Mit 27:24 (16:9) setzte der TSV Bayer Dormagen am 2. Weihnachtstag seine kleine Serie fort und feierte den vierten Erfolg in Folge - verbunden mit dem Premierenjubel in der Nordfrost-Arena Wilhelmshaven: In der Vergangenheit endeten sämtliche Vergleiche beim WHV mit einer Niederlage. Die Grundlage für die Punkte 15 und 16 in der 2. Handball-Bundesliga legte das Team von Dusko Bilanovic in den ersten zehn Minuten mit einem 7:0-Lauf, der noch den Superstart gegen die HSG Konstanz ausstach. Am Ende kamen die Gastgeber etwas näher, aber Bilanovic hatte keine Sorgen: "Der Sieg war verdient und nie ernsthaft in Gefahr. Uns war natürlich klar, dass Wilhelmshaven nicht aufgeben würde." Vor dem ausstehenden Mittelrhein-Derby am Mittwoch, 30. Dezember, im TSV Bayer Sportcenter gegen den VfL Gummersbach steht fest: Die Dormagener werden mit einem Platz im ersten Tabellendrittel in die WM-Pause gehen.

Der TSV Bayer wirkte von Beginn an voll konzentriert, erarbeitete sich gute Wurfmöglichkeiten und nutzte die Fehler der Norddeutschen, die mit zunehmendem Rückstand immer unsicherer wurden. Das drückte sich auch in zwei frühen Zeitstrafen aus. Der Ausbau der Dormagener Führung lief über sämtliche Spielpositionen und konnte auch gelingen, weil Martin Juzbasic erneut mit einer Fülle von starken Paraden aufwartete. Als Joshua Reuland in der 9. Minute per Siebenmeter zum 6:0 traf, nahm Christian Köhrmann die frühe Auszeit, die sein Team wachrütteln sollte. Doch bevor der beste WHV-Werfer Vedran Delic das erste Tor der Wilhelmshavener erzielte, lief der für den leicht angeschlagenen Jakub Sterba eingewechselte Jan Reimer einen erfolgreichen Konter zum 7:0. Auch Linkshänder Fynn Johannmeyer, der für den mit zwei Zeitstrafen belasteten Andre Meuser kam, fügte sich nahtlos in die Mannschaft ein. In die Pause ging der TSV mit dem Sieben-Tore-Vorsprung aus der 10. Minute, den Toni Juric mit dem 16:9 erneuerte.

Dass die Gastgeber hohe Rückstände aufholen können, hatten sie in dieser Saison bereits bewiesen. Doch danach sah es zunächst nicht aus, weil der TSV seine Marschroute nach dem Seitenwechsel fortsetzte. Da nutzte auch Pascal Noll seine Chance, nachdem Joshua Reuland mit einem Gegenspieler kollidiert war und vorübergehend geschont wurde. Nach einer Dreiviertelstunde verfügten die Rheinländer immer noch über eine Sechs-Tore-Führung (23:17) durch den Treffer des in der zweiten Hälfte aufs Spielfeld zurückgekehrten Andre Meuser. Plötzlich aber schlich sich der Schlendrian bei doppelter Überzahl ins Dormagener Spiel. Zudem übernahm Jens Vortmann die Rolle des perfekten Schlussmanns von Martin Juzbasic und hielt den WHV im Rennen. Herausragend die Abwehr von Reulands Siebenmeter und die Nachwurfparade. So brachte der Ex-Dormagener Bartosz Konitz seine Mannen in der 51. Minute bis auf 21:23 heran.

Noch knapper sollte es aber nicht mehr werden, da Juzbasic mit einem starken Reflex das mögliche 23:24 durch René Drechsler verhinderte. Im Gegenzug machte Meuser das 25:22. Und auch Patrick Hüter reagierte mit einem sehenswerten Heber zum 26:23 auf den Treffer von Duncan Postel. Zu Beginn der vorletzten Minute stellte Alexander Senden in seiner bislang besten Partie für den TSV den Endstand her. Nach dem heutigen Ruhetag beginnt am Montag die Vorbereitung auf das Match gegen den VfL Gummersbach. Ob Ante Grbavac dann mitmachen kann, erscheint fraglich. Wegen einer Leistenverletzung musste er in Wilhelmshaven pausieren.

