Interview mit Handball-Geschäftsführer Björn Barthel

Ganz abschalten vom Handball konnte Björn Barthel trotz der offiziellen Freizeit zum Jahresbeginn nicht. Noch ein paar Tage lässt es der Handball-Geschäftsführer des TSV Bayer Dormagen ruhiger angehen, aber er hat den ersten Corona-Test im neuen Jahr für die Spieler bereits im Blick: Am Donnerstag steht bereits das erste Training unter der Leitung von Dusko Bilanovic an. Zuvor aber zieht Barthel im Interview eine positive Bilanz der ersten Monate der Saison 2020/21.

Der TSV steht in der 2. Handball-Bundesliga auf Rang 4. Mit welcher Platzierung hatten Sie denn vor Saisonbeginn gerechnet?
Björn Barthel: Sicher nicht mit Platz 4. Ganz ehrlich, das hätte ich vor allem nach mehreren teils längeren Ausfällen kaum für möglich gehalten. Ich ziehe den Hut vor diesem Team. Mit der besonderen Belastung und der ständigen Unsicherheit möglicher Spielabsagen gingen alle sehr gut um. So musste die erste Reise nach Hamburg kurz vor der geplanten Abfahrt nach den Corona-Fällen beim Handball Sport Verein abgesagt werden. Und gegen Ferndorf liefen die Planungen für das Heimspiel schon auf Hochtouren, als die Partie zum zweiten Mal ausfiel. Das Dezember-Finale mit den Erfolgen gegen Lübeck-Schwartau, in Wilhelmshaven und dem 24:24 gegen Gummersbach war natürlich ein krönender Abschluss des Jahres.

Jetzt dürften die Erwartungen besonders groß sein?
Wir wollten am Saisonende mindestens dort landen, wo wir auch in der Vorsaison standen, also auf Platz 10. An dieser Zielsetzung hat sich erst einmal nichts geändert. Aber ich bin durchaus optimistisch und traue dieser Mannschaft durchaus zu, dass sie den aktuellen Tabellenplatz verteidigt. Denn ich habe den Eindruck, dass die Mannschaft noch nicht am Limit ist. Das gilt auch für die Entwicklung einzelner Spieler. Auch erfreulich: Das Team hat gezeigt, dass es sich nicht von sportlichen Rückschlägen irritieren lässt.

Der Umgang mit der Corona-Pandemie hat auch den TSV vor ganz neue Aufgaben gestellt...
Wenn man Spitzenhandball präsentieren will, dann sind all die Themen nicht erfreulich, mit denen man sich ungeplant auseinandersetzen muss. Ich bin froh, dass unsere große Handball-Familie diese Herausforderung bisher gut bewältigt hat. Ohne Zweifel sind wir als Verein zusammengewachsen. Wichtig war und ist, dass man sich in einer solchen Krise auf die wesentlichen Dinge konzentriert und das Kleinkarierte außen vor lässt. Der Umgang mit der Herausforderung Corona ist doch für alle etwas Neues.

Wie lange wird es noch Handball ohne Zuschauer geben?
Wenn ich das wüsste. Im Augenblick sieht es ja eher aus nach einer Fortsetzung des Lockdown auch über den Januar hinaus. Wir alle können nichts dafür und versuchen bestmöglich, mit der Pandemie umzugehen. In diesem Zusammenhang gilt mein größter Dank unseren Sponsoren und Dauerkartenbesitzern mit ihrer großartigen Solidarität. Natürlich hoffen wir auf den deutlichen Rückgang der hohen Infektionszahlen. Erst dann können wir auch wieder Prognosen zu Spielen vor Publikum abgeben.

Wie bewerten Sie die Neuzugänge?
Ich finde, sie haben sich sehr gut integriert. Alle passen charakterlich ins Team und haben sich kontinuierlich weiterentwickelt. Es dauert erfahrungsgemäß immer eine Zeit, bis die Abstimmung richtig funktioniert. Und Corona ließ keine "normale" Vorbereitung zu. Schade für Carlos Iliopoulos, dass er so lange ausgefallen ist und sich deshalb nicht richtig zeigen konnte.

Gleich drei TSV-Spieler sind bei der WM in Ägypten dabei. Ist das auch ein Risiko mit Blick auf den Neustart der Liga im Februar?
Die Abstellung von Spielern für internationale Turniere hat immer zwei Seiten: Einerseits sammeln die Spieler wichtige Erfahrung und für das Renommee eines Vereins ist die WM-Teilnahme auch nicht schlecht. Andererseits fehlen die Spieler dem Trainer bei der Vorbereitung. Wir hoffen, dass Patrick und Ian Hüter und Antonio Juric gesund aus Ägypten zurückkommen. Gerade angesichts der Corona-Fälle im amerikanischen Team werden die nicht betroffenen Hüter-Brüder in der dezimierten Mannschaft viele Spielanteile erhalten. Ich hoffe, alle bleiben von Verletzungen verschont.

Wie sieht es mit den länger Verletzten aus?
Ich gehe davon aus, dass alle langsam wieder ins Training einsteigen. Also Sven Bartmann, Ante Grbavac, Tim Mast, Carlos Iliopoulos und Julian Köster.

Noch ein Blick in die Zukunft: Mehrere Spieler haben ihre Verträge teilweise langfristig verlängert. Einige haben sich noch nicht festgelegt...
Es erleichtert natürlich die Planungen, wenn sich Spieler mit der entsprechenden Unterstützung unseres sportlichen Kompetenzteams über einen längeren Zeitraum binden. Wir sind in Gesprächen und entscheiden nach Leistung und nicht zuletzt nach der Bereitschaft jedes einzelnen Spielers, sich zu 100 Prozent mit dem TSV zu identifizieren. Wir sind auf einem guten Weg, werden uns aber auch in bestimmten Fällen erst im weiteren Verlauf der Saison festlegen. Zudem sondieren wir den Spielermarkt.


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