Einmal standen sich die beiden Teams in dieser Saison schon gegenüber: Am 13. September 2020 setzte der TSV Bayer Dormagen sich mit 26:24 gegen den TuS Ferndorf in einem Vorbereitungsspiel durch. Doch zum Pflichtspiel im TSV Bayer Sportcenter sollte es bisher trotz mehrfacher Ansetzungen nicht kommen: Nun muss auch das für kommenden Freitag, 12. März, vorgesehene Heimspiel gegen die Siegerländer abgesagt werden. Der Grund: Corona.

Nach den zwei positiven Tests im Zuge der wöchentlichen Mehrfachtestungen beklagte Ferndorf weitere positiv auf das COVID-19-Virus getestete Spieler. Die vom Gesundheitsamt angeordneten Nachtests am letzten Donnerstag ergaben fünf zusätzliche positive Ergebnisse innerhalb der Mannschaft. Damit galt die Anordnung der Quarantäne nach wie vor für das gesamte Team des TuS Ferndorf, die Partie gegen Emsdetten am Samstag wurde verschoben. Und für das Spiel in Dormagen muss ebenfalls ein neuer Termin gesucht werden. So könnte es sein, dass das für den 27. März vorgesehene Rückspiel in Ferndorf vor dem Hinspiel ausgetragen wird. "Wir wünschen allen betroffenen Spielern gute Besserung", betont Dormagens Handball-Geschäftsführer Björn Barthel.

Da Ferndorf wenige Tage vor dem TSV in Aue gespielt hatte, musste der EHV als sogenannter Kontakt 1 nach dem Spiel gegen unsere Wiesel in häusliche Quarantäne gehen. Mehrere Tests führten inzwischen zur Entwarnung im Erzgebirge, kein Spieler wurde positiv getestet. Deshalb wird das Auer Spiel in Konstanz am Freitag mit großer Wahrscheinlichkeit angepfiffen. Für den TSV, der am Donnerstag in Aue spielte, gab es als "Ferndorf-Kontakt 2" keine weiteren Konsequenzen und keinerlei Auffälligkeiten bei den inzwischen durchgeführten Corona-Tests.

Das nächste planmäßige Spiel der Wiesel findet am Freitag, 19. März, ab 19.30 Uhr statt: Dann kommt Spitzenreiter Handball Sport Verein Hamburg ins TSV Bayer Sportcenter.


Wie schon in Dessau erzielt der TSV am Donnerstagabend auch in Aue 28 Tore - die reichten aber diesmal weder zum Sieg noch zum möglichen Unentschieden. Denn während der EHV seinen letzten Angriff über Kevin Roch erfolgreich zum 29:28 abschloss, musste der TSV sich in den wenigen verbleibenden Sekunden mit dem Versuch begnügen. Der TSV bleibt nach der unglücklichen Niederlage in der 2. Handball-Bundesliga auf Tabellenrang 5, Aue kam allerdings näher und hat als Sechster einen Minuspunkt weniger. Das nächste Heimspiel soll das letzte Nachholspiel gegen Ferndorf am Freitag, 12. März, sein. Allerdings ist noch unklar, welche Auswirkungen zwei erneute Corona-Fälle der Siegerländer haben. Das für den 6. März angesetzte Heimspiel gegen Emsdetten wurde jedenfalls abgesagt.

Nach einem ausgeglichenen Beginn übernahm der TSV in der Erzgebirgshalle die Regie. Über die starke Defensive - mehrfach landeten Würfe der Gastgeber im Block - bauten die Wiesel den Vorsprung vom 5:3 in der 9. Minute bis zum 11:6 in der 17. Minute aus. Die Dormagener glänzten nicht zuletzt dank sehenswerter Treffer. So steuerte Ian Hüter einen Hüftwurf zum 8:5 bei, Jakub Sterba belohnte sich für seinen selbst erkämpften Ball mit dem 10:6. Doch plötzlich wendete sich das Blatt. Während Aue die eigenen Fehler reduzierte, kam Sand ins Dormagener Getriebe. Hinzu kam, dass Sveinbjörn Petursson mehrfach mit starken Paraden auf sich aufmerksam machte. Der Isländer stand während des gesamten Spiels im Kasten, weil sein Kollege Anadin Suljakovic aufgrund eines Zweitspielrechts für Erstligist HSG Wetzlar in Ludwigshafen (27:27) im Einsatz war.

