Kurz vor Schluss lag der TSV Bayer Dormagen in der Erzgebirgshalle Lößnitz mit zwei Toren vorne. Doch der EHV Aue schaffte noch den Ausgleich zum 28:28 (15:12) – was die Leistung der Rheinländer zwei Tage nach der Niederlage in Dresden nicht schmälert: Die Wiesel nahmen den ersten Auswärtspunkt in dieser Saison und den ersten Zähler seit 14 Jahren aus dem Erzgebirge mit nach Hause. Vor neun Monaten unterlagen sie an gleicher Stelle mit 28:29.

Es waren die kleinen Anspielfehler, die dem TSV das Leben in der ersten Hälfte und kurz nach dem Wiederbeginn schwermachten. Zu oft profitierte Aue von diesen Nachlässigkeiten und ging immer wieder in Führung, ohne sich aber wirklich absetzen zu können. Dagegen sprach der leidenschaftliche Einsatz der gesamten Auswahl. Andre Meuser hatte seine Torgefährlichkeit wiedergewonnen, Jakub Sterba zeigte sich reaktionsschnell. Nach dem 13:12 durch den Rechtsaußen verpassten die Gäste eine bessere Ausgangsposition vor dem Gang in die Kabine. Aue traf noch zweimal und Schlussmann Erik Töpfer verhinderte den Anschlusstreffer nach einer sehenswerten Kombination der Dormagener Offensive.

Aus dem Ballbesitz machte der TSV nach dem Wiederanpfiff erst mal nichts, kassierte aber drei Tore bis zum 18:12 für Aue in der 37. Minute. Dusko Bilanovic griff zur grünen Karte und registrierte, dass die Führung der Gastgeber nicht weiter anwuchs. Im Gegenteil: Der zusammen mit Oliver Dasburg nachgereiste Sören Steinhaus traf doppelt und fing dabei auch einen Ball in der Abwehr ab, den er nach einem lockeren Sprint im gegnerischen Tor ablegte. Aues Vorsprung schmolz, die Nervosität machte sich durch die steigende Fehlerzahl bemerkbar. Umso aufgeweckter wirkten die Gäste - bei seiner Premiere auf dem Feld überzeugte auch der ausgeliehene Opladener Dasburg, der kurz nach seiner Einwechslung einen Strafwurf herausholte. Den verwandelte Jan Reimer, wie zwei weitere, sicher.

Nachdem Ante Grbavac durch Aues Deckung spazierte und weiter zum 22:20 verkürzte, ließ der TSV sich auch von einem geahndeten Wechselfehler nicht aus der Ruhe bringen. Das lag nicht zuletzt an Torwart Christian Simonsen, der in wichtigen Phasen parierte. Und vorne präsentierte sich Sören Steinhaus vier Tage nach seinem 18. Geburtstag in Bestform. Nach seinen drei Toren in Folge hieß es in der 51. Minute 23:23. Der EHV ging zwar erneut in Führung, jetzt waren es Jan Reimer und Aron Seesing, die zum 25:25 ausglichen. Das glückliche 26:25 war zugleich der letzte Vorsprung für die Sachsen: Der von Adrian Kammlodt geworfene Ball traf Patrick Hüter und wurde dadurch unhaltbar für Simonsen.

Andre Meuser mit seinem siebten Treffer, Jan Reimer per Siebenmeter auch gegen Aues zweiten Keeper Pascal Bochmann und Oliver Dasburg mit seinem Premierentor – der TSV konnte sich dank des 28:26 vorzeitig darüber freuen, dass die zweite Niederlage im Rahmen der Ost-Tour verhindert wurde. Aue wehrte sich allerdings gegen die Abgabe beider Punkte. Erst sorgte Kammlodt für den Anschluss, dann scheiterte Aron Seesing an Erik Töpfer. Der letzte Angriff führte wiederum über die rechte Seite, Maximilian Lux krönte seine Leistung mit dem Ausgleich zum 28:28 vier Sekunden vor Schluss.

