Zum zweiten Spiel der "englischen Woche" fährt der TSV Bayer Dormagen am heutigen Dienstag nach Emsdetten. Das Spiel pfeifen die Schiedsrichter Jan Krüger und Björn Schmidt (Flensburg) um 19.30 Uhr in der Ems-Halle an der Friederichstraße in Emsdetten um 19.30 Uhr an. Der aktuelle Tabellensiebte der 2. Handball-Bundesliga geht als Favorit in die erst fünfte Partie des TVE. Zum Auftakt verlor die Mannschaft von Daniel Kubes das Derby gegen Nordhorn mit 20:33, setzte sich dann aber knapp gegen die Rhein Vikings (25:23), Nettelstedt (34:31) und in Aue (33:32) durch.

Beim TV Emsdetten zieht Merten Krings im Rückraum die Fäden und kann auch platziert abschließen. Mit 20 Toren liegt er in der TVE-Statistik an zweiter Stelle hinter Linkshänder Marten Franke (27). Gut integriert wurde bereits der 2,04m lange Neuzugang Janko Bozovic aus Österreich, der mit 14 Treffern aus der halbrechten Position auf sich aufmerksam machte. Die personelle Situation beim TSV ist unverändert. Die Spieler, die beim 32:32 gegen Großwallstadt im Einsatz waren, können spielen. "Das ist natürlich eine brutale Woche für uns", sagt TSV-Coach Ulli Kriebel. "Jeder Punkt, den wir da mitnehmen, ist Gold wert."


Ein furioses Finale bescherte dem TSV Bayer Dormagen einen Punkt im Duell der Aufsteiger: Mit dem Schlusspfiff traf Lukas Stutzke zum 32:32 gegen den TV Großwallstadt und löste damit Begeisterungsstürme auf dem Spielfeld und auf den Rängen aus. Weniger angetan waren die Anhänger der Mainfranken, die nach dem Verlauf der Partie fest mit dem ersten Saisonsieg des Altmeisters gerechnet hatten. "Das ist ein glücklicher Punkt für uns", gab TSV-Trainer Ulli Kriebel zu. Sein Kollege Florian Bauer war mehr als zufrieden mit der Leistung seiner Auswahl, nur nicht mit den letzten beiden Minuten.

Nachdem die Gäste ihren ersten Angriff vertändelt hatten überraschte der TSV sofort mit dem Einsatz des siebten Feldspielers. "Wir müssen die Kräfte besser verteilen", verriet Ulli Kriebel später den Grund der Maßnahme, die anfangs auch erfolgreich war: Die Dormagener gingen dreimal in Führung, zunächst durch den schnellen Linksaußen Joshua Reuland und zweimal durch den clever eingesetzten Kreisläufer Patrick Hüter. Dann aber schlichen sich Fehler ins Angriffsspiel ein, die Abschlüsse klappten nicht wie erhofft. Die gewonnenen Bälle verwertete Gäste-Torwart Jan Steffen Redwitz zweimal hintereinander mit platzierten Würfen ins leere Tor und brachte damit seine Mannschaft mit 6:3 in Führung. Vom Rückstand ließ der TSV sich nicht besonders beeindrucken, gab dann aber das Spiel mit dem zusätzlichen Feldspieler auf. Lukas Stutzke egalisierte in der 18. Minute (9:9), doch eine echte Wende trat nicht ein. Immerhin gab es das erste Comeback, der lange verletzte Daniel Eggert kam in der 19. Minute und erzielte sofort den Anschluss zum 10:11. Aber auch weil Redwitz das Duell gegen alle drei eingesetzten TSV-Torhüter für sich entschied, bauten die Mainfranken ihren Vorsprung aus. Lars Spieß sorgte in der 27. Minute für die erste Vier-Tore-Führung (16:12). Der mit einer herausragenden Quote (11 von 12) treffende Rechtsaußen Tim Wieling und Joshua Reuland waren für den dann doch knappen Halbzeitstand (15:17) verantwortlich.

