Vor vier Jahren fast auf den Tag genau gewann der TSV Bayer Dormagen in Dresden mit 24:23. Am gestrigen Sonntagabend feierten die Wiesel erneut den Auswärtssieg in der Ballsportarena – dank des Treffers von Ian Hüter zum 26:25 kurz vor dem Abpfiff. Wenn es in der nächsten Saison wieder in die sächsische Landeshauptstadt geht, sollte der TSV sich für eine Spielansetzung im November starkmachen. Denn in anderen Monaten gab es dreimal nichts zu holen. Dass auch Glück zum vierten Auswärtssieg der Saison beitrug, daran zweifelte TSV-Coach Matthias Flohr überhaupt nicht: „Das war sicher die Belohnung für die Spiele in Balingen und Nettelstedt, die wir trotz einer guten Leistung unglücklich verloren haben. Heute haben wir nicht so gut gespielt, aber gewonnen.“ Nach dem zweiten Sieg in Folge kletterten die Dormagener in der 2. Handball-Bundesliga auf den 11. Tabellenplatz und haben nun vor, ihre Heimbilanz weiter zu verbessern. Immerhin stehen zwei Partien im TSV Bayer Sportcenter hintereinander an: Am 26. November gegen die Eulen Ludwigshafen und am 3. Dezember gegen den TV Großwallstadt – zum Online Ticket-Shop.

Andre Meuser, zweimal Sören Steinhaus und erneut Meuser – der TSV lag in der 5. Minute bereits mit 4:2 vorne. Die strenge Regelauslegung der Schiedsrichterinnen aus Leipzig führte dann aber zu etlichen Zeitstrafen und damit auch zu Brüchen im Spiel beider Mannschaften. Im Mittelpunkt standen in dieser Phase die Siebenmeterschützen Lukas Wucherpfennig und Joshua Reuland, gegen deren Würfe die Schlussmänner chancenlos waren. Danach leisteten sich die Gäste in Unterzahl Fehler, die beinahe zu einem zweiten Treffer ins leere Tor geführt hätten. Flohr nahm die erste Auszeit und brachte Ian Hüter, der nach seiner Erkrankung am Samstag beim Zwischenstopp in Melsungen erstmals in der Woche mit der Mannschaft trainierte. Kurz nach seiner Einwechselung bedankte sich Hüter mit zwei platzierten Abschlüssen und brachte sein Team wieder mit 9:8 in Führung.

In der Schlussphase der ersten Hälfte bestrafte Dresden eiskalt Fehler der Dormagener und verschafften sich mit der 13:11-Pausenführung die günstigere Ausgangsposition. Die verbesserte sich nach dem Seitenwechsel weiter, die Gastgeber gingen mehrfach mit fünf Treffern in Führung. Zuletzt in der 43. Minute, als Philip Jungemann die Chance zum 21:16 nutzte, nachdem Alexander Sendens gestolpert war und mit einem Freiwurf gegen sich bestraft wurde. „Wir rennen uns zu Beginn der zweiten Halbzeit immer wieder fest und sind nicht richtig präsent“, kritisierte Flohr. Der Trainer registrierte aber auch, dass sein Team dagegenhielt und ganz anders auftrat als noch vor drei Monaten im Pokalspiel an gleicher Stelle.

Als der TSV aufholte und in der Defensive immer stärker agierte, steigerte sich die Zahl der technischen Fehler des HC. Flohr: „Das spielte uns natürlich in die Karten, Dresden fand nicht mehr die geeigneten Mittel gegen unsere aggressive Abwehr und kam ins Zittern. Diesmal waren wir abgezockter.“ Im Ergebnis drückte sich das nach dem 5:0-Lauf eindeutig aus: Der TSV hatte die Begegnung von 23:20 auf 23:25 nach jeweils zwei Treffern von Joshua Reuland und Aron Seesing sowie einem Tor von Jan Reimer gedreht.

Doch es waren noch vier Minuten zu spielen und die Spannung wuchs. Lukas Wucherpfennig sorgte für den Anschlusstreffer, Andre Meuser ließ ein Geschoss folgen. Doch der Ball knallte gegen den linken Pfosten und von da ins Aus. Im Gegenzug erzielte Sebastian Greß seinen sechsten Treffer, es hieß 25:25. 15 Sekunden vor dem Abpfiff nahm Matti Flohr die Auszeit, um den finalen Angriff abzusprechen. Der führte zum Mann der letzten Tore: „Wir wollten Ian Hüter während des Spiels weitgehend schonen, so dass er über Kraft und Energie beim letzten Wurf verfügt“, schmunzelte der TSV-Trainer nach dem Coup: „In Nettelstedt haben wir nach einem Schlagwurf verloren, heute mit einem gewonnen.“

HC 2006 Elbflorenz – TSV Bayer Dormagen 25:26 (13:11)
Dresden:
Mallwitz (9 Paraden, 1 Tor), Noack (ab 52., 1 P.); Zobel, Wucherpfennig (6/3), Niestroj, Emanuel, Dierberg (2), Buschmann, Dumcius (4), Kretschmer, Jungemann (3), Stavast (2), Greß (6), Vanco, Klepp, Wellner (1).
Dormagen: Simonsen (6 Paraden), Juzbasic (ab 39., 4 P.); Reuland (7/4), Meuser (4), Senden (1), Zurga, Rehfus, I. Hüter (4), Reimer (1), Grgic (2), P. Hüter (1), Sterba (1), Seesing (2), Steinhaus (3), Kremp.
Schiedsrichterinnen: Ludwig / Eckert.
Zuschauer: 1520.
Zeitstrafen: 8:10 Minuten.
Siebenmeter: 3/3:4/4.
Spielfilm: 1:3, 5:4, 5:6, 7:6, 8:9, 11:10, 11:11, 13:11 – 14:11, 18:13 (39.), 19:16, 21:16 (43.), 23:20 (49.), 23:25 (56.), 25:25, 25:26.


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