Vier ehemalige und ein aktueller Spieler des TSV Bayer Dormagen stehen im Aufgebot der Junioren-Nationalmannschaft für den Lehrgang vom 26. bis 30. April in Heidelberg. Das Trainerteam Markus Baur und Axel Kromer hat 19 Spieler der Jahrgänge 1994 und jünger eingeladen. Sportlicher Höhepunkt wird diesen Sommer die U21-Weltmeisterschaft in Brasilien zwischen dem 19. Juli und dem 2. August sein. Nominiert wurden Max Bettin sowie die früheren TSV-Spieler Simon Ernst (Gummersbach), Moritz Preuss (Bergischer HC), Tim Suton (Lemgo) und Joscha Ritterbach (Hamm-Westfalen). Während des Lehrganges bestreiten die DHB-Junioren am 28. April um 19.30 Uhr in der Mehrzweckhalle Plankstadt ein Länderspiel gegen die Schweiz.

Das Aufgebot der Junioren-Nationalmannschaft:
Tor: Jonas Maier (Kadetten Schaffhausen/SUI), Christopher Rudeck (Mors-Thy Handball/DEN)
Linksaußen: Yves Kunkel (TSV GWD Minden), Joscha Ritterbach (ASV Hamm-Westfalen), Tom Spieß (DJK Rimpar Wölfe)
Rückraum links: Marcel Engels (St. Otmar St. Gallen), Jona Schoch (FA Göppingen/SGH2Ku Herrenberg), Maximilian-Leon Bettin (TSV Bayer Dormagen), Tim Keupp (TV 1893 Neuhausen)
Rückraum Mitte: Simon Ernst (VfL Gummersbach), Tim Suton (TBV Lemgo), Lars Spieß (DJK Rimpar Wölfe), Yannik Dräger (TSV Burgdorf)
Rückraum rechts: Alexander Saul (SC Magdeburg), Max Emanuel (DHFK Leipzig)
Rechtsaußen: Timo Kastening (TSV Burgdorf), Jannik Hausmann (HBW Balingen-Weilstetten)
Kreis: Jannik Kohlbacher (TV Großwallstadt), Moritz Preuss (Bergischer HC)


Nach der hervorragenden Leistung gegen TUSEM Essen und dem 30:25-Erfolg gegen den direkten Tabellennachbarn will der TSV Bayer Dormagen an diesem Samstag nachlegen und weitere zwei Punkte im Kampf um den Klassenerhalt verbuchen. Gegner ist der inzwischen auch faktisch als Absteiger feststehende Großenritter Sportverein (GSV) Eintracht Baunatal. Doch die Platzierung am Ende der Tabelle der 2. Handball-Bundesliga ist nicht ausschlaggebend: "Wir müssen auch gegen Baunatal 100 Prozent geben", weiß TSV-Trainer Jörg Bohrmann. Anders wird die Revanche für die im Hinspiel erlittene 32:35-Niederlage nicht gelingen. Das Spiel im TSV Sportcenter wird um 19 Uhr vom Gespann Steven Heine und Sascha Standke (Braunschweig / Friedland) angepfiffen. Tickets gibt es bis Samstag Nachmittag in der City-Buchhandlung oder Online. Die Abendkassen öffnen um 17.30 Uhr.

Baunatal hat zwar nur sechs Punkte auf dem Konto. Doch die Mannschaft trumpfte zuletzt immer wieder auf, holte beim 24:24 einen Zähler gegen Coburg und machte es auch den Spitzenteams nicht leicht. Im Nachholspiel am Dienstag hieß es nach 52 Minuten gerade mal 23:22 für den VfL Bad Schwartau, der froh war, die Auswärtspartie schließlich mit 26:22 gewinnen zu können. Der nordhessische Zweitligist hatte sich zum Ende der Hinrunde von Trainer Ralf Horstmann getrennt und nahm den gebürtigen Schweizer und Coach der A-Jugend Markus Berchten in die Verantwortung. Neben der sportlich nicht zufriedenstellenden Entwicklung gab es ein klares Signal aus finanzieller Sicht mit weniger werdenden Sponsoren. Deshalb entschied der Verein, die Reißleine zu ziehen, keinen Lizenzantrag für die Spielzeit 2015/16 zu stellen und wieder in der 3. Liga unter der Regie des Amateurvereins an den Start zu gehen. Ein entsprechendes Konzept soll in Kürze vorgestellt werden. Claus Umbach, der Vorsitzende der GSV-Handball-Abteilung, kann zwar noch immer nicht eine Insolvenz der Handball-GmbH mit Geschäftsführer Jens Reinhold ausschließen, betont aber: "Selbst ein solcher Schritt würde den Spielbetrieb der 1. Mannschaft in der 2. Bundesliga nicht mehr gefährden. Die Truppe und der Verein wollen und werden die Saison geordnet beenden."

