Und wieder ein Spiel gegen den direkten Tabellennachbarn, diesmal aber müssen die Dormagener reisen: An diesem Samstag trifft der TSV Bayer ab 19.30 Uhr in der Stadtgartenhalle auf Gastgeber HG Saarlouis. Da die Saarländer zuletzt in Bad Schwartau verloren und der TSV die Spiele gegen Essen und Baunatal gewann, tauschten beide Klubs die Plätze. Saarlouis steht demnach auf dem ersten Abstiegsplatz - zwei Punkte hinter dem TSV.

"Man kann davon ausgehen, dass beide Mannschaften vor diesem Spiel einen ähnlichen Druck haben", sagt TSV-Coach Jörg Bohrmann. Die spezielle Herausforderung des Abstiegskampfs haben seine Spieler im heimischen TSV Sportcenter - aber auch in einer vergleichbaren Situation in Hüttenberg freilich nervenstark angenommen. Saarlouis hingegen war zwar mehrfach dran am Erfolg, gewann aber schon seit sieben Spieltagen nicht mehr. So rutschten die Saarländer in der Tabelle immer tiefer. "Meine Jungs haben sich enormes Selbstvertrauen geholt", sagt Bohrmann. "Wir haben sehr gut in dieser Woche trainiert und freuen uns auf die Begegnung." Dabei wird es eine enorme Unterstützung geben: Der Fan-Club Blau-Weiß hat in Zusammenarbeit mit dem TSV einen Bus eingesetzt, der sich am Samstag Richtung Saarland in Bewegung setzt.

Einen Spieler hat der TSV noch in besonderer Erinnerung: Beim 31:26-Hinspielsieg gegen Saarlouis war Linksaußen Dirk Holzner der überragende Akteur und erzielte 10 Treffer, davon 4 sicher verwandelte Siebenmeter. Er liegt derzeit mit 222 Toren auf dem zweiten Platz der Torschützenliste in der 2. Handball-Bundesliga. Gefahr geht auch vom Rückraum aus. Nicht zuletzt von Eduard Klyuyko, der jetzt für die ukrainische Nationalmannschaft nominiert wurde.


Der TSV und über 1100 Zuschauer feierten die eindrucksvolle 32:16-Revanche für die Hinspielniederlage in Baunatal. Und dank des höchsten Saisonsieges konnten die Dormagener auch einiges für das Torverhältnis tun. Da Saarlouis in Bad Schwartau verlor, tauschte das Bohrmann-Team den Platz mit dem nächsten Auswärtsgegner und rückte auf den ersten Nichtabstiegsplatz vor. Die Entscheidung gegen die als Absteiger feststehenden Nordhessen fiel schon relativ früh. "Uns wurde von Beginn an der Zahn gezogen und wir hatten auch keine Chance mehr, uns ins Spiel zurück zu kämpfen“, stellte Baunatals Trainer Markus Berchten später fest. Die akribische Vorbereitung auf die Partie hatte TSV-Coach Jörg Bohrmann im Vorfeld angekündigt und umgesetzt: "Wir haben bei der Analyse der Spiele gesehen: Wenn die Gegner sich respektlos gegenüber Baunatal verhalten, kommen sie in Schwierigkeiten. Denn die Eintracht-Spieler können Handball spielen."

Wie schon gegen Essen an Gründonnerstag zeigten die Gastgeber eine starke Defensivleistung und schalteten immer wieder schnell um. Ehe Baunatal sich versah führte der TSV bereits 4:0 dank des überzeugenden Konterspiels, bei dem sich die Außen Pascal Noll - später Sebastian Damm - und Robin Doetsch immer wieder auszeichneten. Doetsch war zudem ein Meister des Rebounds, weil er alle möglichen vom Gehäuse oder vom gegnerischen Torwart zurückkommenden Bälle nahm und verwertete. Entscheidend war aber die geschlossene Mannschaftsleistung, die den Samstag zum Feiertag machte. Die Shooter Max Bettin und Jo Gerrit Genz schlossen mitunter spektakulär ab - wie auch Marijan Basic, der noch in der Luft den Ball von der einen in die andere Hand wechselte. Zu sehen war alles, was Handball zu einer solch herausragenden Sportart macht: Ein phantastisches Rückhandanspiel von Bettin auf Noll, das fliegerische Potenzial der Kreisläufer Alexander Kübler und Patrick Hüter oder die herausragenden 1:1-Paraden von Sven Bartmann.