„Die Jungs haben sehr gut gekämpft und nie aufgegeben. Schade, dass sie sich heute nicht mit dem zweiten Punkt belohnt haben“, lobte Dusko Bilanovic seine Auswahl. „Aber es ist toll, dass wir etwas Zählbares von diesem Vier-Punkte-Spiel mit nach Hause nehmen können.“ Eine besondere Anerkennung galt dem jüngsten Spieler: „Sören Steinhaus hat neuen Schwung ins Spiel gebracht.“

Das letzte Heimspiel des Jahres wollen die Wiesel auf jeden Fall erfolgreich abschließen: Am Donnerstag, 23. Dezember, geht es ab 19.30 Uhr gegen die HSG Nordhorn-Lingen. Es soll ein Handballfest in blau-weiß werden, hofft der TSV auf möglichst viele Gäste, die in den Vereinsfarben ins TSV Bayer Sportcenter kommen.

EHV Aue – TSV Bayer Dormagen 28:28 (15:12)
Aue:
Töpfer (11 Paraden), Bochmann (bei einem 7m); Roch, Ebert, Bornhorn (5/1), Egilsnes, Lux (6), Schneider (1), Bombelka, Dutschke, Slachta (2), Schauer, Kammlodt (5), Paraschiv (5), Halfdansson (3), Ribeiro (1).
Dormagen: Juzbasic (4 Paraden), Simonsen (6 Paraden), Klama; Dasburg (1), Meuser (7), Biernacki, Reimer (3/3), Richter (1), Zurga (1), P. Hüter (1), Sterba (4), Grbavac (3), Seesing (2), Steinhaus (5), Köster.
Schiedsrichter: Biehler / Dietz.
Zuschauer: -
Zeitstrafen: 4:8 Minuten.
Siebenmeter: 1/2:3/4 (Bornhorn wirft an den Pfosten – Grbavac scheitert an Töpfer).
Spielfilm: 2:3, 5:3 (9.), 9:9 (16.), 12:11, 15:12 – 18:12 (37.), 19:16 (41.), 22:21 (49.), 23:23 (51.), 25:23, 26:25, 26:28, 28:28.


Mit einem Sieg in Aue besteht heute die Chance für den TSV Bayer Dormagen, die ungewöhnliche Woche mit drei Spielen in sechs Tagen ausgeglichen zu gestalten. Gleichzeitig würde der TSV den Klub aus dem Erzgebirge vom 18. Platz verdrängen und seine Auswärtsbilanz ein wenig aufbessern, nachdem alle bisherigen sieben Gastspiele verloren wurden. Die Schiedsrichter Tobias Biehler und Fabian Dietz (Offenburg / Ohlsbach) pfeifen die Begegnung in der leeren Erzgebirgshalle Lößnitz um 17 Uhr an. Die Live-Übertragung auf Sportdeutschland.tv beginnt bereits um 16.30 Uhr.

Der Blick auf die Bilanz der Klubs fällt für den TSV nicht ganz so erfreulich aus. Zwar gewannen die Wiesel die beiden letzten Heimspiele im April 2021 (28:26) und im August 2019 (35:25), zwei Punkte brachten die Dormagener aber zuletzt vor 14 Jahren aus Aue mit. In dieser Saison verlor der EHV vier Spiele gegen Essen, Rimpar, Eienach und zuletzt Hagen (31:32). Für die Gastgeber sind an der Seitenlinie weiterhin die Co-Trainer Michael Hilbig und Kirsten Weber verantwortlich. Chefcoach Stephan Swat geht es nach seiner langwierigen Corona-Erkrankung den Umständen entsprechend besser, doch er leidet weiterhin unter Langzeitfolgen. Swat: "Bei den Spielen sitze ich noch nicht auf der Bank; dafür reicht es noch nicht. Ich beobachte den Trainingsbetrieb unter der Woche und übernehme zusätzlich einige Aufgaben im organisatorischen Bereich, die in der Geschäftsstelle anfallen", sagt der 44-Jährige in einem Interview mit Handball World. Sein Appell: "Ich wünsche mir die Einsicht von allen, dass das Impfen hilft - es hilft mehr als es schadet."

Beide Mannschaften spielten in der letzten Saison in der 2. Handball-Bundesliga eine ganz andere Rolle mit den Plätzen 5 (Aue) und 7. Klar, dass sie so schnell wie möglich die Abstiegszone verlassen wollen. Der TSV verfügt heute wieder über eine breitere Bank: Sören Steinhaus und der für drei Wochen ausgeliehene Oliver Dasburg stießen gestern zur Mannschaft. Sie konnten aufgrund von schulischen Verpflichtungen gegen Dresden nicht dabei sein.


