In Sachsen-Anhalt glänzte der TSV nicht nur in Hälfte 2: Die Wiesel steckten den frühen Rückstand beim Dessau-Roßlauer HV souverän weg und drehten die Partie am Dienstagabend zum klaren 28:20-Erfolg. Dabei hatte ein Spieler besonderen Grund zur Freude: Linkshänder „Carlos“ Iliopoulos steuerte ein Viertel aller Tore zum zehnten Saisonsieg bei. Dabei sorgte er besonders mit seinem Treffer Sekunden vor dem Pausenpfiff für einen angenehmen Gang in die Kabine: Das 14:12 war ein weiterer Schub auf dem Weg zur Revanche für die 21:24-Heimniederlage am 1. Spieltag. „Dieser Sieg gibt frischen Wind für unser Spiel in Aue am Donnerstag“, sagte TSV-Coach Dusko Bilanovic.

Der höchste Saisonsieg (neben dem 27:19 gegen Hamm) bahnte sich zunächst nicht an. In den ersten Minuten zog nämlich Dessaus Schlussmann Philip Ambrosius die Bälle magisch an und mit platzierten Würfen verschafften sich die Gastgeber einen 5:2-Vorsprung. Da war es wichtig, dass Benni Richter einmal mehr keine Nerven an der Siebenmeterlinie zeigte. Im Gegenteil – der Heber beim zweiten Strafwurf war extrem ausgebufft. Hinten stoppte Sven Bartmann mit starken Paraden Dessaus Lauf. So hieß es plötzlich 5:7, auch weil Iliopoulos als klassischer Joker auftrat. „Ihn hatte Dessau wohl gar nicht auf der Rechnung“, vermutete Bilanovic später. Der Pechvogel der Saison tat das, „wofür wir ihn geholt haben, er sollte auch mal ein Spiel entscheiden.“ So oft hatte er dafür seit seiner Verpflichtung noch keine Zeit, denn eine hartnäckige Verletzung hatte ihn zurückgeworfen. In Dessau aber konnte „Carlos“ zeigen, was in ihm steckt.

Der TSV lag 9:6 vorne, ehe Vincent Sohmann glücklich per Siebenmeter traf - Bartmann war noch am Ball dran. Dann ein Schlag ins Kontor in Form einer Roten Karte gegen Patrick Hüter. Er musste in der 21. Minute das Spielfeld verlassen, nachdem er Timo Löser in der Luft einen Stoß mitgegeben hatte und der Rückraumlinke unsanft landete. So musste die Defensive umgebaut werden, Aron Seesing übernahm mit Bravour. Noch einmal kam Dessau aber durch den beweglichen Sohmann auf und ging mit 11:10 in der 25. Minute in Führung. Der TSV ließ sich freilich nicht von seinem Weg abbringen, spielte unaufgeregt weiter und blieb auch in der häufigen Unterzahl effektiv in der Abwehr. Dabei wurde Andre Meuser über einen längeren Zeitraum nach seiner zweiten Zeitstrafe geschont, kam dann wieder und traf, um sich doch noch die Rote Karte in der 49. Minute abzuholen.

Zu diesem Zeitpunkt waren aber längst die Weichen Richtung Auswärtssieg Nummer 5 gestellt: Der TSV führte 22:16, dominierte das Spiel und nichts deutete auf eine erneute Wende hin. Die Rheinländer taten noch etwas fürs Auge: Erst stoppte der Pfosten den außerordentlichen Dreher von Ian Hüter, der dann den Zuschauern des Livestreams auf Sportdeutschland ein digitales Klatschen mit seinem Kempa-Abschluss nach dem Zuspiel von Benni Richter entlockte. „Dieser Sieg ist in allen Belangen verdient“, nahm Dessaus Coach Uwe Jungandreas kein Blatt vor den Mund. „Unsere Abwehr stand bis auf einige Flüchtigkeitsfehler weiter gut, aber der Angriff spielte wie eine B-Jugend, ging nicht in die Lücken und schloss zu schwach ab. Das Gegentor unmittelbar vor der Halbzeit setzte uns besonders zu. In der zweiten Hälfte kamen wir nicht mehr ins Tempospiel und haben vorne zu viele Fehler gemacht.“ Dusko Bilanovic hatte schon beim Abschlusstraining gemerkt, dass seine Spieler nach der Hinspielniederlage „richtig brannten. Und nur acht Tore in der zweiten Halbzeit zu kassieren, das war eine hervorragende Leistung.“

Dessau-Roßlauer HV 06 - TSV Bayer Dormagen 20:28 (12:14)
Dessau: Ambrosius (10 Paraden), Malek; Löser (2), Hrstka (4), Sohmann (6/2), Bielzer, Schmidt, Danneberg (1), Neumann (1), Persson, Scheithauer (2), Emanuel, Seidler (2), Zahradnicek (2), Saleh.
Dormagen: Bartmann (10 Paraden), Simonsen (ab 57., 1 Parade); Reuland (2), Seesing (2), Senden (1), Meuser (5), Juric, Richter (6/5), Iliopoulos (7), I. Hüter (3), Reimer, Skroblien, P. Hüter (1), Johannmeyer, Sterba (1), Grbavac.
Schiedsrichter: Friedel / Herrmann.
Zuschauer: -
Zeitstrafen: 6:14 Minuten.
Siebenmeter: 2/2:5/5.
Spielfilm: 4:1 (7.), 5:2 (9.), 5:7 (15.), 6:9 (19.), 8:10 (22.), 11:10 (25.), 11:13, 12:14 - 12:16 (35.), 15:20 (46.), 18:23 (52.), 18:26 (56.), 20:28.


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