Über weite Strecken der ersten Auswärtspartie war der TSV Bayer Dormagen in der Erzgebirgshalle Lößnitz auf Augenhöhe mit dem EHV Aue. In der 40. Minute hatte das Team von Ulli Kriebel sogar einen Drei-Tore-Rückstand aufgeholt und zum 21:21 ausgeglichen. Sieben Minuten später führte der EHV lediglich mit 24:23. Doch dann erzielten die Gastgeber drei Treffer in Folge und ließen ein erneutes Aufbäumen der Rheinländer nicht zu. Nach den 60 Minuten hieß es 32:27 (16:15) für den Zweitliga-Traditionsklub, der sich insbesondere bei Erik und Eric bedanken konnte: Erik Töpfer wehrte die Hälfte aller Bälle ab, die auf seinen Kasten kamen. Und Eric Meinhardt war an seinem 33. Geburtstag der erfolgreichste Werfer mit zehn Treffern, davon sieben von der Siebenmeterlinie.

Mehrfach ging der TSV in der ersten Hälfte in Führung und hatte auch Gelegenheiten, mit mehr als einem Tor vorne zu liegen. Doch es waren vor allem die einfachen Fehler und die damit verbundenen Ballverluste, die positivere Zwischenergebnisse verhinderten. "Zudem haben wir zu viele Chancen liegen gelassen. So kann man nichts Zählbares aus Aue mit nach Hause nehmen", lautete das Fazit von Trainer Ulli Kriebel. Dabei stand zunächst die Abwehr ordentlich und konnte sich auf Schlussmann Gergö Rózsavölgyi verlassen, der einen frühen Kopftreffer gut wegsteckte. Mitte der ersten Hälfte feierte Lukas Stutzke sein Comeback nach verletzungsbedingter Pause mit einem seiner markanten Würfe aus dem Rückraum. Dort hielt er sich aber nur gelegentlich auf: "Wir wussten, dass er in der Abwehr klar kommt. Doch er sollte seinen Wurfarm nicht zu stark belasten", begründete Kriebel Stutzkes Abwehr-Angriff-Wechsel.

Mit einem Remis in die Kabine zu gehen war den Dormagenern nicht vergönnt. Tim Wieling scheiterte in der letzten Sekunde der ersten Hälfte mit seinem Strafwurf an Erik Töpfer. So lag Aue zur Pause mit 16:15 vorne und baute den Vorsprung bis auf drei Treffer aus. Auch die doppelte Unterzahl nach Zeitstrafen gegen Ladislav Brykner und Kevin Lux verkraftete das Team aus dem Erzgebirge. Doch als TSV-Kreisläufer Carl Löfström nach einem eher harmlosen Foul zwei Minuten absitzen musste, startete der TSV in Unterzahl die schnelle Aufholjagd: Eloy Morante Maldonado, Lukas Stutzke und Joshua Reuland sorgten innerhalb von zweieinhalb Minuten für das 21:21. Benni Richter glich danach per Siebenmeter erneut aus und erzielte den 24:23-Anschluss nach einer gelungenen 1:1-Aktion. Dann aber machte sich auch bemerkbar, dass Aue über die breitere Bank verfügte. Und als Keeper Töpfer mit drei weiteren tollen Paraden gegen Nuno Rebelo, Morante und Richter auftrumpfte, war die Partie entschieden.

Nach seinem unglücklichen Spiel gegen Nettelstedt war Linksaußen Reuland in Aue bester TSV-Werfer mit sechs Toren. "Wir wissen, was wir an Josh haben. Er lässt sich nicht nach einem solchen Spiel aus dem Tritt bringen", sagte Kriebel. Reuland spielte durch, da Tyron Hartmann nach seinem Meniskusanriss einige Wochen ausfallen wird. Für alle Fälle war der A-Jugendliche Nick Braun mit ins Erzgebirge gefahren. Daniel Eggert und Heider Thomas mussten aufgrund ihrer Leistenprobleme weiterhin pausieren. Nach einem Bänderriss im Daumen fällt Torwart Janis Boieck bis zu drei Monate aus.