Nach dem Seitenwechsel wartete der TSV mit einer offensiveren Deckung auf, die zunächst Freiräume für den erfahrenen Michael Spatz bot. Mit dem Schließen der Lücke kamen die Dormagener wieder heran, vor allem weil Stutzke genau zielte und Wieling auch von der Siebenmeterlinie Souveränität ausstrahlte. Der Ausgleich von Reuland zum 22:22 in der 40. Minute war aber nur vorübergehend. Das lag am unglücklichen Pfostenwurf des Linksaußen und der Parade von Redwitz gegen Stutzke. Zwischenzeitlich gab es ein weiteres Comeback beim TSV mit der Einwechslung von Torwart Sven Bartmann. Doch er konnte die Einschläge des jetzt wieder treffsicheren Marcel Engels ebenfalls nicht verhindern - der machte das 26:22 für den TVG in der 48. Minute. Die Gäste verteidigten diesen Vorsprung bis hin zum 31:27 in der 56. Minute und waren den beiden Punkten nahe.

Doch in der anschließenden letzten Auszeit motivierte Kriebel seine Jungs zum "Alles-oder-Nichts". Benni Richter und Tim Wieling kümmerten sich um die enge Bewachung von Tom Spieß und Mario Stark. Eggert und Wieling verkürzten auf 29:31, Lars Spieß erzielte 102 Sekunden vor dem Ende das letzte Tor für Großwallstadt. Und dann sahen die Zuschauer jene Szenen, die eine Handball-Halle in einen Hexenkessel verwandeln und den Kampf um den einen Punkt möglich machen. Erst trifft Wieling, dann Richter, es heißt 31:32 aus Sicht der Gastgeber. Und der elf Mal erfolgreiche Michael Spatz hat die Riesenchance, alles klar für die Gäste zu machen. Doch er scheitert 33 Sekunden vor dem Abpfiff am Pfosten. Es folgt der letzte Angriff der Dormagener gegen den TVG und die Uhr. Gesucht wird Tim Wieling, doch der Linkshänder wird jetzt geschickt abgeschirmt. Es sind noch zwei Sekunden zu spielen, Lukas Stutzke bekommt den Ball und zieht ab - unhaltbar für Redwitz. "Ich habe nicht mehr darüber nachgedacht, wo der Ball hingehen soll. Einfach drauf", erinnert sich später der Schütze des letzten Treffers, der von seinen Mitspielern gefeiert wird. "Ich meine, der Ball war nach der Sirene im Tor, aber das Kampfgericht und die Schiedsrichter haben anders entschieden", trauerte Florian Bauer dem einen Punkt nach. Ein Punkt, der am Ende der Saison eine wichtige Rolle spielen kann.

Für den TSV geht es bereits an diesem Dienstag, 2. Oktober, mit dem Gastspiel in Emsdetten weiter. Das nächste Heimspiel ist am kommenden Freitag, 5. Oktober, um 19.30 Uhr im TSV Bayer Sportcenter. Dann kommt der aktuelle Spitzenreiter TUSEM Essen zum Derby.

TSV Bayer Dormagen - TV Großwallstadt 32:32 (15:17)
Dormagen:
Rózsavölgyi (1.-27. und ab 56., 4 Paraden), Broy (27.-45., 1 Parade), Bartmann (45.-56.); Reuland (4), Pyszora (n.e.), Eggert (2), Löfström (1), I. Hüter, Richter (4), P. Hüter (3), Braun (n.e.), Jagieniak, Eberlein (n.e.), Stutzke (7), Wieling (11/5).
Großwallstadt: Redwitz (9 Paraden, 2 Tore), Kugis (bei einem 7m); Spatz (11/9), Engels (7), Blank (n.e.), Erifopoulos (n.e.), Schnellbacher (n.e.), Corak (2), Stark (3), T. Spieß, Keck, Winkler (2), L. Spieß (4), Göpfert (1).
Schiedsrichter: Linker / Schmidt.
Zuschauer: 1024.
Zeitstrafen: 8:8 Minuten.
Siebenmeter: 5/5:9/9.
Spielfilm: 3:2, 3:6 (8.), 7:8, 9:9 (18.), 9:11, 11:12, 12:16 (27.), 13:17, 15:17 - 16:17, 17:20, 19:20, 20:22, 22:22 (40.), 22:26 (48.), 27:31 (56.), 29:32, 32:32.


