Es waren nur ein paar Unaufmerksamkeiten Anfang der letzten Viertelstunde in der Sporthalle Hamburg. Doch die reichten den Gastgebern, um sich entscheidend abzusetzen. So setzte der Handball Sport Verein sich mit 32:26 (16:14) gegen den TSV Bayer Dormagen durch und hielt die Serie aufrecht: Noch nie gewannen die Rheinländer in Hamburg. In der Tabelle der 2. Handball-Bundesliga bleibt der TSV auf Rang 7. Das nächste Auswärtsspiel findet bereits am kommenden Freitag, 18. Dezember, beim TV Emsdetten statt.

Die Defensivreihen setzten in der Nachholpartie des 4. Spieltages in den ersten zehn Minuten die Akzente. Und beide Teams konnten sich auf ihre Schlussmänner verlassen: Martin Juzbasic und Jonas Maier sorgten mit ihren Paraden dafür, dass der Spielstand 1:1 sehr lange auf der Anzeigetafel zu lesen war. Erst in der 9. Minute erzielte Tobias Schimmelbauer den dritten Treffer der Begegnung. Auch das folgende Tor durch Philipp Bauer beeindruckte die Gäste nicht, Jakub Sterba und Joshua Reuland per Siebenmeter glichen zum 3:3 aus. Nach wie vor legte Hamburg vor, konnte den TSV aber nicht abschütteln. Auch weil mehrfach Patrick Hüter am Kreis gefunden wurde, der eiskalt vollstreckte, zuletzt zum 14:13-Anschluss in der 29. Minute. Dank einem Doppelpack von Philipp Bauer innerhalb von 30 Sekunden führte der HSVH erstmals mit drei Treffern, ehe Andre Meuser den 16:14-Pausenstand herstellte.

Aus der Kabine kamen die Dormagener mit dem Willen, den Rückstand möglichst schnell zu drehen. Das gelang sogar schneller als erwartet: Joshua Reuland erneut von der Siebenmeterlinie, Andre Meuser und Jakub Sterba trafen zur ersten Führung (17:16). In der Abwehr rettete Ante Grbavac den Ball mit einem kühnen Sprung und Martin Juzbasic reagierte weiterhin hervorragend im Kasten. Anschließend wechselte die Führung noch dreimal, dann aber gab Hamburg sie nicht mehr ab: Nach Benni Richters 21:20 per Siebenmeter in der 45. Minute schwand Dormagens Hoffnung auf den ersten Punktgewinn in Hamburg innerhalb von fünf Minuten. Das lag auch daran, dass die Mannschaft von Torsten Jansen Dormagens Kreisläuferkooperation weitestgehend unterbinden konnte und der TSV mit den Würfen aus dem Rückraum nicht gar so erfolgreich war.

Plötzlich hieß es 25:20 und die Führung verwaltete der Tabellenzweite souverän. Dazu trug nicht zuletzt der lange verletzte Finn Wullenweber bei, der sich bei seinem Comeback mit drei Treffern in den letzten zehn Minuten bestens zurückmeldete. "Bis zur 45. Minute war die Welt für uns in Ordnung", sagte TSV-Trainer Dusko Bilanovic. "Dann haben wir durch kleine Fehler den Anschluss verloren, Hamburg zog weg. Das war die entscheidende Phase dieses Spieles, in der wir Hamburg auch zu viel Raum in der Mitte gelassen haben. Das müssen wir am Freitag in Emsdetten besser machen."