Am kommenden Samstag muss der TSV erneut reisen: Und zwar nach Gießen, wo der TV Hüttenberg sein Heimspiel am 8. September ab 18 Uhr austrägt.

EHV Aue - TSV Bayer Dormagen 32:27 (16:15)
Aue: Musil (1.-18., 5 Paraden), Töpfer (ab 18., 16 Paraden), Rasimas (n.e.); Meinhardt (10/7), Roch (3), Ebert, Bornhorn (2), Petreikis (6/1), Dumcius (2), Brykner (1), Faith (3), Neuteboom, Schauer, Lux, Paraschiv (1), Tuminskis (4).
Dormagen: Rózsavölgyi (1.-50., 11 Paraden), Broy (ab 50., 2 Paraden); Reuland (6), Braun (n.e.), Pyszora (n.e.), Löfström (3), Rebelo (2), Richter (4/1), P. Hüter, Jagieniak, Morante Maldonado (5), Stutzke (3), Wieling (4/1).
Schiedsrichter: Jan und Manuel Lier.
Zuschauer: 1200.
Zeitstrafen: 8:8 Minuten.
Siebenmeter: 8/9:2/4 (Broy hält gegen Meinhardt - Wieling und Richter scheitern an Töpfer).
Spielfilm: 3:2, 3:4 (7.), 6:5, 6:7 (13.), 11:10, 12:13, 15:15, 16:15 - 19:16 (34.),21:18, 21:21 (39.), 24:23, 27:23 (50.), 30:25 (58.), 32:27.


Mit rund 530 Kilometern wartet die zweitweiteste Reise gleich am ersten Auswärtsspieltag der 2. Handball-Bundesliga auf den TSV Bayer Dormagen: Am Samstag schon macht sich das Team von Ulli Kriebel auf den Weg Richtung Aue, um nicht die gesamte Strecke am Spieltag zurücklegen zu müssen. Der Anpfiff der Schiedsrichter Jan und Manuel Lier erfolgt am Sonntag, 2. September, um 17 Uhr in der Erzgebirgshalle Lößnitz. Da alle Zweitligaspiele im Internet auf Sportdeutschland.tv übertragen werden, können interessierte TSV-Fans auch per Live-Stream dabei sein. In der Dormagener Gaststätte Haus Bismarck an der Friedrich-Ebert-Straße ist die Partie auf einer Großleinwand zu sehen.

Beide Vereine haben eine sportliche Gemeinsamkeit - erklärtes Ziel von Aue und Dormagen ist der Klassenerhalt. Dafür sammelte der Traditionsklub aus dem Erzgebirge zum Auftakt bereits den ersten Punkt beim Bundesliga-Absteiger TV Hüttenberg. Zehn Sekunden vor dem Ende trat Eric Meinhardt zum Siebenmeter an und traf zum 23:23-Endstand. "Wir dürfen diesen Punkt natürlich nicht überbewerten. Das war die Kür, jetzt folgt die Pflicht. Gegen Dormagen wollen wir zwei Punkte einfahren", wird Manager Rüdiger Jurke in der Chemnitzer Morgenpost zitiert. Neben Routinier Meinhardt, der am Sonntag seinen 33. Geburtstag feiert, zählte der Älteste zu den Punktsiegern: Torwart Radek Musil wird im November 45 Jahre alt und ist weiterhin in Topform. In Hüttenberg trug seine 50-Prozent-Quote bis zur Pause mit zur 12:9-Führung bei.