Gerne würde der TSV Bayer Dormagen an den Heimerfolg gegen den Wilhelmshavener HV anschließen. Die Liste der verletzten Spieler macht die Aufgabe an diesem Freitag, 28. September, gegen den TV Großwallstadt allerdings nicht leichter. "Wir werden natürlich alles versuchen, um die beiden Punkte in Dormagen zu behalten", sagt TSV-Trainer Ulli Kriebel. Die Schiedsrichter Frederic Linker und Sascha Schmidt aus Herne pfeifen das sechste Saisonspiel in der 2. Handball-Bundesliga um 19.30 Uhr im TSV Bayer Sportcenter an. Tickets gibt es noch im Tabakshop an der Kölner Straße 64, Ecke Nettergasse und online. Die Abendkassen öffnen um 18.30 Uhr.

Der TV Großwallstadt zählte mehrere Jahrzehnte zu den deutschen Spitzenklubs, sammelte Meister- und Pokaltitel und war auch im internationalen Handball eine feste Größe. Inzwischen starteten die Mainfranken einen Neuanfang, der in der letzten Saison zur Drittligameisterschaft und zum Aufstieg in die 2. Liga führte. Neuer Trainer ist der 38 Jahre alte Sportwissenschaftler Florian Bauer. Er kann auf altbewährte Kräfte zurückgreifen, denn der Stamm der Mannschaft blieb weitgehend erhalten. Der erfahrenste Spieler ist Rechtsaußen Michael Spatz (35), der sich in der 1. und 2. Bundesliga auskennt und auch aktuell wieder zu den Top Ten-Spielern der 2. Liga gehört. Noch wartet der TVG auf den ersten Saisonerfolg. Bislang hat der Klub erst einen Punkt auf der Habenseite nach dem 26:26 zum Auftakt gegen die Rhein Vikings. Verloren wurden die Spiele in Hamm (26:30), gegen Rimpar (24:26) und in Dessau (22:27).

Der TSV hofft auf den ein oder anderen "Rückkehrer" - zumindest in dieser englischen Woche, in der noch Spiele beim TV Emsdetten am 2. Oktober und das Heimderby gegen Tusem Essen am 5. Oktober auf dem Spielplan stehen. Spieler der A-Jugend könnten zum TSV-Kader gehören, da der Nachwuchs sein Heimspiel in der Jugend-Bundesliga am Samstag, 29. September, ab 17 Uhr gegen Handball Lemgo im TSV Bayer Sportcenter austrägt. Ulli Kriebel hat sich vorgenommen, die Kräfte so zu verteilen, dass sie anders als bei der 21:37-Niederlage in Coburg für 60 Minuten reichen. Die Bilanz gegen den TV Großwallstadt fällt eindeutig für die Gäste aus, die 16 mal erfolgreich waren, der TSV verbuchte nur acht Siege, wie Sportchef Volker Koch von der Neuß-Grevenbroicher Zeitung recherchiert hat. Beide Punkte gab es im letzten Vergleich vor drei Jahren für den TSV - allerdings kampflos, denn der damals insolvente TVG trat nicht mehr in Dormagen an. Um einen TSV-Erfolg gegen die Mainfranken zu finden, muss man schon lange zurückblättern: Am 25. Oktober 1996 setzte der TSV sich mit 25:22 durch - also exakt mit dem Ergebnis wie vor zwei Wochen gegen Wilhelmshaven...


Der Westdeutsche Rundfunk sendet seit Sonntag, 23. September um 8 Uhr ununterbrochen 24 Stunden und sieben Tage lang einen Livestream aus dem Funkhaus in Köln: Bei der „längsten Live-Talkshow“ der Welt wird über Themen aus Politik, Kultur, Sport und Unterhaltung gesprochen, mehrheitlich für die jüngere Generation aufbereitet.