Eine Halbzeit lang war der TSV Bayer Dormagen in der Ballsport Arena Dresden auf dem Weg zu den ersten beiden Auswärtspunkten in dieser Saison. Frisch aus der Kabine zurück lief aber auf dem Spielfeld nicht mehr viel zusammen - lediglich ein Treffer in 18 Minuten. Damit war die Partie natürlich entschieden. Denn die keineswegs überragenden Gastgeber hatten mit ihrem 13:1-Lauf das Nachholspiel des 7. Spieltags nicht nur gedreht, sondern waren uneinholbar davongezogen. Zwei Auszeiten von Dusko Bilanovic innerhalb von sieben Minuten konnten daran nichts ändern. Immerhin: Die Wiesel verdienten sich Anerkennung für die Anstrengungen in den letzten zehn Minuten, die den Endstand 26:23 deutlich freundlicher ausdrücken.

Ein ruhiger und disziplinierter Spielaufbau der Rheinländer bestimmte die erste Hälfte. Zudem präsentierte sich die Abwehr in guter Verfassung. Wenn doch noch ein Dresdner durchkam, scheiterte er oft an Martin Juzbasic, der sich mit zehn Paraden auszeichnete. Im Kasten gegenüber stand freilich auch ein starker Rückhalt: Max Mohs verhinderte einen höheren Rückstand seiner Auswahl und hatte außerdem gehörigen Anteil am Ausbau der Führung nach dem Seitenwechsel.

Was immer auch zu der Dormagener Torflaute führte – wenn es denn mal nicht wie erhofft läuft, kommt das Pech dazu. So warf Jan Reimer seinen zweiten Siebenmeter an den Pfosten; der vor dem Seitenwechsel treffsichere Ante Grbavac setzte einen Heber aufs statt ins Tor oder auch ein klares Dresdner Stürmerfoul, das nicht geahndet wurde und zum 17:12 führte. Erfreulicher waren der von Christian Simonsen gegen Nils Kretschmer gehaltene Strafwurf sowie weitere gelungene Aktionen des jungen Schlussmannes nach seiner Einwechslung in der 47. Minute. „Den am Ende knappen Ausgang haben wir ihm zu verdanken“, lobte Dusko Bilanovic. Und der schönste Treffer des Spiels geht ohne Zweifel auf das Konto von Jakub Sterba, der in den Kreis sprang und das Kempa-Anspiel des erneut überzeugenden Benjamin Richter per Rückhand verwandelte.

„Das Spiel müssen wir schnell abhaken“, sagt Trainer Dusko Bilanovic. Schließlich gilt die ganze Konzentration dem zweiten Teil der Sachsen-Reise: Am Samstag, 18. Dezember, heißt der Gastgeber EHV Aue. Sollte der TSV in der Erzgebirgshalle Lößnitz gewinnen, würde er mit dem unmittelbaren Tabellennachbarn die Plätze tauschen und auf Rang 18 vorrücken.

HC Elbflorenz Dresden – TSV Bayer Dormagen 26:23 (10:12)
Dresden:
Mohs (14 Paraden), Huhnstock; Zobel (2), Emanuel (2), Dierberg (2/1), Buschmann, Dumcius (5), Kretschmer (6/2), Jungemann (1), Stavast (2), Greß (1), Vanco (2), Klepp (1), Schulz, Quade (2), Neuhold.
Dormagen: Juzbasic (10 Paraden), Simonsen (ab 48., 6 Paraden), Klama; Meuser (1), Biernacki (1), Reimer (1/1), Richter (4), Zurga (1), P. Hüter, Sterba (3), Grbavac (6/1), Seesing (3), Köster (3).
Schiedsrichter: Heinz-Hebisch / Lenhardt.
Zuschauer: -
Zeitstrafen: 2:4 Minuten.
Siebenmeter: 3/4:2/3 (Simonsen hält gegen Kretschmer – Reimer wirft an den Pfosten).
Spielfilm: 2:1, 3:4, 4:6, 8:7, 8:9, 9:12, 10:12 – 17:12, 17:13, 22:13, 23:19, 24:21, 25:21, 26:23.