Spätestens nach dem 5:0-Lauf im Anschluss an den Seitenwechsel war am 11. Saisonsieg nicht mehr zu rütteln. Baunatal erzielte den ersten Treffer der zweiten Halbzeit in der 40. Minute. Es ging schließlich nur noch um die Höhe des Erfolges. Die 16 "gut" gemachten Treffer wirken sich in der Tabelle der 2. Bundesliga aus. Der TSV ist jetzt mit Blick auf das Torverhältnis auf einer Höhe mit Saarlouis und Rostock, den beiden nächsten Gegnern.

Mit dem Fan-Bus nach Saarlouis
Für das Spiel in Saarlouis setzt der Fan-Club Blau-Weiß in Kooperation mit der TSV Bayer Handball GmbH einen Fanbus ein. Der nimmt die Mitfahrer am Samstag, 18. April, um 14.30 Uhr am Dormagener Schützenplatz und zehn Minuten später am HIT auf. Der Fahrpreis beträgt 10 Euro, hinzu kommt das Spielticket. Weitere Informationen und Anmeldung bei Claudia Genzer, Tel.: 02133-10648.

TSV Bayer Dormagen – GSV Eintracht Baunatal 32:16 (15:8)
Dormagen: Bartmann; Bettin (4), Genz (2), Plaz (1), Eisenkrätzer (1), Poklar (1), Doetsch (6), Kübler (2), Damm (3), Noll (3), Hüter (1), Marquardt, Basic (8/2).
Baunatal: Paar, Kroll; Koch (3), Pollex, Gbur (n.e.), Schade (1), Fuchs (1), Feuring, Räbiger (4), Gessner (3), Bornemann (3), Weinrich (1), Drönner (n.e).
Schiedsrichter: Heine/Standke.
Zuschauer: 1131.
Zeitstrafen: 10:12 Minuten.
Siebenmeter: 2/3:0/2 (Paar hält gegen Bettin – Koch scheitert an Bartmann und wirft an die Latte).
Spielfilm: 4:0 (6.), 5:3, 9:3 (15.), 13:6 (22.), 15:8 – 20:8 (38.), 22:10 (44.), 28:16 (56.), 32:16.


Vier ehemalige und ein aktueller Spieler des TSV Bayer Dormagen stehen im Aufgebot der Junioren-Nationalmannschaft für den Lehrgang vom 26. bis 30. April in Heidelberg. Das Trainerteam Markus Baur und Axel Kromer hat 19 Spieler der Jahrgänge 1994 und jünger eingeladen. Sportlicher Höhepunkt wird diesen Sommer die U21-Weltmeisterschaft in Brasilien zwischen dem 19. Juli und dem 2. August sein. Nominiert wurden Max Bettin sowie die früheren TSV-Spieler Simon Ernst (Gummersbach), Moritz Preuss (Bergischer HC), Tim Suton (Lemgo) und Joscha Ritterbach (Hamm-Westfalen). Während des Lehrganges bestreiten die DHB-Junioren am 28. April um 19.30 Uhr in der Mehrzweckhalle Plankstadt ein Länderspiel gegen die Schweiz.

Das Aufgebot der Junioren-Nationalmannschaft:
Tor: Jonas Maier (Kadetten Schaffhausen/SUI), Christopher Rudeck (Mors-Thy Handball/DEN)
Linksaußen: Yves Kunkel (TSV GWD Minden), Joscha Ritterbach (ASV Hamm-Westfalen), Tom Spieß (DJK Rimpar Wölfe)
Rückraum links: Marcel Engels (St. Otmar St. Gallen), Jona Schoch (FA Göppingen/SGH2Ku Herrenberg), Maximilian-Leon Bettin (TSV Bayer Dormagen), Tim Keupp (TV 1893 Neuhausen)
Rückraum Mitte: Simon Ernst (VfL Gummersbach), Tim Suton (TBV Lemgo), Lars Spieß (DJK Rimpar Wölfe), Yannik Dräger (TSV Burgdorf)
Rückraum rechts: Alexander Saul (SC Magdeburg), Max Emanuel (DHFK Leipzig)
Rechtsaußen: Timo Kastening (TSV Burgdorf), Jannik Hausmann (HBW Balingen-Weilstetten)
Kreis: Jannik Kohlbacher (TV Großwallstadt), Moritz Preuss (Bergischer HC)