 

Marc Schlömer, Fußballkommentator der ARD Sportschau, lud jetzt zu einer Gesprächsrunde über die „schönste Nebensache der Welt“, Fußball ein. Neben Michael Strohmaier und Max Fritsching, die den Fußball-Podcast „FUMS&GRÄTSCH“ produzieren, war auch Tyron Hartmann, Spieler des Handball-Zweitligisten TSV Bayer Dormagen zu Gast. Als Leistungssportler, der keinen Fußball spielt, kennt der 19-Jährige das Problem, über das viele Sportarten in Deutschland klagen. Erst kommt das runde Leder, dann kommt lange nichts. „Für mich wird zuviel Fußball im Fernsehen gezeigt. Dort wird bis in die untersten Ligen übertragen, stattdessen muss man eine Junioren-EM im Handball, bei der auch zwei unserer Spieler teilgenommen haben, per Livestream im Internet verfolgen“, stellte der Linksaußen mit Wehmut fest. Doch Hartmann weiß gleichzeitig, dass der Handball es jetzt selbst in der Hand hat. „Im Januar 2019 steigt die Weltmeisterschaft in Deutschland und Dänemark und es liegt dann an uns, die Hallen voll zu kriegen.“

 

Die Teams in der 2. Handball-Bundesliga kämpfen um jeden Zuschauer, nur selten sind 2000 Besucher in der Halle. Und dann wäre da auch noch der finanzielle Aspekt. Ein Besuch eines Handballspiels scheint weitaus erschwinglicher zu sein, als ein Stadionbesuch in der Fußball-Bundesliga. Noch weiter auseinander liegen die Gehälter der Aktiven auf dem Feld. Jeder Handballer träumt davon, später von seinem Sport leben zu können, das weiß auch Hartmann. Er selbst absolviert parallel zum Sport eine Ausbildung zum Bürokaufmann als Teil der „Sportlerklasse“ bei der Bayer AG, um schon früh ein zweites Standbein neben dem Handball zu haben. Denn auch wenn er eines Tages den Sprung in die 1. Bundesliga schaffen sollte – ein Fußballer-Gehalt gibt es auch dort nicht.

 

Zur kompletten Talkrunde (Tyron Hartmann ab der 30. Minute)


Die Mannschaft hat gekämpft. Doch angesichts der Personalprobleme konnte der TSV Bayer Dormagen nur im ersten Drittel mithalten. Dann baute der HSC Coburg 2000 die Führung aus, lag bereits zur Pause klar mit 20:13 vorne und ist jetzt als einziger Klub der 2. Handball-Bundesliga ungeschlagen und Tabellenführer. "Das 37:21 fällt etwas zu hoch aus", sagte TSV-Trainer Ulli Kriebel nach den 60 Minuten in der Coburger HUK-Arena. "Aber ob es nachher 10, 12 oder 16 Tore Differenz sind, ist sicher nicht so entscheidend. Wichtig ist der kommende Freitag, wenn wir im Sportcenter auf den TV Großwallstadt treffen." Das Duell der Aufsteiger wird am 28. September um 19.30 Uhr angepfiffen. Tickets gibt es im Vorverkauf im Tabakshop an der Kölner Straße 64 oder online.

Die Liste der Ausfälle ist noch länger geworden beim TSV. Kurzfristig mussten darauf zwei weitere Spieler eingetragen werden, nachdem sich die im Spiel gegen Wilhelmshaven erlittenen Verletzungen von Eloy Morante Maldonado und Nuno Rebelo als schwerwiegender herausstellten. Der Junioren-Nationalspieler wird wegen eines Außenbandrisses mindestens vier Wochen pausieren müssen, der Portugiese braucht wegen einer Schulterverletzung sechs bis acht Wochen bis zur Rückkehr auf dem Spielfeld. In Coburg standen deshalb mit Lukas Stutzke, Benjamin Richter und dem noch von einer Erkältung geplagten Ian Hüter gerade mal drei klassische Rückraumspieler zur Verfügung. Und wenn dann noch beide HSC-Keeper Jan Kulhanek und Konstantin Poltrum ständig mit Top-Paraden aufwarten, dann ist ein solches Spiel nicht zu gewinnen.