"Wir wissen um die Bedeutung des Spiels", sagt Jörg Bohrmann, der vermutet: "Die Partie wird noch schwerer als die gegen Essen, obwohl wir auch da schon unter Druck standen. Deshalb brauchen wir ganz besonders die Unterstützung unserer Fans." Den Spielern hatte der Coach über Ostern frei gegeben und begann am Dienstag mit der konkreten Vorbereitung auf die Begegnung. "Ein paar Tage Ruhe waren gerade für die angeschlagenen Spielern wichtig." Erst im Mai kommt Rechtsaußen Peter Strosack zurück, der nach seinem angerissenen Kreuzband gute Fortschritte macht. Pausieren muss weiterhin Torwart Max Jäger aufgrund des noch nicht wieder verheilten Trommelfells. Für ihn sitzt diesmal der frühere TSV-Schlussmann Matthias Broy (Löwen Duisburg) auf der Bank, der nach wie vor ein Zweitspielrecht für den TSV besitzt.

Hier geht´s zu Jörg Bohrmann im aktuellen Wiesel-TV-Interview


Seit Jahren arbeiten die Handballer des TSV Bayer Dormagen eng mit der Dormagener Tafel zusammen. Der Besuch des Trainers und mehrerer Spieler überraschte den ein oder anderen Kunden der sozialen Einrichtung aber doch. Jörg Bohrmann, Tobias Plaz, Alexander Kübler, Jonathan Eisenkrätzer und Patrick Hüter halfen jüngst beim Einpacken und Ausgeben der Lebensmittel und führten viele Gespräche. Gleichzeitig überreichten die Sportler Eintrittskarten für die Heimspiele im TSV Sportcenter. „Natürlich werden wir in der nächsten Saison wiederkommen“, betont TSV-Coach Jörg Bohrmann. Tradition hat auch die Abgabe von Gegenständen und Nahrungsmitteln für die Tafel anlässlich eines Handballspiels im Sportcenter in der Weihnachtszeit. 

Die Dormagener Tafel führt die Ausgaben der Lebensmittel in der Kölner Straße 13 durch. Die Ausgabetage und Ausgabezeiten sind unterschiedlich für Ein-Personen- und Mehr-Personen-Haushalte. Deshalb waren die Sportler auch an zwei Tagen vor Ort, um möglichst viele Menschen anzusprechen. „Bei unseren Kunden besteht ein großes Interesse, an solchen Veranstaltungen wie einem Bundesliga-Handballspiel teilzunehmen“, sagt Claudia Manousek, die Vorsitzende des Vereins Dormagener Tafel.

Bis Ende der Saison 2014/15 besteht noch vier Mal die Möglichkeit, den TSV im Sportcenter zu unterstützen:
Samstag, 11. April, 19 Uhr: TSV Bayer - Eintracht Baunatal
Samstag, 25. April, 19 Uhr: TSV Bayer - HC Empor Rostock
Pfingstmontag, 25. Mai, 18 Uhr: TSV Bayer - ThSV Eisenach
Sonntag, 7. Juni, 17 Uhr: TSV Bayer - TV Großwallstadt