Handball Sport Verein Hamburg - TSV Bayer Dormagen 32:26 (16:14)
Hamburg: Maier (8 Paraden), Kokoszka (ab 57. und bei 3 7m, 2 Paraden); Schimmelbauer (3), Fick (2), Tissier (4), Hausmann (2), Weller (3), Ossenkopp (6/4), Gertges (1), Bauer (5), Wullenweber (3), Bergemann (1), Kleineidam (2), Feit.
Dormagen: Juzbasic (11 Paraden), Baranasic (n.e.); Reuland (4/3), Seesing, Senden, Meuser (5), Juric (3), Richter (4/3), I. Hüter (4), Reimer, P. Hüter (4), Johannmeyer, Sterba (2), Grbavac, Steinhaus, Rehfus.
Schiedsrichter: Matthias und Sebastian Klinke.
Zuschauer: -
Zeitstrafen: 6:10 Minuten.
Siebenmeter: 4/5:6/7 (Weller wirft an die Latte - Reuland scheitert an Kokoszka).
Spielfilm: 1:1 (4.), 2:1 (9.), 3:1, 3:3, 7:5, 7:7 (20.), 9:9 (23.), 14:13, 16:13, 16:14 - 16:17 (35.), 18:17 (39.), 18:19 (42.), 21:20 (45.), 25:20 (50.), 28:22, 28:24, 32:26.


Eigentlich sollte das Spiel schon im Oktober stattfinden. Doch damals war der Handball Sport Verein Hamburg von einem Corona-Fall betroffen - die Dormagener Reise gen Norden wurde kurzfristig abgesagt. Jetzt ist das Team des TSV Bayer im Bus unterwegs und wird am Dienstag in der Sporthalle Hamburg auf den Tabellenzweiten der 2. Handball-Bundesliga treffen. Matthias Klinke und Sebastian Klinke aus Bordesholm (in Schleswig-Holstein) leiten die Partie des 4. Spieltages, die auf 18 Uhr vorgezogen wurde und live auf Sportdeutschland.tv zu sehen ist.

„In Hamburg treffen zwei Mannschaften aufeinander, die das gleiche Konzept wie wir mit jungen Spielern verfolgen“, sagt Dusko Bilanovic: „Spielerisch sind wir auf Augenhöhe, da kommt es auf die Tagesform an. Nach dem starken Spiel gegen den ASV Hamm fahren wir natürlich mit zusätzlichem Selbstvertrauen nach Hamburg.“ Dass die Gastgeber erst vier Minuspunkte aufweisen, hat aus Sicht des Dormagener Trainers auch mit der Eingespieltheit zu tun: „Sie müssen keine neuen Spieler integrieren und kennen die Abläufe sehr gut.“ Schon im Verlauf der letzten Saison gab es den Torwarttausch mit Bietigheim - Jonas Maier kam, Aron Edvardsson ging - ansonsten benötigte der Klub keine neuen Werfer.

Seit ein paar Tagen ist freilich mit Jannik Hausmann ein neuer Mann an Bord. Der 26 Jahre alte Linkshänder wechselte kurz vor dem Heimspiel gegen den TV Emsdetten am Samstag vom Drittligisten TV Plochingen in den Norden. Nachdem der Halbrechte Jan Forstbauer sich einen Nasenbeinbruch zugezogen hatte und wohl auch gegen den TSV noch ausfällt, verpflichtete Hamburg den zweiten Spieler für die Rückraumposition. Balingen hatte den Vertrag mit Hausmann nicht verlängert, danach ging er zum TV Plochingen, hoffte aber auf neue höherklassige Herausforderungen.

In der heimischen Umgebung hat Hamburg in den bisherigen vier Spielen noch keinen Punkt abgeben. Allerdings lief es gegen Fürstenfeldbruck (27:26) und am Samstag gegen Emsdetten beim 23:22 nicht so richtig. Da war es Torwart Maier, der den Wurf von Linksaußen Dirk Holzner kurz vor Spielende abwehrte und den Sieg rettete. Auswärts verlor Hamburg lediglich beim VfL Gummersbach (25:26) und im Derby gegen Lübeck (28:31). In Hamburg konnte der TSV noch nie gewinnen. Dann wäre es ja mal langsam an der Zeit.