Dabei zeigten die Gäste mit ihrer offensiven Deckung zunächst keinen Respekt vor dem erklärten Favoriten. Sehenswerte Treffer von Lukas Stutzke, Joshua Reuland, Carl Löfström und Patrick Hüter hielten den TSV im Rennen. Selbst von der ersten Vier-Tore-Führung (11:7) ließen die Dormagener sich nicht beeindrucken und kamen wieder bis auf 11:9 und 12:10 heran. Dann aber legte Coburg mit der Einwechslung des wieder genesenen Spielmachers Tobias Varvne richtig los. Weil sich gegen die auch körperlich überlegenen Gastgeber die technischen Fehler häuften, konnte der HSC sein Tempospiel aufziehen und für die Vorentscheidung schon bis zur Pause sorgen. Während Coach Jan Gorr im weiteren Verlauf der Begegnung munter durchwechseln konnte, blickte sein Kollege Ulli Kriebel auf die ausgedünnte Bank. Spieler der A-Jugend konnten nicht mitgenommen werden, weil die am Samstag in Burgdorf (erfolgreich mit 38:35) im Einsatz waren. Vorsorglich war Co-Trainer Peer Pütz in den Spielbericht eingetragen worden, weil auch Joshua Reuland noch mit den Folgen einer Erkältung kämpfte. Doch der Linksaußen hielt durch und erzielte fünf Treffer.

HSC Coburg 2000 - TSV Bayer Dormagen 37:21 (20:13)
Coburg: Kulhanek (7 Paraden), Poltrum (10 Paraden); Timm (1), Zetterman (4), Prakapenia (2), Jaeger (5), Neuhold (8), Hagelin, Wucherpfennig (3), Sproß (1), Weber (3), Billek (5/1), Knauer (4), Varvne (1).
Dormagen: Broy (1 Parade), Rózsavölgyi (9 Paraden); Stutzke (3), I. Hüter, Richter (6/3), Reuland (5), Pyszora (1), Wieling (3/2), P. Hüter (2), Jagieniak, Löfström (1), Pütz (n.e.).
Schiedsrichter: Hurst / Krag.
Zuschauer: 1852 in der HUK-Coburg Arena
Zeitstrafen: 4:6 Minuten.
Siebenmeter: 1/1:5/6 (Poltrum hält gegen Wieling).
Spielfilm: 1:2 (5.), 4:3 (7.), 5:5 (9.), 7:6 (12.), 10:7 (15.), 11:9, 14:10 (22.), 19:12 (28.), 20:13 - 22:13 (34.), 22:15, 25:15 (39.), 29:16 (44.), 29:19 (49.), 33:19 (54.), 37:21.


Nach zwei Siegen könnte der TSV Bayer Dormagen die nächste Aufgabe mit Zuversicht angehen. Doch das erfolgreiche Spiel gegen Wilhelmshaven hat Spuren hinterlassen: Eloy Morante Maldonado und Nuno Rebelo drohen auszufallen, womit der Rückraum weiter geschwächt wäre. Denn Daniel Eggert und Heider Thomas stehen nach wie vor nicht zur Verfügung. Kommt noch die Erkältungswelle hinzu, von der mehrere Spieler betroffen sind. "Da müssen wir durch", sagt Trainer Ulli Kriebel. "Um in Coburg etwas mitzunehmen müsste allerdings selbst in Bestbesetzung alles hundertprozentig passen." Die Partie beim Spitzenreiter der 2. Handball-Bundesliga HSC 2000 Coburg wird an diesem Samstag, 22. September, um 19.30 Uhr in der HUK-Arena von den Schiedsrichtern Julian Fedke und Nils Wienrich angepfiffen.

"Natürlich ist die Tabellenführung eine tolle Momentaufnahme für unser Team, mehr dann aber auch nicht", beschreibt HSC-Coach Jan Gorr die Situation vor dem fünften Saisonspiel. "Dormagen verfügt schon immer über eine gut ausgebildete Mannschaft. Das ist auch in diesem Jahr nicht anders. Deswegen wird der Neuling nicht einfach zu spielen sein. Wir müssen Dormagen gegenüber auch den nötigen Respekt an den Tag legen, um unsere Serie auszubauen." Gorr hofft auf die Rückkehr seines schwedischen Rückraumspielers Tobias Varvne, der wegen einer Adduktorenverletzung zuletzt ausfiel. Eine interessante Personalie: Coburgs junger Linksaußen Felix Sproß ist der Sohn des ehemaligen Dormagener Spielers Joachim Sproß. Als der den TSV 1994 verließ, waren freilich mehrere Spieler der aktuellen Dormagener Mannschaft noch gar nicht geboren...