Wilhelmshavener HV - TSV Bayer Dormagen 24:27 (9:16)
Wilhelmshaven: Vortmann (18 Paraden), Stasch (bei einem 7m); ten Velde, Sabljic (1), Delic (8/2), Postel (2), Schauer (3), Schluroff, Vorontsov (1), Konitz (3), Kozul, Drechsler (5), Pust (1).
Dormagen: Juzbasic (13 Paraden), Baranasic (n.e.); Reuland (5/3), Seesing, Senden (7), Meuser (4), Juric (2), Richter, Rehfus (n.e.), I. Hüter (2), Reimer (1), Noll (1), P. Hüter (3), Johannmeyer (1), Sterba (1).
Schiedsrichter: Matthias und Sebastian Klinke.
Zuschauer: -
Zeitstrafen: 12:8 Minuten.
Siebenmeter 2/2:3/5 (Vortmann hält gegen Reuland und Richter).
Spielfilm: 0:7 (10.), 4:9 (14.), 4:12, 6:15 (26.), 9:16 - 12:19 (38.), 17:22 (45.), 19:23 (47.), 21:23 (51.), 21:24, 22:24, 22:25, 24:26, 24:27.


Alle fünf Heimspiele gegen den TSV Bayer Dormagen hat der Wilhelmshavener HV seit 2006 für sich verbucht. Grund genug, dieser Serie ein Ende zu setzen: "Nach dem starken Spiel gegen Lübeck-Schwartau fahren wir mit Zuversicht zum WHV und wollen auch endlich die Punkte aus Wilhelmshaven mitnehmen", sagt TSV-Coach Dusko Bilanovic, der zwischen 2001 und 2004 das Trikot der Norddeutschen trug. Heute am 2. Weihnachtsfeiertag findet das Spiel des 15. Spieltages in der Nordfrost-Arena statt und ist live auf Sportdeutschland.tv zu sehen. Der Anpfiff der Schiedsrichter Matthias und Sebastian Klinke (Bordesholm) erfolgt um 19.30 Uhr.

Der aktuelle Kader des Aufsteigers unterscheidet sich deutlich von dem, der auf dem vor Saisonbeginn geschossenen Mannschaftsbild zu sehen ist. Das hat wirtschaftliche Hintergründe: Wilhelmshavens wirtschaftlicher Träger hatte Anfang Oktober einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht gestellt. Die Gründung einer neuen Gesellschaft und der Wechsel des wirtschaftlichen Trägers waren aufgrund der "Corona-Klausel" in der Lizenzierungsordnung der Handball-Bundesliga möglich. Am Ende der Saison werden dem WHV allerdings vier Punkte abgezogen. Die Möglichkeit, den Verein zu verlassen, nutzten mehrere Spieler: Spielmacher Juan de La Pena, der Rückraumlinke Tobias Schwolow und Kreisläufer Nils Torbrügge verabschiedeten sich. Damit verlor das Team von Christian Köhrmann wichtige Akteure und besteht nur noch aus 13 Spielern. Darunter sind aber auch Routiniers wie der Halbrechte René Drechsler, Rechtsaußen Evgeny Vorontsov sowie die beiden Ex-Dormagener Bartosz Konitz (Allrounder im Rückraum) und Torwart Jens Vortmann.

Die Gastgeber rangieren in der Tabelle der 2. Handball-Bundesliga nach fünf Siegen und sieben Niederlagen auf Platz 12. In der Nordfrost-Arena gewannen und verloren sie je dreimal. Der TSV würde mit einem Sieg den 4. Rang festigen.


„Dieses Spiel hätte sicher viele Zuschauer verdient gehabt“, unterstrich Dormagens Handball-Geschäftsführer Björn Barthel das hohe Niveau der Partie am Tag vor dem Heiligen Abend im TSV Bayer Sportcenter. Die Dormagener setzten sich nach 60 von Taktik geprägten und immer fairen Minuten mit 24:22 (13:12) durch und tauschten mit Gegner VfL Lübeck-Schwartau die Plätze. Der TSV ist nach elf Spieltagen Vierter der 2. Handball-Bundesliga mit 14:8-Punkten. Trainer Dusko Bilanovic freute sich nach dem dritten Sieg in Folge: „Wir können mit Zuversicht nach Wilhelmshaven fahren.“ Dort findet das letzte Auswärtsspiel des Jahres am 2. Weihnachtstag statt. Anschließend am 30. Dezember steigt noch im Sportcenter der Mittelrhein-Klassiker gegen den VfL Gummersbach - erstmals ohne Zuschauer.