Er ist nicht nur aufgrund seiner Länge von 2,07m eine feste Größe im Team des TSV Bayer Dormagen: Andre Meuser ist mit seinen bislang 31 Saisontreffern aktuell zweitbester TSV-Werfer und hat sich zu einem starken Abwehrspieler entwickelt. Darüber hinaus kooperiert der 23-Jährige bestens mit den Kreisläufern. Weil es dem im Sommer 2019 aus Rostock gekommenen Linkshänder am Rhein auch gut gefällt, hat er nun seinen Vertrag beim TSV für zwei weitere Jahre bis 2023 verlängert.

„Es ist unser Ziel, das Wiesel-Team größtenteils zusammenzuhalten, damit es weiter wachsen kann. Da ist es natürlich in der aktuellen Situation ein tolles Zeichen, dass Andre sich ganz bewusst für einen Verbleib in Dormagen entschieden hat. Für die weitere Entwicklung der Mannschaft ist Andre eine ganz wichtige Säule“, freut sich Dormagens Handball-Geschäftsführer Björn Barthel auch im Namen des gesamten sportlichen Kompetenzteams. Vor wenigen Tagen hatte bereits Jakub Sterba beim TSV verlängert.

Mit Blick auf sein Hobby könne das Rheinland zwar nicht mit Mecklenburg-Vorpommern mithalten, schmunzelt der leidenschaftliche Angler Andre Meuser. „Aber deshalb bin ich ja auch nicht gekommen. Ich bin hier, um Spaß in einem tollen Handball-Team zu haben und außerdem meinem Studium der Sozialen Arbeit nachzugehen.“

Übersicht: Andre Meuser
Geboren: 16. Juli 1997
Geburtsort: Rostock
Größe: 2,07 m
Gewicht: 102 kg
Position: Rückraum Rechts
Beim TSV seit: 2019
Bisherige Vereine: Bad Doberaner SV, HC Empor Rostock
Hobby: Angeln


Die Partie endete, wie sie begann - mit einer Parade von Martin Juzbasic, der einmal mehr sein Können im Tor des TSV Bayer Dormagen unter Beweis stellte. Vor ihm stand aber auch eine Abwehr, die sich am Freitagabend im TSV Bayer Sportcenter Bestnoten verdiente. Daran biss die Hammer Offensive sich die Zähne aus und brachte es nach 60 Minuten auf erneut lediglich 19 Tore, wie schon bei der letzten Heimniederlage gegen Dresden (19:25). Da die Dormagener auch im Angriff die technischen Fehler gegenüber den letzten beiden Spielen deutlich reduzierten und platzierter abschlossen, hieß es am Ende überraschend deutlich 27:19 für die Gastgeber. Die überholten in der Tabelle der 2. Handball-Bundesliga den ASV Hamm und stehen nun auf Platz 7.

Marten Franke, der zu den stärksten im ASV-Trikot zählte - war der erste Hammer Spieler, der an Juzbasic scheiterte. Somit war es Jakub Sterba vergönnt, den ersten Treffer der Partie zu erzielen - passend zu seiner am Freitag bekanntgegebenen Vertragsverlängerung bis 2023. Anschließend nahm Joshua Reuland den genau getimten Pass von Juzbasic auf und verwandelte zum 2:0 für den TSV, der die Führung bis zum Schlusspfiff nicht mehr abgab. Zwar kam der ASV in der ersten Hälfte mehrfach bis auf einen Treffer heran, doch zum Ausgleich oder gar zum eigenen Vorsprung reichte es nicht. „Selber schuld“, stellte der Ex-Dormagener Jó Gerrit Genz später fest: „Etliche herausgespielte Chancen haben wir nicht genutzt. Und in der zweiten Halbzeit hatten wir einen totalen Blackout.“

Tatsächlich war beim Pausenstand 13:11 noch alles drin. Doch acht Minuten später lag der TSV mit 17:12 vorne, weil Juzbasic seine Glanztaten fortsetzte und die Dormagener den Gästen in der Defensive und im Angriff überlegen waren. Hamms Shooter Genz und Marian Orlowski kamen kaum durch, ihre Würfe wurden gut geblockt, vom Schlussmann gehalten oder gingen über das Gehäuse. Mit all ihrer Aggressivität war die Dormagener Abwehr fair, was die lediglich zwei Hinausstellungen gegenüber sieben von Hamm unterstreichen. Und auch die Siebenmeterbilanz fällt eindeutig aus: Der ASV durfte dreimal von der Linie werfen (Juzbasic wehrte zwei Bälle ab), der TSV aber sechsmal. Und alle sechs Würfe von Joshua Reuland gingen rein. Da der Linksaußen das Dutzend mit weiteren sechs Treffern vollmachte, ist er der einzige Spieler der 2. HBL, der es in seinen erst fünf Spielen auf einen Achterschnitt bringt.