Eine Änderung wird es auf dem Spielbericht aus Dormagener Sicht auf jeden Fall geben: Waren dort gegen TuS N-Lübbecke mit Gergö Rózsavölgyi, Matthias Broy und Janis Boieck gleich drei Schlussmänner eingetragen, so muss der jüngste TSV-Torwart passen. Boieck fällt schlimmstenfalls bis zu 12 Wochen nach einem Bänderriss im linken Daumen aus. Passiert war die Verletzung im Training vor dem ersten Spiel, gut getapt konnte der Junioren-Nationaltorhüter aber Rózsavölgyi noch in der ersten Hälfte ablösen. Doch eine weitergehende Untersuchung machte deutlich, dass der 20-Jährige um eine Operation am Freitag in einer Frechener Spezialklinik nicht herumkommt. Die Hoffnung ist groß, dass Lukas Stutzke, Heider Thomas und Daniel Eggert am Sonntag nicht nur auf der Bank sitzen. Aber Risiken will Trainer Ulli Kriebel nicht eingehen: "Sie spielen natürlich nur, wenn die ärztliche Abteilung grünes Licht gibt." Im internationalen Einsatz ist derweil Ian Hüter: Der Rückraumspieler spielt mit der US-Auswahl am Sonntag in Auburn und am Mittwoch in Montreal gegen Kanada um die Qualifikation für die Panamerikanischen Spiele 2019 in Lima (Peru).

Über die Schwere der Aufgabe ist sich das ganze Dormagener Team bewusst: "Aue gehört der 2. Liga seit 24 Jahren an und zeichnete sich immer durch seine Heimstärke aus. Aber wir werden alles versuchen, um etwas Zählbares aus dem Erzgebirge mit nach Hause zu nehmen", erklärt Trainer Ulli Kriebel.


Ein starkes Auftaktspiel mit Tempo und vielen sehenswerten Aktionen - das Ergebnis erfreute freilich nur die Gäste aus Lübbecke: Der Topfavorit der 2. Handball-Bundesliga setzte sich am Freitag Abend im TSV Bayer Sportcenter mit 29:21 (15:10) gegen den TSV Bayer Dormagen durch. Nach dem Spielverlauf fiel die Niederlage etwas zu hoch aus - doch es hätte alles passen müssen, um sie verhindern zu können. Das war aber schon wegen der verletzungsbedingten Ausfälle von Lukas Stutzke, Heider Thomas und Daniel Eggert nicht der Fall.

Der TSV hielt die Partie 20 Minuten lang völlig offen. Da erzielte der quirlige Neuzugang Nuno Rebelo seinen fünften Treffer zum 9:10. Der Portugiese rief in der ersten Hälfte sein ganzes Können ab, traf von ganz rechts, aus dem Rückraum und schloss auch einen Konter erfolgreich ab. Nach dem Anschlusstor hatte Joshua Reuland die Gelegenheit zum erneuten Ausgleich. Doch der Linksaußen erwischte einen unglücklichen Spielabend, Gästekeeper Joel Birlehm hatte sich auf ihn bestens eingestellt und brachte den Ex-Longericher schier zur Verzweiflung. Die konsequentere Chancenverwertung verschaffte den Nettelstedtern den ersten Vier-Tore-Vorsprung und die 15:10-Pausenführung.

Der TSV bäumte sich in Hälfte Zwei noch einmal auf und hatte beste Möglichkeiten, mehr als bis auf drei Tore heranzukommen. Doch wieder war es der später von beiden Trainern zum Matchwinner erklärte Birlehm, der gegen Reuland und Eloy Morante Maldonado rettete. Und wenn es denn so läuft, dann kommt auch noch Pech dazu: Ein Wurf von Shooter Dener Jaanimaa wird unhaltbar für den insgesamt gut parierenden Janis Boieck abgefälscht - der nächste Dormagener Angriff endet mit einem Pfostenknaller von Nuno Rebelo. Mit drei Toren in Folge setzte sich Nettelstedt bis zur 50. Minute von 18:22 bis auf 18:25 ab. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war klar, dass der TSV beide Punkte abgeben musste. Ab der 48. Minute fehlte auch noch Abwehrchef Patrick Hüter, der nach drei Zeitstrafen - die ersten beiden waren eher strittig - die Rote Karte sah.

