Zwei Auswärtsspiele hintereinander hat der TSV Bayer Dormagen in der Hinrunde der 2. Handball-Bundesliga nur einmal: Nach der 26:30-Niederlage am letzten Freitag in Krefeld spielt das Team von Dusko Bilanovic an diesem Samstag, 19. Oktober, beim punktgleichen (8:8) TuS Ferndorf. Dank der deutlich positiven Tordifferenz ist der TSV Tabellenachter, die Ferndorfer stehen auf Rang 10. Auch nach der Partie würden die Dormagener gerne vor den Gastgebern sein. Das geht faktisch aber nur mit dem zweiten Auswärtssieg oder einem Unentschieden. Es ist freilich schon viereinhalb Jahre her, als der TSV etwas Zählbares aus dem Siegerland mitnahm. In der letzten Saison gewannen die Ferndorfer beide Partien. Die Schiedsrichter Jan und Michael Lier (Korntal-Münchingen / St. Gallen) pfeifen das Spiel in der Sporthalle Stählerwiese um 19.30 Uhr an.

"Wir haben unser schlechtes Spiel in Krefeld intensiv analysiert und die Fehler besprochen", sagt Bilanovic. "Ich bin fest davon überzeugt, dass wir in Ferndorf eine Reaktion zeigen." Das haben auch die TSV-Anhänger verdient - unter anderem wird sich ein voll besetzter Fanbus am späten Nachmittag in Bewegung setzen. In der heimischen Halle hat Ferndorf bereits gegen Hamburg (21:28) und Rimpar (18:21) verloren. Siege gab es gegen Aue (26:22) und Krefeld (28:23). Zusehen muss notgedrungen Ian Hüter, der nach seiner Ringfingeroperation in der Hinrunde vermutlich nicht mehr zum Einsatz kommen wird. Pausieren müssen der angeschlagene Nuno Rebelo und Pascal Noll, der über eine Zerrung im Bauchmuskelbereich klagt. In der nächsten Woche findet bei ihm eine weitere Untersuchung statt. Grünes Licht gab es derweil für Schlussmann Janis Boieck, der bereits mit der Mannschaft trainierte und am Samstag auf der Bank sitzt.

Ferndorfs Trainer Michael Lerscht geht von einer personellen Entspannung aus. So kann eventuell Moritz Barwitzki erstmals in dieser Saison wieder spielen. Fragezeichen stehen noch hinter dem Einsatz von Abwehrchef Branimir Koloper. Ein Wiedersehen gibt es mit Tim Hottgenroth, der zu Juniorenzeiten das TSV-Tor hütete und zuletzt mit starken Leistungen im Ferndorfer Kasten auf sich aufmerksam machte.


Wer als Favorit zum noch punktlosen Schlusslicht fährt, der hat nach einer (vermeidbaren) Niederlage wenig Grund zur Freude. Nur zehn Tore in der zweiten Halbzeit waren letztlich zu wenig, um etwas Zählbares aus Krefeld mitzunehmen. Der Aufsteiger feierte vor 1064 Zuschauern am Freitagabend in der Glockenspitzhalle den 30:26 (15:16)-Sieg und damit das erste Erfolgserlebnis in dieser Saison. Am kommenden Samstag muss der TSV Bayer Dormagen erneut auswärts antreten, Gastgeber ist dann der TuS Ferndorf.

In der ersten Hälfte konnten die vielen mitgereisten Dormagener Fans durchaus zufrieden sein. Krefelds Führung wurde regelmäßig mit einem Treffer beantwortet. Und als die HSG fünf Minuten vor der Pause mit zwei Treffern (14:12) vorne lag, drehten Carl Löfström, Eloy Morante Maldonado, Patrick Hüter und Joshua Reuland mit dem 4:0-Lauf die Partie. Etwas zufriedener wären die Gäste dann in die Kabine gegangen, wenn sie mal Simon Ciupinski besser in den Griff bekommen hätten. Doch wenn der Spielmacher frei zum Wurf kommt, stellt er jeden Schlussmann vor ein Problem. In der 30. Minute erzielte Ciupinski seinen vierten Treffer in Halbzeit 1 und sorgte so für den Anschluss zum 15:16.