 


Die drei Spiele des TSV Bayer Dormagen gegen Eisenach, die Eulen Ludwigshafen und gegen den HC Elbflorenz mussten aufgrund von Coronafällen der Gegner verlegt werden. Während die Begegnungen mit Eisenach und Ludwigshafen erst im nächsten Jahr stattfinden, wird heute die Partie in Dresden ausgetragen. Katharina Heinz-Hebisch und Sonja Lenhardt (Neuhausen/Stuttgart) pfeifen die Begegnung des 7. Spieltags um 16 Uhr in der Ballsport Arena Dresden an. Die frühe Anwurfzeit hat entscheidend damit zu tun, dass die Dormagener am Samstag ein weiteres Spiel in Sachsen bestreiten: Am 18. Dezember spielt das Team von Dusko Bilanovic in Aue. Da ist jede Stunde Regeneration wichtig.

"Wir freuen uns auf die Spiele und machen uns mit Motivation und Ehrgeiz an die sicher nicht leichte Aufgabe", sagt Kapitän Patrick Hüter. Das Ziel: "Wir wollen so viele Punkte sammeln wie es geht." Dresden ist aktuell in der Tabelle der 2. Handball-Bundesliga nicht sehr weit entfernt vom TSV (Rang 19, 6:20-Punkte) und liegt auf dem 13. Platz (13:15-Punkte). Interessant: Alle sechs Niederlagen endeten sehr knapp, der höchste Misserfolg war das 25:28 in Hüttenberg. Erfolgreichste Werfer sind Spielmacher Sebastian Greß (79) und Rechtsaußen Lukas Wucherpfennig (74/31).

Das Spiel wird live auf Sportdeutschland.tv übertragen. Die sächsische Coronaschutz-Verordnung lässt derzeit keine Zuschauer zu.


Das zweite Unentschieden der Saison feierten die Gastgeber wie einen Sieg. Schließlich fiel der letzte Treffer der Wiesel elf Sekunden vor Schluss – genau Maß genommen hatte der älteste Feldspieler der Partie: Knapp ein halbes Jahr nach seiner Verabschiedung trug der kurzfristig vom Longericher SC ausgeliehene Benjamin „Benni“ Richter wieder das TSV-Trikot und hatte gewichtigen Anteil am 25:25 (14:15) zum Anfang der Härtewoche mit noch zwei Auswärtsspielen in Sachsen gegen den HC Elbflorenz Dresden am Donnerstag und EHV Aue am Samstag. „Benni hat so gespielt als wäre er niemals weg gewesen“, lobte TSV-Coach Dusko Bilanovic den 30-Jährigen.

Zu Beginn des Derbys drehte der TSV auf und lag nach acht Minuten mit 5:1 vorne. Die Absprachen funktionierten, die vorhandenen Lücken in Essens Defensive entdeckten Andre Meuser und Ante Grbavac, die entweder erfolgreich abschlossen oder Patrick Hüter am Kreis fanden. „Wir wollten Dormagen mit unserer 5:1-Defensive überraschen“, hatte TuSEM-Trainer Jamal Naji Ex-Wiesel Eloy Morante Maldonado als Störer eingesetzt. „Die breiten Kreuzungen haben wir aber zunächst nicht so gut verteidigt und etwas umgestellt“, begründete Naji das kontinuierliche Aufholen. „Nach der Auszeit verteidigte Essen noch aggressiver und wir hatten Mühe, in Fahrt zu kommen“, erklärte Bilanovic.

Im Essener Angriff war es vor allem der wendige Justin Müller, der die TSV-Abwehr vor Probleme stellte und immer wieder Strafwürfe herausholte. Die nutzte der regelmäßig von der Bank kommende Noah Beyer, um als erfolgreichster Werfer in die Geschichte des Duells einzugehen. Nur einmal scheiterte er am wieder genesenen Christian Simonsen, nahm aber den Abpraller auf und traf erst zum 9:8-Anschluss und dann auch zum 10:10 in der 20. Minute. In der Schlussphase der ersten Hälfte ging Essen erstmals in Führung und lag auch zur Pause mit 15:14 vorne, weil der eingewechselte Torwart Lukas Diedrich mit einer starken Reaktion den Wurf von Grbavac abwehrte.

