Mit rund 500 Kilometern ist die Reise von Dormagen nach Dessau die viertlängste der Saison und die letzte mit Übernachtung vor dem Spiel. Die Mannschaft des TSV Bayer Dormagen übernachtete im 40 Kilometer entfernten Bernburg an der Saale und machte sich am Spätnachmittag auf zur Anhalt Arena Dessau. Dort ist der TSV ungeschlagen: In den beiden bisherigen Spielen setzte der TSV sich im Mai 2019 mit 36:29 und im März 2021 mit 28:20 durch. Gerne würden die Wiesel erneut zwei Punkte aus Sachsen-Anhalt mit nach Hause bringen. Gegen 21 Uhr wird man heute Abend wissen, ob das Vorhaben geklappt hat. Die Schiedsrichter Matthias und Sebastian Klinke (Bordesholm) pfeifen die Partie des 28. Spieltages um 19.30 Uhr an. Sportdeutschland.tv überträgt live.

„Wir stehen erneut vor keiner einfachen Aufgabe“, sagte Dessaus Trainer nach dem mit 26:24 gewonnenen Heimspiel gegen Hagen am Sonntag. Uwe Jungandreas: „Verletzungsprobleme in der Hinrunde haben dem Team aus Dormagen zugesetzt. Dass sie jetzt noch mal personell nachgerüstet haben, beweist, dass sie nichts unversucht lassen, um die Klasse zu halten.“ Tatsächlich stellte der bewegliche Mislav Grgic am Freitag gegen Dresden unter Beweis, dass er dem TSV mit seinen Treffern und Anspielen helfen kann. Weil Andre Meuser glänzend aufgelegt war, kam indes Linkshänder Artur Karvatski noch nicht zum Einsatz.

„Dessau ist sehr kampf­stark und verfügt über ei­ne gute Ab­wehr“, kennt TSV-Trainer Peer Pütz den Gegner aus den bisherigen fünf Vergleichen. An den acht Erfolgen in der laufenden Spielzeit beteiligte sich Linksaußen Jakub Hrstka besonders: Mit 155/36 Treffern steht der Tscheche auf dem dritten Platz der Torschützenliste der 2. HBL. Auch im Hinspiel, das die Gäste nach Gleichstand (13:13) zur Pause mit 27:23 gewannen, war Hrstka mit 9/2 Toren der erfolgreichste Werfer des Spiels. Wie schon gegen Dresden will der TSV mit seiner überragenden Abwehrarbeit im Zusammenspiel mit dem Schlussmann die Zahl der Gegentore gering halten - im Idealfall geringer als die Zahl der eigenen Treffer.


„Die Mannschaft hat sich für ihren Superfight belohnt“, nahm Peer Pütz das Lob für den zweiten Sieg in diesem Jahr erleichtert entgegen. Dabei waren es nicht nur die beiden Punkte, die dem TSV Bayer Dormagen nach dem 29:23 (12:7)-Erfolg gegen den HC Elbflorenz neue Zuversicht im Kampf um den Klassenerhalt geben: Gerade die Leidenschaft und der Spielwitz machten deutlich, dass dieses Team die Herausforderung angenommen hat. Die grandiose Deckung mit einem starken Martin Juzbasic sorgte für Sicherheit und ließ lediglich sieben Sachsen-Tore in der ersten Hälfte zu - Minusrekord für Dresden in dieser Saison waren auch die lediglich 23 Treffer nach 60 Minuten. „Man kann verlieren, aber die Art und Weise ärgert mich. Wir waren heute nicht bereit“, konnte Gäste-Coach Rico Göde seine Enttäuschung nicht verbergen. Der HC fand auch keine ausreichenden Mittel, um die variantenreiche Dormagener Offensive zu bremsen.

Schon der Blick auf den Spielverlauf lässt keine Zweifel aufkommen: Der TSV führte von Beginn an, es gab kein einziges Remis und auch in der zweiten Hälfte lagen die Gastgeber nahezu ständig mit mindestens fünf Treffern vorne. Dabei spielten die ungewöhnlich harten Zeitstrafen, die den TSV extrem früh trafen, eigentlich dem HC in die Hände. Doch als Alex Senden nach 45 Sekunden auf die Bank musste, setzte Martin Juzbasic mit einer Parade gegen Michael Schulz ein erstes Ausrufezeichen. Und als es keine zwei Minuten später Patrick Hüter traf, war der Dormagener Schlussmann wieder da und wehrte den Strafwurf von Julius Dierberg ab. Die eigenen Chancen nutzten die Rheinländer indes und bauten ihren Vorsprung über 9:3 bis auf 12:7 zur Pause aus.