Der erste Jubel nach dem Seitenwechsel gehörte dem TSV: Morante Maldonado ließ dem eingewechselten Torwart Frederik Stammer keine Chance. Und dann war es vielleicht das Bauchgefühl von Krefelds Trainer Arnar Gunnarsson: Für den Siebenmeter löste der in der ersten Halbzeit selten an den Ball kommende Norman Toth seinen Kollegen wieder ab und parierte gegen Benni Richter, der zuvor noch nicht auf der Platte war. Das verhinderte 15:18 war so etwas wie ein Signal für die HSG, die nun mit vier Treffern in Folge die heimischen Zuschauer hinter sich brachte. Tatsächlich wurde die Führung nicht mehr abgegeben - auch weil Stammer im Tor über sich hinaus wuchs und immer wieder Szenenapplaus kassierte. Die Unterstützung hatte er vom TSV, da etliche Dormagener leider die Präzision der bisherigen Spiele vermissen ließen. Und wenn es denn schon nicht läuft, dann gibt es auch noch Zeitstrafen, über die selbst neutrale Zuschauer den Kopf schüttelten.

So kam was kommen musste: Ante Grbavac, der beste Schütze des Spiels mit neun Toren, brachte den TSV bis auf 26:24 heran, verpasste dann aber die Siebenmeterchance, nachdem Mike Schulz auf 27:24 erhöht hatte. Die merkwürdigen Doppelstrafen gegen Jakub Sterba und kurz drauf gegen Pascal Noll beendeten die Dormagener Hoffnungen, in der Unterzahl trafen KC Brüren und Henrik Schiffmann zum 28 und 29:24. "Wir haben in der zweiten Hälfte so viele Fehler wie noch nie gemacht. Darüber müssen wir reden", sagte TSV-Trainer Dusko Bilanovic.

HSG Krefeld - TSV Bayer Dormagen 30:26 (15:16)
Krefeld: Toth (3 Paraden), Stammer (ab 31., 7 Paraden, 1 Tor); Schiffmann (3), Viciano (n.e.), Jaeger, Wöstmann, Cutura (n.e.), Vonnahme, Luciano (4), Gentges (4), Schulz (4/1), Hansen (n.e.), Ciupinski (6), Brüren (8/5).
Dormagen: Bartmann (7 Paraden), Halfmann (18.-43., 2 P.); Reuland (2), Köster (2), Meuser (4), Richter, Löfström (2), Reimer (n.e.), Thomas, Rebelo, Noll, P. Hüter (2), Braun (n.e.), Morante Maldonado (5/1), Sterba, Grbavac (9/2).
Schiedsrichter: Oliver und Philipp Frankholz.
Zuschauer: 1064.
Zeitstrafen: 12:12 Minuten.
Siebenmeter: 6/7:3/6 (Brüren wirft neben das Tor - Stammer hält gegen Grbavac und Morante Maldonado, Richter scheitert an Toth).
Spielfilm: 5:4, 7:5 (14.), 8:9 (18.), 10:9, 14:12 (25.), 14:16 (29.), 15:16 - 15:17, 19:17 (36.), 19:18, 21:18, 23:19 (40.), 24:22, 26:22 (47.), 29:24 (56.), 30:26.


Die erste Heimniederlage ist überwunden, "wir schauen nach vorne", sagt Trainer Dusko Bilanovic. Und dieser Blick geht gar nicht sehr weit, denn an diesem Freitag, 11. Oktober, machen sich die Handballer vom TSV Bayer Dormagen auf die kürzeste Reise in der 2. Liga: Das vierte Auswärtsspiel findet in der Glockenspitzhalle bei Aufsteiger HSG Krefeld statt. Die Schiedsrichter Oliver und Philipp Frankholz (Lemgo / Wuppertal) pfeifen die Partie um 20 Uhr an.

Wie Emsdetten noch gute Erinnerungen an den Spieler Bilanovic hatte, so denken die Krefelder gerne an das halbe Jahr zurück, als der 48-Jährige die HSG trainierte. "Ich fahre auch weiterhin gerne nach Krefeld, aber natürlich wollen wir die zwei Punkte mit nach Dormagen nehmen", sagt der TSV-Coach. "Die Tabelle macht deutlich, dass wir der Favorit sind. Und diese Rolle übernehmen wir gerne." Der gesunde Optimismus ist das eine, die Vorbereitung das andere: "Die HSG wird alles versuchen, um die ersten Punkte zu holen. Wir müssen aber nicht diejenigen sein, die ihnen als erster Klub die Zähler überlassen", schmunzelt Bilanovic. Schon nach dem jüngsten Spiel gegen Coburg hatte er angekündigt, dass der TSV die verlorenen Punkte in Krefeld zurückholen will. Um dieses Ziel zu erreichen, "haben wir uns intensiv mit dem Gegner auseinandergesetzt." Ein wichtiger Akteur konnte dabei nicht mitwirken und wird auch noch einige Wochen ausfallen: Ian Hüter hatte sich an einem Finger die Strecksehne gerissen und musste (erfolgreich) operiert werden.