Gästetrainer Aaron Ziercke sprach nach der Partie von einem "typischen Auftaktspiel". Sein Team habe etwas Zeit gebraucht, um ins Spiel zu finden und konnte sich letztlich vor allem dank der Leistung von Joel Birlehm schon zur Pause etwas absetzen. Der Ex-Nationalspieler lobte auch den TSV: "Die Mannschaft hat den Ball gut laufen lassen." In der ersten Hälfte habe seine Auswahl gut mitgespielt, betonte TSV-Coach Ulli Kriebel. "Leider haben wir zu viele Chancen nicht genutzt, um das Spiel länger eng zu halten. Nach der Pause sind wir noch mal volles Risiko gegangen und haben auch mit der Abwehrvariante 3:2:1 den TuS ein wenig verwirren können."

Am Sonntag, 2. September, wartet um 17 Uhr das erste Auswärtsspiel beim EHV Aue im Erzgebirge auf den TSV.

TSV Bayer Dormagen - TuS N-Lübbecke 21:29 (10:15)
Dormagen: Rózsavölgyi (1.-20., 2 Paraden), Boieck (ab 21., 7 P.), Broy (n.e.); Reuland (1), Hartmann, Pyszora, Thomas (n.e.), Löfström, I. Hüter, Rebelo (5), Richter (4), P. Hüter (2), Jagieniak, Morante Maldonado (1), Stutzke (n.e.), Wieling (8/5).
Lübbecke: Birlehm (14 Paraden), Tatai (bei zwei 7m); Genz (1), Walczak (1), Gierak (2), Bagaric (1), Strosack (4), Rakovic (n.e.), Spohn (2), Jaanimaa (4), Schade, Orlowski (8/4), Speckmann (5), Hövels (1).
Schiedsrichter: Christian und Fabian vom Dorff.
Zuschauer: 1217.
Zeitstrafen: 8:8 Minuten.
Siebenmeter: 5/6:4/4 (Wieling wirft an den Pfosten).
Spielfilm: 1:0, 3:5, 6:6, 6:8 (15.), 8:8 (18.), 9:13 (26.), 10:15 - 12:17, 14:17 (38.), 15:20, 17:20 (41.), 17:22, 18:24 (48.), 19:27, 21:29.


Jetzt geht´s los in der "weltbesten 2. Handball-Liga": Für den TSV Bayer Dormagen beginnt die Saison 2018/19 gleich mit einem Knaller: Zu Gast im TSV Bayer Sportcenter ist am Freitag, 24. August, Bundesliga-Absteiger TuS N-Lübbecke, der ein klares Ziel verfolgt. "Wir wollen den direkten Wiederaufstieg erreichen und nehmen die Rolle des Favoriten an", unterstreicht Trainer Aaron Ziercke vor dem Start in die neue Spielzeit. Auch Dormagens Coach Ulli Kriebel traut den Gästen den Aufstieg zu: "Nettelstedt ist wohl kaum schwächer besetzt als in der letzten Saison. Auf diesen Auftakt freuen wir uns deshalb besonders, denn da haben wir nichts zu verlieren."

Die Schiedsrichter Christian und Fabian vom Dorff pfeifen die Partie um 19.30 Uhr an. Tickets gibt es im Vorverkauf weiterhin im Tabak-Shop, Kölner Straße 64 / Ecke Nettergasse und online - die Abendkassen öffnen am Freitag um 18.30 Uhr. Die preisgünstigste Eintrittsmöglichkeit und Platzwahl nach Wunsch bietet die Dauerkarte, die in der Geschäftsstelle der TSV Bayer Dormagen Handball GmbH am Höhenberg 40 erhältlich ist. Dort kann auch die WieselCard mit interessanten Angeboten diverser Unternehmen erworben werden.