Die Anfangsphase gehörte den Gästen, die vor allem über ihre Außen Fynn Gonschor auf der linken und Finn Kretschmer auf der rechten Seite erfolgreich waren. Der TSV hingegen tat sich gegen die blitzschnelle VfL-Defensive schwer und machte es Routinier Dennis Klockmann im Kasten mit ungenauen Abschlüssen relativ leicht. Alexander Senden setzte dann ein erstes Zeichen mit einem Geschoss in den Winkel. Andre Meuser mit einem platzierten Wurf, erneut der durchbrechende Senden und Joshua Reuland per Siebenmeter sorgten in der 10. Minute für den ersten Ausgleich zum 4:4. Doch obwohl ihr bislang bester Werfer Julius Lindskog Andersson einen rabenschwarzen Abend erwischt hatte und selten das Tor traf, legte der VfL weiterhin vor bis zum 8:6 durch zwei Treffer in Folge von Markus Hansen.

Die Partie bot nun alles, was Handball ausmacht. Eben auch die Spannung: War Benni Richter in der 21. Minute für die erste Dormagener Führung zum 9:8 verantwortlich, so drehte Kretschmer wieder den Spielstand. Sein 11:10 war aber der letzte Vorsprung für die Hansestädter bis zum Schlusspfiff. Joshua Reuland glich aus und der glänzend aufgelegte Jakub Sterba erzielte die beiden Tore zum 13:12-Pausenstand. Dieses Ergebnis stand nach dem Seitenwechsel über sieben Minuten auf der Anzeigetafel. Das lag nicht zuletzt an TSV-Schlussmann Martin Juzbasic, der sich im Laufe der Partie enorm steigerte und gerade in der zweiten Hälfte mit etlichen herausragenden Paraden aufwartete. Der Ex-Dormagener Carl Löfström sorgte mit seinem ersten Treffer für den 13:13-Ausgleich.

Nach einer Dreiviertelstunde war der Ausgang der Partie beim 16:16 immer noch völlig offen. Doch kaum fünf Minuten später hatte sich das Blatt gewendet: Nach Treffern von Ante Grbavac (2), Ian Hüter und Toni Juric hieß es plötzlich 20:16 - auch weil es Felix Kasch seinem schwedischen Landsmann Andersson nachmachte und selten das Ziel traf. Lübeck kam durch Niels Versteijnen wieder bis auf zwei Tore heran. Nachdem Reuland und Juric den erneuten Vier-Tore-Vorsprung hergestellt hatten, nahm VfL-Trainer Piotr Przybecki die zweite Auszeit in der zweiten Hälfte und brachte anschließend den siebten Feldspieler. Gesucht wurde jetzt vor allem Löfström, der auch zweimal gefunden wurde. Er traf zum 22:19, als noch sieben Minuten zu spielen waren. Seinen nächsten freien Wurf wehrte Juzbasic aber mit einem sagenhaften Reflex ab. Der Anschluss zum 22:20 kam aber doch, weil die für einen kurzen Augenblick irritierte Dormagener Offensive Versteijnen zum erfolgreichen Gegenstoß einlud.

Als Juzbasic erneut eine Großtat zeigte und Ian Hüter daraufhin zum 23:20 traf, schien die Partie für den TSV gelaufen. Doch Gonschor machte sie wieder spannend und Lübeck schaltete um auf Manndeckung. Dusko Bilanovic reagierte mit der sofortigen Auszeit, nach der Jakub Sterba mit seinem fünften Treffer für die endgültige Entscheidung sorgte. „Meine Jungs haben bis zum Umfallen gekämpft. Um zu gewinnen, mussten wir Lübeck unter Druck setzen. Das ist uns mit der aggressiven Deckung gelungen“, sagte Bilanovic. Mit der starken kämpferischen Leistung seines Teams war auch Piotr Przybecki zufrieden, nicht aber mit der Chancenverwertung: „Wir haben zu viele Hundertprozentige nicht nutzen können.“