Kurz nach dem Seitenwechsel kamen die Gäste etwas näher, doch nun war es Andre Meuser, der mit drei platzierten Würfen die Verhältnisse wieder gerade rückte. Der fünfte der insgesamt sieben Treffer war Saisontor Nummer 100 des langen Linkshänders, der am Freitagabend nur von Jan Reimer getoppt wurde. Der Rechtsaußen wurde vom TSV-Rückraum gut ins Spiel eingebunden und trug sich insgesamt neunmal in die Torschützenliste ein. Auch in den letzten Minuten, als Dresden mit den beiden vorgezogenen Oskar Emanuel und Marek Vanco überraschen wollte. Doch auch das gelang nur kurz, schnell reagierte der TSV auf die neue Situation und sorgte für Dresdens zweithöchste Niederlage dieser Saison. Den Schlusspunkt setzte Andre Meuser mit einem Heber.

Neben der mannschaftlichen Geschlossenheit zeichneten sich die TSV-Spieler durch individuelles Können aus: Rico Göde war von den „gefühlt 200 Stundenkilometern“ beeindruckt, mit denen Ian Hüter immer wieder in die HC-Abwehr eindrang. Bei seinem Comeback half der im Februar verpflichtete Mislav Grgic seinem Team mit kompromisslosen Zielwürfen und gelungenen Anspielen. Am Kreis waren Patrick Hüter und Aron Seesing hellwach. Seesing geht davon aus, dass sein Einschlag zum 17:11 nach einem weiten Pass von Alex Senden einer seiner schnellsten Abschlüsse überhaupt war. Angesichts des guten Spiels von Andre Meuser verzichtete Peer Pütz auf den Einsatz von Neuzugang Artur Karvatski, der „im Training einen sehr guten Eindruck machte.“

Ein tolles Signal, nachdem für Patrick Hüter bereits in der 40. Minute nach der dritten Zeitstrafe die Partie beendet war: Der Kapitän beeilte sich, lief zu den trommelnden Fans und beteiligte sich fortan mit einer Tröte an der lautstarken Unterstützung. Für ihn und das gesamte Team war klar: „Diese Leistung wollen wir bestätigen und gehen am Mittwoch in Dessau mit der gleichen Einstellung aufs Spielfeld.“ Und der Blick richtet sich auch schon aufs nächste Heimspiel: Am Sonntag, 3. April, erwartet der TSV den VfL Lübeck-Schwartau ab 17 Uhr im TSV Bayer Sportcenter. Tickets gibt es online.

TSV Bayer Dormagen - HC Elbflorenz 29:23 (12:7)
Dormagen:
Juzbasic (11 Paraden), Simonsen (47.-54., 1 Parade); Karvatski (n.e.), Meuser (7), Leitz, Senden (1), I. Hüter (4), Reimer (9/4), Grgic (3), P. Hüter (3), Zurga (n.e.), Johannmeyer, Grbavac (n.e.), Seesing (1), Steinhaus, Mast (1).
Elbflorenz: Mohs (2 Paraden), Huhnstock (31.-50., 1 Parade); Zobel (1), Niestroj (1), Emanuel (4), Dierberg (5), Buschmann (1), Dumcius, Kretschmer (7/3), Stavast (1), Greß (1), Vanco, Klepp, Schulz (1), Quade (1).
Schiedsrichter: Hörath / Hofmann.
Zuschauer: 719.
Zeitstrafen: 14:14 Minuten.
Siebenmeter: 4/5:3/4 (Reimer wirft einmal an die Latte - Juzbasic hält gegen Dierberg).
Spielfilm: 4:1 (10.), 9:3 (17.), 10:6, 12:7 - 14:10, 19:11 (40.), 22:16, 25:20 (54.), 29:23.


Nach der längeren Spielpause warten in den nächsten zweieinhalb Monaten 15 Spiele auf den TSV Bayer Dormagen. Die Absicht ist klar, der Handball-Traditionsverein will auch in der Saison 2022/23 in der 2. Bundesliga spielen. Um den Anschluss zu den mitgefährdeten Klubs zu halten, hat der sportliche Leiter Walter Haase ein klares Ziel ausgegeben: „Wir wollen mindestens sechs Punkte aus den nächsten vier Spielen holen.“ Bereits gegen den HC Elbflorenz soll an diesem Freitag, 25. März, ein Erfolg herausspringen.