Nach dem Seitenwechsel baute der Bundesliga-Absteiger den Vorsprung innerhalb von drei Minuten bis auf 18:14 aus. Bilanovic: „Wir haben die zweite Halbzeit schlecht eröffnet, fanden dann aber unsere Konzentration wieder.“ Justin Müller war jetzt gut aufgehoben bei Aron Seesing. Und auch die gefährlichen Anspiele an den Kreis bekam der TSV in den Griff – wobei manch freier Wurf von Martin Juzbasic entschärft wurde, der dafür ein Kompliment von Naji erhielt: „In jeder wichtigen Phase des Spiels hält er unglaubliche Bälle. Juzbasic ist ein sehr guter Torwart, das müssen wir neidlos anerkennen.“

Das Spiel war jetzt völlig offen. Der TSV schaffte in der 41. Minute den 20:20-Ausgleich, Essen antwortete mit zwei Treffern - ebenso der TSV, der die anschließende Unterzahl gut überstand und durch das Tor von Jaka Zurga 23:22 vorne lag. Danach erzielte Andre Meuser mit seinem Treffer Nummer 6 das 24:23. In der doppelten Überzahl vergaben die Wiesel aber die Möglichkeit, auf 25:23 zu erhöhen. So scheiterte Jakub Sterba unglücklich bei seinem Heber-Versuch an Lukas Diedrich. Prompt verwandelte Noah Beyer zum 24:24, Tim Rozman sorgte für Essens letzte Führung – bevor Benni Richter beherzt Richtung oberer rechter Winkel zielte. Der letzte Angriff der Gäste endete mit einem Stürmerfoul von Morante. „Wir befinden uns in einer nicht so prickelnden Situation. Da sind wir natürlich mit dem einen Punkt zufrieden“, zog TSV-Kapitän Patrick Hüter ein positives Fazit nach dem spielerisch und kämpferisch überzeugenden Derby.

TSV Bayer Dormagen – TuSEM Essen 25:25 (14:15)
Dormagen:
Juzbasic (10 Paraden), Simonsen (bei drei 7m, 1 P.), Klama (n.e.); Dasburg (n.e.), Meuser (6), Köster (n.e.), Eugler, Biernacki, Reimer (2/2), Richter (3), Zurga (2), P. Hüter (5), Sterba (1), Grbavac (5), Seesing (1), Steinhaus (n.e.).
Essen: Bliß (3 Paraden), Diedrich (9 P.); Beyer (8/7), Ellwanger, Glatthard (n.e.), Rozman (2), Dangers, Becher (6), Ignatow (2), Szczesny, Müller (2), Firnhaber (1), Seidel, Morante Maldonado (1), Klingler (3).
Schiedsrichter: Kern / Kuschel.
Zuschauer: 944.
Zeitstrafen: 8:6 Minuten.
Siebenmeter: 2/2:7/8 (Simonsen hält gegen Beyer, der im Nachwurf erfolgreich ist).
Spielfilm: 5:1 (8), 6:5 (12.), 8:6, 10:8 (18.), 10:10 (20.), 13:12, 13:14, 14:14, 14:15 – 14:18 (33.), 17:20, 20:20 (41.), 20:22 (45.), 23:22 (50.), 24:23, 24:25, 25:25.


Das um drei Tage verlegte Derby zwischen dem TSV Bayer Dormagen und TuSEM Essen steigt an diesem Montag, 13. Dezember, im TSV Bayer Sportcenter. Die Schiedsrichter Thomas Kern und Thorsten Kuschel (Bellheim / Karlsruhe) pfeifen die Partie um 19.30 Uhr unmittelbar nach dem Teddy Bear Toss an - mitgebrachte Stofftiere werden aufs Spielfeld geworfen, eingesammelt und für einen guten Zweck verwendet. Nach der aktuellen Corona-Schutzverordnung erhalten bis zu 1600 Zuschauer Einlass. Tickets gibt es im Online-Shop. Sollten nicht alle Eintrittskarten verkauft sein, öffnet die Abendkasse am Montag um 18.30 Uhr.