Nach überstandener Verletzung konnte Neuzugang Marijan Basic jetzt die ersten Spiele bestreiten - und in die Arbeitswelt reinschnuppern. Der 28-Jährige ist Maschinenbauingenieur und auf dem Weg vom "Profihandballer zum Profihandwerker". Dies geschieht in der eigenen GIS-Werkstatt im Chempark. "Wir sind sehr glücklich über diese Partnerschaft", sagte Handball-Geschäftsführer Björn Barthel bei der offiziellen Trikot-Übergabe im Haus des Personaldienstleisters in Delrath. "Damit wird unser Modell, Leistungssport mit beruflicher Karriere zu verbinden, weiterentwickelt." Und Martina Weichert, Niederlassungsleiterin von GIS, betonte: "Mit unserer flexiblen und individuellen Vertragsgestaltung haben wir hier einmal mehr bewiesen, wie passgenau wir auf die Wünsche unserer Vertragspartner eingehen." GIS ist Partner der Handballer seit Anfang 2014.

GIS zählt zu den führenden Personaldienstleistern am Niederrhein. "Wir unterstützen Arbeitnehmer bei der Jobsuche genauso wie Unternehmen bei kurz- oder langfristigem Personalmangel. Unsere Firmenkunden profitieren dabei von einem vielfältigen modernen Dienstleistungsangebot. Den Menschen auf dem Arbeitsmarkt geben wir Orientierung und eine langfristige Perspektive", erklärt Geschäftsführer Swen Schiffer. Die Räumlichkeiten in Dormagen wurden erst kürzlich renoviert. Martina Weichert: "Und schon konnten wir die Gelegenheit nutzen, um unsere neue Marke im Kreise der Dormagener Unternehmerschaft vorzustellen. Anlässlich des Dormagener Unternehmerfrühstücks waren neben Bürgermeister Erik Lierenfeld auch die Vertreter der Wirtschaftsförderung Gabriele Böse und Lidia Wygasch-Bierling sowie einige Unternehmer aus Dormagen unsere Gäste."

Die Jobmesse Düsseldorf verbuchte GIS übrigens einmal mehr als tollen Erfolg: Unter den rund 10.800 Besuchern waren viele Fachkräfte, mit denen gute Gespräche am GIS-Stand geführt wurden. 72 Bewerber stellten sich direkt mit ihren Mappen bei GIS vor, weitere 16 kamen über E-Mail. Jobmessen sind "für uns ideal, um unsere Bewerber persönlich kennenzulernen", sagt Martina Weichert: "Darum sind wir am 9. und 10. Mai auch in Köln wieder dabei. Wenn Sie nicht so lange mit einer Bewerbung warten möchten, freuen wir uns auf ihren Anruf."

GIS Personallogistik GmbH 
Wilhelm-Zaun-Str. 64 
41542 Dormagen 
Telefon: 02133-97904-0


Der Spielmonat April mit vier Partien gegen die direkten Tabellennachbarn begann für den TSV Bayer Dormagen verheißungsvoll. An Gründonnerstag gewann die Mannschaft von Jörg Bohrmann das West-Derby gegen Essen mit 30:25 (16:8) und rückte damit in der Tabelle der 2. Handball-Bundesliga bis auf einen Punkt an den TUSEM heran. Vor 1709 Zuschauern waren Alexander Kübler (7) und Robin Doetsch (6) die erfolgreichsten TSV-Schützen. 6/3 Tore für Essen erzielte der ehemalige Dormagener Michael Hegemann.

Aufatmen schon vor der Partie: Die am Knie verletzten Max Bettin und Sebastian Damm konnten spielen dank "einer großartigen Arbeit unserer medizinischen Abteilung", lobte Jörg Bohrmann das Team des Therapiezentrums Dormagen. Und auch zur Pause konnte der TSV optimistisch sein: Denn immer wenn die Bayer-Werfer in dieser Saison 16 Tore in der ersten Hälfte erzielten - wie in Henstedt-Ulzburg, gegen Hildesheim und Neuhausen - wurden die Spiele auch gewonnen. Da Essen in der 22. Minute lediglich den achten und letzten Treffer vor dem Halbzeitpfiff verbuchte, ging der TSV mit dem höchsten Vorsprung aller bisherigen Saisonbegegnungen in die Kabine. Vorangegangen war eine herausragende Abwehrarbeit, bei der sich neben den beweglichen Kollegen im Innenblock insbesondere Dennis Marquardt und Jonathan Eisenkrätzer auszeichneten. Und dahinter gab Torwart Sven Bartmann (14 Paraden) wie schon so oft in dieser Saison die nötige Sicherheit. Vorne suchten immer wieder die Rückraumspieler Marijan Basic, Bettin und Marquardt Kreisläufer Alex Kübler, der ständig der Essener Defensive entwischen konnte. Kurz vor der Pause sorgte vor allem der schnelle Rechtsaußen Robin Doetsch mit einem sauberen Hattrick für den vorentscheidenden Vorsprung.