Die Liste der angeschlagenen Krefelder ist derweil etwas länger: Abwehrchef Damian Janus verletzte sich in Ferndorf erneut an der Schulter. Ob er spielen kann ist noch offen. Der Rückraumlinke Toni Sario klagt über Fuß-, der Ex-Dormagener Linkshänder Kevin-Christopher Brüren über Arm- und Torhüter Norman Toth über Rückenprobleme. Bös traf es Linksaußen Dorian Wöstmann beim Gastspiel gegen den TuS Ferndorf, wo ihm bei einem Foul der Kiefer ausgerenkt wurde. Doch trotz der Beschwerden wollen alle Spieler sich in den Dienst der Mannschaft stellen.

Beide Teams standen sich in dieser Saison schon einmal gegenüber: Beim Select-Cup in Langenfeld gewann der TSV mit 28:24. Doch dieses Vorbereitungsspiel will niemand überbewerten, denn beide Mannschaften konnten Anfang August nicht in Bestbesetzung antreten. In der 3. Liga kam es zuletzt in der Saison 2017/18 zu zwei Vergleichen: In Krefeld gewannen die Gastgeber 27:26 - und auch in Dormagen beim 30:30 verlor die HSG nicht. Für "Eagles"-Trainer Arnar Gunnarsson ist es die erste Partie gegen den TSV. Er wurde relativ spät verpflichtet, nachdem sein Vorgänger Ronny Rogawska den Vertrag nicht verlängert hatte. Trotz der 0:14-Punkte haben die Krefelder die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Schließlich wurden zwei Heimspiele gegen Rimpar (19:20) und Aue (29:30) nur knapp verloren. Gegen Lübeck (16:24) und Emsdetten (18:25) wurde es etwas deutlicher.

Aufgrund des zu erwartenden großen Andrangs weist die HSG Krefeld darauf hin, dass ausreichend Parkmöglichkeiten vorhanden sind. Ist der Parkplatz unmittelbar an der Glockenspitzhalle belegt, so gibt es wenige hundert Meter entfernt den großen kostenfreien Parkplatz am Fußballstadion Grotenburg.


Für die Gäste aus Coburg war es der erste Auswärtserfolg, für den TSV Bayer Dormagen vor 1327 Zuschauern im TSV Bayer Sportcenter die erste Heimniederlage. Deshalb freute sich HSC-Trainer Jan Gorr beim "Talk danach" über das 36:29, Dusko Bilanovic hingegen war natürlich enttäuscht - auch wegen der 13 technischen Fehler seines Teams: "Dann kannst du gegen eine solche Spitzenmannschaft nicht gewinnen." Die Aufgabe der nächsten Woche: "Wir wollen uns am kommenden Freitag in Krefeld die Punkte zurückholen", kündigt Bilanovic an.

Die Niederlage in dieser Deutlichkeit war nach den ersten 20 Minuten nicht abzusehen. Mit einem 5:0-Lauf hatte der TSV den 1:2-Rückstand in die 6:2-Führung gedreht - auch weil Coburg Probleme mit der Zielgenauigkeit hatte. So setzte Andreas Schröder den Ball gleich zweimal hoch über den Dormagener Kasten. Doch echt beeindruckt von der guten Verfassung der Hausherren schien der HSC nicht. Die Mannschaft war gut vorbereitet, fiel auch auf Benni Richters Ballklautrick nicht herein und holte Tor um Tor auf. Schlussmann Konstantin Poltrum hatte daran mit seinen Paraden gehörigen Anteil. Was dem TSV gar nicht gefiel: Kreisläufer Carl Löfström wurde clever abgeschirmt. Das zuletzt so erfolgreiche Spiel über den Kreis kam nicht in Gang, funktionierte aber bei den Gästen, die immer wieder ein Loch in der nicht immer stabilen TSV-Abwehr fanden.