Dormagens Fünf-Tore-Vorsprung schmolz relativ schnell zusammen, auch weil der nach einer Auszeit von Interimstrainer Runar Sigtryggsson gebrachte 21-jährige Rückraumspieler Nico Schneider die Fäden zog und platziert warf. Er war auch verantwortlich für das 12:12 in der 24. Minute. Der TSV antwortete mit drei Treffern von Alex Senden und zwei guten Abwehraktionen von Torwart Christian Simonsen. So ging es zwar mit der 15:14-Führung in die Kabine, doch mehr wäre möglich und wichtig gewesen.

Nach dem Seitenwechsel kam Aues bester Feldtorschütze Adrian Kammlodt besser ins Spiel und sorgte zusammen mit Linksaußen Kevin Roch für die erste eigene Führung nach der 5. Minute. Die baute der EHV bis auf 21:18 in der 43. Minute aus. Doch der TSV konnte wieder zulegen und kam zurück ins Spiel: Alex Senden, Andre Meuser und Benni Richter glichen aus zum 21:21. Es entwickelte sich eine spannende und umkämpfte Partie bis zum Schlusspfiff, die eigentlich keinen Sieger verdient gehabt hätte. Kleinigkeiten gaben letztlich den Ausschlag: So erhöhte Kammlodt nach einem zuvor nicht gepfiffenen Stürmerfoul auf 28:26. Andre Meuser schloss mit einem Geschoss in den Winkel nach dem letztmöglichen Wurf aufgrund des angezeigten Zeitspiels und anschließend auch mit seinem neunten Treffer zum 28:28 seine starke Leistung ab. Doch jubeln konnte letztlich nur Aue, denn die letzte Chance nutzte Kevin Roch zum entscheidenden Treffer.

„Wir waren auf einem guten Weg“, sagte Dusko Bilanovic nach den 60 Minuten. „Schade, dass wir Aue aufgrund von technischen Fehlern und unvorbereiteten Würfen selber aufgebaut haben, sonst hätten wir vier Punkte von unserer Reise mitgebracht.“ Das Trainerlob galt dem nicht nachlassenden Einsatz: „Die Jungs haben super gekämpft.“ Nach der Osttour hat die Mannschaft eine kurze Pause, das nächste Training ist am Montag. Dann wird man auch mehr wissen über die Schwere der Verletzungen von Jakub Sterba (vermutlich Muskelzerrung) und Joshua Reuland (Knieprellung).

EHV Aue - TSV Bayer Dormagen 29:28 (14:15)
Aue: Petursson (10 Paraden), Bochmann; De Santis, Roch (3), Ebert, Bornhorn (5/1), M. Lux (6), Roth, Schneider (6), Dutschke, Slachta (1), Kammlodt (4), K. Lux (1), Paraschiv, Halfdansson (3), Tsuyama.
Dormagen: Bartmann (5 Paraden), Simonsen (25.-40., 3 P.); Reuland (1), Seesing (1), Senden (7), Meuser (9), Juric, Richter (3/2), Iliopoulos, I. Hüter (3), Reimer, Skroblien, P. Hüter (1), Johannmeyer, Sterba (2), Grbavac (1).
Schiedsrichter: Müller/Müller.
Zuschauer: -
Zeitstrafen: 6:10 Minuten.
Siebenmeter: 1/1:2/2.
Spielfilm: 2:1, 3:5 (9.), 5:8, 6:8 (13.), 6:11 (17.), 9:11, 12:12 (24.), 12:14 (26.), 13:15, 14:15 - 17:16 (34.), 19:17 (38.), 21:18 (43.), 21:21 (45.), 23:23, 25:23, 26:24 (55.), 28:26, 28:28, 29:28.


Teil 2 der Ost-Tour: Heute ab 18 Uhr spielt der TSV Bayer Dormagen beim EHV Aue in der Erzgebirgshalle. Die Nachholpartie des 9. Spieltages wird von den Zwillingen Lukas und Robert Müller (Neubrandenburg / Potsdam) geleitet. Auf Sportdeutschland.tv verfolgen auch die Dormagener Fans das Spiel und hoffen auf eine ähnlich starke Leistung wie in den beiden jüngsten Begegnungen gegen Bietigheim und am Dienstag in Dessau. Dank des 28:20-Erfolges kletterten die Wiesel auf Tabellenrang 5 der 2. Handball-Bundesliga. „Die Stimmung ist prima und wir fahren mit Zuversicht nach Aue“, schickt TSV-Coach Dusko Bilanovic aus Leipzig einen Gruß nach Hause. Von dort geht es heute zum Spiel und anschließend wieder nach Hause.

