Eine hervorragende Reaktion: Nach lediglich 17 Treffern am Mittwoch gegen Ludwigshafen zeigte sich der Angriff des TSV Bayer Dormagen beim TV Emsdetten am Samstagabend in bester Wurflaune und erzielte mit dem 31:28 (11:14) einen Saisonrekord. In den bisherigen Spielen war die 30-er Toremarke noch nicht überschritten worden. Dank des vierten Siegs in Folge in der Ems-Halle verließen die Wiesel die Abstiegsplätze und kletterten in der 2. Handball-Bundesliga auf Tabellenrang 17. Am Mittwoch, 4. Mai, findet das Mittelrhein-Derby gegen Spitzenreiter VfL Gummersbach ab 19.30 Uhr im TSV Bayer Sportcenter statt. Zum Ticket-Online-Shop.

Für einen Spieler war der Blick auf die Anzeigetafel geradezu ein Déjà-vu: Christian Simonsen musste am Donnerstag aufgrund seines Zweitspielrechts in Sachsen aushelfen und trug dort die Torwartkluft des Erstligisten SC DHK Leipzig im Spiel gegen die Rhein-Neckar Löwen. Am Ende hieß es 28:31, der Gast hatte die Partie gewonnen. Zwei Tage später endete die Partie mit dem TSV in Emsdetten ebenfalls 28:31, diesmal aber durfte der gerade 22 Jahre alt gewordene Schlussmann jubeln – zumal er großen Anteil am Erfolg hatte. Simonsen löste in der zweiten Hälfte Martin Juzbasic ab und zeigte elf Paraden. „Das war eine sehr gute Leistung“, lobte später TSV-Coach Peer Pütz. Vorne ragte einmal mehr Jan Reimer heraus, der in der 23. Minute sein 100. Saisontor markierte und insgesamt zehn Mal traf.

In der ersten Hälfte dominierte zunächst der TSV und verschaffte sich den 4:1-Vorsprung bis zur 8. Minute. Dabei drehte besonders Ian Hüter auf, der nicht nur erfolgreich abschloss, sondern auch seinen Bruder Patrick bestens bediente. Die Führung schmolz aber schnell zusammen, weil Emsdettens Torjäger Dirk Holzner zwei Siebenmeter verwandelte und nach einem Abwehr-Block gegen Alexander Senden auch einen Konter zum 5:5-Ausgleich abschloss. Die Gäste legten aber weiterhin vor und führten regelmäßig bis zur 26. Minute nach Reimers 11:10. In den letzten Minuten der ersten Hälfte leistete der TSV sich aber mehrere Fehler, die den guten Eindruck der ersten Halbzeit verdrängten und Emsdetten zum 14:11-Pausenvorsprung verhalfen.

Doch Dormagen war gekommen, um zu siegen. Peer Pütz: „Die Mannschaft zeigte eine tolle Moral und hat sich nach dem Wechsel deutlich gesteigert.“ So war der Gleichstand bereits in der 5. Minute der zweiten Halbzeit hergestellt (15:15), doch bis zur Rückeroberung der Führung verging geraume Zeit. Holzner sorgte nach einer Dreiviertelstunde für den letzten Vorsprung (20:19) des TVE. Dann starteten die Wiesel die endgültige Wende dank der Tore von Alex Senden und Jan Reimer, Andre Meuser ließ einen Doppelschlag folgen. Und immer wieder war es Christian Simonsen, der die Gastgeber zur Verzweiflung brachte.

Als TVE-Trainer Sascha Bertow beim Stande von 23:26 die zweite Auszeit innerhalb von drei Minuten nahm und den siebten Feldspieler aufs Spielfeld beorderte, war es um die Münsterländer geschehen. Der TSV nutzte die Emsdettener Schwächen und entschied die Partie vorzeitig mit drei Toren hintereinander durch Joshua Reuland, Jan Reimer (beide ins leere Tor) und Alexander Senden zum 23:29. In der Erwartung des dritten Auswärtssieges verloren die Dormagener nun zwar die Souveränität, Leichtsinnsfehler führten zu drei TVE-Toren innerhalb von 45 Sekunden. Mehr aber war an diesem Abend nicht möglich für den Dino der 2. Bundesliga, der seine Chancen auf den Klassenverbleib im Gegensatz zum TSV nicht gerade verbesserte. „Wir sind an uns selber gescheitert“, sagte Bertow. Sein Trainerkollege Peer Pütz hingegen war froh, dass seine Spieler die Ruhe bewahrt haben und in der zweiten Halbzeit „die Lücken in der gegnerischen Abwehr besser genutzt haben.“ Der VfL Gummersbach kann kommen.

TV Emsdetten – TSV Bayer Dormagen 28:31 (14:11)
Emsdetten:
Paske (4 Paraden), Krechel (4 P.); Östenberg (1), Terhaer (1), Dimitrievski, Schwabe (1), Schramm (3), Kolk (1), Schliedermann (2), Thomas, Holzner (10/5), Stüber (3), Mihaljevic (1), Runarsson (1), Nowatzki (4).
Dormagen: Juzbasic (4 P.), Simonsen (ab 31., 11 P.); Karvatski, Reuland (2), Meuser (4), Senden (5), Biernacki (1), I. Hüter (6), Reimer (10/4), Grgic, P. Hüter (1), Johannmeyer, Grbavac, Seesing, Steinhaus (1), Mast (1).
Schiedsrichter: Hillebrand / Umbescheidt.
Zuschauer: 1352.
Zeitstrafen: 10:8 Minuten.
Siebenmeter: 5/5:4/5 (Krechel hält gegen Reimer).
Spielfilm: 1:4 (8.), 5:5 (15.), 10:11 (26.), 14:11 – 15:15 (35.), 17:15, 17:17, 19:17, 19:19, 20:21 (47.), 22:22, 22:25 (53.), 23:25, 23:29 (56.), 26:29 (57.), 26:30, 28:31.


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