Überraschend schnell kehrten die TSV-Spieler nach einer kurzen Ansprache zurück auf´s Spielfeld. Zu oft kamen in der Vergangenheit die in Rückstand liegenden Gegner direkt nach dem Seitenwechsel heran oder drehten sogar das Spiel. Bohrmann wollte deshalb mit der Maßnahme den Spielfluss wach halten. "Das habe ich früher mit den Jugendmannschaften meistens gemacht", sagte der Coach und sah, wie sein Team in der Folgezeit nahtlos an die erste Halbzeit anknüpfte und sogar bis auf 27:15 in der 47. Minute davonzog. "Sie gingen mutig nach vorne", gefiel Bohrmann nicht zuletzt die zweite und dritte Welle. Dann aber machte sich der Kräfteverschleiß bemerkbar, zahlreiche Fehler führten zu Gegenstößen, die zumeist von Peter Hornyak und Lasse Seidel verwandelt wurden. "Dank der einfachen Tore konnten wir das Ergebnis in Grenzen halten", war TUSEM-Coach Mark Dragunski froh, dass "wir nicht unter die Räder gekommen sind." Der Dormagener Vorsprung schmolz nach dem Essener 6:0-Lauf innerhalb von fünf Minuten. "Eine solche Phase gefällt natürlich keinem Trainer", sagte Bohrmann. Ernsthafte Sorgen über den Verlust der beiden Punkte brauchte sich aber kein TSV-Fan zu machen. Eine Premiere gab es dann auch noch: Fredrik Genz, der Bruder von Jo Gerrit, rückte ins Tor, da Max Jäger beim Training so unglücklich vom Ball getroffen wurde, dass sein Trommelfell Löcher aufweist und er zurzeit nicht spielfähig ist.

Im nächsten Spiel hat der TSV erneut Heimrecht: Gegner ist am Samstag, 11. April, ab 19 Uhr Schlusslicht Eintracht Baunatal. Jörg Bohrmann: "Das wird eins der schwierigsten Spiele in nächster Zeit, denn jeder erwartet von uns einen Sieg. Doch Baunatal spielt nach den Querelen der Vergangenheit befreit auf und macht es allen Mannschaften schwer." Die Dormagener Spieler können in Ruhe Ostern feiern, sie erhielten eine Trainingspause - auch weil etliche Spieler angeschlagen sind. Bohrmann: "Anschließend werden wir uns hochkonzentriert auf Baunatal vorbereiten."

TSV Bayer Dormagen - TUSEM Essen 30:25 (16:8)
Dormagen: Bartmann, F. Genz; Bettin (5/1), J.G. Genz (2), Plaz, Eisenkrätzer, Poklar, Doetsch (6), Kübler (7), Damm, Noll (3), Marquardt (2), Arnaud (1), Basic (4/1).
Essen: Donderis Vegas, Bliß; Ellwanger (2), Schlüter, Keller, Hegemann (6/3), Seidel (5/2), Lindt (1), Hornyak (5), Szczesny (2), Ridder (1), Trodler (2), Mürköster (1).
Schiedsrichter: Thöne/Zupanovic (Berlin).
Zuschauer: 1709.
Zeitstrafen: 10:8 Minuten.
Siebenmeter: 2/3:5/6 (Basic wirft an die Latte - Seidel an den Pfosten).
Spielfilm: 4:2 (7.), 4:4 (10.), 7:4 (12.), 10:6 (18.), 10:8 (22.), 16:8 - 24:14 (42.), 27:15 (47.), 27:21 (53.), 29:23 (58.), 30:25.