Wohl erst im nächsten Jahr wird der TSV wieder mit einer kompletten Mannschaft antreten können. Im Dezember stehen noch fünf Partien an, in denen zwei zusätzliche Spieler dem Kader angehören: Benni Richter (30) und Oliver Dasburg (23) kommen aus der 3. Liga. Richter ist den heimischen Fans natürlich ein Begriff, wurde er doch erst im Juni von Dormagens Handball-Geschäftsführer Björn Barthel verabschiedet. Er schloss sich seinem ehemaligen Klub Longericher SC an, mit dem er am Samstag die Bergischen Panther 23:22 bezwang. Auch Dasburg erlebte gestern das letzte Spiel in diesem Jahr mit dem TuS Opladen in Gensungen, es endete 27:27.

Aufgrund der Ligapause ist die Verpflichtung der beiden Rückraumspieler für drei Wochen möglich. „Unser großer Dank gilt den Spielern und den Verantwortlichen der Klubs, die diesem sicher ungewöhnlichen Vorgang zustimmten und uns damit in der aktuell schwierigen Personalsitation unterstützen“, sagt Barthel, der seit langem auf der Suche nach zumindest vorübergehendem Ersatz war. Während Oliver Dasburg am heutigen Sonntag bereits an der ersten Trainingseinheit in Dormagen teilnahm, stößt Benni Richter am Spieltag zum Team. „Ich kenne die Abläufe beim TSV noch ganz gut“, schmunzelt der Spielmacher, der weiterhin Freundschaften mit vielen Dormagener Spielern pflegt und zuletzt vor drei Wochen dem Spiel gegen Großwallstadt beiwohnte. Dasburg, der aktuell davor steht, seinen Theorie-Abschluss zum Glaser zu machen, wäre fast schon mal zu Jugendzeiten zum TSV gekommen. Nun freut er sich auf die Herausforderung und ist „froh, dass mir Opladen und Dormagen die Chance geben.“ Beide Akteure hoffen darauf, dass sie dem TSV in den drei Wochen tatsächlich helfen können.

Auf der Dormagener Bank wird es so auf jeden Fall wieder etwas voller. Ante Grbavac und Sören Steinhaus stehen nach ihren Erkrankungen wieder zur Verfügung, Finn Johannmeyer ist hingegen noch krankgeschrieben. Für Tim Mast käme der Einsatz zu früh.

Für den TuSEM war das letzte Jahr quasi ein „Abstieg mit Ansage“. Natürlich wollte Coach Jamal Naji mit seinem Aufsteiger-Team die Klasse halten. Aber als der damalige Nachwuchskoordinator sich 2020 in Dormagen verabschiedete, war ihm die Schwere dieser Aufgabe bewusst. Tatsächlich ging es nach einem Jahr wieder zurück in die 2. Liga. Dass der Traditionsklub bald wieder den Fahrstuhl nach oben antreten will, deutete Geschäftsführer Niels Ellwanger vor Saisonbeginn an: „In der 1. Liga zu spielen, hat riesigen Spaß gemacht. Und macht Lust darauf, bald wieder dort zu spielen.“ Der Wiederaufstieg soll mit Naji erreicht werden, allerdings wäre der jetzt 35-Jährige anschließend nicht mehr dabei. Denn der Coach wird im nächsten Jahr Nachfolger von Sebastian Hinze beim Erstligisten Bergischen HC. „Es war schwierig, es den Jungs zu sagen, genauso wie die Entscheidung an sich“, betont Naji.

Nach einem guten Start lief es im November beim TuSEM nicht mehr ganz so rund. Auf die Niederlage in Gummersbach folgten drei Misserfolge in eigener Halle. Zuletzt aber gewann der Traditionsverein in Dessau (36:28) und vor einer Woche gegen Emsdetten (28:24). Nach 14 Spieltagen liegt der TuSEM auf Tabellenplatz 6. Neben Jamal Naji kommen zwei frühere Dormagener zurück ins Sportcenter: Dennis Szczesny erlebte einen Teil seiner Handball-Ausbildung in Dormagen, ebenso wie Eloy Morante Maldonado, der fünf Jahre das TSV-Trikot trug. Mit 57 Toren ist er derzeit Essens erfolgreichster Werfer.