Die Rückreise würde die Dormagener Mannschaft gerne mit zwei weiteren Punkten im Gepäck antreten. Doch auch wenn Aue beim letzten Spiel gegen Ferndorf mit einem Punkt (26:26) zufrieden sein musste, so arbeiteten die Sachsen sich in diesem Jahr an das erste Tabellendrittel heran und belegen nach 17 Spielen den siebten Platz. Die einzige Niederlage in diesem Jahr kassierte Aue beim VfL Gummersbach (25:28). Anschließend gab es den knappen 23:22-Erfolg gegen Dessau, drei Auswärtssiege in Wilhelmshaven, Rimpar und Dresden sowie das umkämpfte Remis gegen Ferndorf. Gegen Dormagen gewann der EHV das letzte Aufeinandertreffen am 27. Dezember 2019 in Aue mit 32:29. In Aue setzte der TSV sich zuletzt im November 2007 mit 33:23 durch.

Dusko Bilanovic richtet beste Genesungswünsche an seinen Kollegen Stephan Swat: „Ihm geht es zum Glück wieder besser. Alles Gute auf dem Weg zum Comeback an der Seitenlinie.“ Der schwer an Corona erkrankte Handballtrainer befindet sich in der Reha. In der Zwischenzeit hilft der ehemalige Coach aus: Runar Sigtrygsson erklärte sich bereit und will erreichen, dass „Stephan die Mannschaft sorgenfrei wieder übernehmen kann.“ Der Isländer ist der Bruder des früheren Dormagener Spielers Arni, der inzwischen Vater von drei Kindern ist, als Ingenieur arbeitet und das Handballspielen beendet hat.

Erfolgreichster Auer Werfer ist Kreisläufer Bengt Bornhorn, der sich besonders als Siebenmeter-Vollstrecker auszeichnet. Als präziser Rückraumschütze gilt Adrian Kammlodt auf der linken Angriffsseite. Mit Arnar Halfdansson und Maximilian Lux verfügt Aue zudem über gefährliche Linkshänder. „Der kompakt stehende und individuell starke EHV nutzt jeden Fehler. Deshalb werden die Jungs wie schon gegen Dessau so gut wie keine machen“, kündigt Dusko Bilanovic an.


In Sachsen-Anhalt glänzte der TSV nicht nur in Hälfte 2: Die Wiesel steckten den frühen Rückstand beim Dessau-Roßlauer HV souverän weg und drehten die Partie am Dienstagabend zum klaren 28:20-Erfolg. Dabei hatte ein Spieler besonderen Grund zur Freude: Linkshänder „Carlos“ Iliopoulos steuerte ein Viertel aller Tore zum zehnten Saisonsieg bei. Dabei sorgte er besonders mit seinem Treffer Sekunden vor dem Pausenpfiff für einen angenehmen Gang in die Kabine: Das 14:12 war ein weiterer Schub auf dem Weg zur Revanche für die 21:24-Heimniederlage am 1. Spieltag. „Dieser Sieg gibt frischen Wind für unser Spiel in Aue am Donnerstag“, sagte TSV-Coach Dusko Bilanovic.

Der höchste Saisonsieg (neben dem 27:19 gegen Hamm) bahnte sich zunächst nicht an. In den ersten Minuten zog nämlich Dessaus Schlussmann Philip Ambrosius die Bälle magisch an und mit platzierten Würfen verschafften sich die Gastgeber einen 5:2-Vorsprung. Da war es wichtig, dass Benni Richter einmal mehr keine Nerven an der Siebenmeterlinie zeigte. Im Gegenteil – der Heber beim zweiten Strafwurf war extrem ausgebufft. Hinten stoppte Sven Bartmann mit starken Paraden Dessaus Lauf. So hieß es plötzlich 5:7, auch weil Iliopoulos als klassischer Joker auftrat. „Ihn hatte Dessau wohl gar nicht auf der Rechnung“, vermutete Bilanovic später. Der Pechvogel der Saison tat das, „wofür wir ihn geholt haben, er sollte auch mal ein Spiel entscheiden.“ So oft hatte er dafür seit seiner Verpflichtung noch keine Zeit, denn eine hartnäckige Verletzung hatte ihn zurückgeworfen. In Dessau aber konnte „Carlos“ zeigen, was in ihm steckt.