Das Spiel an Gründonnerstag ist ein echter Kracher. Denn es ist das einzige klassische Lokal-Derby für den TSV Bayer Dormagen. Und die Erinnerung an viele legendäre Spiele zwischen den Klubs in der 1. und 2. Liga ist noch wach. Aktuell geht es für Gastgeber Dormagen und TUSEM Essen um den Klassenerhalt, wobei der TUSEM im Augenblick die Nase knapp vorne hat. Die Partie des 31. Spieltags wird am 2. April um 19.30 Uhr von den Berliner Schiedsrichtern Martin Thöne und Marijo Zupanovic im TSV Sportcenter angepfiffen. Tickets gibt es im Vorverkauf in der City-Buchhandlung, Kölner Straße 58 oder auch online. Die Abendkassen öffnen am Donnerstag um 18 Uhr.

Während Essen vier Unentschieden in dieser Spielzeit aufweist, gab es für den TSV nur eine Punkteteilung: Beim Hinspiel trennten sich die beiden Teams 22:22. Aus Sicht der Dormagener war es am 11.11.2014 nach der Zwei-Tore-Führung in der Schlussphase eher ein verlorener Punkt, als Simon Keller 32 Sekunden vor dem Abpfiff den Endstand herstellte. Die Ausgangsposition hat sich für das Rückspiel verändert: Als sich die Essener Marcus Bouali und Pasqual Tovornik fast gleichzeitig einen Kreuzbandriss zuzogen, mussten sie handeln und waren froh, dass Hannes Lindt wieder zur Verfügung stand. Der Linkshänder, der auch schon das Dormagener Trikot getragen hat, kehrte zurück vom Erstligisten SG BBM Bietigheim, wo er nicht mehr zur Stammbesetzung zählte. Außerdem ist der ehemalige TSV-Akteur Dennis Szczesny wieder fit und zählt mit Routinier Michael Hegemann zum wurfstarken Rückraum der Essener.

Der 38-Jährige Hegemann belegt mit 165/31 Toren den achten Rang in der Torschützenliste der 2. Bundesliga und liegt damit drei Plätze vor dem besten TSV-Werfer Max Bettin (158/34). Dessen Einsatz ist allerdings genau wie der von Sebastian Damm unwahrscheinlich: Die Knie der Beiden wurden gestern in der Kölner MediaPark Klinik vom Dormagener Arzt und Ex-Spieler Peter Sieberger intensiv in Augenschein genommen. "Betti" und "Basti" hatten Glück im Unglück, die Verletzungen führen zu keinem sehr langen Ausfall. Es gab aber ein striktes Trainingsverbot bis Mittwoch. "Ich gehe derzeit nicht davon aus, dass sie gegen Essen dabei sind", sagt Trainer Jörg Bohrmann.

Der bei der Stadtverwaltung beschäftigte Jonathan Eisenkrätzer hat derweil einen kurzen Videoclip unter dem Motto "Wir sind Dormagen – für eine gemeinsame Stadt" erstellt. Das Video wird vor Spielbeginn im Sportcenter gezeigt. "Der Film soll zu einem künftig noch besseren Miteinander von Menschen jeglicher Herkunft in Dormagen beitragen. Ziel ist, dass wir uns alle gemeinsam als Dormagener fühlen können – unabhängig davon, woher wir oder unsere Familien auch stammen", erklärt Bürgermeister Erik Lierenfeld, der auch noch einmal im Tribünentalk zum Besuch des Handballspiels aufruft.


Das Wochenende verlief nicht gerade glücklich für den TSV Bayer Dormagen. Die Konkurrenten um Abstiegsplatz 17, Essen und Henstedt-Ulzburg, gewannen ihre Spiele. Der TSV hingegen kassierte in der Lübecker Hansehalle eine bittere 17:26-Niederlage. Und unklar ist Schwere der Knieverletzung, die einen Einsatz von Max Bettin gar nicht erst zuließ. Der Shooter hatte sich die Verletzung im Abschlusstraining am Freitag zugezogen. Trainer Jörg Bohrmann war nach den 60 Minuten herb enttäuscht: „Mit einer solchen Leistung haben wir in der 2. Liga nichts zu suchen. Ich erwarte eine Reaktion nicht erst beim Spiel gegen Essen am Donnerstag sondern bereits im Training am Montag.“