Spätestens nach einer Dreiviertelstunde war klar, dass die Punkte in Dormagen bleiben würden. Der TSV beherrschte das Spiel, eine echte Gegenwehr war nicht mehr zu erkennen. Auch Hamms Umstellung in der Defensive auf 5:1 änderte nichts am Spielverlauf. „Das ist ernüchternd“, kommentierte der sichtlich enttäuschte Trainer Michael Lerscht. „In der ersten Hälfte lief es noch ganz gut, wir haben aber zu viele klare Chancen nicht genutzt.“ Dusko Bilanovic war hingegen verständlicherweise zufrieden: „Unser Matchplan wurde von allen Spielern hervorragend umgesetzt. Jetzt versuchen wir, am Dienstag in Hamburg an diese Leistung anzuknüpfen.“ Das Spiel am 15. Dezember wurde übrigens auf 18 Uhr vorverlegt.

TSV Bayer Dormagen – ASV Hamm-Westfalen 27:19 (13:11)
Dormagen: Juzbasic (14 Paraden), Baranasic (n.e.); Reuland (12/6), Seesing, Senden, Meuser (4), Juric, Richter, Rehfus (1), I. Hüter (3), Reimer (n.e.), P. Hüter (1), Johannmeyer (n.e.), Sterba (3), Grbavac (3), Blum (n.e.).
Hamm: Storbeck (4 Paraden), Wesemann (ab 38., 2 Paraden); Genz, Brosch (1), Fuchs (1), Spiekermann, Rubio Fernandez (3), Schwabe (1), Krause (n.e.), Krings (5), Pretzewofsky (1), Orlowski (1), Eigenbrodt (n.e.), Franke (5/1), Boenigk (1).
Schiedsrichter: Christian und David Hannes.
Zuschauer: -
Zeitstrafen: 4:14 Minuten.
Siebenmeter: 6/6:1/3 (Juzbasic hält gegen Orlowski und Genz).
Spielfilm: 3:1 (4.), 6:3 (10.), 7:6 (15.), 9:6 (17.), 9:8, 11:8, 11:10, 13:10, 13:11 - 14:12, 17:12 (38.), 20:14 (47.), 24:16 (54.), 25:19, 27:19.



Jakub Sterba bleibt auch über die laufende Saison hinaus ein Wiesel. Der Rechtsaußen verlängerte jetzt seinen Vertrag mit dem TSV Bayer Dormagen für zwei weitere Jahre bis 2023. „Jakub zählt sicher zu den effektivsten Außenabwehrspielern der Liga, ist sehr verlässlich und mit seinen 24 Jahren besitzt er noch viel Potenzial in der Wurfeffektivität. Wir freuen uns, den gemeinsamen Weg mit ihm fortsetzen zu können“, sagt Dormagens Handball-Geschäftsführer Björn Barthel.

Der tschechische Linkshänder kam im Juli 2019 von TJ Sokol Nové Veselí an den Rhein und sammelte in der 2. Bundesliga wichtige Erfahrung. Er zeichnet sich auf dem Spielfeld nicht zuletzt durch seine Umsicht und Mannschaftsdienlichkeit aus. „Mir gefällt es sehr gut in einem tollen Team und ich bin froh, dass ich in dieser Mannschaft auch über die aktuelle Spielzeit hinaus spielen kann“, erklärt Jakub Sterba. Er gehört dem erweiterten Kader der Nationalmannschaft Tschechiens an und fährt im Januar eventuell mit zur Weltmeisterschaft in Ägypten.