Der TSV lag 9:6 vorne, ehe Vincent Sohmann glücklich per Siebenmeter traf - Bartmann war noch am Ball dran. Dann ein Schlag ins Kontor in Form einer Roten Karte gegen Patrick Hüter. Er musste in der 21. Minute das Spielfeld verlassen, nachdem er Timo Löser in der Luft einen Stoß mitgegeben hatte und der Rückraumlinke unsanft landete. So musste die Defensive umgebaut werden, Aron Seesing übernahm mit Bravour. Noch einmal kam Dessau aber durch den beweglichen Sohmann auf und ging mit 11:10 in der 25. Minute in Führung. Der TSV ließ sich freilich nicht von seinem Weg abbringen, spielte unaufgeregt weiter und blieb auch in der häufigen Unterzahl effektiv in der Abwehr. Dabei wurde Andre Meuser über einen längeren Zeitraum nach seiner zweiten Zeitstrafe geschont, kam dann wieder und traf, um sich doch noch die Rote Karte in der 49. Minute abzuholen.

Zu diesem Zeitpunkt waren aber längst die Weichen Richtung Auswärtssieg Nummer 5 gestellt: Der TSV führte 22:16, dominierte das Spiel und nichts deutete auf eine erneute Wende hin. Die Rheinländer taten noch etwas fürs Auge: Erst stoppte der Pfosten den außerordentlichen Dreher von Ian Hüter, der dann den Zuschauern des Livestreams auf Sportdeutschland ein digitales Klatschen mit seinem Kempa-Abschluss nach dem Zuspiel von Benni Richter entlockte. „Dieser Sieg ist in allen Belangen verdient“, nahm Dessaus Coach Uwe Jungandreas kein Blatt vor den Mund. „Unsere Abwehr stand bis auf einige Flüchtigkeitsfehler weiter gut, aber der Angriff spielte wie eine B-Jugend, ging nicht in die Lücken und schloss zu schwach ab. Das Gegentor unmittelbar vor der Halbzeit setzte uns besonders zu. In der zweiten Hälfte kamen wir nicht mehr ins Tempospiel und haben vorne zu viele Fehler gemacht.“ Dusko Bilanovic hatte schon beim Abschlusstraining gemerkt, dass seine Spieler nach der Hinspielniederlage „richtig brannten. Und nur acht Tore in der zweiten Halbzeit zu kassieren, das war eine hervorragende Leistung.“

Dessau-Roßlauer HV 06 - TSV Bayer Dormagen 20:28 (12:14)
Dessau: Ambrosius (10 Paraden), Malek; Löser (2), Hrstka (4), Sohmann (6/2), Bielzer, Schmidt, Danneberg (1), Neumann (1), Persson, Scheithauer (2), Emanuel, Seidler (2), Zahradnicek (2), Saleh.
Dormagen: Bartmann (10 Paraden), Simonsen (ab 57., 1 Parade); Reuland (2), Seesing (2), Senden (1), Meuser (5), Juric, Richter (6/5), Iliopoulos (7), I. Hüter (3), Reimer, Skroblien, P. Hüter (1), Johannmeyer, Sterba (1), Grbavac.
Schiedsrichter: Friedel / Herrmann.
Zuschauer: -
Zeitstrafen: 6:14 Minuten.
Siebenmeter: 2/2:5/5.
Spielfilm: 4:1 (7.), 5:2 (9.), 5:7 (15.), 6:9 (19.), 8:10 (22.), 11:10 (25.), 11:13, 12:14 - 12:16 (35.), 15:20 (46.), 18:23 (52.), 18:26 (56.), 20:28.


Zwei Spiele innerhalb von drei Tagen: Der Tabellensechste der 2. Handball-Bundesliga begab sich am Montag auf die Ost-Tour, die wie schon vor 14 Tagen ein weiteres Mal zunächst am Hotel in Leipzig endete. Von dort bringt der Bus die Wiesel heute nach Dessau und am Donnerstag nach Aue. Die gelungene Verbindung der Nachholpartie in Aue und des Rückspiels gegen den Dessau-Roßlauer HV 06 spart eine lange Reise ein. Mit erfolgreichen Torwürfen will der TSV indes heute nicht geizen - im Gegensatz zum Auftakt im Oktober, als Dessau nur 21 Dormagener Tore zuließ und selber 24 Mal traf. Los geht es heute in der Anhalt-Arena um 19.30 Uhr mit dem Anpfiff der Schiedsrichter Fabian Friedel und Rick Herrmann aus Aue. Die TSV-Fans sehen das Spiel auf Sportdeutschland.tv.