Nach der hervorragenden Leistung gegen TUSEM Essen und dem 30:25-Erfolg gegen den direkten Tabellennachbarn will der TSV Bayer Dormagen an diesem Samstag nachlegen und weitere zwei Punkte im Kampf um den Klassenerhalt verbuchen. Gegner ist der inzwischen auch faktisch als Absteiger feststehende Großenritter Sportverein (GSV) Eintracht Baunatal. Doch die Platzierung am Ende der Tabelle der 2. Handball-Bundesliga ist nicht ausschlaggebend: "Wir müssen auch gegen Baunatal 100 Prozent geben", weiß TSV-Trainer Jörg Bohrmann. Anders wird die Revanche für die im Hinspiel erlittene 32:35-Niederlage nicht gelingen. Das Spiel im TSV Sportcenter wird um 19 Uhr vom Gespann Steven Heine und Sascha Standke (Braunschweig / Friedland) angepfiffen. Tickets gibt es bis Samstag Nachmittag in der City-Buchhandlung oder Online. Die Abendkassen öffnen um 17.30 Uhr.

Baunatal hat zwar nur sechs Punkte auf dem Konto. Doch die Mannschaft trumpfte zuletzt immer wieder auf, holte beim 24:24 einen Zähler gegen Coburg und machte es auch den Spitzenteams nicht leicht. Im Nachholspiel am Dienstag hieß es nach 52 Minuten gerade mal 23:22 für den VfL Bad Schwartau, der froh war, die Auswärtspartie schließlich mit 26:22 gewinnen zu können. Der nordhessische Zweitligist hatte sich zum Ende der Hinrunde von Trainer Ralf Horstmann getrennt und nahm den gebürtigen Schweizer und Coach der A-Jugend Markus Berchten in die Verantwortung. Neben der sportlich nicht zufriedenstellenden Entwicklung gab es ein klares Signal aus finanzieller Sicht mit weniger werdenden Sponsoren. Deshalb entschied der Verein, die Reißleine zu ziehen, keinen Lizenzantrag für die Spielzeit 2015/16 zu stellen und wieder in der 3. Liga unter der Regie des Amateurvereins an den Start zu gehen. Ein entsprechendes Konzept soll in Kürze vorgestellt werden. Claus Umbach, der Vorsitzende der GSV-Handball-Abteilung, kann zwar noch immer nicht eine Insolvenz der Handball-GmbH mit Geschäftsführer Jens Reinhold ausschließen, betont aber: "Selbst ein solcher Schritt würde den Spielbetrieb der 1. Mannschaft in der 2. Bundesliga nicht mehr gefährden. Die Truppe und der Verein wollen und werden die Saison geordnet beenden."

"Wir wissen um die Bedeutung des Spiels", sagt Jörg Bohrmann, der vermutet: "Die Partie wird noch schwerer als die gegen Essen, obwohl wir auch da schon unter Druck standen. Deshalb brauchen wir ganz besonders die Unterstützung unserer Fans." Den Spielern hatte der Coach über Ostern frei gegeben und begann am Dienstag mit der konkreten Vorbereitung auf die Begegnung. "Ein paar Tage Ruhe waren gerade für die angeschlagenen Spielern wichtig." Erst im Mai kommt Rechtsaußen Peter Strosack zurück, der nach seinem angerissenen Kreuzband gute Fortschritte macht. Pausieren muss weiterhin Torwart Max Jäger aufgrund des noch nicht wieder verheilten Trommelfells. Für ihn sitzt diesmal der frühere TSV-Schlussmann Matthias Broy (Löwen Duisburg) auf der Bank, der nach wie vor ein Zweitspielrecht für den TSV besitzt.

Hier geht´s zu Jörg Bohrmann im aktuellen Wiesel-TV-Interview


Seit Jahren arbeiten die Handballer des TSV Bayer Dormagen eng mit der Dormagener Tafel zusammen. Der Besuch des Trainers und mehrerer Spieler überraschte den ein oder anderen Kunden der sozialen Einrichtung aber doch. Jörg Bohrmann, Tobias Plaz, Alexander Kübler, Jonathan Eisenkrätzer und Patrick Hüter halfen jüngst beim Einpacken und Ausgeben der Lebensmittel und führten viele Gespräche. Gleichzeitig überreichten die Sportler Eintrittskarten für die Heimspiele im TSV Sportcenter. „Natürlich werden wir in der nächsten Saison wiederkommen“, betont TSV-Coach Jörg Bohrmann. Tradition hat auch die Abgabe von Gegenständen und Nahrungsmitteln für die Tafel anlässlich eines Handballspiels im Sportcenter in der Weihnachtszeit. 

