Wer nach 35 Minuten mit 13:20 zurückliegt, der darf sich natürlich über den einen Punkt freuen - auch wenn in der überaus spannenden Begegnung am Ende sogar ein Sieg für die Gäste möglich gewesen wäre. Die mitgereisten Fans feierten jedenfalls am Abend des 2. Weihnachtsfeiertages das 28:28 des TSV Bayer Dormagen beim TuS Ferndorf im ersten Spiel der Rückrunde der 2. Handball-Bundesliga. Den Unterschied gegenüber dem Dormagener 37:25-Erfolg zu Saisonbeginn machten ausgerechnet zwei Ex-Dormagener aus: Der zehnfache Torschütze Daniel Mestrum, der im Hinspiel verletzungsbedingt fehlte, sowie der vor einigen Wochen ins Siegerland gewechselte Marijan Basic (5).

Das Spiel begann ähnlich wie in Friesenheim vor einer Woche: Sebastian Damm scheiterte gleich beim ersten Strafwurf an Ferndorfs Schlussmann Lucas Puhl. Die Gastgeber gingen fortan in der mit 1095 Zuschauern ausverkauften Sporthalle Kreuztal regelmäßig in Führung, auch weil Dormagen im Spielaufbau oft zu unentschlossen agierte. Die Führung nahm in der 17. Minute beim 8:3 erstmals deutliche Ausmaße an, doch Peter Strosack verkürzte in seinem Abschiedsspiel mit einem Doppelschlag auf 8:5. Er hatte angekündigt, noch einmal alles geben zu wollen. Das setzte der Rechtsaußen in die Tat um, musste dabei aber einiges einstecken - die unfeine Attacke von Puhl nach Strosacks Torerfolg und den Sturz in die metallene Bande nach einem Stoß von Mestrum, der dafür ebenfalls zwei Minuten sah. Zum Glück erwies sich die Verletzung als nicht weiter tragisch, auch wenn es zuvor schlimmer ausgesehen hatte.

Als Damm in der 19. Minute auf 9:7 verkürzte, kam wieder leichte Hoffnung beim TSV und seinem Anhang auf. Doch Ferndorfs folgender 4:0-Lauf wirkte ernüchternd. Immerhin: Mit Mikk Pinnonen kam mehr Leben in das Angriffsspiel, dabei war erst kurz vor Spiel klar, dass der angeschlagene Este spielen konnte. Nach 17:12 zur Pause hieß es gleichwohl in der 35. Minute sogar 20:13 für die Gastgeber. Doch die Dormagener wollten nicht punktlos aus Ferndorf zurückkommen. Von Erfolg gekrönt war die offensivere Deckung und die persönliche Betreuung von Marijan Basic durch Sebastian Damm. Der Kroate war kaum noch torgefährlich und die TuS-Offensive geriet ins Stocken. Anders der TSV: Pinnonen, Damm und vor allem Bettin fanden immer besser ins Spiel. Aus dem 21:15 machten die Dormagener innerhalb von knapp sechs Minuten das 21:21 - Peter Strosack war der Schütze des ersten Ausgleichs. Pinnonen brachte den TSV in der 50. Minute erstmals mit 25:24 in Führung, Bettin erhöhte mit einem seiner kompromisslosen Siebenmeter auf 26:24.

Es wurde immer spannender in der Sporthalle an der Stählerwiese. Ferndorf gleicht aus und hat die Möglichkeit auf 27:26 zu erhöhen. Doch der zuvor so sichere Siebenmeterschütze Mestrum versemmelt Wurf Nr. 6 von der Linie. Bettin hämmert den nächsten Ball ins Netz, Volentics sorgt für das 27:27. Erneut ist es "Betti", der per Siebenmeter das 28:27 für den TSV macht. Der lange Florian Baumgärtner lässt schließlich Sven Bartmann keine Chance und erzielt das 28:28. Baumgärtners nächster Abschluss fliegt allerdings über das Tor. Und dann kommt das Finale, über das vor allem der insgesamt starke Alexander Kübler am meisten enttäuscht ist: Ihm gelingt das Anspiel nach seinem Konterlauf nicht, aber der TuS kann mit dem Ballgewinn auch nichts mehr anfangen.

Ferndorfs Trainer Michael Lerscht gestand später ein, dass er "genervt" sei. Schließlich sei sein Team zumindest 35 Minuten lang "klar besser" gewesen. Jörg Bohrmann lief direkt nach dem Schlusspfiff zu den Fans und bedankte sich für die immense Unterstützung, die auch nach dem deutlichen Rückstand nicht nachgelassen hatte. Sein Kommentar: "Ich bin stolz auf die Mannschaft, die Charakter gezeigt hat. Der eine Punkt ist nach dem Spielverlauf in Ordnung, auch wenn ich gerne zwei Punkte mitgenommen hätte." 

TuS Ferndorf - TSV Bayer Dormagen 28:28 (17:12)
Ferndorf: Puhl, Rottschäfer; Trivic (1), John (n.e.), Koke (1), Paladin, Basic (5), Schneider (2), Heyme (2), Volentics (2), Barwitzki (n.e.), Mestrum (10/5), Baumgärtner (5), Ronge.
Dormagen: Bartmann, Jäger; Bettin (7/5), Genz (4), Eisenkrätzer, Brüren, Doetsch, Kübler (3), Damm (5), Strosack (5), Hüter, Pinnonen (4).
Schiedsrichter. Lier/Lier.
Zuschauer: 1095.
Zeitstrafen: 8:8 Minuten.
Siebenmeter: 5/7:5/6 (Bartmann hält gegen Volontics, Mestrum wirft neben das Tor - Damm scheitert an Puhl).
Spielfilm: 5:2 (11.), 8:3 (17.), 8:5 (17.), 9:5, 9:7 (19.), 13:7 (25.), 16:10, 17:12 - 17:13, 20:13 (35.), 20:15, 21:16 (39.), 21:21 (45.), 22:21, 24:25 (50.), 24:26 (52.), 26:26, 26:27, 27:28 (57.), 28:28.

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