„Meine Mannschaft hat am Freitag in der zweiten Hälfte gegen Bietigheim überragend gespielt. Diesen Schwung wollen wir mitnehmen ins Spiel gegen Dessau“, sagt Dusko Bilanovic. Ihm sind die Qualitäten der Bauhausstädter natürlich bestens bekannt: „Sie besitzen gute Außen, leben von ihrem Torwart und spielen einen schnellen Ball.“ Nach der bisher einzigen Heimniederlage in dieser Saison gegen Dessau „haben wir etwas gutzumachen“, betont der TSV-Coach und erinnert sich: „Damals mussten wir ohne Joshua Reuland und Patrick Hüter spielen, die Beiden sind diesmal dabei.“ Martin Juzbasic und der vor der Abfahrt über Magen-Darm-Probleme klagende Pascal Noll fuhren nicht mit. Auf ihre anstehenden Klausuren mussten sich zudem Tim Mast, Lucas Rehfus und Moritz Görgen konzentrieren und ebenfalls zu Hause bleiben. Und auch Peer Pütz konnte die Reise nicht antreten, nachdem er schon in den letzten beiden Spielen passen musste: Der Co-Trainer klagt über erhebliche Rückenbeschwerden.

Erst dreimal standen sich die beiden Mannschaften gegenüber: In der Saison 2018/19 gewann der TSV beide Begegnungen, Dessau musste den Gang in die 3. Liga antreten. Coach Uwe Jungandreas führte den Klub aber danach gleich wieder zurück in die 2. Liga. In diesem Jahr verlor das Team aus Sachsen-Anhalt die beiden Auswärtsspiele in Aue (22:23) und zuletzt in Lübeck-Schwartau (27:32). Das Heimspiel gegen Hüttenberg wurde 28:19 gewonnen. In der Tabelle rangieren die Gastgeber mit sechs Minuspunkten hinter dem TSV auf Rang 9.


Ein weiterer Nachwuchsspieler des TSV Bayer Dormagen unterschrieb jetzt kurz nach seinem 18. Geburtstag einen Vertrag beim Handball-Zweitligisten: Der vornehmlich im linken Rückraum spielende Lucas Rehfus hatte bereits Spielanteile in der 2. HBL und erzielte beim 31:25-Erfolg gegen Konstanz am 18. November sein erstes Tor für den TSV. „Ich bin mega glücklich, nun auch offiziell diesem Kader anzugehören“, erklärt der geborene Kölner, der in diesem Jahr sein Abitur am Georg-Büchner-Gymnasium in Köln-Weiden macht. „Es ist gut für die persönliche Weiterentwicklung, dass der TSV jungen Spielern die Möglichkeit gibt, auf hohem Niveau zu trainieren und zu spielen“, betont Rehfus.

Für Dormagens Handball-Geschäftsführer Björn Barthel bestätigt die Vertragsunterzeichnung erneut „unsere Handball-Philosophie. Talentierte Spieler werden bestens ausgebildet und von unserem sportlichen Kompetenzteam regelmäßig beobachtet. Wir setzen darauf, dass möglichst viele ihre sportliche Laufbahn so lange wie möglich in Dormagen fortsetzen.“ Lucas Rehfus hat beim TSV bis 2024 unterschrieben.

Der 18-Jährige kam vor vier Jahren vom TuS Königsdorf und spielt seit der C-Jugend für den TSV. Er hat ein ganz besonderes Hobby, das in Zeiten von Corona leider zu kurz kam: Seine Eltern übertrugen ihm die Leidenschaft für den rheinischen Karneval. In der Session 2012/13 gehörte Lucas dem Kölner Dreigestirn als Bauer an.