Die Dormagener Tafel führt die Ausgaben der Lebensmittel in der Kölner Straße 13 durch. Die Ausgabetage und Ausgabezeiten sind unterschiedlich für Ein-Personen- und Mehr-Personen-Haushalte. Deshalb waren die Sportler auch an zwei Tagen vor Ort, um möglichst viele Menschen anzusprechen. „Bei unseren Kunden besteht ein großes Interesse, an solchen Veranstaltungen wie einem Bundesliga-Handballspiel teilzunehmen“, sagt Claudia Manousek, die Vorsitzende des Vereins Dormagener Tafel.

Bis Ende der Saison 2014/15 besteht noch vier Mal die Möglichkeit, den TSV im Sportcenter zu unterstützen:
Samstag, 11. April, 19 Uhr: TSV Bayer - Eintracht Baunatal
Samstag, 25. April, 19 Uhr: TSV Bayer - HC Empor Rostock
Pfingstmontag, 25. Mai, 18 Uhr: TSV Bayer - ThSV Eisenach
Sonntag, 7. Juni, 17 Uhr: TSV Bayer - TV Großwallstadt


Nach überstandener Verletzung konnte Neuzugang Marijan Basic jetzt die ersten Spiele bestreiten - und in die Arbeitswelt reinschnuppern. Der 28-Jährige ist Maschinenbauingenieur und auf dem Weg vom "Profihandballer zum Profihandwerker". Dies geschieht in der eigenen GIS-Werkstatt im Chempark. "Wir sind sehr glücklich über diese Partnerschaft", sagte Handball-Geschäftsführer Björn Barthel bei der offiziellen Trikot-Übergabe im Haus des Personaldienstleisters in Delrath. "Damit wird unser Modell, Leistungssport mit beruflicher Karriere zu verbinden, weiterentwickelt." Und Martina Weichert, Niederlassungsleiterin von GIS, betonte: "Mit unserer flexiblen und individuellen Vertragsgestaltung haben wir hier einmal mehr bewiesen, wie passgenau wir auf die Wünsche unserer Vertragspartner eingehen." GIS ist Partner der Handballer seit Anfang 2014.

GIS zählt zu den führenden Personaldienstleistern am Niederrhein. "Wir unterstützen Arbeitnehmer bei der Jobsuche genauso wie Unternehmen bei kurz- oder langfristigem Personalmangel. Unsere Firmenkunden profitieren dabei von einem vielfältigen modernen Dienstleistungsangebot. Den Menschen auf dem Arbeitsmarkt geben wir Orientierung und eine langfristige Perspektive", erklärt Geschäftsführer Swen Schiffer. Die Räumlichkeiten in Dormagen wurden erst kürzlich renoviert. Martina Weichert: "Und schon konnten wir die Gelegenheit nutzen, um unsere neue Marke im Kreise der Dormagener Unternehmerschaft vorzustellen. Anlässlich des Dormagener Unternehmerfrühstücks waren neben Bürgermeister Erik Lierenfeld auch die Vertreter der Wirtschaftsförderung Gabriele Böse und Lidia Wygasch-Bierling sowie einige Unternehmer aus Dormagen unsere Gäste."

Die Jobmesse Düsseldorf verbuchte GIS übrigens einmal mehr als tollen Erfolg: Unter den rund 10.800 Besuchern waren viele Fachkräfte, mit denen gute Gespräche am GIS-Stand geführt wurden. 72 Bewerber stellten sich direkt mit ihren Mappen bei GIS vor, weitere 16 kamen über E-Mail. Jobmessen sind "für uns ideal, um unsere Bewerber persönlich kennenzulernen", sagt Martina Weichert: "Darum sind wir am 9. und 10. Mai auch in Köln wieder dabei. Wenn Sie nicht so lange mit einer Bewerbung warten möchten, freuen wir uns auf ihren Anruf."

GIS Personallogistik GmbH 
Wilhelm-Zaun-Str. 64 
41542 Dormagen 
Telefon: 02133-97904-0


Der Spielmonat April mit vier Partien gegen die direkten Tabellennachbarn begann für den TSV Bayer Dormagen verheißungsvoll. An Gründonnerstag gewann die Mannschaft von Jörg Bohrmann das West-Derby gegen Essen mit 30:25 (16:8) und rückte damit in der Tabelle der 2. Handball-Bundesliga bis auf einen Punkt an den TUSEM heran. Vor 1709 Zuschauern waren Alexander Kübler (7) und Robin Doetsch (6) die erfolgreichsten TSV-Schützen. 6/3 Tore für Essen erzielte der ehemalige Dormagener Michael Hegemann.

