Kurz vor Schluss lag der TSV Bayer Dormagen in der Erzgebirgshalle Lößnitz mit zwei Toren vorne. Doch der EHV Aue schaffte noch den Ausgleich zum 28:28 (15:12) – was die Leistung der Rheinländer zwei Tage nach der Niederlage in Dresden nicht schmälert: Die Wiesel nahmen den ersten Auswärtspunkt in dieser Saison und den ersten Zähler seit 14 Jahren aus dem Erzgebirge mit nach Hause. Vor neun Monaten unterlagen sie an gleicher Stelle mit 28:29.

Es waren die kleinen Anspielfehler, die dem TSV das Leben in der ersten Hälfte und kurz nach dem Wiederbeginn schwermachten. Zu oft profitierte Aue von diesen Nachlässigkeiten und ging immer wieder in Führung, ohne sich aber wirklich absetzen zu können. Dagegen sprach der leidenschaftliche Einsatz der gesamten Auswahl. Andre Meuser hatte seine Torgefährlichkeit wiedergewonnen, Jakub Sterba zeigte sich reaktionsschnell. Nach dem 13:12 durch den Rechtsaußen verpassten die Gäste eine bessere Ausgangsposition vor dem Gang in die Kabine. Aue traf noch zweimal und Schlussmann Erik Töpfer verhinderte den Anschlusstreffer nach einer sehenswerten Kombination der Dormagener Offensive.

Aus dem Ballbesitz machte der TSV nach dem Wiederanpfiff erst mal nichts, kassierte aber drei Tore bis zum 18:12 für Aue in der 37. Minute. Dusko Bilanovic griff zur grünen Karte und registrierte, dass die Führung der Gastgeber nicht weiter anwuchs. Im Gegenteil: Der zusammen mit Oliver Dasburg nachgereiste Sören Steinhaus traf doppelt und fing dabei auch einen Ball in der Abwehr ab, den er nach einem lockeren Sprint im gegnerischen Tor ablegte. Aues Vorsprung schmolz, die Nervosität machte sich durch die steigende Fehlerzahl bemerkbar. Umso aufgeweckter wirkten die Gäste - bei seiner Premiere auf dem Feld überzeugte auch der ausgeliehene Opladener Dasburg, der kurz nach seiner Einwechslung einen Strafwurf herausholte. Den verwandelte Jan Reimer, wie zwei weitere, sicher.

Nachdem Ante Grbavac durch Aues Deckung spazierte und weiter zum 22:20 verkürzte, ließ der TSV sich auch von einem geahndeten Wechselfehler nicht aus der Ruhe bringen. Das lag nicht zuletzt an Torwart Christian Simonsen, der in wichtigen Phasen parierte. Und vorne präsentierte sich Sören Steinhaus vier Tage nach seinem 18. Geburtstag in Bestform. Nach seinen drei Toren in Folge hieß es in der 51. Minute 23:23. Der EHV ging zwar erneut in Führung, jetzt waren es Jan Reimer und Aron Seesing, die zum 25:25 ausglichen. Das glückliche 26:25 war zugleich der letzte Vorsprung für die Sachsen: Der von Adrian Kammlodt geworfene Ball traf Patrick Hüter und wurde dadurch unhaltbar für Simonsen.

Andre Meuser mit seinem siebten Treffer, Jan Reimer per Siebenmeter auch gegen Aues zweiten Keeper Pascal Bochmann und Oliver Dasburg mit seinem Premierentor – der TSV konnte sich dank des 28:26 vorzeitig darüber freuen, dass die zweite Niederlage im Rahmen der Ost-Tour verhindert wurde. Aue wehrte sich allerdings gegen die Abgabe beider Punkte. Erst sorgte Kammlodt für den Anschluss, dann scheiterte Aron Seesing an Erik Töpfer. Der letzte Angriff führte wiederum über die rechte Seite, Maximilian Lux krönte seine Leistung mit dem Ausgleich zum 28:28 vier Sekunden vor Schluss.

„Die Jungs haben sehr gut gekämpft und nie aufgegeben. Schade, dass sie sich heute nicht mit dem zweiten Punkt belohnt haben“, lobte Dusko Bilanovic seine Auswahl. „Aber es ist toll, dass wir etwas Zählbares von diesem Vier-Punkte-Spiel mit nach Hause nehmen können.“ Eine besondere Anerkennung galt dem jüngsten Spieler: „Sören Steinhaus hat neuen Schwung ins Spiel gebracht.“

Das letzte Heimspiel des Jahres wollen die Wiesel auf jeden Fall erfolgreich abschließen: Am Donnerstag, 23. Dezember, geht es ab 19.30 Uhr gegen die HSG Nordhorn-Lingen. Es soll ein Handballfest in blau-weiß werden, hofft der TSV auf möglichst viele Gäste, die in den Vereinsfarben ins TSV Bayer Sportcenter kommen.

EHV Aue – TSV Bayer Dormagen 28:28 (15:12)
Aue:
Töpfer (11 Paraden), Bochmann (bei einem 7m); Roch, Ebert, Bornhorn (5/1), Egilsnes, Lux (6), Schneider (1), Bombelka, Dutschke, Slachta (2), Schauer, Kammlodt (5), Paraschiv (5), Halfdansson (3), Ribeiro (1).
Dormagen: Juzbasic (4 Paraden), Simonsen (6 Paraden), Klama; Dasburg (1), Meuser (7), Biernacki, Reimer (3/3), Richter (1), Zurga (1), P. Hüter (1), Sterba (4), Grbavac (3), Seesing (2), Steinhaus (5), Köster.
Schiedsrichter: Biehler / Dietz.
Zuschauer: -
Zeitstrafen: 4:8 Minuten.
Siebenmeter: 1/2:3/4 (Bornhorn wirft an den Pfosten – Grbavac scheitert an Töpfer).
Spielfilm: 2:3, 5:3 (9.), 9:9 (16.), 12:11, 15:12 – 18:12 (37.), 19:16 (41.), 22:21 (49.), 23:23 (51.), 25:23, 26:25, 26:28, 28:28.


sponsor startseite selectsponsor startseite sparkassesponsor startseite buergelsponsor startseite cityringsponsor startseite egnsponsor startseite therapiezentrumsponsor startseite evdsponsor startseite Orthopaediesponsor startseite ineos