Am Freitag gibt es auch ein Wiedersehen mit zwei Ex-Dormagenern: Die beiden Linkshänder Jo Gerritt Genz und Peter Strosack ("Das ist ein ganz besonderes Spiel für mich") sollen mit zur erneuten Erstklassigkeit des TuS N-Lübbecke beitragen. Während der Rückraumrechte Genz den TSV bereits 2016 in Richtung Lübbecke verlassen hatte, kam Rechtsaußen Strosack jetzt aus Leipzig, nachdem dort sein Vertrag nicht verlängert wurde. Beim DHB-Pokalturnier am letzten Wochenende musste Lübbecke gegen Gastgeber Emsdetten in die Verlängerung gehen und gewann durch ein Tor von Peter Strosack drei Sekunden vor Schluss mit 35:34. Strosack war mit acht Treffern auch der erfolgreichste Schütze. Daneben trugen sich vor allem der Halbrechte Dener Jaanimaa (7) und der Halblinke Marian Orlowski (7/2) in die Torschützenliste ein. Im Finale des Turniers hatte der TuS N-Lübbecke keine Chance gegen die Füchse Berlin, die mit 33:26 gewannen. Neben Strosack und Orlowski verpflichtete der TuS vor der Saison den polnischen Kreisläufer Patryk Walczak und den Ex-Balinger Valentin Spohn (Rückraum links). Aus der eigenen Jugend kommt Torwart Mats Grzesinski, der allerdings das starke Gespann Peter Tatai und Joel Birlehm vor sich hat.

Aus dem Pokalturnier in Göttingen nahm TSV-Coach Ulli Kriebel weitere wichtige Erkenntnisse mit nach Hause: "Die Mannschaft hat gegen einen großen Gegner Kiel ordentlich dagegen gehalten. Natürlich sind wir auch am Freitag Außenseiter, aber wir werden uns nicht verstecken." Ob die zuletzt angeschlagenen Lukas Stutzke, Daniel Eggert und Heider Thomas gegen den TuS N-Lübbecke dabei sind wird sich erst am Freitag Abend zeigen.


Das Pokalturnier in der Göttinger Sparkassen-Arena verlief gut für den TSV Bayer Dormagen. Nach dem klaren Erfolg gegen den Northeimer HC durfte das Team von Ulli Kriebel gegen den THW Kiel spielen und nutzte die Stunde gegen den Topfavoriten als wichtige Lerneinheit vor dem Meisterschaftsstart: Am kommenden Freitag, 24. August, um 19.30 Uhr trifft der TSV im TSV Bayer Sportcenter auf den TuS N-Lübbecke.

Natürlich waren schon vor dem Anpfiff gegen Kiel die Karten klar verteilt: Die Zebras hatten beim Aufgalopp gegen TUSEM Essen ihre Klasse mit dem 39:23-Sieg am Samstag bereits unter Beweis gestellt. THW-Coach Alfred Gislason machte danach deutlich, dass er mit seiner Auswahl nicht nur das Göttinger Finale gewinnen sondern auch ins Final Four des Pokalwettbewerbs einziehen will. Angesichts des Kieler Weltklasse-Aufgebots musste sich der TSV keinen Illusionen hingeben: "Für uns ist dieses Spiel eine Belohnung für unsere bisherige Leistung. Es ist für uns alle eine Riesensache gegen eine solch herausragende Mannschaft zu spielen", sagte Trainer Ulli Kriebel.

