: 4:2 (9.), 9:9 (19.), 12:9 (23.), 17:10, 17:11 - 20:14 (35.), 20:17 (40.), 22:17 (47.), 25:18 (54.), 29:20, 29:21.


Der HSC 2000 Coburg bekam am Samstag eine Packung in Bad Schwartau - der TSV Bayer Dormagen feierte den höchsten Sieg in dieser Saison gegen Aue. Dass es an diesem Mittwoch in Coburg ähnlich verläuft, davon muss man nicht ausgehen. Der TSV kann sich freilich mit einem gesunden Selbstvertrauen auf die rund 470 Kilometer lange Reise zur HUK-Coburg Arena begeben. Die Partie wird dort um 20 Uhr angepfiffen. Das Hinspiel gewann der TSV gegen den aktuellen Tabellensiebten mit 33:29. Max Bettin war mit 12 Treffern der beste Werfer.

"Die Spieler haben gesehen, wie sie mit der nötigen Disziplin gegen Aue gewinnen können", sagt TSV-Trainer Jörg Bohrmann. "Ich glaube nicht, dass unser Spiel gegen Aue allzu viel Kraft gekostet hat. Denn wir haben am Samstag viele positive Akzente gesetzt und dann ist der Kraftverbrauch einfach geringer." Bohrmann gibt aber auch zu bedenken, dass der Einsatz gerade in einer englischen Woche besonders betrachten werden muss. Denn bereits am kommenden Samstag steht das Heimspiel gegen Emsdetten auf dem Spielplan. In Coburg soll sein Team wieder über die Abwehr kommen. Schon ein Teilerfolg würde dem TSV im Kampf um den Klassenerhalt enorm helfen.

Eigentlich hatte sich für das Spiel in Coburg ein prominenter Besucher angekündigt: Der bayerische Ministerpräsident wollte sich das Aufeinandertreffen gegen Dormagen ansehen. Doch Horst Seehofer sagte inzwischen ab, weil er an diesem Tag in München eine Staatsdelegation empfangen muss. Theoretisch ist für Coburg mit fünf Punkten Rückstand auf den Dritten Rimpar der Aufstieg in die DKB-Handball-Bundesliga noch möglich. Allerdings gehen die HSC-Verantwortlichen derzeit kaum noch davon aus, dass sie dies in dieser Saison schaffen werden. Danach aber ist das Ziel klar gesteckt: Mit dem Bamberger Wolfgang Heyder wechselt demnächst ein bekannter Sportmanager die Sportart und wird Coburgs neuer Geschäftsführer. Er führte die Bamberger Basketballer unter anderem zu sechs deutschen Meistertiteln. Mit dem HSC will er erst einmal Liga 1 erreichen.


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