Im Dezember geht es in der 2. Handball-Bundesliga Schlag auf Schlag mit insgesamt sieben Spielen für den TSV Bayer Dormagen. Dass gleich die erste Partie des Monats am letzten Samstag in Fürstenfeldbruck verloren ging, ist abgehakt: „Wir haben das Spiel analysiert und blicken jetzt nach vorne“, sagt TSV-Trainer Dusko Bilanovic. Denn an diesem Freitag, 11. Dezember, geht es bereits weiter: Der TSV erwartet ab 19.30 Uhr den ASV Hamm-Westfalen im TSV Bayer Sportcenter. Schiedsrichter der Begegnung des 12. Spieltages sind Christian und David Hannes (Aachen / Frankfurt). Da nach wie vor aufgrund der Corona-Pandemie keine Zuschauer zugelassen sind, bietet sich die Live-Übertragung auf Sportdeutschland.tv an.

Beim Tabellensechsten ASV Hamm-Westfalen hat nach dem Abschied von Trainer Kay Rothenpieler eine neue Ära begonnen. Sein Nachfolger Michael Lerscht kam aus dem Siegerland. „Nach 15 Jahren in Ferndorf freue ich mich auf diesen Schritt, auf neue Perspektiven“, begründete der 36-Jährige seine Entscheidung. Ebenfalls neu beim ASV sind der frühere Dormagener Jo Gerrit Genz und Marian Orlowski. Beide Rückraumspieler kamen vom TuS N-Lübbecke zum ASV. Linkshänder Genz (25 Tore) und der Halblinke Orlowski (22) gehören mit ihren Torerfolgen zu den TOP5-Werfern der Westfalen. Genz freut sich im Interview mit dem Magazin Wiesel Inside auf die Rückkehr nach Dormagen: „Aber ich hätte mich mega auf die Fans gefreut, die ich noch von früher kenne. Das geht nun wegen Corona leider nicht. Und meine Eltern wären natürlich gerne ins Sportcenter gekommen.“ Gerüchteweise steht Spielmacher Merten Krings den Hammern wieder zur Verfügung. Bilanovic: „Wir wären darauf vorbereitet.“ Kein Fragezeichen steht aus seiner Sicht hinter der Bewertung des Gegners: „Hamm kommt als Favorit nach Dormagen.“

Beim TSV gibt es gegenüber den letzten Spielen mit Blick auf die Verletztenliste keine Veränderungen: Weiterhin fallen Julian Köster, Carlos Iliopoulos, Tim Mast, Pascal Noll und Sven Bartmann aus. Torwart Filip Baranasic gehört erstmals zum Aufgebot von Bilanovic. „Er hat einen anderen Stil als Martin Juzbasic und hilft uns auf jeden Fall als Trainingspartner“, sieht der Coach in dem 20-Jährigen ein großes Talent. Mit dabei sind am Freitag auch wieder die A-Jugendlichen Matthis Blum und Lucas Rehfus. Auch der junge Kreisläufer Aron Seesing gehört wieder zum Kader, nachdem er eine Verletzung auskuriert hat.

Derweil waren die Mannschaftskapitäne Patrick (TSV) und Ian Hüter (USA) heute im ARD-Morgenmagazin zu sehen. Der gelungene Beitrag von Andreas Ahn beschäftigt sich vor allem mit der Teilnahme der beiden US-Nationalspieler bei der Weltmeisterschaft in Ägypten im Januar 2021. Die längere Fassung ist auf sportschau.de zu sehen.


Aufgrund der Verletzung von Torwart Sven Bartmann hat Handball-Zweitligist TSV Bayer Dormagen mit Filip Baranasic (20) einen Torwart verpflichtet, der bis Ende des Monats Dezember Martin Juzbasic unterstützen wird. Der kroatische Junioren-Nationalspieler gehört ab sofort zum Team von Dusko Bilanovic und wird seine Zweitliga-Premiere im Spiel gegen den ASV Hamm-Westfalen am kommenden Freitag, 11. Dezember, feiern. Dormagens Handball-Geschäftsführer Björn Barthel dankt vor allem seinem Balinger Kollegen Wolfgang Strobel für die problemlose und zügige Übereinkunft.