TSV Bayer Dormagen - VfL Lübeck-Schwartau 24:22 (13:12)
Dormagen: Juzbasic (13 Paraden), Baranasic (n.e.); Reuland (5/1), Seesing (n.e.), Senden (2), Meuser (2), Juric (2), Richter (1), Rehfus (n.e.), I. Hüter (3), Reimer (n.e.), Noll (n.e.), P. Hüter (2), Johannmeyer (n.e.), Sterba (5), Grbavac (2).
Lübeck: Klockmann (14 Paraden), Conrad (n.e.); Potratz (n.e.), Gonschor (5), Raguse, Andersson, Hansen (2), Löfström (2), Kasch (1), Waschul (1), Schult, Versteijnen (4/2), Schrader (n.e.), Kretschmer (6), Hagen (n.e.), Bruhn (1).
Schiedsrichter: Lier / Lier.
Zuschauer: -
Zeitstrafen: 2:4 Minuten.
Siebenmeter: 1/1:2/3 (Juzbasic hält gegen Andersson).
Spielfilm: 2:4 (5.), 4:4 (10.), 5:7 (14.), 6:8 (17.), 9:8 (21.), 10:11 (25.), 13:12 - 13:13, 15:13 (39.), 16:16 (45.), 20:16 (49.), 20:18, 22:18 (52.), 22:20, 23:21, 24:21, 24:22.



Im vorletzten Heimspiel des Jahres erwartet der Sechste der Tabelle den Vierten - mithin ein Spitzenspiel der 2. Handball-Bundesliga. Der TSV Bayer Dormagen trifft an diesem Mittwoch, 23. Dezember, im TSV Bayer Sportcenter auf den VfL Lübeck-Schwartau. Die Schiedsrichter Manuel und Jan Lier (Korntal-Münchingen / St. Gallen) pfeifen die Partie des 14. Spieltages um 19.30 Uhr an. Wegen Corona sind nach wie vor keine Zuschauer zugelassen. Es besteht aber die Möglichkeit, die Begegnung im Internet auf Sportdeutschland.tv zu verfolgen.

Mit dem klaren 34:25 Sieg gegen Aue überholte Lübeck am Sonntag den TSV Bayer. Gegen das Team aus dem Erzgebirge waren Torwart Dennis Klockmann und Spielmacher Julius Lindskog-Andersson (9/2 Tore) die entscheidenden Faktoren für den Erfolg. Der TSV und der VfL weisen acht Minuspunkte auf, Lübeck hat aber ein Spiel mehr ausgetragen. In den bisherigen sieben Heimspielen haben die Hansestädter lediglich gegen Gummersbach verloren – auswärts aber gelang bei vier Gastspielen nur ein Sieg: In Dresden mit 25:24. Verloren wurde in Dessau (24:26), Lübbecke (30:32) und in der Vorwoche in Bietigheim (19:28).

Für einen Neu-Lübecker ist es natürlich eine besondere Begegnung: Zwei Jahre lang spielte Carl Löfström beim TSV, ehe der Schwede in diesem Sommer zum VfL wechselte. Einen Tag vor dem Heiligen Abend kehrt Löfström nun zurück ins Sportcenter. „Ich freue mich sehr auf dieses Spiel“, sagt der Kreisläufer. „Ich habe in Dormagen noch einige Freunde und hatte dort eine schöne Zeit. Vielleicht werde ich vor dem Spiel etwas nervöser sein als sonst.“ Er weiß natürlich, welchen Handball der TSV spielt: „Die spielen mit viel Tempo, haben eine stabile 6:0-Abwehr mit einem guten Torhüter dahinter. Das wird für uns wieder eine schwere Aufgabe.“

Lübecks Trainer Piotr Przybecki kann fast wieder aus dem Vollen schöpfen: Lediglich Thees Glabisch und der Langzeitverletzte Fynn Ranke fehlen weiterhin. Beim TSV ist die personelle Situation gegenüber den souveränen Erfolgen gegen Hamm und in Emsdetten unverändert. Ian Hüter, der jetzt seinen Vertrag beim TSV bis 2024 verlängert hat, wird spielen können. In Emsdetten musste er nach einer blutenden Lippenverletzung auf die Bank. Dabei hätte er weitergemacht, wenn es möglich gewesen wäre, die Lippe zu nähen. Für Bayer-Coach Dusko Bilanovic ist indes klar, dass die Gäste sich mit den beiden Schweden Löfström und dem Ex-Ferndorfer Lindskog-Andersson (im letzten Jahr wertvollster Spieler der 2. HBL) „enorm verstärkt haben.“ Favorit sei der TSV nicht, „aber wir wollen auch gegen Schwartau ein gutes Spiel machen.“