Als die Gastgeber nach gerade mal sechs Minuten mit 5:1 vorne lagen, legte Bohrmann zum ersten Mal die Grüne Karte auf den Tisch. In der Auszeit appellierte er noch einmal an die Mannschaft und veranlasste leichte Umstellungen in der Deckung. Die stand anschließend sicherer und sorgte für Verunsicherung im Angriffsspiel der Norddeutschen. „In dieser Phase war Dormagen gleichwertig“, erklärte später VfL-Coach Torge Greve. Der TSV kam dank der spielerischen Cleverness zu sehenswerten Treffern durch Alexander Kübler und Sebastian Damm. Mit Marijan Basic kam zudem Leben in die TSV-Offensive – allerdings wirkte der Neuzugang in seinem ersten „richtigen“ Spiel zunächst auch übermotiviert. Nach einem Foul von Henning Quade an ihm sparte er nicht mit Kritik und musste daraufhin wegen Meckerns ebenfalls auf die Bank. Kurz nach seiner Rückkehr kassierte er die zweite Zeitstrafe, diesmal kannte aber außer den Schiedsrichtern niemand den genauen Grund. Die Abläufe bescherten Basic freilich ständige Buhrufe der Zuschauer – mit denen er  souverän umging und mit einer guten Leistung antwortete. Bohrmann: „Marijan war sehr motiviert. Da muss man seine Emotion auch verzeihen, er wollte schließlich seine Qualitäten zeigen.“  

Dormagens immer besser funktionierende Abwehrblock wurde erst einmal gesprengt, als Bad Schwartaus Maciej Judycki ins Spiel kam und sich gleich mit einem üblen Stürmerfoul gegen Jonny Eisenkrätzer einführte. Dessen Lippe wurde von Physio Nico Bobrowski notdürftig geflickt und musste nach der Partie genäht werden. Gleichwohl verteidigte der TSV weiterhin ordentlich und kam durch zwei von Basic herausgeholte und von Nejc Poklar verwandelte Strafwürfe bis auf 10:9 heran. Sogar der Ausgleich lag in der Luft. Aber die entsprechenden Chancen wurden nicht genutzt, auch weil Dennis Klockmann, der mit 2,10 Meter längste Torwart der Liga, zu häufig die Finger an den Ball bekam. Sven Bartmann brauchte sich indes nicht hinter ihm verstecken. Der Dormagener Torwart machte immer wieder gute Einwurfmöglichkeiten der Bad Schwartauer zunichte. Die 12:9-Führung der Gastgeber zur Halbzeit konnte er aber auch nicht verhindern. Nach dem Seitenwechsel hatte der TSV Anwurf, machte aber nichts draus und hatte auch noch Pech: Poklars Siebenmeter landete am Pfosten. Danach setzte Bad Schwartau sich vorentscheidend innerhalb von vier Minuten bis auf 16:9 ab und zog auf 20:11 in der 43. Minute davon. Die sich anbahnende zweistellige Niederlage verhinderte der TSV dank der Ausbeute von Marijan Basic: Hätte nicht Bastien Arnaud einen Ball ins Bad Schwartauer Tor gesetzt, wäre Basic der einzige Dormagener Torschütze der zweiten Halbzeit gewesen.

Als Spieler hat Jörg Bohrmann nie in Bad Schwartau verloren. „Jetzt hat es mich als Trainer getroffen.“ Mit der Leistung seiner Mannschaft war er in keinster Weise zufrieden: „Die Niederlage fiel vielleicht noch zu niedrig aus. In den entscheidenden Phasen haben wir die Bälle weggeworfen. Und ich habe kein Verständnis dafür, dass der ein oder andere Spieler aufgibt und nicht mehr nachsetzt.“ Dass die Partie in der ersten Hälfte wieder offen wurde, lag für Torge Greve daran, dass „wir nach der 5:1-Führung übersteuert haben. In der zweiten Hälfte wollten wir das Tempo beibehalten, aber den Kopf mitnehmen. Das hat geklappt.“ Der Bad Schwartauer Trainer freute sich vor allem über die Treffer dank erster und zweiter Welle.