Plötzlich lag Coburg in der 22. Minute mit 11:9 vorne. Andre Meuser stellte zwar mit zwei präzisen Würfen innerhalb von 40 Sekunden das 11:11 her. Doch das war der letzte Gleichstand der Partie. Unterstützt durch zwei unglückliche Aktionen der Hausherren verschaffte der HSC sich über 15:12 mit 17:13 einen Vier-Tore-Vorsprung zur Pause. "Wir wollten nach dem Seitenwechsel Coburg unter Druck setzen", lautete die erklärte Absicht nach einem eher kurzen Aufenthalt in der Dormagener Kabine - was die Gäste aber gar nicht erst zuließen. Die vier Treffer innerhalb von knapp drei Minuten nach dem Wiederanpfiff sorgten für die frühe Vorentscheidung. Zwar bäumte der TSV sich noch einmal auf und kam bis auf 24:28 heran als noch zehn Minuten zu spielen waren. Doch um noch näher herankommen zu können, hätte eine umstrittene Situation auch schon mal für die Gastgeber entschieden werden müssen. Das passierte aber nicht - ebenso wenig wie ein Nachlassen von Tobias Varvne, der mit zehn Treffern dem Spiel seinen Stempel aufdrückte.

Ein dickes Lob richtete Dusko Bilanovic nach der Partie an Ian Hüter und Carl Löfström: "Beide waren angeschlagen, haben aber auf die Zähne gebissen." Walter Haase vom sportlichen Kompetenzteam fand klare Worte nach der Niederlage: "Es ist bei einer solch jungen Mannschaft ganz normal, dass es mal nicht so läuft wie erhofft. Die Erkenntnisse aus diesem Spiel sind wichtig für die nächsten Aufgaben." Eine schöne Geste von Kapitän Patrick Hüter unabhängig vom Ergebnis: Er übergab einen Umschlag an Handball-Abteilungsleiter Jocky Krapp: "Das ist eine Spende aus der Mannschaftskasse für ein konkretes Jugendprojekt. Schließlich ist der Nachwuchs unsere Zukunft."

TSV Bayer Dormagen - HSC 2000 Coburg 29:36 (13:17)
Dormagen: Bartmann (5 Paraden), Halfmann (35.-53., 2 P.); Reuland (1), Köster (3), Meuser (2), Richter (2), Löfström (3), I. Hüter (1), Thomas, Rebelo, Noll (4), P. Hüter, Braun (n.e.), Morante Maldonado (5), Sterba (4), Grbavac (4/2).
Coburg: Poltrum (12 Paraden), Kulhanek (n.e.); Preller (n.e.), Jaeger (5), Wucherpfennig (1), Sproß (1), Weber (1), Billek (6/1), Timm (3), Mustafic (n.e.), Zetterman (5), Lilienfelds (n.e.), Varvne (10), Schröder (2), Neuhold (2).
Schiedsrichter: Fratczak / Ribeiro.
Zuschauer: 1327.
Zeitstrafen: 10:6 Minuten.
Siebenmeter: 2/4:1/1 (Richter scheitert zweimal an Poltrum).
Spielfilm: 1:2, 6:2 (9.), 8:9 (20.), 9:9, 9:11, 11:11, 11:14 (25.), 12:16, 13:17 - 13:21 (34.), 15:24, 18:27 (42.), 24:28 (50.), 25:32 (54.), 28:34, 29:36.


Drei Heimspiele - drei Siege. Die weiße Weste möchte der TSV Bayer Dormagen am Freitag, 4. Oktober, gerne behalten. "Klar, Coburg ist eine Spitzenmannschaft und will versuchen, den ersten Auswärtspunkt zu holen. Aber wir werden uns wehren, denn zwei Mal lassen wir uns in unserer Festung nicht von Coburg schlagen", sagt TSV-Trainer Dusko Bilanovic nach der 21:27-Niederlage am 1. März. Die Schiedsrichter Pawel Fratczak und Paulo Ribeiro (Geldern / Diepholz) pfeifen die Partie zwischen dem Vierten und dem Fünften der 2. Handball-Bundesliga (2. HBL) um 19.30 Uhr im TSV Bayer Sportcenter an. Tickets gibt es im Tabak-Shop an der Kölner Straße 64 und online. Die Abendkassen öffnen um 18.30 Uhr.