Anfangs etwas nervös luden die Dormagener die beiden Kieler Lukas Nilsson und Hendrik Pekeler zu zwei schnellen Treffern in der ersten Minute ein. Als dann aber Joshua Reuland aus dem Rückraum gegen Nationaltorhüter Andreas Wolff traf und das Anspiel an den Kreis zu Patrick Hüter klappte wuchs das Selbstvertrauen in den Reihen der Rheinländer. Und für gelungene Aktionen gab es immer wieder anerkennenden Beifall der 1700 Zuschauer. Gleichwohl baute der Rekordmeister seinen Vorsprung kontinuierlich aus und führte in der 22. Minute nach einem Treffer von Steffen Weinhold erstmals mit zehn Toren (19:9). Zur Pause lag der THW mit 24:13 vorne. Nicht nachlassen und weiter dagegen halten war Kriebels Aufforderung in der Kabine, die auch befolgt wurde. "Phasenweise haben wir mutig mitgespielt", war das Fazit des Trainers, nachdem die 27:44-Niederlage vergleichbar mit der von Essen am Vortag ausgefallen war. Die Leistung von Rechtsaußen Nico Pyszora gefiel Kriebel besonders: "Er hat seine Chancen gegen Andreas Wolff clever genutzt."

THW Kiel - TSV Bayer Dormagen 44:27 (24:13)
Kiel: N. Landin (n.e.), Wolff; Duvnjak (2), Reinkind (5), M. Landin (2/1), Firnhaber (3), Weinhold (3), Dissinger (1), Wiencek (1), Ekberg (7/3), Rahmel (4), Dahmke (3), Zarabec, Vujin, Pekeler (7), Nilsson (6).

Dormagen: Rózsavölgyi (ab 1.), Boieck (ab 15.), Broy (ab 39.); Wieling (3/1), Morante Maldonado (1), I. Hüter (3), Jagieniak, Reuland (3), Rebelo (5), Hartmann (1), Löfström (4), P. Hüter (1), Richter (2), Pyszora (4).
Zuschauer: 1700.
Schiedsrichter: Heine / Standke.


Der TSV Bayer Dormagen steht im Finale des Pokalturniers in Göttingen und trifft an diesem Sonntag um 16 Uhr auf den THW Kiel. "Der Northeimer HC hat uns vor allem in den ersten 20 Minuten vor Probleme gestellt. Mit dem Ergebnis bin ich natürlich zufrieden und wir freuen uns alle, dass wir am Sonntag eine Belohnung für unseren Einsatz mit dem Spiel gegen Kiel bekommen", sagte TSV-Trainer Ulli Kriebel nach dem 36:25 (18:14) vor 2250 Zuschauern in der Göttinger Sparkassen-Arena.

In der ersten Viertelstunde legte der TSV regelmäßig vor, der Drittligist reagierte aber ebenso konsequent und hielt die Partie offen. Dafür verantwortlich waren vor allem die beiden Schwiegersöhne in spe von Northeims Trainer Carsten Barnkothe: Tim Gerstmann und  Paul-Marten Seekamp nutzten die noch vorhandenen Lücken in der Dormagener Deckung und glichen immer wieder aus. Kriebel änderte die Formation und brachte Gergö Rózsavölgyi für Janis Boieck. Der ungarische Schlussmann zeichnete sich sofort mit mehreren gelungenen Paraden aus und wehrte im Verlauf des Spiels in seinem ersten Pflichtspiel für den TSV 18 Bälle ab.

Die Absicht der Dormagener, aus der Abwehr heraus das Tempospiel zu forcieren, wurde jetzt immer besser umgesetzt. Davon profitierten die schnellen Außen Tim Wieling und Joshua Reuland, aber auch die Anspiele an den Kreis klappten deutlich besser als noch in den jüngsten Vorbereitungsspielen. "In den gesamten 60 Minuten hatten wir keinen richtigen Zugriff in der Abwehr und kassierten so zu viele Treffer vom Kreis oder durch Siebenmeter", analysierte Barnkothe später. Alle neun Strafwürfe verwandelten Tim Wieling (6) und Benjamin Richter (3) sicher.