Für den TSV beginnt die wohl entscheidende Phase im Kampf um den Klassenerhalt mit der Partie gegen TUSEM Essen an Gründonnerstag, 2. April. Das Spiel gegen den West-Rivalen beginnt um 19.30 Uhr im TSV Sportcenter. Ob Max Bettin dann mitspielen kann, wird die eingehende Untersuchung des Knies am Montag zeigen.
 
VfL Bad Schwartau – TSV Bayer Dormagen 26:17 (12:9)
Bad Schwartau: Klockmann, Noel; Glabisch (3), Franke (4), Schwarz, Podpolinski (5), Waschul, Schult (1), Pankofer (6/4), Tretow, Claasen (1), Quade (4), Judycki (2).
Dormagen: Bartmann, Jäger; Genz (1), Eisenkrätzer (1), Poklar (2/2), Doetsch, Kübler (2), Damm (2), Noll, Hüter, Marquardt, Arnaud (1), Basic (8/3).
Schiedsrichter: Chung /Otto.
Zuschauer: 1619.
Zeitstrafen: 10:10 Minuten.
Siebenmeter: 4/4:5/6 (Poklar wirft an den Pfosten).
Spielfilm: 5:1 (6.), 7:5 (14.), 9:6, 10:7, 10:9, 12:9 – 16:9 (35.), 20:11  (43.), 23:12, 26:17.


Im Bus können die Spieler des TSV Bayer Dormagen in der Nacht zum Sonntag ihre Uhren auf Sommerzeit vorstellen. Schließlich wird es nach der längsten noch ausstehenden Auswärtstour bei der Rückkehr schon beinahe hell. Die Mannschaft von Jörg Bohrmann spielt an diesem Samstag beim aktuellen Tabellenzehnten VfL Bad Schwartau. Die Partie wird um 19 Uhr in der Lübecker Hansehalle angepfiffen. Um 10 Uhr morgens beginnt die rund 500 Kilometer weite Fahrt.

Am gemeinhin "Hansehölle" genannten Spielort mussten die Gastgeber in dieser Saison schon diverse Punkte abgeben. Bad Schwartau verlor gegen die vor dem VfL platzierten Klubs aus Eisenach, Hamm und Leipzig, aber auch gegen Henstedt-Ulzburg. Schlusslicht Baunatal schrammte bei der 24:25-Niederlage knapp am Punktgewinn vorbei, den wiederum TUSEM Essen in der Vorwoche beim 26:26 verbuchte. Dass es nicht immer so erfolgreich für die Norddeutschen lief, hatte vielleicht auch mit der längeren Verletzung von Torwart Dennis Klockmann zu tun, der längst wieder fit ist: "Er zählt nach meiner Meinung zu den besten Torhütern der Liga", sagt Jörg Bohrmann. Der TSV-Coach ist über Essens Punktgewinn in der Hansehalle auch nicht gerade erfreut: "Jetzt wird Bad Schwartau sich gegen uns besonders reinhängen. Eine ähnliche Situation hatten wir ja schon öfter in dieser Saison." Doch Bangemachen gilt nicht: "Alle können befreit aufspielen, in Bad Schwartau erwartet man nicht unbedingt einen Zähler." In den April-Spielen aber schon. Dann geht es dreimal im TSV Sportcenter gegen die unmittelbare Konkurrenz Essen (Gründonnerstag, 2. April), Baunatal (11. April) und Rostock (25. April) und am 18. April nach Saarlouis. 

Wieder zurück im Team nach ausgeheilter Verletzung ist Linksaußen Pascal Noll. Ob Patrick Hüter gegen Bad Schwartau dabei ist, wird aufgrund einer Erkrankung des Kreisläufers wohl erst am Samstag Morgen feststehen. Nach zwei Kurzeinsätzen in Coburg und gegen Emsdetten könnte Neuzugang Marijan Basic vielleicht am Samstag länger spielen. Der Maschinenbauingenieur hat übrigens in dieser Woche seine Arbeit in der Werkstatt von TSV-Partner GIS im Chempark aufgenommen.


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