Nach dem 30:27-Auswärtssieg in Emsdetten erlebte die Dormagener Mannschaft eine ganz spezielle sportliche Abwechslung: Die Spieler und Trainer weilten auf dem FunFußball-Gelände des Alpenparks an der Neusser Skihalle, hatten Spaß bei der "aktiven Regeneration" und freuten sich über die "sehr gelungene Trainingseinheit und das anschließende Essen im Restaurant der Skihalle", wie Linksaußen Pascal Noll die Meinung aller zusammenfasst. Ergebnisse nach der Überwindung der 14 Hindernisse gab es natürlich auch: Carl Löfström, Nuno Rebelo, Jan Reimer und Jakub Sterba dürfen das nächste Kabinenfest ausrichten. Der Jahreszeit entsprechend sind ein paar Spieler erkältet, so hat es Ante Grbavac erwischt. "Letzte Woche war es Eloy, der hat zwei Tage alles auskuriert und spielte in Emsdetten hervorragend", setzt Bilanovic auf eine ähnliche Reaktion beim Rückraumlinken wie bei Morante Maldonado.

Der HSC 2000 Coburg zeigt ein leicht verändertes Gesicht, die Zahl der Abgänge übersteigt die der Zugänge. Nachdem die Mannschaft im letzten Jahr ihr Saisonziel Aufstieg nicht umsetzen konnte, wurde die Zielsetzung leicht geändert in "eine ambitionierte Platzierung im vorderen Bereich". Da stehen die Oberfranken mit ihrem 41-jährigen Trainer Jan Gorr aktuell nach ihren bereits vier Heimsiegen und zwei Auswärtsniederlagen in Aue (25:33) und Hüttenberg (22:23). Noch nicht wieder mitspielen kann Linkshänder Jakob Knauer, der eine Schulterverletzung vermutlich bis Dezember auskurieren muss. Da traf es sich gut, dass Girts Lilienfelds, der eigentlich kürzer treten wollte, wieder eingesprungen ist. Erfolgreichster Werfer ist Rechtsaußen Florian Billek, der mit 47 Treffern den zweiten Platz in der Torschützenliste der 2. HBL belegt.


Die Firma Peter Hartmann Tiefbau GmbH ist neuer Sponsor der Handballer des TSV Bayer Dormagen. "Wir haben die Mannschaft schon seit einiger Zeit auf dem Spielfeld gesehen und wollen sie auf ihrem Weg nach oben unterstützen", sagt Markus Rohm, der vor einem Jahr die Nachfolge von Geschäftsführer Peter Hartmann angetreten hat. "Wir freuen uns sehr, dass uns dieses Traditionsunternehmen begleitet und mit einer Bande sowie einer Anzeige im Handball-Magazin Wiesel Inside auf sich aufmerksam macht", erklärt Björn Barthel, Geschäftsführer der TSV Bayer Dormagen Handball GmbH.

Im Jahr 1943 wurde die Firma Peter Hartmann senior als Fuhrunternehmen mit dem Schwerpunkt Güternahverkehr gegründet. 1960 wandelte sich die Firma in ein Tiefbauunternehmen, das der Geschäftsinhaber mit seiner Frau und drei Mitarbeitern betrieb. Am 1. Oktober 1980 wurde das Unternehmen umfirmiert in "Peter Hartmann Tiefbau GmbH". Nach dem Tod von Peter Hartmann senior im Jahr 1984 übernahm Peter Hartmann junior die Leitung der Firma, in der er bereits seit 1960 mitarbeitete. Zu den bis dahin ausgeführten Erd- und Abbrucharbeiten kamen die Gewerke Kanalbau und Straßenbau sowie eine Spezialisierung von Erdarbeiten für Versorgungsunternehmen hinzu.

Von 1960 bis heute hat sich das Familienunternehmen zu einem mittelständischen Unternehmen mit annähernd 40 Mitarbeitern entwickelt, in dem auch selbst ausgebildet wird. Seit 2008 ist nunmehr die dritte Generation mit dem Sohn von Peter Hartmann in den Betrieb eingestiegen. Peter Daniel Hartmann hat nach seiner Ausbildung zum Straßenbauer bereits im Jahre 2013 seinen Straßenbaumeister bei der Handwerkskammer in Köln bestanden. Rohm führt mit dem bisherigen Team sowie dem modernen Fuhr- und Maschinenpark alle Arbeiten im Bereich Tief-, Kanal- und Straßenbau weiterhin aus.