Mal sehen, welchen Einfluss die neue Hymne hat, die am Samstag erstmals in der Halle präsentiert wird: „Unsere Freunde“ wurde von den beiden bekannten Künstlern André Streckenbach und Alexander Köhler komponiert und getextet. Zumindest mit einer Refrainzeile kann sich auch der TSV identifizieren: „Ein Herz, ein Ball, ein Ziel.“


Auf den Sieg in Hüttenberg folgte am Samstagabend der erste Heimerfolg des TSV Bayer Dormagen vor 1086 Zuschauern im TSV Bayer Sportcenter. Das Team von Ulli Kriebel setzte sich in einer temporeichen und fairen Begegnung verdient mit 25:22 (13:13) gegen den Wilhelmshavener HV durch und weist nach dem vierten Spieltag 4:4-Punkte auf. Eine tolle Geste der Spieler: Nach der ersten "Humba" in dieser Saison zogen sie durch die Zuschauerränge und bedankten sich persönlich bei den Fans für die Unterstützung.

Die Vorzeichen waren nicht gerade erfreulich: Wegen muskulärer Probleme sollte Benni Richter nur bedingt zum Einsatz kommen. Und auch Linksaußen Joshua Reuland konnte wegen einer Wadenverletzung nicht die ganze Woche trainieren. Doch das TSV-Team hat auch schon die Rückschläge seit Saisonbeginn mit zahlreichen Ausfällen weggesteckt. Der souveräne Start mit den Toren von Ian Hüter und Eloy Morante Maldonado zum 2:0 und dem ersten verwandelten Siebenmeter von Tim Wieling zum 3:1 brachte gleichwohl noch nicht die erhoffte Sicherheit. Es schlichen sich mehrere Fehler ein, nach denen Wilhelmshaven erst zum 3:3 ausglich und dann auch die Dormagener 6:3-Führung wettmachte. Einmal lag kurz danach der WHV nach einem Doppelpack von Duncan Postel sogar mit 9:8 vorne. Doch die flexible 3:2:1-Deckung war gut vorbereitet auf die Torgaranten der Norddeutschen René Drechsler und Tobias Schwolow, die es nur auf jeweils zwei Feldtreffer brachten. Letztlich fehlten Wilhelmshaven diese Tore: "Mit 14 technischen Fehlern und 19 Fehlwürfen kann man nicht gewinnen", meinte Coach Christian Köhrmann.

Der TSV legte wiederum auf 12:10 vor, musste aber mit dem 13:13 in die Kabine gehen, nachdem Yannick-Marcos Pust den letzten Treffer der ersten Hälfte erzielte. Der flinke Rechtsaußen war es auch, der die Gäste kurz nach dem Seitenwechsel zum zweiten Mal in Führung brachte. Es folgte der dritte und letzte Vorsprung für die Norddeutschen. Nach dem 18:18 in der 38. Minute bauten Patrick Hüter, Tim Wieling und Ian Hüter den Spielstand bis auf 21:18 nach einer Dreiviertelstunde aus. Daran hatte auch Gergö Rózsavölgyi großen Anteil. Er wehrte von Außen und aus dem Rückraum geworfene Bälle ebenso wie einen Siebenmeter von Schwolow ab. Weil Joshua Reuland seine Konterqualitäten unter Beweis stellte, Tim Wieling sein bereits 29. Saisontor machte und Nuno Rebelo auch mit seinem vierten Wurf erfolgreich war brannte nichts mehr an - zumal die Gäste sich wohl schon mit der Niederlage abgefunden hatten. "Es war ein Sieg des Teams", sagte Ulli Kriebel beim "Talk danach". So war es auch nicht weiter schlimm, dass Lukas Stutzke vorne einen eher unglücklichen Tag erwischt hatte. Denn die Rückraumkollegen Ian Hüter und Nuno Rebelo trafen und zeichneten sich mit ihrer hundertprozentigen Torausbeute aus.

Weiter geht es am kommenden Samstag, 22. September, um 19.30 Uhr mit der Auswärtsparte beim HSC Coburg.