Das Spiel im TSV Bayer Sportcenter beginnt um 19.30 Uhr mit dem Anpfiff der Schiedsrichter Timo Hofmann und Thomas Hörath (Zirndorf / Bamberg). Tickets können weiterhin online erworben werden, die Abendkasse öffnet um 18.30 Uhr. Nach den aktuellen Coronaregeln ist die Vollauslastung zulässig. Es gilt weiterhin 3G und am Sitzplatz die Maskenpflicht. Die Partie des offiziell 27. Spieltages kann auch live auf Sportdeutschland.tv verfolgt werden. Der TSV ist übrigens am Freitag zwischen 11 und 13 Uhr auf dem Dormagener Markt unterwegs, um für den Besuch dieser und der nächsten Partien zu werben. Es gibt dann auch die Möglichkeit, Freikarten zu erhalten.

Das Team aus Dresden hat weder etwas mit dem Auf- noch mit dem Abstieg zu tun. Die Mannschaft von Rico Göde steht nach elf Siegen, neun Niederlagen und fünf Unentschieden auf Tabellenplatz 7. In Reichweite scheint das Erreichen des erklärten Saisonziels: Bestätigung der Vorjahresplatzierung. Und das war der 4. Platz. Aus den letzten drei Partien holten die Sachsen 5:1-Punkte: Das Derby gegen Aue wurde in der Vorwoche mit 30:27 gewonnen. Davor behauptete sich die Auswahl beim HCE Rostock mit 36:24 und spielte 27:27 gegen Hüttenberg. Erfolgreichster Werfer des HC ist Spielmacher Sebastian Greß, der mit 110 Treffern zu den besten Rückraumschützen der Liga gehört.

Die bisherigen Vergleiche der beiden Vereine endeten allesamt relativ knapp. Zuletzt verlor der TSV im Dezember mit 23:26 in Dresden, nachdem die Wiesel zur Pause mit zwei Toren (12:10) vorne lagen. Nach dem Seitenwechsel brachte aber eine Dormagener Torflaute den HC Elbflorenz auf die Siegerstraße. Das soll sich nicht wiederholen: „Sicher haben wir auch gegen Dresden eine Siegchance - und die wollen wir nutzen“, sagt Coach Peer Pütz. Zumindest zu Beginn dieser Woche füllte sich die Trainingshalle etwas stärker, wenngleich einige Spieler weiterhin pausieren müssen. Der im Februar zur Mannschaft gestoßene Halblinke Mislav Grgic (23) steht wieder zur Verfügung. Und auch Artur Karvatski, dessen Zugang gestern offiziell mitgeteilt wurde, kann auf einen Einsatz hoffen. Pütz: „Es dauert natürlich etwas, bis er richtig integriert ist. Aber er hat ohne Zweifel einen starken Wurf und ist ein etwas anderer Spielertyp als Andre Meuser. So haben wir eine weitere Option.“


Der TSV Bayer Dormagen besitzt im Kampf um den Verbleib in der 2. Handball-Bundesliga eine weitere Alternative im rechten Rückraum: Der in Lettland geborene Artur Karvatski wird ab sofort den Dormagener Kader verstärken. Er war zuletzt in der russischen Super League für HK Taganrog im Einsatz. Taganrog ist eine Hafenstadt in Südrussland an der Küste des Asowschen Meeres an der Mündungsbucht des Don und ist damit nicht sehr weit vom Kriegsgebiet in der Ukraine entfernt. Seit seiner Ankunft in Dormagen hat der 26-Jährige bereits intensiv mit dem TSV-Team trainiert und fühlt sich wohl: „Ich wurde sehr gut von den Spielern und dem Umfeld aufgenommen und will alles tun, um mit der Mannschaft den Klassenerhalt zu schaffen“, erklärt der Nationalspieler, der bei der Europameisterschaft 2018 in Kroatien 13 Tore für Weißrussland erzielte.