Der erste Auswärtssieg wurde gebührend mit den Fans und der Humba in der Ems-Halle gefeiert: Der TSV Bayer Dormagen drehte die Partie nach einem zweimaligen Vier-Tore-Rückstand in der letzten Viertelstunde und verbuchte nach dem 30:27 (11:12)-Erfolg beim TV Emsdetten die Punkte sieben und acht in der noch jungen Saison. In der Tabelle der 2. Handball-Bundesliga kletterte das Team von Dusko Bilanovic auf Rang 4. Gegner am kommenden Freitag, 4. Oktober, ab 19.30 Uhr ist der punktgleiche Tabellennachbar HSC 2000 Coburg. Tickets gibt es im Tabak-Shop, Kölner Straße 64 und online.

Dusko Bilanovic durfte am Sonntag viele Hände schütteln und Gespräche führen, schließlich trug er vier Jahre das Trikot des TV Emsdetten. Dass ihm nach den aufregenden 60 Minuten die Stimme ein wenig abhanden gekommen war, hatte freilich mehr mit der Lautstärke in der Halle zu tun. "Das ist hier eine ganz besondere Atmosphäre. Da muss man schon mal lauter werden, um die Spieler zu erreichen", sagte der 48-Jährige. Er hatte erwartet, dass die Gastgeber nach den jüngsten Niederlagen "bis zum Umfallen kämpfen werden." Das machten sie, konnten aber zunächst nicht verhindern, dass der TSV immer wieder in Führung ging. Zum letzten Mal war es Kreisläufer Carl Löfström, der sechs Minuten vor der Pause zum 10:9 einnetzte. Emsdetten kam besser ins Spiel, gegen die platzierten Würfe aus dem Rückraum von Sven Weßeling, Johannes Wasiliewski und Sören Kress hatte Sven Bartmann keine Chance. Pascal Noll machte den letzten Treffer vor der Halbzeit und begrenzte Emsdettens Vorsprung auf 12:11.

Nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel in den ersten zehn Minuten auf Augenhöhe. Auch weil Benni Richter nervenstark von der Siebenmeterlinie traf. Doch nach dem 15:15 schlichen sich ein paar Fehler ins TSV-Spiel ein - und insgesamt vier Mal in dieser Partie nahmen Latte und Pfosten Emsdettens Torwart Konstantin Madert die Arbeit ab. Plötzlich hieß es nach 41 Minuten 19:15 für den TVE. Der TSV bäumte sich auf, kam bis auf zwei Tore heran - und musste einen erneuten Vier-Tore-Rückstand (22:18) hinnehmen. Aber auch davon waren die Gäste nicht wirklich beeindruckt. Und sollte einer der im Fanbus mitgereisten Anhänger kurzfristig den Glauben an den Sieg in fremder Halle aufgegeben haben, so sah nach nur drei Minuten alles wieder anders aus: Angetrieben von Eloy Morante Maldonado dauerte es gerade mal diese 180 Sekunden, in denen der TSV zum 22:22 ausglich. Und zwei folgende Treffer von Jakub Sterba und Ian Hüter beendeten Dormagens 6:0-Lauf bis hin zum 24:22-Vorsprung. Zweimal noch gelang dem TV der Anschlusstreffer, doch weder Madert noch der in den letzten fünf Minuten ins Tor rückende Maurice Paske bekamen danach die Finger an Morantes exakte Abschlüsse. Und hinten entnervte die Defensive Emsdettens Angreifer. Spätestens als Ian Hüter das 28:24 erzielte konnte die Vorbereitung für die kleine Zwei-Punkte-Feier beginnen.

"Wir haben früh rotiert, um für die entscheidende Phase gerüstet zu sein", wusste Bilanovic, dass seine Jungs das Tempo noch einmal anziehen konnten. Der Trainer sprach von einer geschlossenen Mannschaftsleistung und bedankte sich mit einem Sonderlob bei Morante und Sterba. Sein Kollege Daniel Kubes war dagegen sichtlich enttäuscht: "Das ist heute sehr bitter. Die Spieler haben alles investiert, sind aber nach der 45. Minute eingeknickt. Das war nicht unser Tag."

