27 Tore wie in den letzten beiden Spielen hätten am Sonntag zum Dormagener Punktgewinn in Hamburg gereicht. Doch nach einem dramatischen Spielverlauf konnte letztlich nur der HSV Handball jubeln. Der 18-jährige Leif Tissier erzielte unmittelbar vor dem Schlusspfiff den Siegtreffer zum 27:26. Zur Pause lag der TSV Bayer vor 3142 Zuschauern mit 15:13 vorne. Beide Trainer waren sich einig: "Das war ein Spiel auf Augenhöhe, eine Punkteteilung wäre gerecht gewesen", sagten Torsten Jansen und Ulli Kriebel nach den 60 Minuten in der Sporthalle Hamburg.

"Wir haben uns im Training stark mit einer offensiven Dormagener Deckung beschäftigt", war Jansen eher überrascht von der 6:0-Defensive der Gäste. Diese Alternative machte den Hamburgern vor allem in der ersten Hälfte schwer zu schaffen. "Das war ganz okay", stellte Kriebel mit Einschränkungen fest. Denn zu Beginn stand Kreisläufer Niklas Weller dreimal hintereinander völlig frei und erzielte die ersten drei Tore für Hamburg. Dann schloss die Abwehrreihe die Lücke und konnte sich auf eine hervorragende Zusammenarbeit mit Sven Bartmann verlassen. Der Keeper war nach seiner langen Pause zuletzt noch auf der Suche nach seiner Form, in Hamburg hat er sie gefunden. Sein Comeback feierte Nuno Rebelo, der natürlich weitere Spielpraxis benötigt, um an die Leistung in seinen ersten Einsätzen anzuschließen.

In der hart umkämpften Partie konnte sich keine Mannschaft absetzen. Mehrfach wechselte die Führung, gerade auch in der Schlussphase der ersten Hälfte. Zunächst holte sich Hamburg den Vorsprung zurück, um dann drei TSV-Tore in Folge zum Halbzeitstand von 13:15 zu kassieren. Doch nach dem Wiederanpfiff kopierte der HSV die Rheinländer, die es jetzt mit einer deutlich aggressiveren Hamburger Verteidigung zu tun hatten. Wenig beeindruckt vom neuerlichen Rückstand sorgte der ansatzlos werfende Lukas Stutzke für den Ausgleich und Eloy Morante Maldonado verwandelte den von ihm selbst "geklauten" Ball zum 16:17. Nachdem Gergö Rózsavölgyi den Strafwurf von Lukas Ossenkopp abwehrte hätte Morante die zweite Dormagener Zwei-Tore-Führung machen können. Doch der an Stelle von Stammtorwart Aron Edvardsson (Blinddarm-OP) eingesetzte Marcel Kokoszka kam jetzt immer besser ins Spiel und wehrte klare Chancen ab.

Die letzten Minuten waren für Menschen mit Herzbeschwerden kaum geeignet. Nachdem Benni Richter zum 24:24 ausgeglichen hatte parierte Sven Bartmann und traf mit seinem Weitwurf ins leere Hamburger Tor. Der HSV drehte die Partie erneut, musste aber direkt im Anschluss den nächsten Ausgleich zum 26:26 durch Stutzke hinnehmen. Danach wehrt Bartmann gegen Kevin Herbst ab, doch die Schiedsrichter entscheiden auf Freiwurf. Das Zuspiel bekommt Leif Tissier, der durchgeht und genau wie vor drei Wochen gegen Rimpar drei Sekunden vor Schluss das 27:26 erzielt. Während die einen jubeln, ist der TSV niedergeschlagen. "Das ist total brutal, nachdem die Mannschaft unheimlich gekämpft hat", betonte Ulli Kriebel. Er hatte sich seine Rückkehr auch anders vorgestellt: Vor 36 Jahren spielte er in der damaligen Alsterdorfer Sporthalle als Bambini erstmals mit dem Handball.

Der TSV hat jetzt zwei schwere Herausforderungen vor sich: Erst geht es am Freitag, 9. November, um 19.30 Uhr im TSV Bayer Sportcenter gegen den Tabellenvierten HBW Balingen-Weilstetten. Zwei Tage später fährt die Mannschaft zum TuS Ferndorf, der den 3. Platz in der Tabelle der 2. Handball-Bundesliga einnimmt. Das Spiel dort wird am Sonntag, 11. November, um 16 Uhr angepfiffen.

HSV Hamburg - TSV Bayer Dormagen 27:26 (13:15)
Hamburg: Kokoszka (11 Paraden), Rundt (bei einem 7m); Tissier (4), Weller (3), Ossenkopp (7/4), Axmann (1/1), Fuchs, Bauer (5), Forstbauer (n.e.), Rix (2), Wullenweber, Bergemann (1), Kleineidam (n.e.), Vogt (1), Herbst (3).
Dormagen: Bartmann (1 Tor, 15 Paraden), Rózsavölgyi (bei zwei 7m, 1 Parade); Reuland (1), Eggert (2), Löfström (3), I. Hüter, Rebelo, Richter (1), P. Hüter, Jagieniak (n.e.), Morante Maldonado (3), Stutzke (8), Wieling (7/4).
Schiedsrichter: Fratczak / Ribeiro.
Zuschauer: 3142 in der Sporthalle Hamburg.
Zeitstrafen: 4:6 Minuten.
Siebenmeter: 5/6:4/5 (Rózsavölgyi hält gegen Ossenkopp - Wieling scheitert an Kokoszka).
Spielfilm: 2:3, 8:7, 9:10 (19.), 13:12 (26.), 13:15 - 16:15 (33.), 16:17, 20:20 (45.), 22:20, 24:23, 24:25, 26:25, 26:26, 27:26.


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