Zwei Tage nach seinem Bruder Patrick verlängerte auch Ian Hüter seinen Vertrag beim TSV Bayer Dormagen um drei Jahre bis 2024. Der 23-Jährige fühlt sich „beim TSV wohl“ und ist „glücklich, weiterhin Teil der Wiesel-Familie zu sein.“ Sein Trainer Dusko Bilanovic freut sich ebenfalls über die Fortsetzung der Zusammenarbeit über die Saison hinaus: „Ian spielt eine wichtige Rolle in der Mannschaft. Ich finde es super, dass wir auch mit ihm über einen langen Zeitraum planen können.“ Handball-Geschäftsführer Björn Barthel weiß, dass „Ian ein vorbildlicher Leistungsträger ist, der jederzeit im Training oder im Spiel alles gibt.“ Und: „Spieler und Verein haben die gemeinsamen Ziele, wollen den maximalen Erfolg.“

Ian Hüter, der nach seiner kaufmännischen Ausbildung aktuell „International Business“ in Venlo studiert, ist ein Dormagener Eigengewächs und erlernte das Handballspiel beim TSV, dem er seit 12 Jahren angehört. Barthel hat den Werdegang aufmerksam verfolgt. Sein Urteil: „Ian zeichnet sich durch ein cleveres Abwehrspiel und durch seine Power und Schnelligkeit aus. Es geht nun darum, dass er sich zu einem erfahrenen Spielgestalter entwickelt.“ Der Rückraumspieler, der auf vielen Positionen eingesetzt werden kann, hat mit der Mannschaft noch einiges vor: „Ich spiele bei einem Top-Zweitligisten in Dormagen, wo man auf längere Sicht auch wieder die 1. Liga anstreben kann“, sagt Ian Hüter, der im Januar als Kapitän der amerikanischen Handball-Nationalmannschaft an der WM in Ägypten teilnimmt.

Daten zu Ian Hüter
Geburtstag: 22. Oktober 1997
Geboren in: Neuss
Beruf: Kaufmann / Student
Größe: 1,96 m
Gewicht: 94 kg
Spielposition: Rückraum Mitte
Bisherige Vereine: TSV seit der Jugend
Beim TSV seit: 2008


Der Spielbetrieb ruht im Handball-Amateurbereich – Zeit auch für die Verantwortlichen des TSV Bayer Dormagen, die vorhandenen Strukturen zu analysieren und daraus Konsequenzen zu ziehen. Das Ergebnis: Vieles ist gut und erfolgreich, es gibt aber auch Optimierungsbedarf. Das gilt insbesondere mit Blick auf die Förderung des Anschlusskaders. „Hier wird gute Arbeit geleistet, unterschiedliche Kompetenzen erschweren aber eher die Weiterentwicklung unserer jungen Talente“, begründet Jocky Krapp, Handball-Abteilungsleiter des TSV Bayer Dormagen, den Handlungsbedarf. Die Veränderungen sehen vor, ab der Saison 2021/22 die Trainingsqualität und -quantität auf dem Niveau der Jugend-Bundesliga zu halten und dem künftigen Kader der 2. Mannschaft fünf bis sieben Trainingseinheiten in der Woche zu ermöglichen – mehr als bei einigen Drittligisten.

„Es muss unser Ziel sein, möglichst viele junge Spieler zu halten“, begrüßt Handball-Geschäftsführer Björn Barthel die Weichenstellung. Die gewünschte Hauptamtlichkeit ermöglicht die direkte Anbindung der U23 an den Nachwuchs und auch an die 1. Mannschaft. Die Aufgabe wird David Röhrig übernehmen, der damit ab der kommenden Spielzeit als Trainer der 2. Mannschaft und der A-Jugend fungieren wird. „Die Absicht des Vereins, beide Mannschaften in eine Hand zu legen, ist sicher eine Herausforderung“, sagt Röhrig mit Zuversicht. „Das Niveau der 1. Mannschaft wird immer höher, da ist es angebracht, mit der Anschlussförderung nachzuziehen.“ Zwei Co-Trainer sollen mit den Schwerpunkten 2. Mannschaft und A-Jugend die Arbeit von David Röhrig unterstützen.