Statistik
TSV Bayer Dormagen - Wilhelmshavener HV 25:22 (13:13)
Dormagen: Rózsavölgyi (12 Paraden), Broy (bei zwei 7m); Morante Maldonado (3), Reuland (4), Pyszora (n.e.), Rebelo (4), Stutzke, Wieling (8/5), Richter, I. Hüter (4), P. Hüter (2), Löfström, Jagieniak (n.e.), Braun (n.e.).
Wilhelmshaven: Doden (8 Paraden), Lüpke (ab 54. und bei einem 7m, 2 Paraden); Ten Velde (3), Maas (n.e.), Lehmann (n.e.), Kalafut, Postel (5), Schauer, Köhler, Kozul, Schwolow (8/6), Andrejew (n.e.), Drechsler (2), Pust (4).
Schiedsrichter: Heine / Standke.
Zuschauer: 1086.
Zeitstrafen: 4:4 Minuten.
Siebenmeter: 5/6:6/8 (Wieling wirft über das Tor - Rózsavölgyi hält zweimal gegen Schwolow).
Spielfilm: 3:3 (9.), 6:3 (14.), 6:6 (17.), 7:6, 8:9 (21.), 12:10 (26.), 12:12, 13:13 - 14:15, 16:15, 18:18 (38.), 21:18 (45.), 22:20 (51.), 24:20 (53.), 25:21 (57.), 25:22.


Nach dem Sieg beim TV Hüttenberg strebt der TSV Bayer Dormagen gegen den Wilhelmshavener HV den ersten Heimsieg in der 2. Handball-Bundesliga an. "Wir wollen natürlich nachlegen und auch vor heimischem Publikum punkten", sagt TSV-Trainer Ulli Kriebel. Das zweite Heimspiel pfeifen die Schiedsrichter Steven Heine und Sascha Standke am Samstag, 15. September, um 19.30 Uhr im TSV Bayer Sportcenter an. Tickets gibt es im günstigeren Vorverkauf im Tabakshop an der Kölner Straße, Ecke Nettergasse und online. Die Abendkassen öffnen um 18.30 Uhr.

Der WHV verlor am Dienstag das verlegte Gastspiel in Lübbecke mit 28:36 und hatte schon zur Pause beim 13:21 kaum noch eine Chance. Coach Christian Köhrmann reagierte und schonte fortan einige der Leistungsträger für den zweiten Auftritt in dieser Woche in Dormagen. "Da traf plötzlich Lukas Kalafut, der vorher nicht im Angriff spielte", sah Ulli Kriebel einen platziert werfenden Halblinken als Alternative zu Tobias Schwolow. "Wir kennen die Stärken der Norddeutschen und sind darauf eingestellt", kündigt der Dormagener Trainer eine Fortsetzung der konzentrierten Leistung von Hüttenberg an. Da wurde es zwar in der Schlussphase eng, "aber die Mannschaft hat an sich geglaubt", betont Kriebel. Aus dem siegreichen Team stehen alle Spieler zur Verfgung. Hinter dem Einsatz von Heider Thomas steht noch ein Fragezeichen. Daniel Eggert muss auf jeden Fall weiter pausieren.

Zwei Spieler, die ehemals das Trikot des TSV Bayer Dormagen trugen, sollen beim Wilhelmshavener HV mit dazu beitragen das Ziel Klassenerhalt zu erreichen: Mittelmann Janik Köhler (bald 30) und Kreisläufer Daniel Andrejew, der im November 20 Jahre alt wird und einige Zeit in der Dormagener A-Jugend spielte. Mit dem knappen, aber ungefährdeten 35:34-Erfolg gegen die Rhein Vikings war der WHV in die Saison gestartet. Es folgte das 29:29 gegen Aue und nun die Niederlage beim TuS N-Lübbecke. Die besten Schützen bisher waren Tobias Schwolow und Linkshänder René Drechsler, der seine schwere Knieverletzung überwunden hat. Der einstige Top-Torjäger der 2. Liga soll nach den Vorstellungen des Klubs wieder eine tragende Rolle im Spiel des WHV übernehmen. Verzichten müssen die Jadestädter derzeit auf Rechtsaußen Evgeny Vorontsov, der sich im ersten Vorbereitungsspiel gegen den OHV Aurich das Schlüsselbein brach. Die letzten Vergleiche (Zweitliga-Saison 2015/16) gewann der WHV: Vor fast genau drei Jahren mit 26:24 in Dormagen und mit 23:20 das Rückspiel in Wilhelmshaven.

Erschienen ist heute das Handball-Magazin Wiesel Inside mit aktuellen Informationen rund um den Handballstandort Dormagen.



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