Filip Baranasic wechselte im Herbst vom kroatischen Erstligisten GRK Varazdin nach Balingen und sollte für die 2. HBW-Mannschaft in der 3. Liga spielen. Doch der Spielbetrieb ruht derzeit coronabedingt in den Spielklassen unterhalb der 2. Liga und eröffnete damit die Möglichkeit für die Ausleihe. Gerade im Dezember warten noch sechs Spiele auf den TSV. „In den drei Wochen benötigt Martin Juzbasic Unterstützung gerade auch in der täglichen Trainingsarbeit. Wir sind fest davon überzeugt, dass er mit Filip hervorragend zusammenarbeiten kann“, sagt Barthel.

„Ich möchte als junger Spieler weitere Erfahrung sammeln. Deshalb sind diese drei Wochen beim TSV Bayer Dormagen für mich eine willkommene Gelegenheit, um auf einem hohen Niveau zu trainieren und eine Chance zu haben, in der 2. Liga zum Einsatz zu kommen“, betont der 20-Jährige, der im Januar mit Kroatiens U21-Auswahl zur Europameisterschaft fahren sollte. Die wurde allerdings wegen der Pandemie abgesagt.

Filip Baranasic ist 1,89 m groß und wiegt 87 kg.


Nach fünf nicht verlorenen Spielen kassierte der TSV Bayer Dormagen am Samstagabend die zweite Saisonniederlage. Die Rheinländer verloren beim Aufsteiger TuS Fürstenfeldbruck mit 28:30 (13:15) und rutschten in der Tabelle der 2. Handball-Bundesliga auf Platz 9. Die Bayern wiederum verbesserten sich nach ihrem zweiten Heimsieg vom letzten auf den 17. Rang. Bester TSV-Werfer war Linksaußen Joshua Reuland mit 9/2 Treffern, der mit Schmerzen im Rücken nach einer Sprungwurflandung auf die Zähne beißen musste. Weiter geht es mit dem Heimspiel im TSV Bayer Sportcenter am nächsten Freitag, 11. Dezember, gegen den ASV Hamm-Westfalen, der an diesem Wochenende spielfrei hatte.

Das Spiel begann mit klaren Vorteilen für den TSV. Joshua Reuland erzielte den ersten Treffer im Anschluss an eine Parade von Martin Juzbasic, der den nach vorne gestürmten Linksaußen sofort mit einem Zuckerpass bediente. Die Gastgeber beendeten ihren nächsten Angriff mit einem Stürmerfoul, verhinderten aber zunächst einen weiteren Treffer der Dormagener, die gegen die offensive und sehr bewegliche Deckung Mühe hatten. Mit dem siebten Feldspieler wollte der TSV die TuS-Taktik durchkreuzen und war dabei auch erfolgreich: Toni Juric agierte als zweiter Kreisläufer und nutzte das gelungene Anspiel von Andre Meuser zum 2:0. Mit der Überzahl der Gäste hatten die Bayern Probleme, der TSV verschaffte sich einen 5:2 (7.) und 8:5 (11.) Vorsprung. Dann aber nahm das Schicksal seinen Lauf: Fast eine Viertelstunde lang musste Fürstenfeldbruck keinen Anwurf mehr an der Mittellinie ausführen, weil die Abschlüsse der Rheinländer zumeist über dem Tor oder im gegnerischen Block landeten und der TuS sich zudem besser auf die Überzahl eingestellt hatte.