Die Umsetzung des sinnvollen Konzepts hat Veränderungen in der bestehenden 2. Mannschaft zur Folge. „Trainer Freddy Rudloff arbeitet hier vorbildlich, aber unter den geänderten Vorzeichen gibt es keine Alternative zu unserem Vorgehen. Wir können ihm keine adäquate Leistungsmannschaft anbieten“, sagt Barthel. „Rein sportlich gesehen“ kann Rudloff die Entscheidung nachvollziehen. „Wenn der Spielbetrieb im neuen Jahr wieder aufgenommen werden kann, wollen wir die Saison natürlich so gut wie möglich beenden“, erklärt der ehemalige Spieler der 1. Mannschaft, der sich neuen Herausforderungen stellen will.


Die Vertragsverlängerung des Kapitäns ist ein weiteres positives Zeichen. Der TSV Bayer Dormagen macht damit den nächsten Schritt auf dem beabsichtigten Weg der Kontinuität: Patrick Hüter setzt seine Karriere beim Handball-Zweitligisten fort und hat jetzt bis 2024 bei den Rheinländern unterschrieben. Über die sportlichen Aktivitäten hinaus wird der 25-Jährige, der im Frühjahr sein BWL-Bachelorstudium erfolgreich abschloss, wichtige Aufgaben im Rahmen der Marketing-Aktivitäten der Handball-GmbH übernehmen und Marketing-Leiterin Jil Falkenstein insbesondere im Vertrieb unterstützen.

„Patrick bringt mit seiner Ausbildung und durch seine TSV-Verbundenheit seit der C-Jugend die idealen Voraussetzungen für diese Tätigkeit mit“, sagt Dormagens Handball-Geschäftsführer Björn Barthel. „Nicht nur als Kapitän unseres Zweitligateams verkörpert er alle TSV-blauen Attribute. Er lebt und denkt TSV seit vielen Jahren, sodass er sich zu einer starken Identifikationsfigur hier in der Region entwickelt hat.“

Patrick Hüter freut sich auf die weiteren Jahre mit dem TSV und hofft, dass „wir uns in dieser Zeit weiterentwickeln, damit die Ziele der Spieler und des Vereins erreicht werden können.“ Aktuell will er mit dem TSV die ausstehenden drei Spiele der 2. HBL im Jahr 2020 erfolgreich gestalten. Im Januar steht für den US-amerikanischen Nationalspieler die WM-Premiere bei den Titelkämpfen in Ägypten an. Und er blickt auch mit großem Interesse auf die künftigen beruflichen Aufgaben: „Ich kenne viele TSV-Partner und bin sehr zuversichtlich, zusammen mit dem engagierten Marketing-Team weitere Förderer des Dormagener Handballs zu gewinnen.“

Daten zu Patrick Hüter
Geburtstag: 24. Juli 1995
Geboren in: Neuss
Beruf: Betriebswirt
Größe: 1,95 m
Gewicht: 95 kg
Spielposition: Kreis
Bisherige Vereine: TSV Bayer seit der Jugend
Beim TSV seit: 2009


Der TSV Bayer Dormagen feiert den dritten Auswärtssieg und klettert in der Tabelle der 2. Handball-Bundesliga auf den fünften Rang: Am Freitagabend geriet die Mannschaft von Dusko Bilanovic beim TV Emsdetten nie in Rückstand und gewann in der Ems-Halle verdient mit 28:22 (12:11). "Entscheidend war unsere Abwehrleistung mit einem erneut starken Martin Juzbasic im Tor", freute der TSV-Coach sich über lediglich 22 zugelassene Treffer des TV Emsdetten. Das vorletzte Heimspiel des Jahres steht am Mittwoch, 23. Dezember an: Dann trifft der TSV auf den VfL Lübeck-Schwartau.

Gleich zu Beginn der Partie entschärfte Martin Juzbasic die Würfe von beiden Außenseiten: Erst wehrte er gegen Rechtsaußen Tomas Urban ab, anschließend gegen Linksaußen Dirk Holzner. Konsequenter nutzten die Dormagener ihre Chancen und verschafften sich nach vier Hüter-Toren Respekt. Die ersten beiden Treffer erzielte Ian, der zweimal am Kreis freistehende Patrick Hüter legte nach. Die frühe Oberschenkelverletzung von TVE-Spielmacher Marcel Schliedermann, der nicht weiterspielen konnte, machte zunächst eher dem TSV zu schaffen - Emsdetten kam bis auf 4:5 heran. Doch es folgte die sofortige Reaktion: Alexander Senden deutete mit einem Geschoss durch die Hände von Konstantin Madert seine Torgefährlichkeit an. Und der einmal mehr erfolgreichste TSV-Werfer Joshua Reuland erhöhte auf 7:4.