Aufatmen schon vor der Partie: Die am Knie verletzten Max Bettin und Sebastian Damm konnten spielen dank "einer großartigen Arbeit unserer medizinischen Abteilung", lobte Jörg Bohrmann das Team des Therapiezentrums Dormagen. Und auch zur Pause konnte der TSV optimistisch sein: Denn immer wenn die Bayer-Werfer in dieser Saison 16 Tore in der ersten Hälfte erzielten - wie in Henstedt-Ulzburg, gegen Hildesheim und Neuhausen - wurden die Spiele auch gewonnen. Da Essen in der 22. Minute lediglich den achten und letzten Treffer vor dem Halbzeitpfiff verbuchte, ging der TSV mit dem höchsten Vorsprung aller bisherigen Saisonbegegnungen in die Kabine. Vorangegangen war eine herausragende Abwehrarbeit, bei der sich neben den beweglichen Kollegen im Innenblock insbesondere Dennis Marquardt und Jonathan Eisenkrätzer auszeichneten. Und dahinter gab Torwart Sven Bartmann (14 Paraden) wie schon so oft in dieser Saison die nötige Sicherheit. Vorne suchten immer wieder die Rückraumspieler Marijan Basic, Bettin und Marquardt Kreisläufer Alex Kübler, der ständig der Essener Defensive entwischen konnte. Kurz vor der Pause sorgte vor allem der schnelle Rechtsaußen Robin Doetsch mit einem sauberen Hattrick für den vorentscheidenden Vorsprung.

Überraschend schnell kehrten die TSV-Spieler nach einer kurzen Ansprache zurück auf´s Spielfeld. Zu oft kamen in der Vergangenheit die in Rückstand liegenden Gegner direkt nach dem Seitenwechsel heran oder drehten sogar das Spiel. Bohrmann wollte deshalb mit der Maßnahme den Spielfluss wach halten. "Das habe ich früher mit den Jugendmannschaften meistens gemacht", sagte der Coach und sah, wie sein Team in der Folgezeit nahtlos an die erste Halbzeit anknüpfte und sogar bis auf 27:15 in der 47. Minute davonzog. "Sie gingen mutig nach vorne", gefiel Bohrmann nicht zuletzt die zweite und dritte Welle. Dann aber machte sich der Kräfteverschleiß bemerkbar, zahlreiche Fehler führten zu Gegenstößen, die zumeist von Peter Hornyak und Lasse Seidel verwandelt wurden. "Dank der einfachen Tore konnten wir das Ergebnis in Grenzen halten", war TUSEM-Coach Mark Dragunski froh, dass "wir nicht unter die Räder gekommen sind." Der Dormagener Vorsprung schmolz nach dem Essener 6:0-Lauf innerhalb von fünf Minuten. "Eine solche Phase gefällt natürlich keinem Trainer", sagte Bohrmann. Ernsthafte Sorgen über den Verlust der beiden Punkte brauchte sich aber kein TSV-Fan zu machen. Eine Premiere gab es dann auch noch: Fredrik Genz, der Bruder von Jo Gerrit, rückte ins Tor, da Max Jäger beim Training so unglücklich vom Ball getroffen wurde, dass sein Trommelfell Löcher aufweist und er zurzeit nicht spielfähig ist.

Im nächsten Spiel hat der TSV erneut Heimrecht: Gegner ist am Samstag, 11. April, ab 19 Uhr Schlusslicht Eintracht Baunatal. Jörg Bohrmann: "Das wird eins der schwierigsten Spiele in nächster Zeit, denn jeder erwartet von uns einen Sieg. Doch Baunatal spielt nach den Querelen der Vergangenheit befreit auf und macht es allen Mannschaften schwer." Die Dormagener Spieler können in Ruhe Ostern feiern, sie erhielten eine Trainingspause - auch weil etliche Spieler angeschlagen sind. Bohrmann: "Anschließend werden wir uns hochkonzentriert auf Baunatal vorbereiten."