Daten zu Lucas Rehfus
Geboren: 13. Februar 2003 in Köln
Gewicht: 86 kg
Größe: 1,96 m
Beruf: Schüler
Spielposition: Rückraum links
Vereine: TuS Königsdorf, TSV Bayer Dormagen
Hobbys: Fußball, Karneval


Wie schon im ersten Heimspiel des Jahres gegen Eisenach drehten die Wiesel die Partie nach drei Toren Rückstand zur Pause. Der spielerische Glanz war aber ein ganz anderer: Die Offensive zeigte wieder diese Durchschlagskraft, die den TSV Bayer Dormagen in der 2. Handball-Bundesliga auf Tabellenplatz 6 gehievt hat. Und gegen die äußerst bewegliche Abwehr mit einem starken Sven Bartmann im Rücken fand Bietigheim plötzlich keine Mittel mehr. Es sprang mit 33:27 der zweithöchste Sieg der Saison heraus - so viele Tore hatte der TSV in dieser Spielzeit im Sportcenter noch nicht erzielt.

Die erste Spielhälfte war geprägt von Fehlern auf beiden Seiten. Die Gäste nutzten ihre Chancen konsequenter und lagen überwiegend in Führung - teilweise mit drei Toren. Der TSV machte sich das Leben selber schwer, kam immer wieder heran, um anschließend wieder leichte Treffer zu kassieren. Folgerichtig hieß es 12:15 zur Halbzeit. Dass die Dormagener es dabei nicht belassen wollten war bald nach dem Seitenwechsel zu erkennen. Die Defensive strahlte Souveränität aus und pushte sich nach erfolgreichen Blocks. Vorne landeten jetzt die Bälle im Netz, die zuvor noch den Bietigheimer Kasten verfehlt hatten.

Dabei zeichneten sich zwei ASse besonders aus: Alexander Senden traf achtmal mit platzierten Würfen und der Jüngste auf dem Spielfeld kannte bei seinen Abschlüssen kein Pardon: Aron Seesing wurde fünfmal am Kreis gefunden und verwandelte fünfmal sicher. Ian Hüter war schon mit sieben Treffern beim Hinspielsieg in Bietigheim bester Werfer, am Freitagabend brachte er es sogar auf acht. Andre Meuser beteiligte sich mit sechs Toren und holte Joshua Reuland als bisher erfolgreichsten Mannschaftskollegen ein, beide stehen jetzt mit der Zahl 76 in der Torschützenliste.

Zurück zum Spielverlauf: In der 38. Minute fing Jakub Sterba einen Ball ab und lief einen Konter zusammen mit Ian Hüter, der zum 18:18 verwandelte und damit die endgültige Wende einläutete. Der 9:2-Lauf innerhalb von rund zehn Minuten führte vom 16:18 bis hin zum 25:20 in der 47. Minute. Zu einem echten Aufbäumen war Bietigheim nicht in der Lage, auch wenn sich Jonas Link und Geburtstagskind Dominik Claus (25) bemühten. „Da fehlte uns ein Mix aus Selbstvertrauen, Qualität und Mut“, stellte SG-Coach Hannes Jon Jonsson fest, der dem TSV einen „Riesencharakter“ bescheinigte. „In 30 Minuten hat die gesamte Mannschaft gezeigt, was sie drauf hat“, freute sich Dusko Bilanovic auch darüber, dass „Sven heute das Torwartduell klar gewonnen hat.“ Und er hielt seine schützende Hand über „meine Jungs: Das sind auch nur Menschen, da muss man nicht sofort zweifeln, wenn es mal nicht so gut läuft.“

TSV Bayer Dormagen - SG BBM Bietigheim 33:27 (12:15)
Dormagen: Bartmann (12 Paraden, 1 Tor), Simonsen (n.e.); Reuland (3), Seesing (5), Senden (8), Meuser (6), Juric, Richter (1), I. Hüter (8), Reimer (n.e.), Skroblien, P. Hüter (1), Johannmeyer, Sterba, Grbavac (n.e.), Mast (n.e.).
Bietigheim: Edvardsson (9 Paraden), Lehmann; Vlahovic (3), Rentschler (2), Claus (2), Öhler (n.e.), Schäfer (3/2), de la Pena (n.e.), Urban (1), Dahlhaus (2), Link (5), Asmuth (2), Barthe (1), Boschen (n.e.), Marcec (5), Fischer (1).
Schiedsrichter: Cesnik / Konrad.
Zuschauer: -
Zeitstrafen: 10:8 Minuten.
Siebenmeter: 0:2/2.
Spielfilm: 2:3, 4:3 (10.), 6:5, 6:9 (20.), 9:9, 9:12 (26.), 12:13, 12:15 - 13:16, 15:16, 16:18 (36.), 21:18 (42.), 22:20, 25:20 (47.), 28:22, 31:25, 31:27, 33:27.