Der TSV ging mit der 18:14-Führung in die Pause und registrierte nach dem Seitenwechsel ein erneutes Aufbäumen der Northeimer. Doch auch weil deren griechischer Neuzugang Efthymios Iliopoulos nach einer Fußverletzung nur noch einmal kurz auf´s Feld kam und dann auf der Bank Platz nahm, fehlten dem NHC letztlich die Alternativen im Angriff. Auch die zweite Zeitstrafe für Patrick Hüter brachte den TSV nicht in Verlegenheit, die Abwehr stand auch mit Lars Jagieniak in der Mitte. Nach dem 21:18-Anschluss des Turnierausrichters beendete der TSV die letzten Hoffnungen der heimischen Fans auf eine Begegnung mit dem THW Kiel: Carl Löfström (2), Ian Hüter und Tim Wieling erhöhten innerhalb von fünf Minuten auf 25:18 und sorgten damit für die Vorentscheidung und für Freude bei Handball-Geschäftsführer Björn Barthel: "Endlich haben wir mal wieder das erste Pokalspiel gewonnen." Vor einem Jahr schied die Mannschaft gegen den TSV Altenholz aus dem Wettbewerb aus.

Dass der Pokalwettbewerb in dieser Saison aber schon ab heute Abend kein Thema mehr für die Rheinländer sein wird, davon gehen freilich alle Beteiligten aus. Schließlich ist der THW Kiel haushoher Favorit im Turnierfinale, das um 16 Uhr in der S-Arena angepfiffen wird. Und das nicht erst seit der gestrigen Erklärung von THW-Coach Alfred Gislason zu den Saisonzielen der Zebras: "Wir wollen das Pokal-Final-Four und einen Champions League-Platz erreichen", betonte der Isländer nach dem ungefährdeten 39:23-Erfolg gegen Dormagens Zweitliga-Rivalen TUSEM Essen. "Wir freuen uns auf das Spiel und werden daraus sicher weitere wichtige Erkenntnisse mitnehmen können", erklärt Ulli Kriebel.

TSV Bayer Dormagen - Northeimer HC 36:25 (18:14)
Dormagen:
TSV: Boieck (1.-14.), Rózsavölgyi (ab 15.), Broy (n.e.); Wieling (10/6), Morante Maldonado (2), I. Hüter (5), Jagieniak, Reuland (4), Rebelo (2), Hartmann, Löfström (4), P. Hüter (4), Richter (5/3), Eggert (n.e.), Stutzke (n.e.).
Northeim: Stammer (n.e.), Gobrecht (ab 51.), Armgart (ab 1.-50.); Bode, Schlüter (2), Iliopoulos (1), Krebs (1), Meyer, Seekamp (4), Lutze (1), Hempel (3), Hoppe (1), Wilken (3), Gerstmann (6), Dewald, Stöpler (3/3).
Zuschauer: 2250.
Schiedsrichter: Felix Pusch / Stefan Weiße
Spielverlauf: 4:3, 6:4, 8:7 (12.), 9:9, 12:9 (18.), 15:11 (22.), 18:14 - 21:18 (38.), 25:18 (43.), 31:21 (52.), 36:25.


Der TSV Bayer Dormagen steht im Finale des Pokalturniers in Göttingen und trifft an diesem Sonntag um 16 Uhr auf den THW Kiel. "Northeim hat uns vor allem in den ersten 20 Minuten vor Probleme gestellt. Mit dem Ergebnis bin ich natürlich zufrieden und wir freuen uns alle, dass wir am Sonntag eine Belohnung für unseren Einsatz mit dem Spiel gegen Kiel bekommen", sagte TSV-Trainer Ulli Kriebel. (Ausführlicher Bericht folgt.)