Bereits über 1000 Tickets sind für das Spiel gegen TuSEM Essen verkauft, die Vorfreude in beiden Lagern auf den West-Schlager ist groß. Um dem Spiel auch einen würdigen sportlichen Rahmen zu geben, wird die Partie von Freitag, 10. Dezember, auf Montag, 13. Dezember, 19.30 Uhr im TSV Bayer Sportcenter verlegt.

Nach der Erkrankung von Ante Grbavac und Sören Steinhaus, die vom Ärzte-Team bis zum Wochenende krankgeschrieben sind, sowie zwei weiteren Verletzten aus dem Spiel gegen Empor Rostock hätte der TSV mit lediglich sieben Feldspielern am Freitag gegen TuSEM Essen auflaufen können. Als sich dies abzeichnete, bat Geschäftsführer Björn Barthel beim Gegner und bei der Handball-Bundesliga um eine Spielverlegung. Beide Seiten stimmten diesem Antrag zu. „Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für den fairen Umgang mit dieser außerordentlichen Situation bei uns, das ist nicht selbstverständlich“, sagt Barthel. „Insbesondere den Verantwortlichen von TuSEM Essen gilt mein besonderer Dank für ihren Sportsgeist.“

Zum Spieltermin am Montag kann dann zumindest mit der Rückkehr von Steinhaus und Grbavac, sowie des schon länger erkrankten Fynn Johannmeyer gerechnet werden. Auch den beiden angeschlagenen Spielern aus dem Spiel gegen Empor Rostock gibt das Wochenende drei Tage mehr Regenerationsmöglichkeit, um einen Einsatz am Montag eventuell möglich zu machen.

Sämtliche bereits erworbene Tickets behalten ihre Gültigkeit für den neuen Spieltermin. Der TSV freut sich in diesem wichtigen Spiel auf die Unterstützung jedes Zuschauers. Wer dennoch nicht vor Ort sein kann, kann sein Ticket kostenfrei stornieren lassen und erhält das Geld anschließend zurück. Alle Informationen zur Rückerstattung erhalten die Ticketkäufer per E-Mail. Lediglich die Käufer, die ihr Ticket in Vorverkaufsstellen erworben haben, müssten dieses gegebenenfalls auch dort wieder zurückgeben und erhalten dort ihr Geld zurück. Von telefonischen Anfragen zum Prozedere bitten wir abzusehen, stattdessen senden Sie bei Fragen gerne eine Mail an info@handball-dormagen.de.

Der Vorverkauf läuft weiterhin, insgesamt können 1600 Fans die Partie im TSV Bayer Sportcenter unter 2G-Bedingungen verfolgen. Wer dabei sein möchte, sollte sich also noch schnell Tickets über den Online-Shop sichern. Der für Freitag vor Spielbeginn geplante Teddy Bear Toss findet nun ebenfalls am Montag statt.

 


Die nächsten Hiobsbotschaften trafen den TSV Bayer Dormagen bereits am Sonntag bei der Ankunft in Rostock: Ante Grbavac klagte über eine Magen-Darm-Verstimmung - wie auch Sören Steinhaus nach dem Spiel der A-Jugend in Bittenfeld. Der Youngster sollte eigentlich zusammen mit Co-Trainer Peer Pütz und Florian Träger (beide hatten sich mit insgesamt elf Treffern am 40:25-Erfolg der Dormagener Oberliga- Mannschaft gegen Derschlag beteiligt) am Montagmorgen nach Hamburg fliegen und von dort mit einem Wagen nach Rostock fahren. Doch der Einsatz von Grbavac und Steinhaus war ausgeschlossen, der TSV konnte das Gastspiel in der Rostocker OSPA-Arena lediglich mit neun Feldspielern bestreiten. „Diese Fülle von Ausfällen habe ich in 30 Jahren Leistungssport noch nicht erlebt“, schüttelt TSV-Coach Dusko Bilanovic verständnislos den Kopf. Sein Rumpfteam verkaufte sich lange Zeit sehr gut in Mecklenburg-Vorpommern, konnte aber die 27:32-Niederlage nicht verhindern.