„Die Spielzeit 2021/22 hat uns personell vor große Herausforderungen gestellt“, sagt Dormagens Handball-Geschäftsführer Björn Barthel. „Mit dem erfahrenen Artur Karvatski sind wir im Rückraum für das letzte Saisondrittel breiter aufgestellt und rechnen uns dadurch eine größere Variabilität vor allem in der Offensive aus.“ Karvatski wurde im Wege des Amateurspielrechts für bis zu acht Spiele in der laufenden Saison verpflichtet. Da aus regeltechnischen Gründen mehr Bundesligaspiele nicht zulässig sind, besteht auch die Möglichkeit, den Linkshänder in der 2. Mannschaft des TSV Bayer Dormagen einzusetzen.

Daten von Artur Karvatski
Geboren: 21. Januar 1996 in Preili (Lettland)
Nationalität: lettisch, weißrussisch
Position: halbrechts
Größe: 196 cm
Gewicht: 93 kg
Länderspiele: 40 für Weißrussland / 98 Tore
Vorherige Klubs: Minsk (BLR), Balatonfüredi KSE (HUN), PPD Zagreb (CRO), Olympiacos H.C. (GRE), RTV Basel (CH), HC Victor Stavropol (RUS), HK Taganrog (RUS)


Nach der Absage des Heimspiels gegen den VfL Gummersbach am vergangenen Freitag muss auch das kommende Auswärtsspiel des TSV Bayer Dormagen am Mittwoch, 9. März, 19.30 Uhr beim VfL Eintracht Hagen verlegt werden. Die Personalsituation im TSV-Lager hat sich seit dem Wochenende nicht verbessert, weitere Erkrankungsfälle sind dazu gekommen. Somit haben erneut mehr als die Hälfte der Lizenzspieler keine medizinische Freigabe für die Partie erhalten. Alle Betroffenen haben leichte Symptome, ihnen geht es den Umständen entsprechend gut. Der TSV wünscht allen Erkrankten eine schnelle und komplette Genesung.

Ein Nachholtermin für die Begegnung mit Hagen steht noch nicht fest. Dieser wird zeitnah mit der HBL und dem Heimverein abgesprochen und bekanntgegeben. Die bereits gekauften Tickets behalten ihre Gültigkeit auch für den Nachholtermin.

Derweil wurde das Mittelrhein-Derby bereits neu terminiert: Am Mittwoch, 4. Mai, empfängt der TSV um 19.30 Uhr im TSV Bayer Sportcenter den VfL Gummersbach. Auch hier behalten alle Tickets ihre Gültigkeit. Der TSV wendet sich mit weiteren Einzelheiten direkt an alle Ticketinhaber.


Die Zahl der Corona-positiv getesten Spieler beim TSV Bayer Dormagen ist heute weiter gestiegen. Da mehr als die Hälfte der Lizenzspieler keine medizinische Freigabe erhalten hat, stimmte die HBL soeben einer Verlegung der Partie gegen den VfL Gummersbach zu. Das heißt: Das für heute Abend angesetzte Mittelrhein-Derby im TSV Bayer Sportcenter findet nicht statt. Die betroffenen Vereine werden zusammen mit der HBL schnellstmöglich einen neuen Termin vereinbaren.

Der TSV bedauert die eingetretene Situation und wünscht allen erkrankten Spielern eine schnelle Genesung. Die erworbenen Tickets haben selbstverständlich Gültigkeit für den neuen Termin.


Ein Mittelrhein-Derby Anfang März liegt dem TSV Bayer Dormagen: Am 3. März 1990 spielte der TSV 20:20 gegen den VfL Gummersbach in der Dreifachhalle an der Konrad-Adenauer-Straße. Und exakt sechs Jahre später nahmen die Dormagener beim 25:22 in Gummersbach sogar beide Punkte mit nach Hause. Gerne erinnern wir uns aber auch an den Winter und das letzte Heimspiel gegen den VfL am 30. Dezember 2020 - die spannende Partie endete 24:24. Auch wenn an diesem Freitag, 4. März, die Gummersbacher erneut als Aufstiegsaspiranten kommen und der TSV auf den letzten Tabellenplatz der 2. Handball-Bundesliga zurückgefallen ist - die Vergleiche zwischen den Mittelrhein-Klubs sind immer interessant und versprechen Spannung. Warum sollte die Begegnung des offiziell 25. Spieltages eine Ausnahme sein? Um 19.30 Uhr pfeifen die Schiedsrichter Tobias Schmack und Philipp Dinges (Stutensee / Stuttgart) das Spiel im TSV Bayer Sportcenter an. Nach den neuesten Coronaregeln können bis zu 1800 Zuschauer in die Halle kommen. Es gilt nach wie vor 2G+ und Maskenpflicht. Tickets gibt es im Online-Shop und an der Abendkasse, die um 18.30 Uhr öffnet. Sportdeutschland überträgt live.