TSV Bayer Dormagen - TUSEM Essen 30:25 (16:8)
Dormagen: Bartmann, F. Genz; Bettin (5/1), J.G. Genz (2), Plaz, Eisenkrätzer, Poklar, Doetsch (6), Kübler (7), Damm, Noll (3), Marquardt (2), Arnaud (1), Basic (4/1).
Essen: Donderis Vegas, Bliß; Ellwanger (2), Schlüter, Keller, Hegemann (6/3), Seidel (5/2), Lindt (1), Hornyak (5), Szczesny (2), Ridder (1), Trodler (2), Mürköster (1).
Schiedsrichter: Thöne/Zupanovic (Berlin).
Zuschauer: 1709.
Zeitstrafen: 10:8 Minuten.
Siebenmeter: 2/3:5/6 (Basic wirft an die Latte - Seidel an den Pfosten).
Spielfilm: 4:2 (7.), 4:4 (10.), 7:4 (12.), 10:6 (18.), 10:8 (22.), 16:8 - 24:14 (42.), 27:15 (47.), 27:21 (53.), 29:23 (58.), 30:25.


Das Spiel an Gründonnerstag ist ein echter Kracher. Denn es ist das einzige klassische Lokal-Derby für den TSV Bayer Dormagen. Und die Erinnerung an viele legendäre Spiele zwischen den Klubs in der 1. und 2. Liga ist noch wach. Aktuell geht es für Gastgeber Dormagen und TUSEM Essen um den Klassenerhalt, wobei der TUSEM im Augenblick die Nase knapp vorne hat. Die Partie des 31. Spieltags wird am 2. April um 19.30 Uhr von den Berliner Schiedsrichtern Martin Thöne und Marijo Zupanovic im TSV Sportcenter angepfiffen. Tickets gibt es im Vorverkauf in der City-Buchhandlung, Kölner Straße 58 oder auch online. Die Abendkassen öffnen am Donnerstag um 18 Uhr.

Während Essen vier Unentschieden in dieser Spielzeit aufweist, gab es für den TSV nur eine Punkteteilung: Beim Hinspiel trennten sich die beiden Teams 22:22. Aus Sicht der Dormagener war es am 11.11.2014 nach der Zwei-Tore-Führung in der Schlussphase eher ein verlorener Punkt, als Simon Keller 32 Sekunden vor dem Abpfiff den Endstand herstellte. Die Ausgangsposition hat sich für das Rückspiel verändert: Als sich die Essener Marcus Bouali und Pasqual Tovornik fast gleichzeitig einen Kreuzbandriss zuzogen, mussten sie handeln und waren froh, dass Hannes Lindt wieder zur Verfügung stand. Der Linkshänder, der auch schon das Dormagener Trikot getragen hat, kehrte zurück vom Erstligisten SG BBM Bietigheim, wo er nicht mehr zur Stammbesetzung zählte. Außerdem ist der ehemalige TSV-Akteur Dennis Szczesny wieder fit und zählt mit Routinier Michael Hegemann zum wurfstarken Rückraum der Essener.

Der 38-Jährige Hegemann belegt mit 165/31 Toren den achten Rang in der Torschützenliste der 2. Bundesliga und liegt damit drei Plätze vor dem besten TSV-Werfer Max Bettin (158/34). Dessen Einsatz ist allerdings genau wie der von Sebastian Damm unwahrscheinlich: Die Knie der Beiden wurden gestern in der Kölner MediaPark Klinik vom Dormagener Arzt und Ex-Spieler Peter Sieberger intensiv in Augenschein genommen. "Betti" und "Basti" hatten Glück im Unglück, die Verletzungen führen zu keinem sehr langen Ausfall. Es gab aber ein striktes Trainingsverbot bis Mittwoch. "Ich gehe derzeit nicht davon aus, dass sie gegen Essen dabei sind", sagt Trainer Jörg Bohrmann.

Der bei der Stadtverwaltung beschäftigte Jonathan Eisenkrätzer hat derweil einen kurzen Videoclip unter dem Motto "Wir sind Dormagen – für eine gemeinsame Stadt" erstellt. Das Video wird vor Spielbeginn im Sportcenter gezeigt. "Der Film soll zu einem künftig noch besseren Miteinander von Menschen jeglicher Herkunft in Dormagen beitragen. Ziel ist, dass wir uns alle gemeinsam als Dormagener fühlen können – unabhängig davon, woher wir oder unsere Familien auch stammen", erklärt Bürgermeister Erik Lierenfeld, der auch noch einmal im Tribünentalk zum Besuch des Handballspiels aufruft.


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