Vor allem in den ersten 20 Minuten zeigten die Wiesel eine couragierte Leistung, standen hinten ordentlich und trafen vorne platziert. „Da haben sie alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten“, unterstreicht Bilanovic. Zu diesem Zeitpunkt konnte man aber bereits erkennen, dass ein ehemaliger Dormagener sich besonders viel vorgenommen hatte: Christian Wilhelm bot sich immer wieder am Kreis an und ließ Martin Juzbasic kaum eine Chance. Wilhelm hielt die Gastgeber vor coronabedingt 150 Zuschauern im Spiel, der 7:8-Anschluss war sein dritter Treffer. Doch auch er konnte die dreimalige Drei-Tore-Führung der Gäste nicht verhindern. Andre Meuser verbuchte nach acht Minuten bereits seinen dritten Treffer. Und der starke Ballverteiler Tim Mast stellte auch seine Wurfqualitäten aus dem Rückraum unter Beweis. Sein Tor, ein sehenswerter Treffer von Patrick Hüter nach Meusers Klasseanspiel und der Konter von Jakub Sterba führten zum 10:7. Das 11:8 erzielte Jaka Zurga.

Rostocks Coach Till Wiechers stellte die Abwehr mit zwei vorgezogenen Störern um und brachte nun vorne konsequent den siebten Feldspieler. Die Überzahl spielt der Aufsteiger zumeist mit drei Kreisläufern, was letztlich den Außen mehr Raum bringt. Dafür bedankten sich Nick Witte mit insgesamt sieben Toren von der linken Seite und Richard Lößner von rechts mit fünf Treffern. Rostock kam auf, Wilhelm sorgte für den 13:13-Gleichstand in der 24. Minute. Der TSV hielt aber weiter dagegen, Tim Mast und Jakub Sterba verschaffte den Rheinländern noch zweimal einen Vorsprung. Pech dann für Rechtsaußen Jan Reimer, der seine Sicherheit von der Siebenmeterlinie aus wieder gefunden hat und mit acht Treffern der erfolgreichste Dormagener Werfer war: Der Pfosten verhinderte die erneute TSV-Führung. Wilhelm und Lößner stellten anschließend.den 17:15-Halbzeitstand her.

In der 36. Minute lag Rostocks erstmals mit vier Toren vorne (21:17). Der Kampf der Wiesel endete aber zu keinem Zeitpunkt. Jan Reimer und Patryk Biernacki lösten sich mit erfolgreichen Würfen ab, nach einer Dreiviertelstunde hieß es nur noch 24:21 für die Gastgeber. Zweimal besaß der TSV in dieser Phase die Chance, weiter zu verkürzen. Aber zwei Richtung leeres HCE-Tor geworfene Bälle verfehlten leider den Kasten. Zu dem Zeitpunkt musste Tim Mast schon auf der Bank sitzen bleiben. Untersuchungen werden heute Aufschluss über die Schwere seiner Verletzung geben und ob er am Freitag im Heimspiel gegen TuSEM Essen dabei sein kann. Apropos Hiobsbotschaften: Auch der Einsatz von Patryk Biernacki ist aufgrund von Knieproblemen gefährdet.

HC Empor Rostock - TSV Bayer Dormagen 32:27 (17:15)
Rostock: Wetzel (8 Paraden), Ewers; Wilhelm (7), Ottsen, Schutze (1), D. Mehler (1), Witte (7), Asmussen (1), Schmidt, Zboril, Breitenfeldt (6/3), Kohnagel (1), Thümmler (3), Pechstein, Lößner (5).
Dormagen: Juzbasic (6 Paraden), Klama (25.-30.); Meuser (4), Biernacki (3), Reimer (8/6), Zurga (2), P. Hüter (2), Sterba (3), Seesing (1), Mast (4), Träger.
Schiedsrichter: Matthias und Sebastian Klinke.
Zuschauer: 150.
Zeitstrafen: 4:4 Minuten.
Siebenmeter: 3/3:6/6.
Spielfilm: 2:4 (7.), 6:5, 6:8 (14.), 7:10 (16.), 9:12, 11:13 (23.), 14:15, 17:15 – 19:17, 21:17, 24:21 (45.), 28:25 (53.), 32:27.


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