An der Chancenerarbeitung liegt es nicht. Tatsächlich hatten die Wiesel auch zuletzt gegen Eisenach alle Möglichkeiten, um das Spiel zu gewinnen. Doch es hat den Anschein, als wolle der gegnerische Torwart regelmäßig gegen den TSV Handball-Geschichte schreiben. Warum der Ball nicht oft genug ins Netz geht? Eine eindeutige Erklärung gibt es nicht. Youngster Sören Steinhaus verweist im neuen Wiesel Inside auf das aktuell fehlende Selbstvertrauen vor dem Tor: „Solche Enttäuschungen nehmen einen natürlich mit und frustrieren einen auch persönlich. Aber es bringt nichts lange zurückzuschauen, wir versuchen unsere Fehler zu minimieren und das mitzunehmen, was gut funktioniert.“ Für den 18-Jährigen steht fest: „Wir sind taktisch als Mannschaft weitergekommen. Wenn wir die Matchpläne von Peer Pütz und David Röhrig umsetzen, können wir jeden in der Liga schlagen, da bin ich voll von überzeugt.“

Der VfL Gummersbach muss weiterhin auf seinen Rückraumspieler Janko Bozovic verzichten. Der Linkshänder erlitt beim Heimspiel gegen Eintracht Hagen eine Ausrenkung des Ellenbogengelenks und dadurch einen Kapsel- sowie einen Innenbandanriss und eine Außenbandquetschung. Das Fehlen des Halbrechten hinderte den Tabellenführer aber nicht daran, den TV Großwallstadt am Rosenmontag mit 35:27 (20:16) zu besiegen. Der VfL eroberte sich zwischenzeitlich die Tabellenführung zurück - zwei Tage später gewann Nordhorn aber 23:22 in Aue und verdrängte Gummersbach wieder von der Spitze.

Für Julian Köster, der zur Rückrunde der vergangenen Spielzeit aus Dormagen zum VfL wechselte, wird es ein besonderes Spiel an seiner alten Wirkungsstätte sein: „Ich freue mich sehr, alte Bekannte und gute Freunde wiederzutreffen“, sagt der Nationalspieler, der jüngst bei der EM besonders auf sich aufmerksam machte. Die Oberbergischen sehen sich schon aufgrund der Tabellensituation als klaren Favoriten, rechnen aber auch mit Dormagener Gegenwehr. „Der TSV wird alles versuchen, die zwei Punkte zu behalten. Es wird alles andere als eine einfache Aufgabe“, betont Köster. Im Hinspiel sahen die Zuschauer zumindest in der ersten Halbzeit ein mitreißendes Spiel zweier fast gleichwertiger Mannschaften. Da stand es 12:10 für den VfL, ehe das Dormagener Angriffsspiel ins Stocken geriet und die Gastgeber mit 28:18 gewannen.


Der allgemeinen Sprachlosigkeit nach Dormagens 21:23 (11:9)-Niederlage setzte Misha Kaufmann ein erstaunliches Plädoyer entgegen. Der traditionelle „Talk danach“ war eigentlich schon beendet, als Eisenachs Trainer noch etwas sagen wollte. Es war ein Appell an die TSV-Fans: „Wenn man ein richtiger Fan ist, dann steht man jetzt hinter dem Verein. Kritisieren kann jeder und jeder kann auf einen drauftreten, der am Boden liegt. Ich bin heute objektiv der Meinung, dass die Dormagener alles gegeben, gefightet und leidenschaftlich verteidigt haben. Manchmal sind es halt Kleinigkeiten, die entscheiden. So lief unser Torwart nach der Pause zur Hochform auf.“ Für seine ehrlichen Mutmacher erhielt der Schweizer lautstarken Beifall.