TV Emsdetten - TSV Bayer Dormagen 27:30 (12:11)
Emsdetten: Madert (8 Paraden), Paske (ab 54., 1 P.), Lücke (n.e.); Weischer (n.e.), Kress (3), Terhaer (6), Toom (1), Kolk (n.e.), Schliedermann (1), Wasielewski (6), Dräger (2), Damm (n.e.), Holzner (6/4), Weßeling (2).
Dormagen: Bartmann (9 Paraden), Halfmann (bei einem 7m); Reuland, Köster (1), Meuser (2), Richter (4/4), Löfström (5), I. Hüter (3), Thomas, Rebelo (n.e.), Noll (2), P. Hüter, Morante Maldonado (6), Sterba (4), Grbavac (3).
Schiedsrichter: Friedel / Hartmann.
Zuschauer: 1618.
Zeitstrafen: 14:14 Minuten.
Siebenmeter: 4/4:4/4.
Spielfilm: 3:3 (8.), 4:6 (13.), 7:6, 7:8, 9:10, 12:10 (28.), 12:11 - 13:11, 15:15, 19:15 (41.), 20:18, 22:18, 22:24 (53.), 24:25, 24:28, 27:30.


Zum dritten Mal muss der TSV Bayer Dormagen sein Auswärtsspiel an einem Sonntag um 17 Uhr austragen. Nach zwei knappen Niederlagen in Hamburg und in Würzburg gegen Mannschaften aus dem direkten Tabellenumfeld tritt das Team von Dusko Bilanovic an diesem Sonntag beim Vorletzten TV Emsdetten an. Eine Platzierung, die nicht nur den Dino der 2. Handball-Bundesliga überrascht. "Emsdetten hat auch zuletzt in Hamm nicht schlecht gespielt", sagt Bilanovic, der bei den Emsländern noch in guter Erinnerung ist: Von 2004 bis 2008 trug er als Spieler das Trikot des TVE. Das Spiel leiten die Schiedsrichter Fabian Friedel und Rick Hermann, die aus Aue anreisen.

Im dritten Anlauf soll es auswärts am Sonntag gelingen: "Wir möchten etwas Zählbares aus der Ems-Halle mitbringen", kündigt Bilanovic an und weiß, dass dies nur mit voller Konzentration gelingen kann: "Beim HSV und gegen Rimpar haben wir viel zu viele Chancen liegen gelassen. Das darf sich nicht wiederholen." Emsdetten konnte bislang erst ein Erfolgserlebnis verbuchen - beim Schlusslicht Krefeld mit 25:18. In dem Spiel gegen den Aufsteiger erzielten die Westfalen auch ihre bisher meisten Treffer in einem Spiel. Beide Heimspiele gegen N-Lübbecke (19:26) und Ferndorf (22:23) wurden verloren.

Ob der TSV mit allen Spielern antreten kann, die zuletzt klar gegen Nettelstedt gewonnen haben, ist noch nicht klar. Eloy Morante Maldonado klagt über eine Erkältung, Ian Hüter über einen Pferdekuss, der Spuren hinterlassen hat. Emsdetten muss auf den schon länger verletzten Rückraumlinken Jorn Smits verzichten. Auch Kreisläufer Jan Mojzis steht nicht zur Verfügung, nachdem er sich in Hamm einen Fingerbruch zugezogen hat. Linksaußen Dirk Holzner, mit 7/3 Treffern zuletzt erfolgreichster Werfer, wird seine muskulären Probleme am Sonntag vermutlich überwunden haben. Trainer Daniel Kubes: "Verletzungen gehören zum Handball. Ich sehe es als Test für uns, wie meine Mannschaft mit dieser Situation umgeht."

Dormagens Handball-Geschäftsführer Björn Barthel freut sich darüber, dass sich ein Bus nach Emsdetten mit rund 20 Fans aufmacht: "Damit werden noch mehr TSV-Anhänger unser Team unterstützen." Auch für das Auswärtsspiel in Ferndorf am 19. Oktober hat die Fanbeauftragte Heike Schlösser eine Fanfahrt organisiert. Eine verbindliche Anmeldung muss bis zum 15. Oktober erfolgen. Weitere Informationen

Die Ergebnisse der Freitagspiele
TuSEM Essen - HSG Konstanz 32:21
VfL Lübeck-Schwartau - SG BBM Bietigheim 29:22



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