TSV Bayer Dormagen - Northeimer HC 36:25 (18:14)
Dormagen:
TSV: Boieck (1.-14.), Rózsavölgyi (ab 15.), Broy (n.e.); Wieling (10/6), Morante Maldonado (2), I. Hüter (5), Jagieniak, Reuland (4), Rebelo (2), Hartmann, Löfström (4), P. Hüter (4), Richter (5/3), Eggert (n.e.), Stutzke (n.e.).
Northeim: Stammer (n.e.), Gobrecht (ab 51.), Armgart (ab 1.-50.); Bode, Schlüter (2), Iliopoulos (1), Krebs (1), Meyer, Seekamp (4), Lutze (1), Hempel (3), Hoppe (1), Wilken (3), Gerstmann (6), Dewald, Stöpler (3/3).


Langsam wird es ernst: Vor dem ersten Meisterschaftsspiel am Freitag, 24. August, gegen TuS N-Lübbecke wartet das DHB-Pokalturnier am kommenden Wochenende auf den TSV Bayer Dormagen. Die Mannschaft von Ulli Kriebel reist am Samstag Morgen nach Göttingen und trifft dort um 19 Uhr auf den Northeimer HC, der das Pokalturnier in der Sparkassen-Arena ausrichtet. Der TSV hat eine Übernachtung eingeplant und will mit einem Sieg gegen den Drittligisten das Finale am Sonntag um 16 Uhr erreichen. Gegner wäre dann der Gewinner der Partie zwischen dem THW Kiel und TUSEM Essen. Über 1700 Tickets wurden bereits verkauft, noch können Karten online über www.northeimerhc.de erworben werden. Die Tageskasse öffnet an beiden Tagen um 14.30 Uhr. Die Northeimer hoffen, dass die 2000er Grenze geknackt wird.

Der Gastgeber ist für den TSV eher ein Unbekannter. In der abgelaufenen Saison erspielte sich der Drittliga-Aufsteiger in der Ost-Staffel gehörigen Respekt und landete letztlich auf Platz 7. Immerhin wurden favorisierte Mannschaften wie Aufsteiger TV Großwallstadt, die SG Leutershausen und HC Erlangen II geschlagen. Respekt hat auch Dormagens Trainer Ulli Kriebel: "Wir erwarten einen Gegner, der gerade auch vor den vielen heimischen Fans bis zum Schlusspfiff kämpfen wird." Die Hoffnung auf ein Spiel gegen den THW Kiel wird die Auswahl von Carsten Barnkothe sicher zusätzlich beflügeln. Doch das gilt gleichermaßen für den TSV: "Natürlich wollen auch unsere Spieler gerne gegen ein solches Ausnahmeteam wie Kiel spielen", weiß Kriebel. Dabei wird allgemein vermutet, dass der klar favorisierte Rekordmeister sich in seinem ersten Pokalspiel gegen TUSEM Essen behauptet.

Ein neuer Rückraumspieler des Northeimer HC hat in der letzten Saison gegen den TSV gespielt - allerdings gegen die A-Jugend: Der 18-jährige Finnian Lutze erzielte mit der A-Jugend von Handball Lemgo in den Meisterschaftsspielen gegen Dormagen jeweils vier Tore und freut sich jetzt darauf, "vor einer solch großen Kulisse spielen zu dürfen." Im Laufe der Saison wird er mit seiner Mannschaft häufiger in die Nähe von Dormagen kommen: Der Northeimer HC wurde für die kommende Spielzeit überraschend in die West-Staffel der 3. Liga eingeteilt.

Ob die zuletzt angeschlagenen Dormagener Spieler zum Einsatz kommen, wird sich erst am Samstag zeigen. Youngster Julian Köster ist auf jeden Fall nicht dabei: Er spielt noch mit der deutschen U18-Auswahl bei der Europameisterschaft im kroatischen Varazdin. Die Mannschaft verpasste nach knappen Niederlagen in der Hauptrunde gegen Schweden (27:30) und Island (22:23) das Halbfinale und will jetzt in den Platzierungsspielen den fünften Rang erreichen. Gegner sind am Freitag Serbien und am Sonntag Frankreich oder Spanien.   
 

 



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