Gegen die SG BBM Bietigheim würden die Wiesel heute Abend nach zwei Auswärtsniederlagen in Dresden und Rimpar gerne wieder punkten. Schließlich warten mit Dessau und Aue in der nächsten Woche gleich zwei schwere Auswärtsaufgaben auf den TSV. Mit einem Erfolgserlebnis könnte man die Ost-Tour sicher froher angehen. Die Schiedsrichter Marvin Cesnik und Jonas Konrad aus Gummersbach pfeifen die Partie im TSV Bayer Sportcenter um 19.30 Uhr an. Die Fans sind bereits ab 19.15 Uhr auf sportdeutschland.tv live dabei und können ihre Mannschaft somit zumindest digital unterstützen.

Zweimal stieg die SG BBM Bietigheim in die Bundesliga auf (2014 und 2018). Doch beide Male musste das Team aus Bietigheim-Bissingen an der Enz (Baden-Württemberg) nach dem einen Jahr wieder den Gang in die 2. Bundesliga antreten. Die Planungen sahen das schnelle Comeback im letzten Jahr vor. Doch der Wiederaufstieg gelang nicht - und auch in diesem Jahr stehen die Zeichen nicht auf Rückkehr in die Liqui-Moly-Bundesliga. Nach dem Fehlstart in die Saison läuft es zwar seit einiger Zeit wieder besser, aber die führenden Klubs Hamburg, Gummersbach und Nettelstedt sind zu weit entfernt. Das Comeback in der 1. Liga hatten die Gäste sich auch für die laufende Saison fest vorgenommen. „Doch dann ereilte uns die Absage von „Mimi“ Kraus, der seine Karriere beendete. Das war von unserer Seite nicht so geplant“, erklärt der Isländer. Und Corona setzte Bietigheim auch immens zu: „Quarantäne-Zeiten, ernsthafte Corona-Erkrankungen bei Spielern, Spielausfälle - und das alles über einen längeren Zeitraum. Kamen erkrankte Spieler zurück, befanden sie sich nicht in einem leistungssportlichen Zustand. Mentale Effekte gingen einher. Enttäuschungen kamen hinzu.“

Zusammengefasst sind dies die Gründe für den aktuellen Tabellenstand der SG: Statt vorne mitzumischen, rangiert der Klub auf Platz 9, arbeitete sich aber in diesem Jahr deutlich nach vorne. Die Nachholspiele im Januar beim TuS Fürstenfeldbruck (33:30) und gegen Konstanz (29:24) wurden gewonnen. Erfolgreich ging es weiter mit dem 34:29-Erfolg in Eisenach. Dann gab es aber doch wieder zwei Rückschläge mit der Heimniederlage gegen Elbflorenz (28:29) und dem Misserfolg bei Spitzenreiter Hamburg (21:24) in der Vorwoche. In Dormagen wird die SG BBM nahezu komplett auflaufen. Bester Schütze ist Rechtsaußen Christian Schäfer mit 102/46 Treffern und der besten Ligaquote von 82,26 Prozent. Die Weichen für die nächste Saison wurden bereits gestellt: Der Vertrag mit Hannes Jon Jonsson, der am 23. Februar 41 Jahre alt wurde, wird nicht verlängert. Die Nachfolge tritt der Spanier Iker Romero an, derzeit noch in Co-Trainer-Diensten bei Hannover-Burgdorf.

Hielt die Heimserie von Rimpar gegen den TSV, so hofft der TSV auf die Fortsetzung der Erfolgsserie gegen Bietigheim: Auf der Liste der bisherigen 13 Vergleiche stehen lediglich zwei Niederlagen, und die liegen schon eine Weile zurück. Die letzten vier Begegnungen gewann der TSV - auch das Hinspiel im Oktober mit 26:25. In einer abwechslungsreichen und aufregenden Partie sorgte Andre Meuser 19 Sekunden vor dem Abpfiff für die Entscheidung mit dem 26:24. Bester Torschütze war Ian Hüter (7). „Natürlich wollen wir auch heute die Punkte behalten. Die Mannschaft weiß aus Erfahrung, wie sie Bietigheim schlagen kann“, sagt TSV-Coach Dusko Bilanovic.


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