Die Konsequenz: Aus dem 5:8 machten die Panther das 13:8 in der 25. Minute. „Da haben wir teilweise kopflos nach vorne gespielt und schlecht geworfen“, kritisierte TSV-Coach Dusko Bilanovic. In den letzten fünf Minuten fing seine Mannschaft sich wieder und verkürzte bis zur Pause auf 15:13 aus Sicht des Aufsteigers, der mehrfach Glück bei Abprallern hatte. Die Hoffnung auf eine erneute Wende beim TSV war da, zumal das Team nach dem Seitenwechsel Anwurf hatte. Der Pass an den Kreis konnte aber nicht verwertet werden. Der überragende Linksaußen Felix Kerst machte hingegen weiter wo er vor dem Halbzeitpfiff aufgehört hatte und erhöhte auf 16:13. Fürstenfeldbruck bestrafte auch weitere TSV-Fehler und führte nach dem 4:0-Lauf in nicht einmal vier Minuten schon wieder mit 19:13.

Der TSV machte sich das Leben selber schwer, ließ zahlreiche Chancen liegen und leistete sich zu viele technische Fehler. Doch die Partie war längst nicht entschieden. So brachte Youngster Lucas Rehfus seine Mannschaft mit einem Doppelschlag innerhalb von 40 Sekunden bis auf 26:23 heran und erhielt ein Kompliment von Bilanovic: „Er hat seinen Job gut gemacht.“ Nach dem 27:24 durch den wegen einer blutenden Kopfwunde mit Verband spielenden Jakub Sterba war die folgende Doppelbestrafung mit zwei Minuten gegen Toni Juric und Siebenmeter nicht angebracht - aber auch ohne Folgen, denn Martin Juzbasic, der mit 13 Paraden einmal mehr überzeugte, wehrte den Strafwurf von Falk Kolodziej ab. Nachdem Ian Hüter und FFB-Spieler Julian Prause den Ball an die Querstange beförderten und der nächste Dormagener Angriff beim Gegner landete, traf Stephan Seitz zum 28:24. Jetzt waren nur noch vier Minuten zu spielen.

Der TSV hatte zumindest einen Punkt noch nicht abgeschrieben. Das Team ging über zur offensiven Manndeckung, die Fürstenfeldbruck unter Druck setzte. Benni Richter, Andre Meuser, Joshua Reuland und erneut Meuser brachten den TSV bis auf 29:28 heran. Danach wurde es dramatisch mit dem besseren Ende für den Gastgeber: Max Horner erzielte den entscheidenden 30. Treffer für seine Auswahl, Ian Hüter scheiterte indes erneut an der Latte. Die restlichen elf Sekunden hätten aber wohl auch nicht mehr gereicht, um doch noch auszugleichen. Das Fazit von Dusko Bilanovic: „Wir hatten genug Chancen, um das Spiel zu gewinnen.“

TuS Fürstenfeldbruck - TSV Bayer Dormagen 30:28 (15:13)
Fürstenfeldbruck: Luderschmid (8 Paraden), Winkler (n.e.); Kaulitz, Leindl (4), Kolodziej (1/1), Borschel (1), Lex (5), Seitz (2), Riesner, Meinzer (1), Kerst (11), Engelmann, Prause, Hack (1), Horner (3), Prestele (1).
Dormagen: Juzbasic (13 Paraden), Broy (n.e.); Reuland (9/2), Senden, Meuser (3), Juric (3), Richter (2), I. Hüter (2), Reimer, P. Hüter (1), Johannmeyer (n.e.), Sterba (2), Grbavac (4), Blum (n.e.), Rehfus (2).
Schiedsrichter: Darnel Jansen / Lucas Hellbusch.
Zuschauer: -
Zeitstrafen: 12:10 Minuten.
Siebenmeter: 1/2:2/4 (Juzbasic hält gegen Kolodziej - Reuland scheitert an Luderschmid und wirft an die Latte).
Spielfilm: 0:2, 2:5 (7.), 5:8 (11.), 13:8 (25.), 13:10, 14:12, 15:12, 15:13 - 19:13 (34.), 19:15, 23:20 (44.), 26:21 (52.), 27:24, 29:25 (57:24), 29:28 (58:42), 30:28 (59:19).


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