„Es ist schwer zu realisieren, wie wir dieses Spiel verlieren konnten“, sagte TSV-Kapitän Patrick Hüter. „Wenn du so viele hundertprozentige Chancen liegenlässt, dann kannst du allerdings gegen keine Mannschaft der 2. Liga gewinnen.“ Tatsächlich lief es in der ersten Hälfte ordentlich für die Gastgeber, auch wenn Tor Nummer 1 durch Alexander Senden erst in der 5. Minute fiel. Bis dahin wurden bereits beste Chancen gegen einen reaktionsschnellen Johannes Jepsen ausgelassen. Aber auch die Thüringer ließen die Genauigkeit bei ihren Abschlüssen vermissen. So machte der TSV aus dem 0:1 das 4:1 in der 10. Minute. Eisenach kam wieder näher, ohne aber in der ersten Halbzeit ein zweites Mal nach dem Auftakttreffer des hellwachen Fynn Hangstein in Führung gehen zu können.

Und dann setzte der TSV sich ein zweites Mal mit sogar fünf Toren ab (10:5, 23.), konnte den deutlichen Vorsprung aber nicht über die Zeit bis zum Pausenpfiff (11:9) retten. Das 12:9 und 13:10 kurz nach dem Seitenwechsel stimmte die Wiesel-Anhänger zuversichtlich. Doch zweimal hintereinander fehlte den Gastgebern das Glück des Tüchtigen: Zuerst sprang der Ball Andre Meuser ans Bein, dann gab es einen Freiwurf gegen Jan Reimer, der im fairen Kampf den Ball erobert hatte. Prompt glich Eisenach aus und lag plötzlich mit 14:13 durch den Treffer von Ivan Snajder vorne. In den folgenden zehn Minuten machte der TSV den ThSV-Vorsprung immer wieder wett. Obwohl Martin Juzbasic mit mehreren starken Paraden aufwartete, gelang es aber nicht, das Spiel noch einmal zu drehen. Im Gegenteil: Eisenach führte zweimal mit zwei Toren.

Der TSV wehrte sich gegen die drohende Niederlage. Aron Seesing und Patrick Hüter sorgten für das 20:20. Das 21:21 ging ebenfalls auf das Konto von Kapitän Hüter. Dann trugen zwei Stürmerfouls mit zum Ausgang des Spiels bei: Die Aktion von Jannis Schneibel gegen Ian Hüter wurde nicht gepfiffen, der angespielte Snajder erzielte prompt das 21:22. Der letzte Dormagener Angriff wiederum endete mit einem Pfiff gegen den in die gegnerische Abwehr springenden Alexander Senden. Die Partie war gelaufen, Peter Walz stellte den Endstand her. „Wenn nach zwei Fehlwürfen bereits ein Raunen durch die Halle geht, wird die Verunsicherung nicht geringer“, sagte David Röhrig, der Trainer Peer Pütz erneut vertrat. Auch wenn die Ausgangslage für das Mittelrhein-Derby am Freitag gegen Gummersbach nicht so herausragend scheint, so macht Patrick Hüter eine klare Ansage: „Wir dürfen jetzt kurz die Köpfe hängenlassen, am Mittwoch analysieren wir unsere Fehler und bereiten uns auf das Derby vor. Na klar können wir Gummersbach schlagen.“

TSV Bayer Dormagen - ThSV Eisenach 21:23 (11:9)
Dormagen:
Juzbasic (10 Paraden), Klama (n.e.); Reuland (4/2), Meuser (4), Leitz (1), Senden (6), Wolfram (n.e.), Rehfus (n.e.), I. Hüter, Reimer (1), Zurga (n.e.), P. Hüter (3), Grbavac (n.e.), Seesing (2), Steinhaus, Mast.
Eisenach: Jepsen (13 Paraden), Lucin (n.e.); Wöhler (n.e.), Potisk (n.e.), Hangstein (7/1), Ulshöfer (1), Walz (3), Hideg (1), Tokic (1), Sousa (1), Dicker (n.e.), Donker, Schneibel (1), Snajder (4), Weyrauch (n.e.), Saul (4).
Schiedsrichter: Engeln / Schmitz.
Zuschauer: 312.
Zeitstrafen: 4:10 Minuten.
Siebenmeter: 2/4:1/3 (Reuland wirft an den Pfosten, Reimer scheitert an Jepsen - Juzbasic hält gegen Hangstein, der zudem einmal gegen den Pfosten wirft).
Spielfilm: 0:1, 4:1, 4:3, 5:4 (15.), 10:5 (23.), 10:8 (28.), 11:9 - 13:10, 13:14 (38.), 17:19 (49.), 20:20 (56.), 21:21 (59.), 21:23.


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