Weiter absetzen konnten die Gäste sich noch nicht, weil Madert mit mehreren Paraden aufwartete und Emsdetten vorne platzierter abschloss. Dann musste auch der TSV auf Spielgestalter Ian Hüter verzichten: Seine von einem Gegenspieler getroffene Lippe blutete so stark, dass sie später noch genäht werden sollte. Am Spielverlauf änderte sich bis zur Pause aber nichts, Emsdettens bester Schütze Sven Weßeling glich zum wiederholten Mal aus. Sein Treffer zum 11:11 war aber nicht nur das letzte TVE-Tor vor der Halbzeit, es war auch der letzte Gleichstand der Begegnung. In die Kabine ging der TSV dank des sehenswerten Tores von Andre Meuser mit dem 12:11-Vorsprung.

Nach dem Seitenwechsel sah es zunächst so aus, als hätten beide Mannschaften einen Nichtangriffspakt verabredet. Torgelegenheiten wurden auf beiden Seiten vergeben, dabei zeichnete sich einmal mehr Martin Juzbasic mit zwei abgewehrten Strafwürfen aus. Mit einer Großtat einige Minuten später leitete der Dormagener Schlussmann die vorentscheidende Phase ein: Der durch die Verteidigung gehende Sören Kress konnte Juzbasic nicht überwinden und damit auch nicht zum wichtigen 14:15 verkürzen. Im Gegenzug markierte Reuland den ersten Drei-Tore-Vorsprung der zweiten Hälfte (16:13). Zwei technische Fehler von Emsdetten nutzten Andre Meuser und Alexander Senden eiskalt. Senden legte direkt zweimal nach, in der 48. Minute führte der TSV 20:15.

Es schien, als hätten die Gastgeber sich mit der Niederlage abgefunden. Zwar kamen sie noch zweimal bis auf drei Treffer heran, mehr war aber nicht drin. Sie fanden keine Mittel gegen die clever bis an den Rand des Zeitspiels getimten Angriffe. Als dann auch noch der nicht gerade für Konter bekannte Kreisläufer Toni Juric zu einem Solo ansetzte und mit dem 25:21 abschloss, war die Begeisterung des gesamten Teams riesengroß. Dieser Treffer dürfte auch seinen Nationaltrainer Ales Pajovic gefreut haben, der Juric zum 20er-Kader für die EM-Qualispiele der Österreicher gegen Deutschland und für die Weltmeisterschaft in Ägypten nominiert hat. Der A-Jugendliche Aron Seesing, der zuvor in der Abwehr überzeugte, trug sich anschließend mit einem der schönsten Treffer des Spiels in die Torschützenliste ein. Joshua Reuland beendete die Partie mit seinem Doppelschlag zum 28:22.

TV Emsdetten - TSV Bayer Dormagen 22:28 (11:12)
Emsdetten: Madert (10 Paraden), Paske (ab 47., 1 Parade), Lücke (n.e.); Kress (1), Terhaer (1), Nowatzki, Schliedermann (1), Wasielewski (2), Urban (4), Damm (2), Holzner (1), Weßeling (8), Stüber (2), Mojzis.
Dormagen: Juzbasic (14 Paraden), Baranasic (n.e.); Reuland (6), Seesing (1), Senden (5), Meuser (4), Juric (1), Richter (3/2), I. Hüter (3), Reimer (n.e.), Noll (n.e.), P. Hüter (3), Johannmeyer (n.e.), Sterba (2), Grbavac, Rehfus (n.e.).
Schiedsrichter: Fratczak / Ribeiro.
Zuschauer: -
Zeitstrafen: 12:6 Minuten.
Siebenmeter: 0/2:2/5 (Juzbasic hält gegen Holzner und Urban - Reuland scheitert an Madert, Paske hält gegen Richter, der zudem an die Latte wirft).
Spielfilm: 1:4 (8.), 4:5, 4:7 (12.), 7:7 (16.), 11:11, 11:12 - 11:13 (35.), 13:16 (41.), 14:19 (45.), 17:21 (51.), 19:22 (52.), 21:24 (55.), 22:28.


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